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Über den Zungen-Mäusedorn berichtete die „Hainfelder Stadtzeitung“ am 16. Februar 2015:

Mit den bekannten Maiglöckchen und Weißwurzarten (u. a. Salomonssiegel) und dem in der Floristik verwendeten (in Österreich aber nicht vorkommenden) Stech-Mäusedorn gehört der Zungen-Mäusedorn zu einer gemeinsamen Pflanzenfamilie innerhalb der Liliengewächse. Er ist eine immergrüne, bis etwa 30 cm hohe ausdauernde Pflanze von höchst eigenartigem Bau. Betrachtet man die Abbildung, erkennt man die winzigen Blüten und die auffallenden roten Beeren scheinbar auf der Fläche von Laubblättern. Tatsächlich handelt es sich jedoch bei den vermeintlichen Blättern um laubblattartig verbreiterte Äste (sogenannte Phyllokladien), an deren Abzweigungen die eigentlichen Blätter nur schuppenförmig ausgebildet und daher kaum bemerkbar sind. Auf der Oberfläche dieser Phyllokladien sitzen Blüten und Früchte in den Achseln keilförmiger Hochblätter. Als Blütezeit wird zwar März bis April angegeben, jedoch sind bereits im Hochwinter Knospen, Blüten und zugleich die Beeren der Vorjahresblüte zu beobachten. Von alten, zerfallenden Phyllokladien bleibt oft nur das „Fasergerüst“ übrig, weshalb der Zungen-Mäusedorn volkstümliche den Namen Hadernblatt trägt. Der Zungen-Mäusedorn ist eigentlich in den nördlichen Mittelmeerländern beheimatet. Der Standort am Kirchenberg ist umso bedeutender, als von dieser zweihäusigen Pflanze (männliche und weibliche getrennt) beide „Geschlechter“ in zahlreichen Exemplaren und auf einer geschätzten Fläche von einigen hundert Quadratmetern vorhanden sind. Den zahlreich vorhandenen Beeren (übrigens zwar nicht giftig, aber auch von keinem anderen Nutzen als für die Verbreitung) entspricht ein erfreulicher Nachwuchs an Jungpflanzen. Daran ist die Beständigkeit des Zungen-Mäusedorn am Kirchenberg einzuschätzen, wenn dieses einzigartige „Naturdenkmal“ vor einer unbedachten Beeinträchtigung geschützt werden kann.

Zur Erläuterung der neuesten Facebook-Beiträge über diese überaus interessante Pflanze mein Bericht in der Hainfelder Stadtzeitung (siehe oben).

Bilder vom Liasnböndl / Hainfelder Kirchenberg am 4. November 2020.

Höger, Hegerberg… gibt es etliche, die Gipfelnamen bezeichnen immer eine etwas hervorstechende Gestalt, relativ nach der betreffenden Umgebung. Der beliebte Hegerberg bei Michelbach und Stössing befindet sich im Wiesenwienerwald, der Türnitzer und der Hohenberger Höger (letzterer Hegerberg laut ÖK) flankieren das obere Unrechte Traisental. Mein diesmal beschriebener Berg, lokal vulgo Häherberg, ragt zwischen Ramsau und Kleinzell auf, in der ÖK als Höhenberg, mit 1027 m der nördlichste Tausender in dem vom Hainfelder Kirchenberg zum Unterberg ziehenden Voralpenkamm.

Linkes Bild: Vom Blochboden (Sattel des Brunnröhrensteigs vom Dürrholzer Kreuz) aus gesehen ganz rechts, links Schwarzwaldeck, dazwischen Ausblick über Wiesenwienerwald bis zum Waldviertel mit Jauerling. Rechtes Bild: Vom Hainfelder Kirchenberg ganz links vor dem fernen Schneeberg. Jedenfalls allseits ein steiler, nur gegen Osten (Ramsau) zu etwas abgeflachter Bergkegel. Gleich vorweg genommen – dicht bewaldet, die Aussicht besteht nur aus Durchblicken zwischen den Stämmen am Bergrand. Von allen Seiten markant zu sehen, aber selbst ohne Ausblick. Höchstens für Tausendersammler (Werner Tippelt) lohnend oder wegen… (kommt noch).

Für mich (als in Hainfeld aufgewachsen) ist der Höhenberg ein “Kindheitsgipfel”, nicht nur weil ich ihn täglich vor Augen hatte. Sondern auch, zwar nicht so sehr wie der Kirchenberg,  weil ich ihn mit meinen Eltern ein- oder zweimal im Jahr bestiegen habe. Damals und auch noch heute ein ganz schön ausgiebige Tour – auf der Ramsauerstraße ins Landstal, über die Mühlleiten (vermutlich) oder durch den Heugraben und über die Schönleiten zum Unter-Höhenberger. Von diesem heute noch bewirtschafteten Bauernhaus (Stainacher) an den zwei nur mehr als Land- oder Jagdhäusern bestehenden Gebäuden vorbei (Ober-Höhenberger) bis zum folgenden Wiesensattel westlich vom damals noch ziemlich unbekannten Gaisberg (inzwischen Hausberg von Ramsau mit zeitweiligem Schiliftbetrieb des Berg- und Sportclubs). Hier verläuft weiter zum Kruckensattel die Markierung des 404-Wienerwald-Weitwanderweges (voralpiner Abschnitt). Kaum jemand von den gar nicht so wenigen Weitwanderern kommt auf die Idee,  den Höhenberg “mitzunehmen”. Für uns war es von Hainfeld aus eine stramme Tagestour mit Mittagsrast auf den damals noch nicht verwachsenen Gipfelwiesen, wo wir einmal (wohl um Pfingsten) eine Unmenge von “Roaslingen” gefunden haben, jener in der Gegend verbreiteten Art der Wiesenchampions.

