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Es herrscht zwar jetzt die Fußball-Weltmeisterschaft, und der Lautstärke nach könnte es ein wildes Match gegeben haben…  Zum Donauinsel-Fest sind wir sicher zu weit entfernt…

Der Krach heute nacht um 5 Uhr früh war jedenfalls so gewaltig, dass wir samt allen Nachbarn wach wurden und nach draußen schauten, was da los sei! Krächzende Krähen von allen Richtungen, unaufhörlich, höchste Aufregung!

Was war die Ursache? Auf dem Dachfirst unseres Nachbarhauses saß ein junger Uhu. Immer wieder stießen die Krähen auf ihn herab, eine setzte sich sogar auf den Baumwipfel daneben, um einmal eine genaue Besichtigung vorzunehmen. Dann gleich die nächsten Angriffe…

Der junge Uhu war aber so klug, sich nicht von seinem festen Platz in die Luft zu begeben. Denn hier konnten ihm die “Schwarzröcke” kaum Schaden zufügen, immerhin hielten sie sich auch außerhalb der Reichweite seines trotz der Jugend sicher schon scharfen Schnabels. Endlich verzogen sich die Krähen für eine kurze Weile. Diese Kampfpause nützte der Uhu, um sich sachte hinweg gleitend zu entfernen und auf irgendeinem mächtigen Baum in Sicherheit zu bringen.

Die Bilder sind zwar technisch mies, aber sollen doch eine Dokumentation dieses ungewöhnlichen Vorfalls vermitteln. Aufgenommen mit Coolpix P 80 (Verwacklungsschutz, voll ausgefahrenes Tele auf 18 fach optisch und zusätzlich digitale Vergrößerung).

In der Sommer-Doppelnummer des “Granatapfel” (Heft 7 + 8, Juli + August/2010) behandelt mein Artikel die Karawanken im Süden Kärntens als Grenzgebirge in mehrfacher Hinsicht:

Berge wie hohe Mauern: Himmelragende Felswände markieren die Südgrenze Österreichs. Sind sie Wachposten des Nordens oder Vorboten südlicher Gefilde? Wanderungen durch Natur und Geschichte führen zu dieser in vielfacher Hinsicht „bewegten” Region des Kärntner Landes.

Meine Betrachtungen zur Geschichte, zum Verhältnis der Volksgruppen Kärntens (ein leider immer wieder aktuelles Thema) fielen im “Granatapfel” eine kleinen Straffung zum Opfer. Daher bringe ich meinen Text hier im vollständigen Wortlaut:

Grenzgänger – letztlich vereint…  Als „Grenzwanderung” ist die Tour durch die südlichen Kalkberge der Karawanken  bei den historischen Ereignissen angelangt. Wie in der Geologie und in der Pflanzenwelt liegt hier eine Nahtstelle der Siedlungsgeschichte. So drangen um die Zeitenwende Romanen ins nördliche Keltenland vor, ab dem frühen Mittelalter erfolgte die südwärts gerichtete Landnahme der Bajuwaren. Dazwischen wanderten von Südosten her die Slawen bis an den Alpenhauptkamm heran ein. Südlich der Drau und vor allem im Vorland und in den Gebirgstälern der Karawanken befindet sich bis heute das Siedlungsgebiet der Kärntner Slowenen. 

Ohne auf die immer wieder aus politischen Gründen hochgespielten Konflikte zwischen diesen Kärntner Volksgruppen einzugehen, kann man als (zugegeben) außenstehender Beobachter nur zwei Tatsachen anmerken: Nahezu kurios, um nicht zu sagen irrational, wirkt die „Furcht” der Kärntner Mehrheitsbevölkerung vor der Minderheit. Noch dazu, weil es die Slowenen waren, die durch ihr Abstimmungsverhalten 1920 die Einheit Kärntens bewahrt haben. Mag in früheren Jahrzehnten auch das „großmächtige” Jugoslawien im Hintergrund gestanden haben – heute ist es nur mehr der viel kleinere und als Nachbar noch mehr geschätzte Kleinstaat Slowenien. Seit der Vereinigung in der Europäischen Union sind zwar die Grenzen nicht verschwunden, nehmen aber doch nicht mehr jenen Stellenwert ein wie früher. Und unglückselige, im fanatischen Nationalismus begründete Vorgänge wie während des 2. Weltkrieges gab es auch entlang anderer Grenzen… 

Ein persönliches Erlebnis mag die Betrachtung der „Berge wie hohe Mauern” abschließen. Als Kärnten-Urlauber fiel uns, nahe der Drau und die Karawanken vor Augen, beim zufälligen Gang durch einen Dorffriedhof im Rosental auf – hier liegen sie letztlich oder im wahrsten Sinn des Wortes endlich nach den Lebenswirrnissen alle friedlich vereint, egal wie ihre Namen nach „deutschem oder slowenischem Kärntner Zungenschlag” auch klingen mögen!

Quellennachweis: Granatapfel / Das Gesundheits- und Familienmagazin der Barmherzigen Brüder. Info: www.barmherzige-brueder.at Bezug über: abo@granatapfel.at bzw. redaktion@granatapfel.at

In der Bildergalerie finden botanisch interessierte Wanderer einige typische südalpine Arten, wie sie nur an der Südgrenze Österreichs und sonst nirgends in unserem Land auftreten.

