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Eine alpine anmutende Wanderung im flachen Alpenvorland! Das gibt es nicht BEI, sondern IN Purgstall an der Erlauf.

Das ist eine der wenigen “Naturtouren” in Niederösterreich, die ich noch nicht kenne! Aber schon oft davon gehört, und zuvor im Europaschutzgebiet NÖ Voralpenflüsse die Pielach ausprobiert – voriges den Pielachdurchbruch im “Ofenloch” bei Haunoldstein, vor ein paar Tagen die Pielachmündung mit der Steinwand nahe von Melk:

Leberblümchen und andere Frühlingsblumen gab es heute auch, aber sonst war der Landschaftscharakter völlig anders als an der eher sanft wirkenden Pielach. In Purgstall hat sich nämlich die Erlauf in die während der Eiszeit aufgeschütteten und zu hartem Gestein verfestigten Schotter tief eingeschnitten, sodass der Flusslauf tatsächlich vielfach eine Schlucht bzw. sogar eine Klamm durchschneidet. Schon immer bei Kennern bekannt, wie meinem Freund Werner (Tippelt) und bei den Wanderkursen des Pädagogischen Instituts NÖ als Abenteuertour immer wieder begangen. Für Anni und mich war es heute, am 15. März, eine Premiere. Wir hatten nur eines falsch eingeschätzt – wir glaubten uns, wichtig während der Corona-Pandämie, dort ziemlich allein, aber es gab Besucher genug, sogar mit Kindern und vor allem Hunden, die sich hier auszutoben suchten. Bei dem schmalen und teilweise etwas anspruchsvollen Steig gar nicht so einfach.

Unsere rasche Anfahrt (weniger als 80 km von St. Veit an der Gölsen) über Westautobahn – B 25 Wieselburg bis Purgstall, dort gegenüber Hofer und Feuerwehrmuseum beim Sportplatz großartig beschildert der Ausgangspunkt neben der Bowlinghalle (Restaurant, auch gegenüber, alles schon geschlossen). Infotafel und Wegweiser leiten uns zum Schluchtrand, wo wir noch einmal umdrehen und uns die empfohlenen und wirklich ratsamen Bergschuhe anziehen! Über Stiegen geht es (kurz rechts vom Promenadenweg abzweigend) steil hinunter in die Schlucht – riesige Konglomeratblöcke, dazwischen schimmert schon das hier ziemlich wilde Wasser her, und berieselt werden wir auch noch von einer Tropfenwand herunter…

Der vor einigen Jahren angelegte “Naturerlebnisweg” (wie bei uns am St. Veiter Staff) verläuft wirklich abenteuerlich durch Spalten, unter weit ausladenden Felsdächern und etwas abschüssige Hangpartien entlang. Im weiteren Verlauf gibt es sogar zur Sicherheit (wie auf solchen Wegen erforderlich) gespannte Seile. Bizarre Szenerien und dann wieder fast idyllische Motive laden ununterbrochen zum Fotografieren ein. Die Beleuchtung ist gerade passend, und allenthalben blühen Frühlingsblumen, sogar wohl aus dem Ötschergebiet oder den Voralpen zugewanderte Schneerosen mit letzten schon “errötenden” Blüten gibt es. Geologisch beeindruckend sind die Konglomerate aus eisenhart verfestigtem Kalkschotter (als “Nagelfluhfelsen” bekannt), aber gleich am Anfang des Fischersteiges (so heißt der Weg nämlich) gibt es die interessanteste Stelle: Nicht wie sonst mehrfach ist es abgelagerter feiner Sand, sondern die Unterlage der Konglomeratschichten – nämlich ein auffallend mergelartiges Gestein, das unter die Felswand vom Fluss her hineinstreicht – ich schätze, es ist der im Alpenvorland verbreitete Schlier, eine Ablagerung des Tertiärmeeres, bevor sich dieses in die Pannonische Tiefebene zurückzog und verlandete. Fotografisch kaum bemerkbar festzuhalten, aber beim Begehen auffallend, noch dazu weil etwas rutschig.

