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Archivbilder von 2004 und 2005 aus der “analogen Fotozeit”, deshalb nicht so hoch qualitativ wie aktuelle Digitalbilder (Scans).

Bienen-Ragwurz / Ophris apifera

Hummel-Ragwurz / Ophris holosericea

Spinnen-Ragwurz / Ophris sphegodes (sphecodes)

Besonders schön war eine Tour auf den höchsten Berg der Insel, den Obsova, am 1. Juni, unserem Hochzeitstag! Als Abschluss noch zwei “alte Bekannte”:

Wanzen-Knabenkraut / Orchis coriophora

Pyramidenständel oder "Hundswurz" / Anacamptis pyramidalis

Unsere Kroatien-Tour zum Velebit und Nationapark Krka und Paklenica konnten wir bisher leider nur im Herbst unternehmen. Von Orchideen war da nichts mehr zu bemerken, aber dafür gab es unendlich viel abgeblühten Affodil…

Nachdem heuer im facebook bei den “Orchideen-Gruppen” (Wildwachsende O. Europas, Freunde wildwachsender O. usw.) seit Anfang März so eindrucksvolle Bilder aufgetaucht sind, habe ich auch meine Bestände an Orchideenbildern durchgeschaut. Aktuell gibt es ja heimische Orchideen erst seit den letzten Wochen, und unsere erste Tour auf den St. Veiter Staff war am 1. Mai nicht gerade sehr ergiebig. Wie schon berichtet – Orchis pallens schon leicht abblühend, Stattliches Knabenkraut gerade beim Aufblühen. Im Retzbachtal war knospendes Großes Zweiblatt zu bemerken.

Bleiches Knabenkraut und Stattliches Knabenkraut oberhalb vom Briller (Naturerlebnisweg St. Veiter Staff)

Also machte ich mich an unsere Bilder aus Istrien – jeweils im Mai bis Anfang Juni, 2008 in Medveja an der Kvarner Bucht (westlich von Lovran) und 2010 in Porec. Bei unseren Ausflügen Richtung Rabac im Süden und ins Landesinnere beim kleinen Dorf Draguc wurden wir damals sehr fündig.

Schmetterlings-Knabenkraut nördlich von Rabac

Spinnen-Ragwurz, vor dem Valamarhotel in Porec fast flächendeckend!

Bienen-Ragwurz

Hummel-Ragwurz

Diese drei Ragwurzarten kannten wir allerdings auch schon aus Österreich. Völlig neu (wie das Schmetterlings-Knabenkraut) war jedoch die auf der Insel Cres gefundene Bertolini-Ragwurz:

Vom Salep-Knabenkraut gab es viele Farbvariationen zu fotografieren, und ein Höhepunkt war, als wir beim Besuch der “Burgstädte” in der Flyschzone Inner-Istriens noch Bekannte aus der Heimat entdecken konnten.

Violetter Dingel

Adriatische Riemenzunge bei Draguc

In meinem facebook (Bernhard Baumgartner Autor Kral-Verlag, ohne den Zusatz kommen 100 BBs….) habe ich auch noch andere Bildserien gepostet und auch mit den Orchideen-Gruppen geteilt. Dort gibt es selbstverständlich eine unglaubliche Artenvielfalt zu sehen – der geographische Bereich reicht ja von Portugal bis Rumänien, von Ligurien bis Sardinien und Cypern, da können wir nicht mithalten! Immer wieder erstaunen mich auch die genauen Artbezeichnungen und vor die Angabe von Hybriden. Meine Erfahrung aus Malta mit der Ophris fusca hat mir aber gezeigt, dass Abweichungen von der sogenannten Norm sehr häufig und eben naturgegeben sind. Mich freut schon, wenn ich die Arten unterscheiden kann, und ich hoffe immer noch einmal auf einen Frühlingsurlaub in Sardinien etwa… Die Bilder von der Insel Krk (von Anni und mir 2004 und 2005 aufgenommen) kommen in einem eigenen Beitrag und auch in meinem facebook “Wandertipp bernhard baumgartner.

Am Sonntag, 30. April, Wanderung durchs Retzbachtal bei Türnitz, vom Eisernen Tor bis Innereben, am wasserreichen Bach entlang, recht abwechslungsreich, aber auch überraschend fast vorfrühlingsmäßig!

Es liegen sogar noch Flecken vom letzten (wieder einmal) maximalen “Aprilschnee” herum, am 20. April hier sicher fast ein Meter. Schon an ersten hohen Felsen sind blühende Aurikel zu bemerken.

Interessant wird es jedoch erst nach dem Reiftaler an der “Schrofenwand”:

Clusius-Enzian ist gerade an sonnigen Stellen im Aufblühen, sonst noch knospig

Aurikel blühen neben Alpen-Fettkraut schon recht üppig

Von den hier sonst zahlreichen Anemonen-Schmuckblumen bemerken wir vorerst gar nichts, beim Rückweg konzentrieren wir uns jedoch auf die nun schon voll entwickelten Blätter und Früchte, erst da werden wir fündig. Gegenüber der Forststraßen-Abzweigung ins Dachsental blühen am hohen Dolomitfelsen auch schon die Clusius-Primeln.