Wie schon mehrfach möchte auch diesmal einen Artikel von mir im “Granatapfel” im Blog durch Bilder und einen besonderen Text ergänzen. Diesmal zum Granatapfel-Jahrbuch 2011 (soeben erschienen, Info in: www.barmherzige-brueder.at unter Info Granatapfel).

Istrien als „Spielball der Macht”

In den um die Zeitenwende eroberten Höhenfestungen der illyrischen Istrier errichteten die Römer ihre Stadtsiedlungen und ließen das Land ringsum – je nach Fruchtbarkeit – mit Wein oder Oliven bebauen. In der Völkerwanderungszeit wechselte die Zugehörigkeit vom Weströmischen Reich, über die Germanen Odoakers und die Ostgoten unter Theoderich, zum Einflussgebiet von Byzanz, abgelöst von den Langobarden und dem Frankenreich unter Karl dem Großen. Ab 1267 begab sich eine Stadt nach der anderen unter den Schutz Venedigs, das bis 1420 auch die unter Herrschaft der Patriarchen von Aquileia stehenden Gebiete an sich zog. Die Hoheit Österreichs dauerte – nur in der Napoleonischen Zeit unterbrochen – von 1797 bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Danach gehörte Istrien zu Italien, bis nach dessen Kapitulation 1943 die deutsche Wehrmacht das Land besetzte. Nach dem Kriegsende 1945 dauerte es elf Jahre bis zur Abklärung der im Kalten Krieg maßgeblichen Einflusszonen. Der Küstenstreifen bei Triest verblieb beim NATO-Staat Italien, das übrige Gebiet kam zu Jugoslawien. 

Diese politischen Umwälzungen führten dazu, dass sich viele zur italienischen Volksgruppe gehörigen Einwohner in ihr sprachliches Mutterland Italien absetzten und nur mehr eine Minderheit im nun kroatischen Istrien verblieb. Ohne diese Kenntnis der jüngeren Geschichte Istriens würde man verwundert sein, hier zweisprachige Ortsnamen in Kroatisch und Italienisch anzutreffen. Nach dem Zerfall dieses „Mehrvölkerstaates” in den jüngsten Balkankriegen entstanden 1991 als neue Staaten Kroatien und Slowenien, das am Nordrand Istriens seinen schmalen Meereszugang behauptet.

Unsere weiteren Touren in Istrien unter > Suche: Istrien

Bildnachweis: Alle Bilddateien mit D = Anni Baumgartner, mit P = Bernhard Baumgartner

Bei Streifzügen durch Kärnten stößt man besonders oft (wie mir scheint) auf absolute Kuriositäten – wie etwa…

… das “Alpenbad St. Leonhardt”.

Diese einschichtige Stätte hat sogar in Reclam´s Kunstführer Eingang gefunden mit seiner Filialkirche (in romanische Zeit zurück reichendes wuchtiges spätgotisches Gotteshaus), der gotischen Kapelle von 1528 (vor nicht allzulanger Zeit renoviert) und dem desolaten Unterkunftshaus, das schon lange keine Gäste mehr gesehen hat. Sogar im Kärntner Wanderbuch von Buchenauer / Gallin führt eine
Tour dort vorbei und es wird (1976 !) die Hoffnung auf eine Wiederherstellung geäußert …

Wir kamen anschließend an unsere Tour bei St. Lorenzen am Speikkofel dort vorbei, und allein die Fahrt war schon ein Abenteuer für sich. Gelockt hat uns eigentlich nur die Neugierde, und überdies führt der Hemmaweg von Millstatt her dort vorbei.

Vom Hochrindl herab gelangten wir nach Deutsch-Griffen (sehenswerte Kirche und Karner in Hochlage mit 200-stufigen gedecktem Zugang) und wollten weiter nach Sirnitz (in einem Seitental der “Engen Gurk”, bemerkenswert neben der Kirche die große Karnerkapelle). Dazu zweigten wir zuerst von der Hauptstraße ab, die Feldkirchen mit dem Gurktal verbindet, und dann nochmals in Sirnitz von der zum Hochrindl führenden Straße. Das vom Leonhardsbach durchflossene Waldtal mit einem nur anfangs asphaltierten Sträßchen heißt auch “Benesirnitz”. Anders als der Name verspricht, ist es eine – besonders bei uns in der Abenddämmerung – fast schon gruselige Waldwildnis, und die Wolfsschlucht im Freischütz könnte man sich wohl so vorstellen. Immer mehr einer Forststraße ähnlich, zog sich der Fahrweg immer buckliger dahin, um plötzlich mit einer Kehre eine Lichtung zu erreichen – 1110 m hoch in unglaublicher Weltferne! Vor uns wie in den Bildern gezeigt (dazu noch Deutsch-Griffen, Glödnitz und Sirnitz, Bad St. Leonhard im Lavanttal) das “Alpenbad St. Leonhardt”, dahinter in der Mulde die unvermutet große Kirche und die vom letzten Sonnenstrahl beleuchtete Kapelle von 1528, das einzige nicht mehr oder minder verwahrloste Gebäude dieses einst wohl beliebten ”Kurortes”.