Nach etwa einer Stunde, die beim Dahinkraxeln ganz schnell vergeht, erreichen wir die zweite Überbrückung – den Pratersteg, von der überdachten Holzbrücke natürlich besonders passender Einblick in den Wasserlauf. Den nächsten Blick gibt es beim Rückweg am östlichen Ufer, wenn über einer Wiese der noch tief verschneite Ötscher auftaucht. Dort wechseln wir ans westliche Ufer und kommen nach fast zwei Stunden wieder beim Ausgangspunkt an. Etwas Interessantes ist uns leider entgangen und wir haben (aus Erfahrung klug) selbst darauf verzichtet – nämlich auf die “Innsbrucker Kuhschelle” / Pulsatilla oenimontana, eine Mischform der östlichen Großen mit der westlichen Gewöhnlichen Kuhschelle (P. grandis bzw. vulgaris). Diese soll nämlich auf Heideböden bei Purgstall (Schauboden – Hochrieß) vorgekommen sein, aber nur mehr ganz selten – wenn überhaupt ? – zu finden sein. Die Suche danach haben wir uns erspart…

Außer dem “Liebessteg” (vorletztes) sind die Bilder von mir, Annis Bilder findet man im Facebook “Wandertipp bernhard baumgartner”! Übrigens war das vielleicht schon mein letzter Bericht in diesem Blog – er bleibt weiterhin online, selbstverständlich! Denn ich bekomme einen Blog mit neuer Domain: bb-natur-wandern.at / eingerichtet von Sonja (Mag. Sonja Gladysz) – werde ich noch vorstellen, übrigens die Mama der quickigen Enkelin Elena!

Ausflug nach Kleinfeld bei Berndorf im Triestingtal, Niederösterreich, am 5. März 2020.

Dieses wirklich kleine Dorf in der Nähe der Krupp-Stadt Berndorf liegt in einer weiten, von Feldern, Wiesenstreifen und wenigen Baumgruppen bedeckten Mulde nahe dem östlichen Alpenrand. Umrahmt wird die schlichte, aber lieblich wirkende Landschaft von geschlossenen Waldrändern mit vorwiegenden Schwarzföhren. Im Hintergrund erheben sich darüber die nordöstlichen Waldberge der Gutensteiner Alpen. Bemerkenswert ist jenseits der Waldhöhen, auf die Ebene des Wiener Beckens zu der Veranstaltungsort des Bildhauer-Symposions Lindabrunn.

In den Schwarzföhrenwäldern erkennt man immer wieder die Spuren der einstigen „Pecherei“ – zur Harzgewinnung teilweise von der Rinde befreite Stämme, an denen in kleinen Gefäßen das herabsickernde Harz („Pech“) gesammelt wurde. Die Verarbeitung zu wertvollen Naturstoffen zu Firnis, Kollophonium u. a. erfolgte bis in die 1960er Jahre in der Harzraffinerie Oberpiesting. Seit deren Schließung ist das traditionelle Einsammeln von Harz verschwunden und durch synthetische Produkte ersetzt worden. Die pannonische Flora im westlichen Randbereich des Verbreitungsgebietes ist auf einer „Kuhschellenwiese“ am nördlichen Rand der weitläufigen Ackermulde von Kleinfeld zu bewundern.

Wanderroute (Gehzeit 1 ½ Std.):

Am Ortseingang von Kleinfeld, wo links die Bergstraße zum Guglzipf mit Aussichtswarte und Gasthaus (Donnerstag und Freitag Ruhetag) abzweigt, geradeaus auf Fahrweg den Waldrand entlang (die gelbe Markierung führt nach Enzesfeld-Lindabrunn). An einer Dolomitabbaugrube vorbei, dann folgt vor der nächsten solchen Anlage ein zum dort entfernteren Waldrand hinaufziehender Trockenrasen – die „Kuhschellenwiese“.

Der Fahrweg umrundet im weiteren Verlauf den Ostrand der Talmulde (Ausblick über das schon ferne Dorf bis zum Hocheck). In der nächsten Ecke wendet er sich in einen, mit seinen Felsrändern einer Schlucht ähnlichen Graben (Dolomitzacken, reicher Farnwuchs). Bei der nächsten freien Fläche geht man rechts den Waldrand entlang und quert dann die Wiesenbrache zu einer Baumgruppe mit auffallender Schwarzföhre. Hier weist wieder ein Fahrweg hinab in die Ackermulde und führt westlich weiter zu Strauchzeilen und Waldrändern mit einem kleinen Teich und einem mit Schilf bewachsenen Feuchtbiotop.

Beim nächsten, geradeaus erreichten Waldrand geht es rechts, zuletzt am kleinen Sportplatz vorbei, zurück nach Kleinfeld. Der unterschiedliche Hausbestand des kleinen Dörfchens ist nicht uninteressant, samt Bildstock am Westrand und Kapelle und Feuerwehrhaus. Das Gasthaus, vor einigen Jahren noch ein hübscher Platz zum Einkehren, ist leider geschlossen.

