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Sandbucht – Sumpfwiesen – Karsthügel

Das nördlich von Zadar an einer Meeresbucht gelegene Nin ist eine der ältesten und historisch bedeutendsten Siedlungen des kroatischen Küstenlandes. Von der Frühgeschichte unter den Illyrern über das römische Municipium Aenona bis zu den Venezianern, die es im Kampf gegen die Türken zerstörten, reicht die nach dem Wiederaufbau 1699 nicht wieder gewonnene Blütezeit dieses heute museal wirkenden Touristenziels. Um 800 von fränkischen Missionaren christianisiert, entstand hier die “kleinste Kathedrale der Christenheit” als vollständig erhaltenes Beispiel altkroatischer Baukunst, die Kirche Sveti Kriz (Heiligkreuz) aus dem 9. Jahrhundert.

Wir haben bereits 2014 Nin besucht, wirklich eindrucksvoll, also ging es diesmal mehr um die Umgebung, die sich zwischen der Küste bei Zadar und dem Velebit-Kanal ausbreitet. Diese Ravni kotari genannte Halbinsel setzt sich als schmaler Landstreifen nordwärts, immer gegenüber dem Velebitgebirge in der Insel Pag fort.

Dienstag, 9. Mai

Der Regen vom Vorabend hat zwar aufgehört, ist aber von einer ganz schön heftigen Bora abgelöst worden. Dieser Nordostwind stürzt vom Velebitkamm  über 1500 m herab zum Meer und erreicht als Fallwind erschreckende Windstärke – gut dass wir unser Apartment an der Meerseite haben, denn bergwärts könnten wir kaum ein Fenster oder geschweige denn die Balkontüren öffnen. Wir kennen dieses Wetterphänomen schon gut genug um zu wissen, dass Richtung Zadar sicher aufgelockerte Bewölkung und nur mäßiger Wind zu erwarten sind. Vielleicht geht sich sogar bereits der Besuch eines etwas geschützten Strandes aus…

Wolkenstau bei Bora mit dem Vorsprung des Kap Ljubljana (dort eine ebenfalls Starigrad genannte Ruine) und karge Weideflächen bei Gornja Slivica

Wir folgen zuerst der Hauptstraße Richtung Zadar, werden aber kurz nach der Maslenica-Brücke (im Jugoslawienkrieg zerstört, nun ein beliebtes Objekt für Seilspringer!) auf eine Umleitung befördert. Ursache ist eine Baustelle in Posedarje (später benützten wir gleich die nur wenige Kuna kostende Autobahn), und wir müssen auf den Berg oberhalb des kleinen Ortes Vinjerac hoch hinauf (direkt gegenüber von Seline und Starigrad). Bei der Kirche von Gornja Slivica halten wir an und schauen uns auf den kargen Fluren etwas um – erfolglos, denn es gibt nur von Schafen abgefressenes Gras, Steinböden und vertrocknete Dornstrauchhecken. Dass sich ein großer Baum (wie im Bild) halten kann, erscheint fast als Wunder! Bald geht es also weiter, hinab ins Tal mit der Hauptstraße Richtung Pag und diese rechts entlang. Nun kommen wir in eine freundlichere Landschaft – auf den Hügelketten hält sich etwas Wald, die Mulden dazwischen sind aber eher feucht, und wo kein Bambus oder Schilf wuchert, gibt es sogar kleine Felder und Weingärten. Unser Ziel ist nun die Bucht von Ljubac, und die Fahrt dorthin über den verstreuten Ort Radovin ist sogar recht abwechslungsreich. Hier könnte man überall im Gelände herumbummeln, gelb leuchtende Ginsterbüsche und verschiedenes Grün verlockt dazu, aber wir wollen zu “unserer” Sandbucht.

Von einer Anhöhe öffnet sich der Blick auf die südliche Bucht des Ljubacki zaljev, die für ihren flachen Sandstrand berühmt ist. Im Internet findet man dazu nur Unmengen von Ferienquartieren, aber nichts sonst Wissenswertes. Wir haben 2014 bei der Rückfahrt von Pag dort Station gemacht und gleich den Paski sir und die krossen Brotweckerl aus der dortigen Bäckerei verkostet, dabei auch das alte Ortszentrum von Ljubac mit der nostalgischen Kirche gesehen und weiter oben auf den Hügeln die angeblich auch alte Kirche Sveti Gospa. Da sind wir nun!

Bei dem schlichten Bau handelt es sich um die Friedhofskirche der Umgebung, in deren Umfriedung sich die eigenartigen “Kistengräber” aus älterer bis in neueste Zeit befinden. Berückend ist vor allem die Aussicht – wenn hier ein Fischer begraben ist, könnte er sich fühlen wie ein Alpenmensch in einem Bergsteigerfriedhof…

Durch den Wechsel von hartem verkarstendem Kalk und  wasserhaltenden Sandsteinschichten ergibt sich ein kleinräumiges Relief von Steinriegeln und Feuchtmulden, wobei letztere botanisch zu diesem Zeitpunkt am interessantesten sind. Denn überall auf solchen Flächen blühen Unmengen von Locker- oder Armblütigem Knabenkraut (Orchis laxiflora, entspricht dem mitteleuropäischen O. palustris). Bald darauf wandern wir über die Sandflächen der Bucht von Ljubac, ähnlich jenen von Nin, wo der “Heilschlamm” kurmäßig angewendet wird. Hier sind es eher Bade- und Feriengäste, ideal für Nichtschwimmer, denn man muss elendsweit ins Wasser hinauswandern, um den Boden unter den Füßen zu verlieren…

