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Anlässlich einer Wanderung in den Lahnsattler Urwald habe ich bereits im Oktober 2009 auch über die am Gscheidl bzw. an dieser Strecke (wo genau? weiß ich nicht mehr…) angebrachten Pilgertafeln berichtet. Darunter habe ich eine Votivtafel falsch interpretiert (slowenisch!), wie mir eine aktuelle Meldung zeigte:

Diese Tafel stammt von der zweisprachigen Gemeinde (Pfarre) Klingenbach, kroatisch Klimpuh. Heuer wurde diese Pilgerfahrt von 8. bis 10. Juli zum 17. Mal durchgeführt. Ich danke Herrn Pfarrgemeinderat Johann Frühstück für diese Berichtigung und habe sie gern im Blog gebracht, besonders weil es mich auch freut, eine Echo nach fast drei Jahren zu einem Bericht zu bekommen!

Votivtafel der zweisprachigen Gemeinde (Pfarre) Klingenbach / Klimpuh im Burgenland

Grüße nach Klingenbach / Klimpuh, leider kann ich es nicht auf Kroatisch formulieren (meine einzige slawische Sprache – Russisch maturiert 1961 – hätte ich auch schon vergessen)! BB

… von “Schusters Rappen” auf die “Drahtesel” !

Da stehen die Räder ganze Zeit in der Garage herum, immer heißt es nur – jetzt müssten wir endlich einmal radfahren… Aber draus geworden ist nichts – bis gestern: Endlich den Schlüssel zum Radschloss gefunden, heraus mit den Radln, abgestaubt (geschmiert muss erst werden) und die Reifen aufgepumpt. Sogar die alte Pumpe kriegt noch Druck nach dutzende Male pumpen, aber die Luft hält!

Nächster Akt – wenn wir nicht nur im Gölsen- und Traisental radeln wollen, müssen die Räder ins Auto. Hätten wir schon längst probieren sollen, aber endlich war es soweit, Rücksitze umgeklappt, und Annis Rad war schon hineingelegt. Aber jetzt mein (für meine Körpergröße etwas überdimensioniertes) Trekkingrad – ojeh, da schaut das Hinterrad noch heraus, also Vorderrad abmontieren, soll ja ganz einfach sein mit dem Drehbügel… Entweder sind wir technisch zu unbegabt oder wollte das Rad nicht aus der Gabel, weil es das noch nicht erlebt hatte. Zwar gelockert, aber dann wieder fest hineinmontiert und die Lösung: Schieben!!! Und drinnen war es. Gar nicht mehr ausgepackt, denn für heute sollte das Wetter auch für eine Vormittagstour passen.

Göllerblick vom Hubertussee

Heute morgen: Vom Mostviertel her blaut es auf, im Wetterpanorama zeigt sich das Hennesteck in Annaberg mit Sonnenlicht (Gewitter am Nachmittag – ? – da halten wir schon wieder zuhause Siesta).

Anfahrt über Annaberg und Schmelz nach Ulreichsberg, denn dort beginnt die wunderhübsche und sanfte Strecke durch die Walster. Wochentags kaum belebt, das ist die Hauptsache, denn sonntags brausen hier Autos und Motorräder in Massen. Bei 17 Grad schwingen wir uns (es reimt sich sogar) aufs Rad und strampeln los, herrlich das Tal mit dem lebhaften Rottenbach entlang (kommt vom Walsterursprung nahe dem Tirolerkogel). Nach dem Bildstock “Heilige Familie”, wo der Wiener Wallfahrerweg über den Krumbachsattel (der Krumbach fließt aber “krumm” mit seinen vielen Mäandern) vom Kernhofer Gscheid her einmündet, kommt bald der Otterbach vom Fadentaler Sattel dazu. Und schon brausen wir bei der Wuchtlwirtin vorbei, ohne Einkehr, denn es soll ja nur eine Vormittagsfahrt werden (immerhin 100 km Fahrstrecke, selbstverständlich fürs Aut…).

Hubertus-Bildsstock mit Sulzberg

Beim Hubertussee auf der Straße am Südufer entlang ergeben sich die ersten Fotohalts, und schon biegen wir über die Staumauer mit der Margarete (die Heilige, aber der Frau von Arthur Krupp seinerzeit gewidmet) zum Parkplatz bei der Klauskirche ein. Wunderschöne Stimmungen am Wasser! Über den See hatten wir schon “Rosenkranzgeräusche” herklingen gehört – jetzt trifft gerade eine große Wallfahrergruppe aus Wien ein. Die Teilnehmer, von kleinem Mädchen bis zur Großmama, werden nicht nur spirituell den stimmigen Kirchenraum genossen haben, denn inzwischen war es ganz schön warm geworden (wir waren ganze Zeit kurzhosig und kurzärmlig unterwegs).

Jetzt am nördlichen Seeufer, vorbei am Hubertus-Bildstock gleich die Rückfahrt antreten? Also das wäre sogar uns zu wenig gewesen! Daher bogen wir neben dem “Kleinen See” ab, unter der ehemaligen Volksschule vorbei (hier unterrichtete seinerzeit die hochgeschätzte Lehrerin, Dichterin und Mariazeller Heimatchronik-Verfasserin Schulrat Imma Waid, ich hatte das Glück, sie noch kennenzulernen und manches von ihrem Wissen in unserem alten “Mariazeller Bergland” – mit Werner gemeinsam – einzubauen).

Schnittlermoos

Dieses Seitental mit seiner recht guten Sandfahrbahn führt zum “Schnittlermoos”, einer hübschen und stellenweise sumpfigen Weitung mit Blick zum Sulzberg und Schwaighüttenboden, rechts davon ein Dolomitriedel, wo im Frühsommer wunderschön viel Enzian blüht (Clusius-Kalkglocken-Enzian). Eine kleine “Schiebestrecke” brachte uns über die kurze Kehre hinauf ins Fadental und links zur Nachschau beim ehemaligen Labenbacher.

Dieses noch vor wenigen Jahren sommers und winters durch Mountainbiker und Langläufer so stark frequentierte Haus liegt nun ausgestorben da, der Wintergarten – einst der bevorzugte Platz beim Einkehren – gibt schon den Geist auf. Königskerzen blühen im Pflaster des einstigen Gastgartens, und die unterhalb angelegten Schmuckteiche verwildern ebenso.

Ehemaliger Gasthof Labenbacher in Fadental

Nur die uralte Rotbuche am Umkehr-Kreisel steht noch wie immer, und was die schon gesehen hat in ihrem langen Dasein, wird ihr die Gegenwart höchstens idyllisch vorkommen lassen (hier verlief ja auch die Zonengrenze zwischen Briten und Russen während der Besatzungszeit). 

Reste der Labenbacher´schen Gartengestaltung

Die anschließende Fahrt nach dem niedrigen Sattel ins Walstertal war ein brausender Genuss, und auch die Rückfahrt bis zur Kreuzung in Ulreichsberg verlief vollkommen mühelos, weil kaum ansteigend. Dafür sahen wir dort noch eine Orchidee, die wir bisher aus der Walster nicht gekannt hatten – die Sumpfständelwurz, vorherrschend waren aber die wie purpur-rosene Kolben aus dem Grün ragenden Mücken-Händelwurzen.

Sumpfständelwurz

Mit Fotografieren zwei Stunden, die geringe Kilometerzahl verschweige ich lieber zugunsten des Erlebniswertes, den ich hoffentlich gut genug schildern konnte. Nächstesmal fahren wir ins Halltal, parken bei der Walsterbrücke, fahren durch den Rechengraben und die Schwarzwalster ins Fadental, dann über die Wuchtlwirtin zum Hubertussee und zurück. Das wird eine “suprige” kleine Radtour werden (denn eine Radtortour wollen wir ja eher vermeiden). Ja, nachmittags hat es schon wieder gehörig gewittert…

Dieses zweite Juliwochenende überrascht trotz der vorherrschenden Hitze – morgens ganz schön, sogar tagsüber nicht zu viel Wolken (diese würden halt die Temperaturen mildern…), dafür nachts ein heftiger “Schütter”!

