Feeds
Artikel
Kommentare

In der längst vergangenen kommunistischen Epoche gehörte sicher auch in Jugoslawien der 1. Mai zu den wichtigsten Staatsfeiertagen. Heutzutage ist er wohl ein Tag von Familien und Sport – das merkten wir im sonst eher einsamen Gelände, wo der nordseitige Aufstieg zum höchsten Gipfel Istriens beginnt. Für uns wichtig war der Wetterbericht, und indem trocken und eher kühl vorausgesagt war, wollten wir gleich diese wichtige Tour unternehmen. Auf dem Ucka, der während der Zugehörigkeit zu Italien Monte Maggiore hieß, sind wir schon gewesen, 2008 vom Parkplatz der Bergstraße über die dem Meer zugewandte Seite. Eine Asphaltstraße führt dort zu den technischen Anlagen auf dem Gipfel, der Wanderweg verläuft zwar abseits davon und war mit der Runde beim Abstieg über die  Vrata eine schöne Tour. Die Nordseite erschien uns aber damals schon als sehr reizvoll.

Für die Anfahrt zum Ucka-Tunnel, wo die alte Passstraße abzweigt, wählten wir nicht die Hauptstraße, sondern die Nebenstraße bei Kozljak, wo auch die Bahnlinie am Fuß des Uckamassivs ansteigt. Erster Halt war dann bei der “Quelle Josefs II.” (ein alter Brunnen, beim Straßenbau durch den habsburgischen Kaiser ausgebaut und immer wieder erneuert). Die Wiesen daneben sind auch ein vorzüglicher Blumenstandort, von blühenden Pfingstrosen oder den gelb blühenden Läusekräutern (Pedicularis foliosa, kommt auch bei Lilienfeld vor) war nur das Blattgrün zu bemerken. Neben einer speziellen Art Osterluzei (Aristolochia lutea) und einem “stengellosen” Läusekraut (Pedicularis acaulis, laut Fritsch Krain und Küstenland, noch nie gesehen) gab es noch ein eben aufblühendes filziges Greiskraut, dazu noch wie fast überall Milchstern, Traubenhyazinthen und Orchis morio (hier am Schattenhang noch in Vollblüte).

Von der Passstraße abzweigend, befuhren wir eine asphaltierte Seitenstraße (wir hatten schon eine gesperrte Forststraße vermutet) bis hin zu den paar Häusern von Mala Ucka – beiderseits ein Treffen kroatischer Familien samt Grillen und Ballspielen! Dort ist der markierte Aufstieg zur Ucka angezeigt, der gleich aus dem halb verfallenen Ort mit seinen von Steinmauern umgürteten Weideflächen hinauf in einen Wald bizarr geformter Rotbuchen führt. Die Häusergruppe wirkt echt ärmlich, Ruinen von Steinhäusern, Schafherde in nicht ganz dichter Umzäunung… Bei der Hinweistafel “Straße des Käses” werde ich mich wohl verlesen haben…

Über dem steilen Waldgürtel schaut der Gipfelgrat herab – dort hinauf müssen wir. Aber das Steigen geht recht zügig voran, wenn auch auf steilem und schottrigen Steig, der verschiedene typische Biotope durchquert. Dem Rotbuchenwald folgen bald überwachsene Schutthalden mit eher mediterranen Gebüschen und Wacholder, daran schließt wieder Laubwald an, sogar mit blühenden Hopfenbuchen. Der Steig quert nun eher durch die Steilhänge nach links auf den Gipfel zu, dazwischen ergeben sich schöne Aus- und Tiefblicke, bis wir in die eher schütter bewachsene Zone nahe der Baumgrenze kommen. Hier herrscht noch Frühling mit Echten Primeln, Kugelblumen u. a. , sogar  Bleiche Knabenkräuter gibt es hier noch voll blühend!

Von etwas unter 900 m bei Mala Ucka sind wir inzwischen hochgestiegen bis zum Sedlo, dem Sattel am Gipfelkamm, wo der letzte Steilauf ansetzt. Inzwischen hat sich die Bewölkung verdichtet, und ein scharfer Westwind bläst. Also gibt es noch keinen Aufenthalt bis hinauf zum Vojak, dem höchsten Punkt der Ucka auf 1406 m, erst dort gibt es im Windschatten des alten Steinturmes eine Rastpause.

Hier stauen sich die zahlreichen Wanderer und vor allem Mountainbiker! Als etwas mehr Platz wird, steigen wir auf die Aussichtswarte – wahrlich ein umfassender herrlicher Rundblick, über Istrien landeinwärts und auf die Meeresbucht des Kvarner mit ihren verzweigten Inseln.

Vor zehn Jahren standen wir erstmals hier heroben (ein eigenartiges Gefühl, nun wohl zum letztenmal), bei etwas sichtigerem Wetter, aber auch diesmal ist der Eindruck gewaltig, und beim Abstieg zurück zum Sedlo finden wir sogar die ersten neuer blühenden Narzissen! Auch bei der folgenden Querung gibt es eine Überraschung – auf den steilen Rasen-Schutt-Halden gibt es bereits aufblühende Pfingstrosen! Nach unserer Erfahrung wird es wohl die Paeonie offizinalis sein, eindrucksvoll vor allem durch ihren Naturstandort. Dann geht es wieder im Wald weiter bergab, bis wir wieder in Mala Ucka mit seinen ringsum entspringenden Quellen ankommen.

Die Rückfahrt zur Passstraße bei Veli Ucka erfordert wegen Gegenverkehr noch einige Aufmerksamkeit, dann geht die kurzen Kehren hinab zur Josefsquelle und zum Nordportal des Ucka-Tunnels. Dort gäbe es noch die mit Felstürmen gespickte Schlucht der Vela Draga zu begehen, haben wir aber bereits 2008 erledigt (Berichte von damals im Blog – Mai 2008). Noch ein paar Bilder von Mala Ucka, insgesamt nicht weit gefahren (95 km), gute drei Stunden Gehzeit, und noch ein gemütlicher Abend im Hotel vor uns…

Mich wundert selber, wie ich auf die Idee gekommen bin, unbedingt einmal einen Urlaub in Rabac  (rábatsch) auf Istrien zu verbringen… Jedenfalls sind wir schon (nach Aufenthalt 2008 in Medveja bei Lovran mit Besteigung der Ucka) 2010 von Porec aus nach Süden gefahren, um nach Rabac zu kommen. Gekommen sind wir damals bis zur Hafenbucht von Trget und haben oberhalb bei einer Rast neben der Streusiedlung Brgod das erstemal Schmetterlings-Knabenraut gesehen (deshalb auch heuer die Suche nach diesem Ort). Nach dreimal Seline und Nationalpark Paklenica sollte es in diesem Jahr also unbedingt Rabac sein, schon im Jänner gebucht, Hotel Valamar gleich für über eine Woche lang Anfang Mai.