Ist das der Heilbrunnen?

Zwischen dem Chor und dem Turm befindet sich ein Schöpfbrunnen, ganz in der althergebrachten Art und – wie unsere Pumpbemühungen zeigten – sogar voll funktionsfähig. Auf dem Bankerl daneben stand dazu noch ein gläsernes Krügel zur Benützung bereit. Indem wir daraus nicht unbedingt trinken wollten, wurde das Wasser nur “befühlt” – köstlich eiskalt jedenfalls ! Bild gibt es leider keines, weil wir beide beim Schöpfen ein solch unmögliches “G´stell” rissen (nicht öffentlich zeigbar…).

Die Weiterfahrt nach ein paar Metern Asphalt wurde noch uriger – mit Kehre hinauf zu einem Sattel, in der ÖK “Wipfel” genannt, wo der Hemmaweg von Millstatt her die “Straße” kreuzt. Hoch im Waldhang über dem steil eingeschnittenen Gurktal – die “Enge Gurk” genannte romantische alpin anmutende Schlucht wird von der Hauptstraße sogar durchfahren – ging es ganz schmal dahin, und zum Glück hatten wir keinen Gegenverkehr. Wer sollte sich auch schon in diese Wildnis verirren, außer uns neugierigen Nasen…? Plötzlich folgte wieder eine belebte Gegend, flacher und wiesig, mit einzelnen Häusern und sogar einem Gasthof “Seebacher”. Der Weiler dahinter heißt “Gurk” (so wie der Fluss, den wir gerade überquerten) und bei der Flur oder Kreuzung “Am Preggam” (laut ÖK) mündeten wir zwischen Himmelberg und Gnesau in die landschaftlich sehr schön dahin führende Turrach-Bundesstraße ein (auf dieser weiter nach Feldkirchen hinab).

Bei Buchenauer / Gallin heißt die Kreuzung Prekoper-Höhe (auch bei F&B) bzw. Prekowa – nicht zu verwechseln mit der Prekowahöhe zwischen Metnitz und Gurk, die vom Admonter Hemmaweg überquert wird. Noch eine Verwechslungsmöglichkeit – Bad St. Leonhard heißt der Ort im oberen Lavanttal mit seiner berühmten, von einer Eisenkette umgürteten Leonhardskirche. Übrigens liegen im oberen Mittellauf der Gurk, die ja ganz eigenartige Kurven durch die nach dem Fluss benannten Gurktaler Alpen beschreibt, die Ortschaften ein kleines Stück in die Seitentäler hinein, so Glödnitz (an der Straße zur Flattnitz) und Deutsch-Griffen sowie Sirnitz, überall zumindest eine interessante Kirche mit Karner (Beinhaus im Untergeschoß, ein Zeichen der Vergänglichkeit und noch intensiver als die rund um die romanisch-gotischen Kirchen noch immer aktuellen Friedhöfe).

Auf diesen Gipfel wurden wir durch einen alten Wanderführer der unvergesslichen Bergautorin Liselotte Buchenauer aufmerksam (Liselotte Buchenauer & Wilfried Gallin, Kärntner Wanderbuch, Tyrolia 1976). Während des Kärnten-Urlaubes war nach mehreren Tagen in den Gurktaler Alpen und auf den Hemma-Pilgerwegen endlich eine Tour in den Karawanken fällig (ein Artikel von mir über die “Berge wie hohe Mauern” erscheint im nächsten “Granatapfel”). Gewitter waren angesagt, schwüles Wetter, also keine Monstertour, aber doch hinauf zu einem als Blumenberg gerühmten Gipfel!

Der Kärntner Seeberg

Da kann man über das aktuelle “Problemland” Kärnten meinen, was man will und die politischen Umstände ignorieren, aber geschehen ist dort seit unseren Urlauben in den 1980-er Jahren schon allerhand (selbstverständlich wie überall in unserem Land). Was ich zu den “künstlichen Erregungen” bezüglich Ortstafeln und Volksgruppen meine, das habe ich im “Granatapfel” anzudeuten versucht (Auszug folgt nach Erscheinen).

Jedenfalls geht es nach zügiger Zufahrt quer übers Drautal hinein in das wildgetürmte Kalkgebirge der Karawanken. Bad Eisenkappel wird durchfahren (das Kurhaus befindet sich übrigens im angrenzenden Bad Vellach), dann übersehen wir vor lauter gut ausgebauten Straßenkehren ganz das Ortsgebiet von Vellach (wir sind früher einmal aus dem weltverlorenen Graben in die Vellacher Kotschna hineingewandert und haben die nahe Trögener Klamm mit den ersten von uns gesichteten Krainer Lilien erlebt). Schon sind wir auf dem Seeberg-Sattel (1215 m), einem leeren Grenzstützpunkt, der nicht ahnen lässt, welche Probleme hier einst bestanden (bei Wanderungen kein Grenzübertritt und später Passzwang usw.) und nun durch die beiderseitige Zugehörigkeit in die Europäische Union aufgelöst wurden. Das schöne Gasthaus auf slowenischer Seite scheint geschlossen, etwas dürftiger nimmt sich die Einkehr diesseits aus (kann auch täuschen…), gleich daneben typisch ein stattliches Land- oder Jagdhaus mit Verbotsschildern, dass ja keiner zu nahe kommt…