Neben einem Lokal am Strand sehen wir dieses eigenartige Gehölz (mit den Früchten vom Vorjahr?), neben den Sandflächen erstrecken sich landwärts Feuchtgrasbestände, einzelne Tamarisken daneben – und alles menschenleer! So aber nur Mitte Mai, denn bald wird der Ansturm von Gästen beginnen… Über den nächsten Höhenrücken geht die Fahrt weiter, inzwischen ist es heiß geworden, und Wolken gibt es nur im Stau hinter dem Velebit. Das Gelände der Ravni kotari ist eine leicht hügelige Hochebene mit devastiertem Niederwald- und Buschwuchs, überaus öde und einförmig, bis endlich die nächste Ortschaft in Sicht kommt.  Die gar nicht so unansehnliche Gemeinde heißt Vrsi und gehört schon zum Einzugsgebiet der westlich davon an der Meeresbucht gelegenen Stadt Nin. Dorthin aber wollen wir noch nicht…

Unser Ziel ist die äußerste Landspitze dieses Hügelrückens, und sobald wir uns durch die engen Gassen von Vrsi durchgezwängt haben und an einem irgendwie nationalen Denkmal vorgekommen sind, geht es hinab in eine weite Muldenlandschaft. Wie ein Paradies wirkt hier die Natur nach der kargen Hochfläche, schon gibt es Weingärten und Felder und endlose Wiesen im Rot der Knabenkräuter und einer hübschen blau blühenden Pflanze. Noch nie haben wir einen solchen Eindruck erlebt!

Danach erhebt sich wieder ein steiniger Höhenrücken mit einer markanten Kirche, im Hintergrund das Velebitgebirge immer mit Wolkenstau. Wie es weitergeht, haben wir schon an den zahlreichen Lastautos gemerkt – jenseits der Anhöhe endet die Asphaltstraße bei einem überdimensionalen Steinbruch. Wir holpern weiter bis zum nächsten Aussichtspunkt, dann ist sozusagen die “Welt zu Ende”, wie die beiden gegensätzlichen Panoramen zeigen:

Es geht wieder zurück nach Vrsi und – alle Abzweigungen zum Strand und Heilschlamm verschmähend – bis zu den Salinenbecken an der Stadtmauer von Nin. Mit den historischen Bauten halten wir uns nicht auf, sondern kehren im schattigen Hofgarten des Restaurants Sokol ein, um uns für den Rest der Fahrt zu erholen. Denn zurück nach Starigrad ist es noch ganz schön weit, zumal wir auf der Hauptstraße die Umleitung durch Posedarje auskosten müssen (statt gleich die Autobahn zu benützen). Dass wir an diesem Tag noch abends bei der Mala Paklenica vorbeikommen, ist schon eine andere Geschichte….

Bischof Gregorius, ein Nationalheld des 10. Jahrhunderts, der damals schon Kroatisch als Kirchensprache gegen die "Lateiner" verteidigte

Bei der Ausfahrt von Nin sehen wir noch ein weiteres einzigartiges Denkmal – auf einem Tumulus die Wehrkirche Sveti Nikola aus dem 11. Jahrhundert, auf deren kleeblattförmigen Bau in der Türkenzeit  ein Wachturm gesetzt wurde.

Bild von 2014

Eigentlich sollte man jetzt, bei der relativ frühen hochsommerlichen Hitze, hinauf in Bergeshöhen! Außerdem steht  etwa auf der Rax das Edelweiß in Vollblüte. Das “Hoffest” im Ökotopischen Zentrum Maria Lanzendorf hat uns am 1. Juli aber verleitet, herunten in den Niederungen zu bleiben – eine gute Gelegenheit, neben 150 km Tagesautofahrt, gleich auch ein Naturdenkmal in der Ebene aufzusuchen.

Das wegen der ehemaligen Flusschlingen auch als “Fischawiesen” bekannte Naturdenkmal ist über Grammatneusiedl leicht erreichbar und eher für Blumen- und Vogelspezialisten ein besonders interessantes Exkursionsziel. Wir haben diese naturbelassenen Flächen entlang der Ostbahn schon oft besucht und in allen möglichen Vegetationsstadien erleben können. Aktueller Anlass war jetzt für mich ein facebook-Beitrag von Joe Kacirek, auch wenn wir weniger auf Insekten neugierig sind…

In einer trockenen Schottersenke neben der Bahnstrecke (wo dauernd die Züge vorbeidonnern) finden wir (für uns überraschend) einige schon bald verblühende Exemplare der Sumpf-Ständelwurz, daneben das ebenso vom Kerschenbach-Ursprung bekannte Flohkraut (oder war es doch ein Alant?).

Mit ein paar Schritten aufwärts stehen wir in der brettlebenen Wiesenfläche, die von der Hitze und Trockenheit des Juni gekennzeichnet ist. Es ist zwar heiß, aber sehr windig, also gut auszuhalten, der Wind macht allerdings das Fotografieren zu einem Glücksspiel! Ich behelfe mit mit meinen Erfahrungen aus Malta, wo auch meist die Blumen nur so “wacheln” – mit einer Hand den Blumenstiel etwas stabilisieren und die Digitalkamera (mit Makroeinstellung, aber nicht zu nahe) mit der anderen Hand bedienen. Es sind also echte Outdoor-Aufnahmen, die Bearbeitung beschränkt sich auf Schärfung und Digitalausschnitte. Natürlich liefert das keine Studioqualitäten, es sollen aber echte “Wanderbilder” dabei herauskommen.