Naturbeobachtungen

Derzeit noch etwas spärliche Frühlingsflora mit Erdprimeln und Leberblümchen, Kuhschellen (Pulsatilla grandis) gerade im schönsten Aufblühen. Leider sind ihre Standorte auf den Trockenrasen neben den Waldrändern nicht mehr abgemäht worden, weshalb der dichte vertrocknete Rasenwuchs (und sicher auch bald aufkommende Sträucher) das Vorkommen etwas beeinträchtigen. Die Strauchzeilen an den Waldrändern und Geländestufen sind äußerst vielfältig, überall bereits Knospen der in den nächsten Wochen einsetztenden Blüte von Schlehdorn, Weißdorn und Wolligem Schneeball, bereits aufgeblüht sind die „Dirndlsträucher“ (Kornelkirsche / Cornus mas).

Anschließend Auffahrt über Bergstraße zur “Waldhütte” am Gugelzipf, leider hat dieses Gasthaus Donnerstag und Freitag geschlossen. Die Rundsicht von der trotzdem geöffneten Aussichtswarte ist aber eine kleine Entschädigung für die entgangene Einkehr. Sogar der weiße Gipfelfirst des Schneebergs ist über den Waldkuppen der Gutensteiner Alpen gerade noch erkennbar, aber für ein Foto zu wenig attraktiv, ganz anders die Panoramaaufnahmen:

Krokusblüte im Gölsental beginnt bereits vor Mitte Februar 2020

Krokusblüte im Hausgarten

Eigentlich verwunderlich, dass mich die früh blühenden Krokusse so faszinieren, denn bei uns gibt es sie nur in den Gärten. In der Natur kennengelernt haben wir sie bei späten Schiurlauben in der Steiermark und in Salzburg. In Niederösterreich findet man Krokusse, wie allgemein bekannt, vor allem zwischen Kleinem Erlauf und Kleinem Ybbstal, bei Gresten und auf der Ybbsitzer Höhe („Luft“ genannt nach dem dort befindlichen Gasthaus). Inzwischen haben wir aber noch etliche andere Krokus-Standort besucht bzw. erfahren: Im Oistal bei Langau, bei Neuhaus und in Taschelbach, in Lackenhof sogar an mehreren Stellen (Gföhleralm, Schwarzer Ötscher, Raneck). Zum ausgedehnten Standort auf der Feldwiesalm wurden noch Vorkommen vom Oistal Richtung Rothwald und ein weiteres am Südwestkamm der Gemeindealpe – letzteres muss ich mir heuer bei der Tour vom Eisernen Herrgott zum Terzerhaus endlich noch anschauen.

Frühlingskrokus im Oistal / Langau

Napolitanischer Krokus / Gresten

Crocus albiflorus (hier in Südtirol, Nähe Gampenpass)

Außerhalb der Alpen entdeckte ich Krokusse am Hutwisch in der Buckligen Welt und im Waldviertel bei Christinaberg an der obersten Lainsitz. Leider fehlten mir noch immer die Krokusse im Wienerwald, in der Literatur (Janchen) verzeichnet und auch in Internetbeiträgen zu finden. Die zu den Schwertliliengewächsen gehörenden Krokusse sind nach der botanischen Wissenschaft sehr schwierig in Arten einzuteilen (ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südosteuropa bis nach Vorderasien, so ungefähr). Für den blumenliebenden Wanderer genügt folgende Unterscheidung für Niederösterreich – Neapel-Krokus / Crocus purpureus (Narben höher als die Staubfäden), Weißer Frühlingskrokus / Crocus albiflorus (Staubfäden höher als die Narben., auch in lila). In der Südsteiermark sowie im Koralpengebiet konnten wir noch den Illyrischen Krokus / Crocus exiguus beobachten (etwas stattlicher, lila, Ende der Blütenzipfel mit dunkler Zeichnung).