Schon damals gab es am Höhenberg eine Marienkapelle, und in meinem ersten Wanderführer über die Voralpen an Traisen und Gölsen (Begehungen 1974/75) habe ich darüber vermerkt:

Auf den Höhenberg: … auf einen flachen Sattel (870 m = zwischen Höhenberg und Gaisberg). Hier (!) durch die Absperrung und rechts auf einem alten Fahrweg im Bogen zur Höhenberg-Kapelle. Durch hochragenden Fichtenwald gelangt man nordwestlich auf die wiesige Gipfelfläche mit überraschend schönem Ausblick bis Schneeberg, Hochschwab, Jauerling und Wienerwald (2020 längst dichter  Fichtenforst, improvisierte kleines Gipfelkreuz mit Vermessungsplakette, daneben Vermessungsstein). Der “Häherberg” (ortsüblicher Ausdruck) war zur Erbitterung vieler einheimischer Bergfreunde in den letzten Jahren als Jagdgebiet gesperrt, obwohl er seit jeher als beliebte Bergwanderung galt!

Der LILIENFELDER HEIMATKUNDE (Band 3 von 1964) entnehme ich folgende Angaben zur KAPELLE SANKT MARIA AUF DEM HÖHENBERG PFARRE RAMSAU:

1879 brachte eine Frau aus Schwarzenbach an der Gölsen namens Maria Gaupmann an einem Baum auf dem Gipfel des Höhenberges ein Marienbild an, Inschrift nach Pfarrchronik Ramsau: “Eine Frau in Schwarzenbach sah auf dem Höhenberg Lichtstrahlen aufblitzen und gegen ihr Haus hinzielen. Die Gottesmutter erschien ihr und gab ihr den Auftrag, eine Kapelle auf dem Höhenberg zu bauen. Dies geschah auch, und bald wurde der Höhenberg das Ziel zahlreicher Pilger.” Weitere Daten – neue Kapelle 1942 (Pilgerziel während der Kriegsjahre), am Kriegsende unbeschädigt (obwohl dort verschanzte deutsche Soldaten auf dem Holzfußboden ein Feuer entzündet hatten). 1962/63 neu in fester Bauweise mit kleinem Zwiebelturm samt Glocke, Altar Spende von Weikersdorfer (damaliger Fabrikant in Ramsau), Marienstatue mit Jesuskind aus Lindenholz von einem akad. Bildhauer).

Bilder von unserer Wanderung am Silvestertag 2020.


Weil unsere fast täglichen “Auslüfttouren” alle im facebook (Bernhard Baumgartner oder Wandertipp bernhard baumgartner) zu finden sind, kommen in diesen Blog nur die etwas ausgiebigeren Wanderungen. Eine solche war am letzten Sonntag von 2020 angesetzt. Ziel einer unserer alten Lieblingsberge – der Unterberg. Aber nicht von Ramsau und schon gar nicht von dem (aus dem Gölsental nur mit langem Umweg erreichbaren) Piestingtal zum Naturschneegebiet. Sondern vom aus jeder Richtung abgelegenen Rohr im Gebirge, wobei die Zufahrt über Kleinzell und Kalte Kuchl allein schon ein lohnendes Landschaftserlebnis bietet. Vom grünen Gölsental (auch am 4. Jänner noch immer so ausschauend) hinein ins Weiß der höheren Voralpentäler, wo es beim Hof im Gries (Schweiger, Gasthof leider schon länger geschlossen) schon tiefwinterlich ausschaut.

Meine (schon oft beschriebene) Idealrunde geht so: Gries – Heuweg – Blochboden – Unterberg – Schutzhaus und Marienkapelle – Blauboden – Miragraben – Gries.

Bei den derzeitigen Schneeverhältnissen als Fußmarsch leicht zu machen, für Schneeschuhe und Tourenschi ist einfach zu wenig Schnee, aber immerhin alles schön angeschneit und in winterlichem Glanz, an diesem Tag samt der weitreichenden Aussicht. Weil der Einstieg zum Heuweg (von der Forststraße Richtung Griesler Gscheid und Dürrnholzer Kreuz abzweigend) zumal bei Schnee womöglich nicht einfach zu erkennen wäre, nehmen wir zuerst die Forststraße in den Miragraben hinein, zweigen aber bereits bei der ersten links wegführenden Forststraße vom Talweg ab. Die Hänge und Böschungen unter- und oberhalb der leicht steigenden Forststraße, die sich in den Nordhang des Unterberges fortzusetzten scheint, sind sehr steil und unwegsam. Daher Geduld, wo der Hang des vom Gipfel kommenden Westkammes schon halbwegs umrundet ist, zeigt sich der alte Heuweg deutlich als tiefe Karrenspur querend, und hier geht es kaum mühsam in den steilen Bergwald rechts haltend hinauf. Später am Kammrücken entlang, werden die südlichen Felsabbrüche erreicht (beiderseits des Miragrabens treten die Wettersteinkalk der Ötscherdecke markant hervor), und schon weitet sich der Blick nicht nur nach Westen, sondern auch eindrucksvoll zum nahen Schneeberg.

Richtig interessant wird es allerdings erst, wo die Felsstufen des Westkammes auftauchen und wir geradeaus vom alten Karrenweg weiter aufsteigen – erster Höhepunkt, auch zum Fotografieren! Das Panorama reicht (gegen W und NW) vom Gippel und Göller, an der Jochart vorbei zum Türnitzer Höger, dazwischen schon weit entfernt und relativ klein der Ötscher. Das Reisalpenmassiv mit dem Hochstaff und Ebenwald / Schwarzwaldeck dominiert den Ausblick ins Alpenvorland, rechts vom Hallbachtal der Unterberg (den wir bald darauf bestiegen haben), über den Wiesenwienerwald und das Mostviertler Hügelland hinweg ist auch das (ebenfalls verschneite) Waldviertel gut zu erkennen.

