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In meinem Blog unter “Seiten” zu finden!

Neuerscheinung 2019 meines mehrfachen Autorenpartners WERNER TIPPELT:

Das “Jahrhundertwerk” über die Ybbstaler Alpen, empfohlen als Kombi mit “Ötscher” (von 2001, bereits in 3. aktualisierter Auflage) bei QUEISER.

28. November, Tage voll Nebel in den Niederungen und Sonne auf den Bergen, ganz normal für diese Jahreszeit – die letzten Blätter fallen, und der Zuflug von sonst seltenen Vögeln (wie Schwanzmeisen) zum Futterhaus lässt an bevorstehende Kälte denken. Aber noch ist es nicht soweit, und in Verbindung mit einem Besuch in Maria Lanzendorf ist sogar bei der gegenwärtigen Klimadebatte eine Fahrt in den Nationalpark-Donau-Auen irgendwie vertretbar… insgesamt waren es dann 250 km (MaLa 150 km, also eher ein kleiner Ausflug im Nahbereich, wenn man es so betrachtet).

Beim Blick von Gießhübel über die Ebene ergibt sich ein bizarrer Eindruck – die höchsten Etagen der Hochhäuser am Wiener Stadtrand ragen aus dem Bodennebel heraus, zu Glück lichtet sich dann das Gewölk etwas, um gegen Hainburg zu wieder von dichterem Nebel abgewechselt zu werden. Aber am Strom selbst macht das wenig aus, das Blickfeld ist ohnehin im Nahbereich… Vollkommen ruhig ist es in Stopfenreuth, nur die “Eintrittspforte” in den Nationalpark ist völlig neu (für uns nach schon längerem Besuch), die einstigen (in meinen Beschreibungen erwähnten) Uferhütten sind verschwunden, leider auch die guten Infotafeln unterwegs.

Erster Eindruck sind die gewaltig hohen Baumriesen selbst im nähesten Uferbereich. Die zum Wasser hinführende Fläche ist ungewohnt breit und zeigt alles nur möglichen Einzugsgebiete der Donau in den Schotterablagerungen. Wir gehen ein Stück dort entlang und wechseln erst später auf den Treppelweg, der schon hier eine Aulandschaft bietet.

Nun kommt schon die Schwalbeninsel in Sicht, allerdings durch einen Wasserkanal getrennt und erstaunlich bei dem herrschenden Niedrigwasser – erst weiter westlich gibt es einen trockenen Übergang, zu dieser Zeit könnte man ja dorthin gehen, nicht aber so im Frühjahr und Sommer, wenn die Vögel im Kies brüten (etwa Flussregenpfeifer). Die Ausblick sind eigentlich recht malerisch, wir warten aber schon auf die Abzweigung in den Aubereich (die erste markierte Stelle mit dem Stopfenreuth-Rundweg haben wir nicht beachtet).

Dann kommt das bezeichnete Ende des Treppelweges, und ein Forstweg führt rechts durch den Auwald und über eine Lichtung mit Roßkastanienbäumen zu dem schon erwarteten Altarm – das erste Gerinne fast ausgetrocknet und daher umso wilder wirkend, dann eine von Schilf gesäumte ausgedehntere Wasserfläche. Wir folgen dem Fahrweg weiter und kommen auf die große Wiese vor dem Hubertusdamm (nun nur mehr Marchfeldschutzdamm genannt).

Irgendwo sind wir dort seinerzeit rechts abgezweigt und zur Querung des Altarms näher an Stopfenreuth gelangt bzw. direkt zur Zufahrtsstraße beim Zollwache-Denkmal. Ohne Karte und eigenen Führer gehen wir, noch dazu bei dem Wetter und nach schon längerer Strecke, kein Risiko ein und benützen die Dammkrone für den Rückweg. Erst bei der nächsten Wiese, wo wieder ein Fahrweg in die Au leitet, zweigen wir ab und kommen zur zweiten Altarmquerung bei der Rundweg-Markierung. Zum Schluss geht es wieder auf dem Treppelweg – bei ungeänderten Wetterbedingungen, aber gar keinem so schlechten Fotolicht – zurück zum Parkplatz beim Nationalparkeingang, insgesamt 2 1/4 Stunden.

Für heuer genug von den Niederungen, jetzt wird es erst interessant auf den Bergen mit erstem Raureif und Schnee, der Auwald und das Weinviertel heben wir uns für´s Frühjahr auf – und dann mit dem Rad!

Ziel Tirolerkogel, aber Annaberger Haus geschlossen (von 18. November bis 6. Dezember). Zuerst einmal einparken bei der (leeren) Postbruck-Kehre, Aufstieg über die Wiesen (werden im Mähbereich gerade abgehäckselt), am Gscheid schon spürbarer Wind, aber volle Sonne, gleich danach von einem Wanderer erfahren, dass die Hütte zu ist…

Schneebergblick perfekt schon beim Aufstieg zum Specktal, aber wegen der geschlossenen Schutzhütte Route geändert (schon einmal in Gegenrichtung gemacht): Nach dem “Lawineneck” auf der Forststraße durch das Specktal queren und anschließend am Südhang mit schönen Ausblicken im Bogen hinunter zur Ebenbaueralm.

Gleich am Sattel der Ebenbaueralm (auf der Annaberger Seite) die rechts ansteigende Forststraße entlang, mit zwei Kehren hinauf ins Schlaggelände und nach der dritten Kehre direkt im lockeren Hochwald(rest) den Kamm entlang weiter bis kurz vor die Felskanzel und über den Zaun auf die ostseitige Almfäche des Törlsteins. Wieder einmalig der Blick zum Ötscher, aber auch über Göller und Gippel zum freien und tief verschneiten Schneeberg, südlicher Horizont im Föhnstau, aber um den Hochschwabgipfel überraschend frei.