Also wohin am Sonntag (8. Juli)? Vielleicht gar ins “Rotmösl” bei Neuhaus? Aber eine bessere Idee – Erkundung ins Waldviertel, wie es mit den Waldfrüchten ausschaut! Gleich vorweg genommen – ein arger Flopp… Zumindest im Yspertal, das wegen der Anfahrt über die A 1 bis Ybbs und dann auf sehr gut ausgebauter Straße hinauf nach Altenmarkt / Ysper für uns gut als naheliegendes Waldviertelziel in Frage kommt (doch hin und retour 180 km…).

Wir zweigten in dem hübschen, mit vielen Neubauten prunkenden Doppelmarkt Richtung St. Oswald ab, auf der Berghöhe jedoch Richtung Dorfstetten bis zur “Loizen” – einer Wegkreuzung am Herzsteinweg ca. 1 km nach der Pelletriedel-Abzweigung, schön schattig, heute eine Hauptsache!

AB Schmalblättriges Weidenröschen (wo sitzt die Ameise?)

Schon die ersten Schritte in den Wald zeigten  die Vergeblichkeit für unsere Sammelleidenschaft! Also das beste daraus machen und unsere alten “Wanderschauplätze” aufsuchen… Zuerst bei der Markierung an der Nordseite des Hinterbergs entlang, dann von Südosten auf den Gipfel. Aber wie schaute es da aus – genauso wie beim Herzstein – alles viel mehr verwachsen als bei unserer letzten Begehung, vor allem der Jungwald am Südhang ein Gewirr von aufgeschossenen Fichten, Heidelbeergestrüpp fast in Hüfthöhe und Faulbaumsträuchern.

BB Blockspalt am Hinterberg

BB Hinterberggipfel mit "Himmelsblick"

Die neue Wegempfehlung für den Hinterberg: Von der Straße weg die Markierung entlang bis zu einer kleinen Lichtung mit vierfacher Abzweigung (rechts Herzsteinweg-Tafel in Gegenrichtung und gleich daneben auf der Fichte rote Markierung, links ein großer Sandhaufen, aber der wird wohl keine lange Beständigkeit haben…). Hier den rechten steil bergauf führenden Ziehweg hinauf, und nach kurzer Strecke tauchen schon links die Felsblöcke des Hinterberggipfels auf, von einem klammartigen Spalt durchrissen, in dem eine abgestorbene Fichte wie eine Riesenspinne hängt.

AB Herzstein - das letzte Bild ohne Fichtendschungel

Weiter auf diesem Weg und leicht bergab zu einer heute fruchtlosen Heidelbeer(strauch)lichtung mit Grenzstein samt Holzpfahl und Eisenrohr, nicht zu verfehlen. Nun aber links ab den schon wegen links hoch gewordenem Baumwuchs undeutlichen Waldrand entlang und wieder leicht links zum Herzsteinweg hinab. Und wo ist der Herzstein? Kurz rechts und bei Wegweiser (zum Herzstein links ganz alt schon!) zu dieser imposanten Steingruppe, die schon zwischen dürrendem Jungfichtengestrüpp immer mehr eingezwängt wird. Wenn dort auch so schön durchgeputzt wäre wie an anderen Waldstellen, käme dieses Schaustück wieder leicht besser zur Geltung. Wie Anni trotzdem das Bild geschafft hat, ist mir ein Rätsel!

Weiter unterhalb rechts ein Stück am Herzsteinweg entlang und dann auf einigen der verwirrenden Waldwege rechts (wir kennen uns dort schon verhältnismäßig gut aus!) zur Dorfstettner Straße, wo wir an der Markierung gestartet waren.

AB Falter auf Sumpfkratzdistel - ein Admiral?

Voraus wäre es auf dem Straßendamm (rechts das wunderbare, ungestörte Flachmoor gegen die Yspertaler Seite, fast über die Wasserscheide hinweg) gleich wieder kurz zum Auto gegangen. Wir wollten aber noch schauen, was im westlich gelegenen Hauswiesenmoor los ist. Also über die links gelegene Wiesen zum Moorwald und ein Stück den aufgeschütteten Ziehweg entlang. Wo der endete (bei einer großen Hirschsuhle), wurde es interessant – rechts, also nordwärts in das Moorgelände, durch Birkenbestand und über die schon verwachsenden, aber immer noch deutlichen Furchen hinweg. Furchen? Ja, Pflugfurchen, denn hier hat man vor Jahrzehnten versucht, das Moor trockenzulegen. Es ist nicht gelungen, aber zum Glück passte es heute auch nicht recht, denn die beste Jahreszeit (Siebenstern-Blüte im Mai) war schon längst vorbei.

AB Birkenweg bei Pireitsteiner

Trotz des moorigen Bodens, der dicht mit Sumpfvegetation bewachsen ist (allerlei Gräser, Sumpf-Gilbweiderich, Fieberklee, Spuren von Moosbeerblättern, Torfmoose usw.), kamen wir gut voran, nur einmal gab es eine heikle Stelle, wo ein Gerinne in einem Wasserloch verschwand, dies aber durch lautes Gurgeln als Warnton signalisierte. Hübsche Schmetterling fanden sich auf den riesenhohen Sumpfkratzdisteln ein, aber waren höchst lebendig und kaum mit der Kamera zu erwischen.

AB Felsgruppe Totenkopf

Endlich landeten wir am nördlichen Waldrand und gelangten rechts zu unserem Parkplatz. Vor lauter “Naturstress” erwischt ich dann beim Starten das falsche Pedal, und das Auto wollte und wollte nicht anspringen… Zum Glück startete dann Anni, bevor der Pannendienst herbeigerufen wurde, und sie trat auch richtig beim Starten auf die Bremse (wie bei der Automatik notwendig) und nicht wie ich aufs Gas – Frau am Steuer – gerettet…!

BB Hoferhonig bester Qualität - und da hat doch schon wer genascht?!

Anschließend holten wir uns noch bei Familie Hofer köstlichen Honig, Blüten- und Wald- und gerührt und natur. Die Beute ist im Bild ersichtlich! Ebenso unser letztes Ziel, bevor wir ins kühle Heim zurückkehrten – Auffahrt zum nicht mehr bewohnten Gehöft Pireitsteiner, wo am Waldrand das richtige Platzerl für die Mittagsjause sich anbot. Ausblick übers Losenenggeramt gegen Pelletriedel und Burgstein, vor uns das “Steinerne Kornmandl” – längst nicht mehr von Korn umgeben, wie wir es gewohnt waren.

BB Kornmandl und Pireitsteiner

Noch ein nahes Fotoziel, das wirklich nicht leicht zu erfassen ist, besonders bei hoch stehender Mittagssonne – der Totenkopf. Trotzdem wieder mystisch und fast gruslich, so hätten wir es zumindest den Enkelkindern geschildert. Fast eine Falle könnte das schon etwas wacklig-morsche Geländer an der Stiege auf den Felskopf sein… und der nahe Drachenstein blickt schon ganz kümmerlich drein, weil er vom Fichtengestrüpp mit all seinen dürren Ästen schon fast abgewürgt wird. Also reichlich Gelegenheit zum Durchforsten, aber den Bauern wird das halt schon zu viel werden, wenn sie immer mehr Nachbargründe bewirtschaften (der Kühberger unterhalb vom Hinterberg “fexnt” zum Beispiel alle anschließenden Wirtschaften, wie mir erzählt wurde). Höchstens auf die “Freiwilligen” könnte noch Verlass sein, aber die sind derzeit eher mit den Unwettern beschäftigt, die es auch dort gegeben haben muss, wie die ausgewaschenen und verschwemmten Wege noch immer zeigen.

BB Der Totenkopf blickt in den Nordwald, mystisch gehört sich das so...

Jedenfalls wurde es auch ohne Pilze & Beeren ein schöner Tag im “voralpinen” Waldviertel, und Honig brauchen wir jetzt längere Zeit keinen mehr zu besorgen…

BB Das Steinerne Kornmandl beim Pireitsteiner

Zu diesem letzten ganzen Wandertag (der Abreisetag fiel wegen Wettersturz zum Wandern aus) könnten wir sagen: “Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören…”

Wir hätten noch einige Ziele bereit gehabt, etwa den Hauserersee am Kreischberg, die Frauenalpe, die Krakau, Oberwölz und den Sölkerpass, alle vom Standort nahe Murau (St. Georgen / St. Lorenzen) leicht erreichbar. Aber wir wollten eine bewährte Tour wiederholen, weil die schönste Blütezeit dafür gerade jetzt war.