Der nächste Höhepunkt ist eigentliche eine Verflachung des Kammes am Blochboden mit der Einmündung des Brunnröhrensteiges vom Dürrholzer Kreuz her (404-Markierung). Hier pfeift der föhnige, aber eiskalte Südostwind schon ganz heftig daher! Der Schneeberg erwehrt sich gerade noch der bedrohlichen Föhnkappe, und über die eisige Fläche weitergehend, glaubt man schon in eine unendliche Weite hinein zu schauen – ist auch so, denn hinter den letzten Gipfeln der Gutensteiner Alpen liegen schon die Ebenen des Ostens. Eigentlich hätten wir nun, nahe der gut sichtbaren Riedmüller-Jagdhütte (des Hainfelder Brauereibesitzers, der auch meinen Vater als maurer- und bergkundigen Nachbarn einst mit dem Aufbau des Gipfelkreuzes beauftragt hat, muss etwa um 1949 gewesen sein) in den Miragraben absteigen. Aber so erwischen wir nur vor dem eigentlichen Gipfelanstieg den markierten Querweg zum sog. Unterberg-Gscheid mit der Schutzhütte und der Marienkapelle. Obwohl des ÖTK-Haus sicher geschlossen ist, ob der Schilift betrieben ist für mich dort oben fraglich, tummeln sich – wie überall auf den Bergen und im Schnee – beim Lockdown der Coronaepidemie ein Menge luft- und schneehungriger Wanderer samt Kindern und Hunden! Sogar unten beim Gries stehen dann schon ein Dutzend Autos!

Beim folgenden unverzüglichen Abstieg durch den Miragraben ist der Nachmittag schon recht fortgeschritten, zumal jetzt bei der kürzesten Tageslänge. Trotzdem bieten die Eiszapfen der kleinen Klamm noch einige Motive, bevor wir wieder im Gries beim Auto anlangen und die Heimfahrt antreten. Wieder einmal wunderschön, unser geliebter Unterberg, und die Bilder davon stammen von Anni und mir – ohne Konkurrenz, eher in der unterschiedlichen Bildauffassung jedenfalls bereichernd!

HOCHSTADELBERG

Bis ins Gölsental hinunter hat es geschneit, aber wenn wir bizarre Schneekulissen erleben wollen, müssen wir schon höher hinauf – der nächstgelegene Tausender mit intensiverem Gipfelerlebnis ist (wie immer wieder) unser lieber “Stadelberg”. Übrigens auch mein erster Tausender, als ich vor fast so vielen Jahren wie ich jetzt alt bin, die Genesungsferien bei der “Koller Pepperl” oberhalb von Erlaufboden verbrachte…

So schön steht er da, der “Altvater der Voralpen”, der von Werner Tippelt und mir so oft schon beschriebene Ötscher. Und die Wintersonne am Berg ist unbeschreiblich faszinieren, auch wenn hier die Kameraoptik ungewollt mitgespielt hat. Wir gehen vom Parkplatz vor der Wastlhöhe (vormittags noch leer!) auf dem bereits gespurten Waldweg entlang der blauen Markierung Richtung Anna-Alm bis zur Forststraße und bei deren Kurve gleich rechts über den alten Schlagsteig ungespurt hinauf in den dort weiter oben besonders urigen Bergwald.

In dem das Himmelsblau widerspiegelnden Schatten ist es eiskalt (gut für den 10 bis 20 cm hohen Pulverschnee),während die Hochfläche über Wastl am Wald bis hin zur Brandmauer schon im milderen Sonnenschein glänzt. Der obere Waldgrenzsteig öffnet sich zum bald erreichten Ötscherblick, und die Jungfichten ducken sich überall wie kleine Schneemänner unter der frischen Kristalllast. Ötscher und Dürrenstein vom Hochstadelberg, aus dem 1300 m tiefer gelegenen Erlaufboden schwingt sich der Teufelsriedel hinauf zum Rauhen Kamm in seiner Nebelwolke. Das Gipfelkreuz auf seiner freien Kuppe ist heute besonders attraktiv, da der Hochschwab im Hintergrund von der “Föhnwalze” überrollt wird.

Der leichte Südwind, auch noch genug eiskalt, wirbelt die Schneekristalle auf und treibt sie wie “Sternenstaub” über den Gipfel. Eigentlich sollten wir noch zum vollen Genuss ein kleine Gipfelrast halten, aber bei diesen strengen Winterverhältnissen wirkt der Abstieg auch etwas verlockend. Immerhin geht es am Kamm ostwärts etwas gemütlicher zu, und vom Sattel vor dem Ostgipfel (dort Rastplatz mit Buch) biegen wir links in die Mulde mit der “Stadelberglacke” ein.

Die das ganz Jahr über erhaltene Wasserfläche mit ihrem ihrem Feuchtbiotop ist nun komplett zugeschneit, ob auch vereist? Sie liegt nur als kleine Ebene in der Waldlichtung, umgeben von bizarren Baumschatten, und die Sonne leuchtet hinter den Wipfeln wie ein Stern…

Der weitere Abstieg auf der Forststraße, die kuscheligen Fichtenschneemänner entlang, könnte sogar schon als Langlauf herhalten, obwohl durch den pulvrigen Schnee sicher der Schotter durchkommen könnte. Am kalten Schattenhang gibt es auch ohne Sonne malerische Bilder, und ein Durchblick geht weit hinaus ins Traisental mit der ebenfalls tief verschneiten Hinteralm.