In der Almmulde östlich vom Törlstein gibt es am Waldrand gegenüber ein Gruppe von Käferbäumen!!! Fast übersehen, denn auf der Wiese lagert ein “Drache”…

Ein tolles Fotomotiv aus “künstlerisch” verwitterten Altholz! Dann geht es auf dem üblichen Weg weiter zur Ebenbaueralm, die Forststraße hinunter zur Walsterursprung-Abzweigung und über das Gscheid zurück zum Ausgangspunkt – 3,5 Stunden mühelos gewandert, völlig einsam, herrliche malerische Stimmungen!

Schon bei der Arbeit für den Naturparkführer Ötscher und erst recht für das Wandererlebnis Ybbstaler Alpen (mit Werner) habe ich als Fototour eine Rundfahrt ins Ötscherland unternommen, damals allerdings bereits im Oktober zur Zeit der schönsten Laubfärbung. Jetzt Mitte November schien es dafür fast schon zu spät – aber: indem es schon einmal kräftig heruntergeschneit hat, sind die höheren Gipfel und natürlich der Ötscher noch schön weiß (glaubte ich zumindest) und ergeben einen interessanten Kontrast zu den noch etwas färbigen Voralpenhöhen. Daher am 16. November, nach dem Sturmtag auf dem Geisbühel, auf zur Fahrt rund um den Ötscher (jedenfalls an der Nordseite).

Erster Stop auf dem Joachimsberg – der Ötscher ist, abgesehen von einem kleinen Wolkenrest in der Nordwand, völlig frei, und wegen der föhnig extrem klaren Luft sieht man “fast jeden Stein”, trotz mangelnder Sonne super! Dann geht es über Reith nach Erlaufboden und Trübenbach, dort grasen die von der höheren Brandgegend hier heruntergebrachten zahlreichen Schafe. Für die Panoramastraße gilt schon Wintersperre, sie ist bei diesem milderen Wetter (hinab nach Erlaufboden muss schon Schnee gewesen sein, daher Sandstreuung) selbstverständlich frei, aber man muss sehr auf die zahlreichen von den Felsen herabgefallenen scharfen Steinbrocken aufpassen.

Nach diesem fast schon “Flugbild” beim Halt über dem Strudeleck folgt die auf der Hangverflachung unter der Brandmauer gelegene Einschichtsiedlung der Brandgegend. Sieht ziemlich vereinsamt aus, wenn auch auf lange Strecke überall die Elektrozäune der sommerlichen Schafweiden herumhängen. Zufahrt ist übrigens vom Trefflingtal her, an den Schneestangen erkennbar. Gegenüber sichtbar das Gegenstück – die Häusergruppe von Nestelberg “IM SCHATTEN DES ÖTSCHERS” (wie das Bild ausdrücken soll).

Weiterfahrt über Trefflingtal – Puchenstuben – Winterbach – Sattel Kreuztanne – Richtung Frankenfels,  aber im Tal (vor der Laubenbachmühle-Abzweigung) links abbiegend hinauf zum Schlagerboden. Die auch botanisch bemerkenswerte Schlagerboden-Polje ist fast nicht erkennbar, bei der herrschenden Trockenheit nur eine gemähte (derzeit weniger) sumpfige Wiese. Der Ötscher tritt nun etwas in den Hintergrund, nur der höchste First schaut über die Puchenstubener Bergzüge drüber, dafür zeigt sich (ziemlich verwolkt) im Osten der Schneeberg, und im Südwesten ragt ganz erstaunlich scharf das Felshorn der Stumpfmauer im Bergstock der Voralpe bei Hollenstein im Ybbstal!

Der Schlagerboden ist überhaupt eine “Traumlandschaft” (wenn man nicht dort oben wohnen muss, wahrscheinlich), so nahe dem Ötscher erstreckt sich eine malerisch gegliederte Landschaft mit ihren bergbäuerlichen Einzelhöfen. Bestens erschlossen durch eine asphaltierte Bergstraße (als Güterweg tituliert), und diese müssen wir im Frühjahr oder Sommer unbedingt befahren – mit den E-Bikes sicher kein Problem…

Mit etwas Glück (und nach den Markierungstafeln des Pielachtal-Rundwanderwegs) versäume ich die Abzweigung rechts zum Frankenfelsberg nicht. Dort zeigt sich der Ötscher noch prächtiger, unmittelbar über dem Einschnitt des Nattersbachtals. In mehreren Kehren geht es stellenweise steil hinunter nach Frankenfels (da darf uns bei der Radtour halt der Strom im Akku ja nicht ausgehen!). Heimfahrt durch das Pielachtal und wieder über die Geiseben, Fahrzeit gute drei Stunden und insgesamt 128 km, also ein “Vierziger” für diese Bergstrecken war ja ganz schön flott, die Fotostopps noch gar nicht eingerechnet. Bilder sehr spätherbstlich, aber es zahlt sich aus, zu so ungewohnten Jahreszeiten zu fotografieren. Die Rohbilder wären aber – trotz des ganz dunkel und klar dastehenden Ötschers – ohne Bearbeitung kaum brauchbar (allerdings nicht intensiv, nur Mittel- und eventuell Vordergrund aufgehellt, helle Passagen etwas abgedunkelt, Kontrast ein bisschen verstärkt, aber ebenso sparsam wie die erhöhte Farbtemperatur).

3. November: Spaziergang zum Taurer in Lilienfeld, noch immer vollgefärbtes Laub auf den nahen Voralpengipfeln, über dem Flachland bis ins Waldviertel dichte Wolkendecken.

8. November: Gipfelrunde im WIESENWIENERWALD über die Kukubauerhütte, Lärchengold und letztes buntes Laub, höhere Berge – Schneeberg und Ötscher gerade noch frei, interessanter Durchblick an der Gemeindealpe vorbei zur Kräuterin – sind schon schneeweiß.

