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In der historischen Literatur über den Alpenraum ist mir Castelfeder schon mehrfach untergekommen – eine rätselhafte Örtlichkeit, in die Zeit vor dem Mittelalter und sogar eine vorgeschichtliche Großsiedlung, dazu ein submediterraner Standort mit seltener Pflanzen- und Tierwelt… Bisher ist uns diese Exkursion noch entgangen, wirklich zu Unrecht, denn der Eindruck war trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit (im September 2018) überraschend und ebenso überwältigend!

Was an diesem Montag, 24. September, wirklich gut funktioniert hat war die Zufahrt: Von der MeBo in Bozen abzweigend auf die Staatsstraße Richtung Trient, an Leifers vorbei nach Auer, immer zügig, aber zuletzt wegen der vielen Abzweigungen etwas verwirrend. Nachdem ich mich von der Richtungstafel Fleimstal nicht irritieren ließ, kamen wir unvermittelt zum Ausgangspunkt mit Parkplatz und erster Infotafel. Jetzt scheine ich übrigens endlich dahinter zu

kommen, wie ich Bilder größer einfügen kann….

Ein steiles Wegerl führte uns rasch den Posphyrkegel empor, von einem Absatz der schönste Blick ins obere Etschtal bis zu den Sarntaler Alpen, dann waren wir schon auf dem Plateau angelangt. Plötzlich kam uns eine Ziegenherde entgegen, die clevere Geiß hat sogar gelernt, von den Blättern der Sträucher und Bäume zu naschen. Botanisch befinden wir uns hier in einem aufgelockerten submediterranen Buschwald, kennzeichnend die urigen Flaumeichen, im Herbst die dicht fruchtenden Weißdornbüsche, immer wieder die Fruchzapfen der Hopfenbuchen und selbstverständlich zahlreiche Mannaeschen. Der Holzbewuchs ist aber intensive Beweidung stark zurückgedrängt.

Zwischen den Felsstufen tritt immer wieder Mauerwerk hervor, das zu einer frühgeschichtlichen Großsiedlung und zu mittelalterlichen Wehrbauten gehörte. Information und Bausicherung sind hier gleichwertig verwirklicht! Dazu kommt der Ausblick auf den Mendelkamm oberhalb von Tramin und zu einem nahe gelegenen malerischen Kircherl (St. Daniel). Die Geschichte dieser Örtlichkeit gibt den Forschern noch immer Rätsel auf (wie in unserem DUMONT Südtirol ausgeführt). Nach dazu muss es im Frühling und Frühsommer nur so von wärmeliegenden Pflanzen und vielleicht sogar Orchideen wimmeln! Wir genießen vor allem die Landschaft und kommen bei einer Gipfelrunde sogar noch an einem Moor mit Teich und Quelle (auf dieser felsigen Höhe wirklich eine Rarität) vorbei.

Nach 1,5 Stunden haben wir das Gelände anscheinend ausreichend erkundet und steigen wieder zum Parkplatz ab. Hinzufügen sollte ich noch, dass nach einem alpennordseitigen Schlechtwetter übers Wochenende nun in Südtirol Nordföhn herrrscht, das heißt klare Sicht und frische Luft bei zeitweise lebhaftem Wind. Leider nützten wir den Rest des Tages dann gar nicht richtig aus. Wir hätten nur die in steilen Kehren den Berg hinaufführende Straße Richtung Fleimstal benützen müssen und wären dann über das angeblich so fantastische Höhengelände bei Deutsch- und Welschnofen und einem berühmten Wallfahrtsort wieder im Eisacktal heruntergekommen. So ließen wir uns vom nahen Tramin verlocken, das wir aber schon kannten (auch die gutsortierte Kellerei). Ebenso war der wiederholte anschließende Besuch in Kaltern nur ein schwacher Aufguss des Ersterlebnissen vor einigen Jahren… Aber dazu noch einige Bilder, aber keine intensiven Erlebnisse. Nach 15 Uhr waren wir schon wieder in Lana, vielleicht auch gut, denn Anni hatte sich inzwischen eine gesundheitliche Komplikation eingefangen und fühlte sich gar nicht gut, geschweige denn erlebnishungrig…

Für unseren heurigen Aufenthalt in Lana hatten wir uns vor allem auch neue Ziele vorgenommen. Besonders verlockend war selbstverständlich der Nonsberg, weil wir dort das Bergdorf Proveis so wunderschön erlebt hatten (Oktober 2017), für mich nostalgisch vor allem wegen der Grundschule mit den paar Kindern… Diesmal wollte ich mehr in diese Gegend vordringen, wobei allerdings aus Proveis nichts geworden ist. Vielmehr machte ich mit Karte und Internet schlau über das westlich anschließende Val die Sole mit den Abzweigung nach Madonna di Campiglio.  Vom Wetterbericht her passte der Tag nach unserer Wanderung bei Meran 2000 auch recht gut, also machten wir uns

am Freitag, 21. September

zur Fahrt über den Gampenpass auf. Mit Anni am Steuer (ich als “Navi” mit Karte daneben) ging es zügig über den Gampenpass hinauf, am Wallfahrtsort St. Maria und der Ortschaft St. Felix vorbei, dann aber in Fondo abzweigend (ich glaube Richtung Madonna di Campiglio). Über Castelfondo (dort sind wir immer noch nicht hingekommen) hätten wir nach Laurein und Proveis fahren können. Wir aber querten die weiten Hangterrassen über des Novellatales von Brez bis Revo, ein wahres Paradies von Apfel- und Weingärten. Nun waren wir schon über dem Beginn des St. Giustina-Stausees angelangt, wo man südwärts nach Cles gelangen kann (unsere Abzweigung bei der Rückführt), und es ging westwärts weiter in vielen Kurven oberhalb des tief eingeschittenen Schlucht des Noce-Flusses in das dann weitläufiger ausgebreitete VAL DI SOLE hinein. Hier kam wir schon rascher voran, fast auf einer Schnellstraße, die aber bald nach Malé wieder von einer normalen Talroute abgelöst wurde. Malé ist auch ein wichtiger Kreuzungspunkt, von uns allerdings nicht ausgenützt (nordseitig ins Rabbi-Tal, südseitig ins Schigebiet von Madonna über den Sattel Campo Carlo Magno) – wir fuhren durch die Touristenorte mit den Liftanlagen zur Folgarida  weiter immer auf den Tonalepass zu. Zuletzt auf einer etwas kühnen Bergstraße mit einem museal eingerichteten Sperrfort aus dem 1. Weltkrieg vorbei und ersten Blicken auf die wilden Presanellagipfel auf die Passhöhe. Fahrdauer zwei Stunden, geschätzte 80 km.

