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Der Weyrerteich, etwas weiter westlich von Ottenschlag und nahe dem Viadukt der ehem. Bahnstrecke gelegen, liegt im Forstgebiet des Stiftes Göttweig. Er wird wie der Himmelteich intensiv zum Fischen genützt, und an den Ufern reihen sich nicht nur die Anglerstände, sondern ein touristisches Zentrum mit Fischerhütte und Campingstellen gehört hier auch zur Erschließung. Von der Schützenmühle her auf der Forststraße ohne Verbotstafeln herangekommen, stellen wir unser Auto zur Sicherheit doch vor dem geöffneten Schranken ab. Der Teichabfluss wirkt wie ein Wasserfall und speist den Oberlauf der Großen Krems.

Während am Himmelteich aus der Karte keine Wege rundherum zu entnehmen sind, gibt es beim Weyrerteich einige Forststraßen. Wir beginnen unsere Wanderung beim westlichen Dammende und marschieren anfangs die Forststraße oberhalb der dicht aneinander gereihten Anglerstände entlang. Hier tummeln sich sogar Sonnenanbeter zum “Frostgrillen”! Bald wechseln wir jedoch steil absteigend und mit Geländern gesichert zum schmalen Steig direkt am westlichen Ufer, der uns zur Ruhezone weiterführt (Fischfang nicht erlaubt). Wie bei der vorigen Wanderung finden wir hier einige kleine Stege vor, über die wir die Verlandungszone dieser südwestlichen Bucht queren können.

Im Schatten ist es noch recht frostig, daher unterscheiden sich auch die Bilder – sonnenhell und vereist, wie auf den letzten beiden Aufnahmen (gemischt von Anni und mir). Im gegenüberliegenden Hochwald treffen wir einzelnen Fußspuren nachgehend auf eine querende Forststraße. Hier links weiter, doch bald verlockt uns ein alter Karrenweg wieder in Richtung Teichufer. Der Bewuchs ist nicht so sehr von Sumpfstellen geprägt wie am Himmelteich, vielmehr erstrecken sich zwischen den hohen Fichten ausgedehnte Heidelbeerbestände. Sogar “Winterschwammerl” gibt es, und diese auf Totholz wachsenden Boviste stäuben sogar dichte Sporenwolken aus, als sie bewegt werden. Auch auf der Wasserfläche gibt es interessante Aspekte, zerspaltene Spiegeleistrümmer und eine eigenartige Schneeeisfläche.

Die südöstliche Bucht (Himmelteichbucht genannt) wird über Röhricht hinweg gequert, und dann könnte man weiter oben eine Forststraße benützen. Viel netter ist jedoch der Fischersteig direkt am Ufer mit vielen lauschigen Plätzchen. Nach dem Fischerzentrum geht es dann auf der Forststraße zurück zum Ausgangspunkt.

Die Fahrt ins Waldviertel hat sich jedenfalls, obwohl nicht so winterlich wie erwartet, wirklich ausgezahlt, einmal eine völlig andere Landschaft als in den sonst bevorzugen Voralpen. Wobei die Teiche ganz eigene, sonst selten erlebte Stimmungen vermitteln. Die Heimfahrt bringt auch noch fast überraschende Eindrücke – über Ottenschlag zur südöstlichen Hochfläche mit ihren sanften Hügeln, wo die beiden Kremstälern ganz verborgen eingeschnitten sind. Nach Elsenreith – schon in der geologischen “Bunten Serie” mit den ausgezeichneten Mineralfundstellen in einzelnen Steinbrüchen – öffnet sich dann wie ein Abgrund nach dem ebenflächigen Relief die Talfahrt in den hintersten Spitzergraben mit mehreren Kehren. Vor Mühlbach Superblick auf das Schloss Ranna, dann im Wechsel von Felsen und Weinterrassen hinaus nach Spitz. Überall starker Betrieb, obwohl die Einkehrmöglichkeiten alle geschlossen sind, aber das Prachtwetter lockt eben unwiderstehlich zum Wandern und Spazieren. Also als Draufgabe noch die Wachau, zwar ganz winterlich kahl, aber trotzdem prachtvoll, und sogar eine Kuhschellentour hätte sich noch ergeben können – wir haben jedoch schon genug erlebt und fahren schnurstracks heimwärts…

Ein paar Zentimeter Neuschnee und strenger Frost nach der schnell durchgezogenen Kaltfront – das verspricht tolle Bedingungen auch im Waldviertel. Unser Ziel am Sonntag, 7. März war eigentlich Bärnkopf und die (uns schon vom Sommer bekannten) Waldteiche. Zügige Anfahrt über A 1 – Melk – Weitenegg – Pöggstall nach Martinsberg, dort (wie bei der Weinviertelfahrt in Falkenstein) eine unangenehme Situation, denn unser Bezintank ist schon fast auf Reserve und keine Tankstelle in Sicht (überhaupt am Sonntag heikel). Nach Auskunft Weiterfahrt nach Ottenschlag, aber nun nicht mehr hinauf in den hohen Weinsberger Wald – es gibt hier weniger Schnee als in den Voralpen und von Raureif oder “Eisanraum” keine Idee. Sondern umdisponiert zu den beiden großen Teichen nahe dem Ort. Etwas verwirrende Zufahrt über Neuhof, dann aber Wegweiser zum

HIMMELTEICH:

Parken bereits bei der Infostelle vor dem Teichdamm (kurz davor zweigt rechts die Verbindung zum Weyrerteich ab). Uns genügt natürlich nicht, ein paar Fotos von hier aus zu machen, Gemessen an der doch langen Zufahrt soll auch entsprechend marschiert werden. Gelegenheit dazu gibt es auf zahlreichen Wanderrouten rund um Ottenschlag, die tut gut-Wege habe ich sogar selbst einmal besichtigt. In der ebenflächigen “Monotonen Zone” (auch aus geologischer Sicht) ist man hier aber besser mit dem Rad unterwegs. Zu Fuß und wegen des etwas unwegsamen und unmarkierten Geländes ist eine “Teichumrundung” eine bessere Wahl!