Seewiese im Naturpark Föhrenberge - tatsächlich mit Wasserlacke

Radtrasse auf der Seewiese

Samstag, 29. Februar – der Schalttag des Jahres 2020 – nun war es so weit, ab in den naheliegenden Wienerwald, Zufahrt von Hinterbrühl über Weissenbach bei Mödling bis zum Talschluss WASSERGSPRENG im Naturpark Föhrenberge. Dort sollte es oben auf der Berghöhe, am Weiterweg von der Perchtoldsdorfer Heide (wunderbarer pannonischer Standort und Zieselkolonien) Richtung Naturpark Sparbach, die allerdings erst im März fotografierten Krokusse geben. Oben auf der Seewiese angelangt, waren nicht einmal die beim Aufstieg in den Wäldern beobachteten Erdprimeln und Leberblümchen zu finden. Nichts als fahler Rasenboden – allerdings auf der ersten erreichten Wiese mit einer ausgedehnten Wasserlacke, vielleicht deshalb der Name Seewiese. Weiter ging es am geschlossenen Gasthaus Seewiese vorbei, immer wieder in die ganz schön weitläufigen Wiesen ausschwenken – aber erfolglos! – bis zum Höllenstein. Dort Abstieg auf Forststraße zurück zum Wassergspreng-Parkplatz. Einzig bemerkenswerte Beobachtung waren die zahlreichen Zwergsträucher von Lorbeer-Seidelbast, gerade mit der Blüte beginnend, und ein blühendes Exemplar des Echten Seidelbast.

Lorbeer-Seidelbast

Echter Seidelbast

Zwergprimeln oder Erdprimeln

Leberblümchen

Noch einmal werden wir diese Erkundungsroute nicht unternehmen, obwohl – vielleicht wäre die Blütezeit doch etwas später, etwa Mitte März? Dann aber nicht zu Fuß, sondern vielleicht mit dem E-Bike, denn die Forststraßen verlangen direkt nach einer solchen Marscherleichterung!

Panorama Kerschenbachhöhe

Dieser Standort der sog. Märzenbecher / Leucojum vernum westlich der Kukubauerhöhe bzw. nördlich des Gehöftes vulgo Göllersreiter (in Kerschenbach / Gemeinde St. Veit an der Gölsen) ist insofern bemerkenswert, als er sich in der Wienerwald-Flyschzone befindet. Diese Frühlingsblume kommt sonst (eher) in den Kalkalpen, aber auch im nördlichen NÖ (etwa Jauerlinggebiet) vor, wo sonst die Schneeglöckchen / Galanthus nivalis heimisch sind. Wir entdeckten diese “Märzenbecherwiese” bereits ungefähr 1969 (parallel zum stark entwickelten Knospenzustand der Rotbuchen) und haben sie seither oftmals im Frühjahr besucht.

Ausgangspunkt Göllersreiter-Sattel

Schneeglöckchen / Galanthus elwesii

"Winterling", neben Schneeglöckchen im Garten am frühesten

Suche in diesem Blog: Märzenbecher, Kerschenbach

Märzenbecher / Leucojum vernum

Zum Vergleich: 24. März 2001 volle und späte Blüte, 28. März 2003 verblühend, 5. März 2017 Vollblüte, 25. Februar 2014; Schnittlermoos in der Walster 14. März 2014.

Innenleben der Märzenbecher

Nachdem die Frühblüher im Garten (St. Veit an der Gölsen) schon seit etwa 10. Februar sich immer mehr öffneten und auch Berichte im Internet auftauchten, war es höchste Zeit, wieder bei unserer “Märzenbecherwiese” nachzuschauen – 20. Februar 2020. Diesmal gab es auf der Wiesenfläche gar keine Märzenbecher (sonst auch dort blühende Pflanzen), aber im Wald und Graben westlich davon Knospen und volle Blüte. Am Ostrand der Lichtung im Wassergraben, am Wald- bzw. Strauchrand und im sumpfigen Wald ebenso.

Im Waldgraben am Westrand der "Märzenbecherwiese"

Beim Graben am Ostrand der "Märzenbecherwiese"

Ein neu ausgeschobener Forstweg quert nun auf etwa zwei Drittel Höhe die Halblichtung (im westlichen Waldstreifen ein kleiner Teich nun eher verstärkt), wirkt sich aber auf den Märzenbecherbestand nicht aus. Die vor etwa 20 Jahren versuchte Trockenlegung des unteren Wiesenteils blieb erfolglos, weil die Maschinen (Traktor oder Bagger) im Sumpfboden zu tief einsanken. Von den damals angelegten Entwässerungsgräben (diese nur im Versuchsstadium verblieben) ist nur mehr der tiefe Graben am östlichen Waldrand in Funktion.

Dirndlstrauch / Cornus mas / Kornelkirsche / Gelber oder Grüner Hartriegel

Dirndlstrauch noch knospig

Also alles gut bis zum nächsten Jahr!

Bildcopyright: Anni & Bernhard Baumgartner

Frühlingsschnuppern in der Wachau

Im Garten blüht es schon längst in allen Farben, und aus der Wachau waren im Facebook schon vor gut zwei Wochen die ersten Kuhschellen-Bilder zu sehen. Also höchste Zeit, auch selbst dort nachzuschauen.