Das bis zum Sattel ansteigende Ortsgebiet von Passo di Tonale hat uns ziemlich enttäuscht, nicht nur wegen dem flauen Sommerbetrieb, sondern vor allem wegen der herabgekommen wirkenden Gebäude und noch dazu einiger Touristenburgen (Hochhäuser, wie sie in den Alpendestinationen Italiens und Frankreichs normal erscheinen). Wir landeten etwas an der Wasserscheide auf einem riesigen, ziemlich leeren Parkplatz neben einem monumentalen Kriegerdenkmal (hier ringsum herrschten die Gebirgskämpfe des 1. Weltkriegs wie in den Dolomiten). Noch dazu hatten wir uns auf sehr warmes Wetter eingestellt und mussten feststellen, dass hier heroben auf 1888 m durchaus keine sommerlichen Temperaturen herrschen. Um das Beste daraus zu machen, machten wir uns auf zu einem längeren Spaziergang, natürlich an der Sonnenseite, wo es noch halbwegs angenehm war. Vom Hang mit seinen Sessellift-Trassen schaute ein eigenartiges Gebäude herab, das uns interessierte. Es war zwar als Bar Mirandolina tituliert, aber insgesamt war es das alte Hospiz mit einem angebauten Kirchlein, denn der alte Saumweg führte nicht durch die versumpfte breite Passmulde weiter unten, sondern am besser gangbaren Hang entlang.

Nicht nur unsere Kleidung war mangelhaft, sondern auch die Vorinformation! Zwar ergaben sich bei unserem Spaziergang rechts überraschend hübsche Bilder, belebt von einer wie daherpreschenden Herde von Schafen und sogar Ziegen. Aber die Hauptattraktion haben wir leider versäumt (ich mit kurzer Hose habe sicher nichts versäumt…). Denn jenseits der Passhöhe, hinab in Richtung des berühmten Schiorte Ponte di Legno erkannten wir eine Seilbahntrasse, die hoch zur Dreitausenderzone der Presena geführt hätte. Ob wir es schaffen werden, wieder einmal in diesen Alpenwinkel zu kommen und dort hinauf zu fahren? Auf die Presanella sicher nicht, und auf dem Adamello waren wir ja schon 1969 oben!

Vor 14 Uhr machten wir uns dann an die Rückfahrt, vom Sperrfort noch ein letzter Blick auf die Eis- und Felswelt der wilden Presanella.

Unser nächstes Ziel, nach der Fahrt durch das schöne Val di Sole mit den Seitentälern nach Pejo und Rabbi am Südrand der Ortlergruppe, war die Stadt CLES auf den weitläufigen Kulturterrassen über dem Giustina-Stausee. Mit Glück erwischten wir die richtige Zufahrt zum Hauptplatz und konnten uns dort erst so richtig laben, zuerst Pizzeria und dann Café – überall freundlich und wohlschmeckend, wir hatten die Stärkung auch schon notwendig! Anschließend stimmten die Vorbereitungen – Zielort an einer Seitenstraße hinein in die Brenta die Ortschaft Tuenno. Dahinter scheint das Ende der Welt zu liegen, so wild erheben sich die Felsmauern der Brenta, tief unten eine gewaltige Schlucht, nach Äpfel- und Weingärten nur mehr steilstes Wald- und Felsgelände! Die Ausflugsstraße windet sich hinein in ein Hochtal mit Schutthalden und Bergstürzen, vorbei an einer Menge von Parkplätzen, zum Glück bis zum letzten hochgefahren. Nun sind wir im Nationalpark Brenta mit den Brentabären als Thema, zahlen die Parkgebühr und stellen das Auto auf nicht gefüllten, aber ausgedehntesten Parkflächen ab. Ringsherum Blockwald und südalpiner Laubmischwald, vorherrschend die urigen Rotbuchen, wie es der Höhenlage entspricht.

Hier am Lago di Tovel / Tobelsee befinden wir uns in einem Herzstück des Naturparks Adamello Brenta! Eine urgewaltige Natur, die am Licht des späten Nachmittags (es ist bereits 16 Uhr Sommerzeit) mit den letzten, zwischen Wolkenfetzen hereinleuchtenden Sonnenstrahlen einen überwältigenden Eindruck macht. Organisiert ist hier alles vortrefflich (wenn wir auch die Bären-Station auslassen müssen), ein kurzes Stück Zugang zum Seeufer und dann einen anfangs schwächer, dann breit ausgebauten Seerundweg entlang. Immerhin hat die Umwanderung gut zwei Stunden gedauert und uns einmalige Bilder geboten, wenn auch der Lichtkontrast fast nicht zu bewältigen war (am besten eine Mischung von Originalbildern und behutsamer Photoshop-Bearbeitung).

Die Rückfahrt in die Finsternis hinein über Sanzeno (wo wir voriges Jahr das Heiligtum des Romedio besucht haben) mit einer kleinen Irrfahrt, aber dann doch zügig über den Gampenpass nach Lana führt schon weit in die Abendfinsternis hinein und dauert noch zwei Stunden, insgesamt ein langer Tag mit 233 Fahrkilometern, einer kleinen Enttäuschung auf dem mit großer Erwartung angepeilten Tonalepass, aber dafür einem kaum wiederholbaren Erlebnis bei der Runde um den Tobel- oder Tovelsee!

Nicht

Nach dem Südtirol-Herbst bis Ende September gab erst fast zwei Wochen später wieder ein Naturerlebnis (vorher noch zum Zirkus Roncalli nach Wien am 7. Oktober) – nach einem erfolglosen Schwammerlsuchen – am Freitag, 12. Oktober zum

Stausee Erlaufklause:

Zufahrt nach Mitterbach (57 km) bis zum Naturpark-Eingang, schon seit der Landesausstellung (wie in Wienerbruck) mit Parkgebühr, gleich nach der Wegabzweigung die “Stauseetränke”. Dieser untraditionelle Holzbau hat eine Terrasse mit einem Stausee- und Ötscherblick, wie  kaum an einer anderen Stelle  zu finden. Auf breitem Promenadenweg weiter bis zur Hängebrücke, auch ein gutes Fotomotiv mitten über der fjordartigen Wasserfläche, sonst gibt es ja nur Uferblicke. Über die Bahnschienen und die große Wiese querend zum Landhaus Reitbauer, wo die teilweise asphaltierte Erlaufklause- oder eigentlich Ötscherstraße anschließt.

Beim geschlossenen Traditionsgasthaus Steiner und der Bahnstation vorbei ist der nächste Halt auf der Staumauer – Blick in die Zinkenschlucht (Steig dorthin nicht abgesperrt, Extremtour im Ötscherführer, passend zu den derzeit so gepuschten “Wilden Wegen”, da waren wir schon einige Zeit voraus…) und über die stark abgesenkte Wasserfläche. Gleich danach beginnt mit Abschrankung und Fahrverbot (selbstverständlich auch für die so naturschädlichen / jagdbehindernden Radfahrer) die eigentliche Ötscherstraße. Wir zweigen aber bald nach dem Parkplatz links ab. Dort kann man das Stausee-Ende ausgehen oder über eine alte Brücke abkürzen, wie bei der Hängebrücke die schönsten Aufnahmepunkte.

Das ötscherseitige Ufer des Stausees hat entschieden den reizvolleren Weg. Bunte Baumgruppen wechseln mit subalpinen Böschungen entlang der breiten Forststraße, sogar ein verspätetes Zwergalpenröschen und ein Alpenleinkraut sind zu finden, im Frühsommer ist es hier natürlich viel blumenbunter. Dann zweigt ein ganz hübscher Waldweg ab und bietet einen kurzen Blick auf die Mariazellerbahn, gerade rechtzeitig für die planmäßig vorbeifahrenden Züge so etwa 20 Minuten nach den vollen Stunden.