Das letzte Stück entlang der Markierung beschert noch einige Sonnenblicke mit von den Zweigen rieselndem Schnee, dann ist nach kaum mehr als zwei Stunden die kleine Tour schon wieder vorbei, nicht aber das Wintererlebnis, denn der Ötscherblick begleitet uns noch bis ins Lassingtal hinunter und zum Annaberg. Hat vor gar nicht so langer Zeit um Mittag die Sonne noch das Kirchturmkreuz gestreift, liebt das Bergdorf nun völlig im Schatten des Scheiblingbergs, bis um Lichtmess die Sonne gerade wieder zur Kirchturmspitze hereinreichen wird. Schöne Erinnerungen – drei solche Winter konnte ich in Annaberg erleben… und in der Volksschule sieht man nur mehr in einer Klasse das Licht aufgedreht… Wieviele Kinder werden dort noch unterrichtet? Zu meiner Zeit als Lehrer der Oberstufe (mit 36 Kindern in einer Klasse mit drei Abteilungen!) waren es noch zwei gut gefüllte Schulklassen. Aber wie lang ist das schon her? Na ja, immerhin bin ich nun schon dreimal so alt wie damals als Junglehrer auf meinem ersten Dienstposten.

Übrigens – Weihnachten steht vor der Tür! Kostbare Geschenke sind die beiden Superbücher von meinem Freund Werner Tippelt – nicht zu lange warten, denn wenn es sie nicht mehr gibt, ist es zu spät für diesen Schatz in jeder Bergbibliothek!

Bevor ich unsere erste SCHNEETOUR der Wintersaison 2020/21 präsentiere kommt noch ein Überblick von den vielfältigen Unternehmungen, die wir seit Anfang November erleben konnten!

1. November – Runde über die Kukubauerhöhe

4. November – zum Zungenmäusedorn am Liasnböndl (Hainfelder Kirchenberg) – Fruchtbeeren und “Hadernblatt” und eine vorwitzige Blüte

8. November – zu den fruchtenden Elsbeerbäumen am Weißenkogel (St. Veit / Sonnleiten)

10. November – zum Hüttenfeld am Hennesteck in Annaberg

12. November – von der Klammhöhe zur Gföhlberghütte (Kontrolle des Zungen-Mäusedorn Standortes)

14. November – zu den Elsbeerbäumen am Geo-Pfad in Ramsau

15. November – Stauseerunde in Annaberg mit Kaiserthron, Wienerbruck und Joachimsberg

17. November – St. Veit an der Gölsen / Sonnleiten, Runde über Sonnhof und Kirchensteig

21. November – auf dem Himmel bei Lehenrotte mit fantastischem Ötscherblick

22. November – auf den voralpinen Hegerberg bei der Kalten Kuchl

24. November – in die Wachau und auf den Jauerling

26. November – zu den Thorstallwiesen am Türnitzer Schwarzenberg übers Holzer Gsohl

27. November – zur Kiensteiner Öde auf dem Ebenwald bei Kleinzell

2. Dezember – ins Schindeltal (St. Veit an der Gölsen, Inner-Wiesenbach)

4. Dezember – auf der Schwarzenbachhöhe in St. Veit an der Gölsen / Schwarzenbach

6. Dezember – über den Steinberg zwischen Rohrbach und Kerschenbach (St. Veit an der Gölsen)







Seit dem letzten Bericht in diesem Blog ist gerade mehr als ein Monat vergangen – allerdings nicht untätig! Zuhause mit Bildersammlung meiner Touren in ganz Niederösterreich. In der Natur draußen mehrmals pro Woche – dazu in meinem facebook “Wandertipp bernhard baumgartner” (Kurzbericht und Bilder von Anni und mir).

Diesmal, d. h. am Feiertag 8. Dezember, ging es auf einen Gipfel, der zu den Zierden in meinem Voralpenbuch gehört: Bei der großen Runde um das Texingtal gehört er neben der Burg Plankenstein und der Grüntalkogelhütte (derzeit leider alles geschlossen) der Bichlberg mit 859 m zum Höhepunkt dieser ausgiebigen und schönen Tour. Auch in diesem Blog zu finden unter: Suche > Grüntalkogelhütte.

In der nebelverhangenen Herbstzeit schon einmal probiert – am Nationalfeiertag. Aber da war bei der Zufahrt durchs Pielachtal eine so dichte Nebeldecke, dass wir von Kirchberg gleich nach Frankenfels weitergefahren sind und dort auf dem Frankenfelsberg die schönsten Stimmungen erleben konnten. Diesmal waren die Verhältnisse besser, zwar schon ungleich spätherbstlicher (oder richtig winterlich ohne Schneelage, die kam erst zwei Tage später), aber dafür mit überraschend klarer Fernsicht bei Föhnlage mit heftigem Südostwind. Wir starteten wegen der schon fortgeschrittenen Tageszeit nicht unten im Tal, sondern höher oben an der Sonnseite des Pielachtals mit Auffahrt von Schwerbach über die Wetterschlag-Höfe (als “Wiederschlag” örtlich beschildert) zur Kreuzung vor dem Unteren und Oberen Brandgrabenhof. Von dort aus kann man den Bichlberg umrunden (über das Schwabeggkreuz) oder einfach auf kurzem Weg besteigen.