Unser Weg auf den Kärntner Storschitz

Zur Auswahl stehen zwei Anstiege, die man auch in einer schönen Rundtour verbinden kann. Beim bald folgenden Jagdhaus zweigt der steile und stellenweise gesicherte “Felsenweg” ab, wir wählten den ebenso lohnenden Weg um den Berg herum (ganz nach Empfehlung unseres Kärnten-Lotsen MR Dr. Otto Hausleitner: “Der Weise geht um den Berg herum!”). Beim Gipfelkreuz trafen wir allerdings andere Touristen, die mit einem Hund über den “schwierigen” Weg heraufgekommen waren…

Ein paar kurze Sonnenblick zeigen uns noch die Felsriesen der gegenüber aufragenden Steineralpen, dann wird es zunehmend finsterer, besonders oben auf dem Gipfel, aber Gewitter und Regen verschonten uns den ganzen Tag. So wurde die Wanderung zwar kein Höhepunkt in unserer Woche, aber es war ein kühles und angenehmes Gehen. Auf Forstwegen, kurz steil zu einer ebenfalls bequemen Wegfortsetzung und weiter bis zum Nordkamm beim Pasterksattel (1401 m). Hier wendet sich die überall gute Markierung gegen den Gipfel zu, das wie überall dicht bewaldete Gelände ist anfangs noch immer mäßig ansteigend (auf 3,5 km der gesamten Strecke von 5 km). Dann geht es aber entschieden steil hinauf bis zur Bergschulter am “Kepp” (1633 m) mit einer von der Trögerner Seite heraufkommenden Forststraße. Vor uns erhebt sich der steile Gipfelaufbau, aber im mit Wetterbäumen und Gestrüpp samt Latschen bewachsenen obersten Bergwald und darüber hinaus auf einem Steig gut zu bewältigen. Nach ca. 2 Stunden langen wir beim Gipfelkreuz an und blicken in den schwindelnden Abgrund der Ostflanke und sorgenvoll zu den wild getürmten schwarzen Wolken! Trotzdem geht sich ein Jause aus, und nach 20 Min. machen wir uns schon wieder an den Abstieg, während wir bei schönem Wetter uns hier sicher länger aufgehalten hätten.

Der Abstiegsweg

Der Storschitz wäre ein toller Aussichtsberg – im Westen Grintoutz und Koschuta, nördlich gegenüber der Hochobir und im Südosten die leider verhangenen Steineralpen am südlichsten Zipfel Österreichs, der Petzen im Nordosten verhüllt auch schon sein breites Haupt (er fehlt uns noch unter den leichten Karawankengipfeln). “Blumenberg” Storschitz – eine leichte Enttäuschung, denn oben herrscht noch der Bergfrühling, um den Seeberg blüht auch nur, was wir schon kennen, immer wieder eindrucksvoll die Riesen-Taubnessel / Lamium orvala – mit ihren prachtvollen Blüten auch “Nesselkönig” genannt und eine typische Südalpen-Pflanze. Der Abstieg verläuft kurzweilig, immer noch sind die rutschigen Wegstellen im oberen Teil trocken, und weiter unten kommt sogar wieder die Sonne hervor. Am Nachmittag wird es dann, nach einer kleinen Stärkung in Bad Eisenkappel, wieder so schön, dass wir über einen “Schleichweg” nach Diex hinauffahren können. Denn nahen Hemmaberg bei Globasnitz schenken wir uns, denn dort haben wir schon mit “Otto” (Dr. Hausleitner) vor Jahren alles nur Sehenswerte abgegrast und fotografiert…

… auch wenn für die Berge schon wieder Schnee angesagt ist und für uns im Tal zumindest Regen und Kälte und Wind (N/NO/Mordwind für alle heiklen Pflanzen).