Die Ausblick vom wieder breiten Uferweg steigern sich dann bis sogar der Ötschergipfel über der schmalen Wasserfläche auftaucht. Zuletzt begehen wir noch abseits vom Hinweg den Wasser-Lehrpfad, auch dort ganz schöne Szenerien und Infopunkte als Ratespiel über Fischarten. Nach ganz gemütlichen 2 1/2 Stunden kommen wir wieder zum Ausgangspunkt, nun den Ötscher schon in Mittagsbeleuchtung einzufangen – wenn die ersten Schatten in die Felsrinnen beim Rauen Kamm (für mich als Eigenname “Rauhen Kamm”) eindringen ergibt sich hier ein plastischeres Bild als im Auflicht des Vormittags.

Sprung in den Spätherbst, aber immer noch Traumwetter, nach heftigem Föhnsturm Ende Oktober geht es am Allerheiligentag wieder in den Nahbereich des Ötscher -

Taltour nach Trübenbach mit TEUFELSKIRCHENRUNDE:

Eigentlich wollten wir auf die Bürgeralpe oder zumindest nahe bei Mariazell wandern, doch im Lassingtal blies der wind noch so stark, dass wir in die (nur vermeintlichere!) Taltiefe der Erlauf auswichen – von Reith an der im November gesperrten Mariazellerbahn hinunter nach Trübenbach. Überraschung, hier pfeift es auch ganz schön stark, und neben dem Parkplatz liegen einige vom orkanartigen Sturm abgerissene, aber schon zur Seite geräumte Fichten.

Hier sind wir schon beim Trübenbachsteg, wo der Sulzbach irgendwann in diesem Sommer (es ist uns gar kein solches Wetterereignis in Erinnerung) Holz und Schotter angeschwemmt hat. Gleich danach beginnt am schmalen Steilhangsteig gegenüber der Teufelskirche die Kraxlerei durch die herabgestürzten Bäume. Nicht nur Fichten, diese sogar mit Unmengen von Zapfen im heurigen Fruchtjahr, sondern auch mächtige Rotbuchen hat es erwischt.  Nach dem Teufelskirchensteg, an der Fortsetzung Richtung Vordere Tormäuer geht es so weiter, außerdem ist immer wieder das in den Mulden aufgehäufte tiefe Laub über knietief zu durchwaten. Bei den Halbhöhlen des tektonischen Teufelskirchenfensters (Beschreibung in den Ötscherführern) sind sogar Muren durch die Steilrinnen herabgerutscht. Durch den dichten Forst am Baumerboden mit einem ohne Zufahrt neu renovierten Holzknechthaus gehen wir noch bis zum Strudeleck. Kurz vor dem Haus Gerst (ebenfalls als Landhaus schön beisammen) gibt es dort den schönsten Ötscherblick von Norden aus dem gipfelnahen Erlauftal. Noch eine Überraschung – im Schatten blüht die erste Schneerose!

Auf demselben Weg geht es zurück. Begegnet sind nur zweimal anderen Wanderern – die ersten beiden wollten zum Mirafall (in den Ötschergräben!), das zweite Paar habe ich noch beim Teufelskirchensteg gewarnt, dass der Steig auf der Trübenbachseite durch die gestürzten Bäume fast versperrt ist… Gleich darauf steckten wir, an der Teufelskirche und der Rauwackenwand vorbei, ebenfalls wieder im Fichtenästedickicht. Immerhin ein Vorteil – so viele Zapfenäste von den Fichten hat es schon lange nicht gegeben!

Unsere anderen Unternehmungen seither sind bisher nur im Facebook von mir präsentiert: Wandertipp bernhard baumgartner

Und im Facebook ist an diesem Tag fast alles geplatzt von dem fantastischen Abendrot, bei mir mit den “angeblitzten” Blättern des Kirschenbaums, der inzwischen schon fast ganz kahl geworden ist.

… und natürlich in Südtirol noch lange nicht am höchsten! Denn der Ortler mit seinen 3905 m war immerhin der höchste Gipfel der Österr.-Ungar. Monarchie, wenn er auch den Großglockner nur wenig überragt. Um solche Größen geht es (selbstverständlich oder vielleicht ein wenig leider) nicht bei unseren Aufenthalten in Lana. Übrigens heuer schon zum achten Mal – so haben wir schon viele und eigentlich wenig bekannte Ziele ausgesucht, aber zu gewissen Orten kommen wir immer wieder,  etwa nach Grissian oder in die Botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Heuer wollten wir aber, einen der letzten Lanaurlaube vor uns, auch noch andere “Köstlichkeiten” dieses wunderschönen Landes kennenlernen. So schaut jeden Tag der schroffe Iffinger herunter in den weitläufigen Talkessel, aber wir sind immer nur daran vorbei gekommen – nach Hafling oder zum abgelegenen Langfenn. Dabei schaut knapp an den Felsen des Iffinger sogar die Seilbahn-Bergstation von Meran 2000 bis in den Apfelgarten des Hofmannhofs.

Bei dem herrlichen spätsommerlichen Herbstwetter hatten wir die hohen Mittagstemperaturen in Trauttmansdorff und am Maiser Waalweg durch Unterwegssein am Vormittag gerade noch gut vermeiden können. Das Schönwetter lockt aber förmlich hinauf zu den Berghöhen – noch nie dort gewesen – am 20. September (3. Urlaubstag) nach MERAN 2000! Die Zufahrt ist auch kurz, die Seilbahn-Talstation liegt direkt an der nach Hafling führenden Straße, trotzdem (oder gerade weil es so bequem ist) beginnen wir unsere Höhenwanderung erst um 11 Uhr an der Bergstation. Die riesige Gondel, übrigens vollgestopft mit Touristen, hat uns in fast schwindelnder Fahrt bis auf 1900 m hinaufkatapultiert. Nach den Abgründen befinden wir uns nun in einer eher sanften, allerdings von wilden Felsen überragten Almlandschaft, Tiefblick auf den 1600 tiefer liegenden Talkessel mit Meran grandios, dahinter öffnet sich der Vinschbau und oberhalb ragen die bis in die Dreitausenderregion reichenden Felsgipfel der Texelgruppe (deren Marmorzacken stechen förmlich aus der dunkleren Umgebung der Zentralalpen heraus).

Wohin wir uns nun wenden sollen, wird ja fast durch den Strom der übrigen aus der Gondel entlassenen Wanderer bestimmt! Wenn man nicht dem Iffinger zustrebt oder der nahe an seinem Gipfelaufbau Kuhleitenhütte, bietet sich wie selbstverständlich der breite Weg am Fuß der Steilhänge entlang gegen den Hintergrund des Hochtals an, das als Schigebiet erschlossen ist. Der erwähnte Hüttenname täuscht übrigens – Kuhleiten nur im Vergleich mit den Granitzacken des Iffingers, zwar Wiesenhänge, aber voll steil hinauf zum Vorsprung mit der Schutzhütte, etwas darunter das Almkircherl St. Oswald. Das hätte uns eigentlich interessieren sollen, aber uns lockt mehr die weitläufige Almlandschaft, deren Reiz auch nicht zu unterschätzen ist – ein Stück Weg quert nämlich durch einen Schrofenkessel mit subalpiner Flora (leider septembermäßig schon abgeblüht) und gibt einen ersten Dolomitenblick zum Rosengarten frei. Überhaupt ist die Sicht auf den südlichen und westlichen Berghorizont über dem dunstigen Etschtal ganz fantastisch – der Ortler geht fast unter in diesem Gipfelgewirr, aber der Zacken der Königspitze ist unübersehbar.