Ausblick zum Königstuhl

Wieder längere Zufahrt – durchs obere Murtal bis Madling, nach Thomatal und Bundschuh und hinauf ins Hochtal am Schönfeld, Parkplatz beim Mehrl-Haus auf  1730 m. Die Wolken waren an diesem Morgen schon etwas dichter, aber immer noch Sonne, und nur das Speiereck und die westlichen Tauerngipfel waren schon zugehüllt.

Blick zum Rosaninkamm

Gleich vom Eingang ins Rosanintal zweigt der rot markierte “Knappenweg” ab, durch etwas gelichteten Lärchenwald und auf (wie uns scheint) leicht verbreiterter Trasse. Diese mündet in eine erste Verflachung, wo uns das erste “Almrauschfeld” erwartete, im Hintergrund der Kamm zwischen Rosanintal und Kendlbruckergraben mit Rosaninhöhe und Ochsenriegel, alles einsame Almberge.

Infoplatz am Knappenberg

Über eine kurze Steilstelle wird der Altenberg erreicht, eine nächste Verflachung mit den Resten des einstigen Bergbaubetriebes, Halden mit bunten Steinen, Mauerresten und Infotafeln. Von hier wurde das Erz zum noch museal erhaltenen Hochofen in Bundschuh befördert. Neben dem interessanten Gesteinsuntergrund bezaubert hier die Pracht der Frühlingsflora, und sogar Schneehasen waren bei ihrem mit tollen Sprüngen vollführten Liebesspiel zu beobachten – die Kamera leider zu spät gezückt, aber für die Blumen überaus ergiebig!

Frühlingsenzian am 21. Juni

Der Steig führt nun schräg den aus dicht bewachsenem Schutt- und Steinboden aufgebauten Berghang schräg hinan, quert über einer steilen Flanke hinauf zu den sanften Grasböden am Stubennock, fast 2100 m hoch gelegen. Auf diesem Stück kommen in den silikatischen Gesteinen auch Kalkschichten vor, die sich durch unglaublichen Blumenreichtum auszeichnen. Zu den Kalk liebenden Arten gehören etwa die Silberwurz und das Quirl-Läusekraut, wir fanden hier sogar einmal die Wimper-Alpenrose (nicht rostbraune, sondern grüne Blattunterseite und Wimperhaare am Blattrand).

Blumenwiese auf kalkhältigem Untergrund

Daneben blüht aber gleich wieder der Echte Speik, wie er für die südlichen Zentralalpen typisch ist. Einst wurden die Speikwurzeln (Baldriangewächs) mit speziellen Werkzeugen ausgegraben und ergaben den durch feinen Geruch ausgezeichneten und begehrten “Speik”. Aus Gründen des Naturschutzes wurde vor Jahrzehnten das Speikgraben verboten (wohl auch durch sythetische Duftstoffe billigerer Herstellung ersetzt), und die Folge davon war, dass der Speik von den übrigen Pflanzen überwuchert und immer spärlicher wurde. Durch das Ausgraben war die Pflanze nämlich nicht zerstört, sondern durch die Wurzelstückchen sogar noch vermehrt worden!

Speikblüten

Je höher wir hinauf kamen, desto ärger und kälter wurde der Sturm aus westlicher Richtung – weiter unten kaum zu ahnen! Hier brauchten wir erstmals in diesem Bergurlaub die Anoraks, und beide Hände zum Festhalten der Sonnenhüte! Also wurde es nichts mit der Überschreitung vom Sauereggnock weiter Richtung Königstuhl. Diese Tour hatten wir schon einmal Anfang Juni gemacht, aber auch die Ausweichroute für den möglichen Weiterweg. Also ging es an den Abstieg, beobachtet von  auf den hohen Rasenböden grasenden Pferden, deren Mähnen und Schweife (stimmt der Ausdruck?) im Sturmwind  hoch wirbelten.

Zurück bei den Infotafeln des Knappenweges marschierten wir nun einer Wegspur in östlich-südöstliche Richtung um den Bergrücken herum nach. An die letzte Begehung konnten wir uns nicht mehr so genau erinnern, also wählten wir nicht dem Weg am Wiesenrand, sondern leicht schräg in den Hangwald hinan einen ebenso deutlichen Pfad. Dieser war wohl nur ein “Viehgang”, führt uns aber knapp unter der Baumgrenze die Hänge der Rosaninalpe entlang.

Zwei Höhepunkte - traumhafte Alpenrosenblüte mit dem Königstuhl im Hintergrund, immer wieder Zirben und verwitterte Lärchen, märchenhafte Bilder… “Rosanin”… schöner können Berg- und Naturerinnerungen gar nicht sein!

Almweg am Knappenberg

Unterhalb war das Gelände etwas steiler, und dort glänzten Blockhalden mit blauem Schimmer zu uns herauf.  Absteigen dorthin war selbstverständlich, und bald standen wir vor zwei Stolleneingängen der alten Bergwerke “Bei den Knappen”. Einer davon wies sogar noch die hölzernen Stützwerke auf, unten in der Tiefe hörte man Wasser tropfen, und bei viel Mut hätte man sogar dort hinab kraxeln können…

Beim alten Bergwerksstollen

Bei unserer letzten Begehung dieser Strecke vor einigen Jahren waren wir durchwegs einem sogar in der F&B-Karte eingezeichneten Steig gefolgt, der dann ins Tal hinabwies. Den verfehlten wir zwar diesmal, aber der Abstieg über das locker bewaldete und nicht zu steile Gelände war völlig unproblematisch, und auf einmal tauchte, neben einer noch älteren Abraumhalde unter einer verstürzten Erzpinge, ein ziemlich neu ausgeschobener Forstweg auf. Gleich rechts war eine Kehre, und so konnten wir gemütlich den Hang entlang talauswärts wandern und kamen bei den vordersten Almen im Rosanintal auf den Fahrweg.

Rosaninalpe

Wozu mitten durch die Zirbenbestände dieser Forstweg brutal ausgeschoben worden war, bleibt uns schleierhaft – Hütten gibt es dort oben keine, womöglich einen Jagdstand oder wird vielleicht ein Weg zu den alten Stollen erschlossen? Jedenfalls auf Salzburger Boden in einem Landschaftsschutzgebiet!!! Aber wir hatten dort auch schon Ärgeres erlebt – bei unserer letzten Wanderung vor ein paar Jahren wurden die Almrauschbestände samt Wacholderbüschen und Zirbenaufwuchs geschwendet, das heißt in grasigen Almboden verwandelt. Vermutlich sogar mit öffentlicher Förderung? Aber die Almbauern würden das sicher anders sehen als wir eher dem Naturschutz zugewandten Wanderer…

Der Bach im malerischen Rosanintal heißt übrigens nicht Rosaninbach, sondern ist der Kremsbach, der sich vor der Wasserscheide gegen das Schönfeld beim Mehrl-Haus (dort wächst übrigens ein ganz seltener Bestand der Zwerg-Birke, einer nordischen Reliktpflanze aus der Eiszeit) westwärts nach Innerkrems hinab wendet. Von dort gibt es auch einen Zugangsweg den Bach entlang herauf zum Mehrl-Haus, den wir nicht gekannt haben.

Aufstiegsweg zum Stubennock

In der Mittagshitze fuhren wir dieselbe Strecke über das wunderwunderschöne Schönfeld zurück, vorbei an den “Heiligen in der Zirbe” (einer großen Schnitzarbeit im gewachsenen Zirbenholz), dann aber wieder durch Thomatal und nicht über den “Bettelmanntauern” (mit zwei Kittingen, den dort üblichen uralten Speicherbauten) nach St. Margarethen wie bei unseren letzten Lungau-Urlauben. Aber der Lungau lockt uns sicher wieder, denn sternförmig hat man dort die lohnendsten Ziel bereit, und das Hotel “Granitzl” in Mariapfarr wäre sicher auch wieder einen Aufenthalt wert mit seinen neuen komfortablen Appartements (die sind gerade zur Schwammerl- und Heidelbeerzeit zu empfehlen), womit wir schöne Wintererinnerungen verbinden.

Hotel “Granitzl” in Mariapfarr

Nun ist vorläufig Schluss mit Urlaub, aber nicht mit Lustig, denn was lockt nicht alles – nicht nur der Ötscher, sondern auch das Waldviertel, wo schon die Heidelbeeren reif werden und die Pilze bei diesem subtropischen Wetter aus dem Boden sprießen sollten.