Beim Aufstieg machten wir jedenfalls eine “geologische Entdeckung”, wie es im Pielachtal durch die vielfachen tektonischen Verwicklungen und die unterschiedlichen Gesteinsverhältnisse leicht möglich ist. Juraschichten haben wir schon oft kennengelernt, z. B. auch bei unserem Naturerlebnisweg am St. Veiter Staff, oder bei den Fahrten im vorderen Hallbachtal (Rote Mauer bei der Wasserlueg) und durch den Wiesenbach ins Schindeltal. Mir kam dieser dunkle, einer Pfeilspitze ähnliche (wie es im Internet heißt) “Wurm” irgendwie bekannt vor, obwohl in der Natur kaum jemals gesehen (oder schon vergessen) – ein “Donnerkeil” wie es im Volksmund heißt, überliefert aus der Zeit der alten Germanen als Wurfpfeil Donars. Dieses Fossil der Jura- und Kreidezeit ist rund 100 Millionen Jahre alt und stammt von einem ausgestorbenen, aber bereits in der Urzeit der Erde vorhandenen Meeresbewohner, einem sog. Kopffüßler. Wie es beim Googlen nachzulesen ist – als Gegengewicht zum Kopf mit seinen Fangarmen enthielt der Körper einen schweren festen Bestandteil (Rostrum genannt), der in versteinerter Form von diesem Lebewesen erhalten und in Jura- und Kreideschichten zu finden ist. Die wissenschaftliche Bezeichnung dafür -  Belemniten. Ein weiteres Bild zeigt einen rötlichen Cronoidenkalk mit zahlreichen Stielgliedern und Querschnitten von Seelilien (Crinoiden). Soweit meine laienhaften Anmerkungen dazu! Der Felsturm mit seinem Dachüberhang eines Bergsturzes befindet sich übrigens im Schindeltal, das wir erst vor einigen Tagen durchwandert haben (St. Veit an der Gölsen, Inner-Wiesenbach; die Bezeichnung Schindeltal soll übrigens nach freundlicher Mitteilung eines interessierten Karten- und Wanderinteressierten jüngst aus der amtlichen Österr. Karte gelöscht worden sein – völlig unverständlich für mich).

Nach Querung des Pielachtal-Rundwanderweges gingen wir der Karte und dem Gefühl nach weiter, am Waldrand ansteigend, wo etliche Lesesteinhaufen am Wiesensaum vielleicht auch interessante Funde enthalten könnten, zur weitflächigen Wiesenfläche des Bichlbergs, von der er wahrscheinlich auch seinen Namen hat (vom Pielachtal her, nach Texing weist er über dem Höllgraben seine steile Nordseite). Hinter uns “wuchs” der schon etwas angeschneite Große Ötscher zunehmend in die Höhe, flankiert vom Kleinen Ötscher und dem Dürrenstein im Hintergrund. Von hier aus hat man (wie vom Frankenfelsberg) einen direkten Einblick in die Nordwand, während der Rauhe Kamm nicht so hervortritt wie etwa von Annaberg her. Vom oberen Wiesenrand mit seinem Saum von hochragenden verwitterten Rotbuchen blickt schon das relativ neue Schutzhütterl (ein offener Unterstand mit Bank, 2017 oder so ähnlich von lokalen Bergfreunden errichtet). Dieses nützte uns allerdings nichts, denn erstens schon besetzt und in Coronazeiten daher nicht möglich, und zweitens dem Föhnwind voll ausgesetzt, da eher auf Nordweststurm ausgerichtet. Den “Gipfelkompass” kannten wir schon, das Geländer war beim Foto leider etwas im Weg, aber sonst durchaus instruktiv und zeitlos widerstandsfähig.

Auf der “Waldseite” öffnet sich der Blick in den Talkessel von Texing mit den begrenzenden Flyschbergen, dahinter das Alpenvorland und das Waldviertel, alles ohne Nebel und klar sichtbar, sogar die Wallfahrtskirche von Maria Taferl konnte man mit freiem Aug erkennen. Im Gebirgspanorama fehlt nur der Schneeberg, hinter der Gemeindealpe hätte man den Hochschwab sehen müssen, war aber durch den Südstau in Wolken. Dafür lockerte es gegen Westen auf, und dort ragte ein scharfer Zahn empor, der nur die (aus dieser Sicht “zackige” Stumpfmauer der Voralm bei Hollenstein sein konnte. Daneben links gerade noch sichtbar der Tanzboden, also die “Wilden Westalpen” Niederösterreichs, rechts auch felsige und teils verschneite Gipfel, die ich nur der Karte nach annehmen konnte – Haller Mauern oder Sengsengebirge?

Die beiden Bilder mit der neuen LUMIX von Anni gemacht, da kommt meine Nikon Coolpix nicht mehr mit… Nach Osten gibt das Panorama einen Querschnitt durch die Traisentaler Voralpen her, zwischen dem Geisbühel bei Tradigist (unverkennbar der Steinbruch von der Geiseben) und dem Sengenebenberg lugt sogar der Wienerwald durch, ziemlich sicher mit dem Schöpfl. Unten im Pielachtal liegt Kirchberg ausgebreitet, der namengebende Kirchturm ragt wirklich darüber, und beim Vorbeifahren bemerkten wir am eindrucksvollen Skywalk sogar zwei (nachtsüber sicher beleuchtete) Christbäume.

Beim Abstieg über den Nordkamm mussen wir uns – fast wie die riesigen Rotbuchen – fest “verwurzeln”, so heftig blies der Föhnsturm am Waldrand entlang. Weiter unten trafen wir (nach dem über den Gipfel führenden Römerweg) auf den Pielachtal-Rundwanderweg, der uns in weitem Bogen zurück zum Ausgangspunkt führte. Im Frühling beim Laubaustrieb und noch bevor die Bergweisen beweidet werden, muss es dort oben besonders schön sein – wir werden im nächsten Jahr sehen!