Nächstes Ziel ist die breite Kammsenke am Missensteiner Joch, wo sich der Ausblick über das obere Sarnthal bis zu den Zillertaler Alpen öffnet. Während es beim Gedenkkreuz des Südtiroler Alpenverein dicht zugeht, findet sich nur wenig abseits einer hübscher Platz auf den Rasenpolstern für eine Mittagsrast. Eigentlich schade, dass wir so spät im Jahr dran sind, denn zur Blütezeit muss es hier prachtvoll sein. Der Weiterweg ist schon vorgezeichnet, am Kamm entlang weiter bis auf den letzten Gipfel des Hochtals, die Kesselwand.

Der Kammweg wird von einer Reihe großer Steinmänner begleitet, die mit allerhand Figuren verziert sind. Dann ist die Kesselwandhütte erreicht, und unter der besonnten Dachtraufe findet sich ein angenehmes Plätzchen für die Einkehr. Gegenüber sieht man zunächst als höheren Gipfel den Mittager, zu dem aus dem Hochtal von der Südtiroler Alpenvereinshütte sogar ein Sessellift hinaufreicht. Dieser ist sogar in Betrieb, und wenn wir etwas schlauer gewesen wären, hätten wir die Tour dort hinauf fortgesetzt, dann Talfahrt und kürzerer Weg nach MERAN 2000 als bei unserer nicht so reizvollen Durchwanderung des Hochtals, noch dazu anfangs entlang der Schipisten…. Aber im Nachhinein ist man ja immer gescheiter…

So genießen wir in der von einem milden Wind durchfächelten Sonnenwärme unsere Mahlzeit und den Blick auf die fernen Gipfel hinter dem Ultental und dem Nonnsberg im Südwesten. Von der Hüttenterrasse zeigen sich aber auch im Osten die Dolomitengipfel ganz wunderschöne, fotografisch festgehalten haben wir sie aber schöner später vom Ritten aus. Im Talgrund bei der Meraner Hütte (Alpenverein Südtirol) angekommen, wartet nun das nicht ganz süße Ende der Wanderung auf uns – es geht (wenn auch gemächlich) wieder bergauf bis zur Bergstation der Seilbahn. Aber unterwegs gibt es genug “Schaubares” zu genießen, vor allem die Wetterbäume entlang der Waldgrenze im nachmittäglichen Gegenlicht mit den südlichen Bergen im Hintergrund. Von der luftigen Höhe geht es dann wie im Sturzflug wieder von MERAN 2000 talwärts – die voll gedrängte Seilbahngondel gibt uns schon einen Vorgeschmack auf die Hitze unten in Meran…

Zu einem Aufenthalt in Südtirol, speziell bei Meran und im Vinschgau, gehört möglichst auch das Wandern auf Waalwegen. In meinem Autorenblog sind daher auch mehrfach solche Touren beschrieben, siehe > Suche: Waalwege

Voriges Jahr konnten wir noch am Vinschgauer Sonnenberg zwischen Juval und Tschars die hoch am Hang durch Trockenrasen und steile Wälder führende Waalroute begehen. Ganz anders bieten und viel seltener bieten sich Waale in Talnähe an, ein solcher ist der Maiser Waalweg am Eingang des Passeiertals unterhalb von Schenna. Für uns am Mittwoch, 19. September, die erste Wahl für einen Waal, den nach der erfrischenden leichten Morgenkühle stiegen die Temperaturn mittags bis über 30 Grad an. Neben dem Vormittagsschatten hat dieser Waal auch noch den Vorteil, dass man in als günstig verlaufende Rundwanderung begehen kann. Weil wir aber dort schon einmal im Oktober das Waalwasser “abgekehrt” erleben mussten, wollten wir auch den heurigen früheren Termin ausnutzen!

Leider versuchte ich über Schenna zum Ausgangspunkt zuzufahren, wohl auch verleitet durch eine Umleitung der Meranzufahrt bei Obermais mit selbstverständlichem Verkehrsstau. In Schenna mit Schloss und Begräbnisstätte von Erzherzog Johann (noch immer nicht besichtigt…) kam ich jedoch talwärts in immer schmälere und verwinkelte Hofzufahrten hinein, bis irgendwo hoch über dem Tal Schluss war. Zwar schöne Ausblicke und Glück mit gefürchteten Gegenverkehr, aber doch ein “Verhauer”! Also zurück und doch nach Obermais hinab, wo dann ohnehin ein Wegweiser zum Gasthaus Ofenbauer zu entdecken war. Weg von der Meran- und Passeierzufahrt und durch Seitenstraßen, bald zwischen Apfelgärten bis zum Parkplatz vor der erstaunlicherweise geschlossenen Gaststätte. Immerhin etwas aufgefallen – das mit dem Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer verbundene Passeiertal hat weitere (nicht so berühmte) Spuren aus den Franzosenkriegen (wie die beiden Bilder zeigen). Bei den Sportanlagen und dem Fischereizentrum waren wir vorbei, als wir bei der Riffianer Brücke den Fluss überschritten und durch die Apfelgärten taleinwärts wanderten. Bei der nächsten Brücke, ein Stück vor dem angeschriebenen Törgglhof ging es wieder ans östliche Ufer und hinauf zum Waalweg.

Anfangs noch knapp oberhalb am Hangfuß entlang, stieg der Waalweg allmählich immer mehr in die Höhe – aber nur scheinbar! Man wandert nämlich entlang des Waales fast eben dahin und glaubt so, das Wasser würde aufwärts fließen. In Wirklichkeit sinkt der Talboden viel stärker ab, und bald verläuft der Waal immer höher am Hang entlang, begleitet von riesigen Bäumen, um felsige Ecke herum in verrohrtem Lauf und ebenso bei zu querenden Steilrinnen. Diese Stellen sind hier übrigens von einem lokalen Verein informativ bezeichnet, was man sonst nicht oft findet. Als Betriebsanlagen findet man unterwegs eine “Abkehr” zum Ausleiten des Waalwassers und nach dem Waalerhof (dem Stützpunkt des Waalers, der den Wasserkanal zu betreuen hatte) eine “Waalschelle”. Da bewirkt ein Wasserrad, dass ein Hammer auf eine Metallglocke schlägt, deren regelmäßiger Klang das Funktionieren der Wasserführung anzeigt. Von ausgewanderten Vinschgauern wird berichtet, dass ihnen selbst im fernsten Übersee die Waalschellen den Klang der Heimat bedeuteten…

Nach dem Waalerhof kamen wir allmählich ins freie Gelände, damit auch in die bald ganz schön heftige Sonnenwärme, und überall war die Apfelernte voll im Gang. Nach spärlichen Ausblick gegen die am anderen Talhang ragenden Kirchtürme von Riffian und Kuens, öffnete sich nun der Blick ins Etschtal, und bald mussten wir von der Zufahrt eines großen Bauernhofs den richtigen Abstieg ins Tal hinunter suchen, wobei der Waal sich schon irgendwo verlaufen hatte. Wir zum Glück nicht, denn unweit des Ofenbauern langten wir nach drei netten Wanderstunden wieder bei unserem Ausgangspunkt an.