10. November: An der Rabensteiner Sonnseite, aber bereits bei heranrückender Störung aus Nordwest, trotzdem malerische Eindrücke am tut gut-Weg Nr. 3

15. November: Am Leopolditag von der Geiseben zum Geisbühel, bei fast schon orkanartigem Föhnsturm – die letzten Blätter fliegen, aber es ist immer noch so mild, dass der Schnee sogar auf den höheren Bergen wegschmilzt.

“Gemischte” Bilder von Anni und mir! Alles weitere im Facebook: Bernhard Baumgartner Autor & Wandertipp bernhard baumgartner

Das Wetter am Allerheiligentag (jetzt schon gute zwei Wochen zurückliegend) war ideal für eine Schneebergtour – allerdings nur “halbwegs”. Nicht hinauf zum sicher schon toll vereisten Gipfel, sondern sozusagen auf niedrigerer Etage mit Gipfelblick! Dazu bietet sich immer wieder die Schoberkapelle mit der Mamauwiese an, noch dazu vielleicht gleich als Vorbereitung für eine Langlauftour, wenn diesen Winter genug Schnee sein sollte. Allerdings vom Klostertaler Gscheid her über den Römerweg, was wir wegen der lästigen Nebellage aber diesmal vermeiden wollten…

Startpunkt Gasthof Wilsch – zweite Überraschung, erste war die gerade noch bemerkte Umleitung beim “Schloss” Somaruga im Klostertal über die Forststraße, statt der Zufahrt durch die “Klamm” kurz vor dem Klostertaler Gscheid. Den “Wilsch” gibt es nicht mehr, heißt jetzt ausschließlich Berggasthof Mamauwiese (neuer Besitzer, Tel. 02634/72088), Zufahrt vielleicht ein Problem mit der Gemeinde Gutenstein? Jedenfalls ist das Pachtpersonal sehr zurückhaltend mit Auskünften….

Wir sind gerade zur rechten Zeit gekommen – Lärchen und Birken färben sich golden, und der Schneeberg löst sich gerade aus den Hochnebeln. Besonders die Mulde Richtung Weinfurt schaut ganz malerisch aus, und über den Sattel Richtung Schoberkapelle hinweg rieselt noch der Anraum vom jüngsten Schneefall von den Wetterbäumen. Die Schoberkapelle ist mir als attraktivster Fotoplatz in Erinnerung, als wir einmal Schober und Öhler überschritten haben (die lohnendste Tour bei Auffahrt zur Mamauwiese), aber diesmal erwischen wir die “Bildblicke” fast noch perfekter, indem wir gegen den Schober ansteigen und einem Forstweg am südseitigen Waldrand folgen.

Damit aber noch nicht genug, denn von der Schoberalm folgen wir nicht dem im Schatten liegenden Weg zur Weinfurt, sondern wandern über den Wiesenhang westwärts hinauf. Das ergibt auf der verwachsenen Sattelhöhe gegen die Mamauwiese noch ein Herumkraxeln in Gestrüpp und Weidezäunen, aber dafür bieten sich hier auch die schönsten Motive an.

Gemütlich zum Gasthof hinunterbummelnd, ergeben sich immer noch “malerischere” Schneebergblicke, aber trotzdem zieht es uns schon mehr hinein zum Schmausen – das kann man im Berggasthof wirklich, überraschend ambitioniert die Speisekarte und vorzügliche Küche, Bier- und Weinkarte auch verlockend, aber unsere Tagesfahrt ist ja leider noch nicht aus…

Der Nachmittag rückt jetzt nach der Zeitumstellung schon viel rascher vor, und nach 15 Uhr muss man sich spätestens an die Heimfahrt machen, überhaupt wenn insgesamt 130 km zusammenkommen (nichts gegen das Weinviertel, zu den Leiser Bergen waren es insgesamt 250 km). Nach diesem wirklich gelungenen Tag ist außerdem endgültig klar – die schönen Herbsttage sind vorbei, und es geht nur mehr spätherbstlich und immer kahler dem Winter entgegen…

Kis-Balaton / der “Kleine” Plattensee – mit Büffelreservat und historischem Schauplatz Zalavar

Im Lauf der Jahre haben wir (zuletzt sogar mit Radtouren) schon ziemlich alle Gegenden um den Plattensee erkundet – ausgenommen die Berge nordöstlich der Stadt Keszthely (Keszethelyi hegyseg) und den “Kleinen Balaton”, das Flachsee-, Sumpf- und Vogelschutzgebiet (von internationaler Bedeutung) im Südwesten, ungefähr zwischen der Kreisstadt Keszthely und dem bekannten Kurort  Zalakaros. In diesem Ortsnamen steckt der Fluss Zala, den wir auch kurz kennenlernten, und beim Startpunkt Zalavar hätten wir uns eigentlich denken können, dass diese Örtlichkeit irgendetwas mit Burg zu tun hat.

Mittwoch, 29. September 2019

Abfahrt mit aufgepackten Rädern von Tapolca (Hotel Pelion) Richtung Szigliget und mit der Umfahrung von Keszthely über die Straßen Nr. 71 und 76, zuletzt beim Flugplatz vorbei zur Ortschaft Zalavar, Parkplatz bergwärts in einer Seitenstraße. Weiter geht es jedoch am Fuß der niedrigen Hügelkette entlang geradewegs auf der als Radroute ausgewiesenen Landstraße südwärts. Beim Verbindungskanal zwischen dem näher am großen Balaton verlaufenden Zalafluss mit dem Feneki-to (Kis-Balaton II) und dem weit größeren Hidvegi-to (Kis-Balaton I) machen wir den ersten Halt. Nach der Brücke rechts abgeschwenkt, ergibt sich nach der bisher eher eintönigen Landschaft ein überraschender Blick auf eine Erweiterung des Flusses mit zahlreichen Wasservögeln.