Bei den Insektenaufnahmen ist der starke Wind sogar ein Vorteil, denn die Falter etwa müssen sich fest an die Blüten klammern, damit sie nicht verweht werden, und flattern nicht schon bei der Annäherung davon. Mit der Bestimmung der Arten hapert es bei mir ja ziemlich, ich sah nur (wie zuhause) Massen von Schachbrett… Die Landschaft selbst ohne jeden spektakulären Aspekt bringt fotografisch scheinbar wenig, höchstens man wählt etwas ungewöhnliche Blickwinkel, die tollen Wolkenstimmungen im Hintergrund oder ein Detailmotiv, wie etwa Anni beim nächsten Bild!

Die nächsten zwei Bilder dienen nur der Dokumentation von Standort und Vegetationsverhältnissen:

Zwischen den vor allem im südlichen und östlichen Teil eingesenkten trockengefallenen Bachmulden (dort ist es grün und sogar etwas feucht) erstrecken sich ebene Schotterflächen, die aber nur selten die dichte Grasnarbe durchbrechen. Die Sibirischen Schwertlilien sind schon längst verblüht, und auch der Weiße Germer welkt bereits ziemlich dahin (sonst sind seine Blütenstände eine wahre Zierde und Seltenheit hier in der Ebene). Beide Pflanzen, wie auch Gladiolen und Lungenenzian, verdanken ihren ungewöhnlichen Standort dem hier aufsteigenden kalten Grundwasser! Landschaftlich sind wir ja zwar im pannonischen Florenbereich, aber zugleich in der Feuchten Ebene des Wiener Beckens.

Die vermutlich schon blühende Duft-Becherglocke konnten wir leider (diesmal !) nirgends entdecken, dafür erfreute uns an den Rinnen der südlichen Begrenzung (wo es jenseits der Hecken in die Agrarwüste weitergeht) ein schöner Bestand der Prachtnelke, und sogar ein paar letzte Brand-Knabenkräuter haben wir gefunden.

Neben dem gelb und blau blühenden Lein gab es schon vielfach (nicht zu verwechseln mit den Skabiosen) den Teufelsabbiss, der etwa bei uns am Kerschenbach-Usprung wegen der größeren Seehöhe noch etwas Zeit braucht. Flockenblumen und Ziest und noch viele andere nicht so auffallende Blumen bereicherten den bunten Eindruck, der trotz der Trockenheit sehr intensiv war.

Die beiden letzten Bilder – die allerletzte Nelkenblüte und die Nachmittagsstimmung am 1. Juli 2017:

An den Bildern der Orchideenfreunde im facebook kann man das Fortschreiten der Jahreszeit ablesen – von den ersten Blüten schon im zeitigen Frühjahr über die Epoche der dekorativen Ragwurz-Arten bis zu der nun vorherrschenden Ständelwurz-Familie. Daneben gab und gibt es (je nach Region und Höhenlage)  Frauenschuh, Kohlröserl und sogar den Alpen-Zwergständel. Zu den fotogensten Blüten gehört derzeit natürlich die Sumpf-Ständelwurz.

Rund um St. Veit an der Gölsen haben wir das Glück, mehrere botanische Raritäten zu “besitzen”: Die “Märzenbecherwiese” im Wiesenwienerwald und die Hahnwiese am Ebenwaldweg mit ihrem Schneeglöckchenvorkommen, den Zungen-Mäusedorn in Schwarzenbach und etwas weiter entfernt die Korallen-Pfingstrose im Reisalpengebiet. Die Sumpf-Ständelwurz kommt an einer Stelle im Wiesenwienerwald vor – dem als Schutzfläche beim Gehöft Knoll, vulgo Hochedler, ausgewiesenen Kerschenbach-Ursprung (in der beigefügten Karte mit X bezeichnet).

Für das Betreten dieses Grundstücks sollte man das Einvernehmen mit den Besitzern herstellen (Frau Knoll ist meist auch im Gölsentaler Bauernladen, St. Veit, anzutreffen). Für uns als Einheimische ist es dankenswerterweise etwas einfacher (wie wir hoffen…). Nachdem im Internet sich die Sumpf-Ständelwurz-Bilder bereits gehäuft haben, wussten wir, dass es nun höchste Zeit wäre. Aber bei unserem vorletzten Besuch Anfang Juni sind wir noch zu früh gekommen – schöne Fruchtstände vom Wollgras, Breitblatt-Knabenkraut schon ziemlich verblüht, nur ein knospendes Exemplar der Ständelwurz! Sie wird doch heuer nicht “auslassen”?

Panorama vom Göllersreiter-Sattel gegen das Alpenvorland bei St. Pölten und das Waldviertel, Ausblick über den Kerschenbach-Ursprung gegen die Kalkvoralpen mit dem Unterberg

Beim historischen, aber erneuerten “Windkreuz” angekommen (knapp daneben am Waldrand eine Wegkapelle, derzeit nach gelb und blau eher unscheinbar gefärbelt), gingen wir südwärts auf die Wiese hinaus. Welch ein Zufall – das Gras ist frisch gemäht, nur das Feuchtbiotop steht noch in hohem und etwas infolge der Witterung vertrockneten Graswuchs. In den flachmoorigen “Nassgallen” und den kleinen Wasserrinnen ist es aber feucht genug geblieben. Am eher trockenen Rand (durch die Mahd daneben gut zugänglich), aber auch inmitten der Feuchtfläche blühen wohl Hunderte Sumpf-Ständelwurz in idealem Zustand: oben noch knospig, in der Mitte mit weit ausgebreiteten Kronblättern, am Stängel abwärts schon verblühend.