In der letzten Urlaubsnacht kam schließlich das angekündigte wilde Gewitter, zum Glück für uns nicht als Unwetter wie im Triebental, das damals so schwer getroffen wurde wie vorletzte Nacht die Gegend südöstlich von Judenburg. Hitze und Gewitter, nicht gerade eine Einladung für Bergtouren, und so wird jetzt mein Blog etwas spärlicher beschickt werden… Langweilig wird es trotzdem sicher nicht! Aber die feuchte Luft in Verbindung mit der extremen Hitze setzt uns schon sehr zu und verwandelt unsere Aktivität in  Lethargie, sodass man sich leicht vorstellen kann, wie sich das leben in tropischen Gefilden anfühlt…

Sobald der obere Flusslauf der Mur den Lungau verlässt, bildet sich eine ganz eigenartig weitläufige Talform heraus. Zwischen den zu den Gurktaler Alpen gehörenden Metnitzer Bergen im Süden (am bekanntesten  Frauenalpe und Kreischberg) und dem Rand der Niederen Tauern im Norden verlaufen eigentlich zwei Talzüge: Das Haupttal der Mur mit der Bezirksstadt Murau und  dazu parallel verlaufend, durch einen langgestreckten Bergkamm vom eigentlichen Murtal getrennt, am Südfuß der Niederen Tauern die als Bergbauernlandschaft berühmte Krakau (ostwärts von Kammersberg und Wölzertal fortgesetzt). Der beherrschende Gipfel im “Mittelkamm” ist der Gstoder, eine 2140 m  hohe, deutlich über die Baumgrenze aufragende Berggestalt.

Eigentlich ist der Gstoder kein besonders anziehender Berg, massig und über weit ausladenden Wäldern  bis zum höchsten Punkt hinauf mit Almwiesen bedeckt, die kaum von Felsformationen aufgeputzt werden. Aber da er keine Konkurrenz in der Nähe hat, sieht man den Gstoder  sowohl aus allen Richtungen, als auch dem entsprechend sein Panorama über die umliegenden Täler und Gebirge ganz hervorragend ist.

BB In der Ferne die Gletscher der Hochalmspitze

Noch dazu muss man die lockende Region der hohen freien Almkämme und den trotz aller Schlichtheit ausgeprägten höchsten Punkt nicht vom Tal aus erklimmen. Das wären immerhin mehr als 1300 Höhenmeter, sondern es kann auf einer Almstraße mit geringer Maut bis fast schon zur Baumgrenze auf 1800 m hochgefahren werden. Ein ideales Ziel also für eine nicht zu lange Tour bei heißem und noch dazu am Nachmittag wahrscheinlich gewitterträchtigem Wetter!

AB Dörfler Höhe mit Gstodergipfel

Nach dem zeitigen, daher genüsslich ausgedehnten Frühstücksbuffet verschaffte uns die kurze Anfahrt einen Startvorteil. Kurz allerdings nur auf der Hauptstraße Richtung Tamsweg bis zum nahen St. Ruprecht mit der “Riesensäge” als Hinweis auf das Holzmuseum. Dann ging es scharf die wiesigen Steilhänge hinan, an denen die Bergbauernhöfe fast zu kleben scheinen. Immerhin auf schmalem Asphalt, aber bald nach dem Mautschranken (automatisch mit 4 Euro in Münzen zu öffnen) folgte eine Sandstraße mit vielen Kurven und Kehren, auch gut befahrbar im nicht so extrem steilen Waldgelände. Über den  südöstlichen Seitenkamm hinweg erreicht dann diese Sandstraße den Parkplatz bei der Kaiser- bzw. Jogaushütte auf 1755 m.

AB Östlicher Gipfelhang gegen Wölzer Tauern

Die oberhalb ansteigende Alm ist wie der nächste Kammknoten nach dem Weiler Dörfl an der Auffahrtsstrecke benannt.  Hier kann man einen “steileren” Weg gleich gegenüber den Hütten wählen (übrigens wurde in einem Teich unterhalb gerade ein prächtiger Fisch gefangen, als wir anlangten) oder einfach den folgenden Fahrweg entlang weitergehen. Wir wählten die letztere Möglichkeit, gemütlich zwischen den vorwiegenden Lärchenbeständen dahin und aus einem Ebenfeld benannten Sattel rechts nach Fahrspuren (!) hinauf zum Kamm. Dieser besteht eigentlich nur aus breitflächigen Kuppen, und insgesamt waren wir zunächst von der eher einförmigen Berglandschaft eher enttäuscht.

BB Alpen-Glockenblume

AB Speikblüten

Aber sobald sich der Ausblick nach Westen in den Lungau und zu den Tauern öffnete, der südliche Horizont war im Dunst des schon heißen Vormittags immerhin auch frei gewesen, wurde es bald interessanter. Im Tal waren die Leonhardkirche bei Tamsweg und Mariapfarr auszunehmen, in der Ferne leuchteten die Gletscher der Hochalmspitze, noch dazu mit Almrauschglut im Vordergrund – wie überhaupt dieser Wandertag von der Alpenrosenblüte seinen besonderen Zauber erhielt.

BB Rost-Alpenrosen (auf kalkfreiem Gestein, Blattunterseiten rostbraun)

Nach der Dörfler Höhe auf etwa der halben Aufstiegsstrecke ging es sogar etwas bergab, an letzten Wetterfichten vorbei und an einem Gedenkkreuz, immer öfter über samtige bunte Böden aus Moosen und Flechten. Dann steilte nur mehr der Gipfelhang vor uns auf, und der Steig erwies sich als direkt, aber dafür schnell an Höhe gewinnend. Um halb zehn Uhr vom Parkplatz ab, langten wir, trotz einiger Fotopausen, schon bald nach elf Uhr beim riesigen, mit einem geschnitzten, fast romanisch wirkenden Kruzifix versehenen Gipfelkreuz an. Neben der abgeflachten Kuppe ragen ein paar Felsblöcke mit einem behelfsmäßigen Gipfelzeichen auf, von wo sich das beste Bild ergibt.

BB Gipfelkreuze auf dem Gstoder

AB Gipfelkreuz-Kruzifix

Die Rast dauerte nicht lange, denn für die Mittagsjause war es noch zu früh, und außerdem umschwirrten uns Schwärme von kleinen Fliegen, die sich sogar vor das Kameraobjektiv drängten, wenn man nicht dauern “wachelte”. So stiegen wir zügig wieder den Steilhang ab, aber nicht ohne ein auffallendes Steingebilde abseits des Steiges zu erkunden.

BB Quarzblock als "Eisstein"

Es handelte sich um einen großen Quarzblock, der sich in der prallen Hitze wie ein Gebilde aus Eis anfühlte! Ganz eigenartig und herausfordernd, den Temperaturunterschied zu den “gewöhnlichen” Steinblöcken zu ergründen. Hervorsickernde Nässe und Verdunstungskühle kann es nicht gewesen sein, eher schon die reflektierende Wirkung des weißen glatten Quarzsteines, von dem die Sonnenstrahlen förmlich abprallten. Ob das physikalisch möglich ist, kann ich nicht beurteilen, jedenfalls war bei einigen weiter hinab gekollerten Quarzmugeln derselbe Effekt vorhanden. Leider fand sich nicht mineralogisch Bemerkenswertes daran, keine Spur von einer Kristallbildung. Dafür lagen entlang dem Steig immer wieder schöne und vor allem nicht zu große Glimmerschieferstücke mit gut ausgebildeten Granaten (als Mitbringsel für die Enkelkinder, natürlich habe ich auch für meinen Steingarten einen beachtenswerten Brocken mitgeschleppt).

BB "Steinernte" - links und oben vom Gstoder, rechts Erzbrocken aus dem Rosanin

BB Granaten-Einschluss in Quarzbrocken

Die kleinwüchsige Botanik bot auch einige Schönheiten, an einer Stelle die hübschen Alpen-Glockenblumen, eine Ehrenpreisart (Rosetten-Ehrenpreis / Veronica bellidioides) und das eher für Spezialisten interessante Reseda-Schaumkraut, einen eher winzigen Kreuzblütler. Die Gemsheideblüte, auf die wir voll gerechnet hatten, war schon vorbei, Enzian gab es natürlich auch noch (Gentiana acaulis, der Gesteinsunterlage entsprechend, während in den Nockbergen auch immer wieder kalkalpine Arten vorkommen) und eine letzte Alpen-Anemone.

