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Begründung für meinen Beitrag sind zuvorderst die überfüllten Parkplätze bei beliebten Touren-Ausgangspunkten. Bei der Heimfahrt von der hübschen Walster-Hubertussee-Schnittlermoos-Wanderung am Samstagnachmittag war rund um den Tirolerkogel etwa schon alles ziemlich “vollgestellt”. Wie es dort heute am Sonntag zugeht, wenn im Tal noch dazu der Nebel hockt und höher oben herrlichster Sonnenschein herrscht, möchte ich mir gar nicht vorstellen! Außerdem führt mein letzter “Unterwegs-Tipp” in “treffpunkt” 5/2011 der Arbeiterkammer NÖ auf die Reisalpe.

Allerdings wird es auf dem Ebenwald, beim Start für die “Normalroute” zum Reisalpenhaus, wohl nicht weniger turbulent zugehen! Peter hat schon – bis zur Kleinzeller Hinteralm – eine überaus interessante Alternativroute als Orientierungswanderung beschrieben.

Mein Wandertipp folgt markierten Wegen, ermöglicht aber eine “Achterschleife” über die Reisalpe bzw. von nahe der Brennalm einen unmittelbaren Zustieg über die südseitigen Gipfelwiesen, wenn der lange Forststraßenmarsch hinüber zur “Kleinen Hinteralm” (= Kleinzeller Hinteralm) vermieden werden soll. Auf jeden Fall geht es über die “Sonnseite” zum konkurrenzlosen Panoramagipfel der Voralpen! Gerade jetzt im Herbst mit der klaren Fernsicht überblickt man die gesamte Bergkette der nordöstlichen Alpen, jenseits der Donauniederung erstreckt sich das Waldviertel, und hinter den Wienerwaldhügeln sind sogar noch die Kleinen Karpaten deutlich zu erkennen.

Im Frühsommer, wenn es noch nicht zu heiß ist, empfiehlt sich der Rumpelbauer-Anstieg (ebenso wie die Markierung von Hohenberg / Furthof durch das Andersbachtal) als “Spurensuche” nach der Göllerrose, der im Karstgebiet und etwa auf der Ucka in Istrien beheimateten Korallen-Pfingstrose. Das Bild mit Anni und Andreas ist an unserem Hochzeitstag, dem 1. Juni, aufgenommen – unser magisches Datum für einen Besuch bei den wilden Pfingstrosen!

Die „Sonnenseite“ der Reisalpe 

Anstieg von Innerhalbach als selten begangene Rundtour, für gute Geher sehr lohnend!

Route: Innerhalbach / Kumpfmühle – Rumpelbauer – Kleinzeller Hinteralm – Reisalpe – Brennalm – Rumpel – Schwarzenbachgraben; 16 km, Seehöhe zwischen 540 und 1399 m, Spezialkarte ÖK 74.

Gehzeit: 5 ½ Std.; Einkehrmöglichkeit – Reisalpenhaus (im Herbst so lange geöffnet, bis zu hohe Schneelage die Auffahrt für den Hüttenwirt unmöglich macht; Winterraum als Unterstand vorhanden).

Zufahrt: Über Kleinzell nach Innerhalbach zur Abzweigung der grünen Markierung beim Haus Kumpfmühle (Wegtafel, beschränkte Parkmöglichkeit).

Wanderweg: Vom Güterweg im Schwarzenbachgraben bald rechts abzweigend den Berghang hinauf (mehrfache Querung einer Forststraße), wegen der teils überaus urigen Waldbestände sehr lohnend! Über Bergwiesen mit prächtigem Ausblick auf Schneeberg und Rax zum Gehöft Rumpel (1 Std., direkter Weiterweg entlang der Markierung möglich, Zeitersparnis gegenüber der Runde über die Kleinzeller Hinteralm mehr als 1 Std.). Bei der später folgenden Kreuzung rechts auf unmarkierter Forststraße sehr weitläufig durch den „Alpenwald“ zur Kleinzeller Hinteralm unter dem felsigen Hochstaff (1 ½ Std., Brunnen, nur in der Weidesaison Einkehrmöglichkeit, Einmündung des Weges vom Ebenwald). Nun entlang der blauen Markierung die malerische „Brunnwiese“ hinan und nach einem Waldstück über das steile „Reiterwieserl“ zum Gipfelplateau. Am Gipfelkreuz vorbei mit umfassendem Rundblick zwischen Kalkalpen, Waldviertel und Karpaten zum Reisalpen-Schutzhaus (1 Std., Touristenklub, ab Ostern und vor dem Wintereinbruch zum Wochenende, von Pfingsten bis Ende Oktober durchgehend bewirtschaftet, Nächtigungsmöglichkeit).

 

Abstieg über die südwestlichen Gipfelwiesen rot markiert Richtung Hohenberg, dabei nahe an die „Reismäuer“ heran (von diesen zerbröckelnden Felsabstürzen hat der Berg seinen Namen – Kluftbildungen im plattigen Gutensteiner Kalk). Nach der zweiten, steileren Wiese (rechts Abzweigung zur Lilienfelder Hinteralm) links haltend zur Brennalm und dort links auf der Forststraße entlang der grünen Markierung zum Rumpelbauern. Nun bleibt man zur Abwechslung auf dem Güterweg, der gegenüber dem felsigen Beilstein durch den Schwarzenbachgraben zum Ausgangspunkt führt(2 Std.).