Manche hier typische Pflanzen sind schon verblüht bzw. haben schon ihre Fruchtstände verloren, andere wie der Teufelsabbiss oder das Studentenröschen sind noch nicht aufgeblüht. Aber wir sind ja ohnehin wegen der Ständelwurz gekommen, hätten uns aber über ein verspätetes Brand-Knabenkraut auch sehr gefreut.

Trotz des späten Nachmittags erwischen wir noch ein paar Sonnenstrahlen, und  der Wind ist sehr mäßig, sodass auch das Fotografieren besonderen Spaß macht. Für uns war der Besuch am Kerschenbach-Ursprung wegen der Sumpf-Ständelwurz-Blüte nur eine kleine, aber sehr gelungene Exkursion. Wer weiter anreist, wird diesen Naturschatz eher in eine ausgedehntere Wanderung einbauen: Rohrbach an der Gölsen – Teufelsstiege – Steinberg – Kukubauerhütte – Göllersreiter – gelbe Markierung nach St. Veit an der Gölsen (Beschreibung in meinen im Gemeindeamt St. Veit an der Gölsen, im Buchshop Spar Binder Lilienfeld und auch sonst im Buchhandel erhältlichen Führern: Das große Wandererlebnis NÖ; Wandern im Wiesenwienerwald – Restexemplare bei den Naturfreunden NÖ und im Gemeindeamt).

Übrigens ist der Höhenweg über die Kukubauerhütte und den Kerschenbach auch als Mountainbike-Route bezeichnet (Alpen- und Donaublick-Strecke).Alle Fotos in diesem Beitrag stammen von mir (Nikon Coolpix 510, sogar die Makros mit Digitalvergrößerung). Das Bilderalbum dazu von meiner Frau Anni ist im facebook zu finden unter: Wandertipp bernhard baumgartner

Dass wir uns Mitte Mai 2017 nach Dalmatien aufmachten, hatte einen dreifachen Grund: Zweimal waren wir Ende August dort gewesen, hatten herrlich baden können und schöne Touren gemacht. Was wir an abgeblühter Flora sahen, ließ uns für das Frühjahr in den höchsten Erwartungen schwelgen. Und noch dazu hatten wir bereits 2015 ein Ferienwohnung besichtigt, die uns sehr gefallen hat.

Apartman Juric in Seline, Velebita Nr. 1

In Kontakt zu kommen erwies sich allerdings nicht ganz einfach, schließlich funktionierte es über facebook, dass uns Frau Ivana (die Tochter der Familie Juric, eine imponierende Modedesignerin in Zagreb) telefonisch kontaktierte. Wir erklärten unser Interesse und buchten gleich ein Apartement – welches könnten wir uns im Mai aussuchen, und alle waren wir sehr erfreut und schon gespannt auf die Reise.

Velebit-Gebirge und der Meeresarm Velebitski kanal, dazu die völlig naturbelassenen Klippen südlich von Seline

Abfahrt am Sonntag, 7. Mai, bei 15 Grad in St. Veit und nach 610 km (überwiegend Autobahn) nachmittags Ankunft in Seline. Frau Juric, die überaus liebenswürdige und uns umsorgende Gastgeberin, hat uns gleich mit Kaffee und Kuchen (samt ihrem selbst gefertigten Likör) empfangen, und wir suchten uns das zwar kleinere, aber vom Gebirge abgewandte Apartment aus. Das hat sich als günstig erwiesen, denn damit waren wir an der sonnigsten und windgeschützten Seite des mit viel Geschick und Umsicht erbauten Hauses, das sich die aus Bosnien vertriebene Familie hier in Seline geschaffen hat.

Kiesstrand bei Pisak in Seline

Abends machten wir noch einen längeren Spaziergang in das uns schon gut bekannte Gelände. Dabei kamen wir zum langgestreckten Kiesstrand, der bei einer Art Leuchtturm die eigentliche Bucht von Seline begrenzt und sich südwärts bis zu den “Klippen” fortsetzt. Die Abendstimmung war schon ganz romantisch, und wir freuten uns schon, am nächsten Tag die nähere Umgebung weiter zu erkunden, denn Erfahrung hatten wir genug von unseren beiden vorigen Aufenthalten.

Das Apartment war für uns ausreichend groß, blitzsauber und alles aufs Beste vorbereitet, dass wir uns wohlfühlen konnten. Vor allem wichtig – geschlafen haben wir wunderbar, es gab keine Gelsen, und vor unserem Balkon flüsterten die Blätter des Mandelbaums im leichten Bergwind…

Montag, 8. Mai, erstes Herumschnuppern in Seline

Als Selbstversorger konnten wir wählen – Frühstück und andere Mahlzeiten im Apartment oder auf dem Balkon, wobei uns die liebe Frau Juric schon wieder mit ihren köstlichen Mehlspeisen überraschte.