Samstag, 22. Februar:

Nach frischem Wetter ist schon der nächste warme Tag angekündigt, wie schon viel zu oft in diesem Pseudowinter. Also gerade passend für eine Schnuppertour in die Wachau! Welches Ziel – Dürnstein mit Ruinenweg und Kuhberg (wäre sicher besser gewesen), Spitz mit Tausendeimerberg und Ruine Hinterhaus (wäre sicher am besten gewesen)? Aber für Weißenkirchen entschieden, leider die Route mit den wenigsten Kuhschellen…

Der Marktort zwischen Dürnstein und Spitz ist, wie die meisten Wachauorte, überaus malerisch, allein schon durch den historischen Hausbestand. Die Landschaft wirkte an diesem Tag aber eher wenig faszinierend, ebenfalls so typisch für diesen milden Winter wie bei uns in den Voralpentälern mit eher fahlem Farbton. Aber hier setzt halt doch die Donau einen markanten Akzent ins Bild, wenn auch die Natur noch sehr bescheiden entwickelt ist. Wir steigen zuerst vom Marktplatz über die kuriose gedeckte Kirchenstiege hinauf zur Wehrkirche, eine prächtige Anlage vor 1500, als auch in Kärnten die heute so berühmten Wehrkirchen entstanden. In Niederösterreich sind solche Anlagen nicht so häufig zu finden. Ganz lieb hinter der Kirche die Volksschule, eines der ältesten Schulgebäude im Land.

Der Kirchensteig und der Weitenbergweg leiden hinauf zum Aussichtplatz bei den Weingärten Hinterkirchen. Ein eigenartiges Eisenkunstwerk zeigt einen zuprostenden Bullen, und der Mandelbaum daneben zeigt schon ganz dicke Knospen. Der Weg führt in ein kleines Seitental und dann in mehreren Bögen, wo man auch zur Kügerlwand abzweigen kann (eine von uns mit Mühe schon gesuchter Weg) und den Hangweg an der Achleiten erreicht. Panoramaweg ist hier höchst zutreffend – stromaufwärts ebenso wie Richtung Dürnstein und bis zum Stift Göttweig recht der Ausblick. Am steil hinaufziehenden Himmelreich-Weingarten und den Kletterfelsen geht es nun mit Paradesicht auf Weißenkirchen gemütlich weiter. Weingärten breiten sich über die im oberen Bereich recht steile Bergflanke aus. Die schon bei der Beschilderung angekündigte Pflanzform der Reben wird dabei augenfällig, auf Hochkultur folgt der „Stockweingarten“ (leider fehlt eine Infotafel dazu, wäre eigentlich sinnvoll).

Im anschließenden Laubwald mit seinen Eichen und Hainbuchen, wo dem Standort gemäß gerade erst ein paar Leberblümchen aufblühen, zweigt der Weg zum Heurigen Pomaßl ab. Diese Tour über den vielfach mit Felsgruppen besetzten Weitenberg wäre ein Glanzstück zum Wandern in Weißenkirchen. Wieder leider – die spannendste Route zur Kügerlwand haben wir noch nicht markiert vorgefunden. Aber vielleicht gibt es diese Markierung schon, wir wollen ohnehin auf dem Panoramaweg zurück nach Weißenkirchen. Beim Jamek-Keller und beim Klaus-Marterl vorbei geht es dann zwischen riesenhohen Trockensteinmauern weiter hinab nach Weißenkirchen zur „Alten Straße“. Unglaublich, dass sich auf dieser noch in den 1950er Jahren der Verkehr durch die Wachau abgewickelt hat! Die Häuserzeile entlang wirkt wie ein Bilderbuch der Wachau, sogar die Hauszeichen präsentieren sich treffend. Allerdings herrscht noch wenig Betrieb, es ist ja erst Ende Februar, obwohl die ersten Radfahrer schon unterweg sind. In ein paar Wochen gibt es in den schmalen Ortsgassen bestimmt ein dichtes Gedränge.

Weil wir eigentlich wegen der Kuhschellenblüte in die Wachau gefahren sind und auf dieser Route in Weißenkirchen erfolglos waren, besuchen wir noch das Naturschutzgebiet Höhereck zwischen Dürnstein und Oberloiben. Die schönen Bilder täuschen darüber hinweg, dass wir eigentlich – entgegen unserer Erwartung – nur ein paar Blütenbüschel befunden haben, ebenso viele allerdings vom gerade aufgeblühten Berg-Steinkraut.