Am linken (östlichen) Ufer führen schon vom “Karpfen-Denkmal” an Wegspuren zu den dicht aufeinander folgenden Fischerstandorten (der Betrieb wird von der Marktgemeinde Ottenschlag organisiert). Nicht weit vom Wasser entfernt ist der Grund sehr feucht und mit Sumpfgräsern bewachsen, aber der Frost erleichtert mit wenigen Schneeresten die Begehung. Man darf halt nur nicht in ein Wasserloch treten, wobei die meisten zugefroren sind. Im Neuschnee zeichnen sich sogar die Fußspuren eines “Vorgängers” immer wieder wie eine Markierung ab, und auch die Hasen und andere Wildtiere halten sich an die sichersten Passagen. Übrigens muss es hier im Sommer allerhand Botanisches zu bewundern geben, wie vielfach die Blattranken von Moosbeeren erkennen lassen. Besonders kurios wirken die sich gerade auflösenden Bestände der hohen Rohrkolben. So gelangen wir allmählich an das entfernte Ende des Teiches, zwischen Röhrichtflächen und Waldrand immer wieder wechselnd.

Unverkennbar sind die Spuren von Bibern, die niederliegende Äst schälen oder sogar höhere Bäume zu Fall bringen. Wo der Teich in die Verlandungszone übergeht, ergibt sich überraschend eine erleichterte Querung der Sumpfflächen, und so gelangen wir an das westliche Ufer. Hier reicht der Wald meist bis ganz ans Ufer, dazwischen bilden sich kleine Buchten, und überall bieten sich Wegspuren an. Die Wasserfläche ist im zeitweiligen Waldschatten nicht nur leicht zugefroren, sondern auf dem älteren Eis liegt ein ganzes Schneefeld. Das Betreten wäre wohl zu dieser Zeit nicht ratsam, aber bei längerem Frost soll sogar das “Eisfischen” (durch ins Eis geschlagene Löcher) möglich sein!

Gemütlich in der Sonne zu sitzen, obwohl es nicht mehr so frostig wie am Morgen ist, dazu lassen wir uns nicht Zeit, denn wir wollen ja auch noch zum Weyrerteich kommen. Also weiter das hübsche Ufer entlang, immer wieder mit Fotomotiven, wobei sich der spiegelnde Teich von dünnen frischem Eis bedeckt zeigt und sogar den “goldenen” typischen Waldviertler Gewässerfarbton durchschimmern lässt. Die Waldkulisse samt der strahlenden Sonne spiegelt sich dann immer wieder reizvoll in den eisfreien Wasserstellen.

Zuletzt geht es an Sträuchern und gefallenen Bäumen mit Biberspuren vorbei – abgenagte Holzsplitter liegen wie Hobelscharten herum! Wieder am Teichdamm angekommen nehmen wir noch die weitere Route zum Weyrerteich in Anschein, weil die Abzweigung nahe unserem Ausgangspunkt nicht gerade einladend ausschaut (wäre dort aber richtig gewesen). Die Fischerei ist hier zwischen April und Oktober intensiv in Betrieb, sogar eine Anlage zum Entschuppen gibt es neben dem Damm am Teichabfluss. Wir machen uns nun aber – nicht an den Weiterweg, sondern an die Weiterfahrt zum nächsten Ziel und folgen einfach vom jenseitigen Dammende immer den Fahrwegen, die keine Verbotstafeln aufweisen. Sie sind gut befahrbar und weisen sogar Spuren im noch dazu wenig tiefen Schnee auf. Auf der Karte konnte ich anfangs noch den Verlauf nachvollziehen, aber immer wieder kommt es zu solchen Situationen, wo man nicht mehr weiß, wo man sich nun eigentlich befindet. Wenn es nur weitergeht, und das tut es auch, einen entgegenkommenden Pickup treffen wir zum Glück erst am Waldrand… Aber…. vom Weyrerteich keine Spur, denn wir landen in einer freien Acker- und Wiesenlandschaft, weiter vorne ein Dörfchen, das nur Haselbach sein kann. Mit dieser Erkenntnis ist uns aber schon eindeutig geholfen, denn dort verläuft die Straße für die Weiterfahrt. Erst beim Dorf Spielberg, wo sich auch ein Moor mit altem Torfstich befindet (für den Sommer vorgemerkt), wechseln wir auf die Richtung Ottenschlag abzweigende Straße. Quer durch Wald und Flur geht es bergab in den obersten Tallauf der Großen Krems, die aus dem angepeilten Teich kommt, vorbei an einem alten Gebäude, der Schützenmühle (hier wohnt ein Teichaufseher). Die Abzweigung zu Weyrerteich ist nicht beschildert, aber der Karte nach nicht zu verfehlen, außerdem eine gut befahrbare Sandstraße durch den Hochwald und zuletzt leicht ansteigend zum Weyrerteich – dessen Umrundung ist nun die zweite Geschichte dieses erlebnisreichen Sonntags und folgt noch!