BB Resedablättriges Schaumkraut

Bei unserer Abstiegsroute über den Ostrücken hätten wir uns gar nicht vergehen können – alles rot, weniger die Markierung als die herrlich blühenden Polster der Alpenrosen, eine “Foto-Orgie” herausfordernd!

BB Abstieg über den Südostrücken gegen Gurktaler Alpen

Bei den ersten Lärchen ließen wir uns dann im Schatten nieder und ließen uns den absichtlich karg bemessenen Proviant schmecken, um den Kalorienüberschuss des abendlichen Buffets auszugleichen. Unser Appetit war ja auch vor den berückenden Bildern von Blumen und Berglandschaft eher in den Hintergrund getreten!

AB Almrauschblüte auf der Dörfler Alm

Der hübsche Steig führte dann zwischen verwitterten Lärchen und eher wenigen Fichten (Zirben sahen wir hier im Gegensatz zu den Nockbergen nicht) ganz malerisch den Rücken entlang bergab. Mit einer scharfen Rechtswendung war zuletzt über die “Steile Route” der Parkplatz bei den Dörfler Hütten erreicht, und zum Glück mit ganz geringem Gegenverkehr während der schmalen Talfahrt langten wir gut wieder unten in St. Ruprecht an. Früher Nachmittag mit Hitze über 30 Grad, aber oben am Berg war es luftig gewesen, und die sich allmählich verdichtende Bewölkung entwickelte sich überraschender Weise zu keinem Gewitter. Also waren die Aussichten für den nächsten vollen Tag auch noch günstig…

Die Kommentare von Eli und Stefan Draht zu meinen wandermäßig negativen Äußerungen über Obertauern habe ich wohl registriert – zugegeben: Auch wir sind vor langen Jahren dort schon gewandert. Etwa von der Felseralm zur Südwienerhütte mit den Kindern und dem Peregrin-Opa, sogar einmal bei viel Neuschnee mitten im Hochsommer hinauf zum Großen Pleißingkeil, ein ganz großes Erlebnis für uns alle! Höhepunkt war aber die Tour von der Ursprungalm zum Giglachsee und mit Andreas und Tanja (samt ihrem Wolfi-Papa aus dem Nachbarhaus) auf die zackige Steirische Kalkspitze. Vom Weißpriach hinauf zur Ober(see)hütte und auf die Lungauer Kalkspitze, das haben wir bei unseren wiederholten  Lungau-Urlauben nicht mehr untergebracht. Aber all das ist nicht Obertauern selbst, sondern die Umgebung, also bleib ich bei meiner Behauptung “Pisten- und Liftgelände ist zum Wandern ein Flop”…

Doch nun zum nächsten ‘”verbauten” Alpengebiet zwischen Steiermark und Kärnten, auf die Turrach. Dort ist die Lifterschließung im Vergleich zu Obertauern ja direkt zahm ausgefallen, aber beiderseits der Grenze sind die Ferienhäuser wie die Schwammerl aus dem Boden gewachsen. Seit unserer Begehung des Seen-Rundweges im Oktober 2010 scheint das Klima für solches Wachstum sich eher noch gesteigert als eingebremst zu haben. Dabei glaubte ich, mit der inzwischen entstandenen Investitions- und Spekulationsschwäche einer gewissen, inzwischen steuerteuer verstaatlichten Bank seien die Eingriffe in die Natur (natürlich alles Landschaftsschutzgebiet…) mehr zum Stillstand gekommen.

Statt Lächengold nun Alpenrosenglut

Am nächsten Kreischberg-Urlaubstag wählten wir wieder wegen des noch immer stabilsten Wetters ein nicht vor der Haustür liegendes Ziel – den “Drei-Seen-Rundweg” auf der Turrach. Zugegeben, das ist ja nicht gerade eine Bergwanderung, aber gerade bei hochsommerlichen Verhältnissen ein passender, ja nach Laune ausdehnbarer Wanderspaziergang. Noch dazu wehte am frühen Vormittag ein frischer Südostwind über die Nockberge her.

AB Blüte der Rost-Alpenrosen

Schon am Fahrweg zum Grünsee leuchteten die Almrauschbüsche, und dann folgte an der Karlhütte vorbei bald ein anmutiger Weg zwischen Lärchen und Wiesenlichtungen. Einzelne Kunst- und Empfindungsstationen reihten sich aneinander, für den Steinkreis bei der Almhütte bildete der Falkert (im Vorjahr erwandert) einen hübschen Hintergrund.

BB Grünsee

BB Steinkreis mit Falkert

Viel zu schnell folgte der Kontakt mit dem in pompöser Holzbauweise errichteten neuesten Hüttendorf. Wer wohl diese vielen Unterkünfte mieten oder kaufen soll? Oder ist es nur geparktes Finanzkapital? Zum Glück entfernten wir uns bald zum Hang, der auf den Schoberriedel ansteigt, ließen den Gipfel aber abseits und querten gleich (der Spazierwanderung auf Laufschuhen entsprechend) zum Schwarzsee hinüber, dem nächsten Glanzpunkt der Turrach (und selbst an diesen hat sich ein typisch leer stehendes großes Haus aus den letzten Jahrzehnten gedrängt, wenn es wenigstens einen Nutzen darstellen könnte…).

BB Schwarzsee mit Dotterblumenblüte

Der Steig mit informativen Naturweg-Tafeln führt ganz malerisch das Ufer entlang, und dort schwenkten wir von der ausgezeichneten Markierung rechts ab – ein alter Almweg verführte uns zu diesem Abstecher, und es hatte sich gelohnt! Der mächtige Eisenhut gab einen Hintergrund für die Idylle ab, eine verwetterte (aber gut instand gehaltene) Hütte gab es und Unmengen von herrlich blühenden Alpenrosen. Erst als wir die beiden Pisten der Turrach-Nordlifte erreichten, kehrten wir zum Schwarzsee zurück, in meinem Rucksack eine gewichtige Schieferplatte für einen Steingartentritt (hoffentlich keine Naturschändung oder Pistenbeschädigung).

BB Blick zum Kilnprein

Von unserer Oktobertour her, als wir über Schnee- und Eisflächen der Beschneiungsprobe schlittern mussten, hatten wir eine über den Bergrücken sich ausdehnendes Flachmoor in Erinnerung. Da war auch schon die Abzweigung zur längeren Seenrunde, und wir gingen das Moor entlang, bis sich der markierte Steig dem nächsten Liftgipfel zuwandte und sich ein neues Bergbild öffnete…

AB Am Moorweg mit Kilnprein

BB Unfertiger Block aus dem Mühlsteinbruch als Wegpflaster!

Ein mystischer, lockender Bergname ist für mich der Kilnprein, ein Zweieinhalbtausender zwischen Turrach und dem Kendlbruckergraben. Mein Freund Werner hat ihn auch schon angegangen, wegen winterlicher Vereisung aber nicht erreicht. Für mich ein Traumziel, das wohl ein Traum bleiben wird. Denn die Erkundung in Turrach erwies – keinerlei Auffahrt zu einer Alm möglich, vom Tal 1200 Höhenmeter, derzeit zu viel, aber vielleicht wird´s noch (wenn wir am Ötscher genug trainieren bzw. die Gipfeltouren in den Ybbstaler Alpen ohne Fußrotlauf und Knieödem überstehen…). Mein Arbeitstitel sozusagen, war für diesen voll einsamen Bergkamm der Begriff “Niemandsberge” – kaum jemand kennt sie und hinauf geht noch weniger wer. Dabei wäre ein Überschreitung von der Rosaninscharte über die ganz Gipfelreihe nach Nordosten ein gewaltiges Unternehmen. Wie die Tour vom Kreischberg zur Frauenalm, ohne Stützpunkt und bei landschaftlich höchster Schönheit und Ursprünglichkeit eine Herausforderung (vielleicht gustiert Peter das?).

AB Meine "Niemandsberge"

Als der ferne Königsstuhl im Nordwesten auftauchte, gingen wir dem interessanten Flachmoor entlang über die Wasserscheide wieder zurück zum Hauptweg und nahmen dann den Abkürzer zum Hotel Hochschober am Turrachsee. Gegenüber pendelte der Nockyflitzer unermüdlich hinauf zum Start der in schwindelnden Hochbögen herabsausenden Sommerrodelbahn. Dieser lift ist selbstverständlich immer in Betrieb, und vielleicht hätte man von der Bergstation sogar auf den Kornock wandern können.