Die Apfelfrage

Welcher ist nun der Steirer? Und welche die Dame aus Südtirol?

Vierzehn “goldene Tage” in Südtirol, im Hofmannhof von Irmi und Sepp Pircher in Lana bei Meran – dazu mein neues Headerbild:

Der Künstler Ernst Müller aus Lana zeigte dieses Bild bei seiner Ausstellung im Schloss Katzenzungen in Prissian – Schlern und Rosengarten im Alpenglühen, mit erstem Schnee. Wir genossen dieses Panorama von Jenesien aus, das war aber nur eine von vielen Touren und Naturerlebnissen in diesem “goldenen Herbsturlaub”.

Ein markanter Tag, dieser 7. Oktober 2011: Was wir voriges Jahr erst Ende Oktober erlebten, heute war es auch so weit – Sölkerpass gesperrt und viele andere hochgelegene Passstraßen.

Dabei war es vorgestern Mittwoch noch so warm, dass im Pool baden konnte (soweit vorhanden) oder sich zumindest ohne Hemmungen die pralle Sonne auf den ebensolchen Bauch hat scheinen lassen.

Gestern Donnerstag vormittags ein intensiverer Hauch von Herbst, mit kühlerem Lüftchen und Schleierwolken – dazu das vertraute Düftchen, wenn die Bauern ringsherum noch schnell die Gülle ausführen, bevor der Regen kommt.

^Herbstzeitlose, fast schon verblüht!

Am Vorabend ein klarer Himmel, dass man kaum glauben konnte, irgendwas könnte ihn trüben schon in der nächsten Nacht.

^ Blüte einer gärtnerischen Herbstzeitlose – Colchis

Ein paar Stunden später – Windböen werfen Blumenstöcke um, die Temperatur rasselt von über 20 Grad auf (heute vormittag) 5 Grad, immerhin noch im Plus. Die Kaltfront ist  da, wie sie sich gestern schon in den Wetterkarten gezeigt hat – wie ein Wasserfall wirft sich die polare Kaltluft über die Nordsee herein nach Mitteleuropa und gegen die Alpen, wo es bereits weit herunterschneit.

^ Safranblüte (Crocus sativus)

Im Garten hätten gerade die Safranblüten ihre roten Narbenfäden herausgestreckt, und die Herrenpilze – kernig und ohne Maden wie sonst in sommerlicheren Zeiten – finden es jetzt gerade so richtig zünftig, ihre Hüte aus dem Boden zu strecken.

Nichts da, der Herbst ist endgültig da, hat sich heuer ohnehin lang Zeit gelassen und uns Tage geschenkt, die schöner nicht sein konnten…

Asperl

Die Asperl werden erst in einem Monat geerntet!

Zu meinem wie im Land der Berge gestalteten Wandervorschlag (im meinem Blog > Suche: Chlum) bringe ich diesmal mit noch mehr Bildern unser Wandererlebnis:

Teichwanderung rund um Chlum bei Wittingau/Trebon

 

 

Zeitpunkt der Tour noch beim herrlichen Sommerwetter Mitte Juli, bevor der “Sommerherbst” hereingebrochen ist. Beim Kuraufenthalt gibt es sonntags natürlich kein Programm, und so heißt es nur, sich vom Mittagessen abzumelden (mit der Böhmischen Küche am Ausflugsziel hatten wir leider keine gute Wahl getroffen…). Und schon ging es los, ohne Lastautoverkehr über Schrems und den großen Grenzübergang Richtung Chlumetz oder Chlum u Trebone, wie es in Tschechien heißt.

Diese Gegend westlich von Litschau, von dort über den kleinen Grenzübergang Schlag sogar mit dem Auto erreichbar, gehört schon zum Südböhmischen Teichgebiet. Unter den Rosenbergern, den im späten Mittelalter hier herrschenden Adeligen, wurde die Teichwirtschaft mit Fischzucht intensiviert. Die Mulden dieser sanft welligen Landschaft wurde mittels der kleinen Zuflüsse in weitläufige Seen verwandelt, eine künstliche Natur, die aber längst wie ursprünglich wirkt. Dazu muss man sich allerdings die vielen Dämme wegdenken, aber gerade auf diesen verlaufen ja die schönsten Wanderstrecken.

Die hochgelegene Barockkirche von Chlum ist auch ein bis nach Österreich reichendes beliebtes Wallfahrtsziel. Wir nahmen sie als Start und Ziel unserer Tour, und daher ging es gleich anfangs bergab, am sehenswerten Schloss mit seinen Gartenanlagen vorbei, zum Ufer des “Heytman”, wie der fjordartig in die Hügel eingesenkte Teich heißt. Dieser ist wie der folgende Stankauer Teich auch ein beliebtes Freizeitgelände. Als die Tschechen in der kommunistischen Zeit noch nicht ins westliche Ausland reisen durften (also waren Jugoslawien und Ungarn dementsprechend beliebt), tauften sie ihre Feriensitze hier mit Wunschnamen – Amerika, Texas, Kanada zum Beispiel. Ein großes Campinggelände zwingt die Route von der Uferpromenade auf die Landstraße, doch kaum ist die Dammüberbrückung eines Seitenarmes überquert, geht es schon rechts ab wieder auf einen weniger belebten Fahrweg. Wir “verkoffern” uns etwas, und plötzlich stehen wir am Grenzübergang Richtung Schlag, einem beliebten Radweg. Von der Kreuzung mit ihren Infotafeln und keinerlei Resten der einstigen Grenzhindernisse zweigen beiderseits Wege ab, die aber nicht zum Wandern dienen, sondern der eigentliche “Grenzweg” sind. Die beste aller Markierungen entlang – so werden die Grenzsteine auch im Gratzenerland etwa bei Buchers bezeichnet – geht es hier endlos weit durch die Wälder.