Am Abend waren uns schon die voll blühenden Gladiolen und eine hübsche Lauchart aufgefallen. Nun waren wir schon sehr gespannt, was alles auf den Heideböden und den steinigen Garigues bei den Klippen an unserem beliebtesten Badeplatz blühen würde. Die Phantasie war ja durch die tollen Orchideenbilder im facebook auf höchste Erwartungen gepuscht! Also marschieren wir los – kurz die Straße entlang an der alten Friedhofskirche vorbei, bis wir auf bekannten (zum Baden mit dem Auto holpernd befahren) Wegen Richtung Meer abbogen. Gleich vorweg genommen, alles war wunderschön grün und (wahrscheinlich von den hier weidenden Schafen) wie mit dem Rasiermesser geschoren… Das war doch nicht möglich, keine einzige bemerkenswerte Blüte! Von dem auf solchen Böden typisch wuchernden Affodil bekam wir nur die letzten Blüten zu Gesicht!

Schließlich gelangte wir zu unseren am weitesten entfernten Badeplätzen, wo sich die Klippen in durchlöcherten Felsplatten fortsetzen bis die Küste von den aus der Mala Paklenica (Schlucht der Kleinen Paklenica) aufgeschütteten ebenen Flächen wieder dem Gebirge zuwendet. Unser Blumentraum war offensichtlich leider ausgeträumt! Dafür warmes Wetter, geringe Bewölkung und erfrischende Wind, klare Sicht und traumschöne Farben im richtigen Blickwinkel, was wollten wir denn noch?

Also wanderten wir am Klippensaum wieder zurück, voraus waren das idyllische und neuerdings beliebte Dorf Vinjerac und der darüber ansteigende Karstgipfel (schon bestiegen!) zu sehen. Aber welch ein Unterschied zum Spätsommer – keine Menschenseele ringsum! Dabei sind diese Plätze einmalig reizvoll, auch wenn man wegen des frischen Wassers nicht baden kann wie diesmal, aber die Erinnerungen an die herrlichen Badetage konnten wir trotzdem auffrischen…

Unsere dreistündige Vormittagswanderung war aber noch nicht zu Ende, und wir ahnten noch nicht den absoluten Höhepunkt! Nachdem wir die in der Nationalparkkarte (unbedingt empfehlenswert! im Infozentrum Starigrad erhältlich) als “Podi” eingetragenen Fluren durchquert hatten, ging es (auf einem in Natur nicht vorhandenen Radweg) den Kiesstrand entlang Richtung Pisak.

Am Kiesstrand, dahinter die spärlich bewirtschafteten "Gärten und Felder" der bäuerlichen Einwohner Selines und das Schluchttor der Mala Paklenica

Der von verwitterten Tamarisken gesäumte flache Strand mit seinem sanft ins Meer abfallenden Kiesufer wird landseitig von abwechselnd sumpfigen Flächen oder Schotterböden, in der Art von “Heißländen” gesäumt. Zum Glück wichen wir dorthin vom schmalen Strandpfad ab und bekamen nun schon mehr Blumen zu Gesicht, Gladiolen und Salbei leuchteten aus dem noch relativ frischen Grün.

Und plötzlich blieben uns sozusagen “die Augen stecken” – die ersten Orchideeblüten, und mit jeder neu entdeckten wurden es mehr, sobald sich der Blick geschärft hatte! Es waren Unmengen von Hummel-Ragwurz / Ophrys holoserica.

Trotz der Mittagshitze blieben wir daher in Hochform und konnten uns kaum zum Weitergehen entschließen… Doch wie es sich beim Urlaub im Süden gehört, durfte auch nachmittags die Siesta nicht fehlen. Erst gegen Abend waren wir unterwegs, ins nahe Starigrad (um dort einzukaufen, einen KONSUM gibt es fast in jeden Ort als Nahversorger). Aber außerdem wollten wir noch etwas hinauf zur Berghöhe, und mit etwas Glück erwischten wir die Zufahrtsstraße zur Velika Rujna, einer hochgelegenen Alm mit Wallfahrtskirche. Dorthin unterwegs hatten wir vor zwei Jahren ein einmaliges Erlebnis, als wir bei einer Tour in die Finsternis kamen, aber davor noch einen grandiosen Sonnenuntergang erleben konnten.

Die schmale Asphaltstraße schlängelt sich die stark verkarsteten Hänge hinauf, im Bild der Rückblick auf Starigrad mit dem Betonwürfel des Hotels Alan. Bei einem neu angelegten Park- und Aussichtsplatz hielten wir dann an. Zu sehen gab es hier an Blumen kaum etwas, denn die Glockenblumen und die Traubenhyazinthen hatten wir nur unten in Strandnähe gesehen. Dafür war die Aussicht trotz Gegenlicht fantastisch, und wir entdeckten eine Abzweigung zu einem Platz mit den interessanten Mirilas.

Mirilas – ein markierter Steinpfad führt, vorbei an einer Infotafel des Nationalparks, zu den eigenartigen Erinnerungsstätten, wo die auf den Bergen Verstorbenen beim Weg zu Kirche und Friedhof im Tal von ihren Trägern zur Rast abgesetzt wurden. Dort soll sich auch ihre Seele befinden! Dieser aus Vorzeiten bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts geübte Brauch ist noch immer im Volk tief verwurzelt, und einheimische Familien haben nicht nur ihre Grabstätten, sondern auch die Mirilas hoch oben auf den Bergen.