BB Schwarzsee mit Eisenhut

So aber ließen wir es am frühen Nachmittag genug sein, verzichteten sogar auf die geplante Rundfahrt über St. Lorenzen am Speikkofel – Hochrindl – Flattnitz und begaben uns wieder ins Erholungsgefilde im Kreischberg. Ein ganz schöner Wanderhalbtag, und am nächsten Tag ist endlich der Gstoder dran, hoffentlich auch noch bei so schönem Wetter!

In meiner Jugendzeit gab es einen berühmten Kinofilm, dessen Titel auch so begonnen hat, aber weil die Hauptdarstellerin (wenn ich mich richtig erinnere) Gina Lollobridgida war, kann man sich vorstellen, wie der Titel geendet hat…

Zeitlose Schönheit – die verkörpert aber der Ötscher, für uns ein wahrer “Star” unter den Bergen nicht nur von Niederösterreich! Und bevor wir den Kreischberg-Urlaub angingen, hatten wir noch eine Tour erlebt, über die ich erst heute berichten kann, weil vorher die Zeit dafür zu knapp war. Übrigens wird jetzt dort die vollste Orchideeblüte herrschen, die wir weitgehend nur im Aufblühen vorfanden (Tour am 15. Juni).

Vom Zellerrain auf die Breimauer

Die Höhenwanderung zwischen Gemeindealpe und Feldwies wollten wir eigentlich mit einer Liftauffahrt zum Terzer Haus verbinden (dieses soll übrigen neu gebaut werden, passt zu den tollen Planungen für das Jahr der NÖ Landesausstellung 2015 über Ötscher und Mariazellerbahn). Aber weil wochentags kein Liftbetrieb ist, und wir noch vor der Abreise am 17. die Blumenwelt dort oben erkunden wollten, wählten wir als Ausgangspunkt den auch ganz schön hoch gelegenen Zellerrain.

BB Die herrliche Höchbauernwiese

Wunderschönes, luftiges Sommerwetter, aber am Parkplatz ein volles Erschrecken – die Wanderstöcke zuhause vergessen, und gerade für die weglosen Abschnitte hätten wir sie dringend gebraucht! Aber beim Gasthaus stärkte sich gerade eine Lilienfelder Wandererpartie mit Kurt Grabner für die Frauenschuh-Tour ins Oistal, und Ernst Hofstätter erwies sich als unser Retter – ein Paar Bergstöcke von ihm und eines von den Wirtsleuten – gerettet!

AB Frauenschuh-Doppelblüte am Höchbauernweg

BB Traunsteinera (Kugelorchis) im Aufblühen an der Höchbauernstraße

Erste Überraschung: Neben der Forststraße Richtung Höchbauer einige wunderschön aufgeblühte Frauenschuh-Orchideen, dazu Schmalblättriges Waldvöglein und sogar ein Exemplar der Fliegen-Ragwurz!

BB Höchbauernwiese mit "Steingarten" und Gehöft

Die Höchbauernwiese wie immer eine wahre Pracht, besonders am oberen Rand bunt blumig und eine klare Sicht vom Hochschwab über die Kräuterin bis zum Hochkar und Dürrenstein, in idealem Blickwinkel die Gesäuseberge. Der folgende Normalweg Richtung Eiserner Herrgott bot keine Besonderheiten, und noch vor der Halterhütte “Auf der Brach” (sie sie allgemein jetzt genannt wird) schwenkten wir links ab und kamen zum Jagdhaus auf der breiten Kammfläche. Hier ging es ohne Markierung weiter Richtung Breimauer.

AB Gesäusepanorama mit Lugauer, Hochtor, Reichenstein und Tamischbachturm

Diese Route ist einer unserer Lieblingswege dort oben – eigentlich nur Wegspuren ohne Markierung, aber doch leicht zu finden. Man braucht sich nur in der Kammmitte zu halten, rechts geht es ohnehin steil in den Ötscherkessel hinab, links zu halten, empfiehlt sich nicht – zuerst taucht ein Gewirr von Karstdolinen auf, und dann folgen ausgedehnte Schlag- bzw. Windwurfflächen.

BB Jurakalk mit Fossilspuren

Wir erwischten entlang einer spärlichen alten Wegspur gerade die richtige Linie, kamen an urigen Wetterbäumen und einigen Moorlacken vorbei, und zuletzt wies ein steiniger Hang hinauf zur ausgeprägteren Kammhöhe. Hier tauchen (wie mehrfach im Ötschergebiet) auf dem Dachsteinkalk aufgelagerte Juraschichten auf, rötliche Kalke mit zahlreichen kleinen Fossilien (Seelilienstengel u. a.).

AB Baumleiche mit Kräuterinblick

Höhepunkt des bald darauf erreichten und von den Weideflächen abgezäunten Rasenkammes ist die Breimauer. Sowohl gebirgswärts eine fantastische Aussicht, als auch jenseits des nördlichen Steilabsturzes der Ötscher in vollem Breitformat samt den Schluchten unten in der Tiefe.

AB Almlacke an der Breimauer mit Zellerhüten und Hochschwab

Normalerweise steigt man hier Richtung Feldwiesalm ab, um womöglich dort einzukehren. Wir wählten aber als Ziel zunächst den Sattel östlich davon, wo die weiten Wiesenflächen (mit dem Wegkreuz “Goldener Herrgott” und der nun schon längst verblühten Krokuswiese südwestlich gegen den Hügel zu) in das mehr zerklüftete Karstgelände in östliche Richtung übergehen.

BB Stattliches Knabenkraut und Österreichische Wolfsmilch

Der Hang dort hinab, von einigen Dolinen mit Firnfeldern und einer auch noch teilweise mit Schnee bedeckten großen Lacke gegliedert, und dort fand gerade die allerschönste frühe Orchideenblüte statt. Nicht abgebildet sind noch knospige Mücken-Händelwurz, Höswurz und vielleicht noch spätere Arten, die wir noch nicht feststellen konnten (im Ötscherführer von Werner und mir sicher erwähnt).

AB Zellerhut- und Hochschwabpanorama mit Österr. Wolfsmilch

Für den Rückweg zweigten wir vom gut ausgeschilderten Weitwanderweg (gelbe Tafeln, alle mit minutiösen Zeitangaben) rechts ab, das heißt wir blieben auf der südöstlich schwenkenden Forststraße mit der schon recht alten blauen Markierung (um die sich die Vereine anscheinend nicht so bemühen). Gleich beim Weiderost (davor habe ich geschrieben, aber gleich danach ist auch egal) geht es links ab auf einen uralten, steinigen Almsteig. Dieser folgt zuerst der Grenze zwischen unterem Hanghochwald (rechts hinab nach Taschelbach abfallend) und den oberhalb schon recht dicht aufwachsenden jungen Fichtenbeständen. Etwas später führt er über eine blumige Wiesenfläche (da müsste im Hochsommer viel Pannonischer Enzian blühen) und zuletzt durch einen morastigen, schon ganz schön hoch gewachsenen Fichtendschungel zur Brunnsteinalm. Dort gabeln sich die Wege zwischen Feldwies, Gemeindealpe und Höchbauer, und oberhalb im Wald versteckt steht auf einer kleinen Felskanzel auch ein altes Kreuz, sogar in der ÖK als “Eiserner Herrgott” bezeichnet (aber nicht mit “Auf der Brach” zu verwechseln, ich sage immer der “Eiserne Herrgott der Brunnsteinalm”).

AB Die selten geöffneten Blüten des Schwert- und Schmalblättrigen Waldvögleins

Nach der Waldquerung folgte wieder die traumhafte Höchbauernwiese, und im alten “Steingarten” unweit des nicht mehr ständig bewohnten, daher ehemaligen höchsten Gehöftes in NÖ, entdeckte ich diesmal sogar einen schönen Bestand von Rosenwurz. Diese kommt in der freien Natur zwar auf dem Hochkar vor (z. B. Schrottleitneralm oder Schmalzmauer), ist aber hier doch sicher angepflanzt. Ein Hinweis auf die schon einmal im Blog mit HB erörterte Funktion dieses Steinareals – eher kein Fundament für einen Stadel oder so etwas, sondern eher eine Art “Hochbeet”, vom Wildverbiss geschützt und mehr der Sonne ausgesetzt als die ebene Wiese, darauf hat wohl einst die Höchbäurin ihr Gemüse gezogen?