Wir müssen ein Stück zurück und der Karte nach eine unmarkierte Forststraße verfolgen, die bei einer bald folgenden Verzweigung links den Chlumetzer Wald durchquert. Entgegenkommende Radfahrer bestätigen uns die Richtigkeit des Weges, was auf Englisch und mit Zeichensprache gut gelingt. Nach gar nicht so langem Dahinwandern durch dichte Wälder geht es links auf eine malerischen Damm zwischen dem Teich Spackov und dem endlos lang gestreckten Stankauer Teich. Diese ist bei der Ortschaft Stankov touristisch intensiv genützt, verläuft dann aber als schmaler Waldfjord fast bis zur nördlichsten Spitze Österreichs in Rottal.

In Stankau / Stankov ist Mittagszeit, alle Gaststätten dicht belagert – wir begehen einen logischen Missgriff, statt ins “gewöhnliche” Gasthaus oder ins Fischrestaurant (diese sicher privat geführt), setzen wir uns in den Gastgarten beim Hotel Ceska Canada (eher ein offiziell, das heißt früher staatlich geführtes Lokal). Enttäuscht von der hier gar nicht ansprechenden Böhmischen Küche (ausgenommen das Bier, einen derartigen Fettpatzen von Schweinsbraten haben wir noch nie erlebt…) machen wir uns dann wieder auf den Weg.

Von nun an ist die Route bestens, wie bei unseren Nachbarn gewöhnt, mit Markierungen versehen. Teilweise auf spärlich befahrenen Asphaltsträsschen, dann wieder auf Sandfahrwegen geht es nhc “Texas” und über heideartiges Gelände weiter zum nächsten Dorf. Dieses heißt Lutova, früher Luttau, hat eine hoch gelegene Kirche, einen großen Dorfteich und ein biederes Wirtshaus. Die Jause dort war gut, der Kaffee auch, die Hinterhof-Infrastruktur abenteuerlich, die kochende Wirtin nur Tschechisch sprechend, dafür am Stammtisch der “Pascha” (Wirt?) souverän böhmackelnd alles organisierend! Die Infotafeln, zahlreich wie die Markierungen, aber leider nur in Englisch (es kommen ja als Ausländer vor allem Nicht-Deutsch-sprechende Touristen hierher, oder???).

Hier kann man sich aussuchen, ob man der gelben Markierung nach die große Teichrunde angeht, oder auf der schmalen Asphaltstraße südwärts zum Kreuzungspunkt der Routen bei “Kanclir” geht. Die kürzere Strecke ist auch nicht viel befahren, und so gewaltige Baumriesen wie am Teich Stary Kanzlir entlang haben wir noch nie gesehen! Die gelbe Markierung führt über Heidegelände weiter westwärts zur Ortlichkeit “Basta”, dreht dort nach Südwesten und stößt  bei einer Kreuzung auf die anschließende rote Markierung. Diese Stelle heißt “Stary Hospodar rybnik” und ist  mit einer entsprechenden Markierungstafel versehen.

Nun wendet sich die große Runde zurück Richtung Chlum, aber bis dorthin ist es noch weit und ein einmaliges Naturerlebnis. Die Wege, eigentlich Forststraßen mit viel Radfahrerverkehr am Wochenende, ziehen meist ein Teichufer entlang, begleitet von vielen uralten Bäumen und unterbrochen von malerischen Ausblicken. Erst zuletzt geht es an einem Forsthaus vorbei durch eintönigeren, aber vom Baumwuchs her prachtvollen Wald bis zur Kreuzung mit der abkürzenden Seitenstraße bei “Kanzlir”.

Vom Rest der Tour ist dann nicht mehr viel zu berichten – rot markiert geht es durch Waldgelände und über Wiesenhügel zurück nach Chlum, abzweigend von der aus Lutova kommenden Straße zum Parkplatz auf dem Kirchhügel. Bei der Rückfahrt wunderten wir uns über die Kolonnen der am Straßenrand abgestellten Autos – waren es Schwammerlsucher oder Heidelbeerenpflücker? Nichts da – bei dem heißen Sommerwetter lauter Badegäste an den in den Wäldern entlang der Hauptstraße verstreuten Teichen.

Abgesehen vom Hejtman und dem Stankauer Teich am Beginn unserer Runde, erlebten wir aber nur Fischteiche und teilweise unter Naturschutz stehende Wasser- und Waldflächen. Information dazu fanden wir auf Deutsch bei der Chlumetzer Kirche und ebenfalls für uns verständlich auf einer Infotafel, an deren Standort ich mich nicht mehr erinnere – die  Region Trebon wurde demnach 1977 zu einem Biosphären-Reservat der UNESKO erklärt, dieses Landschaftsschutzgebiet umfasst immerhin 700 Quadratkilometer und weist so seltene Arten auf wie den Seeadler oder die bei uns in Österreich (am Kuhschellenberg in der Gmünder Blockheide) schon längst ausgerottete Frühlings-Küchenschelle. Also Anreiz genug, dieses interessante Gebiet wieder einmal und vielleicht zu einer anderen Jahreszeit aufzusuchen – im späten Herbst kann man übrigens dort sicher auch das Abfischen der Teiche erleben.

