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Vorbemerkung: Beim Behandeln der Naturschätze Niederösterreichs tippe ich immer wieder (neben dem Ötscher- und mittleren Voralpengebiet) auf die Gegend zwischen Gutenstein und Rohr im Gebirge. Diese habe ich um 1977/78 im Wander- und Landschaftsführer “Gutensteiner Alpen” (dabei die Hohe Wand eher als Zugabe, aber samt Fischauer Bergen) und in der umfassenden Heimatkunde “Lilienfeld und die Voralpen” behandelt. Auf die botanischen Besonderheiten aufmerksam wurde ich vor allem durch das Buch “Blütenpracht am Ostsaum der Alpen” von Prof. Raimund Fischer (+) aus Piesting. Nach der Tour im Ybbstal / Kothbergtal war die Zeit für eine Nachschau im Winsaberg, wie die Gegend auf Rohrer Seite heißt, schon sehr angebracht!

Samstag, 11. Mai: Start von St. Veit an der Gölsen, über Kleinzell und Rohr im Gebirge Richtung Rohrer Sattel, Abzweigung in das Seitental (und Katastrale) Winsaberg bei einem großen Steinbruch (Gruber) -  eindrucksvolle und mächtige Aufschlüsse des Dolomitlagers in der Steinbruchwand. Ohne Behinderung (Fahrverbotstafeln) geht es den Bach im mehrfach sumpfigen Talboden entlang, geradeaus beim Wagental und dem mit Gitterzaun abgesperrten Koppental vorbei bis zur Gabelung beim Bieglhof (725 m). Bevor ich mich zum Bodinggraben aufmache – wichtig, immer wieder ein Blick auf die Karte, ÖK und F&B – ohne Fahrverbot hinein in den Berlgraben, Umkehr beim Rehhof (dem ehemaligen Winsaberger) und zurück zum Bieglhof.

Jagahütt und Talboden

Anmerkungen zu Winsaberg und Urgersbach: Die Gegend zwischen dem Rohrer Zellenbach und dem Gutensteiner Klostertal ist ein typisches Dolomitbergland, stark zertalt und mit wenig hervorstechenden Gipfeln an der Tausendergrenze. Sie reicht vom Rohrer Sattel bis zum hohen Kamm des Handlesberges, zentraler Übergang ist der Winsabergsattel mit 833 m. Unter der Grundherrschaft der Hoyos (nach 1500 im Zug der Gegenreformation) hatten schon Waldbauern die Gräben spärlich besiedelt. Durch die kargen Bodenverhältnisse konnten sie ihr ärmliches Dasein nur mit dem Zuerwerb von häuslichem Handwerk (Korbflechterei, Bottiche und hölzerne Gerätschaften) und mit dem Brennen von Holzkohle fristen. Prof. Hiltraud Ast hat das Leben der Holzknechte in ihren Schriften und im Waldbauernmuseum Gutenstein dokumentiert. Die Geldablöse nach Aufhebung der Grundherrschaft und die aussichtslosen Wirtschaftsverhältnisse bedeuteten für die meisten Waldbauern in ihren entlegenen Einschichten das Ende. Zugleich stiegen die Holzpreise im ausgehenden 19. Jahrhundert und weckten das Interesse von Spekulanten und Jagdinteressenten. Über Verschuldung u. a. Mittel konnten diese städtischen Besitzer die Waldgegenden weitestens an sich ziehen. Nur in den Haupttälern hielten sich die alteingesessenen Bauerngüter, wie sie auch heute noch teilweise bestehen, ihr Hinterland sind die längst unbesiedelten und vereinsamten Gräben. Einer der umtriebigsten Neubesitzer war der Großindustrielle Berl. Im Urgersbachgraben ließ er einen pompösen Landsitz und eine architektonisch außergewöhnliche Villa errichten, die neuerdings wieder als Privatbesitz von Immobilienfirmen in neuem Glanz erstrahlt. Soweit meine rasch hingeschriebenen Informationen, genaue Angaben in meinen beiden Büchern bzw. im Internet.

Zurück zum Bieglhof, an der Sandstraße Richtung Bodinggraben eine Forststraßentafel, zwar etwas windschief, aber doch das Signal, hier das Auto abzustellen. Wie das folgende Haus Jagahütt steht das alte und sichtlich erneuerte Hofgebäude etwas erhöht, wahrscheinlich ist der eigentliche, vielfach auch sumpfig erscheinende Talgrund bei Hochwässern nicht sicher. Die ehemaligen Bauernhöfe sind ersichtlich als Jagd- und Landhäuser in Verwendung, mir kommt vor, eher als Wochenend- und Feriendomizile als in Verwendung der Wald- und Jagdbesitzer. Bei der Rückfahrt sah ich an der Abzweigung zum Gießhübl und sogar an der Hauptstraßenabzweigung Wegpfeile mit Luftballons und der Aufschrift “PARTY” !

Unterhalb vom Haus Jagahütt (davor eine Kapelle mit neuerem Egydiusbild) befindet sich eine flacher, teils sumpfiger Boden, dessen Zusammensetzung der Steilrand am Bach zeigt – schwarztorfige Schichten (in den Bach abbrechend) und schottrige Einlagerung weisen auf die Bodenbildung hin – Flachmoor und Schwemmland, recht interessant. Die noch etwas liebliche Landschaft wird talein schnell von ernsterem Charakter. Zuerst passiere ich ein Gatter im weithin ziehenden Wildzaun, dann ist Schluss mit den etwas gepflegten (d. h. gemähten) Wiesen, nur mehr eher ruderal wirkende Flächen am Bach, links steiler Waldrand. Auf einem ebenen Boden lagern Heureste von einer behelfsmäßigen Fütterung. Dann folgt eine canonartige Passage mit Felsrändern knapp an Fahrweg und Bach. Die Felsränder sind vor allem mit eben schön aufgeblühtem Kalk-Glockenenzian bewachsen, meine kleine “Sensation” fällt mir erst beim Rückweg auf, war aber nach Fischer´s Buch schon erwartet und bis dahin vergeblich gesucht: Als ich eine halbwegs ansehnliche Clusius-Primel fotografieren will, springen mir daneben die zarten Blätter einer schon abgeblühten Anemonen-Schmuckblume förmlich ins Auge! Den Blick geschärft, sind dann noch mehrere ebensolche Exemplare zu finden. Im Vergleich zum Lunzer Kothbergtal (zwei Wochen davor) schon völlig verblüht und daher nicht auffällig und viel spärlicher. Insofern hat der hier schon durchwanderte Bodinggraben eine Ähnlichkeit mit dem Kothbergtal, als er landschaftlich zum Fotografieren nicht viel hergibt und eher nur die Blumenbilder gelingen können.

Das letzte Bild fast ein ähnliches Exemplar der vorherigen Anemonen-Schmuckblume, allerdings blühend im Kothbergtal.

Bei der nächsten Kreuzung befindet sich ein kleiner Stauteich mit Rastbank, hier muss ich aber rechts weiter, eine ansteigende Strecke mit Felsen und Bachgischt entlang, zu einem breiteren Boden mit einer Sandgrube am Ende. Bei der nächsten Verzweigung (771 m) geht nur ein Wiesenweg links ab, die Sandstraße wendet sich rechts in den hinteren Bodinggraben hinein. Dieser ist nun weniger von Felsrändern geprägt, vielmehr wecken umgestürzte Bäume und aufgearbeitetes Schadholz einen eher verwüsteten Eindruck. Erst im endgültigen Talhintergrund erstreckt sich eine (gemähte) Wiese bis zum Talschluss unter der als gelichteter Waldhang erscheinenden Bodingschneid. Die markante Bodingmauer (auf der Seite des nächsten Seitentals, der Pax) fällt von hier aus nicht auf, ein martialischer Hochstand steht am Rand der Forststraße, kurz vorher links eine Seitenfläche – voll mit Mehlprimeln! Der sandige Grund schaut gar nicht feucht genug dafür aus, dürfte aber vom Waldrand her ausreichend durchfeuchtet sein, übrigens gibt es Mehlprimeln in diesen feuchten Dolomitgründen wohl verbreitet, aber nicht so zahlreich wie etwa in der Walster.