Danach geht es wieder auf der kaum von Autos befahrenen Straße schnurgerade und eben bis zu einer auffallenden, westlich abzweigenden Allee (Zufahrt für die Kanyavari-Insel) bei Fenyvespuszta / Allatsimogato, einer Hofgruppe mit Streichelzoo. Wir wollen aber noch weiter zum berühmten Büffel-Reservat, daher ohne Abschwenker durch die endlos langgezogene Ortschaft Balatonmagyarod, ein Straßendorf mit schlichten Häusern und Kirche, anschließend wieder freies Gelände mit abgeernteten Feldern ringsum, zu einem kaum hervorstechenden Hügel mit Straßenabzweigung. Hier geht es östlich zum schon angekündigten Büffel-Reservat, einen sanften Hügel überquerend in eine waldige Senke, wo schon der Parkplatz dieser Nationalpark-Attraktion auftaucht: Infozentrum mit einfacher Ausschank, museal eingerichtet, außerhalb springen schon die Streichelzoo-Ziegen herum. Ein kleines Stück entfernt befinden sich die Stallungen mit einem weiteren Museumsraum. Von den Büffeln ist noch nicht viel zu bemerken, aber dafür huschen Ziesel wie selbstverständlich zwischen ihren Erdlöchern herum!

Bei den Stallungen beginnt ein Lehrpfad, der in weitem Bogen die Station umkreist und weite Ausblicke in die typische Paßtalandschaft ringsum ermöglicht – eigentlich eine mit einzelnen Gebüschen und Baumgruppen bewachsene Grassteppe. Zuerst widmen wir uns aber dem Schauraum, vor allem durch die alten Bilder interessant. An der Umzäunung zwischen Lehrpfad und Freigelände entlang, gibt es immer wieder Hinweistafeln zur Geschichte der Pußtabüffeln und über ihre Lebensweise.

Die Büffel sieht man beim anschließenden Rundgang, einzeln oder in kleinen Gruppen und sogar mit Jungtieren, relativ nahe, das heißt in mittlerer Teleentfernung. Die Tiere kamen im Lauf der frühmittelalterlichen Völkerwanderung mit den Steppenvölkern aus Innerasien in die Ungarische Tiefebene. Sie lebten hier eher domestiziert als nützliche, an das Klima und die Steppenlandschaft angepasste Haustiere, wahrscheinlich auch in Herden frei lebend. Ihre Eigenheiten sind bei den Infotafeln sehr gut beschrieben, wegen ihrer geringen Behaarung suchen sie zum Schutz vor Insekten gerne sumpfige Stellen auf, um sich darin zu suhlen. Ihr beim Herumweiden abgegebener Kot dient sozusagen zum Misten des Geländes. Weil es in der Kleinen und (in der mir nicht bekannten) Großen Ungarischen Tiefebene trotz der vielen Ruderalgebiete kaum mehr unberührte Natur gibt, wären frei laufende Büffel wohl schon längst ausgerottet. Die noch vorhandenen Bestände leben in Reservaten konzentriert, zu deren größten dieses am Kis-Balaton gehört.

Einem der bedrohlich wirkenden Büffelbullen möchte man, wie auch den Muttertieren mit ihren Kälbern, nicht zu nahe kommen. Aber die Abzäunung sorgt ohnehin für Sicherheit, und mit einem (empfehlenswerten) Fernglas hätten wir die Tiere natürlich noch genauer beobachten können. So verlassen wir uns auf unsere Teleobjektive, während wir rund um die Station wandern und zunächst die Büffelgruppen an der Südseite ins Visier nehmen.

An der Nordseite des umzäunten Geländes gibt es noch einen interessanten Beobachtungspunkt – in einer Mulde zieht eine Steilböschung entlang, in deren Löchern wir einen seltenen Vogel bemerken – Bienenfresser!

Nach fast zwei Stunden Aufenthalt fahren wir auf derselben Strecke zurück, um bei Fenyvespuszta durch die schon erwähnte Allee zur Insel Kanyavari-sziget abzuzweigen. Diese Zufahrt endet bei einem weitläufigen Parkplatz mit allen möglichen “Standeln” – unzweifelhaft ein vielbesuchter Standort! Für den Kis-Balaton ist das der einzig öffentlich zugängliche Platz, sonst sind die Naturschutzgebiete nur im Zug von Führungen zugänglich. Vor uns ragt eine riesenhaften, noch dazu hölzerne Bogenbrücke auf, Stiegen beiderseits (zum Glück müssen wir da nicht die schweren E-Bikes hinüberschleppen, weil wir nur einen Spaziergang unternehmen wollen). Vom Brückenbogen malerischer Ausblick beiderseits über den Wasserkanal, alle möglichen Wasservögel zeigen sich noch dazu. Leider haben wir fotografisch jetzt ein unbedachtes Problem – leere Akkus, Reserve im Hotel… also bleibt uns nur Annis Handy mit Kamera, wobei mir aber im Nachhinein das Übernehmen der Fotos und die Bearbeitung gar nicht so einfach fällt, die Qualität gegenüber den Kamerabildern unbefriedigend, aber immerhin haben wir einige Bilder davon mitbringen können.

Die Kanyavari-Insel ist eigentlich ein Freizeitpark mit naturkundlichem Schwerpunkt, ein Haubentaucher-Lehrpfad ist nicht sehr eindrucksvoll präsentiert, besser schon der Ausblick von einem hohen hölzernen Aussichtsturm, umgeben von zahlreichen Rastplätzen, zum Glück allzu dicht besucht; für uns zu einer verspäteten Mittagsrast gerade richtig. Dann geht es über die Holzbogenbrücke wieder zurück zu den Rädern und Richtung Allee. Die Angaben in meinem Radwegführer sind anschließend perfekt, denn gerade zwischen Auwald und Allee zweigt ein neuer Radweg ab. Dieser führt auf und neben Dämmen den Kis-Balaton-See entlang, quert die Zala-Mündung, wo wir anfangs die vielen Vögel gesehen haben und mündet nach einigen Kilometern aussichtsreicher Strecke in die Landstraße, wo es rechts nach Zalavar zurückgehen soll. Kurz nach der Kreuzung aber noch eine Überraschung!