Von Gurk nach Friesach

 

 

Die Route

Zwar ist die Südbahn für die Rückfahrt nach Unzmarkt mittels Bus von Gurk zu erreichen, aber den würdigen Abschluss dieser großen Pilgerwanderung bildet doch der Weiterweg nach Friesach – diese historische Stadt sollte man unbedingt besuchen! Zuerst geht man auf dem Radweg entlang der Bundesstraße und kommt links hinauf nach Lieding (Margarethenkirche, romanisches Portal mit Tympanonrelief, Krypta, Glasgemälde des 14. Jh.s) und wieder absteigend nach Straßburg (645 m, 1 Std.). Dort von der Stadtpfarrkirche an der Loretto-Kapelle vorbei Aufstieg zur großartig renovierten ehemaligen Bischofsburg. Vom jenseitigen Sattel (Parkplatz der Zufahrtsstraße) rechts weiter ins Tal hinab Anschluss zur Hemmaweg-Markierung. Diese quert weiter in den Wildbachgraben (Fischteiche und Naturschutzgebiet), dann über einen Waldrücken hinauf ins freiere Gelände zur Buschenschenke Spendler (vulgo Wiesner). Auf Güterwegen weiter aufwärts, am Gasthof Panoramablick (vulgo Ofner) vorbei, kann in Höllein auf einem Seitenweg nahe dem Gehöft Fasch die Filialkirche hl. Leonhard besucht werden (1036 m, 3 ½ Std.; romanischer Bau, von Eisenkette umschlossen). Nun ist die Berghöhe fast schon erreicht, beim Pirkerkreuz rechts abzweigend geht es dann am Pirkerkogel vorbei und über einen Waldrücken weiter. Später links hinab und nach Bewältigung von 600 m Höhenunterschied ins Zentrum von Friesach (634 m, 5 ½ Std. von Straßburg).

Das Wandererlebnis

Für den Abschnitt von Gurk bis Friesach sollte ein zusätzlicher Tag eingeplant werden – vielleicht nach Nächtigung in Gurk am nächsten Tag die Dombesichtigung und Weiterweg bis Straßburg, denn bis dorthin gibt es noch viel zu sehen, samt Besuch der ehemaligen Bischofsburg. Gleich bei der Pfarrkirche im Ort befindet sich die Tourismusinformation, die sicher ein Quartier schnell vermitteln kann.

Die Hemmaweg-Markierung führt von Straßburg direkt weiter (nicht wie in meiner Route vorgeschlagen über die Burg), und wie in meiner Beschreibung (allerdings nicht so dicht markiert wie sonst üblich) den langen und hohen Weg hinauf zum Gasthof Panoramablick (Gehöft Ofner). Über die Leonhardkirche in Höllein habe ich schon im Blog berichtet (> Suche: St. Leonhard in Höllein). Diese aufzusuchen, ist eher kurios als kunsthistorisch wesentlich – aber es sind nur wenige so einsame und mystische Orte selbst in Kärnten zu finden, wie ich halt mit meiner romantischen Ader verspüre!

Höllein

Jetzt kommt es auf die Jahreszeit an: Im Herbst und Frühjahr bietet der Seitenweg zur Leonhardkirche sicher kein Problem (gleich nach dem Ofner rechts über die Wiesen leicht bergab, zu einer Jungfichtengruppe im seichten Graben und jenseits bald zu einem deutlichen, die Hänge querenden Weg). Am besten man kehrt im Gasthaus ein und lässt sich dort den Weg zeigen. Anders sind die Verhältnisse von Juni bis August, denn die zu querenden Wiesenhänge (im Mai noch Krokusblüte und ganzjährig herrliche Aussicht!) werden zu dieser Zeit als Alm benützt. Und wieweit das Weidevieh die Begehung behindert, weiß ich (leider oder zum Glück) nicht aus eigener Erfahrung…

Bleibt man nach dem Ofner auf dem (etwas spärlich) markierten Original-Hemmaweg, wie er im Text des Hemmaweg-Führers richtig und in der Karte falsch dargestellt wird, geht es oberhalb von St. Leonhard durch die Wälder vorbei. So gelangt man auf dem Bergrücken zu einer großen Wiesenlichtung mit dem Pirkerkreuz (hier führt rechts ein Forstweg bis zur Leonhardkirche, auf dem man vom Ofner her kommend wieder den Hemmaweg erreicht).

Ebenso Ausdauer erfordernd wie der Aufstieg von Straßburg ist dann der Weg talwärts bis Friesach. Diese “Mittelalterstadt” wird sozusagen “vom Himmel her” erreicht und bietet jedenfalls ein hervorragendes historisches Erlebnis. Deshalb den Urlaub noch strecken – alle Sehenswürdigkeit in Ruhe besichtigen, die reizvolle Stimmung der Stadt genießen und dann überlegen: Mit der Südbahn geht es schnurstracks zurück nach Unzmarkt.