Im Spätwinter bzw. Vorfrühling (je nach Wetterlage zu empfinden) ist immer etwas schwierig einzuschätzen, wie weit die Blütezeit der Frühblüher auf den Bergen schon eingesetzt hat, wenn zur selben Zeit der Garten in allen Farben von krokusviolett, winterlinggelb und schneeglöckchenweiß prangt. Heuer war aber durchaus ein Gleichklang festzustellen, wie die Wanderung zur Hahnwiese am 22. Februar gezeigt hat. Denn auch in den Nationalpark-Donau-Auen ist jetzt die Hauptblüte der Schneeglöckchen laut einem ORF-Bericht. Gleichzeitig beginnen die Haseln zu “stauben”, gut für die Bienen und schlecht für die Allergiker… Außerdem wiegen sich im Garten schon die Blütenglocken der Märzenbecher (Frühlings-Knotenblumen). Also ab zur geliebten und vor schon mehr als 50 Jahren von der Perschenegger Seite !!! zufällig !!! entdeckten WIESENWIENERWALD-MÄRZENBECHERWIESE.

Letzter meteorologischer Wintertag – 28.Februar 2021

Wir wandern diesmal von der Güterweg-Kreuzung beim vulgo Mondl (ÖK Mollenhof) los, hinüber zum vulgo Hochedler (Familie Knoll), dabei den tief eingeschnittenen Waldtobel durchquerend, der uns immer an das Waldviertel erinnert. Über die noch kahle, aber recht feuchte Wiese gleich abkürzender Anstieg zum Göllersreiter-Sattel (bei den Gemeinde-Straßentafeln heißt der benachbarte Hof statt Göllersreiter / ÖK nun “Götzenreiter”, kann schon in einer alten Urkunde so gestanden sein, aber obwohl von der Gemeinde verfasst = nicht ortsüblich).

Panorama vom Göllersreiter-Sattel über das Perschenegger Tal hinaus ins Alpenvorland und bis zum Waldviertel. Der rote Punkt ist Ann, bereits im Abstieg zur “Märzenbecherwiese”. Diese schaut bei der Annäherung von der Höhe her gar nicht gut aus – oberhalb der tiefsten Mulde der Waldlichtung quert ein neuerer Forstweg, und der Sumpfboden unten wirkt fast wie umgeackert. Wenn man schon einmal gesehen hat, wie der Bauer den Sumpf zu drainagieren versucht hat, steigen einem schon die “Grausbirn” auf. Aber der seinerzeitige vergebliche Versuch – der Bagger oder Traktor versank im feuchten Grund – war wohl lehrreich. Die Traktorspuren rühren vom jüngsten Baumfällen am Waldrand her, zum Glück!

Die erste Fotoreihe von mir, die zweite von Anni. Der eigentliche Wiesengrund ist noch ganz kahl, aber dafür blüht es beiderseits am Waldrand und entlang der Wasserrinnen umso dichter. Sogar zwei kleine Primeln sind zu entdecken. Für den Rückweg wählen wir den Wiesenrücken oberhalb vom Göllersreiter – ein besonders lohnender Aussichtsplatz über die Voralpen jenseits der Gölsen vom weiter östlich gelegenen Hocheck bis ins Pielachtal, dazu neben dem markanten Hohenstein der Ötscher (mit Licht-Schatten-Grenze am Rauhen Kamm). Der Schneeberg ist hingegen im hellen Dunst (oder vielleicht auch Saharastaub wie an den letzten Tagen) kaum zu entdecken.

Blütenmäßig ist im Hausgarten noch immer mehr los als in der freien Natur, egal ob Wienerwald oder niedrige Voralpen, die höheren Gipfel sind ohnehin noch verschneit. Aber fast verwunderlich ist die schon anscheinend recht üppige pannonische Flora, wie mit Kuhschellen aus der Wachau oder Frühlingadonis von der Perchtoldsdorfer Heide im Facebook berichtet. Das ist der Vorteil dieses Mediums, dass man “alle” zugleich miterleben kann, ohne schon wieder viele Kilometer abzuspulen. Die Zeit dafür kommt noch, aber erst vom April und Mai an, wenn es sich wirklich auszahlt, ins Weinviertel oder zu den Hainburge Bergen zu fahren!

24. Februar, ein Wochentag für ein beliebtes Ausflugsziel ist in dieser Coronazeit am besten. Das gilt auch für das Kamptal flussaufwärts von Rosenburg, wo wir bevorzugt die Rund über Steinegg unternommen haben. Das Gasthaus dort sicher gesperrt, daher nur zwei Exkursionspunkt nahe dem historischen Kraftwerk aufgesucht.