Wir kommen beim Kis-Balaton-Haz, dem Informationszentrum, vorbei und treffend auf erstaunliche historische Spuren. Am auffallendsten ist ein tempelartiges Gebäude, daneben Denkmäler und rekonstruierte Baufundamente. Hier befand sich um 800 ein religiöses Machtzentrum, als die Herrschaft des Deutsches Reiches nach dem Sieg über die Awaren bis weit in die Ungarische Tiefebene ausgedehnt wurde. Zalavar heißt eigentlich Zala-Burg, und von hier aus erfolgte unter den Missionaren Cyrill und Method die Christianisierung bis der Einfall und die Ansiedlung der Ungarn diese Entwicklung wieder veränderte. Infotafeln auch in Deutsch geben einen Einblick in die erstaunlichen historischen Ereignisse!

Eigentlich sollte man sich hier länger aufhalten und das Kis-Balaton-Haus mit seinen Informationen voll ausnützen. Wir müssen uns mit einem Schnupperaufenthalt begnügen und fahren bald weiter einen Hügel mit der Kirche im Zentrum von Zalavar hinauf – ringsum Naturgelände, ideal zum Herumwandern, vor allem zu einer früheren blütenreichen Jahreszeit! Im etwas verwirrend angelegten Ort finden wir uns fast nicht zurecht, erwischen aber dann doch die richtige Ausfahrtsstraße und landen bergab wieder bei unserem Parkplatz. Die Rückfahrt über Keszthely ist auch noch etwas schwierig zu orientieren, aber den Hauptstraßen nach kommen wir über Szigliget gut zurück nach Tapolca, die 103 km Autokilometer und die relativ lange Radstrecke haben sich wirklich gelohnt!

Tour von Tapolca / Hotel Pelion aus – zuerst nach der Karte ausgetüftelt, dann im Gelände gesehen: als “Weinroute” bezeichnet, nahe der Halbinsel Tihany und den bekannten Kurort Balatonfüred berührend. Zufahrt mit Auto über die Hauptstraße bis Aszofö, dort bemerkt, dass der Schlüssel für den Radträger im Hotel zurückgeblieben ist – 80 km unnötig gefahren… Daher erst um 13 Uhr Start beim Ort Aszofö neben dem Radweg, also eigentlich ein Nachmittagsfahrt, dafür recht gutes Wetter.

Durch den kleinen, neben der Hauptstraße gelegenen Ort bergauf und auf einer mäßig steigenden Nebenstraße zwischen Ruderalen und Weingärten Richtung der “Oberstadt” von Balatonfüred. Dass man beim Radfahren nicht so viel fotografiert wie beim Wandern, beweist der Mangel an einem Foto von der schönen Aussicht über die Halbinsel Tihany und den Plattensee… Dann erreichen wir die bergseitigen Stadtteile von Balatonfüred, im Gegensatz zum übrigen (unteren) Stadtgebiet eigentlich fast dörflich wirkend. Bei einer Kirche wendet sich die Richtung- eigentlich verläuft laut Radführer und Karte hier eine Radroute, aber diese besteht nur aus einer Nebenstraße… wie ein paarmal bemerkt (aber in den Führerkarten so eingetragen, zugegeben). Die Steigung ist beträchtlich, dafür der Verkehr mäßig (eher rücksichtsvolle Autofahrer!), Ausblicke immer schöner, aber beim Bergauffahren bleibt man am wenigsten stehen… Die Richtung stimmt, und allmählich flacher landen wir im Dorf Balatonszölös, bereits am Rand der Hochfläche nördlich des Plattensees. Hier verspätet Mittagsjause auf der verwitterten Bank eines eigentlich recht nett angelegten Rastplatzes. Biedere Dorfhäuser ringsum, einzig bemerkenswert ein mit Blumen überwachsener Glockenstuhl. Wegen einer Baustelle wird der Verkehr umgeleitet, leider in unserer weiteren Fahrtrichtung.

Zwischen diesen beiden Bildern liegt schon etwa eine Stunde Fahrzeit über die Berghöhen westwärts. Die Asphaltstraßen sind gut, Steigungen überhaupt kein Problem, noch dazu mit den E-Bikes (sonst hätten wir uns schon recht geplagt, aber dazu sind wir ja auf die Elektrounterstützung umgestiegen). Über Berghügel hinweg, durch kultivierte Mulden und in schon bunt werdenden Laubwäldern geht die Fahrt westwärts, ohne große Höhepunkte, aber recht malerisch. Bei weniger Wolken hätten wir doch mehr Bilder gemacht…. Die beiden nächsten Ortschaften heißen Pecsely und Vaszoly, jeweils mit Kirche, verstreuten Dorfhäusern, Bushaltestellen, ländlichen Wohn- und Feriensitzen, alle im Nationalpark Balaton-Oberland gelegen. Bei Dörgicse sollte allerhand Interessantes zu sehen sein, aber die angekündigten alten Kirchen verstecken sich irgendwo in ummauerten Anlagen oder Viehweiden. Hier vollziehen wir die Wende zur Talfahrt, und durch den langgezogenen Ort bergab, wobei schon der Plattensee sichtbar wird, bemerkt man viel zu schnell im Vorbeifahren am Berghang oben eine beachtliche Kirchenanlage, deren Besichtigung sich wahrscheinlich gelohnt hätte. Aber erstens ist das Wetter nicht mehr so optimal, und außerdem geht´s schon und nun immer bergab!