Wer aber noch Energie zum Marschieren und Erleben hätte, könnte auf dem Hemmaweg weiterwandern bis Maria Waitschach, der berühmten gotischen Wallfahrtskirche hoch über dem bekannten Hüttenberg (Montanmuseum, Harrer-Tibet-Museum usw.). Von Maria Waitschach (oder auch von Hüttenberg möglich) schließt dann die “Judenburger Wallfahrt” an – in zwei Tagen über die Seetaler Alpen und den Zirbitzkogel nach Judenburg, ebenfalls an der Südbahn gelegen… aber das ist, wie es so üblicherweise heißt, schon eine andere Geschichte!

Aus allen Richtungen und von weit her ziehen Pilger nach Gurk, wo die Schutzpatronin Kärntens, die hl. Hemma, verehrt wird. Diesen „Hemmawegen“ nachzufolgen – zu Fuß als Wallfahrer oder bei einem Kunstausflug – vermittelt mehr als nur ein Erlebnis der geschichtsträchtigen Landschaft im südlichsten Bundesland Österreichs.

Der Gegensatz könnte nicht größer sein – ein behäbiges, von Wäldern umgrenztes Tal in den Gurktaler Alpen und in dessen Mitte ein Bauwerk, das einer Weltstadt würdig wäre, der Dom von Gurk. Zwar wurde dieses von der Romanik an alle Epochen vereinende Gotteshaus erst 1855 für die „Kunstwelt“ entdeckt. Jedoch reicht die im Volksglauben tief verwurzelte Kultstätte bis in die keltisch-römische Vergangenheit zurück.

Hemma-Kloster und Bischofssitz

Das von Forst- und Holzwirtschaft geprägte Gurktal mit seinen idyllischen Bergbauernfluren erlangte bereits im frühen Mittelalter durch vielfältigen Bergbau eine ungleich größere Bedeutung als heute. Von ihren Vorfahren und ihrem Gatten Graf Wilhelm von Friesach her, verfügte Hemma von Gurk in dieser durchaus nicht ärmlichen Gegend über große Besitzungen, die bis in die Obersteiermark und nach Slowenien reichten. Zur Witwe geworden, galt sie als eine der reichsten Frauen des Landes, widmete sich aber nur mehr christlichen und sozialen Vorhaben. So begründete sie in Gurk 1043 ein Nonnenkloster, das allerdings keinen langen Bestand hatte. Denn 1072 war von der Erzdiözese Salzburg aus das Bistum Gurk begründet worden, das nun über Hemmas Erbe verfügte.

Obwohl der Bischofssitz bald zur nahen Straßburg verlegt wurde, entstand schon unter den ersten Gurker Bischöfen der im Lauf des 13. Jahrhunderts fertiggestellte Dom. Hemma als dessen Gründerin – das war ein gewichtiges Argument im Kampf des jungen Bistums um weitere Unabhängigkeit von Salzburg. Seit 1174 befindet sich das Grabmal Hemmas in der Krypta des Domes, was nach damaligem Brauch einer Seligsprechung gleichkam. Bereits seit Jahrhunderten wie eine Heilige verehrt, erfolgte die Heiligsprechung Hemmas erst 1938. Papst Johannes Paul II. besuchte 50 Jahre später ihre Grabstätte, und 70 000 Gläubige nahmen damals an der Messe der „Dreiländerwallfahrt“ teil. Ein Zeichen dafür, dass sich die Verehrung der hl. Hemma weit über die Grenzen Kärntens hinaus erstreckt.

Gurk als traditionelles Wallfahrtsziel

Seit 1788 ist Klagenfurt Mittelpunkt der unter Kaiser Joseph II. vergrößerten Kärntner Diözese. Trotzdem blieb die Anziehungskraft von Gurk weiterhin bestehen, für Kunstfreunde ebenso wie für Pilger, die hier am 27. Juni das Hochfest der Heiligen begehen. Ziel der bereits 1327 nachweisbaren Hemma-Wallfahrt ist allerdings nicht der Gurker Dom selbst, sondern die Pilger steigen in das Dämmerlicht der von 100 Marmorsäulen gestützten Hallenkrypta hinab. Hier erflehen sie am Grabmal der volkstümlichen Landesmutter vor allem Hilfe bei Krankheiten, bitten um Kindersegen und eine leichte Geburt. Einstmals krochen die Frauen dazu durch den Spalt unter dem Steinsarg, der von urtümlichen „Trageköpfen“ in die Höhe gehaltenen wird. Ein deutlicher Hinweis auf einen archaischen Fruchtbarkeitskult, dem die Wallfahrt auch ihren historischen Aufschwung verdankt. Denn als die Bewohner Krains, dem Heimatland von Hemmas Gemahl Wilhelm, die ihr schuldige Verehrung verweigerten, gab es dort nur mehr Missernten. Erst die seit 1609 abgehaltenen „Krainer Wallfahrten“ sorgten wieder für reichliche Ernten. In der Krypta befindet sich auch der früher vor dem Dom aufgestellte „Hemma-Stein“. Auf diesem sitzend überwachte die Heilige den Bau des Domes, wie eine der vielen Hemma-Legenden erzählt. Die Wallfahrer setzten sich auf diesen wohl in keltische Vergangenheit zurück weisenden Kultstein, weil die dabei gedachten Wünsche in Erfüllung gehen sollten.