Vielleicht sind wir zu wenig hoch hinaufgekraxelt, aber mit den für den Panoramaweg Achleiten gerade passenden Laufschuhen wäre das zu mühsam gewesen. Denn auf den steilen, nur teilweise gemähten und daher dicht bewachsenen und mit Blöcken aus Gföhler Gneis durchsetzten Trockenrasen hätten wir besser die Bergschuhe dabei gehabt. Ein Ausweichziel hätte sich angeboten, der Kuhberg hinüber zum Wunderburggraben, aber dafür war es nun zu spät.

Aber trotzdem, wenn auch von der erwarteten Blütenpracht etwas enttäuscht – es war wieder ein herrlicher Wachauausflug, und den nächsten machen wir bestimmt bald mit dem Rad – wenn uns nicht der Märzenschnee dann daran hindert.

Bilder von Anni & Bernhard Baumgartner

… nicht viel, Schneelage nur ab etwa 800 m, im Tal eher kalt, am Berg eher warm, am Montag, 20., das erste Mal in diesem Winter Schnee geschaufelt!

2. Jänner – Annaberg / Reith mit Stauseerunde

Eigentlich wollten wir auf den Tirolerkogel gehen, aber – alle Parkplätze besetzt und bei den Reidlliften auch Höchstbetrieb! Daher gleich weiter zum Bahnhof in Reith und weiter zum Kaiserthron. Vom Kollerbauern hinab zum Speicher Wienerbruck endlich an der felsigen Böschung eine Menge schöner Eisbildungen. Vom Joachimsberg selbstverständlich wieder tollster Ötscherblick!

Dreikönigstag, 6. Jänner – am Weg zur Anna-Alm

Erster Schitag mit Elena beim Kurs am Reidl – ganz toll hat sie sich gemacht! Betrieb fast schon katastrophal, alle Parkplätze überfüllt, sogar beim Ötscherblick vor dem Wastl, wo wir ein Stück (zur Zeitüberbrückung) Richtung Anna-Alm gewandert sind. Zumindest so weit, wie die Spur der Tourengeher fest genug war…

7. und 10. Jänner – Kerschenbachhöhe und Schwarzenbachhöhe

Zwei Spazierwanderungen am Südrand vom WIESENWIENERWALD, kaum Schnee, dafür grandioser Fernblick auf Schneeberg und Ötscher, beide tief verschneit.

12. Jänner – Kirchenbergweg von der Kleinzeller Seite

Von Salzerbad auf der Sonnseite Richtung Kirchenberg, ein etwas ungewöhnlicher Weg, aber schon lange nicht gegangen und daher zur Abwechslung interessant.

15. Jänner – Gföhlbergrunde

Ein Raureiftag mit Hochnebel und Frost, auf dem Gipfel sogar Sonne! Runde von der Klammhöhe – östlicher Gipfelrundweg – Nordostkamm (rote Markierung) – Gföhlberggipfel – Gföhlberghütte – Klammhöhe, toll!

19. Jänner – Schöpflschutzhaus

Am Vortag überraschend nachts ein wenig geschneit in St. Veit, aber nachmittags gleich wieder etwas Regen. Dafür war für diesen Sonntag Schnee angesagt, der auch gekommen ist. Von St. Corona den Waldweg hinauf zur Schöpflhütte – erstmals bei den neuen Wirten / Wirtin eingekehrt, recht gut! Während dieser Mittagspause hat es ordentlich dazugeschneit, und die Heimfahrt war wunderschön winterlich – ein Vergnügen nach der letzten voll aperen Zeit im Tal.

21. Jänner – Hochstadelberg

Nach dem Schneeschaufelmorgen am nächsten Tag die Qual der Wahl – wenn nichts sonst lockt, halt wie schon bewährt auf den Hochstadelberg! Diesmal erster Schiversuch – mit Backcountryski auf der gewohnten Route (Forstweg und Nordwestkamm, hinunter durch die Gipfelmulde zur Forststraße). Auf der Schattseite wie im Tal frostig, am Gipfel schon wieder etwas patzig durch den aufkommenden Föhn. Das Tourenlaufen mit diesen leichten Schiern ist das pure Vergnügen!

Bilder bei beiden Berichten gemischt von Anni und mir!