Wichtigstes Motiv für unsere heurigen weiten NÖ-Ausflüge ist der Bedarf an “frischen” (digitalen) Landschaftsfotos. Vor allem auch vom Waldviertel, obwohl ich dort durch mehrere Führerausgaben schon reichlich gut sortiert sein müsste. Aber der Sommer ist längst vorbei, und auch der Herbst verläuft in der Natur jetzt recht zügig. Kaum hat die Laubfärbung eingesetzt, werden die Rotbuchen (als wichtigster Laubbaum) schon wieder kahl, wie wir in den höheren Lagen und selbst herunten im Gölsental eindeutig merken. Bei Schönwetter leidet das Waldviertel, wie die Niederungen rund um die Alpen, am häufigen Nebel, zumal ja schon Allerheiligen längst vorbei ist, und wir aus unseren früheren Familienbesuchen wissen – November im Waldviertel, da muss  man mit dem Wetter schon großes Glück haben, um malerische Verhältnisse zu erwischen.

Freitag, 6. November: Nach einigem Herumzögern versprach dieser Tag noch am ehesten einen Erfolg, und schon dachte ich mir eine ganz große Runde für diese Fahrt aus. Auf jeden Fall nach Arbesbach und Altmelon, und dabei ist es auch schließlich geblieben…. Zufahrt wie immer am kürzesten über Gföhl nach Zwettl, auf der nun schon nicht mehr ganz neuen Umfahrung die Stadt überhaupt nicht gesichtet, aber doch in der passenden Richtung weiter gekommen – Groß Gerungs / Linz, da ist schon Merzenstein mit Abzweiger nach Rappottenstein, es geht hinein ins “Waldviertler Urgebirge” (wie ich das hohe südliche Waldviertel immer bezeichne). Nach dem Nebel im Kampgebiet wird es hier richtig klar, wie es sich für Berglagen eben im Herbst gehört. Noch vor Arbesbach will ich einen Abstecher zur Granitklamm bei der Heumühle einschieben, Abzweigung zuerst richtig erwischt, aber bei der Kampbrücke (erstes Bild) am Güterweg dorthin vorbeigefahren. Die Gegend kenn ich von meinem Dotterblumen-Marathon eigentlich recht gut (weil damals zu Fuß unterwegs, daher bestes Kennenlernen), so finden wir über Feuranz und Hausbach und Arnreith (dort Sackgasse rechtzeitig bemerkt) gut hinüber nach Pretrobruck – am ausgebauten Gasthof Seidl und dem sich versteckt haltenden Vogelstein vorbei kommen wir nach Arbesbach.

Der Ruinenturm – der bekannte “Stockzahn des Waldviertels” – eignet sich bestens für einen Panoramablick über dieses Gebiet. Schon gewusst wie – als erstes in die Bäckerei Huber um den Schlüssel, zugleich den Kontakt zu Hammerschmied Peter (Schulkollege und Freund seit der Internatszeit in St. Pölten) vermittelt bekommen. Vor der Ruine treffen wir einen Herrn, der diese Sehenswürdigkeit betreut, und erfahren von ihm – heute gibt es Dachsteinblick! Damit steigt die Spannung, bis wir über die Außen- und Innenstiegen die Plattform bestiegen haben – tatsächlich, ringsherum in diesem Höhenniveau voll klare Sicht, über drei Viertel des Waldviertelpanoramas halt sehr weitläufig, im Süden aber erkennt man ganz deutlich die Alpenkette!

Im Bild “Gesäuseblick” sieht man von links Hochtor und Planspitze, den zackigen Kleinen Buchstein und den dreigipfeligen Admonter Reichenstein. Hinter der Kapelle von Purrath (wie uns der Betreuer ansagte) ragt unverkennbar der Dachstein mit dem Hallstätter Gletscher  – mit freiem Auge fast nicht zu bemerken, aber vom Photoshop ganz deutlich gemacht (nächstesmal nehmen wir ein Fernglas unbedingt mit). Den Schneeberg vermisse ich (befindet sich auch nicht auf den Infotafeln), aber der Ötscher im Breitformat ist unverkennbar und erhebt sich gerade noch über die südöstlichen Anhöhen des Waldviertel. So weit die Höhepunkte, aber auch die anderen Ansichten der näheren Umgebung sind wirklich bemerkenswert und zeigen eindringlich, wieviel Landschaft sich rund um einen Markt wie Arbesbach vielgestaltig ausbreitet.

Nach einem Plauscherl beim Kaffee in der Cafe´-Bäckerei mit Peter machen wir uns an die Weiterfahrt – nächstes Ziel der Arbesberg, das bewaldete Steinmassiv an der Straße Richtung Altmelon, das wir übersteigen, um noch ein paar Bilder vom Sattel östlich davon zu machen. Die Landschaft ist im Vergleich zu unseren alpinen Gegenden eher schlicht, noch dazu auf den für Äcker und Wiesen eingeebneten Flächen zwischen den bewaldeten Blockmassiven. Einen solchen Platz wollen wir als nächstes aufsuchen – es wird wirklich ein “Suchen”, denn in Etlas von der Straße abzweigend landen wir nahe der Teufelsmauer, aber am Ende der befahrbaren Wege. Also zurück nach Etlas und erst am Ortsanfang von Altmelon, nahe dem dortigen Vogelstein, rechts auf Fahrweg am Friedhof vorbei, dann zum “1. europäischen Hundebadeteich” der Altmeloner Wanderspezialisten (die Lichtenwallner haben wir kontaktsparend nicht aufgesucht) und zum Waldrand vor der Teufelsmauer. Die Wegweiser führen uns den dicht bewaldeten Hügel hinauf, und rechts abzweigend langen wir nach einigen kleineren Blöcken bei diesem Naturdenkmal an.