Bis zurück zum Auto bin ich samt Blumenschauen zwei Stunden unterwegs gewesen, also eher gebummelt. Getroffen keine Menschenseele, außer einer freundlichen Bewohnerin des Hauses Jagahütt. Von ihr erfahre ich etwas über den argen Schneefall am letzten Wochenende und dass einmal im Jahr ein Autobus voll Blumenfreunde in die Boding hineinströmt. Ich habe mir genug gesehen, wohl auch mit überspannten Erwartungen, daher gleich anschließend Weiterfahrt über den bekannt gut ausgebauten Rohrer Sattel (an den Felsböschungen überall Zwergginster, an Wegrändern stehen die Brillenschötchen in Vollblüte) ins Klostertal. Der Schneeberg schaut alles überragend und noch von Schneerinnen gezeichnet herunter in diese Frühlingsidylle. Beim Wegweiser Urgersbach biege ich rechts ein und lande bald wieder in einer ganz eindrucksvollen Dolomitschlucht. Schon einmal im Winter durchwandert – nun leuchten von den Felswänden die Enziane herunter und vor allem viel Alpen-Fettkraut, Clusius-Primeln schon abgeblüht, keine Schmuckblumenblätter entdeckt…

Die Baulichkeiten bei der berühmten Berl-Villa habe ich nicht fotografiert, war aber voll erstaunt über den vorzüglichen Zustand, nachdem ich vor 1980 noch von desolaten Verhältnissen berichtet habe. Ursache dafür wohl an der Einfahrt der Villa zu entnehmen – zwei Firmentafeln mit Immobilien- bzw. Vermögensverwaltungen. Zuhause habe ich beim Googlen der Firmen nicht schlecht gestaunt, welche Verflechtungen sich da auftun – wir sind wirklich ein Land der Kapitalisten. Immerhin sind solche Kulturdenkmäler wie die Berlvilla nicht im Verfall, und Fahr- bzw. Wegverbote habe ich dort auch keine gesehen, wundert mich irgendwies… Der Übergang in den Berlgraben der Winsabergseite müsste ganz interessant sein, allerdings beim letzten Haus nach Villa und historischem Landhaus umschwärmen mich gleich drei Hunde, also nicht ausgestiegen, auch nicht weitergefahren, sondern umgedreht. Durch das Zauntorgitter der Villa hat mir noch ein kleines Mädchen mit ihrer Katze zugewinkt (hat wie unser jüngstes Flederwisch-Enkelkind mit ihren wilden Locken ausgeschaut) und mich zur Überlegung gebracht – eingesperrt hinter Gittern ist wohl auch nicht der Glanz von Reichtum, aber womöglich bin ich für solche Gedanken doch zu sehr ein “Arbeiterkind”…

Außerdem konnte ich mir noch einen kleinen Seitensprung nicht sparen – Richtung Gutenstein bei einem Haus mit Angebot Grillkohle links in den Weißenbachgraben hinein, der im Hintergrund in der ÖK als “Roßstall” bezeichnet wird (Prof. Fischer hat den Roßstall auf der Urgersbachseite mit Wasserfall erwähnt). Ob das Haus Wiesinger heißt, konnte ich nicht verifizieren, aber mit Wald und Holz gewerkt wird dort ordentlich, denn der Graben ist ein Stück hinein wirklich eine ruderal und fast wüst wirkende Arbeitsstätte. Aufgefallen sind mir die Unmengen von Enzian an den Felsschrofen und sogar am Wiesenrand neben dem Bach. Überall leuchtet der schon abgeblühte “Zeamat” (Schneeheide) zwischen Fichten und Föhren herunter – und da flattern ein paar weiße Schmetterlinge – über einem fast grell rosaroten “Buschen” – tatsächlich, hier blühen an mehreren Stellen ganz prachtvoll am Sonnenhang zwischen den Felsvorsprüngen die Flaumigen Steinröschen!

Nach der ersten Bachbrücke treten die Felsen zugunsten von Waldrändern mehr zurück, und ich gehe noch weiter bis zu einem Fischteich, dann zurück und schleunige Heimfahrt. Gespannt bin ich schon auf die nächste Tour in die Walster, und am nächsten Wochenende ist in Opponitz bereits die Narzissenwanderung angesetzt – in den Tälern läuft uns die Zeit davon, im Kamptal sogar schon Diptamblüte, aber zugleich sind die Berge weiter oben noch immer tief und schon wieder frisch – verschneit!

Für die Anemonen-Schmuckblumen u. a. subalpine Frühblüher war ich am 23. März im Retzbachtal bei Türnitz noch ziemlich zu früh dran, aber immerhin schon wenige Erstexemplare gefunden:

Nach all den Berichten im Facebook, vor allem auch mit subalpinen Blüten auf den schneefreien Gipfelregionen (z. B. Student), schien es mir nun höchste Zeit, wieder Nachschau zu halten. Noch dazu weil ich mich gerade mit den Naturschätzen Niederösterreichs beschäftigt hatte. Und für die Schmuckblumen gibt es halt keinen intensiveren Standort (meiner Erfahrung nach) als das Kothbergtal bei Lunz am See. Kurz zuvor vom Osterfamilienurlaub in Grado zurückgekommen, schien mir am 25. April schon die Fahrt durchs Pielachtal Richtung Eisenwurzen recht lang, und tatsächlich kamen bis am Abend 213 km Fahrtstrecke zusammen… Also muss das Interesse schon sehr schwerwiegend sein, dass sich solche Unternehmungen auszahlen (“auszahlen” sowieso nicht…)!

Kürzeste Zufahrt genommen: Geiseben – Kirchberg – St. Anton – Gaming, bald nach der Tankstelle von der Grubbergstraße rechts abgezweigt Richtung Pfaffenschlag. Auf der Bodinbachstraße geht es schon abwärts auf die Ybbs zu, und hier muss man achtgeben, den richtigen Startpunkt zu finden, weil etliche Gräben in die einsame Berggegend hinüber zur Kleinen Ybbsitz führen (Hoamat, Gscheid mit dem Pilgerweg). Aber “Stockgrund-Kothbergtal” kann man nicht verfehlen, und gleich am Anfang der Seitenstraße parkt man am besten. Nun geht es auf der Asphaltstraße weiter, die das Kothbergtal eigentlich dominiert. Denn dieses besteht daneben nur aus dem südlichen Steilrand und dem munteren Bach. Jenseits erkenne ich am steilen Dolomithang eine Wegspur, die ich mir für den Rückweg merke.

Landschaftsbilder kann man in diesem engen Graben kaum lohnend machen, aber dafür stehen die Hauptaktöre – Clusius-Primeln und Anemonen-Schmuckblumen – in schönster Vollblüte. Daneben noch unscheinbare Begleitflora, aber überraschend fehlen – Aurikel, Enzian, Silberwurz… und die hier auch schon zahlreich gesehenen Steinröserl (Daphne cneorum). Die kaum 1,5 km lange Schluchtstrecke nimmt wegen dem Suchen und Fotografieren ganz schön Zeit in Anspruch, obwohl ich bereits bei der ersten Brücke rechts hinein in den Jägergraben abzweige. Dort gibt es an der weniger steinigen als rasigen Böschung noch einmal ein Riesenaufgebot an Schmuckblumen. Für die geplante Rundtour (nach dem “Naturerlebnis NÖ”) soll ich jetzt auf einen alten Steig rechts hinauf abzweigen – die Stelle ist nicht zu verfehlen, denn ein “Jagasitz” und eine Verbotstafeln markieren den Beginn des Jagdgebietes, könnte als Wegweiser gar nicht besser passen!

Der unbezeichnete Steig, stellenweise als alter Karrenweg erkennbar, führt durch die Steilhänge leicht steigend rechts eigentlich talaus in den Kothberggraben. Von einer Waldmulde geht es auf einem Forstweg, ein paarmal durch Windwürfe behindert, weiter zu einem Sattel mit einem etwas desolat wirkenden Landhaus, gleich danach abwärts. Dort steht oberhalb eine Hütte, bereits für “Urlaub am Bauernhof” beschildert. Die Landschaft wird hier durch kleine Wiesen zwischen Waldrändern bestimmt, nach leichter Gegensteigung folgt eine mehrfache Kreuzung, und rechts voraus erblickt man schon das Haus Hinter Breiteben.

Hier muss man gleich rechts neben dem Haus (samt Badetopf für die Urlauber) auf der Wiese weitergehen, eine Baumzeile entlang. Ich folge dem rechten Fahrweg – allerdings mit Prachtblick auf die Voralm mit Stumpfmauer und Tanzboden – und merke zum Glück, dass diese Richtung in die Irre führt. Davon links auf einem schmäleren Forstweg abzweigend wäre ich auch richtig gegangen, aber zur Sicherheit überquere ich den Waldkogel zur Linken und komme zu den wunderschönen Wiesenböden zwischen Hinter und Vorder Breiteben.

Nun wird es immer frühlingsmäßiger, nicht nur wegen dem intensiven Grün der vielfach gedüngten und auf jeden Fall “geräumten” Wiesen, sondern auch Kirschbäume und Kastanien haben es schon eilig, der Garten vom bewohnten und bewirtschafteten Haus Vorder Breiteben (der Besitzmittelpunkt) pragt ohnehin schon mit Tulpen und Narzissen. Hoher und noch schneebedeckter Hintergrund sind Hetzkogel und Dürrenstein. Der Abstieg und Rückweg erfolgt nun problemlos auf dem asphaltierten Güterweg und der Bodingbachstraße. Wie wir seinerseits mit Werner gegangen sind, weiß ich nicht mehr, nehme aber nach der Straßenkurve den zweiten abzweigenden Seitenweg (nicht den ersten erwischen!), der mich höchst angenehm in den vorderen Kothberggraben hinabführt. Dort sehe ich endlich oberhalb auf der Dolomitwand die ersten Aurikel und Enziane! Aber nur schwer erreichbar – ebenso wie die Straße, wo das Auto steht. Mir bleibt nichts anderes übrig, als einer flachen Stelle den Bach zu durchwaten!