Aus dem Berggelände  zügig hinab, über weite Heideböden, teils ruderal oder kulitviert, zum Plattensee bei Balatonakali, anscheinend einem recht bekannten Touristenort. Bemerkenswert für uns aus einem überwiegend katholischen Land – wie im Burgenland (dem bis nach dem 1. Weltkrieg Deutsch-Westungarn) befinden sich in jedem Ort eine katholische und eine evangelische Kirche! Vor dem Ort Balatonudvari kommen wir noch dazu an einer weiteren religiösen Besonderheit vorbei, es ist das ein “gemischter” Friedhof mit christlichen und jüdischen Grabsteinen, übrigens in gut renoviertem Zustand.

Die Radroute verläuft mehrfach wechselnd auf Nebenstraßen oder auf einem Radweg entlang der Hauptstraße, zum Seeufer kommen wir erst durch einen Abstecher an eine Bucht mit Bootsanlegeplatz, sonst vielfach an Ferienhäusern oder im besseren Fall an Wald- und Riedbeständen entlang, also nur wenig Seekontakt. Indem unsere Tour nun schon bald zu Ende geht, können wir endlich an einer Einkehr nicht vorbeifahren – es ist das Vendeglö Huszar in Örvenyes, nach der Rast als Empfehlung gespeichert. Dann radeln wir schon von der Trasse Richtung Tihany bzw. Balatonfüred kurz hinauf nach Aszofö zu unserem Park- und Startplatz, insgesamt nach drei Stunden und 38 km, aber auch mit ca. 300 bewältigten Höhenmetern, gerade recht für uns!

Bei der Rückfahrt über Zanka, also teilweise abseits der Balaton-Hauptstraße, passieren wir an diesem Tag zum dritten Mal das weitläufige Kali-Becken, eine recht hübsche Landschaft im Balaton-Oberland, bekannt durch die “Steinmeere” (wie bei der ersten Tour rund um den Badacsonyberg erlebt) und naturkundlich auch wegen seiner Heideböden und Sumpfmulden bemerkenswert, allerdings eher im Frühsommer. Sehr hübsch ist im Vorbeifahren der Aufblick zum Vulkangipfel Csobanc mit der uralten, von den Habsburgern in der Zwist mit den Ungarn Ende 18. / Anfang 19. Jahrhundert gesprengten riesigen Gipfelburg. Die folgenden Bilder zeigen die reizvolle späte Nachmittagsstimmung mit einem der Vulkankegel bei Kaplantoti (dem Gulacs oder dem Thothegy?) und den Abend vom Hotel aus, von wo es nach einem intensiven Relax bei Buffet und in Bad & Sauna am nächsten Tag wieder heimgeht. Aber es folgt noch eine zwischen den bisher geschilderten Balatontagen erlebte Radtour – zu den Büffeln am Kisbalaton!

Der unglaublich schöne Oktober dieses Jahres lockte mich zu einem besonderen Naturziel, noch dazu, weil die Durchsicht meines Bildarchivs etwas unbefriedigend ausgefallen war (fehlende Digitalaufnahmen, zuletzt erwandert und fotografiert mit Karl Oswald für das “Naturerlebnis NÖ” / Residenzverlag 2000). Es war höchste Zeit dazu im Vergleich mit den Verhältnissen am Lahnsattel (14. Oktober), vielleicht der ideale Termin schon vorbei? Daher kurz entschlossen dorthin aufgebrochen…

LUNZER OBERSEE – Tour am 22. 10. 2019 -  fast ständig auf Forststraßen (6 km, im Aufstieg 2 Std.)

Zufahrt über das Pielachtal. Von Lunz am See Richtung Seehof, Parkplatz 200 m vor Restaurant und knapp vor Wasser Cluster Lunz (so heißt nun die ehem. Biolog. Station) – mit Gebühr, Münzen zum Glück eingesteckt (pro Tag vier Euro). Start um 9.30 Uhr, nach kurzem Aufklaren im Pielachtal – das Dirndltal im Farbenrausch! – stecke ich hier wieder im Nebel.

Nach dem etwas unangenehm feuchten Abkürzungssteig (sonst ist alles sogar hier meist staubtrocken) lichten sich die Nebel, und am Mittersee habe ich die besten Lichtverhältnisse.

Vom Parkplatz am Biolog. Station und Restaurant Seehof vorbei zum Schloss Seehof (618 m), danach durch Kastanienallee in die Seeau (auwaldartiger Baumbestand am mäandrierenden Seebach / bei Trockenheit nur Lacken und Schotterbänke), links folgt steiler felsdurchsetzter Waldhang, bemooste Blöcke eines ztw. trockenen Zuflusses. Abkürzungssteig, wieder Forststraße (neu aufgeschüttet, Wasserzufluss für Kraftwerk Seeau vom Mittersee verlegt), ansteigend und eben in die Senke mit dem Mittersee (766 m, ¾ bis 1 Std.; Betonmauer und Wassereinfluss). Aufblick zu Felskanzel des Großen Hetzkogels.