Zunächst zur Anreise am Sonntag, 29. April: Vom Hotel Valamar wurden wir schon vor Reiseantritt vorbildlich betreut, sonst wäre ich nicht auf die abkürzende Route gekommen! Schon nach der Autobahn-Verzweigung Triest / Koper bei der Abfahrt Crn Kali ab auf die gut ausgebaute Hauptstraße und über die auf den Berghöhen verlaufende Grenze Richtung Buzet, dadurch den weiten Bogen über die Schnellstraße des Istrien-Ypsilons erspart! Buzet haben wir nebenbei liegengelassen, weil uns diese interessante Bergstadt schon gut bekannt war. Dafür haben wir noch in Slowenien nahe Grasisce eine Pause eingelegt, selbstverständlich im Naturgelände, dabei schon von schönen Purpur-Knabenkräutern begrüßt. Nächster Stop schon näher an Labin, wo wir von 2008 in der Karte eine Orchideenwiese nahe Boljun eingetragen hatten – wieder dieselbe Art, sonst aber noch nicht viel botanisch los (erst bei der Heimfahrt am 10. Mai). Spinnen-Ragwurz bereits ziemlich verblüht…

Den guten Wegweisern nach kommen wir nach Labin, mehrfach ist schon Valamar Hotel & Casa angekündigt, dann geht es steil und kurvig hinunter in die von Wäldern mit Felskulissen umgebene Bucht von Rabac. Im Hotel haben wir ein superbes Zimmer mit Parkblick, fürs Baden ist mit einem Pool bestens gesorgt, und über das Abendbufett will ich mich gar nicht verbreiten, jedenfalls erstklassig, als Hauswein ein frischer Malvasier, also alles bestens, richtig zum Wohlfühlen vor und nach den geplanten Touren.

Wir kennen schon einige Gebiete und Ziele in Istrien (etwa die Küste von Opatija / Lovran, die berühmten Hafenorte an der Westküste und die Burgstädte im Landesinnern, samt Ucka und Cikarija). Daher wollen wir diesmal uns vor allem der Natur und der näheren Umgebung von Labin, der nächstgelegenen und auf Rabac herabblickenden Stadt, widmen. Außerdem nach über 500 km Anreise am nächsten Tag nicht zu weit fahren… Zum Glück hilft uns die Istrien-Karte im 100-Tausender-Maßstab, und unser erstes Ziel soll gleich die an Rabac anschließende Halbinsel sein. Die Karte verrät nur so viel – ein Kap am Ende des bewaldeten Bergrückens, beiderseits Strandlinie, kaum besiedelt – vielversprechend? Werden sehen…

Montag, 30. April – DUGA LUKA

Schon vor dem Frühstücksbufett im Außenpool, so warm kommt es uns hier im Süden vor. Obwohl – das Wetter ist die nächsten zehn Tage eher wechselhaft und zum Glück nicht zu heiß. Vormittags zur Einstimmung Spaziergang auf der hübschen Promenade direkt unterhalb vom Hotel bis zum Hafen. Nach mittags geht es los, wohl letztlich zum Dutzenden Male die Bergstraße hinauf und nochmal bergwärts zur Altstadt Labin, die direkt durchfahren wird und sehr verlockend für einen Bummel ausschaut. Diesmal aber durch bis zum etwas entfernten Friedhof und der entscheidenden Straßenkreuzung – Ziel Duga Luka, dorthin vorerst noch an einzelnen Häusern vorbei, meist durch Kiefern- und Buschwald, aber immer entschieden bergab. Wo sich das Gelände öffnet, endet die Straße vor einer Häusergruppe, alles ruhig ringsum, nur kurz davor eine große Baustelle, vermutlich ein Hotel in dieser prachtvollen, allerdings auch sehr abgelegenen Gegend.

Gleich nach den recht ansehnlich wirkenden Häusern mit ihren schönen Gärten beginnt die mediterrane Urnatur, anfangs selbstverständlich mit den ruderalen Abschnitten des überall anfallenden Sperrmülls. Aber gleich danach wird es wirklich schön, ein immer schmalerer Pfad schlängelt sich durch den niedrigen Macchia-artigen Wald mit vorwiegenden Laubbäumen, daneben blüht schon allerhand, vor allem auch noch der Affodil (das Kennzeichen für ausgelaugte und ertraglose Böden, wie wir verwundert nachgelesen haben). Sogar das Salep-Knabenkraut (Orchis morio) ist hier noch mit einzelnen voll blühenden Exemplaren zu finden dazu noch Ziestrosen und aufblühender Ginster, um nur ein paar Arten zu nennen.

Die Wegspur wird immer spärlicher, sogar etwas verwachsen, aber wir zwängen uns durch – zum Glück keine Schlangen (im Gegensatz zu Starigrad / Seline im Vorjahr). Mit einigem hin und her, immer noch einen dichten Kiefernwald vor Augen, gelangen wir auf eine Lichtung, schon recht hübsch mit ihrem mediterranen Blütenflor, allerdings ohne weitere Besonderheiten. Irgendwie müssen wir zur Küste hinab, so scheint es, und instinktiv wenden wir uns nach links, kommen auf einen ziemlich freien Gras- und Buschhang, der zum Strand hinabzieht.

Blühendes gibt es hier zwischen den kahlen Steinen nicht viel, aber einen ausgetretenen Weg neben den niedrigen Klippen und einen schönen Fernblick auf die unendlich langgestreckte Insel Cres gegenüber. Jetzt ist die Frage – am Ufer zurück oder vielleicht doch rund um die Halbinsel? Wieder gut bedacht, wählen wir den Weiterweg und kommen zunächst an einem fast verwüsteten Waldrand vorbei, mit schief gedrückten und wahrscheinlich von der winterlichen Bora zerzausten Bäumen, wo Anni im Unterholz etwas Rotes leuchten sieht. Wenn wir das übersehen hätten, wäre schade gewesen, denn einmal ins Unterholz eingedrungen, befinden wir uns in einem Paradies von voll blühenden Geschweiftblättrigen Frühlings-Zyklamen!

Dann liegt das Kap Prklog vor uns, ein steiniges Uferrund vor dem Walddickicht mit Panoramablick über den Kvarner, wie dieser Meeresteil an der Südostküste Istriens heißt. Wieder zu unserem Glück setzt sich der Strandweg weiter fort, zum Baden nicht gerade einladend wegen des zwar niedrigen, aber scharfen Klippenrandes, also wohl eher für etwas abmitionierte Wanderer ideal, denn die Fischer gehen nicht so weit von ihren am Berg oben stehenden Häusern bzw. dem Straßenende hierher. Nun wechselt der Pfad in den Wald hinein, bleibt aber immer gut begehbar, nicht uninteressante Pflanzen zur Seite und schließlich sogar ein altes Bauwerk aus Steinen und Ziegeln, schaut von oben aus wie ein Brunnenschacht, hat aber unten seitliche Eingänge, vielleicht einmal ein Wachturm, dessen hochragenden Teile verschwunden sind? Hinweise gibt es keine dazu, aber dafür mehren sich am steilen Waldufer die von Fischern ausgebauten Plätzchen.

Noch bevor wir (wie angenommen) einen Anlegeplatz erreichen, führt eine Betonstiege steil zu den Häusern hinauf, die wir selbstverständlich als Weiterweg akzeptieren. Dann geht es zwischen Steinmauern und Gärten zum Ausgangspunkt und unserem Parkplatz zurück. Dieser liegt am Rand einer üppigen Wiese, die kaum Bewirtschaftsspuren aufweist. Also bäuerliche Anwesen gibt es hier nicht, wir kommen im Gegensatz dazu mit einem kroatischen Hausbewohner in freundlichen Kontakt, der lange Jahre in den USA gelebt hat und nun in dem von seinem Sohn gebauten Haus wohnt. Wir machen es nun nach etwa drei Stunden im Gelände gemütlich und genießen die späte Mittagsrast an diesem wunderschönen Aussichtsplatz.

Fern sieht man Rabac über die Bucht herschauen bzw. suchen wir das rote Dach unseres im Pinienpark versteckten Hotels zwischen all den Neubauten des Tourismusortes Rabac.  Am späteren Nachmittag machen wir uns an die Rückfahrt, die schmale Asphaltstraße hinauf zur Anhöhe vor Labin, das sich vom Friedhof aus in Idealansicht mit dem Uckamassiv im Hintergrund präsentiert.