Nun beginnt die Suche nach der Enzianwiese am sogenannten “Zigeuner”, dem Übergang vom Kothbergtal nach Kogelsbach. Zuerst halte ich mich zu weit links und lande nach einem Gehöft mit Sägewerk zwar auf einem Sattel, aber nur mit Wirtschaftswiesen. Die MTB-Wegweiser sind keine Hilfe, denn die führen im Kreis. Besser geht es mit den spärlichen Markierungstafeln des Wanderwegs Richtung Kogelsbach (zweimal rechts haltend). So komme ich endlich zu einer Kapelle mit Kastanienbaum nach einem landhausmäßigen Bauernhof. Überhaupt ist der weitläufige Talhintergrund erstaunlich bewohnt, merkt man an den Autos und einzelnen Wohnhäusern. Die bäuerliche Bewirtschaftung ist eher großflächig von einigen Höfen aus, aber sehr intensiv. An die Wiesen neben dem Sattel kann ich mich erinnern, vor etwa 20 Jahren hat uns hier Werner die vielen Clusius-Enziane gezeigt und beklagt, dass sie immer wieder ausgegraben werden (Hauptursache für Verschwinden mancher schmucker Blumen in die lokalen Hausgärten, wie besonders in Annaberg mit dem Frauhschuh!). Nun ist von solchen ursprünglichen Enzianwiesen nichts mehr übrig, alle halbwegs abgeflachten Stellen sind begüllt und geputzt, nur mehr einförmiges Rasengrün ist übrig geblieben. Da hat man wirklich versäumt, ein Naturdenkmal rechtzeitig zu installieren – wie schwierig das ist, merkt man ja an anderen Stellen (Hauswiesenmoor in St. Oswald / Yspertal mit dem Siebenstern, Liasnböndlwald am Hainfelder Kirchenberg mit dem Zungen-Mäusedorn, beides überregional bedeutenden und unersetzlichen Raritäten). Übrig geblieben ist nur der kleine Steilhang hinauf zum rechten Waldrand, und hier stehen sie endlich – nach der Vopperei durch einige Flecken mit Wiesenenzian – die Kalk-Glockenenziane / Gentiana Clusii. Sie sind gerade am Aufblühen, die Blattrosetten von der Trockenheit etwas beeinträchtigt. Gleich geblieben ist auch der fantastische Blick zur noch tief verschneiten Stumpfmauer und dahinter zu einem weiteren Gipfelzug in den Ennstaler Alpen.

Nun ist es schon halber Nachmittag! Ich freue mich schon auf die Einkehr beim “Schnesl”, der Konditorei in Göstling, aber die hat leider Nachosterurlaub. So fahre ich noch ein Stück in den wirklich wilden Steinbachgraben hinein, wo allerdings nach dem Parkplatz für die Ybbstaler Hütte schon das für Autos gesperrte Wildnisgebiet beginnt. Daher nur diesen Eindruck gespeichert und weiter nach Lunz zur Seeterrasse am Lunzer See mit kurzem Aufputscher (interessant der Preisvergleich mit Grado, wo wir in einem Cafehaus dasselbe um den halben Preis bekommen haben…). Die Hänge vom Scheiblingstein sind noch überwiegend kahl, oben noch alles verschneit, also für Touren noch nicht geeignet, höchstens man will noch einmal per Schi unterwegs sein. Ich fahre weiter über Langau (die Krokuswiese bei der Taverne lasse ich aus, wahrscheinlich schon abgeblüht). Einen Stopp gibt es noch kurz vor Neuhaus, wo vielfach noch Schneewandeln die Straße begleiten. Bei der Steigung vom Holzhüttenboden her entspringt nämlich eine mächtige Karstquelle mit Wasserfall. Dann bin ich endlich, beim schönsten Sonnenschein in Taschelbch.

Neben den vielen Krokusstandorten in den Voralpen ist die Krokuswiese in Taschelbach zwischen Neuhaus und dem Zellerrain noch die simpelste – gekennzeichnet durch die Infopunkte von Gaming und Eisenstraße. Allerdings gibt es hier nur den Weißen Frühlingskrokus / Crocus albiflorus, während die von der Herkunft etwas umstrittene Besonderheit – Crocus purpureus / Neapel- oder Adriatischer Krokus im Kerngebiet zwischen Kleiner Erlauf und Ybbsitz überwiegt. Von Neuhaus ins Faltltal gehend (gegenüber der großen Wildfütterung) findet man übrigens beide Arten, aber dort liegt sicher noch zu viel Schnee, und mir ist es an diesem Tag schon zu spät.

Von der jetzt auch nicht mehr neuen Zellerrainstraße aus zeigen sich die Mariazeller Gipfel noch tief verschneit, die Zellerhüte wie im tiefsten Winter, und drunten am Erlaufsee schaut die Gemeindealpe immer noch pistenmäßig herunter. Bei der Fahrt zwischen Mitterbach und Wienerbruck erfahre ich noch, wie es in den Ötschergräben ausschaut (subalpine Blüte und Schneereste), weil ich zwei asiatische Damen mitnehme, die eben diese Tour mit großer Begeisterung gemacht haben.

Wir buchten ab Gründonnerstag (18. April) im Hotel Mar del Plata in Grado Pineta (sehr zufrieden, also hat gepasst, wie überhaupt der ganze Familienurlaub mit den Enkelkindern). Gleich am Anreisetag spazierten wir über die Sandbänke im “Watt” von Grado:

Das Wetter war alle Tage sehr schön, noch nicht heiß, aber auch nicht zu frisch – nur das Wasser höchstens für die kälteresistenten Kinder Bernie, Veronika und Clemens ausreichend “warm”. Am Karfreitag (19. April) war Bernie von einem Trainingslager in Lignano abzuholen. Das bot sich gleich für einen Ausflug an, allerdings entschieden wir uns nicht für das interessante Valle Vecchio, sondern für den nahen Leuchtturm Faro an der Tagliamentomündung bei Bibbione. Von uns schon mehrfach besucht, haben wir dort noch nie so wenig Blühendes gesehen – der riesige Italienische Aronstab vom Vortag (in einer Grünanlage Pinetas) wurde hier nur durch zwei Exemplare von gerade aufblühendem Schwertblättrigen Waldvöglein ergänzt. Also waren wir sicher trotz des späten Ostertermins zu früh dran!

Der Karsamstag (20. April) war sehr ergiebig, besonders für unsere mitgebrachten Fahrräder! Vormittags gleich damit nach Grado zur Altstadt, dort ohne Parkplatzproblem angenehm! Der Rundgang durch die Altstadt beschäftigte uns bis Mittag, aber nach der Rückfahrt brauchten wir nur eine kurze Rast für den nächsten Einsatz.

Nach der Strandpromenade und der Kathedrale der Hl. Euphemia gab es auch Triviales zu sehen – Früchte des Meeres in der kleinen Fischhalle und die unternehmungslustigen Kinder mit ihrem Flohmarkt. Nachmittags wollten wir (wieder mit dem Rad) in die andere Richtung. Schon beim Spazierengehen waren wir auf dem Damm Richtung Monfalcone, ohne allerdings dort botanisch fündig zu werden – keine Spur von den im Naturführer Obere Adria angekündigten Orchideen! Nun versuchten wir, mit den Rädern dort weiter voran zu kommen, aber der Weg war einfach zu unbequem, und so wechselten wir zum Radweg entlang der Staatsstraße. Gemütliches Dahinfahren mit einigen Ecken, selbst mir ohne E-Verstärkung (wie bei Annis neuen Bike) machte es kaum Mühe. Nur der Landschaftseindruck dauerte etwas – bei der Brücke über die einmündende östliche Laguna di Grado schon etwas interessanter, aber ganz spannend wäre es danach beim Naturschutzgebiet Valle Canata gewesen, wenn ich trotz dem nur fürs Kurze geplanten Ausflug die größere Kamera mit dem Supertele und den Habicht-Feldstecher mitgenommen hätte. So standen wir etwas unterbelichtet im Beobachtungsstand neben einer Schar von mit Riesentelerohren bewaffneten Birdwatchern. Aber immerhin konnten wir als Paradeziel einen Flamingo erkennen.

Damit war schon der letzte Tag gekommen – Ostersonntag, 21. April – denn am Ostermontag wollten wir schon heimfahren. Zu meiner Überraschung kam es doch noch zu einer Fahrt ins Valle Vecchia (zwar ebenso weit wie das Val Rosana bei Triest, aber doch). Trotz einer schlechten Routenwahl über die Autobahn (besser wäre von Latisana auf der Staatsstraße), aber zum Glück ohne Stau auf dem Umweg über Portogruaro, langten wir gut bei der Abzweigung von der Straße zwischen Bibbione und Caorle an. Dort geht es in Lugunaga hinaus in die trockengelegte Schwemmebene bei Brussa. Meist schnurgerade an einigen Einkehrmöglichkeiten vorbei (für die Rückfahrt praktisch) langten wir beim großen Parkplatz des Naturschutzgebietes an. Schon gut besucht, aber die Besucher verlaufen sich bald im Naturgelände. Direkt auf dem Zugangsweg kamen wir zum Strand – wohl der am ursprünglichsten gebliebene an der Oberen Adria, weil dieses Küstenstück zwischen Bibbione und Caorle, von weitläufigen Lagunen abgeschnitten, nie touristisch “kultiviert” wurde. Vielmehr hat man hier ein weitläufiges Natura-2000-Gebiet eingerichtet. Während die Kinderfamilie sich am Strand lagerte und herumtrieb, machten sich Anni und ich gleich an den uns schon bekannten Rundgang. Östlich ist es dort besser im Spätsommer, wenn in den Feuchtmulden der lila Strandflieder blüht. Wir durchquerten den auf Dünen stockenden Pinienwald (umschwärmt von Moskittos wie schon beim letzten Besuch im Juni 2009) und wendeten uns auf dem Sandfahrweg danach gegen Westen. Hier hatten wir Glück, denn entlang der Wegränder blühten – wirklich unzählige – Orchis morio / Kleines oder Salep-Knabenkraut, das uns heuer schon abgegangen war. Anschließend am Strand zurück und dort Relaxzeit bis zum mittleren Nachmittag.