Gerade vor den ersten Regentropfen ein aktueller Rundgang durch Garten und Alpinum. Neben den Rosen haben auch Lilien jetzt ihre “Hochzeit”, und Gäste aus dem Süden drängen sich lieber an die Hausmauer. Übrigens der Oleander – besonders gut sollen die Stecklinge bewurzeln und weiterwachsen, wenn sie “gegrapscht” sind (der abgebildete stammt aus Lignano oder Bibione…). Von Feuerlilie und Silberblattsalbei blühen allerdings nicht die “echten” Naturformen – schon wälzte ich die “Exkursionsflora” und tippte auf den Silberblattsalbei, wie er etwa im Nordburgenland vorkommt, aber das Gärtnereischild bewahrte mich vor unnötigen Spekulationen – Salvia argentea, also eine Gartenpflanze. Sehr hübsch blüht nach den Rhododendren und Azaleen jetzt als letztes Heidegewächs im Moorbeet die Zwerg-Loorbeerrose (gerade noch vor dem Verblühen erwischt). Der Wollige Fingerhut – immer wieder aussamend und in Mengen vorhanden (wie die Purpur-Königskerze, ebenfalls aus dem ungarischen Bereich) – beginnt gerade seine Blütenphase, während der Rote Fingerhut auch noch immer prangt, fast untertrieben für diese herrlichen Blüten (die Naturform aus “Böhmisch Kanada”). Lein, Rittersporn und Nachtkerze sind übrigens Spenden von Helga Wald aus ihrem Garten in Eschenau. Unter den Sträuchern sticht jetzt ein besonderer Hartriegel hervor – Cornus Kousa mit seinen weißen Hochblättern, die wie Kronblätter der unscheinbaren, sich allerdings später in rötliche Beeren verwandelnden Blüten ausschauen (ob die botanischen Begriffe in diesem Satz stimmen, bin ich mir aber nicht sicher… kein Abbruch für die “Blütenfreude”, zumindest für mich nicht).

Wenn das Wetter nicht gerade zum Wandern verlockt, für Spaziergänge im Garten reicht´s allemal (für mich als Training für die Spazierzeit nach der Staroperation…).

Man weiß gar nicht, wohin man zuerst wandern sollte – am Ötscher blühen noch die Aurikel (“Gamsveigerl”) und die Clusiusprimeln (“Jagabluat”), ebenso weiter oben etwa auf der Veitschalpe, im Oistal hat der Frauenschuh seinen Höhepunkt….

Wir machten es uns leichter, und umrundeten wieder einmal auf dem Naturerlebnis-Wanderweg den St. Veiter Staff. Die Bilder sind vom 6. Juni, und inzwischen werden sich auch die ersten Roten Waldvöglein zeigen, die “Symbolblume” für unseren Naturweg. Die derzeit seltenste Art ist die Grünliche Waldhyazinthe / Platanthera chlorantha (Pollenlinien A-förmig), die man im Unterschied zur  Weißlichen Waldhyzinthe / P. bifolia (Pollinien parallel) kaum jemals entdecken kann. Die Bergwiesen stehen auch erst zur Mahd an, während im Tal das überaus hoch gewachsene Gras (das Mähen war durch die Regenfälle in Verzug geraten) jetzt großteils abgemäht ist.

Im Garten herrscht natürlich jetzt ebenso Hochbetrieb (nicht nur bei der Schneckenjagd…. !), denn die Rosen sind bereits wunderbar in Blüte, und einige Besonderheiten gibt es immer wieder. Bei uns sind es fast exotische Gäste – Mittelmeerpflanzen, wahrscheinlich per Samen mit anderen Blumen mitgewandert.

Was ist bald zu erwarten? Die liebe Kickxia treibt schon als Einjährige fest ihre Blätter aus, und der Wollige Fingerhut hat schon ganz dicke Knospen.

 

Unter der Kategorie “Was gibt es Neues” finden Interessierte künftig im Blog -

Einladungen zu Veranstaltungen, Ausstellungen, Wandertagen….

Immer ein Gewinn ist ein Besuch im benachbarten Pielachtal, dem “Dirndltal”:

Steinschaler Wanderpaket
im Dirndltal 2010

 

Suchen Sie Entspannung und Erholung, dann empfehlen wir Ihnen Wandern im Pielachtal. Besonders der Pielachtaler Rundwanderweg bietet Ihnen auf einer Gesamtlänge von über 100 km eine Fülle von Möglichkeiten mit unterschiedlichen Weglängen und Höhen. Wir beraten Sie sehr gerne und individuell bei der Routenauswahl. Lassen Sie Ihr Auto am Parkplatz. Die Mariazellerbahn und wir sorgen für Ihren Rücktransfer. 

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(7 Tage / 6 Nächte): 

  • * Sechs Übernachtungen mit reichhaltigem
    Frühstücksbuffet 
  • * Steinschaler Abendessen vom 6-gängigen Buffet, im Doppelzimmer Vierkanthof pro Person: € 450,–, im Doppelzimmer Südgarten pro Person: € 530,– 

Für Sie zusätzlich inkludiert:

  • * Begrüßungstrunk 
  • * Ein Bschoardpackerl (Jause) für die Wanderung 
  • * Wanderkarte der Region 
  • * Zugticket zu einer Wandereinstiegsstelle 
  • * Sauna, großes Indoor Tauchbecken, Freibad und Badeteich (je nach Saison) 
  • * Mostviertel schmecken – Steinschaler Mostkostprobe (sortenreiner Spitzenmost) 
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Informationen und Buchung in den Steinschaler Naturhotels: Tel. 0043 2722 2281, Fax. 0043 2722 2281 – 799, Email: weiss@steinschaler.at

Eigentlich heißt St. Lorenzen “in der Reichenau”, das aus ein paar Häusern und einem Gasthof bestehende Dörfchen mit seinen zwei Kirchen schmiegt sich aber in eine Hangverflachung an den weitläufigen Südhängen des Speikkofels in 1477 m Höhe. Damit ist die 1216 geweihte “Capella S. Mariae et S. Laurentii in alpibus” die höchstgelegene Pfarrkirche Kärntens. Der weitgehend ursprünglich erhaltene kleine Ort kann als eines der wenigen “Original-Kirchdörfer” gelten –  ohne jegliche touristische Einrichtungen, außer dass man beim Pertlwirt wohnen und dort die echte Kärntner Küche  genießen kann. Ja, geheiratet wird auch – in der Annakirche oberhalb am Waldrand, mit dem Anger davor und dem Blick über die harmonischen Nockberge ein vorzüglicher Platz für so einen “Lebenstag” (bei der Einkehr am Ende der Tour hat sich ein junges Paar gerade von der umsichtigen Pertlwirtin beraten lassen…).