Am kleinen Tümpel vorbei, wo nur kleine Kaulquappen, aber keine Molche zu sehen sind, wandern wir noch bis Innereben. Gegenüber diesem alten Jagdhaus (jetzt offensichtlich als Wochenenddomizil vermietet) gäbe es am Bergrand den üppigsten Standort der Anemonen-Schmuckblume. Aber inzwischen haben wir erkannt, dass diese schon verblüht sein müssen. Außerdem kommt man nicht über den stark wasserführenden Bach hinweg, seit die alte und schon vor Jahren morsche Brücke abgerissen wurde (spätestens durch das letzte Hochwasser). Man könnte eventuell (und schon ausprobiert) bei der Forststraßenverzweigung (links Seitengraben, rechts Dachsental) am schmalen Ufer den Bach entlang gehen, um an diese Stelle zu kommen. Dort stößt ein kleiner auwaldartiger Bestand an den dolomitischen Hangfuß, ideal für die Schmuckblumen. Dabei muss man einen Hangvorsprung oberhalb im Wald umgehen. Vielleicht probieren wir den Übergang in einem nächsten Jahr mittels Gummistiefeln, denn die beim Innerebenhaus über den Bach gestürzte Hollerstaude als Übergang wird es bis dahin sicher nicht mehr geben…

Ein gut gerüsteter Fotograf ist uns auch begegnet, der in der Felswand oberhalb der Falkenschlucht einen dort horstenden Steinadler “abschießen” konnte. Vor dem Schluchteinstieg kehren wir jedoch um und freuen uns schon auf den sicher mehr grünenden St. Veiter Staff – wie vom 1. Mai berichtet!

1. Mai 2017 – ein idealer Tag zum Wandern und Blumenschauen!

Unsere früheste Orchidee – Bleiches oder Blasses Knabenkraut / Orchis pallens

Seit März (oder sogar schon seit Februar) verfolge ich in der Facebook-Gruppe “Orchideen” (drei verschiedene Gruppen), welche Vielfalt und Pracht an Orchideen sich vor allem in den Mittelmeergebieten (Sardinien !) entwickelt. Ich konnte nur mit einigen Archivbildern von Malta und Istrien mit diesen Profis etwas bescheidener mitmachen und wünschte mir schon ganz dringend, eine persönliche “Orchideenwanderung” am Naturerlebnisweg-St. Veiter Staff zu machen (nachdem ich die jährlichen Veranstaltungen seit 2010 nicht mehr abhalte… immerhin schon sieben Jahre relativ gesund geblieben). Aber an diesem wundervollen 1. Mai war es so weit…. Annis Bilderalbum ist bereits in meinem facebook Wandertipp bernhard baumgartner gut angekommen, hier im Blog verwende ich auch einige davon.

Diesmal gingen wir die  Runde in umgekehrter Richtung als gewohnt – zuerst zur Staffhütte, dann um den Staff herum und von der Oberhauserwiese übers Loos wieder in den Brillergraben. Dabei gab es auch einige Überraschungen!

Der Zeitpunkt schien gut gewählt, obwohl die Birnbäume vor der Staffhütte schon abgeblüht waren. Wie in den beiden vorigen Bildern ersichtlich – die Stattlichen oder Manns-Knabenkräuter blühen gerade auf. Es gibt sie in zahlreichen Gruppen zusammenstehend (!) auf der Oberen Staffwiese am linken Waldrand. Die Keimblätter der Rotbuchen (rundlich) und der Hainbuchen entwickeln sich gerade (ein Hinweis darauf, dass auch der Zungen-Mäusedorn in Schwarzenbach und am Hainfelder Kirchenberg – am Serpentinenweg oberhalb vom Liasnböndl – blühen sollte). Hier noch das Knabenkraut in den Bildern von Anni:

Die Obere Staffwiese ist noch immer ein Kleinod – nun regelmäßig vom Besitzer Mader Reinhold bzw. Phillipp vulgo Leitner gemäht, aber nicht gedüngt (hoffentlich auch weiterhin). Die tüchtigen “Maderbuben” haben leider vor wenigen Jahren zu nachhaltig forstlich eingegriffen, ihrem Eifer fiel die Reihe von Feldahornbäumen beim Reitbauern zum Opfer, außerdem die Buchen-Stein-Gruppe auf der Staffwiese, die nun von einer Dirndlstaude und Haselbüschen überwuchert wird. Die einmalig schön stehende Birke wird es hoffentlich “für immer” geben…

Am oberen feuchten Waldrand, wo im Hochsommer eine Wintergrünart zu finden ist, glaubte ich fast eine neue Orchideenart zu erspähen – womöglich sogar eine Hybridform, aber es war selbstverständlich nur eine Trivialhybride: Lungenkraut mit Herbstzeitlosenblättern.

Der Umgehungssteig an der Westseite vom Staff ist gut instandgehalten, denn die erste Hälfte (nach der Riesenbuche “Mutter des Waldes”) verläuft in dem bei Nässe etwas rutschigen und ein wenig zum Abrutschen neigenden Aptychenkalk (murartiger Erdrutsch beim Abstiegsweg). Im vorigen Bild ein Hinweis auf den urigen Waldbestand mit einigem “Totholz” – im Vordergrund der bottichartige Rest einer großen Rotbuche, ihre Nachfolgerin gleich dahinter. Wo der Steig eine Felsrippe quert, erfolgt der Wechsel vom Mergelkalk zum Hauptdolomit mit zwei markanten Erscheinungen:

Am Block unterhalb des Steiges eine glatte, durch Verschiebung an einer Kluft entstandene "Harnischfläche"; danach oberhalb der Rest einer Felsbrücke, die wir selbst bis in die 1980er Jahre noch gesehen haben, jetzt steht nur mehr der Pfeiler und die Brückenblöcke liegen herunten.