Noch immer nicht genug des Vergnügens, genießen wir doch abends noch den Außenpool und das Hallenbad, bevor es zum Abendbufett geht. Also ein voller erster Urlaubstag, und einen Spaß macht Anni sich noch – sie bestellt von Rabac aus in St. Veit an der Gölsen bei der Genusswerkstatt Baldrian der Meisterin Elisabeth (vormals Bäckerei Käppl) für Clemens eine Torte für die Erstkommunionfeier !

Das war mein Beitrag zum ersten Istrientag, Annis Bilderalbum ist zu finden im Facebook: Wandertipp Bernhard baumgartner

Auf dem Ucka, dem höchsten Gipfel Istriens – daher auch ital. Monte Maggiore – am 1. Mai 2018, ein Höhepunkt der Istrienreise vom 29. April bis 10 Mai

Nicht hoch hinaus, aber am Samstag 21. April eher weit hinein! Wir waren wirklich schon neugierig, wie sich die Frühlingsblüte bereits entwickelt hat, und ein leicht erreichbarer Standort der subalpinen Flora befindet sich für uns am nächsten in der Walster (Retzbachtal vor der Falkenschlucht wäre zwar näher, aber schon so oft besucht, die Ötschergräben zum Wochenende für uns nicht empfehlenswert – trotz der frühen Jahreszeit; aber immerhin würde bereits als Besonderheit der Burser-Steinbrech blühen).

Wir parken bei der Klauskirche und marschieren weiter in die Schwarzwalster – vormittags noch sehr schattig, zum Fotografieren wäre mittags besser! Der erste Teil der Strecke schaut teilweise recht wüst aus, vielleicht noch vom schneereichen Winter her oder von Forstarbeiten samt Straßenaufschüttung. Aber sobald wir in die erste Engstelle kommen, wird es blumenmäßig interessant, vorher eher nur Pestwurz und letzte Frühlingsknotenblumen, dann an den Schrofenhängen Clusiusprimeln und die erhofften Aurikel (leider nur von hohen Felsen herableuchtende).

Sehr gespannt sind wir schon auf den vor einigen Jahren entdeckten Standort der Anemonen-Schmuckblumen, denn in der Ulreichsberger Klamm haben wir sie schon blühen gesehen! Zuerst aber noch an der Karstquelle vorbei, wo einst das Labenbacher´sche Elektrizitätswerk eingerichtet war. Bald danach, in der Engstelle kurz vor der Fadentaler Weitung, drängen sich wieder rechterhand Felsmassen aus der Waldböschung, und unter einem markanten Vorsprung entdecken wir tatsächlich mehrere blühende Exemplare.

Fadental macht zwar durch den anscheinend dem Verfall überlassenen Gasthof Labenbacher und den vielen Privatweg-Tafeln zu den einzelnen Häusern keinen einladenden Eindruck. Aber indem wir auf der Forststraße bleiben, kommen wir an der Grenzgraben-Abzweigung beim Eingang einer kleinen Klamm vorbei und haben immerhin am “Hauptplatz-Kreisverkehr” einen schönen Rastplatz, geteilt mit Radfahrern…

Einen einzigen blühenden Stock von Clusius-Enzian entdeckten wir erst beim Schnittlermoos (früher dort etliche gefunden, sind die alle ausgegraben worden?). Sonst ist noch alles recht kahl, nur die Dotterblumen haben ihre schönste Zeit, und fast im Bach blühen die zarten Glanz-Gänsekressen. Zuletzt gibt es vor dem “Kleinen See” an der anderen Bachseite noch einen Schrofenhang mit zahlreichem “Jagabluat”. Insgesamt ein schöner Ausflug mit angenehmer Wanderung, bevor noch der Wochenendverkehr durch die Walster anschwillt!

Am nächsten Tag, sonntags 22. April, war sicher reger Ausflugsverkehr zu den bekannten Zielen, aber der St. Veiter Staff steht uns ja sozusagen vor der Haustür gegenüber. Außerdem wollten wir schauen, ob am Naturerlebnisweg bereits Orchideen blühen!

Die Frühlingsflora ist tatsächlich nach der fast heißen zweiten Aprilhälfte schon ziemlich am Abklingen, gerade verblühen die Kirschen und werden von den Blütenkegeln der Birnbäume abgelöst. Dazu hat sich in diesen das Laub der Rotbuchen geöffnet, also die allerschönste Frühlingszeit…. Am Tag dieses Berichts (26. April) hat sich der Wald bis über den Staff hinauf schon belaubt, zwar noch in abwechslungsreichen Grüntönen, aber doch schon im Sommerhabitus, und das vor dem 1. Mai!

Nach der Staffhütte verläuft jetzt die Markierung auf der vor etwa zwei Jahren neu angelegten Forststraße, sonst hat sich nicht viel geändert an der Wegführung – doch, südlich vom Staff verläuft der Steig jetzt nicht im Waldrand der Oberhauserwiesen, sondern wurde ein Stück zum Staff hinan verlegt. Im Sommer angenehmer als das ausgeholzte Gelände am Waldrand, und wenn man diesen genauer begutachten will (Fliegen-Ragwurz, Grünliche Waldhyazinthe), muss man halt sich abseits halten und dabei nicht auffallen… Am Sonnenrand der oberen Staffwiese endlich die ersten Orchideen – wirklich stattliches Mannsknabenkraut!

Wo der markierte Steig den Waldrand erreicht (mit der abgesperrten Abzweigung des herkömmlichen Weges) ist natürlich von den später sicher zahlreichen Roten Waldvöglein noch keine Spur. Aber obwohl am folgenden Wiesenrand alles blau von den Hochstängel-Kugelblumen ist, ist nur eine einzige Anemone sylvestris zu sehen! Zum “Los” hinüber ist der Weg in meinem “artenreichsten Waldstück” neu ausgeschoben, danach von der Grundgrenze an aber wieder unversehrt. Der in seinem Drehwuchs neben der glatten Rotbuche auffallende Mehrbeerbaum steht noch wie seit alten Zeiten, von welchen ein Steinfundament erzählen könnte (nicht einmal im Katasterplan von 1830 erwähnt…). Der alte Burgweg im folgenden Hochwald hat als Zierde einen Eiben-Bonsai, beim Weiterweg fällt vor allem auf, wie sehr an der beim Wegbau freigelegten Wandstufe (typischer Aptychen-Kreide-Kalk) alles schon wieder verwachsen ist. Die Abrutschstelle reicht jetzt schon fast bis zur Wegmitte.

Obwohl es gegen Mittag schon ganz schön heiß wird (höhere Temperaturen als an der Adria durch Sahara- und Föhnströmung), ist die Wanderung über die Wiesen im hinteren Brillergraben angenehm mild. Beim Wasseraustritt prangen die Dotterblumen, aber die erwarteten nächsten Orchideen gibt es erst an der Böschung nach dem Schießstand – immerhin ein paar sehr schöne Exemplare vom Bleichen Knabenkraut!

Beim Briller stehen die Obstbäume in voller Blüte. Die Zwetschkenzeile am Bach entlang (Covermotiv für den noch immer aktuellen und erhältlichen Naturerlebnisweg-Führer) gibt aber kein recht lohnendes Motiv mehr her. Allerdings haben die Bewohner des nächsten Hauses nicht nur ihren Garten ambitioniert ausgestaltet, sondern auch das Gestrüpp am Bach entfernt, sodass nun die dort auftretenden Kalksinter-Stufen erst zum Vorschein gekommen sind.