Zum Hängenden Stein

Ein möglichst packendes Foto von einem Amphibolitmassiv gesucht – da erinnere ich mich an den Felsturm an der Bründlleiten, zugleich können wir auch nachschauen, was sich im (wieder einmal) von Energiewirtschaft und Naturschutz umstrittenen Kamptal ereignet hat. Bisher noch nichts, aber wie Transparente in den Kamptalorten zeigen, steht eine Entscheidung noch aus. Was ist geplant? Der Aufstau des Kamps flussaufwärts vom Umlaufberg zwischen Rosenburg und Stift Altenburg soll etliche Meter erhöht werden, und dadurch würde die freie Fließstrecke des Kamps wahrscheinlich kilometerweit in einen weiteren Stausee verwandelt werden. Ob die gegenüber dem historischen Kraftwerk (von 1907, da gäbe es sicher auch schon andere Möglichkeiten zur Modernisierung) gesteigerte Energieausbeute  rechtfertigt, ein weiteres und ziemlich letztes Stück des ursprünglich erhaltenen Kamptals zu zerstören?

Wir fahren durch das Untere Kamptal (noch ganz winterlich kahl) bis Rosenburg, durch die Ortschaft und vor der Kampbrücke (Richtung Schloss) geradeaus bis zum (geöffneten) Schranken vor dem alten Kraftwerk. Nun zu Fuß weiter, neben dem Krafthaus (im Bild mit dem geringen Abfluss des abgearbeiteten Wassers) über den Steg und hinauf zum Sattel des Umlaufberges. Nächster Halt auf einem kleinen Felsvorsprung, wo man die Wehranlage des alten Kraftwerks am besten ins Bild bekommt. Die Wasserschwelle wirkt echt fast schon “natürlich” im Vergleich zu den Staumauern der Kamptalkraftwerke. Bedenkt man den Stromverbrauch von 1907 zu den heutigen Anforderungen, müsste dort eine Hundertmetermauer stehen! Die Pläne der EVN nehmen sich aus dieser Sicht ganz harmlos an, der Eingriff in die Natur wäre aber zu verantworten, noch dazu wo das Waldviertel zu den niederschlagsarmen Regionen des Landes zählt und man sich heute wohl überlegen würde, bei solchen Voraussetzungen überhaupt ein Kraftwerk zu errichten… Ich war zwar bei keiner Demonstration der Naturschützer gegen dieses Projekt dabei, will auch meinen Widerstand dagegen zumindest hier dokumentieren!

Das Kamptal mit voller Wasserführung oberhalb von Rosenburg Richtung Steinegg kann man eigentlich nur aus der Vogelschau kennen – von der Bründlleiten etwa oder vom Öden Schloss. Denn bis kurz vor der Straßenquerung bei Steinegg gibt es beiderseits des Flusses nur steile, unwegsame Berghänge und keine (mir bekannten) Wege entlang des Ufers. Zwischen dem Krafthaus Rosenburg und der Schwelle für die Wasserüberleitung verläuft aber, dem Umlaufberg gegenüber, ein Wanderweg ganz in der Nähe des wegen der Kraftwerksableitung wasserarmen Flusses. Mir kommt vor, dort herrscht – eigentlich aus zweiter Hand durch den alten Kraftwerksbau – eine wahre Urnatur! An den Flussufern wechseln Prall- und Gleithänge, typischer von Felsen durchsetzter Laubmischwald, gegenüber oft verwilderte Talwiesen und Schwemmflächen. Besonders bei dem von Altenburg her einmündenden Försterbach weitet sich der Talgrund und gibt dem Kamp Raum für einen mehrfach verästelten Lauf. Diese Talstrecke ist das zweite Ziel unseres Wandertages.

Neben dem historischen Bau der ehemaligen Rauschermühle beginnt der markierte Weg flussaufwärts, immer wieder an den Mauerresten des einstigen stiftlichen Wildgeheges entlang. Die Steinmauern sind allein schon ein eindrucksvolle geologische Sammlung, mir fiel jedoch besonders ein kantiger Amphibolitblock auf, in dessen Einlagerungen sogar kleine Granaten zu erkennen waren. Wie ein Wunder der unnachgiebigen Natur wirken die Stockausschläge mancher bereits umgestürzter und vermodernden Weiden. Überhaupt ist der Baumbestand, ebenso wie einzelne Felsvorsprünge, wirklich bemerkenswert. Beim einmündenden Försterbach (markierter Zugang vom Stift Altenburg) hat sich jedoch für mich momentan Unverständliches ereignet – dort bestand bisher ein Auwald, der vom letzten Hochwasser (2002?) schon arg verwüstet war. Nun hat man ihn gerodet, aber nur so, dass mit in einer Höhe von drei bis vier Meter die riesigen Stämme einfach gekappt hat. Überall liegen die Baumreste wirrwarr herum und dienen vielleicht als Totholz für ein bei der Rauschermühle auf einer Infotafel beschriebenes “Naturprojekt”.

Der logische und lohnende Weiterweg wäre nun die Fortsetzung am Talhang hinauf ansteigend zur Hochfläche und die Abzweigung zur Ruine Ödes Schloss. Für uns reicht es aber auch so, und daher gehen wir denselben Weg zurück zum Ausgangspunkt und behalten uns diese Route für eine grünendere und blühendere Jahreszeit vor. Interessant war dieser Tag allenthalben, und durch das Kamptal gemütlich zurück zu fahren hat auch seinen Reiz, auch wenn es in Gars keine Einkehr bei der Kurkonditorei Ehrenberger oder bei einem Heurigen gibt. Der Coronapandämie ist es gedankt und vielleicht den Verursachern oder Nichtverhinderern dieser katastrophalen Seuche, die (im Gegensatz zu den Staatsorganen) wirklich Schuld an den derzeitigen und sicher noch lang anhaltenden Einschränkungen sind.

