Mein Reisalpen-Tipp: Über die “Sonnenseite”
30. Oktober 2011 von Bernhard Baumgartner
Begründung für meinen Beitrag sind zuvorderst die überfüllten Parkplätze bei beliebten Touren-Ausgangspunkten. Bei der Heimfahrt von der hübschen Walster-Hubertussee-Schnittlermoos-Wanderung am Samstagnachmittag war rund um den Tirolerkogel etwa schon alles ziemlich “vollgestellt”. Wie es dort heute am Sonntag zugeht, wenn im Tal noch dazu der Nebel hockt und höher oben herrlichster Sonnenschein herrscht, möchte ich mir gar nicht vorstellen! Außerdem führt mein letzter “Unterwegs-Tipp” in “treffpunkt” 5/2011 der Arbeiterkammer NÖ auf die Reisalpe.
Allerdings wird es auf dem Ebenwald, beim Start für die “Normalroute” zum Reisalpenhaus, wohl nicht weniger turbulent zugehen! Peter hat schon – bis zur Kleinzeller Hinteralm – eine überaus interessante Alternativroute als Orientierungswanderung beschrieben.
Mein Wandertipp folgt markierten Wegen, ermöglicht aber eine “Achterschleife” über die Reisalpe bzw. von nahe der Brennalm einen unmittelbaren Zustieg über die südseitigen Gipfelwiesen, wenn der lange Forststraßenmarsch hinüber zur “Kleinen Hinteralm” (= Kleinzeller Hinteralm) vermieden werden soll. Auf jeden Fall geht es über die “Sonnseite” zum konkurrenzlosen Panoramagipfel der Voralpen! Gerade jetzt im Herbst mit der klaren Fernsicht überblickt man die gesamte Bergkette der nordöstlichen Alpen, jenseits der Donauniederung erstreckt sich das Waldviertel, und hinter den Wienerwaldhügeln sind sogar noch die Kleinen Karpaten deutlich zu erkennen.
Im Frühsommer, wenn es noch nicht zu heiß ist, empfiehlt sich der Rumpelbauer-Anstieg (ebenso wie die Markierung von Hohenberg / Furthof durch das Andersbachtal) als “Spurensuche” nach der Göllerrose, der im Karstgebiet und etwa auf der Ucka in Istrien beheimateten Korallen-Pfingstrose. Das Bild mit Anni und Andreas ist an unserem Hochzeitstag, dem 1. Juni, aufgenommen – unser magisches Datum für einen Besuch bei den wilden Pfingstrosen!
Die „Sonnenseite“ der Reisalpe
Anstieg von Innerhalbach als selten begangene Rundtour, für gute Geher sehr lohnend!
Route: Innerhalbach / Kumpfmühle – Rumpelbauer – Kleinzeller Hinteralm – Reisalpe – Brennalm – Rumpel – Schwarzenbachgraben; 16 km, Seehöhe zwischen 540 und 1399 m, Spezialkarte ÖK 74.
Gehzeit: 5 ½ Std.; Einkehrmöglichkeit – Reisalpenhaus (im Herbst so lange geöffnet, bis zu hohe Schneelage die Auffahrt für den Hüttenwirt unmöglich macht; Winterraum als Unterstand vorhanden).
Zufahrt: Über Kleinzell nach Innerhalbach zur Abzweigung der grünen Markierung beim Haus Kumpfmühle (Wegtafel, beschränkte Parkmöglichkeit).
Wanderweg: Vom Güterweg im Schwarzenbachgraben bald rechts abzweigend den Berghang hinauf (mehrfache Querung einer Forststraße), wegen der teils überaus urigen Waldbestände sehr lohnend! Über Bergwiesen mit prächtigem Ausblick auf Schneeberg und Rax zum Gehöft Rumpel (1 Std., direkter Weiterweg entlang der Markierung möglich, Zeitersparnis gegenüber der Runde über die Kleinzeller Hinteralm mehr als 1 Std.). Bei der später folgenden Kreuzung rechts auf unmarkierter Forststraße sehr weitläufig durch den „Alpenwald“ zur Kleinzeller Hinteralm unter dem felsigen Hochstaff (1 ½ Std., Brunnen, nur in der Weidesaison Einkehrmöglichkeit, Einmündung des Weges vom Ebenwald). Nun entlang der blauen Markierung die malerische „Brunnwiese“ hinan und nach einem Waldstück über das steile „Reiterwieserl“ zum Gipfelplateau. Am Gipfelkreuz vorbei mit umfassendem Rundblick zwischen Kalkalpen, Waldviertel und Karpaten zum Reisalpen-Schutzhaus (1 Std., Touristenklub, ab Ostern und vor dem Wintereinbruch zum Wochenende, von Pfingsten bis Ende Oktober durchgehend bewirtschaftet, Nächtigungsmöglichkeit).
Abstieg über die südwestlichen Gipfelwiesen rot markiert Richtung Hohenberg, dabei nahe an die „Reismäuer“ heran (von diesen zerbröckelnden Felsabstürzen hat der Berg seinen Namen – Kluftbildungen im plattigen Gutensteiner Kalk). Nach der zweiten, steileren Wiese (rechts Abzweigung zur Lilienfelder Hinteralm) links haltend zur Brennalm und dort links auf der Forststraße entlang der grünen Markierung zum Rumpelbauern. Nun bleibt man zur Abwechslung auf dem Güterweg, der gegenüber dem felsigen Beilstein durch den Schwarzenbachgraben zum Ausgangspunkt führt(2 Std.).





















































































































