Ein schöner verfrühter Maisonntag war das, und wenn wir im richtigen und eher schon zu Ende gehenden Mai diese Runde wieder begehen werden, ist die Botanik sicher schon viel ergiebiger als jetzt im Frühjahr!

Nachdem mein “Kuhschellenberg” schon voll in Blüte stand, fehlte nur noch der Facebook-Bericht, um endlich zur Thermenlinie aufzubrechen! Sonntag 15. April, wie die ganze Zeit schon mild wegen der anhaltenden Südwetterlage – eine Wohltat nach den strengen Tagen im März. Obwohl uns der “fade Schlauch” durchs Triestingtal bevorstand, kamen über den Gerichtsberg hinweg angenehme Gefühle auf, endlich wieder eine volle Naturtour. Noch dazu zu einem uns längste Zeit bekannten Naturdenkmal, die sogenannte “Reden” am Römerweg bei Bad Fischau-Brunn.

Die gemütliche Strecke über Hernstein wählten wir erst für die Rückfahrt, denn am schnellsten geht es von uns aus doch über Leobersdorf / A 2 – Wöllersdorf – bei einem der zahllosen Kreisverkehre Richtung Wiener Neustadt Abzweigung nach Bad Fischau bzw. direkt nach Brunn. Zugegeben etwas verwinkelt, aber beim Thermalbad vorbei links haltend kommt man sicher zum Römerweg, der nun Weingartenstraße genannt wird. Parkplatz bei einer tut gut-Infotafel und einen Spielplatz (Pferdespielplatz genannt). Nun nicht auf Asphalt weiter, sondern nur ein paar Schritte die Bergstraße hinauf und neben einem “Syphon” (?) der 1. Wiener Hochquellenleitung links auf einem Wegerl weiter. Vorbei am Ballspielplatz setzt sich dieses weiter im lockeren Gesträuch und Schwarzföhrenbestand fort, voll idyllisch und dazu noch mit zahllosen wunderschön aufgeblühten Frühlings-Adonisröschen!

Ein Stück oberhalb der Römerweg-Asphaltstrecke weiter zu einem auffallenden Griechischen Kreuz (? Inschrift unleserlich) und nun auf der auch als Radweg (Richtung Winzendorf) benützten Asphaltbahn weiter. Trockensteinmauern und einige Rastplätze begleiten diesen netten “Panoramaweg” mit Blick über die Ebene gegen Rosaliengebirge, Bucklige Welt (markant der Einschnitt des Pittentals), zum noch mit Schnee bedeckten Hochwechsel und die Semmeringberge. Bald folgen an der Bergseite nach brachen Flächen schon bearbeitete Weingärten mit auffallend rötlicher Erde, typisch für den höher oben in Felsen und am Bergfuß mit Steinflächen hervortretenden Hallstätter Kalk der Fischauer Berge. Man kann sogar hoch oben am Engelsberg den Steinbruch erkennen, in  dem Pseudomarmor abgebaut wurde (Hinweis für eine längere Tour am Ende des Berichts).

Kirschen und Pfirsiche beginnen schon zu blühen, aber in voller Blüte stehen die Büsche von Weichseln (Badener Weichsel) und Schlehen. Kurz geht es leicht bergauf und zur Einmündung des Seitentals vom Engelberg her mit einer wichtigen Kreuzung, denn auf der kleinen Anhöhe DAVOR (!) findet man bergwärts einen schmalen, aber gut ausgeprägten Steig im Gebüsch neben einer alten Weingartenmauer – Hinweis gibt es sonst keinen! Kurz danach Gabelung, hier rechts am Gehölzrand weiter, bei der nächsten Verzweigung im Bogen links hinauf zu den Trockenrasen “Auf der Reden” (Naturdenkmal).

Man landet auf der beschriebenen Route bei der mittleren Wiesenfläche und sollte sich den beiderseits anschließenden Lichtungen widmen, da der Blumenreichtum (entgegen unserer Erinnerung) etwas ungleich verteilt ist. Fast gänzlich abgeblüht waren jedenfalls die Kuhschellen (die Fruchtstände noch nicht auffallend ausgeprägt), schön in Blüte die Kugelblumen (Herzblättrige) und das Steinkraut (Berg-). Absoluter Höhepunkt die Zwerg-Iris, in den blau-lila Farbvarianten und mit gelblichen Blüten. Zum Anschauen sind diese etwas kompliziert gebauten Geschöpfe sehr attraktiv, beim Fotografieren muss man halt den richtigen Blickwinkel und Bildausschnitt suchen, um die geschaute Schönheit auch eindrucksvoll abzubilden. Und das braucht seine Zeit, aber darüber verfügten wir ja reichlich, weil wir keine längere Tour im Sinn hatte.

Bilder von Anni:

Meine Bilder: Im übrigen Beitrag gemischt!

In einigen Wochen wird man “Auf der Reden” Orchideen finden können – die Adriatische Riemenzunge und (bereits im Föhrenwald am Zugang beim Wasserleitungsweg) den Violetten Dingel. Wir beschlossen unsere Exkursion mit einer Runde zur Eisensteinhöhle, dazu quer über die rechts gelegene Wiese zum Waldrand und dort bei einem querenden (vom Grössenberg kommenden) Waldweg geradeaus auf rot markiertem Steig weiter. Die Schauhöhle ist durch ihre Lage an einer Thermalspalte eine Seltenheit und kann nur mit Führung besichtigt werden: Jeden 1. und 3. Sonntag ab 5. Mai bis Oktober, Ausrüstung wie Schutzkleidung wird beigestellt, wie uns ein Einheimischer versicherte. Die Eisenstein-Schutzhütte ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und die einzige Einkehrmöglichkeit unterwegs (im Ort Gasthäuser und Heurige).

Über den Mühlhoferweg und die anschließende Obere Burgstraße ging es dann bergab zur Bergstraße und dem Ausgangspunkt. Dabei fielen mir ein Straßenname und ein größere Gebäude oben am Waldhang auf – das “Bergschlössl”. Mit diesem könnten mich Erinnerungen verbinden, denn als Kleinkind kam ich wegen einer Erkrankung mit meiner Mutter hierher zur Erholung, so etwa vor 75 Jahren, und da gibt es statt Erinnerungen nur die daran geknüpften Erzählungen – wie bei vielen solchen “Gschichtln”, dieses ist aber echt wahr…

Eine ordentliche Rundwanderung ist in meinem “Großen Wandererlebnis NÖ” beschrieben, sehr lohnend solange es nicht zu heiß wird und die Flora frühsommerlich entwickelt ist – übrigens auch mein nächster Tipp im “treff”, der Zeitschrift der Arbeiterkammer NÖ.

Nächster Ausflug in die Wachau am 12. April – obwohl ich alle für mein Projekt “Ausflugs-Erlebnis Wachau” relevanten Touren schon beisammen habe, nütze ich doch die Gelegenheit für weitere Frühjahrs- und Sommeraufnahmen. Eine meiner Routen ist etwas kurios und eher ein Kultur- als ein Wandererlebnis. Wir haben sie sozusagen zur Winterzeit “entdeckt”, als es darum ging, die Teilstrecken des Welterbesteiges Wachau zu erkunden. Jetzt schien der Augenblick günstig, schön warmes Wetter und vehement ausbrechende Blütezeit!