Fast in jedem Spätwinter bzw. Vorfrühling ist die Hahnwiese – zwischen den Gemeinden Kleinzell und St. Veit an der Gölsen auf rund 1000 m Höhe gelegen – eines unserer beliebtesten “Blumenziele”, denn dort blühen die Schneeglöckchen! Diesmal am 22. Februar, und es gibt sogar Neuigkeiten zu berichten:

Forststraßenbau neu, vom Eggersand zum Leonhardbild und weiter Richtung Westen (Kiensteiner Öde), außerdem und ebenso überraschend vom Sautaler her (blaue Markierung von Außerhallbach) bis zum alten Heustadel. Das Wetter könnte nicht schöner sein, durch ein anhaltendes Hoch zwar Talnebel, aber auf den Bergen warm bis zu plus 10 Grad. Trotz Montag ist der anfangs fast leere Parkplatz am Ebenwald um die Mittagszeit schon ganz schön voll (wie überall zieht es die Wanderer unwiderstehlich hinaus in die Natur). Wir halten noch ein Tratscherl mit Frau Wiesbauer vom vulgo Kaltenreiter, um den alten Verwandt- und Freundschaften (von meiner Tante und Mutter zur jungen Kaltenreiter-Fanny in den 1930er-Jahren) nachzuspüren.

Die Froschlacke am Eggersand ist noch fast ganz zugefroren, interessant die Infotafel bei der aus einem riesigen Stamm geschnittenen “Walderholung” mit einem Baumalter von mehr als 200 Jahren. Der anschließende alte Almweg vom Wiesenbach herauf ist aber neu zu einer grobschottrigen Forststraße ausgebaut. Erst nach dem Sattel mit dem Leonhardbild, wunderschön geschützter Rastplatz mit Bank, geht es auf dem alten Treibweg hinunter zur Mulde der Hahnwiese. Vor zwei Jahren war diese Strecke durch Schneebruch nur schwierig zu passieren, jetzt geht es ungehindert bei einer Riesenbuche vorbei zur Wiesenmulde. Übrigens haftet am Satteleinschnitt beim “Leonhard” eine historische Begebenheit: im März oder April 1945 zwangen den damals jungen Brandstädter Sepp (Wobach) die vordringenden Russen, ihnen den Weg auf den Ebenwald zu zeigen, wohin sich die deutschen Truppen zurückgezogen hatten. Erst beim “Leonhard” schickten sie den Buben unversehrt zurück… Meine Familie (außer dem an der Westfront eingesetzten Vater) war zur selben Zeit beim Brandstädter wie viele andere Gölsentaler als Flüchtlinge einquartiert. Beim folgenden Abstieg ins Tal durch den Osangerwald trug mich Dreijährigen meine Mutter in den Armen, an derselben Stelle wurde aber eine Frau aus Rainfeld erschossen… Festgehalten habe ich diese unvorstellbar schreckliche Zeit in meiner “Heimatkunde”.

Meist begrüßen einem schon am Beginn der Hahnwiese die zwischen den Schneeresten bereits blühenden Schneeglöckchen. Diesmal ist hier noch alles kahl, und selbst auf dem anschließenden Wiesenrücken zum Sengenebenberg hinauf blühen nur ein paar Exemplare. Grund dafür ist vor allem der wie ein dicker Teppich dem Wiesenboden auflagernde alte Graswuchs, seit die Hahnwiese (schon seit etlichen Jahren) nicht mehr gemäht wird. Also gibt es zuerst nur Ausblicke – ins von Hochnebel verhüllte Gölsental mit dem daraus ragenden und von hier aus ganz niedrig erscheinenden St. Veiter Staff und dem anschließenden nordwestlichen Alpenrand. Gegen Osten zeigt sich über den Atzbach hinweg der malerische Kalkalpenrand entlang des Triestingtals mit dem Hocheck.

Kurz danach trennen sich unsere Wege, denn Anni nimmt vom neuen Markierungstaferl den gut ausgetretenen Seitenweg zum Sengenebenberg mit dem

THOMAS HAUSLEITNER-GEDENKKREUZ, einem der malerischsten Aussichtspunkte über das Gölsental und noch dazu auf dem Nordwestkamm des (meiner Einschätzung nach) nördlichsten Tausender der Alpen.

Ich gehe noch auf dem (eher nur mehr spärlich) blau markierten “Sautalerweg” weiter – erstens um wie immer den alten Heustadel mit den interessanten Inschriften zu besuchen, und zweitens weil dort auf dem freieren Waldboden die Vorfrühlingsblüte erst so recht herauskommt, Schneeglöckchen und dazu Schneerosen (in häufig rosaroter Blütenfärbung), später kommen noch Gelbstern, Bingelkraut u. a. dazu. Der Blockbau, wohl schon ein Jahrhundert alt, hat auch diesen Winter (allerdings mit nur geringen Schneehöhen) gut überstanden. Aber Überraschung – gleich dahinter befindet sich der Umkehrplatz einer ganz neuen Forststraße!

Eine bisher noch nicht entdeckte Inschrift finde ich rechts von der Stadeltür – vom März 1945! Meine eigene als Erstklassler in Blockschrift eingeritzte “Verewigung” von 1948 konnte ich auch diesmal nicht mehr finden, zum Glück vor ein paar Jahren in geringerer Verwitterung noch fotografiert…

Die schönsten Schneerosen-Gruppen noch fotografiert, das Hochformat in ungewöhnlicher Ansicht – die Knospen stehen ja längere Zeit aufrecht, um sich beim völligen Aufblühen erst in den nickenden Zustand zu versetzen – hier ist eine Blüte gerade dabei! Dann gemeinsam zurück zum Ebenwald.