Zum Einkehren kamen wir bei der Rückfahrt über die Staatsstraße erst in einer Eisdiele unterwegs, und dann gab es ja bald auch das Abendmenü – wie immer sehr gut (Gemüse- bzw. Salatvorspeise,  dann zweiter Gang mit Nudeln u.a., Hauptgang mit Fisch oder Fleisch und wenig “Zuspeis”, zuletzt Nachtisch), eine Flasche Wein jedesmal machte uns keine Probleme…

Nach den Erfahrungen von Andreas nahmen wir für die Heimreise auch die Route über Triest, ohne das Val Rosandra allerdings (vielleicht haben wir mit diesen Mini-Ötschergräben ohnehin nicht viel versäumt). Die Weiterfahrt durch Slowenien und über Graz verlief ohne Probleme, und indem das Wetter am Osterdienstag schon umschlug, haben wir in Grado nichts versäumt!

Diesmal benütze ich den Blog eher nicht als Tourenbuch, sondern auch als eine Art Tagebuch über die letzte Zeit: Jedenfalls war ich von Mitte Jänner bis Ende März 2019 mit einem neuen Projekt beschäftigt, und daher ist der Blog gegenüber dem “flotteren” Facebook einfach zu kurz gekommen…

Wenn der Winter schön langsam im Tal zu Ende gegangen ist, kommt immer wieder der Moment, wo ich neugierig werde, wie es auf unseren Lieblingsfrühblüherwiesen zugeht. Daher am 20. März auf die Märzenbecherwiese westlich der Kukubauerhöhe. Drei Tage später schon auf die Hahnwiese, mit Jakob und Felix und Ossi vom Ebenwald, zur Schneeglöckchenblüte. Beide optimal erwischt…

Nun schon zum April mitten in den Frühling:

Am 7. April kein langer Ausflug, sondern nur ins Pielachtal zu einer Runde bei Kirchberg, schön sonnig, aber für den idealen Ötscherblick etwas zu dunstig.

Wie immer war auch der Kerschenbach-Ursprung unser Ziel, zwar erst am 15. April, aber doch noch nicht recht “erblüht”….

Dann stand schon Ostern vor der Tür und damit der Familienurlaub mit den Maria Lanzendorfer Baumis in Grado, also ab an die Obere Adria, werden sehen, was wir dort schon erleben können!

Vier Tage vor dem kalendarischen Frühlingsbeginn schaut von den fernen Hochalpen (im Bild Mitte hinten Hochwechsel, ganz rechts der Schneeberg) noch immer massenhaft Schnee herunter. Fast ein Witz in diesem außerordentlichen ergiebigen (wenn auch nicht zu kalten) Winters – nur drei Backcountry-Skitouren! Aber jetzt ist es zu spät, sobald im Garten die Frühlingsblumen anfangen (mehr als draußen in der freien Natur) drängt es uns eher in die schneefreien Gegenden. Nach einem Flop am Frauenstein in Mödling (23. Februar) mit einer Überhauptgarnix-Blütenausbeute war es jetzt nach den Internetberichten höchste Zeit, dass wir die Kuhschelllenblüte in versäumen. In der Wachau sollen ja sogar schon die Marillenknospen fast aufspringen! Aber dorthin soll es an diesem frühlingsmäßig angekündigten und partou so eingetroffenen vorletzten Märzsonntag nicht gehen. Vielmehr zu einem Ziel, das wir schon lange nicht im Programm hatten und von dem logischerweise auch die Digitalausbeute dürftig vorhanden war. Also nix wie hin an die Thermenlinie zwischen Pfaffstätten und Gumpoldskirchen zu dem von uns früher schon oft aufgesuchten Naturschutzgebiet.

Die Anfahrt geht am schnellsten über die B 18 und 11 über Heiligenkreuz bis Gaaden, dort rechts abzweigend über einen flachen Sattel in die kalkalpinen Wienerwaldwälder (mit Erdprimeln und Leberblümchen). Kurvig bergab kommen wir in Einöde heraus, dann unter der 1. Wiener Hochquellenleitung durch und im nahen Pfaffstätten scharf links auf die Weinstraße. Den Startpunkt müssen wir auch erst ein wenig suchen – zuerst vom Ort hinaus, über einen Hügel mit Weinbergen, danach mitten in der flachen Senke links auf einen asphaltierten Seitenweg (gleich danach steht die bunte Vorankündigungstafel von Gumpoldskirche. Ca. 55 km sind wir gefahren, jetzt ist es gerade erst 10 Uhr und noch sehr ruhig, denn nach drei Stunden Wanderzeit war diese Seitenstraße schon ganz schön verparkt. Wir queren den Wasserleitungsweg, halten uns danach an das Parkverbot, das gerade vor dem Weingarten- bzw. Bergrand endet. Hier geht der Güterweg Tettenaus hinauf Richtung Anninger und dem querenden Beethoven-Wanderweg. Gleich am Ende des Parkverbots und des Weingartens ist links Platz für einen PKW zum Parken (sicher sind  wir immer dort gestanden). Zurück zum Wasserleitungsweg und rechts Richtung Pfaffstätten, gleich danach vorbei bei der gerade aufgebauten Weinschank vom Piriwe (war nur aufs Jausnen eingestellt, daher keinen Zirfandler und Rotgipfler zum Mitnehmen). Kurz vorher ein Wasserschloss, links und rechts die typischen weiß bemalten Grenzsteine mit dem Q, und schon wieder ist eine noch nicht aktivierte Ausschank erreicht, gleich danach die Einmündung in den asphaltierten Weg. Wir sehen schon den Heferlberg von rechts herunterschauen, entschließen uns aber etwas zu spät für das Abzweigen rechts in die Weingärten. So kommen wir zum Bergvorsprung mit den Signaltafeln der Gasleitung Südring. Über steile Spuren dort hinauf – und nun sind wir tatsächlich auf einem uns noch nicht bekannten pannonischen Standort gelandet – dem Fluxberg!

Außer den blühenden Dirndlsträuchern (Vollblüte, bei uns im Gölsental gerade beginnend) und den Erd-Seggen gibt es noch nichts zu bemerken – natürlich, wir stehen ja auf der Gasleitungs-Trasse. Nur diese Käfer krabbeln überall herum (wie er wohl heißen mag). Aber etwas seitwärts beginnt dann die pannonische Frühlingsflora, hier fast nur mit Adonis vernalis, die Großen Kuhschellen sind an diesem sonnigen Platz schon verblüht. Und eine Naturschutztafel nennt uns den bisher nicht bekannten Namen der Örtlichkeit – Fluxberg.

Annis Bilder sind (wie die beiden letzten) immer wieder eingestreut! Die Leitungsschneise zieht pfeilgerade den Berg hinauf, wir folgen ihr ein Stück, müssen aber dann rechts durch den Wald in einen steilen Graben hinab, um zum nördlich gegenüberliegenden, von hier nicht sichtbaren, Heferlberg zu kommen. Im Wald schaut die Blütenwelt natürlich gleich ganz anders aus -  vor allem Leberblümchen mit vielen weißen Exemplaren und zu unserer Überraschung der gerade schön blühende Lorbeer-Seidelbast. Arzneiprimeln haben wir schon vorher noch spärlich aufblühend gesehen, die Erdprimeln sind im Gegensatz zu vielen Wiesenrändern anscheinend hier eher rar. Am Gegenhang schräg aufwärts finden wir dann den Heferlbergweg und spazieren bergab zu dessen Bergrand.

Hier kommt jetzt nochmals die Aussicht auf die verschneiten Hochalpen ins Bild (Hochwechsel und gerade noch der voll weiße Schneeberg). Sonst ist der Trockenrasenrücken mit seinen paar Dolomitblöcken erst um die Blütezeit der Felsenbirnen (jetzt erst kleine Knospen) attraktiv. Aber dafür gibt es Kuhschellen noch in schöner Blüte! Der von unten heraufkommende Steig ist gut ausgetreten, er muss wohl in der Nähe eines einzelnen Hauses am Bergrand abgezweigt sein. Diesmal haben wir ihn verfehlt, dafür aber den Fluxberg entdeckt! Weiterweg wieder ein Stück zurück, dann rechts abzweigend auf dem Pfad (keinerlei Hinweise und Markierungen) nördlich auf den Verflachungen weiter. Hier Vollblüte von Veilchen (duftlos) in den wie aufgeschütteten Steinen (wohl die Klaubsteine einstiger Weingärten), daneben viele Buschen der Frühlingsadonis (wie in der Fernsehkindersendung von den Teletubbies). Dann geht es wirklich durch die Weingärten oder besser außen herum zu einem Karrenweg bei einzelnen Obst- und Weingartenparzellen. Hier blühen die Forsythien – das phänologische Signal für die Adonisblüte und die späten Kuhschellen – merken!

Bilder wieder von Anni “ausgeborgt”… Wir gehen nicht auf dem Karrenweg geradeaus weiter, sondern rechts hinunter zu einer Naturschutz-Infotafel und sind damit schon auf dem richtigen Abstiegsweg. Die Weingärten müssen hier wohl schon in der “Reblauszeit” vor mehr als 150 Jahren aufgelassen worden sein, denn hier prangt es nur so von Adonis und Kuhschellen. Warum die Flaumeichen so zugestutzt sind, ergibt für uns keinen Sinn. Dafür nützen wir den schön angewärmten Rasen für eine kleine Pause und machen die Dutzendsten Bilder von den beiden einzigen Frühlingsboten (nur unten im Gehölz blühte schon der Lechensporn). Dann geht es auf dem bekannten Steig, bei dem bekannten Bankerl vorbei hinab ins Tal, wo später im Frühsommer die Helmknabenkräuter blühen werden. Neues gibt es für uns hier nicht, denn die genaue Beschreibung habe ich vor 2000 schon mit Karl (Prof. Karl Oswald) fürs “Naturerlebnis NÖ” erwandert – nach dem damaligen Residenz-Verlagsleiter, dem geschätzten Herwig Bitsche, ein Führer von Merzedes-Format (vor allem mit der botanischen Spezialbeschreibung samt Pflanzenregister). Die anderen Texte begeistern mich noch immer, nicht nur weil sie von mir allein sind…

Heimwärts geht es auf der bekannten Strecke über Einöd, überall ist schon viel los, kein Wunder an einem solch schönen Tag! Die Insekten sind auch schon fleißig in den Adonisblüten am Werken, das Frauenkäferl (ein echter Siebenpunkt) hat es Anni angetan, ich tippe eher auf Adonishonig – das wäre eine Seltenheit!