Also ab nach Krems, aber erst um die Mittagszeit, und daher (nach Parken in der Steiner Tor-Garage, eine einfache Möglichkeit, wenn auch sechs Euro für die Wanderzeit) Start von der Unteren Landstraße aus – wie immer eine beliebte Einkehr, die Konditorei und Schokoladenmanufaktur Hagmann. Dann ging es frisch gestärkt los, und zwar in Gegenrichtung zu unserer letzten Tour, Richtung Hoher Markt, wo Start und Ziel des Welterbesteiges Wachau zusammenkommen.

Auch diesmal erlebten wir – Krems ist eine “Stadt der Türme”, und eine solche Runde ist zugleich eine selbst angelegte Stadtführung, denn überall sind reichlich Infotafeln angebracht, auch die Welterbezeichen findet man einigermaßen leicht. Bei der Piaristenkirche stauten sich schon organisierte Besucher mit italienischer Führung, sonst schwärmen überall Schüler herum, die gerade in den (hoffentlich entspannten) Nachmittag wechseln. Wir gehen jedenfalls ganz locker durch die uns schon bekannten Straßen mit ihren netten Aussichtspunkten. Einziges Manko – die Föhnströmung legt einen Schleier von Saharastaub über die Fernblicke…

Über die Kreuzbergstiege hinauf wird uns schon ganz schön warm, daher verzichten wir auf die höhere Runde durch die Weingärten (bei diesem diesigen Licht auch fotografisch nicht lohnend) und münden bald wieder in die Alauntalstraße ein, wo es an den neuen Universitätsgebäuden vorbeigeht. Sonst ist der Hausbestand hier nicht bemerkenswert (im Gegensatz zum Anfang der Tour), extravagante Architektenträume stehen hier neben biederen und oft unbewohnten Häusern der Zwischenkriegszeit. Erst beim Philosphensteig wird es wieder interessanter, vorbei am Wiedentor und dem Tunnelportal der Wachaubahn erreichen wir die Steiner Kellergasse. Hier sind uns zwei Weinhöfe aufgefallen, und zwar weil sie die Bedeutung des Kremser Weines bereits bei der bajuvarischen Landnahme im Mittelalter belegen – Kloster Mattsee und noch ein anderer geistlicher Besitz aus Oberösterreich. Beim Rebentor, wo der Weg durch die Weingärten zur Donauwarte und zum “Steiner Hund” abzweigt (alle bereits für das Ausflugs-Erlebnis begangen), nehmen wir den Abstieg über die Frauenbergstiege hinunter zur Steiner Landstraße.

Dort wartete auf Anni noch ein Blick in die “Dirndlstube” beim NÖ Bildungs- und Heimatwerk, und ein paar Details sind uns noch an den alten und sorgsam renovierten, aber schon wieder in die Jahre kommenden Häusern aufgefallen. Nach dem Tor des Stadtteils Stein (wahrscheinlich Kremser Tor) folgte noch der windschief sich zur Höhe türmende Betonkoloss der neuen Kunsthalle. Schon kamen wir durch die Und-Straße und die Schillerstraße zum Stadtpark und zu unserem Ausgangspunkt. Letzte Einkehrmöglichkeit nicht ausgenützt, denn einen Hofbräu Biergarten genehmigen wir uns lieber in München original als in Krems in der Wachau….

Ist das am vorigen Bild die Bäckerin mit ihrer altertümlichen Guglhaube und den Brotwecken in der Hand?

Wenn man etwa im Facebook mit den entsprechenden Freunden und Gruppen verbunden ist, erhält man immer die aktuellen Berichte und Bilder – wirklich ganz interessant und ein nützlicher Effekt dieser Medien! Also wussten wir schon – es ist höchste Zeit, die pannonischen Frühblüher zu besuchen (suchen müssen wir sie ohnehin nicht, denn schon jahrelang damit intensiv beschäftigt). In Ungarn, im Nationalpark am Balaton war die Ausbeute (vor allem im Vergleich zum vorigen Jahr) höchst bescheiden. Daher mein Rat, eher in NÖ zu bleiben und die Thermenlinie oder die Wachau botanisch zu bewandern.

Erstes Ziel am Ostermontag, 2. April, das Naturschutzgebiet PISCHELSDORFER WIESEN bei Grammatneusiedel. Ausbeute – drei voll aufgeblühte Küchenschellen / Pulsatilla grandis, sonst aber schon überhaupt nichts Blühendes! Nächster Versuch zu den Frühblühern gleich am nächsten Tag auf die HAHNWIESE , am ersten Kamm der Voralpen zwischen St. Veit an der Gölsen, wo wir uns schon immer auf die Schneeglöckchenblüte freuen.

Die Schneerosen waren (wie an anderen sonst üppigen Standorten) heuer eher spärlich,  eigentlich sehr ungewöhnlich… aber dafür die Schneeglöckchen ganz toll in Vollblüte. Andere Stellen (wie am Schöpfl oder Gföhlberg) sind sich leider nicht ausgegangen, ebenso die Blüte der “Märzenbecher” (Frühlingsknotenblumen) in der Nähe der Kukubauerhöhe. Aber gleich wieder am nächsten Tag (4. April) ab in die Wachau!

Hier hatten wir Glück, mit dem Wetter ebenso wie mit der Blütezeit! Aufstieg über den Ruinenweg (weil dort die Mittagsbeleuchtung ideal war, am Vogelbergsteig eher nachmittags) über die unendlich vielen Stufen, was wir am nächsten Tag überraschend als kleinen Muskelkater bemerkten (fast eine Schande für eine solche läppische Wachauwanderung). Geblüht hat es erst nach dem Abstieg durch den Mentalgraben zu den Weingärten am Kellerberg und Kuhberg, ganz typisch Kuhschellenzeit…

Berg-Steinkraut, Große Kuhschellen, Nickende Kuhschelle, Sand-Stiefmütterchen. Die Marillen hatten schon dicke Knospen und sind in der Zwischenzeit schon aufgeblüht. Nun blieb noch die Suche nach den Krokussen! Aber weil in einem Facebook-Beitrag von Josefa Seel zu lesen war, im Bereich von Gresten und Ybbsitz seien die Krokusse schon verblüht, machten wir uns gleich zu den Hochlagen auf – nicht bedenkend, dass die noch voll weiße Hinteralm samt Muckenkogel ein guter Hinweis auf die Schneeverhältnisse hinter dem Zellerrain sein könnten…

Taschelbach – Neuhaus – Faltltal, keine Idee, dass dort etwas blühen könnte, fast noch ein Meter fester Schnee und kaum apere Flecken. So fuhren wir im Oistal weiter hinab – nächster bekannter Krokusplatz in Langau. Auf der Wiese (sommerliche Viehweide) gegenüber dem geschlossenen Gasthaus Taverne waren wir anfangs voll enttäuscht, nichts als nackter winterlicher Rasen! Aber etwas rechts am Rand der Talfläche gegen die Ois entdeckten wir dann ein kleines Krokusparadies – wie bei Ybbsitz und Gresten Neapel-Krokus / Crocus napolitanus in Mengen! Im Schatten und zwischen den Astresten umgestürzter Fichten noch knospig und aufblühend, weiter in die Sonnenfläche hinein sogar schon verblühend.

Die Krokusse zu fotografieren, besonders wenn sie in der Sonne ihre Blüten öffnen, ist ein Genuss, allerdings meist in hockender Stellung oder kniend! Unsere Ausbeute ist trotzdem sehr zufriedenstellend, besonders weil immer wieder das typische Merkmal dieser Krokusart zu sehen ist – Griffel mit Narben wesentlich länger bzw. höher als die Staubfäden. Beim Weißen Frühlingskrokus / Crocus albiflorus, der in Taschelbach vorkommt und gegenüber der Faltl-Wildfütterung bis in den Wald hinein neben dem Napolitanischen Krokus, sind die Größenverhältnisse in der Blüte umgekehrt.