Nach der neuen Forststraße der “Maderischen” oberhalb der Staffhütte gibt es an der Staff-Südseite eine weitere gravierende Änderung. Hier reicht von der Oberhauserwiese (seit einigen Jahren Besitz Schweighofer, vorher der naturschützerisch sehr ambitionierte Herr Simovitsch) am Waldhang ein Stück zum Staff hinauf, der dem Herrn Wittmann, Kirchenwirt in St. Veit, gehört. Dieser Oberhauserische Grundfleck wurde seit vorigem Jahr (oder erst heuer) intensiv forstlich bearbeitet, d. h. stellenweise gerodet, wo lohnende Bäume standen. Zum Glück blieben die Rotbuchenriesen am Waldrand verschont!

Erst nach dem Querweg (einige Eisenstangen, Drahtgitterrollen herumliegend, Plastikbänder) wurde uns klar – hier ist die Markierung umgelegt! Man geht also, vom Brillergraben kommend, bei der Wiesenkehre (Abzweigung Lilienfeld) rot markiert und tut-gut-Weg-4 im Wald weiter und mündet vom Gipfelweg (wie weit oben ?) in den westlichen Umgehungsweg ein. Im Sommer bleiben damit Orchideenstandorte entlang des alten Weges abseits der neuen Route (Waldvöglein drei Arten, Grünliche Waldhyazinthe, Geflecktes Knabenkraut und ein selten zu entdeckendes Exemplar der Fliegen-Ragwurz). Sonst hat sich nur insofern etwas geändert, als die Oberhauserwiese bis zum Waldrand intensiver gemäht wird und schon vor etwa drei Jahren die randlichen Sträucher entfernt wurden. Was hier aber noch blüht, zeigen die folgenden Bilder:

Neben noch einzelnen Waldsteppen-Windröschen gibt es zahlreich das Frühlingsfingerkraut und die Hochstängelige Kugelblume, Warzige Wölfsmilch noch knospig

Vom weiteren Abstieg ist noch zu berichten, dass der Forstweg im Pfarrerwald (von den Vonwald-Besitzern angelegt) wegen des Hegeringschießens abgesperrt war. Dort habe ich zahlreiche Bleiche Knabenkräuter gesehen, aber diesmal kein einziges Exemplar entdecken können. Erst unterhalb des Schießstandes stehen (wie immer verlässlich) einige schöne, aber schon etwas mit dem Abblühen beginnende Schönheiten (wegen der kontrastarmen Färbung gar nicht leicht zu fotografieren, aber erst bemerkt, wie fein sie duften. Bei der Kehre oberhalb vom Briller stand sogar ein Superexemplar, daneben ein Stattliches Knabenkraut, bei beiden die hohen Stängel von den Schneemengen der Nachosterwoche fast umgedrückt!

Der Eiben-Bonsai im Wald am Loos

Süße Wolfsmilch - leicht erkennbar an den roten Nektardrüsen

Noch immer steht die Riesenlinde inmitten der Brillerwiese, wo mächtig das Wasser hervorsprudelt (wasserhaltende Unterlage aus Aptychenkalk, der beim Punkt 6 des Erlebnisweges abgerutscht ist, darauf eine Schuttlage als Waserspeicher)

Die löbliche Tafel auf der Oberen Staffwiese – hier passt sie voll ins schützenswerte Landschaftsbild! Mit unserer aktuellen Staffwanderung möchte ich durch diesen Beitrag an meine beliebten Orchideenwanderungen anschließen, indem ich allerhand erzähle, was auch bei den Führungen präsentiert wurde. Den Führer zum Naturerlebnisweg St. Veiter Staff gibt es noch immer, und er ist immer noch gleich nützlich, weil auch die Nummertafeln im Gelände noch stehen. Zu besorgen im Gemeindeamt, ob in der Staffhütte erhältlich, muss ich erst erfragen, hoffe aber doch sehr, dass er dort aufliegt. Für botanisch und geologisch interessierte Naturfreunde kann ich mich sogar noch zu einer (nicht offiziellen) Staffführung entschließen… (ich bin noch immer ein Fan des Festnetztelefons…).

Wer diesen 741 m hohen Gipfel zwischen St. Michael und Spitz kennt, wird sich wundern – die Tour über die Buschandlwand ist ehrlich kein Spaziergang! Großer Höhenunterschied (für Wachauer Verhältnisse), teilweise steile Waldwege, allerdings auch Möglichkeit für zwei interessante Abstiege, wenn man über den Arzberg aufgestiegen ist. Außerdem ein fast schon frecher Gipfelzacken…

Wenn die Zeit allerdings eher knapp bemessen ist, erschließt sich das Gipfelerlebnis auch leicht in insgesamt nur einer Stunde, bis auf das letzte Stückerl außerdem auf “Laufwegen”, sogar Kinderwagen- und Mountainbike-tauglich!

So war es auch bei uns am 25. April – übrigens dem 100. Geburtstag meines Vaters…

Mein Vater Peregrin und ich Herbst 1943 oder Frühjahr 1944, die kleinen handgemachten Schuhe habe ich sogar heute noch als Erinnerung gefunden!

Zurück aus dieser schweren Zeit, gerade bevor mein Vater einrücken musste, nachdem er als Lokführer lange Zeit verschont blieb, aber dann doch die Endphase des 2. Weltkriegs (zum Glück an der Westfront) mitmachen musste… Heute ist unser jüngstes Enkelkind Elena Sophia sogar schon ein bisschen älter, und hoffentlich bleiben ihr solche Zeiten wie mir als “Kriegskind” erspart!