Der Speikkofel ohne Eis und Schnee

Bei meinen Winter-Tourentipps und als Schneeschuhtour im Naturfreund 1/2010 habe ich den Speikkofel schon vorgestellt und hege die besten Erinnerungen an meine Backcountry-Tour auf diesen 2270 m hohen Nockriesen. Diesmal wollten wir ihn sommerlich kennenlernen – vom strahlenden Wetter her geglückt, aber entlang der Baumgrenze waren noch nicht einmal die Lärchen begrünt! Dafür erlebten wir die frühe Alpenflorablüte mit Enzian, Anemonen und Zwergprimeln. Interessant war die Route auch zur Erkundung des “Hemmaweges”, einer der Pilgerrouten nach Gurk, die hier von der Turrach aus vorbeiführt.

Unser Wanderweg

Zuerst hinauf zur Annakirche am Waldrand hinter dem Dorf, schon zeigen sich die ersten Enziane, während auf dem Falkert gegenüber und auch hoch auf dem Speikkofel und auf den zur Turrach ziehenden Gipfeln noch Schneefelder leuchten. Von der Kapelle führt ein Querweg links zur Markierung, die von St. Lorenzen direkt heraufkommt, und der anschließende Weg durch Lärchen- und Zirbenwald gehört zu den stimmungsvollsten, die ich je erlebt habe – ein Teppich aus Moos unter unseren Füßen

An der Baumgrenze öffnet sich der fantastische Ausblick gegen die Südalpen, sogar jetzt bei Sommerwetter sind die markanten Gipfelgestalten, in deren Mitte der Triglav hervorsticht, klar auszunehmen – von den Steineralpen über die Karawanken bis zu den Karnischen und den Dolomiten, um nur das Fernpanorama zu nennen. Beim 1914 errichteten und 2006 zuletzt erneuerten “Lorenzer Kreuz” ladet der “Lorenzer Brunnen” zur Rast ein. In einer Stunde sind wir schon so hoch hinauf gekommen (über 1800 m), dass der Gipfel auch leicht erreichbar wäre, aber dort oben herrschen noch die trüben Farben des Winters. Außerdem wollen wir den Pfad hinüber ins Andertal für den Abstieg suchen.

Dorthin gibt es zwar eine Markierung in den Karten, aber kaum Spuren im Gelände. Zu finden ist die Route aber ganz leicht. Vom Brunnen bzw. Kreuz leicht links ansteigend kommt man zu einem ausgeprägten Steig, der weiter oben bei einem Zaunüberstieg beginnen dürfte. Wir erwischen den einladenden Weg und queren oberhalb eines typischen Tobels und durch Zwergstrauchheiden mit aufwachsenden kleinen Zirben (angepflanzt ?) westwärts zur wiesigen Bergschulter und weiter zur nahen Lorenzer Hütte. Die Almleute sind gerade dabei, sich für die Saison vorzubereiten (zur selben Zeit, am 24. Mai, lag im Vorjahr noch meterhoch Schnee, heuer ist alles längst ausgeapert). Nach einer Rast inmitten von Alpenanemonen machen wir uns an den Abstieg.

Durch das Andertal nach St. Lorenzen

Überall wie sonst in den Almbergen gibt es auch hier lauter neue Straßen (wo diese fehlen, wird keine Almhütte mehr bewirtschaftet, wie es scheint). Daher folgt auch nun eine Marsch auf der Almstraße, gut markiert um eine später folgende Kehre herum (der links bergauf abzweigende Forstweg hätte uns – durch unsere nicht mehr aktuelle Karte – fast in die Irre geführt), so kommen wir gut zur Wiesenlichtung am Moritzsattel. Hier erfolgt die Wendung Richtung St. Lorenzen, auf dem von der Turrach über Saureggen und durch das Gartental kommenden “Hemmaweg”. Bald leitet dieser von der Forststraße weg, gelangt durch urigen Bergwald zur eben neu ausgebauten Hoazhütte und gleich wieder abseits der Straße in den langgestreckten Kessel des Andertals.