Eine weitere Tour wäre nach Fischau-Brunn am Programm gestanden, aber mein Facebook-Kontakt BOTANIcUS aus dem Triestingtal hat mich informiert, dass dort zwar Frühlingsadonis voll blüht (bei mir im Garten erst seit drei Tagen), die Kuhschellen schon eher im Abblühen sind und die Zwerg-Iris noch eine Zeit brauchen werden. Daher verschieben wir diese Tour (übrigens in meinem “Großen Wandererlebnis NÖ” ausführlich beschrieben) auf Ende April oder gar schon in den Mai, denn dann gibt es dort auch die Adriatische Riemenzunge und den Violetten Dingel zu sehen. Vorläufig herrscht die üppigste Blütenpracht im Steingarten, und der Kirschbaum vor dem “Salonfenster” hat bereits Knospen zum Aufplatzen – Bäume und Sträucher in Vollblüte, das werden wir vorher noch bei meiner Weltkulturerbe-Runde durch Stein und Krems genießen (kommt erst im “Ausflugs-Erlebnis Wachau”, leider bisher nicht gelungen…)!

Die “Hahnwiese” wird man auf keiner topografischen Karte finden können (wie so viele lokale Ortsbezeichnungen), für Gölsentaler und Kleinzeller ist sie jedoch wie für manche ortskundige Wanderer ein Begriff – die folgende Karte zeigt die Örtlichkeit mit den Zugängen von St. Veit an der Gölsen / Wobach (im Norden) und Außer-Hallbach sowie von Kleinzell / Ebenwald:

Am ersten Tag nach den Osterfeiertagen (4. April 2018) machten wir uns wieder auf, die Schneeglöckchenblüte auf der “Hahnwiese” zu besuchen, als kurze Vormittagswanderung gleich vom Parkplatz Ebenwald aus (Zugang 30 bis 40 Minuten). Das Wetter war prächtig für dieses Unternehmen, sonnig mit nicht zu scharfen Schatten, nicht mehr so kalt wie zu den Feiertagen und nur mäßiger Wind für gute Fotos.

Auf dem Asphaltweg ging es bis zum Hof Wiesbauer / vulgo Kaltenreiter und über die Wiese hinauf zum Kaltenreiter-Stiegl, einem markanten Zaunüberstieg, davor Prachtblick zum Hochstaff und zur Reisalpe. Jenseits bergab zur Senke am “Egger Sand” gab es bereits Schneefelder, und die idyllische “Froschlacke” war noch ganz zugefroren. Im folgenden Wald begann bald das Schneestapfen hinauf zum Leonhardbild, und erst jenseits am schattigen Weg lag der matschige Schnee noch mehr als halbmetertief. Aber dann – die Hahnwiese, schon aper und von Schneeglöckchen übersät!

Eigentlich hätten wir über den Sautaler aufsteigen wollen, aber nun blieb uns nur ein kurzer Weiterweg in dieser Richtung – nämlich zu dem uralten Heustadel, dessen Blockwände und sogar das Brettschindldach schon bald ein Jahrhundert dem Verfall trotzen, wohl auch durch den Schutz der riesigen Fichten und Rotbuchen (solange diese nicht selbst zu Fall kommen). Eine Besonderheit dieses Stadels – er ist ein zeitgeschichtliches Denkmal! Denn an dem beliebten Weg von Rainfeld zum Ebenwald (und wohl auch als geheimes “Liebesnest” gebräuchlich) haben sich immer wieder Besucher an den Balken der Türseite “verewigt”. Allerdings nur für begrenzte Zeit, denn meine bei einer Wanderung mit meinen Eltern am 1. Mai 1949 in Erstklassler-Blockschrift verfertigte Inschrift habe ich zwar bei einer Wanderung mit Anni in den 1970ern noch gefunden und zum Glück fotografiert. Aber in den letzten Jahren war die Eintragung (im Gegensatz) zu anderen wie verschwunden. Diesmal konnte ich eine noch gut erhaltene Inschrift mit meinem alten Diafoto vergleichen, und ich weiß jetzt ganz genau, an welcher Stelle wir suchen müssen, vielleicht kommen unter Moos und Flechten noch meine ungelenken Buchstaben zum Vorschein….

Alte Diabilder vor ca. 40 Jahren, damals war meine Inschrift erst halb so alt und daher noch lesbar! Hier noch ein paar Eintragungen aus den 1930ern und vom Kriegsende 1945, als hier die Frontlinie zwischen den vorrückenden Sowjetsoldaten und der sich unter Einsatz von Minen (der Ebenwald war vor allem rings im den Hochstaff längere Zeit vermint) zurückziehenden Wehrmacht (tatsächlich nur mehr SS-Verbände).

Zur Erläuterung: Manchen alten Rainfeldern werden die Namen von der Inschrift 1935 noch bekannt sein, am Tag als die St. Pöltnerin Ria Zöchling sich hier “verewigte” gab es folgende Ereignisse (zitiert aus meiner Heimatkunde “Lilienfeld und die Voralpen”, Jugend & Volk 1981): Am selben Tag überfuhren sowjetische Panzer  die Reichsgrenze bei Kloster Marienberg, dem Lilienfeld angeschlossenen Zisterzienserinnenstift im Mittelburgenland. Damit wurde die Front, statt wie erwartet an den Leithaübergängen, von Südosten her aufgerissen. Am gleichen Tag kam der Volkssturm aus Lilienfeld, Richtung Ostwall in Marsch gesetzt,  bei Güns / Köszeg an und wurde ohne Waffen erhalten zu haben wieder weggeschickt (sicher ein Glück für  Hitlers  “letztes Aufgebot”). Nach einer  Panzerschlacht bei Wr. Neustadt folgte unter Zurücklassung des schweren Geräts der Rückzug aus dem Wiener Becken in die östlichen Alpenausgänge an der unteren Triesting und Piesting (sowie in das Wechselgebiet). Am 3. April gab das sowjetische Oberkommando den Befehl aus, die Linie Tulln – St. Pölten – Lilienfeld zu erreichen (ein weiteres Vorrücken nach Westen wäre zwar sicher möglich gewesen, ist aber anscheinend durch eine Absprache mit den Westalliierten unterblieben). Folgenschwer für das Gölsental, denn nun schwenkte der Frontverlauf in Südrichtung zu den Voralpen und erreichte am 23. / 24. April das Gölsental. Auf den Bergen und in den Talengen südlich davon blieb dann die Hauptkampflinie bis zum endgültigen Kriegsende stecken und die Kämpfe gingen noch weiter, bis ein massiver Schlechtwettereinbruch Anfang Mai von Natur aus dem Morden ein Ende setzte…

Nun zurück zu unseren glücklicheren Zeiten – “wo die Kinder bei Ruinen nur mehr an die Ritterzeit denken” (wie ich in meiner St. Veiter Heimatkunde in Erinnerung an die eigene Kindheit im fast völlig zerstörten Hainfeld geschrieben habe). Wie jedes Frühjahr (und wie auch 1945) blühen auf der “Hahnwiese” die bezaubernden Schneeglöckchen, und die Natur geht weiter wie das Leben, und so versinken unsere schweren Gedanken in der Vergangenheit …

Bald stapfen wir wieder im tiefen Schnee zurück zum “Egger Sand” und über das Kaltenreiter-Stiegl zum Ebenwald. Zurück ins Tal wird es immer frühlingsmäßiger, und so müssen wir uns wohl beeilen, zur “Märzenbecherwiese” im Wiesenwienerwald noch den letzten Zeitpunkt zu erwischen! Dazu aber noch ein letztes Bild von der “Hahnwiese” bis zum nächsten Jahr…

Warum die Schneeglöckchenblüte dort eine solche Besonderheit ist? Eigentlich sind in den Voralpen die Märzenbecher / Frühlingsknotenblumen verbreitet, aber rund um St. Veit an der Gölsen besteht eine botanisch verkehrte Welt – Märzenbecher im Wienerwald und Schneeglöckchen auf den Kalkbergen der Voralpen!