Jetzt erst fiel uns auf, wie ausdrucksstark der wohl naive Künstler den Christus am Franzosenkreuz beim Ofenbauer gestaltet hat. Südtirol ist ja voll von solchen “Kunststätten”, ob von Hochkultur oder lokaler Bedeutung, und das macht ja einen der vielfältigen Reize dieser Landschaft aus! In diesem “Urlaub” war der Maiser der einzige Waalweg für uns, aber dafür hatten wir etliche neue, noch nicht ausgenützte Ziele, gleich am nächsten Tag die Alm- und Gipfelwelt bei Meran 2000.

Nachdem es uns voriges Jahr in Lana bei Irmgard und Sepp Pircher / Hofmannshof so gut gefallen hat, bestellten wir auch für heuer gleich wieder (nach längerer Pause seit 2011) zwei Wochen die anheimelnde Ferienwohnung “unterm Dach”, allerdings diesmal schon im September (diesen Monat haben wir noch nie in Südtirol erlebt). Zur Anfahrt wählten wir diesmal mit Absicht die “Südroute”, nachdem wir letztesmal  über diese wegen der Sturmwarnung im Norden heimgefahren waren. Die Fahrt hat uns wieder viel besser gefallen als die Autobahnstrecken über Salzburg und Innsbruck, abwechslungsreicher und Wechsel von nicht zu dicht befahrenen Bundes- und Schnellstraßen. Es dauerte zwar insgesamt 10 Stunden für die 620 km, aber dabei war noch eine Runde in Krumpendorf, und in Sillian kehrten wir im Schokoladencafe´Pichler ein. Immerhin reichte es noch abends für einen Spaziergang durch die Apfelgärten zur Agathakirche.

Am ersten Aufenthaltstag, Dienstag 18. September, wollten wir gleich zum Schloss Trauttmansdorff, weil wir den relativ frühen Herbsttermin für die Blütezeit noch ausnützen wollten. Diesen 2001 eröffneten Botanischen Garten Südtirols haben wir bereits 2002 erstmals und dann eigentlich bei jedem unserer Aufenthalte in Lana (diesmal schon das achte Mal) besucht. Die ganze Anlage ist einfach fantastisch, wir vergleichen immer mit dem Botanischen Garten Nymphenburg in München und mit dem Alpengarten Belvedere in Wien. In TRAUTTMANSDORFF (ganz eigenartige altadelige Schreibweise) besticht der Gegensatz der präsentierten Pflanzenregionen – Wüstenanlage (im Winter unter Folien), Farnwälder Südostasiens, Südtiroler Bauerngarten und Wein- bzw. Obstrieden, Palmenstrand usw. Die unermüdliche personalintensive Pflege und stete Erneuerung der Pflanzungen ist bewundernswert!

Zuerst finden wir uns im späten Sommer, wenn auch die Rosen nach der heuer besonders heißen Jahreszeit den Höhepunkt schon überschritten haben. Dafür gehen wir zwischen Obstbaumreihen und Weinstöcken (unter sogenannten “Pergeln”) über den Hang Richtung See hinunter (dort gibt es eine sehr nette Einkehrmöglichkeit, wir waren aber etwas zu früh dran für eine Unterbrechung), und dabei tauchten wir in die “Urlaubswelt” der letzten Jahre ein – Kapernblüte und Feigenkaktusfrüchte wie in Malta! Besonders schön entwickelt sollte natürlich der Dahliengarten sein, wenn auch vielleicht nicht so üppig wie sonst oft noch im Oktober, der heiße Sommer hat halt seine Spuren hinterlassen…

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Im Bauerngarten wurden gerade Hühner und Zwerghasen gefüttert – auch so kleine Attraktionen gibt es hier, wie auch etwa die Vogelvoliere und den “Liebesgarten” zuhöchst  an dem zur Haflinger Hochfläche ansteigenden Steilhang.

Alles eitle Wonne und irgendwann grauer Alltag? Die Reihenfolge der vorigen Bilder könnte das so erzählen, aber zum Glück kann das LiebesLeben auch anders verlaufen… Wir näherten uns von den hohen Galerien her den botanischen “Sonderkulturen”, zunächst mit absonderlichen Blüten und Früchten, um später in das Tropenhaus einzutauchen.

Die fast beklemmende Urwaldatmosphäre im Orchideenhaus (ein solches gibt es noch viel großflächiger in der Orchideenwelt Raffeiner bei Terlan!) wird noch unterstrichen durch die in ihren Glaskammern herumwerkenden Insekten, Stabheuschrecken und Blattfresserameisen und sonstige…. Was wir sonst immer am Anfang gesehen haben, im Frühjahr mit  der Rhododendronblüte denRundgang beginnend, kommt diesmal als Abschluss – die urweltlichen Bestände der Farnwälder und die japanischen Bambusgärten. Eine der seltensten Pflanzen der Erde, ein Urweltgewächs namens Wollemia nobilis (durch Austausch mit Botanischen Gärten vermutlich in Australien hierher gekommen) ist schon gewaltig gewachsen, seit wir sie erstmals frisch gepflanzt gesehen haben, und daneben wächst schon ein junges Exemplar!

Drei Stunden waren wir (diesmal ohne Pause) in dieser Wunderwelt der Gewächse aus aller Welt und ihrer oft bizarren Blüten unterwegs. Ein Blicks über die Schlossanlage hinaus auf die Bergwelt, Weingärten mit ihren Lesehöfen und verstreuten Kirchen und Schlössern gibt schon einen Vorgeschmack, was uns in diesen beiden Wochen erwarten kann!

Nach meinen Berichten über Istrien im Herbst – sozusagen nachträglich mein Tourenbuch – gehe ich jetzt auf unsere erste Reise nach Istrien zurück, und zwar Ende Mai (liegt auch schon zehn Jahre zurück, aber damals nicht im Blog festgehalten). Auf eine private Empfehlung reservierten wir eine Ferienwohnung in Medveja. Anreise am Fronleichnamstag eigentümlicherweise über Klagenfurt – Loiblpass – Laibach – Postojna, dort schon wieder von der Autobahn weg über die Berge mit Stop in Illyrskaja Bistriza (bis dorhin schon 7 1/2 Stunden). Dann flott über die kroatische Grenze nach Opatija und Medveja, echt kompliziert die Zufahrt zu unserem Haus, verwinkelt und schmal, nur wenig Platz. Die Wohnung im Erdgeschoß, naja…., aber immerhin Klimaanlage mit Heizfunktion (wofür uns noch eine Zuzahlung abgenötigt wurde). Aber wie immer machten wir es uns bald gemütlich, nachdem die ersten Tage mit etwas gemischtem Wetter überstanden waren sogar angenehm, Gartenterrasse mit Aussicht zwischen Palmen aufs Meer!

Berühmt ist die Kvarner Küste  durch den historischen  Kurort Abbazia (Opatija) aus den Zeiten der Österr.-Ungarischen Monarchie, wie noch an vielen Bauten erkennbar, und daran erinnert auch noch vor allem die immer noch überaus beliebte Promenade, benannt den Kaiser Franz Joseph. Am ersten Nachmittag begehen wir diesen wirklich schönen Strandweg entlang von malerischen Buchten und Hotels, besonders die Parkanlage Angiolina hat uns beeindruckt (vielleicht weil dort ein ganzes Stück mit dem Zungen-Mäusedorn bepflanzt war).