Von Weißenkirchen Richtung Ottenschlag abzweigen und über die kurven- und anfangs aussichtsreiche Seibererstraße bis zur hohen Sattelwiese mit Kreuzung der Markierung, übrigens daneben eine auffallende Sumpfmulde. Dann geht es auf der Kühberg-Forststraße hinein in die Wälder, und ein spärlicher Ausblick zeigt, dass wir uns bereits im Niveau der Waldviertler Hochfläche befinden. Außerdem ist hier heroben gerade der Wechsel von den winterlich kahlen Wäldern zum ersten Laubaustrieb und schon grünenden Wiesen im Gange…

Der wenig abwechslungsreiche Waldmarsch auf Forstwegen, übrigens absolut blumenarm, führt nach kaum einer halben Stunde in das urigere Gipfelgelände. Für mich hat sich dieser Spaziergang überhaupt ausgezahlt, weil ich meine Tourenbeschreibung wieder verfeinern kann! Also zuletzt auf Waldsteig zur Vereinigung mit der gelben, von Spitz oder St. Michael über den Arzberg heraufkommenden gelben Markierung. Zwei notdürftig angebrachte Markierungspfeile erweisen sich als richtig!

Geradeaus geht es, zuletzt über Felsplatten, hinauf zur “Spitze” mit dem Gipfelkreuz. Kurz zurück und auf den Nebelgipfel (für Kletterer auch am Grat hinunter) kommt man zur Gruber-Warte. Beide Punkte bieten eine schöne Aussicht gegen Süden und Westen, über das Donautal bei Spitz bis zum (allerdings im Dunst nur schwer auszunehmenden) Schneeberg und Ötscher, gegenüber entlang des Hochflächenrandes zum Jauerling.

Beim Abstieg fallen mir in den südseitigen Felsspalten der “Spitze” neben Felsen-Schaumkraut und Engelsüßfarn auch eigenartige, unter die schützenden Vorsprünge geduckte grasartige Büschel auf – bei genauerem Hinschauen erweist sich das als ein Farn!

Das habe ich doch schon irgendwo gesehen! Beim Nachschlagen zu Haus kam ich leicht drauf – gesehen im Vinschgau, hätte aber auch in kalkfreien Gebieten Österreichs, also speziell im Waldviertel sein können, allerdings an nicht feuchten, sondern sonnig-trockenen Felsstellen – Nordischer Streifenfarn / Asplenium septentrionale. Soll in diesen Gebieten auf passenden Standorten gar nicht so selten sein, für uns war es jedoch schon eine überraschende Seltenheit!

Die nur kurzzeitigen Sonnenblick und der immer wieder stark bewölkte Himmel bot keine Gelegenheit für einen weiteren Fotoabstecher, obwohl der Aussichtsplatz an der Seibererstraße und erst recht die Weingärten am Seiber dazu verlocken würden. Daher Heimfahrt und noch Gartenarbeit am frühen Abend… Hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, außerdem ist Krems immer wieder für einen Einkaufsbummel gut – aktuell ist ja Zeit für die Frühlingsgarderobe (allerdings nicht meine) !

Als Abschluss meiner Berichte über die Frühlingstour nach Tapolca und zum Balaton habe ich meinen Artikel aus dem Land der Berge Heft 3 / 2014 in meine Seite BALATON gestellt. Dort sind alle Wanderziele beschrieben und auch Karten beigefügt.

Bei der Fahrt von Österreich zum Plattensee, dem Ungarischen BALATON, egal ob über Sopron oder Köszeg (die bessere Route) – dabei durchquert man die Kleine Ungarische Tiefebene. Über die Grenze hinaus ist das Land zwar nicht absolut flach, hie und da gibt es sogar niedrige Hügel, etwa in der Nähe des aus der Steiermark (Raabklamm !) kommenden Flusses Raab / Raba. Bei klarer Sicht erscheint sogar der schon ferne Schneeberg wie ein Himalayagipfel, überhaupt wenn er noch weiß über die grünende Ebene leuchtet. Erst von der gequerten (von Sarvar her) oder befahrenen (von Vasvar her) Hauptstraße Nr. 8 kommt man auf die Hügelberge des Bakonywaldes zu. Aber halt – da erhebt sich im Nordosten über der “brettlebenen” Niederung ein echter Gipfel, die pyramidale Gestalt eines tertiären Vulkanberges, wenn auch nicht von alpinem, sondern von pannonischen Format – der SOMLO ! In der niedrigen Ebene wirken sogar seine 432 m Gipfelhöhe imposanter als es das nächste Bild zeigt.

Dieses Bild haben wir bei unserem ersten Besuch Ende Oktober 2013 aufgenommen, Stimmung damals schon sehr herbstlich, trotzdem starker Besuch wegen eines in Ungarn schulfreien Tages. Dass der über den sanft ansteigenden Weingärten schroff und teilweise sogar felsig aufragende Steilrand ein doppeltes Plateau verbirgt, wo allerhand Merkwürdigkeiten zu entdecken sind, haben wir damals schon bemerkt. Erst beim nachträglichen Stöbern im WEB hat sich herausgestellt, dass dieser SOMLO nicht nur das kleinste, aber womöglich feinste Weinbaugebiet Ungarns ist, sondern sicher auch seit uralten Zeiten kultische Bedeutung und Siedlungs- wie Schutzfunktion hatte. Aus diesem Grund wollten wir bei unserem letzten Frühlingsaufenthalt noch einmal dorthin kommen (Wein habe ich leider wieder nicht mitgenommen… daher vielleicht nicht das letztemal dort gewesen….).