S O M L O

Als kultischer Gipfel ist der Somlo-Hegy im nördlichen Vorland des ungarischen “Gebirges” Bakony auch bei geografisch ambitionierten Reisenden oder Wanderern wohl kaum bekannt. Wer  im östlichen Österreich bis weit hinaus in die pannnonische Nachbarschaft unterwegs ist und dort einkehrt, kennt aber mit ziemlicher Sicherheit die Somloyer Nockerl, eine üppige und meist als Dessert  “vertilgte” Süßspeise! Und damit kommen wir schon zum Somlo, denn von dort soll – falls das “Gschichtl” stimmt – diese Köstlichkeit (oder Zumutung, je nach Gusto) herstammen. Die Angaben über den Somloberg und die Somloyer Nockerl sind jedoch selbst im sonst so ergiebigen Internet eher zwiespältig als ausreichend informativ, auch was die beim Wandern erlebte offensichtliche kultische Bedeutung des Gipfels betrifft.

Uns ist der Somlo bei der Zufahrt zum Plattensee aufgefallen, als der einem Vulkan ähnliche Gipfel wie ein Riese über den ebenen Fluren schwebend auftauchte. Näheres wussten wir noch nicht, aber die Neugierde trieb uns im Herbst 2013 bei der Heimfahrt von Tapolca zu diesem “Abstecher”, ist doch die Route dorthin nur ein kleiner Umweg für die direkte Fahrt über Sümeg. Tatsächlich findet man den Somlo in der Natur leichter als auf den Landkarten (in den Balaton-Wanderkarten ist er nicht mehr enthalten). Man nimmt dazu von Tapolca die Straße Richtung Devecser (unterwegs urige Dörfer und Hügel mit üppiger pannonischer Flora, allerdings eventuell militärisches Sperrgebiet) und biegt dort in die Hauptstraße Nr. 8 / E 66 Richtung Körmend ein. Schon bald taucht der Gipfel auf, und nach der abseits gelegenen Ortschaft Somovasarhely folgt nordseitig die Abzweigung zum Somlo, die aber eher einem breiten Feldweg ähnelt als einer nicht unwichtigen Seitenstraße. Wenn diese Abzweigung übersehen wird, geht es auch bald nach dem auffallenden Restaurant Flamingo, wo die den Somlo umkreisende Nebenstraße erreicht wird. Bei Infotafeln von dieser bald rechts abzweigen, denn geradeaus weiter kommt man an die Nordseite des Berges, und wir wollen ja zum hochgelegenen Start am Südhang. Egal wie man sich in den mit Basaltblöcken ummauerten asphaltierten Hohlwegen zurecht findet, bergwärts an einem Weingut vorbei am besten rechts halten (nicht zu der links auffallenden Ilona-Kirche) bis die St. Margit-Kapelle erreicht wird. Fußgänger werden sich bei den vielen Markierungen wohl leichter zurecht finden als ein Autolenker in diesem Kurven- und Eckengewirr! Bei der Kirche jedenfalls wartet ein geräumiger und neu planierter Parkplatz, und ein paar Meter weiter findet man die markierte Abzweigung für den Gipfelaufstieg.

Leider wirken meine Bilder von der Tour am 25. März (Palmsonntag 2018) wettermäßig nicht sehr einladend, doch im Blog sind unter > Suche: Somlo oder Beiträge: April 2017 und Oktober/November 2013 unsere Somlowanderungen bei besseren Verhältnissen zu finden. Es gibt rund um den Berg etliche Weinschenken (Pinzen) und auch repräsentative Weingüter (Hotel Krimbacher im Süden ganz neu und teils sogar unterirdisch angelegt, ebenso eine neue Brennerei). Wenn geöffnet, gibt es bei den Lokalen entsprechende Hinweistafeln, aber alles wirkt eher zurückhaltend und nicht auf Gästefang ausgerichtet. Wir konnten auch dort noch nie Wein einkaufen, obwohl der Somloyer weltberühmt sein soll: Was wir zwar nicht mehr brauchen, aber doch kurios – Hochzeitswein! Wenn genossen, sollen in der Brautnacht verlässlich Söhne gezeugt werden…

Nun zu den beiden vorigen Bildern: Gleich bei der Abzweigung eine Art Künstler-Freilichtgalerie, danach folgt ein idyllisch wirkender Hohlweg zwischen zerbröselnden Vulkantuffen. Wo es dann auf das Hochplateau hinaus geht, bilden gewaltige Basaltstufen den Weg, auf dem Clemens als jüngster Tourenteilnehmer gerade herumspringt und uns zum schnelleren Gehen antreibt….

Hier haben wir schon das breite, rund um die steil abgesetzte Gipfelkuppe  (mit Ausnahme an der Ostseite) verlaufende Hochterrasse erreicht und steigen über einen steilen Stufenweg zur höchsten Bergfläche auf. Vor dem Aussichtsturm, einem steinernen Gebäude (Schutzhütte?), ist unsere familiäre Wanderpartie versammelt, nur der Hund gehört zur Schutzhütte, folgt uns aber noch auf weite Strecke. Neben dem mit achteckigen Basaltblöcken gespickten Gedenkstein gibt es schon wieder ein neues Denkmal (mit Bändern verziert und für uns unverständlicher Inschrift), und im Hintergrund sieht man das Riesenkreuz bei der “Königsfigur” (Bild mit Bernie zum Größenvergleich). Bei unseren bisherigen Besuchen ist es  (zeitmäßig) nie gelungen, die an der Nordseite des Somlo ragende Burg zu besichtigen. Diesmal haben wir sie vom Tal aus (bei einer kleinen Irrfahrt in den Seitenwegen) schon gesehen, und jetzt ist sie unser eigentliches Ziel.

Dazu benützen wir den Fahrspuren im locker bewaldeten Gelände westwärts bis zur tieferen Terrasse mit der Wegkreuzung zu den historischen Pinzen, wo sich der Fahrweg gegen Norden wendet. Nach Lichtungen folgt ein intensiv begrünter Laubwald – kräftige Blätter von Aronstab, zarte Bärlauchrasen und noch immer Schneeglöckchen, außerdem blüht noch zahlreich Lerchensporn. Diese Flur setzt sich auf einem abgeholzten Rücken fort, und plötzlich stehen wir vor dem ersten Burggraben, im Hintergrund bereits die massive Ruine.