Das Hochmoor im Andertal

Zuerst quer über die sumpfigen Wiesen (bei Nässe besser rechts haltend an der Jörglhütte vorbei), dann auf der nachmittags angenehm schattigen Forststraße geht es – schon auf gleicher Höhe mit St. Lorenzen – an einem ausgedehnten Moor vorbei. In diesem mit Latschen bewachsenen Hochmoor wurde noch bis 1968 Torf abgebaut, heute ist es ein Natura-2000-Gebiet. Bei der schon eingestürzten Torfstecherhütte kann man auf Steiglein ins Moor hineingehen, wo eingebaute Sperren das Ausrinnen des Feuchtbiotops verhindern sollen. An Blüten war nur die Rosmarinheide zu finden, etwas verwunderlich – kein Sonnentau und keine Moosbeeren, Heidel- und Rauschbeeren natürlich im Überfluss.

Ein letzter schöner Rückblick über eine Dotterblumenwiese im Auslauf des Moores, dann folgt nur mehr ein kleines Straßenstück hinauf nach St. Lorenzen. Unter dem Pertlwirtshaus wird gerade von Gästen der üppig blühende Löwenzahn gepflückt. Meine Frage an die Wirtin, ob sie noch Mehlspeis für uns übrig hat, wird bejaht, und schon sitzen wir in der urigen Gaststube bei einem wunderbaren Kaffee samt ebenso köstlichem Topfenstrudel. “Keinen Schlagobers bitte” (statt: “aber bitte nicht mit Sahne”, wir kommen ja aus dem nahen Osten und nicht dem fernen Norden…) - das erwies sich als unnötig, denn das ist hier heroben ohnehin nicht üblich. Dafür locken auf der kleinen Speiskarte die Spezialitäten – so die von der Wirtin selbst verfertigten Kärntner Nudeln, das sind Teigtascherl mit verschiedener Füllung. Gerandelt hat sie´s nicht, meint die mitteilsame Pertlfrau bescheiden, aber sie würden sicherlich perfekt schmecken…

Das werden wir auch noch ausprobieren, wenn wir einmal wieder kommen – zur Speikblüte im Hochsommer am Speikkofel. Da könnten wir auch über den Lattersteig hinüber zur Turrach und auf dem Hemmaweg zurück wandern, oder den Übergang zum Berggasthaus Ladinig auf der Flattnitz machen und übers Hochrindl ebenfalls auf dem Hemmaweg die Runde beschließen. Vorläufig müssen wir uns mit einer kleinen “Fotoorgie” begnügen, denn wie die Lorenzerkirche im Nachmittagslicht mit ihrem vom Kreuz im Friedhof himmelwärts weisenden Turm in die Schönwetterwolken aufragt, einen solchen beseeligenden Augenblick könnte man sich höchstens erträumen…

Zur Annakirche: Der Vorraum ist offen, alles urig mit Schutzengelbild (wie es Anni von der Kindheit her kennt) und in althergebrachter Bauweise und Einrichtung, ins schön eingerichtete Kircheninnere blickt man durch zwei kleine Fenster. Auf den Kirchenstühlen liegt das “Gotteslob” bereit, daher werden sicher öfters Andachten abgehalten, eine Messe gibt es hier regelmäßig an den Feiertagen 26. Juli, 15. August und 8. September, in der Fastenzeit an jedem Freitag um 9 Uhr. Wer mehr über St. Lorenzen und seine Gepflogenheiten erfahren will, wende sich an die Frau Pertlwirtin, die gibt sicher gern Auskunft und auch Quartier (Tel. 04275/219). Wer den Hemmaweg erwandert, sollte unbedingt dieses überaus stimmige und althergebrachte Gotteshaus besuchen. Die Quelle unterhalb ist – dem sicher uralten Kultplatz entsprechend – zwar vorhanden, aber ziemlich außer Betrieb, eigentlich schade… Das trübt allerdings keineswegs das spirituelle Erlebnis dieses “Kraftortes” !

Besonderes Interesse für die Naturlandschaften der auch bei uns beliebten Urlaubsgebiete an den Sandstränden der Adria weckte das folgende empfehlenswerte Buch: “Naturführer Obere Adria” von Irene Drozdowski und Alexander Mrkvicka im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien (gekauft um 17,60 € in der Buchhandlung Freytag&Berndt am Kohlmarkt in Wien). Die darin beschriebenen 19 Exkursionen bieten eine intensive Einführung in die Lebensräume an der Oberen Adria bis hinein nach Istrien. Allerdings ist die Westgrenze hier der Tagliamento (im Landesinneren) und die Lagune von Marano zwischen Lignano und Grado. Mit unseren Beiträgen können wir das Naturwandergebiet für Vogel- und Blumenliebhaber womöglich noch ein Stück weiter Richtung Venedig ausweiten!

Rund um Bibione

Die bevorzugte Wanderung führt dort vom östlichen Ortsrand entlang der Küste oder durch Felder und Pinienwald zum “Faro”, dem Leuchtturm nahe der Tagliamentomündung. Von Lignano Riviera aus haben dieses nahe gelegene Ziel – noch dazu vom Strand aus auffallend – immer wieder erwandert.

Anfang September 2009 in Bibione wohnend (leider im Zentrum), lenkten wir unser Interesse in westliche Richtung, an Bibione Pineda vorbei. Vom Hafen und dem Campingplatz an wird der Strand westwärts (also Richtung Caorle) bald ruhiger, ist aber immer noch gepflegt. Eine weite Sandfläche schließt dort an und bildet eine Art Halbinsel bei der Mündung der nordwestlich von Bibione eingesenkten Lagune – Porto di Baseleghe heißt dieser Platz. Jenseits des seidig blauen Binnenwassers sieht man grünes Marschland mit einzelnen Fischerhütten darauf.