BB Rosenwurz im "Steingarten" beim Höchbauern

Beim Zellerrainwirt, besser bei der netten Wirtin, kehrten wir dann ein, hinterließen die geborgten Stöcke, und ohne die geringste Wartezeit schon abgefüttert konnten wir die Heimfahrt nach dieser kleinen, aber höchst feinen Tour antreten.

Frauenschuh-Tourenbilder von Ernst Hofstätter

Danke Erst für die Bilder von eurer schönen Tour, für die ich den Link dazu einfüge!

Eigentlich erstreckt sich beiderseits vom Radstädter Tauernpass eine wunderschöne, kalkalpin anmutende (und auch geologisch sehr ähnliche) Landschaft mit den besten Voraussetzungen für´s Wandern. Aber ich kenne kein potentes Schigebiet, wo der Winterrourismus so sehr  das Landschaftsbild (meine persönliche Meinung) “vergewaltigt” hat wie hier. Da nützen noch so viele Hinweis- und Gebotstafeln auf Landschaftsschutzgebiet und sogar Natura-2000 nichts…

Aber zuerst zur Vorgeschichte, die auch mit dem Tourismus zu tun hat – oder meiner Gutgläubigkeit gegenüber medialen Informationen: Schon zuhause im Wetterpanorama beobachtet (mein tägliches Morgenritual), dass Liftbetrieb auf dem Speiereck am 12. Juni beginnt. Leider nicht nachgefragt, warum auch wohl? Jedenfalls freuten wir uns schon bei dem für 18. Juni angesagten Maximalschönwetter ganz hoch hinaus zu wandern. Abfahrt vom Kreischberg schon rechtzeitig, und nach gar nicht so kurzer Strecke in Mauterndorf angelangt. Wir waren nicht die einzigen, die mit der Seilbahn auf das Großeck hinauf wollten. Aber – nur ein bei der Kassa aufgelegter Prospekt gab Auskunft – im Juni nur am Dienstag und Sonntag. Na, super, war jetzt machen? Naheliegend die Weiterfahrt nach Obertauern.

Weil mir die Dichte der dortigen Lifte und Pisten schon vom Winter bekannt war, spitzte ich auf eine Wanderung vom Seekarhaus irgendwo hinauf. Aber nicht so – die Asphaltstraße dorthin für öffentlichen Verkehr gesperrt, keine Parkmöglichkeit bei diesem ****Hotel und den anderen Baulichkeiten. Alles nicht wahr – pausenlos fuhren Privatautos von Einheimischen und vor allem Lastautos zu den Baustellen für den Winterbetrieb 2012/2013. Wir marschierten also unsere Asphalthalbestunde ab und noch ein Stückchen weiter bis zu einer Felsenkapelle, die bestimmt als Wanderziel für den Sommer beworben wird, könnte ich mir gut vorstellen.

Endlich begann ein markierter Steig, der zum Glück bald von den Liftstraßen und Pisten etwas abseits verlief. Und hier setzte auch die wunderschöne Blüte der frühen Alpenflora ein, ohne die dieser Tag, vom allerfeinsten Wanderwetter bis abends, wohl ein arger Versager geworden wäre.

Zunächst blühte der Almrausch, daneben kamen schon die Alpen-Anemonen dran, und überall leuchteten die Blüten des Großen Enzians. Daneben gab es noch allerhand “botanisches Kleinzeug”, Zwergprimeln etwa und Soldanellen an den letzten Schneefeldern. Neben einem solchen stiegen wir dann zur Seekarscharte hinauf, wo ein großes “Schartenkreuz” den Vordergrund zum Blick auf Gamsleiten, Zehnerkar und bis zum Mosermandl bietet. Hauptblickpunkt aber war der gegenüber im Norden aufragende Dachstein mit seiner Felsflucht von der Bischofsmütze bis zum Koppenkarstein.

Dort oben war dann gemütliche Mittagsrast, den Weiterweg zur Oberseehütte und zurück haben wir nicht gemacht, das wäre wohl zu weit geworden. Dafür gab es am Abstieg noch interessante Überraschungen und viel zum Fotografieren, nur mit der Schwierigkeit, dass fast immer auf unerwünschte Liftmasten und dergleichen geachtet werden musste…

Knieschonend nahmen wir die weitläufige Liftstraße in Angriff, schwenkten aber noch oberhalb vom Seekarhaus-Hotel links Richtung Plattenkar ab. Das erwies sich als Glücksfall, denn entlang eines Wiesenweges kamen wir an munteren Bächlein vorbei und an Wiesenböden, wo wegen der langen Schneebedeckung noch Frühling herrschte.

Von Dotterblumen möchte ich ganz schweigen und von den zierlichen Blütenglöckchen der Heidelbeeren, dazu hätten wir nicht über 100 km hierher fahren müssen. Aber Fettkraut und Hahnenfuß, beide mit dem Beinamen Alpen- und daher zumindest Alpinflora, dann noch ein dichter Bestand von Gestutztem Läusekraut und vor allem polsterweise die blühende Gemsheide (wie auf der ganzen Strecke) sind schon erwähnenswert.

Auch Orchideen zeigten sich bereits, aber noch im Knospenzustand und eher triviale Arten, wie Breitblättriges Knabenkraut und Grüne Hohlzunge, Höswurz und Mücken-Händelwurz, ja noch die Kugelorchis, also doch ganz schön.

Wie täglich endete der Wandertag schon am Nachmittag, und über Kaffee und Kuchen ging es zum Badevergnügen über – eine wahre Wohltat für unsere nicht gerade übermäßig trainierten Beine.

Eines weiß ich sicher – im Sommer werden wir den Pass von Obertauern höchstens überfahren, und als Wandergebiet im Bereich der Passhöhe nicht nur nicht empfehlen, sondern eine Wandergenuss-Sperrzone in einem entsprechenden Kreis herum ausrufen!

Die überraschende, wenn auch angekündigte Wetterbesserung für Sonntag (24. Juni) hat uns endlich  den Ötschergipfel beschert! Anfahrt 89 km über Mariazell (Rückfahrt über Gaming zwar 10 km weniger, aber ebenso kurvig…).

Schon etwas spät (nach halb zehn) in Lackenhof angelangt und mit dem Sessellift zum Ötscherhaus hinauf bummeln lassen (das ist leider unsere Voraussetzung für den Ötscher). Dann ging es aber munter weiter, auf dem breiten Weg bis zur Abzweigung zum Panoramafernrohr mit einem Bärenumriss ohne Inhalt (wie unten bei der Talstation).

Kleiner Ötscher und Dürrenstein oberhalb vom Hüttenkogel

Von hier an wurde es, nach der Hochstaudenflur mit viel Ampfer und Doldenblütlern (Kälberkropf?), bald so richtig “blumig”! Sogar die ersten Kohlröserl waren zu sehen und die hübschen Vertreter der ersten Hochsommerflora (Silberschafgarbe, Alpentragant z. B.).

Gemswurz und Narzissen-Windröschen, weniger auffallend der kleine Alpenbrandlattich

Vom Grat mit dem “Eisernen Vogelbaum” (Kolkrabe oder Dohle?) an war es immer prächtiger – fantastische Aussicht, Gesäuseberge ganz deutlich sichtbar. Hier war es schon wirklich sommerlich, allerdings mit frischem Wind nicht zu heiß.

Trollblumen und Windröschen (Alpen-Anemonen schon verblüht)

Traumhaft die Blütenköpfe der Trollblumen (“Butterbinkerl”) und der Narzissen-Windröschen, manches wie die Gemswurz schon etwas im Abblühen. Was dort an Aurikeln geblüht haben muss, samt der Clusiusprimeln (“Jagabluat”) kann man nur mehr ahnen.

Stengelloses Leimkraut, eine früh blühende Polsterpflanze

Am ersten “Wetterloch” vorbei – wir warfen keinen Stein in diese Schachthöhle, um nicht ein Gewitter herauszufordern! Auch ein Felsfenster öffnet sich dort ins Südkar hinaus. Über´s Weiße Mäuerl hinauf zieht sich der Weg noch über üppigere Bergwiesen und an den Kalkblöcken der Gratkante entlang – hier merkt man von der interessanten Zweifärbigen Alpenscharte erst die Blätter. Dafür ist die Masse der Ötscherbesteiger bei diesen herrlichen Verhältnissen nicht zu übersehen – leider auch auf manchem Foto als unfreiwilliger Vordergrund…

Große oder Kleine Füchse?