Wir verfolgten den unwegsamen Steig noch weiter hinauf, während unten auf dem Asphaltweg die Ziegen zu Tal getrieben wurden. Leider begann es plötzlich zu regnen, und selbst eine Weiterfahrt Richtung Velika Rujna brachte uns nur wieder in den nächsten Regenguss. Immerhin hatte ich bei der Talfahrt ungeheures Glück – als ich ein hinter mir folgendes Auto bei einer Verbreiterung überholen lassen wollte und schon wieder auf die Fahrbahn einschwenkte, preschte gerade noch ein zweiter folgender Wagen unvermittelt (und von mir vorher nicht beachtet) vorbei…

Also alles gut gegangen, und ein erster schöner Tag glücklich zu Ende…

Klippenszenerie bei Seline, Blick zum südlichen Velebit

Katarakt am Oberlauf des Flusses Krka im Nationalpark Krka

An der Nordostseite der Insel Vir mit Blick gegen die Insel Pag und den fernen Velebit, rechts die "Vogelklippen" (Bienenfresser !)

AB Strand bei Seline mit dem südlichen Velebit, Schluchteingang der Mala Paklenica im Mittelabschnitt

AB Strandabschnitt südlich Seline mit den großartigen Klippen und felsigen Strandplatten

Flussschlingen der Zrmanja vor der Mündung in das Novigradskoje more

Blick vom Strand bei Starigrad gegen Süden mit Ausläufern des Velebit

AB (wie die beiden vorigen Panoramen) Sonnenuntergang bei Starigrad

Damit ist der Erlebnisteil für Urlaube vor dem Hochsommer 2017 abgeschlossen!

Nach ein paar Tagen Sonne und Wörtherseewasser schadet ein weniger strahlender Tag wirklich nicht! Etwas Hoffnung (leider vergeblich) auf die ersten Eierschwammerl gibt die Richtung vor – Klagenfurt nordöstlich / St. Veit an der Glan / Kraiger Teiche und Ruinen.

Ein Ausgangspunkt mitten in Kärnten und zügige Straßenverbindung, das sind die idealen Voraussetzungen für mehr als einen Badeurlaub in Velden. Schon am halben Vormittag landen wir daher beim Schloss Frauenstein, nachdem wir die ummauerte St. Veiter Altstadt im Zickzack umfahren haben.

Ein vom Südzug der Wimitzer Berge (östlich vom interessanten Ort Dreifaltigkeit) herabkommender Bach bricht von einer Hochtalfläche ostwärts durch die ca. 800 m hohen Vorberge, vereinigt nahe Kraig in der Ebene mit dem Wimitzbach und mündet bei St. Veit in die Glan. Die geschützte Lage im teils schluchtartigen Durchbruchstal, zugleich nahe dem offenen Land hat dort im Mittelalter zur Entstehung einiger wehrhafter Ansitze geführt, die als “Kraiger Schlösser” eine lokale Attraktion sind. Zwar sind von den historischen Bauten nur mehr Ruinenmauern auf den steilen Bergkegeln auszumachen, aber unterhalb ist der wasserreiche Grund mehrmals zu Teichen aufgestaut. Diese sind teils noch offen für die Fischerei, einer von Seerosen überwuchert, oder es bestehen nur mehr verlandete sumpfige Mulden. Insgesamt also eine gute Kombination von Natur und Geschichte!

Das Schloss Frauenstein wirkt wie ein Gutshof in historischem Rahmen, und durch das jetzt schon zweimal abgebildete Tor führt ein breiter Waldweg (um den weniger stimmungsvollen Namen Forststraße zu vermeiden) zu einem Teich mit Felshintergrund und umrahmt von dem überall üppig wuchernden und blühenden Wald-Geißbart.

Nach einer Anhöhe folgt der nächste Kessel, erfüllt mit Röhricht und anderen Sumpfgewächsen (aber nichts Auffallendes), gegenüber erblickt man am Hang eine Art Wirtschaftshof und auf dem felsigen Kegel eine Ruine mit Kapelle. Der markierte Weg (nicht wie die offiziellen Markierungstafeln oder Wegweiser, sondern eigens wohl von den örtlichen Stellen gestaltet) führt nun hinauf zu einem Sattel. Dort stellt eine hohe, allerdings rechts abgebrochene Steinbogenbrücke die Verbindung zu den an der Nordseite des Tals ragenden Ruinen her.

Wir folgen dem Tal abwärts zu einem teilweise verlandeten und in Sumpfwiesen übergehenden Gewässer. Sicher gäbe es auch noch andere Wandermöglichkeiten, aber diese Route ist beschildert und ergibt sich als logischer Weiterweg.

Bei der Wegkreuzung danach folgt ein Höhepunkt der üppigen Natur – ein Teich ist völlig mit Gelben Teichrosen zugewachsen!

Dann trennen sich Fußweg und Forststraße, und wir folgen noch bergab dem Steig (vorbei an einem alten Bergwerksstollen), bis wir ins Tal hinaus zum Weiler Einöd sehen. Den Weiterweg nach Kraig ersparen wir uns und marschieren dieselbe Route zurück, wobei sich auch ohne Seitenwege (die nicht durch Beschilderung auffallen) immer wieder andere Blickpunkte bieten.

Das etwas trübe Licht mit nur wenig Sonnenschimmer hat übrigens bewirkt, dass die Bilder mit leichter Bearbeitung recht “malerisch” wirken, auch ein Vorteil für einen nichtsonnigen Wandertag!