Nach der östlichen Hälfte zwischen Opatija und Volosko (vorbei an dem bedeutungsvollen Hotel Miramare) wandern wir von Lovran über Icici nach Opatija. Dabei kommen wir zu einer netten Veranstaltung zurecht dem Grand-Prix der “Mädchen-Paraden”, einem Wettbewerb bei Slatina, beschickt anscheinend vor allem von östliche orientierten Ländern (obwohl diese Orientierung schon längst vorbei ist).

Nach diesen Eingewöhnungstagen geht es dann an die Ausflüge und Touren, so auch auf die Ucka und nach Mittelistrien sowie die Küste entlang – diese einzelnen Beiträge werden noch folgen!

“Bunt” bedeutet hier zweierlei – ganzjährig ist es der Boden in Mittelistrien, denn im Gegensatz zum “Roten Istrien” entlang der Westküste (Terra rossa, Roterdeboden auf Kalkablagerungen) treten hier großflächig flyschartige Schichten auf – Sandstein und Mergel, große Ähnlichkeit mit der Flyschzone im Wienerwald. Im Herbst kommt noch dazu, dass die vorwiegenden Laubgehölze tolle Verfärbungen zeigen. Das Rot vor allem der Perückensträucher und der Hartriegel bildet dann einen starken Kontrast zu den immer wieder eingelagerten Föhren.

Unserer Tour von Umag über Buje und die schönen Höhenorte über dem Mirnatal nach Motovun folgte erst einmal ein Rasttag in Umag. Dann war aber schon der letzte Tag vor der Heimreise gekommen, und eigentlich wollten wir die letzte so schöne Tour fortsetzen – ins “Herz Istriens”, obwohl wir die Gegend schon von einer Frühsommerreise kannten. Auch das Wetter spielte mit, für Anfang Oktober noch recht passabel, etwas Sonne in der Früh, mittags ein kleiner Schauer und am Nachmittag immer schöner. Packende Wolkenstimmungen, passend zu den herbstlichen Farben der Natur. Also Zufahrt von Umag über das schon bekannte Buje ins Mirnatal und bei dem von hellen Felsen umgürteten Kurort Illyrske Toplice nach Buzet, dort am späten Vormittag.

BUZET / PINGUENTE: Dieser bis in die prähistorische Zeit zurückreichende Siedlungsplatz in hübscher voralpiner Umgebung liegt am Kreuzungspunkt von Verkehrswegen – von Norden kommt die Verbindung über einen Pass von Buchten bei Triest und Koper her, gegen Westen geht ins Mirnatal, im Süden gelangt man zum Uckatunnel Richtung Opatija bzw. findet über Pazin Anschluss an die Schnellstraße des “Istrischen Ypsilon” (Richtung Pula und zur Westküste). Wir waren schon einmal in Buzet gelandet, mit leerer Geldbörse mühsam einen Bancomaten suchend, gefunden im Vorort am Fuß des Burgberges. Auf diesem markant in der Talfurche aufragenden steilen Hügel befindet sich die bekannte und sehenswerte Altstadt, während herunten etwa in Funtana sich die neueren Siedlungen und Wirtschaftszonen ausbreiten.

Von 1421 bis 1797 stand Buzet unter der Herrschaft Venedigs und stieg zu einer der bedeutendsten Festungen im Landesinneren auf. Wir beginnen unseren Rundgang beim Großen Tor (von 1547). Der Eindruck ist sehr gemischt, neben ruinösen Steinmauern befinden sich mit Ausdauer bewohnte und daher renovierte Häuser oder solche, die im historischen Ambiente wieder einen Wert als (zumindest zeitweiliger) Wohnsitz gewonnen haben. Manches Hausportal ist mit einem steinernen Kopf bezeichnet, der Spitzbärtige befindet sich am Haus von Stipan Konzul, der im 16. Jahrhundert entscheidend zur Verbreitung des Protestantismus in Istrien beigetragen hat (fast eine Parallele zur österreichischen Religionsgeschichte?). Ein alter Mühlstein als Relikt bäuerlicher Verfassung ist leicht erkennbar, aber wozu das andere (gespaltene) Steinmonstrum gehört haben mag?

Wir sind durch die engen Gassen inzwischen höher gekommen und treten durch das Kleine Tor (von 1592) kurz hinaus ins Freie und werden von einer Zisterne mit Markuslöwen auf der Brunnenbrüstung überrascht (1563). Der im Spätbarock errichtete Dom interessiert uns weniger, vielmehr treffen wir sozusagen in höchster Etage noch auf eine echte Eigentümlichkeit, es ist eine große öffentliche Zisterne von 1789, die in dieser Höhenlage wohl größte Bedeutung für die Wasserversorgung der Altstadt hatte. Brunnen dürfte es auf diesem Karsthügel wohl kaum geben, erwähnt wird jedoch eine “Johannesquelle” mit kristallklarem Wasser im Tal südlich des Hügels. Vielleicht hat man als Ausgleich für die Regenarmut im langen Sommer von dort Wasser herangeführt und in der Zisterne gespeichert, malerisch ist jedenfalls der ganz Platz mit seinem schmiedeeisernen Brunnen. Neben der hochgelegenen Georgskirche erreicht man schließlich eine Aussichtswarte an der höchsten Stadtmauer mit echt gewaltigem (oder besser malerischem) Panorama über die vielfältig kultivierte Umgebung.

Nach etwa eineinhalb Stunden intensiver Besichtigung drängt es uns nun vom Historischen hinaus in die soeben überblickte Natur! Wir verlassen Buzet in südlicher Richtung über eine die Berge hinaufführende kurvenreiche Seitenstraße und folgen dann einem Höhenrücken bis gegen 500 m Seehöhe (Buzet liegt auf 151 m !). Unser Ziel ist das Bergdorf DRAGUC, schon von einem frühsommerlichen Besuch bekannt und geschätzt, aber nun im Herbstaspekt von ganz anderem, ebenfalls bezaubernden Eindruck! Bei der Fahrt über die Bergstraße öffnen sich die schönsten und noch nie so bunt gesehenen Ausblicke.

Unser letzter Besuch in Draguc war im Mai 2018 (Bericht im Blog vom 10. Juni – bei www.wandertipp.at auf BERNHARD BAUMGARTNER´S AUTORENBLOG GEHEN; so lassen sich alle Beiträge leicht abrollen). Wie immer – dieses Bergdorf, eigentlich eine historische kleine Altstadt, wirkt jedesmal wieder überaus romantisch und interessant, noch dazu gibt es bemerkenswerte Einträge im Internet: Draguc, das HOLLYWOOD Istriens! Von den kunsthistorischen Lokalschätzen ganz abgesehen, etwa vier Kirchen und Reste der Festung, aus der die Ansiedlung hervorgegangen ist. Rast im Bufet Zora, gleich neben einem uralten Zürgelbaum und daneben Panoramablick von der alten Mauer. Durch den Portikus mit den alten bäuerlichen Gerätschaften zum talseitigen Hangvorsprung, wo die ehemalig Zufahrt heraufgekommen ist. Daher steht dort die “Pestkirche” St. Rochus, Einblick zu den Fresken von 1529, ein Kunststück traditioneller Zimmermannsarbeit der Dachstuhl der Loggia. Ausblick über das Talbecken mit dem Trinkwasserspeicher Butoniga, zurück ins dreizeilige “Dorf” erkennt man in den Hausmauern die Reste der ursprünglichen Befestigung…

Obwohl wir nun schon viermal in Draguc waren, fühlen wir uns doch nicht als Ortsführer befähigt, als die wir von einer Busreisegruppe angesprochen werden… Wenn wir vielleicht doch noch einmal nach Istrien reisen sollten, kämen wir aber sicher wieder hierher, egal ob im blätterbunten Herbst oder im blütenbunten Frühsommer! Inzwischen oder weiterhin müssen wir uns halt mit den interessanten und teilweise überraschenden Einträgen im Internet (> Draguc Istria, nicht zu verwechseln mit Drage…) begnügen – aber auch ein Vergnügen!