Wenn auch nicht gerade überfleißig, sind doch sechs Touren zusammengekommen! Sie präsentieren sich zugleich auch als Wetterbericht für den “Phänologischen Kalender”, den ich seit langer Zeit schon führe (jetzt dabei, zurück bis 2008 aufzuarbeiten, nachdem 2000 bis 2008 schon ausgewertet wurde). Also das war im Dezember 2019:

4. Dezember – Kiensteiner Öde

Ganz schön winterlich, so richtig zum Nikolo & Krampus! Aber von Schitour keine Rede…

11. Dezember – in Annaberg vom Reidl zum Waldbauern

Ein sonniger Spaziergang, wenn nicht viel Zeit ist, führt uns oft am Hennesteck-Fuß entlang zum Waldbauern und noch ein Stückerl weiter. Auch diesmal winterlich (keine Ahnung von den schneelosen Zeiten in den Niederungen danach) und in herrlichster Sonne.

18. Dezember – Meiselberg

Weihnachten naht… und ganz typisch gibt es Schnee nur ab 8oo m Seehöhe! Glück für die Annaberger usw. (auch für die Türnitzer, dass sie keinen Eibellift mehr haben). Wir ersparen uns die Kilometer und wandern nahe dem Alpenrand, auf dem freien Höhenrücken zwischen Traisen- und Pielachtal. Eher frühlingsmäßig, daran muss man sich diesen Winter – BISHER !!! – halt gewöhnen.

27. Dezember – rund um den Scheiblingberg

Für die Loipe noch zu wenig Schnee, aber dafür eine intensiv winterliche Wanderung rund um den Scheiblingberg, trotz Feiertagen und Weihnachtsferien hier voll ruhig – im Gegensatz zu den Reidlliften.

29. Dezember – von Gries bei Rohr zum Unterberghaus

Wilderes Wetter kündigt sich an, Sturm auf den Gipfeln. Aber im Miragraben ist es fast kuschelig! Die Schutzhütte bummvoll, nur von Tourengehern, denn für den Liftbetrieb (ohne Kunstschnee) reicht das Weiß natürlich nicht. Also nach wie vor – Winterwanderungen!

30. Dezember – Kernhofer Gscheid

Weihnachtsferien für Bernie, Veronika und Clemens in Annaberg – Astrid und Andreas sind so klug, sich von den überlasteten Reidlliften fernzuhalten und aufs Gscheid zu fahren. Unser Besuch dort wird zu einer eigenartigen Loipentour – der ganz schöne Neuschnee ist gewalzt, aber nicht mit einer Loipenspur versehen. Also zum Wandern wie geschaffen! Herrliche Runde bei strahlender Sonne und Bergblick (nah der Göller, fern der Hochschwab). Die Einkehr in der Schihütte beim Schlepplift zahlt sich aus, vor allem für uns, da wir keine Schiambitionen haben und nur genießen!

In meinem Blog unter “Seiten” zu finden!

Neuerscheinung 2019 meines mehrfachen Autorenpartners WERNER TIPPELT:

Das “Jahrhundertwerk” über die Ybbstaler Alpen, empfohlen als Kombi mit “Ötscher” (von 2001, bereits in 3. aktualisierter Auflage) bei QUEISER.

28. November, Tage voll Nebel in den Niederungen und Sonne auf den Bergen, ganz normal für diese Jahreszeit – die letzten Blätter fallen, und der Zuflug von sonst seltenen Vögeln (wie Schwanzmeisen) zum Futterhaus lässt an bevorstehende Kälte denken. Aber noch ist es nicht soweit, und in Verbindung mit einem Besuch in Maria Lanzendorf ist sogar bei der gegenwärtigen Klimadebatte eine Fahrt in den Nationalpark-Donau-Auen irgendwie vertretbar… insgesamt waren es dann 250 km (MaLa 150 km, also eher ein kleiner Ausflug im Nahbereich, wenn man es so betrachtet).

Beim Blick von Gießhübel über die Ebene ergibt sich ein bizarrer Eindruck – die höchsten Etagen der Hochhäuser am Wiener Stadtrand ragen aus dem Bodennebel heraus, zu Glück lichtet sich dann das Gewölk etwas, um gegen Hainburg zu wieder von dichterem Nebel abgewechselt zu werden. Aber am Strom selbst macht das wenig aus, das Blickfeld ist ohnehin im Nahbereich… Vollkommen ruhig ist es in Stopfenreuth, nur die “Eintrittspforte” in den Nationalpark ist völlig neu (für uns nach schon längerem Besuch), die einstigen (in meinen Beschreibungen erwähnten) Uferhütten sind verschwunden, leider auch die guten Infotafeln unterwegs.