Gegensätzliches allein schon vom Wetter an den vorletzten Februartagen. Noch dazu im zweiten Coronajahr, bei trotz Beschränkungen immer noch und wieder steigenden Infektionszahlen und gleichzeitig immer noch spärlich anlaufenden Impfungen….

Vorweggenommen, was wir zuletzt unternommen haben:

12. Februar – Finsterholzwasserfälle in Hohenberg:

14. Februar – Schwarzenbachhöhe:

15. Februar – Gföhlberghütte:

20. Februar – Plankensteinerhöhe:

Das Gegensätzliche folgt nun in zwei eigenen Beiträgen – zur Schneeglöckchenblüte auf der Hahnwiese (Ebenwald, Kleinzell) in den Voralpen, ins Kamptal bei Rosenburg mit dem umstrittenen historischen Kraftwerk samt Hängendem Stein und urigem Flusslauf von der Rauschermühle bis zum Förstergraben.

Weil wir das Glück hatten, sogar in den niedrigeren Lagen wie dem Gölsental immer wieder einmal Schnee und in der letzten Zeit auch starken Frost vorzufinden, haben sich Ausflüge in die höheren Voralpen momentan erübrigt – noch dazu bei Online-Voranmeldung für die Schigebiet… So folgt jetzt nur eine kurze Zusammenstellung, damit das digitale Tourenbuch nicht zu kurz kommt!

Samstag, 13. Februar: Von der Geiseben zur Josef-Franz-Hütte auf dem Geisbühel.

Faschingsonntag, 14. Februar, Schwarzenbachhöhe

Dritte “Winter-Zuckertour” am Faschingmontag, 15. Februar zur Gföhlberghütte:

Die Route führt vorbei am verschneiten Zungen-Müusedorn-Standort – allerdings nicht genug verschneit, denn die Rehe lassen sich diese Delikatesse nicht entgehen und beißen fest zu!

Bilder bunt gemischt von Anni & mir… Weitere Bilder auf Facebook: Wandertipp bernhard baumgartner



Über den Zungen-Mäusedorn berichtete die „Hainfelder Stadtzeitung“ am 16. Februar 2015:

Mit den bekannten Maiglöckchen und Weißwurzarten (u. a. Salomonssiegel) und dem in der Floristik verwendeten (in Österreich aber nicht vorkommenden) Stech-Mäusedorn gehört der Zungen-Mäusedorn zu einer gemeinsamen Pflanzenfamilie innerhalb der Liliengewächse. Er ist eine immergrüne, bis etwa 30 cm hohe ausdauernde Pflanze von höchst eigenartigem Bau. Betrachtet man die Abbildung, erkennt man die winzigen Blüten und die auffallenden roten Beeren scheinbar auf der Fläche von Laubblättern. Tatsächlich handelt es sich jedoch bei den vermeintlichen Blättern um laubblattartig verbreiterte Äste (sogenannte Phyllokladien), an deren Abzweigungen die eigentlichen Blätter nur schuppenförmig ausgebildet und daher kaum bemerkbar sind. Auf der Oberfläche dieser Phyllokladien sitzen Blüten und Früchte in den Achseln keilförmiger Hochblätter. Als Blütezeit wird zwar März bis April angegeben, jedoch sind bereits im Hochwinter Knospen, Blüten und zugleich die Beeren der Vorjahresblüte zu beobachten. Von alten, zerfallenden Phyllokladien bleibt oft nur das „Fasergerüst“ übrig, weshalb der Zungen-Mäusedorn volkstümliche den Namen Hadernblatt trägt. Der Zungen-Mäusedorn ist eigentlich in den nördlichen Mittelmeerländern beheimatet. Der Standort am Kirchenberg ist umso bedeutender, als von dieser zweihäusigen Pflanze (männliche und weibliche getrennt) beide „Geschlechter“ in zahlreichen Exemplaren und auf einer geschätzten Fläche von einigen hundert Quadratmetern vorhanden sind. Den zahlreich vorhandenen Beeren (übrigens zwar nicht giftig, aber auch von keinem anderen Nutzen als für die Verbreitung) entspricht ein erfreulicher Nachwuchs an Jungpflanzen. Daran ist die Beständigkeit des Zungen-Mäusedorn am Kirchenberg einzuschätzen, wenn dieses einzigartige „Naturdenkmal“ vor einer unbedachten Beeinträchtigung geschützt werden kann.

Zur Erläuterung der neuesten Facebook-Beiträge über diese überaus interessante Pflanze mein Bericht in der Hainfelder Stadtzeitung (siehe oben).

Bilder vom Liasnböndl / Hainfelder Kirchenberg am 4. November 2020.

Höger, Hegerberg… gibt es etliche, die Gipfelnamen bezeichnen immer eine etwas hervorstechende Gestalt, relativ nach der betreffenden Umgebung. Der beliebte Hegerberg bei Michelbach und Stössing befindet sich im Wiesenwienerwald, der Türnitzer und der Hohenberger Höger (letzterer Hegerberg laut ÖK) flankieren das obere Unrechte Traisental. Mein diesmal beschriebener Berg, lokal vulgo Häherberg, ragt zwischen Ramsau und Kleinzell auf, in der ÖK als Höhenberg, mit 1027 m der nördlichste Tausender in dem vom Hainfelder Kirchenberg zum Unterberg ziehenden Voralpenkamm.