Weitere Bilder zu DRAGUC in meinem Facebook: Wandertipp bernhard baumgartner  & Bernhard Baumgartner (Buchautor / Kral-Verlag)

Aus unserem Reisetagebuch: Montag, 8. Oktober, Standort Umag. Nach der Tour von Brgudac über die “Alm der Brunnentröge” / Korita und der Runde über den Veli Panik; nun stand wieder eine Ausflugsfahrt am Programm, Ziel das für seine Trüffel berühmte Motovun (aber auch andere Orte vor allem im nordwestlichen Istrien sind für diese kostbare Delikatesse bekannt). Erster Halt nach der Fahrt über die küstennahe Niederung mit ihren Roterdeböden ist:

BUJE / BUIE: Durch seine Höhenlage am Zusammenschluss der von Norden kommenden Hauptstraßen (Koper und Portoroz) ist diese Stadt seit der Römerzeit der “Wachtposten Istriens”. Herausragend der Dom S. Servolo mit freistehendem Glockenturm (auffallend die “unfertige Westfassade) und malerischen Gassen in der dicht um den Dom gedrängten Altstadt. Wir kamen übrigens am Abend desselben Tages nach Buje zurück (auf der Rückfahrt von Motovun nach Umag).

Nach dem Rundgang zweigten wir von der südlichen  Hauptroute  ab und folgten der Höhenstraße in östlicher Richtung zum nächsten bekannten Ort, dem “Dorf der Künstler und der musikalischen Jugend” – GROZNJAN / GRISIGNANA: Die kreisförmig geschlossene Ortschaft wirkt besonders durch ihre Lage wehrhaft, besticht aber vor allem durch die gepflegten engen Gassen und alten Häuser, was vor allem den künstlerischen Ambitionen zu verdanken ist. Die Tore und Türme reichen in die venezianische Herrschaft zurück (wie bei Buje, wo Venedig Nachfolger der Patriarchen von Aquileja war).

Nach den malerischen Momenten im Künstlerort Groznjan sehen wir dem Stadttor gegenüber die Kirche der Heiligen Kosmas und Damian von 1554 mit einem Steinkopf auf dem Dachreiter. Später gibt es noch einen Rückblick auf den Kirchturm über den Waldrändern.

Bei der Weiterfahrt über den bis Buzet ziehenden Höhenrücken verlockt uns ein “Abstecher”, wahrscheinlich vom Kunsthistorischen Reiseführer angeregt… Ebenfalls auf einer Bergkuppe gelegen ist die kanzelartig vorgeschobene Ortschaft ZAVRSJE / PIEMONTE, keine Besichtigung, für uns aber  ein schöner Panorama-Blickpunkt über die Obst- und Weingärten und den zinnengekrönten Turm der Pfarrkirche gegen das im Süden jenseits des Mirnatals sichtbare Motovun (unser Tagesziel), sogar den Trinkwassersee Butoniga und die Ucka kann man von hier aus sehen!

Den genauen Verlauf unseres Ausfluges habe ich leider nicht mehr im Kopf “gespeichert”, sondern mit den Bildern im PC – so wundere ich mich nachträglich über den Eintrag im Fahrtenkalender, dass der nächste Ort etwas enttäuschend gewirkt hätte… Diese Höhensiedlung heißt OPRTALJ / PORTOLE – wie beim letzten Ort klingt die italienische Bezeichnung für uns besser! Die Lage ist ähnlich wie jene von Piemonte, in Portola haben wir uns aber näher umgeschaut:

Bei der Ortseinfahrt eine Zypressenallee und die Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert, weil verschlossen blieben uns auch die Fresken weiterhin unbekannt. Bemerkenswert ist der Dom St. Georg, dessen Patrizinium an die Bedeutung als wehrhafter Platz erinnert. Von einer Burg bemerken wir aber nichts mehr, sehen allerdings ein schönes Schlossgartentor und die renovierte Loggia mit Lapidarium, alles reizvoll in die Landschaft mit ihren Kulturen eingebettet. Die Fülle der damals von Anni und mir “geschossenen” Bilder hilft uns zwar beim Auffrischen der Erinnerungen, aber ohne die Bilder im Reiseführer und einen Überblick der Digitalzeiten hätten wir die Route und die Sehenswürdigkeiten wohl kaum auf die Reihe gebracht!

So geht es uns auch bei der Weiterfahrt hinab ins Mirnatal, wobei diese Strecke aber von der zum Herumspazieren einladenden Natur sicher für uns noch interessanter war als die Ortschaften! Bevor es nach Livade im Mirnatal hinabgeht, stehen dort noch zwei Steinkapellen – St. Helena und St. Silvester, beide aus dem 15. Jahrhundert, leider verschlossen und daher die bemerkenswerten Fresken nicht zu besichtigen. Auf den terrassenförmigen Hängen wurden früher Felder angelegt, heute sind sie meist mit Olivenbäumen bewachsen. Im breiten Tal der Mirna unten liegt Livade, für Handel und Durchzugsverkehr bedeuten, so die 1902 eröffnete Bahnlinie Parenzana. 1929 wurden hier die berühmten Weißen Trüffel entdeckt, obwohl die Vermarktung vor allem in Motovun gepuscht wird. Die Brücke der Istrischen Wasserleitung aus dem Butoniga-Becken quer über das Tal von 1938 wird uns erst beim nächsten Ausflug auffallen (Tour über Draguc nach Buzet).

Talabwärts nach Westen lässt sich schon die Meeresbucht der Mirnamündung erkennen. Vor uns erhebt sich aber jenseits des Tals der Berghügel mit Motovun, der vielbesuchten und kunsthistorisch ebenso bedeutenden “Trüffelmetropole”. Weil wir dort so viel fotografiert haben, bleibt diese Sehenswürdigkeit aber einem eigenen Artikel vorbehalten!

Wie ich auf diese schöne Bergtour gekommen bin? Wahrscheinlich aus den Informationen über den Nationalpark Ucka, denn die Alm Korita mit ihren Wassertrögen gilt als besonders sehenswert. Den Uckagipfel hatten wir ja schon im Frühjahr davor bestiegen (Mai 2008), die Korita-Planik-Höhenrunde stand also noch aus. Noch einleitend zum Gebiet – es handelt sich um die nordöstliche Bergregion Istriens mit dem Namen Cicarija (altösterreichisch Tschitschenboden), deren höchster Gipfel mit 1272 m der Veli Planik ist (Ucka 1400 m).