Erster Eindruck sind die gewaltig hohen Baumriesen selbst im nähesten Uferbereich. Die zum Wasser hinführende Fläche ist ungewohnt breit und zeigt alles nur möglichen Einzugsgebiete der Donau in den Schotterablagerungen. Wir gehen ein Stück dort entlang und wechseln erst später auf den Treppelweg, der schon hier eine Aulandschaft bietet.

Nun kommt schon die Schwalbeninsel in Sicht, allerdings durch einen Wasserkanal getrennt und erstaunlich bei dem herrschenden Niedrigwasser – erst weiter westlich gibt es einen trockenen Übergang, zu dieser Zeit könnte man ja dorthin gehen, nicht aber so im Frühjahr und Sommer, wenn die Vögel im Kies brüten (etwa Flussregenpfeifer). Die Ausblick sind eigentlich recht malerisch, wir warten aber schon auf die Abzweigung in den Aubereich (die erste markierte Stelle mit dem Stopfenreuth-Rundweg haben wir nicht beachtet).

Dann kommt das bezeichnete Ende des Treppelweges, und ein Forstweg führt rechts durch den Auwald und über eine Lichtung mit Roßkastanienbäumen zu dem schon erwarteten Altarm – das erste Gerinne fast ausgetrocknet und daher umso wilder wirkend, dann eine von Schilf gesäumte ausgedehntere Wasserfläche. Wir folgen dem Fahrweg weiter und kommen auf die große Wiese vor dem Hubertusdamm (nun nur mehr Marchfeldschutzdamm genannt).

Irgendwo sind wir dort seinerzeit rechts abgezweigt und zur Querung des Altarms näher an Stopfenreuth gelangt bzw. direkt zur Zufahrtsstraße beim Zollwache-Denkmal. Ohne Karte und eigenen Führer gehen wir, noch dazu bei dem Wetter und nach schon längerer Strecke, kein Risiko ein und benützen die Dammkrone für den Rückweg. Erst bei der nächsten Wiese, wo wieder ein Fahrweg in die Au leitet, zweigen wir ab und kommen zur zweiten Altarmquerung bei der Rundweg-Markierung. Zum Schluss geht es wieder auf dem Treppelweg – bei ungeänderten Wetterbedingungen, aber gar keinem so schlechten Fotolicht – zurück zum Parkplatz beim Nationalparkeingang, insgesamt 2 1/4 Stunden.

Für heuer genug von den Niederungen, jetzt wird es erst interessant auf den Bergen mit erstem Raureif und Schnee, der Auwald und das Weinviertel heben wir uns für´s Frühjahr auf – und dann mit dem Rad!

Ziel Tirolerkogel, aber Annaberger Haus geschlossen (von 18. November bis 6. Dezember). Zuerst einmal einparken bei der (leeren) Postbruck-Kehre, Aufstieg über die Wiesen (werden im Mähbereich gerade abgehäckselt), am Gscheid schon spürbarer Wind, aber volle Sonne, gleich danach von einem Wanderer erfahren, dass die Hütte zu ist…

Schneebergblick perfekt schon beim Aufstieg zum Specktal, aber wegen der geschlossenen Schutzhütte Route geändert (schon einmal in Gegenrichtung gemacht): Nach dem “Lawineneck” auf der Forststraße durch das Specktal queren und anschließend am Südhang mit schönen Ausblicken im Bogen hinunter zur Ebenbaueralm.

Gleich am Sattel der Ebenbaueralm (auf der Annaberger Seite) die rechts ansteigende Forststraße entlang, mit zwei Kehren hinauf ins Schlaggelände und nach der dritten Kehre direkt im lockeren Hochwald(rest) den Kamm entlang weiter bis kurz vor die Felskanzel und über den Zaun auf die ostseitige Almfäche des Törlsteins. Wieder einmalig der Blick zum Ötscher, aber auch über Göller und Gippel zum freien und tief verschneiten Schneeberg, südlicher Horizont im Föhnstau, aber um den Hochschwabgipfel überraschend frei.

In der Almmulde östlich vom Törlstein gibt es am Waldrand gegenüber ein Gruppe von Käferbäumen!!! Fast übersehen, denn auf der Wiese lagert ein “Drache”…

Ein tolles Fotomotiv aus “künstlerisch” verwitterten Altholz! Dann geht es auf dem üblichen Weg weiter zur Ebenbaueralm, die Forststraße hinunter zur Walsterursprung-Abzweigung und über das Gscheid zurück zum Ausgangspunkt – 3,5 Stunden mühelos gewandert, völlig einsam, herrliche malerische Stimmungen!

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