Am Mittersee vorbei (Rastplätze) zum Straßenanstieg – nun am orografisch linken Hang, im Talboden ein Hochwald mit Bergsturzblöcken. Bergwärts steiler Blockwald (Fichten, Moose und Bärlapp), danach lichter Lärchenbestand mit Alpenrosen, wechselt zu gelockertem Bestand mit Schluchtwaldflora (Hirschzungenfarn, Mondviole; typischer Wechsel von Licht- und Schattenpflanzen). Ausblicke gegenüber und talaus auf die Felsabstürze der Luegmauer (Extremtouren). Durch die schluchtartige Engstelle der Klause (Tiefblick, alte Straßenabsicherungen) in den nächsten flachen Kessel mit Absperrungsdamm, dahinter zusammengeschwemmtes Totholz und sumpfiger Grund mit Hochstaudenflora und einzelnen Baumriesen. Weiter Anstieg gegen die mit ihren Steilhängen und Felsabbrüchen das Tal scheinbar sperrende Ellmauer, im Talschluss links ein Felsspalt mit dem unteren Ludwigfall. An Felsen entlang mit zwei kurzen Kehren höher, dann links schwenkend zum oberhalb sichtbaren Ludwigsfall. Dieser mündet in Geröll und setzt sich unterhalb der Straße fort, die sich links wendet und mit weiteren Biegungen den Trogrand des Obersee-Kessels überwindet. Dabei rechts der teilweise in Felsen eingeschnittene Seebach, der Höhlenwasserfall „Brüllender Stier“ (kurz absteigender Seitenweg) und eine dolinenartige Senke mit Lacke. Neben Felsrand zur Kreuzung der Forststraße (rechts Richtung Luckenbrunn und Pauschenalm, davon abzweigend zum Rotmoos), links Fortsetzung der neuen Forststraße Richtung Durchlassalm. Davon bei Wegweiser abzweigender Steig zur Kreuzung Richtung Herrenalm und hinab zum Seeabfluss und Rastplatz am Obersees (1114 m, 1 bis 1 ½ Std.).

Es ist nun knapp vor Mittag, daher gleich – von den Fotoblicken immer wieder abgelenkt – an die von BALDRIAN (Bäckerei Käppl St. Veit) mitgenommene Jause gemacht, dann ist die Entscheidung notwendig: auf der Forststraße an der Westseite zum Rotmoos wie damals mit Karl Oswald? Ich wähle aber, durch eine Steigspur gleich vom Rastplatz weiter angezogen, den direkten “Weiterweg” am östlichen Seeufer entlang, nicht ganz sicher, ob das auch gelingen wird…

Obersee-Umrundung (ca. 1 ½ Std., Steigspuren, alter Forstweg und weglos)

Hinweis – nur für geübte Wanderer mit Orientierungserfahrung, wasserfeste Bergschuhe unbedingt erforderlich!

Vom Rastplatz mit Idealblick über Obersee – „Schwimmende Insel“ und Dürrenstein (Tisch und Bank) – kurz am festen Seeufer entlang, dann auf Steigspur über die ziemlich stabilen Schwingrasen weiter bis zu vorspringenden Felsblöcken mit Latschenwuchs. Dahinter führt die Spur über die Schwingrasen (Pfeifengrasbestand und alle möglichen Arten von Riedgräsern, von Karl Oswald im “Naturerlebnis NÖ” bestimmt) hinaus gegen die freie Wasserfläche nahe der „Insel“. Da dieser (vermutliche) Wildwechsel nicht weiter begangen werden kann, hält man sich bereits bei den Felsblöcken im und am Randwald unterhalb der von der Jägermauer herabziehenden Steilhänge entlang, quert dabei kleine Seezuflüsse und sumpfige Randbuchten. Nun schon im hinteren Seebereich mit einer freien Wasserfläche angelangt, queren spärliche Steigspuren durch das Ried zu einem alten, schon fast verschwundenen Forstweg (in der ÖK noch als Fahrweg eingetragen). Diese entlang durch die von der Luegg herabziehende Grabenmulde, bis er sich links im Bogen hinaufwendet und durch eine schottrige Senke ein Forststraße erreicht (von der Luckenbrunnstraße und dem Rotmoos kommend). Von diesem kleinen Sattel rechts abzweigend die tief eingesenkten und teilweise mit Wasser gefüllten Fahrspuren von Rodungsmaschinen entlang. Vom See durch einen teils felsigen Rücken getrennt, werden Mulden gequert, dann kommt kurz die Seefläche in Sicht, man bleibt jedoch auf diesen Fahrspuren bis diese in eine Forststraße münden (Luckenbrunnstraße). Am einfachsten auf dieser rechts weiter zur Kreuzung vor dem Obersee.

Viel interessanter jedoch auf einem gut ausgeprägten Steig rechts abzweigend um den Riedel herum zu einer Jagdhütte. Dort Richtung Ufer hinabsteigend zu einem nur mehr schwer bemerkbaren querenden Steig. Diesem folgend wird die nordwestliche Seitenbucht des Obersees erreicht. Von der am Ufer auf Steinen errichteten Holzhütte führt eine deutliche Steigspur hinaus auf die Riedgrasfläche mit leicht erhöhten Torfmoospolstern, die beim Betreten zu schwingen beginnen. Zurück zum Ufer und auf dem Felsblöcken weiter, stellenweise in den Wald hinauf, aber kaum in den Uferbewuchs ausweichend, bis eine weitere Bucht mit unmittelbarem Wasserzugang erreicht wird. Gegenüber sieht man die „Insel“, zu der weiter rechts zwischen den festeren Schwingrasen eine von Riedgräsern (Pfeifengras) bedeckte ehemals wohl freie Wasserfläche überleitet. Von dem offensichtlich immer wieder benützten Uferplatz führt ein relativ gut ausgetretener Steig hinauf zur Forststraße, auf dieser rechts weiter, oberhalb dem Seeabfluss dahin, zur Kreuzung vor dem Obersee.

Um 12 Uhr zur See-Umrundung aufgebrochen, dauert es mit der anschließenden Nachspeise-Rast noch bis 14 Uhr, als ich mich endlich von diesem traumhaften Platz trennen kann. In Erinnerung an den Türnsee im Sommer 2018 kommt mir der Lunzer Obersee direkt einfach vor, jedenfalls weniger auspruchsvoll und irgendwie landschaftlich großzügiger, wenn auch nicht so urig wie der viel abgelegenere, schwerer erreichbare und völlig einsame Bergsee an der Nordseite des Hochtürnachs im Salzatal.