Wenn man nicht gerade auf Schitour (alpin) gehen mag oder kann, gibt es immer noch schöne Möglichkeiten für Winterwanderwege. Die führen zwar nicht in etwas “extremere” Regionen mit wahren Kristallpalästen nach den heftigen Schneefällen. Aber durch den Eisbehang an Felsen und Bachufern ergeben sich auch für einfache Wanderungen interessante Erlebnisse. So sind wir schon einmal in die Vorderen Tormäuer gefahren, wo am Anfang der Nestelbergstraße tolle Eisfälle etwa beim “Soachabach” herabhängen. Mein Autorenkollege Werner (Tippelt) ist mit mir noch dazu zum Schleierfall gegangen – ein ganz toller Vereisungspunkt! Aber ein wenig weit zu fahren… Uns am nächsten liegt das Retzbachtal bei Türnitz, und dorthin fuhren wir heute (Dienstag, 5. Februar) bei prachtvollstem Wetter. Unser Begleiter (wie in der ganzen Ferienwoche war Ossi).

Gut versorgt mit Leckerlies, um ihn sozusagen bei der Stange zu halten, konnten wir auf die Leine gut verzichten. Ein entgegen fahrender Jäger hat den Ossi wohl übersehen, sonst hätte er uns sicher nachdrücklich an die Leinenführung erinnert… Wahrscheinlich hat er den Hund einfach nicht bemerkt, denn durch seine dunkle Farbe huscht der Labrador besonders an Hecken und an dunklen Wegrändern fast wie mit einer Tarnkappe dahin. Wir stiegen also beim Parkplatz nach dem Habritzer aus und bemerkten sofort, dass wir uns womöglich selbst hätten anleinen sollen. Denn unter dem einen Zentimeter Pulverschnee von gestern oder vorgestern versteckte sich glatte Blankeis! Trotzdem hielten wir durch und marschierten, weiter drinnen auf den Schneeresten der geräumten Forststraße etwas leichter, gute zwei Stunden bis vor das Reiftal. Dann wurde es uns allmählich fast etwas zu kalt, und außerdem ist Ossi zweimal im Wasser verschwunden. Das schien ihm aber nichts auszumachen, obwohl von seinem Fell richtige Eiszapfen herabhingen, wie das letzte Bild zeigt!

Der Retzbach führt etwa Normalwasser, und die zwei Felsquellen im Eisernen Tor sprudelten mittelmäßig. Es hatte also in diesem schmalen und schluchtartigen Bergeinschnitt zwischen Traisenberg und Tirolerkogel-Kalte Kuchl noch nicht sehr getaut. Da nützte auch der Nachtfrost nichts, der Eisbehang an den Felsen und auch im Bach war eigentlich nicht so überwältigend wie wir es schon einmal erlebt hatten. Jenach Kurve wechselten Licht und Schatten, die Sonne scheint nämlich im Winter gerade nur um die Mittagszeit in den Schluchtgrund. Uns kam es nicht viel vor, aber vielleicht haben die minus sechs Grad den Schatten- und Kälteindruck noch verstärkt.

Einst gab es im Retzbachtal einige Waldkeuschen, so muss man sich die entlegenen kleinen Bauernhöfe wohl vorstellen. Heute gibt es neben dem Jagdhaus Innereben und dem schon verfallenden Reiftaler (in den 1960er Jahren noch ein Gasthaus) nur die Hütten für die Klein-Wasserkraft-Anlage. Sie beleben das Bild und ebenso der kleine Stauraum. Gerade dass die Sonne noch hineinblinzelt… Vor dem Reiftaler kehrten wir dann um, eine Stunde hinein, ebenso lang wieder hinaus zum Auto – aber wie jedesmal mit anderen, sogar hie und da überraschenden Blickwinkeln. Das ist für das Retzbachtal charakeristisch, spektakuläre Bilder kann es kaum geben, aber jedesmal irgendeine spezielle Stimmung…

Zuletzt kamen wir schon etwas durchfroren, aber “sturzlos”, wieder draußen beim Parkplatz neben dem Habritzer an, Ossi (wie schon gesagt) bereits mit Eiszapfen am Bauchfell… Er hat sich gut ausgelaufen und kann jetzt (wie wir) den Nachmittag “verrasten”…

Nach dem seit längerer Zeit (vor allem 2006) ausgiebigsten Schneefall, bei dem auch die B 28 (“Wastlstraße”) länger gesperrt war, höchste Zeit für eine (wenn auch kleine) Gipfeltour! Die Schneelage hatten wir ja in Ulreichsberg und in der Walster erkundet, und ebenso wie dort haben sich auch inzwischen die Verhältnisse in Annaberg normalisiert. Zu merken am Sonntag, 27. Jänner, an den vollen Parkplätzen für den Tirolerkogel und auch ziemlich auch bei den Reidlliften.

Noch etwas Spannendes haben wir bei der Auffahrt zum Annaberg bemerkt – vom Scheiblingberg hängt bei der “Halterlahn” ein gewaltiges, schon halb abgerissenes Schneebrett herab! Der Parkplatz vor der Straßenkurve ist ja durch die Lawinenverbauungen schon seit Jahrzehnten abgesichert (in den 1940er Jahren sogar Lawinentote, wenn ich die Gedenktafel richtig in Erinnerung habe). Aber diese Abbruchkante könnte schon die Forststraße zum Gscheid gefährden. Der locker stehende Hochwald ist da keine ausreichende Sicherung. Dichten Jungbestand gibt es nur unterhalb der Verbauungen. Als diese angelegt wurden, hat man übrigens auch einen schönen Frauenschuh-Standort zerstört. Na ja, am Waldrand unter dem Ahornberg links von der Postalm ist diese Orchidee auch verschwunden (und blüht jetzt teilweise in den Annaberger Hausgärten….). Von einem Schneerutsch entlang dem ersten Stück zum Tirolerkogel konnten wir nichts bemerken – unser Ziel war nämlich drüben bei Wastl am Wald.

Die Straßen sind nun alle bestens geräumt, und auch der Parkplatz an der “Wastlstraße” beim “Ötscherblick” war nicht vom Schnee gefüllt, sondern von den Autos der Tourengeher – überwiegend mit Schneeschuhen unterwegs. Wir hatten diese zwar im Auto, schnallten aber doch die Backcountry-Ski an, denn egal bergauf oder bergab geht es damit viel müheloser. Noch dazu gab es entlang der Markierung eine gute Spur, und dieser folgten wir, am Steilaufstieg über den nordwestlichen Schlag vorbei und mit steilem Abschneider zur oberen Forststraßentrasse Richtung Stadelberg. Bei der nächsten Kehre (oberhalb der zum Südhang führenden Straße an der Bergkante) folgten wir aber den am Nordwestrücken verlaufenden Spuren (abseits davon wäre der Schnee gerade noch halbwegs zum “Derspuren” gewesen, aber so bequemer).

In diesem oberen Waldstück hatten sich die gewaltigen Schneemengen der sogenannten “Schneekatastrophe” noch ziemlich erhalten – zwischen Wächten, ausgewehten Mulden am Steilrand und voluminösen Schneebuckeln wirkte der Bergwald wie verzaubert – so hatten wir ihn noch nie erlebt! Viel zu rasch kamen wir – beschwingt von diesem Erlebnis – hinaus auf die Gipfelfläche, wo wegen der Windwirkung die Schneehöhe (wie auf den meisten Gipfeln) verhältnismäßig gering war.

Die eigenartige, etwas föhnartige Höhenströmung bewirkte noch dazu eine klare Fernsicht, nur im Süden staute es etwas über dem Hochschwab, und etwa der Schneeberg steckte überhalb in der höheren Wolkendecke.

Aufenthalt gab es keinen, obwohl es am Gipfel durchaus angenehm war (nicht besonders kalt und wenig Wind), weil wir überhaupt nichts zu trinken oder zu naschen mithatten… Also gleich an die Abfahrt, die eher einem Bergabwandern glich. Aufstiegszeit eine Stunde, talwärts ebenso lang! Im Tiefschnee (ca. 20 cm festerer Pulver) ging es zwar mit den Backcountry-Skiern ganz leidlich, aber in der Spur wäre es uns zu schnell geworden – stürzen bei den tiefen Schneemassen nicht empfehlenswert, weil man kaum heraus kommen kann. Also ließen wir die Schneefelle gleich aufgeschnallt und glitten so fast wie in einer Loipenspur abwärts.