Die “Altmeloner Blockburgen” sind selbst im Vergleich zu den berühmtesten Steinformationen des Waldviertels eigentlich unübertrefflich – wie von einem Riesenkran übereinander gestapelt türmen sich die meist rundlichen Granitblöcke, lassen vielfach durch Spalten das Tageslicht eindringen, selbst wenn sie überraschend große Hohlräume bilden. Phantasienamen sind hier durchaus angebracht und von den Altmeloner Wanderfreunden rund um die Familie Lichtenwallner auch mit Wegweisern und Infotafeln bezeichnet. Während beim Luagaluckaweg nahe dem Gaubitzhof ein ganzer Bergrücken so “ausgestattet” ist, konzentriert sich bei der Teufelsmauer die Steinwelt rund um eine pyramidale Blockformation, und selbst ein gewaltiger Wackelstein tritt bei solcher Konkurrenz in den Hintergrund:

Die Beleuchtung in der Nachmittagssonne wirkt wie von Spots eingerichtet, und nicht nur beim Umkreisen des zentralen Granitgipfels ergeben sich die tollsten Bilder. Auch der Wald ringsum ist noch mit aus dem dicht bewachsenen und begrünten Heideboden wie herauswachsenden Blöcken gespickt. Das Gestein ist Weinsberger Granit in typischester Ausprägung, die Grundmasse aus Quarz und Glimmer (schon gelernt “vergess ich nimmer”) ist dicht durchsetzt von den milchigweißen, verschieden großen Quadern der Feldspatkristalle.

Dicht von Moosen und Flechten bewachsen, mit Farnen und Heidelbeergestrüpp umgeben, sind diese Steinfluren für das ganze Waldviertel typisch und zum Glück nicht einmalig, denn neben verschiedenen Graniten gibt es auch Gneisblöcke und andere geologische Spezialitäten. Wir haben am Waldrand gerastet, haben die Teufelsmauer durchforscht und fahren dann weiter zum Ortsanfang von Altmelon, wo es nicht nur das Gasthaus Lichenwallner gibt, sondern auch historische Spuren eines im Mittelalter eingerichteten und wegen der unwirtlichen Gegend wieder aufgelassenen Klosters gibt. Zwei Bilder vom “Altmeloner Vogelstein” (dem in Pretrobruck gar wenig ähnlich, dort heißt er auch wegen des Profils “Adlerstein”) schließen den Tourenbericht. Die Weiter- und Rückfahrt verläuft über Schönbach zurück nach Zwettl, und im Abenddämmern zuhause ankommend sind wir froh, uns nur auf Arbesbach und Altmelon konzentriert zu haben. Denn zu erleben gäbe es dort noch viel viel mehr….

… ohne weite Fahrt, gleich im Wiesenwienerwald, wo die Laubfärbung nun ganz optimal ist, und mit einer kleinen, aber unserer Lieblingsrunde um die Kukubauerhöhe:

Ausgangspunkt beim Kleinsattler, Zufahrt am geschlossenen Berggasthof “Schussluck´n” vorbei, dort nicht weiter zur Sattlerkapelle, sondern gleich links durch die Mulde hinter dem Gehöft. Ein stark verwurzelter Baum weist den richtigen Waldkarrenweg, der in einem Bogen hinaufführt zur roten Markierung an der Westseite der Kukubauerhöhe (viel angenehmer als über die Wiesen, außerdem stehen im Nadelwald noch Mengen von Pilzen, leider keine uns bekannten).

Die Fliegenpilze sollen eigentlich die Anzeiger für Herren- oder Steinpilze sein, aber jetzt prangen sie nur alleine. Wir queren nicht entlang der Markierung links weiter, sondern steigen gleich durch den Wald hinauf zur weitläufigen südlichen Gipfelwiese. Aussicht zum Schneeberg und über die Voralpen, der Ötscher taucht hier gleich links vom markanten Hohenstein auf. Am Weiterweg wandert er sozusagen ein Stück weiter und zeigt sich rechts vom Hohenstein. Vom Gipfelkreuz an der Kukubauerhütte vorbei (bewirtschaftet wie sonst immer) und auf dem 404-Weitwanderweg zum Höhepunkt (zwar etwas niedriger, aber bester Alpenblick) am “Föhrenbigl”. Geradeaus auf neuer Wegtrasse oder durch den alten Hohlweg kämen wir zur Kapelle beim Windkreuz, wir wenden uns aber gleich die Panoramawiesen südlich hinab zum rot markierten Querweg. Hier auffälliger Gegensatz – oben die vom Michelbacher Hackerbauern bewirtschafteten Wiesen, unterhalb alles ruderal auf dem Grund des nahen Kerschenbacher Bauern. Eine riesige Lärche liegt umgeschnitten quer über dem Weg, allerdings überhaupt nicht aufgearbeitet, typisch die kurz danach an eine Fichte gelehnte Stehleiter, wozu verwendet bleibt schleierhaft.

Nach der kurzen anschließenden Waldpromenade die nächste verwilderte Wiese, so hoch stehend, dass sie nur äußerst mühevoll einmal gemäht werden könnte. Ein abgestorbener Birnbaum markiert diesen malerischen Punkt, den ich schon mehrmals zu verschiedenen Jahreszeiten fotografiert habe. Diesmal ideale Herbststimmung, und dann geht es auf dem folgenden Waldweg zur nächsten Lichtung – voraus ein durchlöcherter Steinblock, allerdings kein Kultstein, sondern durchbohrt mit einem alten Gatterscharnier – wo wir rechts abkürzend zum Ausgangspunkt abzweigen. Kurz, aber intensiv, eigentlich ein Spaziergang, den man zu dieser Zeit sehr lohnend als Wanderung um Michelbach (bis zur Bischofshöhe) erweitern könnte.

Und nun ist schon der November da, das Jahr stürmt nur so voran, dem Winter entgegen, und dann werden wir diese “Kukurunde” sicher wieder – möglichst bei Schnee und Raureif, vielleicht sogar mit Langlaufschiern, unternehmen. Womöglich sogar mit Einkehr in der Kukubauerhütte, wenn diese dann nach der Sperre hoffentlich vor Weihnachten wieder geöffnet ist.