Hier sind noch ein paar Bilder von 2013, die Tafel bezüglich EU-Förderungen verweist auf die Erschließung als Schutzgebiet im Jahr 2011 (ebenso groß sind die derzeitigen Werbetafeln der Orban-Regierung für Widerstand gegen die EU…). Bei der Anfahrt war uns das Wetter noch zu schlecht für den Abstecher zum Somlo, dafür zeigte sich der Tag der Heimfahrt am 10. April mit den besten Verhältnissen. Also fuhren wir von Tapolca auf der Nebenstraße über Nyirad (vorbei an Straßenrändern voll Frühlingsadonis und neben sicher auch botanisch interessanten Kalkhügeln, leider zu wenig Zeit…) nach Devecser an der Hauptstraße Nr. 8. Ein kleiner Orientierungsfehler (zu früh abgebogen) brachte uns noch dazu quer durch das Dorf Somlovasarhely, immer wieder interessant, solche abseitigen Orte zu sehen. Wieder auf der Hauptstraße zweigten wir nahe einer auffälligen Raststation in Richtung zum schon ganz nahen Somloberg ab.

Unser Ziel war die südlich des Gipfels stehende Margit-Kapelle (wie bei unserem letzten Besuch), aber zuerst näherten wir uns dem Berg von Westen her, wo sich auch eine Kirche auf einem Weingartenhügel befindet. Die Auffahrt ist nicht unspannend, weil durch Hohlwege zwischen martialischen Basaltsteinmauern, zwar asphaltiert, aber ziemlich schmal und bei Gegenverkehr unangenehm (trotz Rückfahrkamera unseres Mazda CX/5). Doch dann landeten wir gut am Parkplatz neben der richtigen Kapelle, wie schon bekannt etwas ruderal und säuberungsbedürftig, aber insgesamt ist der Eindruck der verstreuten Kelterhäuser gut (kleine Weinbaubetriebe und vielleicht Wochenendsitze, verwilderte Grundstücke gäbe es bestimmt leicht zu erwerben, wenn auch die derzeitige Regierung solchen Ambitionen eher feindlich gegenüber zu stehen scheint).

Neben der Margit-Kapelle die "Ruine" eines uralten, aber wieder frisch austreibenden Lindenbaums

Vor allem die Kirschbäume stehen in vollster Blüte, und vom Steilhang unterhalb der Basaltfelsen leuchten die Wilden Weichseln herunter. Neben einer im Gelände beschilderten Fotogalerie beginnt die (wie immer gute) Markierung auf den Somlo, die bald aus den Weingärten hinaus durch einen idyllischen Hohlweg den Hang hinaufweist.

Grete und Anni startbereit!

Dann kommen wir auf eine breite Terrassenfläche hinaus, die jetzt im Frühling wie ein verwachsener Brachacker wirkt, im Herbst aber von einigen Blumen bewachsen war. Geradeaus geht es auf den letzten Gipfelanstieg zu, der zwischen Strauchwerk steil und mit Stufen auf der rötlichen Erde “bezwungen” wird (poröses vulkanisches Tuffgestein im Gegensatz zum harten Basalt).

Bunte pannonische Wolfsmilch

Auf dem Gipfelplateau gibt es dann schon wieder etwas Neues, nämlich eine Gedenktafel (wie im Bild), das steinerne Schutzhaus mit seiner Aussichtswarte ist an einem so gewöhnlichen Tag natürlich geschlossen. Aber interessanter ist ohnehin das riesige, aus Holz konstruierte Kreuz mit der Heiligenstatue daneben. Bei einer Natur-Lehrpfad-Tafel würde der direkte Weg zu der am Nordhang weiter unten ragenden Burgruine / Vhar führen, den wir leider (wieder) nicht begehen.

Die überlebensgroße Figur des Sv. Istvan stellt den Nationalheiligen und Patron Ungarns dar, den Heiligen Stephan, der im 11. Jh. die Magyaren einigte und das ungarische Königtum mit der symbolisch so bedeutenden Stephanskrone (diese in Kopie im Budapester Parlament, Original in Wien bei den habsburgischen Herrschaftsinsignien) begründete. Zimperlich waren dieser heilige, die Ungarn zum Christentum bringende  Herrscher sicher nicht (wie ich dem WEB entnehme), denn als die Nachfolge seiner Familie durch Verwandte in Frage gestellt wurde, ließ er diese blenden und ihnen die Ohren mit Blei ausgießen…..

Was soll das bedeuten? Sicher ist es ein wichtiges Symbol....

Wir spazieren nun (statt zur Ruine, auch ein Grund zum Wiederkommen) westlich über die Wiese hinunter, wo sogar schon Kastanien (und der Flieder sowieso blühen) und kommen zum westlichen Bergrand mit einer weiten Aussicht über die Kleine Ungarische Tiefebene. Leichter Dunst verhindert, dass wir etwa den Schneeberg sehen könnten, aber von den südseitigen Aussichtspunkten sind die Vulkangipfel bei Tapolca gut auszunehmen. Die grüne Wiesenfläche und ihre blühende Umrahmung mit Bäumen und Sträuchern ist jedenfalls ein sehr hübscher Eindruck!

Pimpernuss und Kirschen

Der markierte Lehrpfad wendet sich hier links zur Südseite und kommt an einer interessanten Infotafel vorbei. Entsprechend der österreichischen Katasteraufnahme von ca. 1820 wurde in Ungarn um 1870 (nach dem Ausgleich zwischen Österreich & Ungarn, Beginn der K. u. K. Habsburgerherrschaft, Franz Joseph als Kaiser von Österreich und König von Ungarn) eine ebensolche Vermessung durchgeführt. In dieser Karte sind am oberen Bergrand entlang zahlreiche Weinkeller / Pincen mit Namen versehen eingetragen! Die Weinberge sind hier heroben allerdings verschwunden und die Gebäude nur mehr als Steinhaufen erhalten. Interessant ist, dass der Somlo eher kleinbäuerlich bewirtschaftet war, sich aber in der Ebene darunter zwei riesige neue, teilweise unter der Erde verbaute Betriebe befinden (einen davon konnten wir als Brennerei vermuten). Was in der Landwirtschaft unter den Kommunisten als eine Art “Kolchosen” betrieben wurde, scheint sich nach der “Entstaatlichung” und dem Übergang zum kapitalistischen System wieder rückschreitend zu verändern, so wie einst der Adel der ungarischen Magnaten seine Großgrundbesitzungen hatte.