Linkes Bild: Vom Blochboden (Sattel des Brunnröhrensteigs vom Dürrholzer Kreuz) aus gesehen ganz rechts, links Schwarzwaldeck, dazwischen Ausblick über Wiesenwienerwald bis zum Waldviertel mit Jauerling. Rechtes Bild: Vom Hainfelder Kirchenberg ganz links vor dem fernen Schneeberg. Jedenfalls allseits ein steiler, nur gegen Osten (Ramsau) zu etwas abgeflachter Bergkegel. Gleich vorweg genommen – dicht bewaldet, die Aussicht besteht nur aus Durchblicken zwischen den Stämmen am Bergrand. Von allen Seiten markant zu sehen, aber selbst ohne Ausblick. Höchstens für Tausendersammler (Werner Tippelt) lohnend oder wegen… (kommt noch).

Für mich (als in Hainfeld aufgewachsen) ist der Höhenberg ein “Kindheitsgipfel”, nicht nur weil ich ihn täglich vor Augen hatte. Sondern auch, zwar nicht so sehr wie der Kirchenberg,  weil ich ihn mit meinen Eltern ein- oder zweimal im Jahr bestiegen habe. Damals und auch noch heute ein ganz schön ausgiebige Tour – auf der Ramsauerstraße ins Landstal, über die Mühlleiten (vermutlich) oder durch den Heugraben und über die Schönleiten zum Unter-Höhenberger. Von diesem heute noch bewirtschafteten Bauernhaus (Stainacher) an den zwei nur mehr als Land- oder Jagdhäusern bestehenden Gebäuden vorbei (Ober-Höhenberger) bis zum folgenden Wiesensattel westlich vom damals noch ziemlich unbekannten Gaisberg (inzwischen Hausberg von Ramsau mit zeitweiligem Schiliftbetrieb des Berg- und Sportclubs). Hier verläuft weiter zum Kruckensattel die Markierung des 404-Wienerwald-Weitwanderweges (voralpiner Abschnitt). Kaum jemand von den gar nicht so wenigen Weitwanderern kommt auf die Idee,  den Höhenberg “mitzunehmen”. Für uns war es von Hainfeld aus eine stramme Tagestour mit Mittagsrast auf den damals noch nicht verwachsenen Gipfelwiesen, wo wir einmal (wohl um Pfingsten) eine Unmenge von “Roaslingen” gefunden haben, jener in der Gegend verbreiteten Art der Wiesenchampions.

Schon damals gab es am Höhenberg eine Marienkapelle, und in meinem ersten Wanderführer über die Voralpen an Traisen und Gölsen (Begehungen 1974/75) habe ich darüber vermerkt:

Auf den Höhenberg: … auf einen flachen Sattel (870 m = zwischen Höhenberg und Gaisberg). Hier (!) durch die Absperrung und rechts auf einem alten Fahrweg im Bogen zur Höhenberg-Kapelle. Durch hochragenden Fichtenwald gelangt man nordwestlich auf die wiesige Gipfelfläche mit überraschend schönem Ausblick bis Schneeberg, Hochschwab, Jauerling und Wienerwald (2020 längst dichter  Fichtenforst, improvisierte kleines Gipfelkreuz mit Vermessungsplakette, daneben Vermessungsstein). Der “Häherberg” (ortsüblicher Ausdruck) war zur Erbitterung vieler einheimischer Bergfreunde in den letzten Jahren als Jagdgebiet gesperrt, obwohl er seit jeher als beliebte Bergwanderung galt!

Der LILIENFELDER HEIMATKUNDE (Band 3 von 1964) entnehme ich folgende Angaben zur KAPELLE SANKT MARIA AUF DEM HÖHENBERG PFARRE RAMSAU:

1879 brachte eine Frau aus Schwarzenbach an der Gölsen namens Maria Gaupmann an einem Baum auf dem Gipfel des Höhenberges ein Marienbild an, Inschrift nach Pfarrchronik Ramsau: “Eine Frau in Schwarzenbach sah auf dem Höhenberg Lichtstrahlen aufblitzen und gegen ihr Haus hinzielen. Die Gottesmutter erschien ihr und gab ihr den Auftrag, eine Kapelle auf dem Höhenberg zu bauen. Dies geschah auch, und bald wurde der Höhenberg das Ziel zahlreicher Pilger.” Weitere Daten – neue Kapelle 1942 (Pilgerziel während der Kriegsjahre), am Kriegsende unbeschädigt (obwohl dort verschanzte deutsche Soldaten auf dem Holzfußboden ein Feuer entzündet hatten). 1962/63 neu in fester Bauweise mit kleinem Zwiebelturm samt Glocke, Altar Spende von Weikersdorfer (damaliger Fabrikant in Ramsau), Marienstatue mit Jesuskind aus Lindenholz von einem akad. Bildhauer).

Bilder von unserer Wanderung am Silvestertag 2020.