Die letzten Oktobertage verlaufen mild und eher feucht, trotzdem wollen wir am 28. Oktober ein Fahrt ins Waldviertel starten (vielleicht nach Albrechtsberg und ins Kremstal). Als wir jedoch in die Wachau kommen (direkteste Zufahrt nach Albrechtsberg), lichten sich Nebel und Wolken, und die Landschaft präsentiert sich in klarstem Licht – bei prächtig goldgelb gefärbten Weinrieden! Wozu dann weiterfahren? Wir bleiben gleich in Weißenkirchen und gehen den Panoramaweg unter den Achleitenfelsen und der so oft schon “erschlichenen” Kügerlwand, aber diesmal in Richtung Klaus mit Rückweg über Hinterkirchen.

Der mittlere Wanderführer ist (ebenso wie der erste von Waldviertel & Wachau) nicht aktuell, denn statt mit Mella Waldstein ist dann die Wachau allein erst mit Fritz Arnold gelungen!

Obwohl derzeit gering besucht, können wir erst beim Bahnhof bequem parken (meine Empfehlung), dann geht es auf der immer wieder das malerischste Bild liefernden alten Kremser Straße zur Abzweigung Richtung Höhen- und Panoramaweg. Anfangs durch die Schlucht der Weingartenmauern, fällt uns nach dem Riedentor eine alte Abzweigungstafel Richtung Kügerlwand auf. So steigen wir eine schmale Trasse mit vielen Stufen direkt durch die Weingärten hinauf zum Höhenweg, wobei uns eine Schar von Weinlesern begegnet. Ausblick fantastisch, noch dazu bei diesen Sichtverhältnissen und der Weinlaubfärbung!

Damit vermeiden wir den längeren Bogen (mit der Abzweigung zum wahrscheinlich geschlossenen Bergheurigen Pomassl, sonst ein wahres MUSS !) und gehen links nur ein paar Schritte zu den Achleitenfelsen und dem “Stockweingarten” (Gegensatz zur sonst ausschließlichen Hochkultur). Wir klettern allerdings nicht die kleingriffigen Gneistürme hinauf (beliebter Klettergarten), sondern bummeln gemütlich weiter bis zur Bergecke mit dem schönsten Tiefblick auf Weißenkirchen und in die obere Wachau. Es kann fast gar keinen schöneren Rastplatz geben!

Wo es rechts zum Weitenberg hinaufgeht (und die vorzügliche Wanderrunde über Schildgraben mit Seitenweg zur gar nicht so leicht aufzuspürenden Kügerlwand herabkommt), bietet sich vom Weingarten “Hinterkirchen” noch ein abschließender Prachtblick. Über den Weitenbergweg oder Kirchenweg hinab in den Ort hat man die Wahl, zur Wehrkirche abzuzweigen, wir gehen aber durch die Ortschaft zurück zum Ausgangspunkt. Viel los ist nicht trotz der naturmäßige günstigen Zeit, kaum ein Radfahrer und die Lokale vielfachst geschlossen – “tote Hose” durch die Pandämie…

Zwischen Nebelmeer und Bergpanorama am 26. Oktober

Der wechselhafte Oktober 2020 lässt nur die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten – Kaltfront mit erstem und bei Föhn wieder selbst auf den Bergen (unter 2000 m) wieder verschwindendem Schnee  – oder Schönwetter mit Nebel in den niedrigen und mittleren Lagen. Am Nationalfeiertag war die zweite Variante angesagt, also irgendwo hinauf, wohin man nicht zu weit fahren muss. Also Versuch ins Pielachtal (vielleicht Pichlberg?), aber dort  aufliegende Wolkendecke, in Frankenfels noch dichter, aber trotzdem ein Versuch. Bald nach dem Ortsanfang bei einer unauffälligen Abzweigung hinein in den Schrambachgraben, Güterweg auf den Frankenfelsberg, wo es bei Rotenstein schon lichter wird. Die Bergstraße wendet sich hier nach links den Höhenzug entlang, und als wir beim Hof Eck parken, befinden wir uns gerade an der Nebelgrenze, wunderbar und großes Glück gehabt!

Beim Aufstieg zum Naturfreundekreuz kommen wir gleich ganz in die klare Atmosphäre, und der Fernblick ist föhnig klar. Unter uns dehnt sich das Nebelmeer, und immer wieder schwappt der “Nebelspiegel” über die Mulden herauf, dass nur mehr einzelne Baumwipfel herausschauen. Das Kreuz mit Labestelle und der kleinen Schutzhütte daneben (östlich, westlich sogar ein “Örtchen” mit Herzerl) ist jedenfalls ein zwar kleines, aber sehr stimmungsvolle Gipfelziel, interessant auch die Infotafel (Widmung an den Hl. Bernhard, Steine im Kreuzsockel von der Bernhardpässen in der Schweiz). Großteils gibt es noch prachtvolle Laubfärbung, und als wir den rundlichen Bergrücken entlang westwärts wandern, haben wir das bis zum Waldviertel reichende Nebelmeer der Niederung und zugleich die weißen Buchten hin zum Ötscher, Hochschwab und Ötscher gleichzeitig im Blick.

Nur wenige Wanderer begegnen uns, dafür gibt die Natur die schönsten Bilder her, vor allem als wir über eine ziemlich verwilderte Halde (“Hoid”, Viehweide) zurück zum Ausgangspunkt absteigen. Die sonst lohnende Weiterfahrt über den Schlagerboden Richtung Winterbach erübrigt sich, denn sie verläuft weitgehend unterhalb dem “Nebelspiegel”, Rückfahrt also durch das Pielachtal, wo sich die Nebel immer mehr lichten und zuhause nur mehr eine dichter werdende Bewölkung das Wetter bestimmt.

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