„Hemmawege“ als spirituelle Weitwanderungen

Das Pilgern zu heiligen Orten ist wie in der Tradition vieler Religionen auch im Christentum tief verankert. Nach der Stagnation um die Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte das „Wallfahrten“ – wie der volkstümliche Ausdruck heißt – in den letzten Jahrzehnten einen plötzlich einsetzenden und sich immer mehr verstärkenden Aufschwung. Jakobswege und Mariazellerwege werden förmlich „überlaufen“ und sind in das offizielle Netz der Weitwanderrouten eingebunden. Die Pilgerwege zum Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela erklärte der Europarat 1987 sogar zu „europäischen Kulturrouten“. Interreg-Projekte der Europäischen Union ließen aber auch in Österreich Pilgerwege entstehen, wobei alte Traditionen wiederbelebt oder sogar neue Routen geschaffen wurden. So entstanden etwa in Niederösterreich der „Jakobsweg Weinviertel“, in der Steiermark die Wege „Auf den Spuren der Wallfahrer“ und seit 2004 in Kärnten die Hemma-Pilgerwege.

Textnachweis: Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung meines Artikels “Unterwegs im Hemmaland”, erschienen im Granatapfel-Jahrbuch 2012.

Von Metnitz nach Gurk

 

 

Die Routenbeschreibung

Der Hemmaweg führt kurz in den unterhalb des Ortes abzweigenden Vellachgraben hinein und quert dann durch die Waldhänge Richtung Grades direkt zur Wallfahrtskirche (Kirchenschlüssel im bewohnten „Mesnerhaus“). Man kann jedoch auch auf der asphaltierten Seitenstraße über Maria Höfl (Wallfahrtskirche) in den Ort Grades gehen, um dort (Info beim Pfarrhof neben der St. Andreas-Pfarrkirche, Tel. 04267/258) den Schlüssel für die über den Kirchweg erreichbare Wallfahrtskirche St. Wolfgang mitzunehmen (913 m, 1 Std.). Diese gewaltige spätgotische Wehrkirche sollte man unbedingt auch von innen besichtigen (Chorraum mit Netzrippen und Rankenverzierung, Flügelaltar mit hl. Wolfgang, oberhalb der Kirche ein moderner „Heilbrunnen“)! Die Weihe dieser neu gestalteten, aber sicher uralten “Hemmaquelle” erfolgte am 17. Juli 2011.

Kirchenburg St. Wolfgang in Grade

Für den Weiterweg geht man in der Ortschaft Grades vor dem Pfarrhof rechts und dann links abzweigend weiter (gleich auf dem Fahrweg mit Rad-Route bleiben, in den die Hemmaweg-Markierung später einmündet). Danach Abstieg ins Feistritztal, auf der Straße Richtung Straßburg rechts und bei der folgenden Kreuzung links bergan bis zur vierten Straßenkehre, dann abseits der Straße bis zur Sattelhöhe von Prekowa (1174 m, 2 Std., Gasthof Kornberger, Nächtigungsmöglichkeit, Tel. 04267/528-4). Nun geht es vorwiegend bergab, zuerst durch die Wälder bis zu den Bergbauernfluren von Schneßnitz mit herrlichem Blick gegen die Karawanken und Julischen Alpen. Nach Querung der Höhenstraße von Hof zu Hof bis zum Trübnikreuz und auf Güterweg nach St. Peter (938 m) mit seinem in die Romanik zurück reichenden Kirchlein. Bei der folgenden Straßenkreuzung (links nach Straßburg) geradeaus über die Waldhöhe weiter und auf Sandstraße in einigen Bögen bergab nach Gurk zu dem mit seinen Türmen schon weithin sichtbaren Gurker Dom (664 m, 3 Std.; Nächtigung – Gasthof Kronenwirt, Tel. 04266/8237, Jugend- und Pilgergästehaus St. Hemma, Tel. 04266/8236).

Aktuelle Nachträge

Anmeldung zur Besichtigung der Wolfgangkirche – am besten telefonisch im “Mesnerhaus” schon am Vortag versuchen – 0664/231 19 56. Selbstverständlich muss man sich dann zeitmäßig danach richten, wann jemand dort anwesend ist! Laut Auskunft des Pfarramtes (siehe oben) kann man sich für eine Kirchenführung unter Tel. 0680/244 57 97 anmelden. Wenn das nicht gelingt, steht man vor der versperrten Kirchenburg!

Das Kunsterlebnis

Waren schon das Stift St. Lambrecht und Metnitz sehr eindrucksvoll (nicht zu unterschätzen die Pfarrkirche in Grades), wird das alles überstrahlt von der Wallfahrtskirche St. Wolfgang in Grades. Inmitten der von einer Ringmauer umschlossenen Kirchenburg ragt riesenhaft der gotische Bau, über den ich vor allem mit den Bildern berichten möchte. Ganz reizend ist das von einer jungen Familie bewohnte Mesnerhaus, eingebaut in die Burgmauer, und wo einst wohl der Friedhof zwischen Kirche und Mauerring bestand, zeigen Spielsachen und Gartengeräte vom aktuellen Leben. Im Durchgang unter dem Turm hängen die Glockenseile herab… Die sicher uralte Kultquelle oberhalb der Kirche, mit Wegen erschlossen und neu gefasst, wurde erst im heurigen Sommer geweiht. Auch das zeigt, dass die Wolfgangkirche in Grades voll Leben ist und man nicht einmal auf den Gedanken an einen musealen Charakter kommt.