Das Marschland von III Bacino und Baseleghe

Die erwähnte Lagune zieht an der Nordseite Bibiones vorbei bis an die Zufahrtsstraße heran. Dort weist eine Abzweigung nach “III Bacino”, und auf schmalen Asphaltwegen folgten wir dort einem kanalartigen Gewässer westwärts. Man kommt zu einem für den Fremdenverkehr ausgebauten Fischerdorf mit Schilfhütten und nordwärts zum Pumpwerk (Idrovora) Baseleghe. Mittels solcher Anlagen wird das Wasser aus den Entwässerungskanälen auf höheres Niveau befördert und schließlich zu der ins Meer mündenden Lagune geleitet. Das Land dazwischen ist trocken gelegt und dient der Agrarwirtschaft. Die Ränder der verzweigten Wasseradern bieten aber malerische Anblicke mit kleinen Bootshafen und Blick auf die bei klarer Sicht gar nicht so fern erscheinenden Alpen. Außerdem gibt es am Rand der Schilfgürtel reichlich Möglichkeit zu Vogelbeobachtungen, besonders zu geeigneter Jahreszeit. Prati Nuovi ist ein bezeichnender Ortsname, aber ohne eine Spezialkarte (im Handel erhältlich) kann ich unsere eigene Fahrtroute nicht einmal mehr nachvollziehen.

In das Valle Vecchia

Dorthin gibt es nur eine Zufahrt – von Lugugnana (an der Staatsstraße 42 Richtung Caorle – Jesolo) über Brussa. Wir waren sehr erstaunt über das riesige “Area di sosta”, im Herbst (wie im Frühjahr) nur mehr gering belebt, dort freundlich von den Parkwächtern empfangen, leider auch von drohenden Wetterwolken…

Daher nahmen wir die aus dem Prospekt (mit Plan, beim Schranken erhältlich) zu entnehmende östliche Runde (Richtung Bibione) in Angriff. Vor dem Haupteingang (Plan Nr. 1) ging es links einen Fahrweg entlang, zwischen Pinienwald und verbuschten Heidefläche, Ziel war die Wasserfläche bei Porto Baseleghe. Weil aber dort der Strand nicht begehbar erschien, schwenkten wir rechts gegen die Küste zu ein und fanden schmale und teilweise feuchte Wegspuren durch Riedgrasbestände mit herrlich lila blühenden Statitzen” (Schmalblatt-Strandflieder), seichte Wasserrinnen dazwischen und Blick über die sumpfige Küste mit ihren einzelnen Baumgestalten gegen die Lagune von Baseleghe. Am Strand angelangt, wanderten wir bis zum Haupteingang und zurück zum Parkplatz.

Grundsätzlich von verschiedenem Landschafts-Charakter sind im Valle Vecchia zwei Erlebnisbereiche:

Diese östliche Runde und der westwärts anschließende Strandbereich (beim Haupteingang bis zum Eingang Nr. 2 als “Spiaggia libera” grob betreut, d. h. weitgehend von Ablagerungen geräumt, touristisch belebter Abschnitt). Wir hätten gern noch den westlichen Küstenabschnitt kennengelernt, der bis zu Porto Falconera gegenüber von Caorle zieht – dort sind fast keine Touristen, dafür ist der Strand naturbelassen, was aber auch Massen von Naturablagerungen (Holz und Seegras) und Müllanschwemmungen bedeutet. Zwischen dem Sandstrand und dem geschlossenen Pinienwald verläuft eine von Dünen begleitete, teilweise mit Riedgräsern, Büschen und Einzelbäumen bewachsene Muldenzone. Diese kann man auf Steigspuren oder einfach quer durch das unproblematische Gelände begehen und trifft auf interessante Flora (flächig auftretend das nur am Vormittag aufgeblühte Nadelröschen u. a.).

Der nordwestliche Bereich ist geprägt von Sumpfflächen und mit Schilf umgürteten Wasserflächen, den “Zona umida” - an der Zufahrt gegenüber dem Museum ”Cavanella”, an der vor Caorle abzweigenden Lagune ”Falconera” und “‘Canadare”. Dort befinden sich auch Beobachtungseinrichtungen! Unseren Wanderweg dorthin möchte ich nicht empfehlen, am besten kann man mit dem Fahrrad unterwegs sein (ein Pferd für den “itinerari equestri” wird wohl kaum jemand mithaben…).

Bester Termin für einen Besuch im Valle Vecchia ist neben dem eher frühen Mai und dem Spätsommer (wegen der dann blühenden Arten) die Zeit des Vogelzuges, ebenfalls nahe von Bibione im “III Bacino”. Infos findet man über Google unter Valle Vecchia in üppigem Ausmaß – bei einer Fotogalerie entdeckten wir sogar Bilder aus unserem Bericht in www.wandertipp.at vom Vorjahr!

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