Weil unsere fast täglichen “Auslüfttouren” alle im facebook (Bernhard Baumgartner oder Wandertipp bernhard baumgartner) zu finden sind, kommen in diesen Blog nur die etwas ausgiebigeren Wanderungen. Eine solche war am letzten Sonntag von 2020 angesetzt. Ziel einer unserer alten Lieblingsberge – der Unterberg. Aber nicht von Ramsau und schon gar nicht von dem (aus dem Gölsental nur mit langem Umweg erreichbaren) Piestingtal zum Naturschneegebiet. Sondern vom aus jeder Richtung abgelegenen Rohr im Gebirge, wobei die Zufahrt über Kleinzell und Kalte Kuchl allein schon ein lohnendes Landschaftserlebnis bietet. Vom grünen Gölsental (auch am 4. Jänner noch immer so ausschauend) hinein ins Weiß der höheren Voralpentäler, wo es beim Hof im Gries (Schweiger, Gasthof leider schon länger geschlossen) schon tiefwinterlich ausschaut.

Meine (schon oft beschriebene) Idealrunde geht so: Gries – Heuweg – Blochboden – Unterberg – Schutzhaus und Marienkapelle – Blauboden – Miragraben – Gries.

Bei den derzeitigen Schneeverhältnissen als Fußmarsch leicht zu machen, für Schneeschuhe und Tourenschi ist einfach zu wenig Schnee, aber immerhin alles schön angeschneit und in winterlichem Glanz, an diesem Tag samt der weitreichenden Aussicht. Weil der Einstieg zum Heuweg (von der Forststraße Richtung Griesler Gscheid und Dürrnholzer Kreuz abzweigend) zumal bei Schnee womöglich nicht einfach zu erkennen wäre, nehmen wir zuerst die Forststraße in den Miragraben hinein, zweigen aber bereits bei der ersten links wegführenden Forststraße vom Talweg ab. Die Hänge und Böschungen unter- und oberhalb der leicht steigenden Forststraße, die sich in den Nordhang des Unterberges fortzusetzten scheint, sind sehr steil und unwegsam. Daher Geduld, wo der Hang des vom Gipfel kommenden Westkammes schon halbwegs umrundet ist, zeigt sich der alte Heuweg deutlich als tiefe Karrenspur querend, und hier geht es kaum mühsam in den steilen Bergwald rechts haltend hinauf. Später am Kammrücken entlang, werden die südlichen Felsabbrüche erreicht (beiderseits des Miragrabens treten die Wettersteinkalk der Ötscherdecke markant hervor), und schon weitet sich der Blick nicht nur nach Westen, sondern auch eindrucksvoll zum nahen Schneeberg.

Richtig interessant wird es allerdings erst, wo die Felsstufen des Westkammes auftauchen und wir geradeaus vom alten Karrenweg weiter aufsteigen – erster Höhepunkt, auch zum Fotografieren! Das Panorama reicht (gegen W und NW) vom Gippel und Göller, an der Jochart vorbei zum Türnitzer Höger, dazwischen schon weit entfernt und relativ klein der Ötscher. Das Reisalpenmassiv mit dem Hochstaff und Ebenwald / Schwarzwaldeck dominiert den Ausblick ins Alpenvorland, rechts vom Hallbachtal der Unterberg (den wir bald darauf bestiegen haben), über den Wiesenwienerwald und das Mostviertler Hügelland hinweg ist auch das (ebenfalls verschneite) Waldviertel gut zu erkennen.

Der nächste Höhepunkt ist eigentliche eine Verflachung des Kammes am Blochboden mit der Einmündung des Brunnröhrensteiges vom Dürrholzer Kreuz her (404-Markierung). Hier pfeift der föhnige, aber eiskalte Südostwind schon ganz heftig daher! Der Schneeberg erwehrt sich gerade noch der bedrohlichen Föhnkappe, und über die eisige Fläche weitergehend, glaubt man schon in eine unendliche Weite hinein zu schauen – ist auch so, denn hinter den letzten Gipfeln der Gutensteiner Alpen liegen schon die Ebenen des Ostens. Eigentlich hätten wir nun, nahe der gut sichtbaren Riedmüller-Jagdhütte (des Hainfelder Brauereibesitzers, der auch meinen Vater als maurer- und bergkundigen Nachbarn einst mit dem Aufbau des Gipfelkreuzes beauftragt hat, muss etwa um 1949 gewesen sein) in den Miragraben absteigen. Aber so erwischen wir nur vor dem eigentlichen Gipfelanstieg den markierten Querweg zum sog. Unterberg-Gscheid mit der Schutzhütte und der Marienkapelle. Obwohl des ÖTK-Haus sicher geschlossen ist, ob der Schilift betrieben ist für mich dort oben fraglich, tummeln sich – wie überall auf den Bergen und im Schnee – beim Lockdown der Coronaepidemie ein Menge luft- und schneehungriger Wanderer samt Kindern und Hunden! Sogar unten beim Gries stehen dann schon ein Dutzend Autos!

Beim folgenden unverzüglichen Abstieg durch den Miragraben ist der Nachmittag schon recht fortgeschritten, zumal jetzt bei der kürzesten Tageslänge. Trotzdem bieten die Eiszapfen der kleinen Klamm noch einige Motive, bevor wir wieder im Gries beim Auto anlangen und die Heimfahrt antreten. Wieder einmal wunderschön, unser geliebter Unterberg, und die Bilder davon stammen von Anni und mir – ohne Konkurrenz, eher in der unterschiedlichen Bildauffassung jedenfalls bereichernd!

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