Eigentlich verbinden wir mit einem Urlaub in Kärnten auch immer einige Bergtouren. Aber bei so idealem Badewetter und dem Domizil in Velden mit so einmalig schönem Badestrand kommen sogar wir Bergbegeisterten in Versuchung… Außerdem könnte es doch Mitte Juni in den Wäldern rund um den Wörthersee vielleicht doch schon Schwammerl geben… Das Ergebnis solcher Umstände ist, dass es heuer (abgesehen von zwei längeren Ausflügen) nur zu zwei kleinen Waldwanderung in der Umgebung gereicht hat. Diese ist aber auch recht lohnend, denn nordwärts steigen vom See die Anhöhen zur Hochfläche des Ossiacher Tauern an. Bevor man die Bergdörfer wie Köstendorf und Techelsberg erreicht, erlebt man sogar eine voll urige Landschaft mit scharf eingerissenen Gräben und Waldwildnis, dazwischen sumpfige Mulden und größere Teiche, die großzügig als “Waldseen” durchgehen können.

Seisser See am Sonntag, 11. Juni

Richtig an dieses Gewässer heranzukommen, ist gar nicht so einfach, wie wir bei der Zufahrt über Kranzlhofen bemerken. Einzig Wanderwegweiser könnten uns helfen, und einen solchen finden wir bei der Weiterfahrt von Kranzlhofen Richtung Kerschdorf kurz vor einem gut ausgeschilderten Parkplatz. Dort quert der Veldener Höhenweg zwischen Seisser See und Forstsee, und die gerade vorbeimarschierenden Wanderer bestätigen unseren Einstieg in die Route zum Seisser See.

Gut beschildert führt der Wanderweg zunächst über ein romantisches Bacherl, dann schlängelt sich die Route mit vielen Kreuzungen und leichten An- und Abstiegen durch die zerklüftete Waldgegend dahin, die eindeutig von den eiszeitlichen Gletschern geprägt ist (vor mehr als 10 000 Jahren lagerten hier gute 600 oder mehr Meter Gletschereis, das von Tauern und Nockbergen bis ins Klagenfurter Becken reichte). Mit der Wanderkarte ist in diesem kleinräumigen Gelände nicht viel anzufangen, man muss nur bei jeder Abzweigung das Ziel Seisser See nicht übersehen.

Jetzt sind wir richtig! Jeserzer See ist der slowenische Name für den Seisser See und kommt von dem am Berghang oberhalb gelegenen Ort Oberjeserz her. Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet ist hier selbstverständlich, denn abseits der Gehöfte und Landhäusern mit ihren Obstgärten gibt es Sumpfwiesen, die das Nordufer umgeben. Bemerkenswerte Flora gibt es zwar nicht, dafür ein Gasthaus neben altertümlichen Gebäuden.

Der Vorsaison entsprechend ist hier noch nicht viel los, aber die Schirme im Gastgarten sind schon aufgespannt, während die relativ großen Parkplätze erst recht spärlich besetzt sind. Wir wenden uns vom freundlichen Wiesenufer mit seinen Bankerl an die waldige Südseite zum See-Rundweg. Zum Glück vermeiden wir die Richtung Kranzlhofen angegebene Runde (von dort sind wir ja den Berg herauf gefahren), sondern halten uns dem Gefühl und unbezeichneten Waldsteigen nach nahe am Seeufer.

Am dicht bewaldeten und mit Steinblöcken besetzten Ufer entlang gibt es schmale Steige, die uns an das Ostende des Seisser Sees an der Kerschendorfer Straße leiten. Wir könnten gleich zum Parkplatz weitergehen, aber statt diesen Halbkilometermarsch zweigen wir beim sogenannten Seeblick (laut Karte) wieder zum nördlichen Seeufer ab. Für das Baden müsste man hier eine Gebühr entrichten, für ein zusätzliches Sonnenbad noch etwas mehr, der Durchgang ist frei.

Ein wunderhübscher Waldweg leitet uns weiter, und immer wieder gibt es Einstiege zum Baden. Dann leitet uns ein bergwärts abzweigender Weg wieder zur anfangs begangenen Markierung, die entlang wir zurück zum Parkplatz kommen. Die zweistündige Runde hat sich jedenfalls gelohnt, und im nächsten Bild sieht man noch einmal den Seisser See mit der Kirche von Oberjeserz, also unverkennbar idyllisch und malerisch, daher recht lohnend! Vor allem nicht weit vom Wörtherseestrand entfernt, wo schon wieder das moderate warme Wasser lockt.

Forstsee am 16. Juni

Einen Tag vor der Abreise hat sich (wie schon kurz vorher) das Wetter etwas verschlechtert – eigentlich nicht, eher nur labilisiert… Also vor dem Sonnen und Baden am Strand noch einmal kurz ins Wald- und Wasserrevier. Ziel ist der uns schon bekannte Forstsee, auf der Berghöhe zwischen den Uferorten Velden und Pörtschach. Dieser ist wesentlich größer als der “Jeserzko jezero”, noch dazu weil er in den 1930er Jahren für ein (aus heutiger Sicht kleines) Kleinkraftwerk aufgestaut wurde.