Eine "Puchinger-Pince" gibt es auch neben der Margit-Kapelle!

Nun kommen wir schon in den Nachmittag hinein, und durch den malerischen Hohlweg geht es wieder hinunter zu den Weingärten und zum Rastplatz bei der Margit-Kapelle. Dabei sehen wir sogar eine Smaragdeidechse, die wegen der angenehmen Wärme höchst lebendig und kaum zu fotografieren ist.

Nach ausgiebiger Rast bei mildem Wind und Sonnenschein machen wir uns dann an die Rückfahrt. Leider erwischen wir einen anderen “Zufahrtshohlweg” und versäumen das vorher gesehene Weingut, also geht es ohne zusätzliches Gepäck (unser Auto platzt ohnehin schon aus allen Nähten) an die Heimfahrt. Diesmal Richtung Sopron, aber bei Kophasa nach Deutschkreuz abzweigend und über die Burgenland-Schnellstraße nach Wr. Neustadt und ins schon heimatliche vertraute, mit zahlreichen Radarfallen versehene Triestingtal. Alles gut gegangen, nichts Unangenehmes passiert, und schön war´s!

Beim nachösterlichen Wintereinbruch, der alles frische Grün und alle Blumen mit einer dicken Schneeschicht überdeckt hat, bleibt nur die Flucht zurück in den Frühling, wie wir ihn im März und Anfang April erleben konnten. Dazu passt die Tour vom Palmsonntag, 9. April 2017 bestens – auf den mächtigsten Vulkanberg nördlich des Plattensees im Nationalpark Balaton-Oberland.

Im Bild erhebt er sich, beidseitig vom Seespiegel begrenzt, mit 438 m Höhe über das westliche Drittel des Plattensees. Während die unteren Hänge zwischen Badacsonytördemic im Nordwesten und Badasconytomaj im Südosten fast ausschließlich mit Weinrieden bedeckt sind, ist der von Felswänden gesäumte und oben abgeflachte Gipfelaufbau ein Waldberg. An der Grenze von Wein und Wald, von sanften offenen Hängen und steilem Waldhang, befindet sich im Süden der beliebteste Ausgangspunkt für die Besteigung oder sogar die Überschreitung des Gipfels. Dort stehen das Kisfaludy-haz und das ebenfalls museale Haus der Muse des ungarischen Dichters. Hätte ich diese Sehenswürdigkeiten besser im Gedächtnis gehabt, wäre uns eine kleine Irrfahrt erspart geblieben. Die Erfahrung dazu, als wir von Badacsonytördemic den Anstieg aufspürten, war mir leider nicht mehr bewusst. So fuhren wir von Tapolca nach Badacsonytomaj und zweigten, an der neoromanischen rötlichen Kirche vorbei, auf die Romai-utka ab, die schon auf die Römerzeit zurückgehen soll. Ich kann nur empfehlen und mir für allfällige weitere Besuche merken – diese Straße entlang fahren, eine lange Strecke, vorbei an der auffallenden Anna-Kapelle und einem guten Restaurant im Csarda-Stil. Ja nicht vorzeitig hinauf in das Gewirr der irgendwo in den Weinbergen endenden schmalen Hohlweggassen! Erst beim Wegweiser “Kisfaludy-has” bergwärts abzweigen, die nächsten Parkmöglichkeiten nicht beachten und  bis zu den Waldrändern, auch wenn die Zufahrt immer schmäler wird, denn dort oben wartet ein guter Parkplatz (mit Gebühr, die sich auszahlt).

Unter wir meine ich diesmal nicht nur Anni, Grete und mich, sondern im zweiten Auto die ganze Familie Baumgartner aus Maria Lanzendorf – Veronika, Andreas, Bernie, Astrid und Clemens. Übrigens sind deren männliche Angehörige, egal welchen Alters, ausdauernde BARFUSSWANDERER !

Als Einleitung wird eine Mauer entlang des Stiegenaufganges (solche Strecken sind typisch für den Badascony) begangen, also ein kurzweiliger Beginn. Dann folgt die Lichtung mit dem “Rosa-Stein”, jenem sagenumwobenen Basaltblock, auf dem sich jung oder alt verliebte Paare mit dem Rücken zum See setzen sollen, worauf sie ein Jahr darauf verheiratet sein werden. Für uns eine gute Gelegenheit, endlich einmal Familienfotos zu schießen, bevor es am linken Wanderweg zu den Weingartenrändern mit Blick auf den westlichen Balaton und zum Berg und Burgplatz von Szigliget geht.

Von hier aus hätte man auch die Möglichkeit, rechts weiterzugehen und den Gipfel entlang der roten Markierung zu umrunden, bis die steile Basaltschlucht-Passage des Kökapi (Steintor) zum Plateau hinauf und zum Kisfaludy-Aussichtsturm führt. Wir halten uns aber an den linken Weg, anfangs richtig zum Laufen für die Kinder und dann über eindrucksvolle 460 Stufen der “Flüchtlingsstiege”  auf den Berg. Alle diese Örtlichkeiten sind mit historischen Erinnerungen verbunden und entsprechenden Tafeln ausgestattet.