Hatte sich vormittags der Ötscher vom Annaberg aus “ummiwahend” gezeigt – Wolken wie ein Schal an der Nordwand über den Rauhen Kamm, vom Gipfel eine Wolkenfahne gegen Süden – kam nach mittags überraschend die Sonne in einem Wolkenfenster der herannahenden Warmfront hervor. Das Wetterzeichen “wenn es am Ötscher ummiwaht wird es schlecht” hat also nicht gestimmt! Aber irgendwie doch, denn wenn ich jetzt am Montag diesen Bericht schreibe, sind über Nacht gute 10 cm Neuschnee gefallen. Wir folgen beim Rückweg bequem der Spur über die Forststraße (Abzweigung bei der unteren Kehre Richtung Anna-Alm) und nahmen auch nicht die längere und wahrscheinlich ungespurte Runde über die Wastlböden. Für´s erste Schischnuppern genügte es auch so und bestärkte unsere Meinung: Gut dass es den “Stadelberg” gibt, denn der macht uns gerade genug Mühe und zugleich übergroße Freude!

Die “Schneekatastrophe” von Anfang Februar 2006 ist schon fast in Vergessenheit geraten. Damals konnten wir bei einer Fahrt durch die Walster diese extremen Verhältnisse festhalten:

Im heurigen neuen Jahr 2019 war es wieder (aber eigentlich zu selten in Anbetracht der letzten viel zu milden Winter) so weit – bereits am 4. Jänner “Schneekatastrophe” in der Steiermark (das Sölktal u. a. abgeschnitten) und kaum eine Woche später ebenso in Niederösterreich – Hochkar evakuiert, Straßensperren in den Voralpen… Erst eine Woche später beruhigte sich die Lage allmählich, wobei im Gölsental der halbe Meter Schnee bald wegschmolz. Überhaupt wirkte sich die hartnäckig aushaltende Nordströmung nur in höheren Lagen aus, von 8oo m aufwärts, und das bei Temperaturen knapp unter der Nullgradgrenze, gerade deshalb wohl ausgiebigster und lang anhaltender Schneefall – drei bis vier Meter rings um den Ötscher und in den Ybbstaler Alpen.

Wir vermieden es absichtlich, etwa nach Annaberg zu fahren, da dort überall noch die Räumarbeiten in Gang waren – die Straßen mussten erst freigelegt und die Dächer abgeräumt werden. Dazu kamen noch die schwierige Probleme mit den massenhaft umgestürzten Bäumen. Das Wetter war auch nicht gerade einladend für eine Tour hinein in die Berge, uns genügten einige Schneewanderungen vor der Haustür wie vom Durlas zum “Windradl” oder ins Schindeltal.

Montag, 21. Jänner 2019: Nach dem sicher sehr belebten Wochenende schien uns der Moment für eine Erkundungsfahrt günstig, außerdem wolkenlos, fast windstill, strenger Frost.

Zufahrt über St. Aegyd und Kernhof, im Gscheid sind die Schneeränder neben der Straße schon im Meterausmaß, erst so richtig sibirisch über den Michlbichl Richtung Ulreichsberg.

Bei Ulreichsberg-Siedlung reichen die “Schneedächer” bis auf das Straßenniveau, übrigens bestens geräumt, und in Ulreichsberg gibt es bei der Kurve einen Halt – die Feuerwehr baut mit einem Kran der Firma Trost gerade ein Notstromaggregat ab. Beim Ulrichsbildstock links abzweigend – jetzt geht es richtig los, beiderseits Schneemauern, und welche!!! Nach der Fadentalabzweigung ist bei der Wuchtlwirtin allerdings breit geräumt, Gasthaus geschlossen, aber anscheinend schöne Loipenspuren! Obwohl weiter noch ein paar Parknischen ausgebaggert waren (wie wir anschließend bemerkten), ließen wir hier das Auto stehen und marschierten auf der Straße weiter. Die Schneeumrandung wirkte wie ein Gletscher, so hoch hatte man den Schnee aufgetürmt, um die Straße möglichst breit auszuräumen (sicher mit Baggern, keine Schneefräse wahrscheinlich zur Verfügung und auf den Hauptstraßen gebraucht).

Wir blieben gleich auf der Straße, wenn auch an der kalten Schattseite, aber hier ergeben sich auch recht hübsche Ausblicke über den See Richtung Bichleralm und Sulzberg. Verkehr fast gleich Null, kein Wunder bei diesen Verhältnissen, obwohl Räumung und Wetter optimal waren.

Nach dem mit Eiszapfen verzierten Tunnel ging es an der Sonnenseite weiter, viel milder und nun mit Prachtfotoblicken über den anfangs noch völlig zugeschneiten vereisten Hubertussee. Vom Hubertus-Bildstock an, wie schon vom Gegenüber gesehen, war die östliche Wasserfläche gerade am Zufrieren, bedeckt mit bizarren Schnee- und Eisgupferln. Mehrmals unvermittelt ein lautes Knacken – die wachsende Eisdecke machte sich in Spannungsgeräuschen bemerkbar!

Nach den voll eigenartigen Stimmungen über der frischen Eisfläche geht es bald der noch eisfreien Fließstrecke näher am Einlauf des Walsterbaches in den Hubertussee zu. Hier halten sich viele Enten auf – leider haben wir kein Futter mit, als wir mit den Enkeln Jakob und Felix unterwegs waren, haben wir nie darauf vergessen…

Am Ende des Hubertussees, bei dem fast ganz hinauf zugeschütteten Antonius-Bildstock, sehen wir auch die Loipenspur herankommen, also müssen da ganz schöne Runden möglich sein – verlockend zum baldigen Ausprobieren! Daneben letzte Bilder am einmündenden Walsterbach, dann auf der überdimensional geräumten Straße zurück zum Parkplatz beim Gasthaus. Noch immer schönste Sonne! Ebenso bei der Weiterfahrt über Schmelz nach Annaberg, wobei ich als Beifahrer einige (recht holprige) Videoaufnahmen versuche (im Facebook hat´s funktioniert). Dann geht unsere sibirische Erkundungsfahrt durch den Türnitzgraben hinaus zu Ende, und von Lilienfeld an ist auch fast ganz Schluss mit dem Schnee…

Fünf Jahre nach der Berninatour: 1969 wiederholen wir unsere Hochzeitsreise zum Stubacher Weißsee vom Jahr davor, dann geht es weiter gegen Süden – mit VW-Käfer (sagenhafter Ölverbrauch mit 3 Liter auf 1000 km !) und Campingausrüstung. Warum wir gerade auf den Monte Adamello gekommen sind, weiß ich heute nicht mehr. Vielleicht hat uns eher der Gardasee verlockt, allerdings haben wir uns dort eine üble Magenverstimmung eingehandelt, trotzdem geht es nach drei Tagen weiter ins Gebirge, wie mein Tourenbuch XVI von 1969/70 berichtet:

5. bis 8. August 1969 – auf den Monte Adamello

Vom Gardasee geht es zunächst hinein ins südliche Kalkgebirge, aus dem hitzeerfüllten Tal durch die Sarcaschlucht nach Tione die Trento. Pinzolo macht schon einen alpinen Eindruck, und hier zweigt das Val Genova ab – “eingesenkt ins Herz des Granitgebirges bietet es urhafte Wildheit im Schäumen der Gletscherwasser und dem undurchdringlichen Mantel der Bergurwälder, plattiger Fels steigt unvermittelt zu den höchsten Kämmen empor, weiß schimmern die Sprühregen der Wasserfälle”. Märchenhafte Almflecken bilden einen scharfen Kontrast zu den im Talschluss herabschimmernden zerklüfteten Eiszungen. Stop ist in Bedole, und in der Kühle der hereinbrechenden Abends steigen wir vier Stunden zum Madronhaus auf, während über den Adamellogletschern sich ein Gewitter austobt.

Mittwoch, 6. August – Madrongletscher und Lobbia

Schon um 5 Uhr früh verlassen wir das Madronhaus / Rifugion “Citta di Trento”. Eigentlich wollten wir schon von hier zum Gipfel, aber wir sind krank und müde, daher geänderter Plan. Gegenüber dem Anstieg vom Vortag sind es weniger Höhenmeter bis zur nächsten Hütte, und sich in dieser grandiosen Landschaft Zeit zu lassen, zahlt sich aus – kleine Seen und Moorflächen schmiegen sich zwischen die Moränen und Felstrümmer aus dem hellen, überaus harten Tonalitgestein. Wie ein graues Ungetüm, später als im Sonnenlicht blinkender Schild, liegt der Madrongletscher in seinem breiten Bett, dahinter die lockenden Gipfelspitzen mit ihren melodischen italienischen Namen. Wir haben die Steigeisen (etwas unvorsichtig) wegen des geringeren Gewichts der Rucksäcke unten gelassen, aber dafür den Gaskocher mitgenommen. Daher nehmen wir uns vor, nur bis zur Lobbia-Schutzhütte zu gehen und schalten einmal gleich eine ausgiebige Kochrast ein. Trotzdem sind wir schon um mittags beim Rifugio “Ai Gaduti dell´Adamello” am Lobbiapass, bereits auf 3050 m. Weil das Wetter so gut ausschaut und wir uns ein bisschen erfangen haben, steigen wir am Nachmittag noch auf den Hüttendreitausender Lobbia alta – ein toller Aussichtsberg mit klüftigem Blockaufbau und Mengen von Gletscher-Hahnenfuß. Die weitere Route zum Adamello liegt hier klar vor uns, allerdings ein ausgedehnter Gletscherhatscher… Abends mischen sich Schauer und Nebel mit dem schwindenden Licht, die Nacht bringt aber wieder Kälte und klaren Himmel, also gute Voraussetzungen für den Gipfelmarsch.