Für den Forstsee ist die Zufahrt einfacher, wenn man vom Linksabbiegeverbot bei Saag absieht. Besser als irgendetwas zu riskieren, daher einfach ein kleines Stück Richtung Pörtschach, dort retour und einfach richtig abbiegen. Wieder geht es ein waldiges schluchtartiges Tal hinauf bis zum Parkplatz, der jetzt zwar noch gering belegt ist, aber wo doch bereits eine Parkgebühr eingehoben wird. Dann gleich hinein in den uns schon bekannten Wald, wobei wir “unseren” Schwammerlplatz wegen Schlägerungen wohl abschreiben können. Wo wir dann im Wald herumkraxeln wird uns klar, es gibt noch nichts, keine Eierschwammerl oder sonstwas !

Wir begeben uns daher vom südlichen See-Rundweg ans nördliche Ufer, wo der Forstsee seinen Paradeausblick hat. Nur wenige Wanderer beleben die Szenerie – doch halt! – ein abgezäuntes Gelände ist gut besucht, aber es gehört den Fischern! Von Wald begleitet gibt es hier aber auch einen recht netten Strandstreifen, und auffällig sind vor allem die phänomenalen Gletscherschliffe – von den Eiszeitgletschern glatt geschliffene Felshöcker.

Der Rundweg um den Forstsee ist nicht nur ausgiebiger als am Seisser See, landschaftlich sehr lohnend. Wo man abseits durch die Wälder wandert, gibt es immer wieder sumpfige Mulden, kleine Bächlein und idyllische Waldränder. Dort blüht als “Jahreszeitblume” der Wald-Geißbart, treffend als “Sonnwendfäden” bezeichnet.

Unsere Fahrten nach Kärnten führen uns immer durch das Murtal, und so sind wir jedesmal bei Knittelfeld an der Abzweigung nach Seckau vorbei gekommen. Am Samstag, 10. Juni, war das überraschende Schönwetter so verlockend, dass wir diesen “Seitensprung” einfach nicht übersehen konnten!

Weil gerade Mittagszeit war, kehrten wir zuerst in der Konditorei Reger (an der Ortsstraße Richtung Gaal) ein, wo wir uns im schattigen, daher fast noch etwas kühlen Gastgarten stärkten. Dann ging es durch den gepflegten Ort mit seinen historischen Gebäuden zum Hauptplatz und hinein in das Stift Seckau.

Das Stift Seckau hat eine sehr bewegte Geschichte: 1142 an dieser Stelle entstanden, 1782 unter Kaiser Joseph II. aufgehoben und erst 1883 durch Benediktiner aus Deutschland neu besiedelt. Damals musste die Bausubstanz teilweise erneuert werden, und die romanische Fassade der Diözesanbasilika ist daher ein (höchst original wirkender) Nachbau. Von dem 1150 / 64 errichteten Dom sind noch plastischer Schmuck und malerische Ausstattungen sehr eindrucksvoll erhalten. Derzeit bewundert man aber nur den gesamten, in der Gegenreformation entstandenen Stiftsbau mit seinem malerischen Innenhof, weil die Stiftskirche wegen Renovierung geschlossen ist.

Markt und Stift Seckau befinden sich auf einer relativ hohen Mulde inmitten der Seckauer Tauern, und deren Gipfel (der Seckauer Zinken noch mit Schneerinne) beherrschen den Hintergrund von Markt und Stift. Unser Ziel schaut von einem hohen Randgipfel gegen Süden über das breite Murtal hinweg zum Steirischen Randgebirge um Gaberl, Salzstiegl und dem markanten kantigen Ameringkogel. Diese Wallfahrtskirche auf der über 1800 m gelegenen Hochalm ist unser Ziel.

Wie wir dorthin kommen, ist schon augekundschaftet – auf der Seitenstraße zwischen Rathaus und dem barocken Prunkhof hinaus ins freie Gelände, dann auf schmaler Asphaltstrecke am “Wirt mit dem Teich” vorbei bis zum Schranken bei einem stattlichen Bauernhof. Die Mautgebühr von 5 Euro beim automatischen Schranken zahlt sich aus, denn die Sandstraße windet sich in weiten Bögen bis hoch zu einer Almwiese mit Raststation. Dort ist auf ca. 1400 m Schluss, und es geht eher steil zu Fuß weiter, so etwa ein bis eineinhalt Stunden bis zur Kirche.

Wären wir schon früher dran und außerdem auf eine Wanderung eingestellt, hätten wir uns klar auf die Beine gemacht. Aber so drängt die Zeit, dass wir nicht zu spät nach Kärnten kommen, und es reicht gerade noch für einen Spaziergang – allerdings mit schöner Aussicht!

Dann fahren wir zurück ins Tal nach Seckau und weiter einer ganzen Woche in Velden entgegen!

Archivbilder von 2004 und 2005 aus der “analogen Fotozeit”, deshalb nicht so hoch qualitativ wie aktuelle Digitalbilder (Scans).

Bienen-Ragwurz / Ophris apifera

Hummel-Ragwurz / Ophris holosericea

Spinnen-Ragwurz / Ophris sphegodes (sphecodes)

Besonders schön war eine Tour auf den höchsten Berg der Insel, den Obsova, am 1. Juni, unserem Hochzeitstag! Als Abschluss noch zwei “alte Bekannte”:

Wanzen-Knabenkraut / Orchis coriophora

Pyramidenständel oder "Hundswurz" / Anacamptis pyramidalis

Unsere Kroatien-Tour zum Velebit und Nationapark Krka und Paklenica konnten wir bisher leider nur im Herbst unternehmen. Von Orchideen war da nichts mehr zu bemerken, aber dafür gab es unendlich viel abgeblühten Affodil…

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