Feistritz bei Grades

Das Wandererlebnis

Wenn der Termin für den Besuch der Wolfgangkirche schon relativ früh ist (wie bei den “Waldis”), geht man schneller auf der Seitenstraße nach Grades. Außerdem kommt man dort an der (verschlossenen) gotischen Wallfahrtskirche Maria Höfl vorbei und hat einen malerischen Rückblick auf Metnitz mit dem massigen Hirschenstein im Hintergrund. Natürlich ist der Waldweg auf der Hemmaroute auch sehr lohnend!

Eine Variante Richtung Prekowa konnten wir leider nicht ausprobieren: Von der Wolfgangkirche führt eine asphaltierte Bergstraße hinauf zum Kirchdorf Feistritz (weithin sichtbare interessante gotische Kirche und Karner). Allerdings muss man auch von dort hinab ins Tal, und ob man auf Waldwegen direkt hinauf zur Prekowa gehen kann, ist zwar aus der ÖK wahrscheinlich, aber weil nicht ausprobiert, auch nicht von mir beschrieben.

Südalpenblick von der Prekowa

Die ganze Tour von der Passhöhe beim Gasthaus Prekowa bis Gurk zieht sich noch beachtlich in die Länge. Aber die Bergbauernlandschaft mit dem überwältigenden Blick auf die Südalpen entschädigt für alle Mühe! Übrigens soll laut “Waldis” (von uns leider auch nicht ausprobiert) der Kirchenschlüssel von St. Peter noch größer sein als jener der Wolfgangkirche – obwohl Wolfgang Wald sicher eine Präferenz zu letzterer haben könnte.

Für Gurk wird wohl an diesem Wandertag nur mehr die “Regenerationszeit” übrig bleiben. Daher die Besichtigung des Domes erst für den nächsten Tag einplanen und nicht gleich als Ziel Friesach anpeilen. Mehr darüber jedoch bei der 4. Etappe! Bilder vom Gurker Dom in einem eigenen Beitrag!

Pilgerziel Gurk

Von St. Lambrecht nach Metnitz

 

Die Routenbeschreibung

Von der südlichen Lambrechter Vorstadt geht es durch den Auerlinggraben hinein in die Metnitzer Berge mit dem östlich davon aufsteigenden Gipfel der Grebenzen. Nach 5 km auf Asphalt kommt man auf Sandstraße an dem rechts abseits gelegenen Auerlingsee vorbei und gelangt über den Sattel an der Kärntner Landesgrenze (1350 m) zu einer Kreuzung. Hier links und in weitem Bogen hinab in das Gwerzbachtal, wo es auf Asphalt hinaus nach Ingolsthal geht (819 m, 4 Std., Pfarrkirche zum hl. Gotthard, Gasthof Pilgerrast-Gatterer).

St. Gotthard-Kirche in Ingolsthal

Kurz taleinwärts und links abzweigend, ist beim Gehöft Perzl vorbei ein Anstieg von 350 Höhenmetern zu bewältigen. Von der Berghöhe gelangt man über die mit Bauernhöfen besiedelten Berghänge von Klachl überwiegend auf Güterwegen hinab ins Tal und direkt hinauf in das am Sonnenhang gelegene Metnitz (851 m, 2 Std., Nächtigung, Info – Tourismusbüro Oberes Metnitztal, Tel. 04267/711; kunsthistorisch bedeutende Pfarrkirche St. Leonhard, als Salzburger Urpfarre 1331 an das Bistum Gurk gelangt, besonders berühmt ist der gotische Karner mit „Totentanzfresken“ – Original im Museum am Pfarrplatz).

Vor Ingolsthal

Das Wandererlebnis

Abgesehen von der kleinen Seitenrunde beim Auerlingsee gibt es von St. Lambrecht bis Ingolsthal nur einen Straßenmarsch, über die hohe Berghöhe zum Glück nicht auf Asphalt! Ganz anders der folgende Übergang nach Metnitz – ein Stück führt sogar einen alten Römerweg entlang. Sobald aber der steile Waldkamm bezwungen ist, folgt in der “Klachl” genannten Gegend eine wunderschöne, südseitige Bergbauernlandschaft. Ganz hinab ins Tal zum Metnitzbach, zum Schluss noch ein Stückchen hinauf in die auch am Hang gelegene Ortschaft mit der markanten Kirche und dem wegen seines Totentanzfreskos so berühmten Karner.

Karner in Metnitz

Insgesamt auch eine gute Tagesleistung, Übernachtung gleich im Gasthaus neben der Kirche. Anderntags folgt der kunsthistorische Höhepunkt – halt, nicht vergessen, die Kirchenbesichtigung in Grade zu organisieren (aktuellste Telefonnummern im Naturfreund, beim Abfassen des Artikels mit dem freundlichen Pfarrherrn in Grades abgeklärt).