Am Gipfelkreuz marschieren wir wegen “Überfüllung” vorbei, lassen uns aber bald danach in den hier noch frühlingsmäßigeren Matten nieder. Eine unglaubliche Blütenfülle in Gelb und Weiß (wie oben), noch dazu im Aufblühen und in Vollblüte. Sogar das rot leuchtende Stengellose Leimkraut blüht hier noch, und die Schmetterlinge (Großer oder Kleiner Fuchs) geben sich ein Stelldichein und lassen sich nicht einmal von den Kameraobjektiven so leicht verscheuchen.

Wolkenspiele über dem Mostviertel-Panorama

Überhaupt kann man sich auf der markanten Berghöhe, weit über allen Vorbergen, fast wie im Flieger oder Ballon fühlen – Wölkenbällchen schweben in Augenhöhe über der Tiefe, wo sich das Mostviertel mit seinen Randbergen und dem Hügelland ausbreitet. Die Voralpengipfel bis zum Wienerwald sind ebenso deutlich auszumachen wie der riesige Steinbruch auf der Geiseben zwischen Tradigist und Eschenau.

Ausstieg vom Rauhen Kamm

Unsere Gipfelrunde hatte sonst immer auch den Taubenstein mit eingeschlossen – vom Kreuzkogel an einem Wetterloch vorbei hinab ins Hochtal mit seinen noch immer gut gefüllten Fernkesseln und über den Grat oberhalb der Nordwand vorbei zum Ausstieg des Rauhen Kammes. Diesmal nehmen wir nur den Steig auf der Höhe bis dorthin und blicken über diesen rauesten Grat des Ötschers hinab, auch zur Schneide von Grieswand und dem Schwarzkogel, der glatt von einer neuen Forststraße überquert wird… Der “hohe” Ötscher wird hoffentlich noch von dieser Erschließung verschont bleiben. Übrigens kamen eine Menge Bergsteiger über den Rauhen Kamm herauf, sogar mit Kindern im Volksschulalter!

Soldanellen - zwar in Felsenhöhe, aber trotzdem Wald-Soldanelle (?)

Zurück zum Gipfelkreuz nahmen wir dann die Gratkante über der Wurzleiten – dort öffneten sich in der restlichen Wächte zwei imposante “Eistore”. Daneben die früheste Flora – die “Eisglöckerl” der Soldanellen und sogar noch etwas “Jagabluat”. Auf dem Gipfel war es dann schon stiller geworden, aber noch immer nur mit etwas Glück und Zuwarten das Kreuz ohne Zubehör zu fotografieren. Aber was soll´s – wir gehören ja auch zum menschlichen Zubehör des “Altvaters Ötscher”…

"Eistor" über der Wurzleiten

Beim Abstieg wurde es dann immer heißer, aber auch mit einigen abkühlenden Wolken. Trocken blieb es bis zum Abend, und das war auch gut so, denn der steinige Steig war auch so schon stellenweise rutschig genug. Am besten würde man wie die “Gämsen” (statt Gemsen, die mundartliche Ableitung von “Gams” haben die Sprachwissenschaftler zum Anlass des ungewohnten “ä” genommen, dafür schreibt man Wechte korrekt jetzt mit “e” – da soll sich noch einer auskennen…).

Ötscherkreuz mit Dürrenstein

Auch auf dem Abstiegsweg gab es noch einiges an Blüten zu entdecken, einige Orchideenarten, teilweise erst im Aufblühen, prachtvoll und noch nicht erwähnt der Wald-Storchschnabel mit seinen lilablüten Blüten. Ein einzelnes Blüterl von einer vermutlichen Nelkenart mit grasartig schmalen Blättern ist mir aufgefallen, sogar daneben gesessen und untersucht und leider nicht fotografiert – muss wohl schon etwas ermüdet gewesen sein, fast eine Schande am Ötscher-Normalweg… Aber Hauptsache, alles gut “gegangen” (im wörtllichen Sinn), wenn auch das Laufwerk noch heute etwas glüht!

Wohl ein Kolkrabe...

... und hier auf dem "Eisenwurzen-Kunstwerk"!

 Bilder von Anni und mir gemischt, leider in der Beschriftung vergessen…

Einen Urlaubsaufenthalt schon länger davor zu buchen, hat sicher den Vorteil, dass es dann losgehen “muss” – keine schlechte Wetterprognose, familiäre Ablenkungen, gesundheitliche Misslichkeiten, all das kann uns nicht mehr aufhalten! Noch dazu bei dem hochsommerlichen Wetterbericht für unseren Anreisetag am 17. Juni und die Woche danach!

Über die ”Schutzhüttenzeit” schon hinaus gewachsen, bevorzugen wir auch für den Bergurlaub als Ausgangspunkt ein qualifiziertes Hotel mit gutem Preisangebot, und jeden Tag steht dann eine mehrstündige, unserer Kapazität angepasste Tour am Programm, mit viel Fotografieren und botanisch-geologischen Erkundungen, bis am mittleren Nachmittag die Erholung angesagt ist (schwimmen und Sauna als Ausgleich). Schon mehrfach und zu verschiedensten Jahreszeit ausprobiert, haben wir diesmal wieder das Relax-Resort Kreischberg in St. Lorenzen bei Murau ausgesucht. Da ist die Anfahrt nicht zu weit und ganz gemütlich, und schon am ersten und letzten Tag können wir eine Tour oder Besichtigung einplanen.

BB Nachmittgs am Seerundweg

Diesmal war es Seckau mit der hoch von den Tauernbergen blickenden Wallfahrtskirche Maria Schnee. Zwar sind wir nicht dorthin gelangt – es war um die Mittagszeit ganz einfach schon zu heiß – aber jetzt wissen wir immerhin, wie man an dieses Ziel am besten herankommt. Sogar beschildert ist die Zufahrt von der gegenüber dem Stift weiterführenden Straße, und beim Gehöft Kühberger folgt eine Bergstraße (mit Maut), damit der Aufstieg abgekürzt werden kann.

BB "Moosblüte" - Sporenkapseln

Weil uns der Berganstieg am frühen Nachmittag nicht mehr so passend schien, wählten wir aber ein sommerliches Ausflugsziel in der Nähe – den Ingeringsee. Schon vor Seckau hatten wir durch eine falsche Abzweigung einen netten Ort kennengelernt – St. Marein bei Knittelfeld, in einer sonnigen Wiesenlandschaft gelegen, mit einer eindrucksvollen gotischen Kirche und einer nahen Kapelle zur hl. Martha. Wir wendeten uns von Seckau aber durch eine reizende Bergbauernlandschaft in das nächste Seitental und fuhren von der Ortschaft Gaal hinein in den von steilen, dicht bewaldeten Bergflanken gesäumten Ingeringgraben.

BB Ein Böser Wolf?

BB ... ein braver Husky!

Bei unserem Eintreffen am Parkplatz vor dem See waren dichtere Wolken aufgezogen, aber für einen längeren Spaziergang würde es schon reichen! Tatsächlich kam beim (etwas zu kurzen) Rundgang um den See wieder strahlend die Sonne hervor, und die Landschaft zeigte sich in sommerlichem Glanz. Dazu durftige Wolken über den hohen Bergen und allerhand Interessantes am Wegrand, gerade richtig für den Nachmittag, bevor es weiter Richtung Murau ging.

AB Überschwemmte Verlandungszone

Abends war es schon wieder ganz klar, und für den nächsten Tag  schönstes Bergwetter angesagt. Eigentlich kennen wir in dieser Gegend schon sehr viele Wanderungen, aber zur frühsommerlichen Blütezeit ist jede Tour  wie neu, wenn man sie nur vom “Lärchengold” oder im Frühlingsaspekt erlebt hat. Am Programm stand daher wieder das Speiereck, wo man von der Bergstation der Seilbahn in Mauterndorf, dem Großeck, in einer leichten, aber überaus lohnenden Wanderung zum Gipfel aufsteigen kann. Übrigens gibt es nun auch von St. Michael eine Gondelbahn dort hinauf, aber das ist – wie es so trivial heißt – schon wieder eine andere Geschichte!

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