Die hochragenden Mauerreste, noch dazu aus dunklem Basalt gefügt, sind wirklich eindrucksvoll, besonders ein spitzkegeliges Gebäude mit Abzugsloch (wohl eine Küche) sticht daraus hervor. Man kann zwischen den Mauerresten herumspazieren und über den Bergrand hinabblicken in die Fluren der flachen Umgebung. Außerdem sind gerade rund um die Burganlage Vermessungsarbeiten im Gang, über die Geschichte wird man wohl etwas im Internet finden müssen… Die Entstehung weist jedenfalls ins frühe Mittelalter zur Zeit der Tatareneinfälle zurück, 1352 urkundlich war die Somlo-Var eine der wichtigen Befestigungen an der Grenzzone gegen die vordringenden Türken und wurde nie von diesen eingenommen. Zur Renaisancezeit schlossartig ausgebaut, verfiel sie später, war nach dem 2. Weltkrieg von den Russen besetzt und wird gegenwärtig vom Naturschutzreservat Somlo betreut.

Als alle vom Herumkraxeln genug haben (besonders die Kinder haben erstaunliche Ausdauer), machen wir uns an der Rückweg, ansteigend auf dem feuchten Waldfahrweg zurück bis zur freien Wiesen an der westlichen Bergkante – heute leider nur spärlicher Ausblick, sonst eine fast endlose Fernsicht! Hier zweigt über die Hochterrasse südwärts der Lehrpfad ab, der an die entlang des Weges verstreuten ehemaligen Weinkeller erinnert – dokumentiert durch Karten aus der Landesaufnahme Mitte des 19. Jahrhunderts und durch erhaltene, von bereits hohen Bäumen überwachsene Mauerreste (die Puchinger-Pinze bestand hier, und sie gibt es gleichen Namens noch bei der Margit-Kapelle).

Nach der Mittagszeit langen wir wieder über den schon bekannten Hohlweg bei der Margit-Kapelle an, Anni und ich machen uns an die Heimfahrt, Astrid & Andreas & Bernie & Veronika & Clemens kehren zu einem letzten vergnüglichen Tag nach Tapolca zurück.

Unsere früheren Touren am Plattensee und im ungarischen Nationalpark Balaton-Oberland habe ich im Outdoor-Magazin “Land der Berge” Nr. 3 / 2014 beschrieben. Im Blog gibt es dazu ebenfalls mehrere Berichte – bei schönerem Wetter und damit bei schöneren Bildern als an diesem eher trüben Palmsonntag 2018.

Im März diesen Jahres konnte man ein Stück ursprüngliche Balaton-Landschaft erleben, da die Niederungen südlich von Tapolca bis an den Plattensee zu großen Teilen überschwemmt waren. In Zeiten hohen Wasserstandes und vor den Regulierungen des Seespiegels im 19. Jahrhundert muss es hier so ähnlich ausgeschaut haben. Die drei Berghügel von Szigliget waren damals Inseln und landeinwärts von seichten Buchten umschlossen, die durch Klimaveränderungen und menschliche Eingriffe immer mehr verlandeten und heute den Charakter von Marschen haben, vielfach mit Sumpfwiesen und Schilfflächen bedeckt.

Schon vom Georgsberg her war uns diese für uns ungewohnte und außergewöhnliche Naturerscheinung aufgefallen, dass die Höhen bei Szigliget sich von einem Gürtel von Wasserflächen umgeben zeigten. Der im Bild auffallende Burgberg war auch deshalb unser Ziel für Samstag, 24. März. Die eindrucksvolle Burgruine bot sich vor allem für die Kinder als interessanter Ausflug an. Die Straßenzufahrt quert bis zur Balaton-Nordufer-Hauptstraße dieses “Wasserreich”, dann geht es um den Burgberg “Varhegy” ansteigend herum zur Ortschaft Szigliget, Parkplatz beim alten Schloss (früher Esterhazy, in neuer Zeit “Haus der Schriftsteller”, von hoher Mauer umschlossener Park mit geschütztem Baumbestand, anscheinend nicht zugänglich). Von dort wandern wir neben teils malerischen Häusern (typisch für den Ort mit ihren Strohdächern) zur Kirche, daneben ein Weinkeller-Restaurant im alten Herrschaftshaus der Lengyel, dann den breiten Steinweg hinauf zum Eingang in die Burgruine. Eintrittsgebühr ist selbstverständlich, wenn man die mit hohem Aufwand restaurierte und museal gestaltete Anlage in Betracht zieht.

Für das Osterwochenende sind Ritterspiele angekündigt, und die Vorbereitungen dazu  schon im Gang. Beim Bogenschießplatz und einer gestuften Arena geht es hinauf zum Hauptburg, alle Stiegen und Gänge in Stein und Holz massiv ausgeführt und abgesichert. In wiederhergestellten Räumen befinden sich Darstellungen des alten Lebens und Handwerks, dazu wird der Tief- und Ausblick über die Mauerkronen immer eindrucksvoller.

In der Oberburg findet man u. a. einen Brunnen mit kunstvollem Gitter, in den wir unsere “unbrauchbaren” kleinen Forintmünzen versenken können. Zuletzt steht man auf dem höchsten Punkt und geht die imposante Mauerkrone entlang wieder zurück zum Abgang in den unteren Burghof, wo in den dazu angelegten Gebäuden Geschichte und Renovierungen dokumentiert sind. Die Burg Szigliget geht immerhin auf das 13. Jahrhundert zurück und wird die “Burg des Balaton” genannt, eine der Grenzfestungen zwischen dem teilwiese habsburgischen Ungarn und den bis 1683 vordringenden Türken. Diese konnten Szigliget infolge der schützenden Umgebung und der hochragenden Mauern übrigens nie einnehmen. Zur Ruine wurde die Festung erst durch den Verlust ihrer Bedeutung, trotzdem stand sie auf der Liste des österreichischen Kaisers Leopold (Nachfolger von Josef II.) der zu schleifenden ungarischen Burgen (am Csobanc tatsächlich passiert). Die kleine Bergtour endet auf der Sonnenbank im unteren Burghof, so es sich in  Mittagswärme und Windschatten angenehm rasten und jausnen lässt.

Anschließend bummeln wir zurück zum Parkplatz und fahren durch den malerischen Ort zum Strand am Südrand der Halbinsel. Von dort aus haben Anni und ich seinerzeit eine schöne Rundtour über den älteren Burgberg Ovar und die Rokaratokapelle unternommen und auch den höchsten Punkt, den 242 m hohen Halas-tetö, überschritten mit Abstieg in das von Weingärten erfüllte “Goldmuscheltal”. Heute spazieren wir beim offenen Strandbad das Ufer entlang, auch hier hoher Wasserstand und Goldgeglitzer auf den Wellen wie es für den Balaton typisch ist.

Zur Rückfahrt benützen wir die Uferstraße östlich der Halbinsel und kommen dabei an einer uralten Kirchenruine vorbei. Dann überqueren wir den Sattel zwischen den beiden großen Inselbergen und kommen zurück zur Hauptstraße. Dort überholt uns bereits Andreas, der einen Dauerlauf vom Strandbad Szigliget bis nach Tapolca gestartet hat. Ein paar Palmkätzchen verursachen noch einen kurzen Stop, bis wir Andreas wieder überholen und uns später gemütlich in der Hotel-Lobby zum gemeinsamen Kaffee einfinden. Langweilig wird der Rest des Tages nicht, denn neben Thermalbad (und Wirlpool in der Baumi-Suite) und Raststunde im Zimmer mit Balkonblick auf das ausgedehnte Pelion-Gelände wartet nur mehr das opulente Abendbuffet auf uns…. Trotz der zum Wochenende angereisten 500 Gäste (bei 300 Sitzplätzen im Restaurant) von der Hotelcrew bestens organisiert, wobei man keineswegs das Gefühl eines Massenbetriebs hat sondern sich sehr individuell betreut vorkommt, also alles bestens und zum Wiederholen einladend!

Ältere Artikel »