Donnerstag, 7. August – Adamellogipfel

Auf 3000 m Höhe darf man sich in den Schutzhütten abseits der Seilbahngebiete nicht viel Komfort erwarten, dafür ist die Versorgung mit Essen und Getränken überraschend gut. Wir erinnern uns allerdings mit Vergnügen an eine Familie aus Bayern, wo der (übrigens vorzügliche) Rotwein als günstigster Durstlöscher die Ohren der beiden Bayernmädchen schon zum Glühen gebracht hatte… Uns stört eher, dass wir auch aus sprachlichen Gründen die angebotenen Speisen mit unseren Bauchbeschwerden nicht in Einklang bringen können. Immerhin “Omelett” bedeutete hier Palatschinken, nicht ganz selbstverständlich, wie am anderen Tag auf Madron zu bemerken. Pasta hingegen war eindeutig, auch für unsere angeschlagene Verdauung…

Geschlafen haben wir wegen des recht unsauberen Lagers eher schlecht, daher sind wir um 5 Uhr früh schon wieder aufbruchbereit – zu unserer Überraschung noch lange nicht als Erste! Die später aufbrechenden Tourengeher sind eindeutig im Vorteil, denn sie lassen sich auf Schiern per Ratrack die Gletscherböden hinaufziehen und können dann mühelos herunterschwingen, während wir voraussichtlich im Schneematsch waten werden…. Vorläufig geht es aber bestens auf dem gefrorenen Firn in die weiten Gletscherböden des Pian di Neve hinein. Ringsherum reihen sich leichte Dreitausender, besonders schön das Corno bianco (wirklich ein “Weißhorn”), aber wegen der weiten Strecke zum Hauptgipfel gibt es keine Nebenziele! Wie lange wir bis zum Gipfel gebraucht haben, ist leider nicht notiert. Wir lassen unterhalb des Felsaufbaus die Rucksäcke stehen und erklimmen so trotz der gesundheitlichen Erschöpfung doch rechts gut die Spitze des Adamello mit dem etwas kuriosen Gipfelkreuz. Dort ist es so herrlich mit all den grandiosen Ausblicken bis zur scharfen und eher felsdunklen Presanella, dass wir bis als letzte Besteiger auf dem Gipfel bleiben. In größter Mittagshitze geht es dann hinab zum Rucksackdepot, und zum Glück kühlen die hier im Süden  üblichen Mittagswolken die endlosen Schneefelder etwas ab. Nun gehen wir nicht mehr zum Lobbiapass mit der obersten Schutzhütte (darum haben wir auch das volle Gepäck dabei), sondern streben gleich dem Moränenausstieg Richtung Madron zu. Es ist nun früher Nachmittag, und wir können die restlichen Stunden verbummeln, die Umgebung und die Alpenflora scheinen zu wetteifern, wie sie uns glücklich machen können. Als Obergenuss bekommen wir im Madronhaus sogar Betten in einem Zimmer, aber – unsere Bestellung von “Omelett con Marmelade” bringt uns eine süß gefüllte Eierspeis auf den Tisch. Da revoltiert jeder Magen, und unser schon angeschlagener erst recht…

Freitag, 8. August – von der hochalpinen Eiswelt zum Sandstrand der Adria

Nach Abstieg zum Parkplatz beim Rifugio bzw. Malga in Bedole ist die Fahrt aus dem Gebirge hinaus zum Gardasee ein letzter Genuss. Dann folgt die Verkehrshölle der Autobahn, besonders bei Mestre an Venedig vorbei, bis wir auf einem Campingplatz beim damals gerade neu entstehenden Ferienort Porto san Margharita unser Zelt aufschlagen. Alles bestens, nur Gelsenplage, eine hat Anni sogar ins Gesicht gestochen, dass ihr eine Beule auflief! Über Caorle mit Marktbesuch geht es weiter nach Grado, wo Annis Eltern gerade den Urlaub verbringen. Ihr Hausmittel stoppt nun unsere allzu lockere Verdauung, aber das muss man erst einmal probieren – einen Löffel abgeriebener Muskatnuss ohne trinken zu verschlucken!

Eigentlich hat unsere Adamellobesteigung schon mit einem Vollbad im klaren Bergbächlein bei Bedole geendet, jetzt genießen wir die milden Wellen der Adria, und endlos weit im Sand hinauszuwaten, bis wir endlich schwimmen können – einen solchen Genuss kann man erst schätzen, wenn man kurz zuvor noch auf über 3000 m durch den Schneematsch der Gletscher gestapft ist. Übrigens hatte unsere Erkrankung noch ein Nachspiel: Als wir noch im August mit den Hainfelder Naturfreunden von der Kürsinger Hütte aus den Großvenediger besteigen wollten, durch Schlechtwetter etwas verzögert, zwang uns ein erneutes Bauchweh zum Abbruch der Tour – also hat sich der Gardaseeaufenthalt noch nachträglich bemerkbar gemacht, obwohl wir nicht wissen – war es das Eis in Sirmione oder die Paradeisfische aus unserem Reiseproviant (damals sehr in Mode)?

Zuerst am Jahresbeginn ein Rückblick! Aus meinem Tourenbuch VIII von 1964 erinnere ich mich an die Hochtouren mit meinem damaligen Freund Ernst (Filzwieser) in die Bernina-Gruppe, zum am nächsten erreichbaren Viertausender….

Wenn man die Mitte der Siebziger überschritten hat, freut jede  Wanderung und erst jede größere Tour umso mehr. Die Zeit der hohen Alpengipfel ist wohl ziemlich vorbei, aber vor einem halben Jahrhundert (!) schaute das noch ganz anders aus: Seit den letzten Jahrgängen in der Lehrer-Bildungsanstalt St. Pölten war ich mit meinem Freund Werner (Tippelt) klettern, immerhin sind uns da so klassische Touren gelungen wie die Hochtor-Nordwand, die Rosskuppen-Nordwestkante, ebenso jene des Ödsteins  im Gesäuse und  Südwandrouten am Admonter Kalbling. Die 1960er Jahre waren dann die Zeit der Hochtouren, von den Hohen Tauern (vor allem) bis zur Silvretta. Als ich in den 1970er und 80er Jahren mich immer mehr auch der Landeskunde und der Botanik zuwandte, meinte Werner einmal, ob ich schon auf die Umstellung meiner Touren vorausdenke, wenn´s mit dem Marschieren nicht mehr so toll geht… Immerhin haben wir durch die Ermunterung und Anleitung durch den befreundeten damaligen Gemeindearzt von St. Veit an der Gölsen, MR Dr. Otto Hausleitner, und in Begleitung von seiner Frau Monika auch ganz interessante naturkundliche  und kulturelle Erfahrungen erleben dürfen. So, und nun blicke ich halt auf meine persönliche Alpingeschichte zurück – ein Höhepunkt war mit Werner die Durchsteigung der Pallavicini-Rinne am Großglockner mit Variante Nordpfeiler, noch dazu bei damals schon nicht zeitgemäßer Ausrüstung wie bloß  Pickel und Eishaken zum Einschlagen!

Ein absoluter weiterer und wohl endgültiger Höhepunkt war die Bernina von 8. bis 18. August 1964, also heuer ein 55-jähriges Jubiläum und insofern für mich aktuell, als ich nun die damals fotografierten Farbdias eingescannt und ein ganzes handgeschriebenes Tourenbuch zum Nachlesen habe:

Anreise mit Nachtschnellzug von St. Pölten nach Landeck, Weiterfahrt mit Bus nach Schuls, Rhätische Bahn bis Pontresina. Abends von der Station Morteratsch mit 25 kg Rucksack (samt Gaskocher und Konservendosen) zur Boval-Hütte. Für uns sind die CAS-Hütten (Schweizer Alpenclub) eine ganz neue Erfahrung, über die Preise staunen wir sowieso, seit wir die Schweizer Grenze überschritten haben! Für Anfang August ist das Wetter ausgesprochen labil, wir müssen die Zeit mit Spaziergang am Morteratschgletscher und Versuch am Bovalgrat überbrücken. Aber am selben Tag, als wir die letztere Tour vormittags abbrechen, scheint sich das Wetter zu bessern, daher noch am Nachmittag Abmarsch über die Gletscherzunge mit ihren abschüssigen Moränenflanken in 2 1/2 Stunden zur Diavolezza mit Restaurant und Schutzhaus. Notiert – alles wahnsinnig teuer, Lagerplatz 5,50 statt 2,70 Franken auf Boval.

Bildtexte: Boval-Hütte mit Piz Bernina, weitere am Einstieg zum Fortezza-Grat

Dienstag, 11. August: Statt um 5 Uhr früh aufzubrechen, liegen wir unsere fünfeinhalb Franken noch ab, weil es draußen so scheußlich ausschaut! Als es um 7 Uhr unvermittelt aufreißt, kommen wir ganz schön ins Gedränge. So queren wir etwa den Persgletscher noch ohne Seil, obwohl dieser klüftig ist, wie wir es noch nie erlebt haben. Aber immerhin ist der Neuschnee hier noch fest gefroren, wechselt aber dann mit zunehmender Höhe in Pulver auf vereister Unterlage bzw. zu tiefer Stapferei bei der zunehmenden Tageswärme. Bis nach Mittag haben wir den Fortezza-Grat in wechselnd kombinierten Gelände hinter uns und rasten am Beginn der Bellavista-Terrasse (im letzten Bild zwischen den eisigen Bellavistaspitzen und den Eisbrüchen herab zum Morteratschgletscher). Nun geht es anstrengend spurend weiter, von der Terrasse (sie wird uns beim Rückweg mit noch mehr Tiefschnee plagen) hinab zum weiten Crast-Agüzza-Sattel auf 3604 m. Um halb vier Uhr kommen wir zur etwa ebenso hoch gelegenen Marco-Rosa-Hütte des CAI (Club Alpino Italiana): Wetter nun wieder schlecht, dichter Nebel, die winzige Hütte bummvoll… Sie steht über einer Felswand, wo der südliche Zustieg von der Marinelli-Hütte heraufkommt, und am Fuß des Aufschwunges zum Piz Bernina. Ob wir dort hinaufkommen werden? Noch schaut es nicht so aus, und tatsächlich müssen wir hier drei Nächte aushalten! Zur selben Zeit ist zwar die neue Campanna oberhalb schon in Bau, aber noch nicht benützbar, heute soll sie laut Internet relativ recht komfortabel sein.