Totentanzfresko

Gut ausschlafen und nicht zu spät aufstehen, denn sonst wird´s knapp am dritten Tag, und dieser ist bekanntlich ein kritischer Moment beim Urlauben und besonders beim Wandern…

Nach dem Vorstellen der 1. Etappe meines Steirisch-kärntnerischen Hemmaweges folgt nun unser persönliches Wandererlebnis:

Reizvoll Zu- und Rückfahrt dieser Tour – mit der modernen “Pimperlbahn” von Unzmarkt nach Murau, mit der südlichen Hauptbahn von Friesach über den Neumarkter Sattel (eine weite Senke zwischen den Seetaler Alpen und dem Grebenzenmassiv, per Auto fährt man meist über den Perchauer Sattel) zurück nach Unzmarkt.

In Murau sollte man nicht gleich nach Eintreffen losmarschieren! Denn diese historische Stadt mit ihren vielen interessanten Bauwerken lohnt eine Aufenthalt. Nach dem erfüllenden Genuss des berühmten Murauer Biers sollte man auch besser noch eine Nacht dort genießen… Zum Startschuss (ein bisschen Adrenalin für die erwachenden Wanderer) gibt es einen Blick in die hier wie ein Wildbach daherströmende Mur und auf die fischköpfige Nymphe! Dafür ist gleich nach der Bahnübersetzung nahe dem Bahnhof die Markierung miserabel (wie auch später noch, ganz untypisch für die Hemmawege) – zum Glück gibt es den Mur-Radweg!

Bei der alten Kapelle beim Haus “Wirt am Stein” (zum Glück hineingeschaut) ist dann die Route schon deutlicher, vorbei an der Jausenstation beim stattlichen Joslbauernhof, noch ein Tratscherl mit der frisch zugezogenen Jungbäuerin danach. Immer in weiten Kehren (mit Hemmazeichen) den weitläufigen Berg hinauf, und immer noch Asphalt und ohne die längst aufgelassenen Abkürzungswege. Dafür wird die Aussicht immer prächtiger – über Murau hinweg auf die Niederen Tauern.

Beim letzten Hof, dem schon über Sandweg erreichten Grillschmied, das nächste Routenproblem (nach den vergeblich gesuchten Abkürzungen der fb-Karte…) – die ÖK zeigt noch eine Forststraßenschleife, die lokale Markierung vom Gehöft geradeaus beim Zaun hinauf. Wir stellen dann fest, am besten den Zaun entlang hinaufgehen, an der rechten Wiesenseite, dann folgt oben am Waldrand erst oder schon die nächste rote Markierung. Die weist uns jetzt verlässlich samt den Hemmawegzeichen, mehrere Forststraßen querend, hinauf zur Propster Alm.

Lärchengold und erster Schnee – ein paar Tage davor, am 18. Oktober 2010, hat es ausgiebig geschneit (Sölkerpass bis ins Frühjahr gesperrt). Schön weiß die Frauenalpe gegenüber, zum Glück schon wieder so weit ausgeapert, dass wir den Wegspuren rechts haltend über die Almböden zum hohen Sattel am Thaler Eck gut folgen können.

Abstieg zuerst auf breiten Forststraßen, dann die im vorigen Artikel schon genannten Probleme, auch im Bild zu sehen. Wo dann die Route trotz vieler Kreuzungen wieder eindeutig wird, vor dem Gehöft Feichtner, ist dann noch eine Markierungs-Falle zu überwinden! Der Wegweiser in der Güterweg-Kehre ist nur vom Tal aufsteigend sichtbar, in der Gehrichtung von Zweigen ganz versteckt… Aber wie meinte ein Forstmann ganz hoch oben, wo es noch richtig wild zuging? “Obi kummst überoll!!!” Na bravo, aber rechts in das ganz aus der Richtung liegende Lassnitztal mit ein paar Kilometer Straßenmarsch, links haltend mit zwei Stunden Umweg bis zum endlich auftauchenden Ziel.

St. Lambrecht ist ein gar nicht so unbedeutender Ort. In der Gegend befinden sich die Werke von Dynamit-Nobel, merkt man aber eher nicht, denn das Benediktinerstift dominiert. Eine ausführliche Besichtigung wert! Nächtigen kann man pilgermäßig im Kloster, oder ganz feudal und entsprechend preismäßig im Austria-Trend-Hotel (weil immer wieder beim empfehlenswerten Hofer-Reisen im Angebot, vielleicht doch nicht so voll ausgelastet, jedenfalls auch einmal zu buchen…) oder im Gasthaus Lederer – trotz Ruhetag und Mittagszeit vorbei, hat uns die freundliche Wirtin bestens versorgt. Übrigens auch die “Waldis” bei ihrer Tour im heurigen August.

Der erste Tag war zwar stellenweise etwas abenteuerlich, aber morgen geht´s weiter, gleich einmal mit einem ordentlichen und unproblematischen Straßenmarsch. Im Oktober bei dem schönen Wetter, das dem Neuschneefall gefolgt ist (könnte auch heuer bald so sein), wirklich kein Hatscher…

Jetzt ist alles ausgeschöpft von der 1. Etappe, und bald folgt der nächste Streich! Ja, nicht zu vergessen, warum wir wieder einmal von St. Lambrecht aus “lostouren” wollen – dort beginnt der “Mariazeller Gründerweg”, eine ganz tolle Weitwanderung, über die man in der Klosterpforte Information bekommt.

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