Über die Stiege kommen wir alle mehr oder minder ins Schnaufen, aber der Tiefblick und die Basalttürme nahe daneben machen den Aufstieg auf jeden Fall spannend, was für die Kinder am wichtigsten ist. Und oben befindet sich ohnehin gleich ein Rastplatz für die schon dringend erwartete Jause!

Dann leitet uns die blaue Markierung am Bergrand rechts entlang,  an schönen Aussichtsplätzen vorbei, bis zum Pseudo-Gipfelpunkt beim Ranolder-Kreuz (einem Gedenkpunkt aus dem 19. Jahrhundert, eigentlicher Gipfel ist der Kisfaludy-kilatu, der 2011/12 errichtete hölzerne EU-Aussichtsturm; paradox – auf riesigen Reklametafeln wirbt Regierungchef Orban gerade für EU STOP….).

Hier steht man auf den Achteck-Platten von riesigen Basaltpfeilern und hat einen wunderbaren Blick über den Plattensee.

Später verläuft der Wanderweg eher im typischen pannonischen Laubwald, beim “Steinhaus” gibt es aber noch einmal ein ebenso schönes Panorama und außerdem ziemlich verlässlich Smaragdeidechsen in den Spalten des alten Steinbaues.

Das ist nun der letzte Blickpunkt, denn bald schlängelt sich der Steig über viele Steinstufen und über eine Basaltkanzel nur mehr im Wald bis zum Rozsa-kö, dem “Heiratsstein”, hinunter. Aus dem urigen Wald mit seinen verstreuten Basaltblöcken geht es dann hinaus zum parkartigen Gelände nahe dem Ausgangspunkt.

Der Rest des Wanderausfluges zum Badacsony verläuft getrennt, denn wir drei wollen schon zurück in die Therme, und den “Baumis” ist die Luft ausgegangen – ein platter Reifen (hoffentlich nicht wegen meiner vorausgegangenen Irrfahrt durch die steinigen Hohlwege). Damit nähert sich unser wirklich lohnender Aufenthalt in Tapolca allmählich dem Ende – noch einmal in die jetzt schon spärlicher frequentierte Therme, Abend- und Frühstücksbuffet viel zu üppig, am letzten Tag schon um 7 Uhr morgens ins Bad, wo wie angekündigt, aber nicht wirklich erwartet alle drei Kinder auftauchen… eine rührige Gesellschaft, die den Bademeister immer etwas in Spannung hält….  wir gehören auch zu euch? Jedenfalls schön und abwechslungsreich war´s auf jeden Fall!

Das Gebiet um den Plattensee hatten wir schon ein paarmal als Urlaubs- und Wanderziel gewählt, hochsommerlich 2000 und 2001, aber auch schon in den 1980er Jahren. Schöne Angebote führten uns im Frühjahr 2009 nach Balatonfüred, und nach Tapolca kamen wir im April 2012 und Oktober 2013. Als Ergebnis der letzten Aufenthalte gab es sogar einen Beitrag im Heft 3 / 2014 des Outdoor-Magazins “Land der Berge”.

„Vulkanwandern“ – ohne Weltreise!

Text und Bilder: Bernhard Baumgartner

Im Nationalpark „Balaton Oberland“ ragen schroffe Basaltklippen aus Weingärten, Laubwäldern und pannonischen Steppenböden – ungewöhnliche Wanderziele über dem schimmernden Plattensee.

Tihany und Basaltberg Hegyestü

Also hatte wir viele nennenswerten Ziel schon besucht und allerlei Naturbesonderheiten im NP Balaton Oberland erkundet. Aber der angekündigte Kurzurlaub von Astrid & Andreas & Bernie & Veronika & Clemens bewog uns doch wieder, im Hotel Pelion Tapolca zu buchen, begleitet von unserer Nachbarin Grete.

Bei der Anreise am Donnerstag 6. April – diesmal über Oberpullendorf und Köszeg auf angenehmer Route – war das Wetter noch sehr gemischt, und wir konnten die beiden ersten Tag voll zum Baden in der Hoteltherme ausnützen.

Das empfehlenswerte Hotel Pelion ****sup zur Erholung und als Ausgangspunkt für viele Touren und Ausflüge

Am Samstag, 8. April, begann sich anscheinend die verkündete Wetterbesserung durchzusetzen, außerdem war die Therme wochenendmäßig stark besucht. Also machten wir uns nach der Mittagszeit zu einer naheliegenden Tour auf: CSOBANC, 376 m hoher tertiärer Vulkankegel mit einer im 13. Jh. angelegten Höhenburg, die im Zug der Niederschlagung ungarischer Aufstände 1709 zerstört wurde.

Csobanc, von der Hangterrasse bei der Donatkapelle (schon auf halber Berghöhe) gesehen

Das Wetter war zwar nicht sehr verlockend, aber immerhin mit etwas Sonne und noch mehr Wolken und vor allem starkem Nordwestwind. Die kurze Zufahrt erfolgt auf der Richtung Plattensee (Badacsonytomaj) führenden Straße bis zum Nachbarort Gyulakeszi, wo neben der Kirche ein Fahrweg zum Bergfuß abzweigt (Parkmöglichkeit, markierter Fahrweg zur Burg = Vhar).

Unsere (schon vom Herbst 2013 bekannte) Route führt aber nicht auf dem Burgweg bergwärts, sondern wir gehen gleich rechts am Bergfuß entlang, an Kelterhäusern vorbei und kurz durch einen Garten hindurch, zu dem von Westen her einmündenden Fahrweg. Die Rieden sind noch völlig kahl, aber daneben blühen Sträucher und Bäume schon recht hübsch, und den Hintergrund bilden der Georgsberg und der spitzigere Gulacs.