Meine Befürchtungen wegen Zehen- und Knieproblemen beim Abstieg waren zum Glück unnötig, auch wenn man dann ganz schön froh ist, den Forststraßen-bergab-Plattler hinter sich zu haben. Ich horche noch beim “Brüllenden Stier” dem Höhlenwasserfall nach, lasse mich von den nun prächtig im Nachmittagslicht leuchten Felsabbrüchen des Scheiblingsteins beeindrucken (noch mehr durch die von Werner Tippelt im “Wandererlebnis Ötscher und Ybbstaler Alpen” dort beschriebenen Extremwanderungen), und zuletzt kommt mir die ebene Strecke durch die Kastanienallee vor dem Seehof vor als ob sie leicht bergauf führe…

Nun merke ich erst, welches Glück ich mit der Beleuchtung beim Aufstieg am Mittersee hatte. Nun wird im Schatten das Licht samt den Farben immer fahler. Der Seebach besteht nach dem heuer so trockenen und heißen Hochsommer nur mehr aus einzelnen Tümpeln zwischen den bemoosten Steinen. Dafür ist der Abschiedsblick vom (großen) Lunzer See gegen das Seetal voll würdig für diesen traumhaften Tag, der mir mehr Mut für weitere Touren (vielleicht erst im nächsten Jahr) machen kann!

In meinem letzten Voralpen-Führer – besser bezeichnet als “Zwischen Pielachtal und Mürzsteger Alpen” – findet man diese Route nicht unter Lahnsattel und Hofalm / Göller, sondern spezieller unter “Die zahme Wildalpe”. Denn unsere “urwaldartige” Montagstour (14. Oktober) führte nicht durch den besuchenswerten Lahnsattler Urwald (auf einem kleinen Stück des Puchberger oder Burgenländischen Mariazellerweges), sondern in das teilweise recht urige Gelände am Nordostfuß der Wildalpe. Dort ziehen steile Hänge von der Sulzriegelalm hinab zum Waldrand der vielfach sumpfigen Lahnsattelmulde, und dort bewegt man sich weniger beim Wandern als auf der weitläufigen und gut gespurten Lahnsattler Loipe. Bei mir selbst nachgeschaut – neben dem üblichen Weg zur Sulzriegelhütte und weiter auf die Wildalpe gibt es noch eine Variante durch das sogenannte Schustertal. Wir wollten diesmal diese schon vor einiger Zeit begangene (und im Voralpen-Führer beschriebene) Route wieder einmal nachgehen, und dabei ergab sich ein recht interessantes Herumkraxeln in den Lahnsattler Wäldern.

Für den Start parkten wir nicht auf der Sattelhöhe, sondern  bei der Friedhofszufahrt (Güterweg Lahnsattel, an der Hauptstraße gegenüber der Parkplatz Eisgrube), um nicht zuletzt den Anstieg zur  Lahnsattel-Passhöhe noch vor uns zu haben. Also zuerst der schöne Weg dort hinauf, wohl einer der nettesten Abschnitte des Puchberger oder Burgenländischen Mariazellerweges (leider nur kurz).

Vom Sattel (mit Denkmal, dem üblichen Parkplatz für die Wildalpe und Start auf den Göller) noch ein Blick in die oberste Mürzmulde von Lahnsattel / Neuwald und auf den Göller-Südhang, der recht deutlich die Höhenstufen der Laubfärbung zeigt. Dann auf dem ausgeschilderten Weg weiter – Forststraße rechts, Waldsteig, Forststraße zur Mulde hinter dem Kriegskogel (übrigens einer der wenigen ganz aus Werfener Schichten bestehenden Gipfel),  Abkürzungssteig hinauf zur von Terz / Halltal (Forsthaus) kommenden Almstraße. Hier merkt man den Südwind kaum, der zwar recht heftig bläst, aber damit zugleich das schöne Wetter sichert. Nach dem Almgatter geht es in die Wiesen hinaus, die besonders jetzt während der Laubfärbung der Bergahorne wirklich ein kleines Paradies ist.

Sobald der erste lange freie Hang zum Waldrand hinunter zieht, wenden wir uns vom Almweg ab und steigen schräg über den Hang zur Waldeinbuchtung ab, wo wir auf eine Viehtränke treffen (ein neuer Trob aus Pfosten, während der alte mit Motorsäge und Hacke zugerichtete Brunnentrog daneben liegt und hoffentlich nicht verkommt, wäre schade um ein solches Handwerksstück!). Nach dem freien Gelände mit den einzelnen Baumriesen geht es nun hinein in das Walddickicht, nicht bergab und bergauf, sondern eher querend, wobei später der talseitige Almzaun erreicht wird (schon abgehängt).

Auf Viehspuren querend erreichen wir relativ bald eine Lichtung, die uns von einer Begehung in Gegenrichtung in Erinnerung war. Dort steht noch aufrecht ein ausgehöhlter Riese von einem Bergahorn, daneben liegt ein gestürzter Stamm. Schwammerl, Moose, Farne beleben das absterbende oder bereits (scheinbar) tote Holz, und durch die “Ahornhöhle” ergeben sich reizvolle fotografische Durchblicke.

Der immer deutlichere, wenn auch von Sumpfstellen unterbrochene Viehsteig leitet vom Zaun wie von einer Markierung begleitet weiter, bis wir am rechten unteren Rand der direkt von der Sulzriegelalm herabziehenden steilen Wiese anlangen. Dort innerhalb des Waldes weiter bis zur nächsten Ecke vor einem Bacheinriss, wo an einem “Stiegel” erkennbar der direkte Almsteig berg- und talwärts quert.

Nun geht es vom Sonnenlicht weg in die kühlen Schatten der bergnahen Lahnsattelmulde. Auf bekannter Route, der auch die Loipe folgt, kommen wir zurück zum Lahnsattel – ein schöner Tag vor den nächsten zwei Wochen dieses herrlichen Oktobers 2019 (geschrieben am ersten Schlechtwettertag, 28. Oktober).

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