Schon die Zufahrt ist nicht einfach – Abzweigung von der Schnellstraße des “Istrischen Ypsilon” bei der Abfahrt Lupoglav (ein Stück vor dem Nordende des Uckatunnels), am südlichen Ortsende von der Hauptstraße die Seitenstraße Richtung Lanisce nehmen, die unterhalb vom Dorf Semic vorbeiführt und sich später rechts zum Ausgangspunkt Brgudac wendet. Nun sind wir am Ende der Sackgasse auf ca. 700 m Seehöhe angekommen, in einem kleinen Dorf mit teils instandgehaltenen Steinhäusern und einer Kirche oberhalb (Partisanendenkmal, im Friedhof zeitgeschichtliche Grabsteine, einer davon dokumentiert den Tod aller Frauen einer Familie im Jahr 1944). Obwohl ich sonst Kirchen und Friedhöfe samt Ortsansichten gern aufnehme, habe ich erst beim Aufstieg mit dem Fotografieren begonnen. Dieser startet bei einer Infotafel des Nationalparks über eine Forststraße (auf dieser kommt man beim Rückweg daher), von der nach kurzem Wegstück links in den Wald hinauf der markierte Steig Richtung Korita abzweigt.

Der Weg ist ein typischer alter Almsteig, wie wir ihn auch von unseren Voralpen gewohnt sind, allerdings durch einen südlichen Waldbestand mit vielen Manna-Eschen, Hopfen-Buchen, immer wieder Schwarzföhren und weiter oben immer mehr Wacholderbüschen. Die Blütenwelt ist dem Zeitpunkt unserer Wanderung entsprechend (Oktober) schon ziemlich reduziert (aber auch bei einer späteren Begehung im April nicht sehr vielfältig). Allmählich legt sich das Gelände etwas zurück, einzelne Lichtung geben den Ausblick vor allem zur Ucka als beherrschendem Gipfel weitum frei. Dann gelangen wir in eine äußerst ungewöhnliche Szenerie, allerdings typisch für die Berge Istriens – zwischen den schroffen Kalkformationen sind flyschartige Mergelschichten eingelagert. Diese wirken zwar bei größerer Ausdehnung oft fast wüstenhaft, anderseits bilden sie auch Quellhorizonte ohne die hier keine menschliche Ansiedlung oder Almwirtschaft möglich wäre.

Selbst im Herbst geben die Quellen unter dem Felsvorsprung des Brajkov vrh noch etwas Wasser her und füllen die übereinander aufgestellten Holztröge. Nach der Menge der Kuhfladen (wenn ich mich richtig erinnere) muss hier viel Vieh aufgetrieben gewesen sein. Zu dieser späten Jahreszeit tummeln sich nur mehr die Touristen an dieser Sehenswürdigkeit!  Etwa eine Stunde hat der direkte Aufstieg gedauert, und daher bleibt uns noch genug Zeit (trotz der schon früh einsetzenden Dämmerung) für eine Fortsetzung der Tour. Diese verläuft zunächst in östlicher Richtung über die Almmulde auf einer Forststraße, doch wo sich diese rechts (südlich) hinabwendet, geht es auf mehr oder minder gut oder schlecht markiertem Steig über den Rasenrücken hinauf. Von ca. 900 m kommen wir so auf den Aussichtspunkt S(ch)krlavnik auf 1067 m. Dann geht es wieder bergab in eine weite Kammmulde und aus den dürren Bergwiesen hinein in die Waldzone.

Der vorwiegend aus Rotbuchen gebildete Wald ist mit zahllosen Steinblöcken und Felsrippen durchsetzt, die aus dem begrünten Boden hervorbrechen – ein typischer Bestand von “grünem” oder bedecktem Karst (im Gegensatz zu dem andernorts nur auf Steinbrocken reduzierten “kahlen” Karst). Man muss hier genau aufpassen, damit die Wegspur nicht verloren geht, denn ohne diese wäre das Gelände noch mühsamer zu bewältigen. Immer wieder geht es um Felsgruppen oder Dolinengruben herum, sehr unübersichtlich, weil die Route auf einem nur mäßig ausgeprägten Bergrücken aufwärts zieht. So etwa zwei Stunden von der Korita lichtet sich dann der Wald, und es treten wieder (wie vorher) Heideböden hervor, die zum schon nahen Gipfel des Veli (Hohen) Planik führen. Der vorgelagerte Nachbargipfel Mali Planik ist nur 13 m niedriger, gemeinsam ist dem Gipfelpaar der fantastische Aussicht auf die Bucht von Rijeka und die noch immer beherrschende Ucka. Ein hier nicht verwendetes Bild zeigt am Gesichtsausdruck von Anni (und ebenso von mir) – endlich angekommen! Die Rast wird daher umso angenehmer, als trotz Oktober die Sonne noch recht mild strahlt und nur wenig Wind weht.

Um 15 Uhr (gerade rechtzeitig für den noch langen Rest der Tour) steigen wir zum Sattel vor dem Kleinen Planik ab und marschieren rechts (südwestlich auf einer Forststraße bergab zu einer Senke mit mehreren Verzweigungen namens Sinozet. Geradeaus führt die Schotterstraße als Radroute weiter durch Wälder und Karstgelände bis nach Poklon an der Ucka-Passstraße. Wir müssen uns aber rechts halten und dann die Abzweigung Richtung Brgudac finden, also zweimaliger Richtungswechsel, dann aber in nördlicher Richtung unserem Ausgangspunkt entgegen. Mit wechselnder Neigung geht es stets im Wald dahin, nur drei Punkte sind interessant – zuerst finden wir einen Bestand abgeblühter Pfingstrosen mit reifen Samenständen (welche Art bleibt offen – Paeonia officinalis oder maskula?). Bei einer Senke mit Straßenbiegung dürfte die von Bauern aus dem Burgstädtchen Boljun gestanden sein (Boljunski dol). Nach mehr als einer Stunde erreichen wir einen alten Steinbruch mit hervorragenden Fossilien, zugleich ein Aussichtspunkt in den endlosen Wäldern.

Leider sind keine handlichen Steinbrocken mit Fossileinschlüssen zu finden (sonst hätte ich einen solchen in meinem Gartenalpinum abgelegt, kann mich jedenfalls nicht mehr erinnern). Das schöne Stück wie abgebildet ist leider im Fels festgewachsen…. Nach eineinhalb Stunden Forststraßenmarsch kommen wir zu einer von der Korita her einmündenden Straße (die haben wir bei einer Tour im Mai begangen, sehr langwierig, der direkte Abstieg wäre günstiger gewesen). Die letzte halbe Stunde wird dann durch das zwischen den Bäumen hereinstrahlende späte Sonnenlicht recht malerisch, allmählich gehen wir Trockensteinmauern von Weiden und Kulturflächen entlang, dann ist endlich wieder das Dorf Brgudac erreicht, insgesamt wohl sechs Stunden Gehzeit, eine genaue Routenbeschreibung habe ich danach verfasst, aber diese wirkt verwirrender als das Betrachten der Spezialkarte der Ucka (1 : 30 000, bei den Naturpark-Infostellen besorgt). Bei der noch recht langen Heimfahrt über die Schnellstraße nach Umag wird es allmählich finster, allerdings wieder wie fast jeden Tag mit fantastischem Abendrot.

Die Frühlingstour von Brgudac zur Korita (mit Blüte der Pulsatilla montana) findet man im Blog www.wandertipp.at/bernhardbaumgartner/ im Mai 2010, dort auch Bilder von Dorf!

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