Gulacs und Badascony

Der Fahrweg windet sich durch ein Seitental zwischen teilweise gut bewirtschafteten, anderseits verwilderten alten Kulturflächen hinauf und berührt dabei einen Geopunkt mit Basaltblöcken. Dann geht es links wendend an weiteren Kelterhäusern (Kleinhäuser in Weingärten, mitunter samt Keller und selten mit Ausschank) vorbei bis zu einer Kreuzung.

Die Kreuzung markiert eine typisches Steinkreuz mit Marienfigur. Hier könnten wir links am steilen Bergfuß zum Ausgangspunkt zurück gelangen, wir wollen aber den Gipfel komplett ersteigen und überschreiten. Also rechts auf einem flacheren Weg und bei angenehmer Sonnenwärme im Windschatten des Csobanc zur Anhöhe bei der St. Donat-Kapelle. Diese ist dem Weinheiligen Donatus geweiht, daneben befindet sich ein Brunnen, ebenso intakt und hergerichtet wie mehrere Landhäuser entlang der folgenden Wegstrecke.

Da sind mir nun zwei Herbstbilder dazwischen gerutscht! Bei unserer aktuellen Wanderung blühten die Nussbäume, ein eigentümlicher Strauch daneben, und die Aussicht gegen den Plattensee war eigentlich ganz vorzüglich.

Alle diese Bilder von Anni!

Teilweise sogar etwas bergab geht es nun auf dem von Kaptalantoti heraufkommenden Fahrweg neben einzelnen sehr schön gelegenen Häusern am Oreghegy bis zum Waldrand – dort befindet sich die links hinauf weisende blaue Markierung, entlang der wir durch niedrigen Wald und Gebüsch immer steiler und mit einigen Kehren gegen den Gipfel ansteigen.

Hier gibt es blühenden Milchstern, die Breitblättrige Weißwurz und auf den Graslichtungen eine stattliche Wolfsmilch. Sonst ist der Berg anscheinend botanisch recht dürftig, entweder ruderaler Wald oder alter Kulturboden wie auf der bald erreichten Hochfläche. Dort erkennt man an Gruben und Wallformen, dass das Gipfelplateau wohl zur Gänze einst als Schutzraum befestigt war, aber nur mehr einige Mauerreste der Burg sind erhalten und teilweise denkmalschützerisch saniert.

Gedenktafel an die Erstürmung der Burg

Die umfassende Aussicht ändert nichts an den unwirtlichen Wetterverhältnissen, der stürmische Wind treibt uns sozusagen an den Abstieg, wo der Burgweg etwas geschützter verläuft. So kommen ganz gemütliche, aber auch ganz schön “ausgeblasen” wieder zum Auto am westlichen Bergfuß und fahren zurück zum Hotel Pelion in Tapolca, wo schon das warme Thermalwasser und das opulente Abendbuffet auf uns warten (übrigens haben wir zu Dritt an den vier Abenden zwei 1,5 Liter Magnum Rotwein geschafft…).

Nach meinem ersten Waldviertelführer von 1994 (zweite Auflage 1998) folgte 2002 ein neues Waldviertelprojekt in eigentlichem Führerformat und unter Einbeziehung der Wachau (2. Auflage 2005).

Nach dem wegen der ausgiebigen Einleitungen eigentlich ein “Waldviertler Geschichtenbuch” darstellenden ersten Führer traten nun die Wanderrouten in den Vordergrund, und jedesmal (2008 und 2012 erweitert) wurden es mehr Touren!

Eine Tour zwischen Waldviertel und Wachau habe ich in jeder Auflage beibehalten, nachdem ich sie (heute für mich als Extremwanderung erscheinend) für 2002 erwandert hatte: Spitz / Hinterhaus – Jauerling – Mühldorf – Spitzergraben. Angeregt zu dieser Route hat mich vielleicht eine alte Wachauer Touristenkarte und wohl eher die Notwendigkeit, die Runde über den Jauerling zurück nach Spitz zu schließen. Inzwischen hat sich jedoch im Spitzergraben allerhand geändert. 2008 markierte die Winzervereinigung MARIVINO mit orange-grün den Spitzergraben-Höhenweg, und seit 2012 verläuft dort der Wachau-Welterbesteig zwischen Spitz und Mühldorf. Über unsere Begehung (mit neuer Routenbeschreibung) am 25. Oktober 2016 – schon für den neuen Führer “Ausflugserlebnis Wachau” habe ich bereits im Blog berichtet.

Provisorisches Cover des neuen Wachau-Führers

Wie schon bei meinem Beitrag über den Michaelerberg berichtet, ergab sich nun durch die Verschiebung des Wachauer Erscheinungstermines die Möglichkeit, zu den schönen Herbstbildern noch einige neue Aufnahmen aus der frühlingsmäßigen und frühsommerlichen Wachau hinzuzufügen. Aber andere Termine und das Wetter spielten nicht mit, und so war in der Karwoche, genauer gesagt am Karfreitag 14. April, anscheinend die einzige Chance gekommen, die Baumblüte auch noch im Spitzergraben zu erwischen. Zwar bei  wechselhaftem Wetter, aber etwas Sonne bei der Anfahrt durch St. Pölten ermunterte uns, die Fototour doch anzugehen. Mit viel Glück ist diese auch gelungen, noch dazu kam bei den letzten Bildern zwischen Bruckhütte und Hochleiten immer mehr Sonnenlicht ins Spiel. Hier sind nun die Ergebnisse dieses Tages:

Diesmal sind alle Bilder von mir, und vielleicht könnte sogar ein neues Titelbild für den Wachauer Ausflugsführer dabei sein?

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