Die hier unter dem Berninagipfel eingeschlossene Gesellschaft ist fast ein glücklicher Zufall, vor allem wegen einer Vereinsgruppe aus Vaprio  d´ Adda mit ihrem Vereinsführer, mit dem tüchtigen Allesandro und den reizenden beiden “Bergkameradinnen” Lucia und Maria. Allerdings – wenn man kaum eine halbe Stunde beim Tisch sitzt und kaum gegessen hat, treibt Giovanni, der phänomenale Hüttenwirt, schon wieder zum Aufstehen, damit die nächsten Futterkandidaten Platz bekommen. Was wir die ganze Zeit gemacht haben, ist mir unerklärlich, natürlich mit den Italienern pallavert, eher international auf Englisch, Karten gespielt und gewartet, dass es schöner wird, damit wir vielleicht doch auf den Viertausender kommen und vor allem dass wir auch wieder über die Eisrouten nach Morteratsch absteigen können….

Donnerstag, 13. August: Endlich hat es aufgeklart, erscheint aber noch sehr unbeständig, immerhin sehen wir schon bis zum Monte Disgrazia (auf den vorigen Bildern). Also gibt es kein Zögern mehr, auch Maria, Allesandro und Lucia wollen auf den Gipfel, wir können es ohnehin nicht erwarten! Dabei passiert uns ein unangenehmer Fehler – statt mit dieser Gruppe die Originalroute zu gehen, wollen wir schon voraus und lassen uns beim ersten Felsaufschwung hoch oben rechts in die zunächst einladende Eisflanke verführen. Dabei ist ein kurzer Abstieg unter den Felsen in schlechtestem Eis noch das schwierigste Stück – zumindest in unserer Erinnerung, weil die nächste (wohl über 60 Grad steile) Eisflanke mit Sicherung durch zwei Eishaken dagegen schon halbwegs normal wirkt. Dann landen wir endlich gut auf dem italienischen Berninagipfel – “Punta Italia”, Spalla genannt (was wohl Schulter heißt), immerhin dem Gefühl nach waren wir auf einem Viertausender! Der anschließende Spallagrat hinüber zum Hauptgipfel ist derart verwächtet und mit Eis und Neuschnee überzogen, dass wir es mit der italienischen Gruppe halten und auf den endgültigen Gipfelsieg verzichten.

Zu den Bildern: Aufbruch von der Marco-Rosa-Hütte, das Gipfeldreigestirn Piz Zupo / Argient / Crast Agüzza, Lucia und Allesandro und Maria auf der “Punta Italia”, Abstieg mit Blick auf Bellavista-Terrasse und Piz Palü (unsere Route für den nächsten Tag).

Der Abstieg verläuft zwar mit Vorsicht wegen dem Neuschnee, aber doch problemlos. Unsere italienischen Freund/innen machen sich gleich an den Abstieg über die Wand hinunter, letztes Winken nach herzlichem Abschied, fort sind sie – plötzlich ist die Hütte wie leer… “Lucia, cara alpinista” steht in meinem Tourenbuch, ich habe ihr später von Bormio aus einen Blumenstrauß mit Fleurop schicken wollen und noch Neujahrsgrüße ausgetauscht… so war das vor über einem halben Jahrhundert… Schon wieder kommen Nebel und Schneefall, aber abends  endlich die Nachricht per Funk, dass sie alle gut in der Marinellihütte angekommen sind und den argen Wandabstieg gut überstanden haben. Uns steht für den nächsten Tag noch die Tour zur Diavolezza auf der Schweizer Seite bevor…

Freitag, 14. August – Piz Palü-Überschreitung:

Ein Kaltlufteinbruch über Nacht vertreibt die üblen Wolken und bringt einen fantastisch klaren Tag, der für unsere weitere Tour nicht besser passen könnte. Zuvor noch eine Überraschung – unsere Rechnung von Mittwoch und Donnerstag hat der Signore Guide der Gruppe aus Vaprio d´ Adda für uns beglichen – italienische Gastfreundschaft auf fast 4000 m Höhe, ich hoffe, er hat über Lucia die Bilder von mir bekommen. Nun bleibt aber keine Zeit mehr – um 6 Uhr bereits Aufbruch von Marco-Rosa, durch den Crast Agüzza-Sattel und hinauf zur Bellavista-Terrasse, Wetter und Aussicht herrlich, aber Schinderei durch das Spuren im Tiefschnee, Spalten und Randklüfte sind teilweise wie verschwunden. Wahnsinnig viel Schnee, wechselt aber von windgepresst zu pulvrig, als wir zur Bellavista-Scharte kommen. Vor uns der Westgrat des Piz Palü, Spina genannt, total verschneit, verwächtet und vereist. Da haben wir einen glücklichen Einfall – wir queren an der Südseite bis unter den Hauptgipfel, allerdings sind schon mehr als vier Stunden vergangen! Mit viel Glück gelingt uns trotz Neuschnee und Vereisung der Felsen der Aufstieg zum Haupt- und Mittelgipfel des Piz Palü (3905 m), von dessen breiter Eiskalotte es bald scharf hinübergeht zum Ostgipfel, schon wieder zweieinhalb Stunden vergangen…. Von dort oben habe ich keine Aufnahmen (zumindest keine Farbdias, obwohl ich nach meinem Bildarchiv eigentlich mit einer zweiten Kamera auch sw fotografiert haben müsste).

Für den Abstieg haben wir nun eine gute Spur – unser Glück in den folgenden Gletscherbrüchen! Aber hier kommen eben die meisten Alpinisten von der Diavolezza herauf, unsere Vorgängen sind ein paar Bayern, die oben am Gipfel sogar Glühwein kochen. Hinab vom Ostgipfel brauchen wir sogar die Steigeisen, sonst haben wir die Überschreitung meinem Gefühl nach steigeisen- aber nicht seilfrei bewältigt. Die wildeste Stelle ist eine (sogar im letzten Bild erkennbare) Querspalte, die wir an einer abgespaltenen Eisrippe überaus steil abklettern müssen. Im folgenden Bruch notierte ich – riesige Spalten und Durchstiege, wie wir sie überhaupt noch nie erlebt haben. Entlang der Spuren finden wir aber auch dort gut durch und erreichen um halb fünf Uhr (nach dreieinhalb Stunden vom Ostgipfel) das Diavolezza-Restaurant. Nach Rast folgt dann: Abstieg Persgletscher – Isla Pers – Morteratschgletscher – Bovalhütte. wird wohl auch noch zwei Stunden gedauert haben, insgesamt also seit der Marco-Rosa-Hütte über 14 Stunden im hochalpin anspruchsvollen Gelände unter teilweise widrigen Verhältnissen. Kein Wunder, dass uns dann sozusagen der “Dampf” ausgegangen ist… Aber immerhin ist uns nach einem Schlechtwetter-Rasttag noch gelungen:

Sonntag, 16. August, Piz Morteratsch zur Tschiervahütte:

Der Biancograt auf den Piz Bernina, den wir vom Piz Morteratsch so schön gesehen haben, ist dann ein Traum geblieben. Die Tschiervahütte haben wir wegen des freundlichen Wirts in sehr guter Erinnerung. Im Gegensatz zu jenem auf der Bovalhütte, der wohl von führerlosen und teilweise selbstversorgenden österreichischen Alpinisten offensichtlich nicht angetan war. Dem Tschiervawirt verdanke ich eine alpine Weisheit – wenn er im Frühjahr auf die Hütte kommt, macht er lange Zeit keine schwere Arbeit bis er sich an die Höhe aklimatisiert hat, und das auf 2500 m! Die Bergsteiger sind ja voll wahnsinnig, meint er, wenn sie noch dazu aus dem Flachland kommend ohne solche Umstellung auf die Drei- und Viertausender steigen. Aber für uns sind das halt nur ein paar Tage, in Höchstbelastung und Hochstimmung, selbst nach 55 Jahren schwärmt man noch davon…

Die leicht abenteuerliche Heimfahrt: Das Schlechtwetter hatte danach dem schönen Spätsommer Platz gemacht. Wir erlebten so das Roseggtal hinaus nach Pontresina im schönsten Licht unter den strahlenden Gletscherbergen, wie ich sie 2002 bei einer Urlaubsfahrt mit Anni von Nauders (zu meinem Sechziger) aufnehmen konnte. Dann ging es mit der Berninabahn hinüber ins Veltlin, von Tirano mit dem Bus nach Bormio, Nächtigung in einem alten Hotel mit Schwertern und Wappenschildern an den Zimmerwänden – so richtig wie in der Rittersage des Dietrich von Bern (die auf Bormio / Worms bezogen wird). Kurios wir beide im Speisesaal, zehn Tage ungewaschen und bebärtet, die Tischnachbarn haben uns nur so angestaunt… Anderntags Weiterfahrt mit Bus über das Stilfserjoch mit seinen tollkühnen Kehren, aus dem obersten Vinschgau über Nauders nach Landeck und mit der Westbahn heim nach St. Pölten bzw. ins Gölsental, alles wirkte nun dort soooo flach….

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