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Das Pielachtal – oben ein blühender Dirndlstrauch (Kornelkirsche, Gelber Hartriegel, Cornus mas) – ist zwar im pannonischen  Gebiet am meisten verbreitet (lichtes, trockenes, leicht bewaldetes Gelände, wärme- und kalkliebend), wird aber von unserem Voralpenland förmlich als Kultpflanze übernommen. Das Pielachtal hat sich sogar als “Dirndltal” mehr profiliert als die Nachbartäler.

Als Wandergebiet hat das Pielachtal drei Schwerpunkte – das Flusstal entlang (biely vom Slawischen hell, weiß = eigentlich “Weißenbach”) verläuft die Mariazellerbahn mit ihrem Bahnwanderweg. Die Südostseite ist durch Seitengräben stark gegliedert und wirkt mit ihren großen Höhenunterschieden zum Traisen-Pielach-Kamm (Hohenstein, Eisenstein) markant voralpin. Im Nordwesten ziehen sanftere Höhenrücken entlang, die ein Dahinwandern ermöglichen – ideal für den Römerweg (im Gebiet um Kilb) und den das Tal umrundenden Pielachtal-Rundwanderweg.

Ein besonderer Vorteil (gegenüber der anderen Talseite) ist die direkte Anbindung an die Talorte mit den Stationen der Mariazellerbahn, wie geschaffen für Streckenwanderungen! Während der Verlauf durch das Alpenvorland bis zu den ersten Berghügeln noch eher “schlicht” ist (nur beim Pielachtaler Pilgerweg halt nicht zu vermeiden), beginnt bei Hofstetten-Grünau die interessantere Strecke. Freilich auch eher für die nicht zu heiße Jahreszeit geeignet, sehr blütenreich im Frühjahr mit bunten Wiesen und Mostviertler Obstbäumen, mit schönen Ausblicken im Herbst, wenn noch dazu überall die Früchte heranreifen.

Grünau - gotische Staffelkirche

Gleich nach der Richtung Kilb abzweigenden Seitenstraße beginnt die eigentliche Wanderroute, aber auch noch wie durch das Orts- und Siedlungsgebiet auf Asphalt. 4,5 km insgesamt, so weit ist es auf dem Güterweg bis zum Hof Gnauöd, von etwa 300 m bis auf knapp 500 m, also gemütlich, Laufschuhe genügen auch weiterhin, und eigentlich ist die Straße auch tauglich für geländegängige Fahrräder. Nach dem zweiten Gehöft nennt sich auch der Höhenrücken “Fischereck”, und kurzweilig ist das Gehen durch die hübschen Ausblicke und malerische Baumreihen.

AB Zwischen Gnauöd und Bramböckkapelle

Der folgende Wiesenweg bietet einfach pure Wanderfreude, fast wie in den Himmel hinein, und auch die folgenden Waldstücke werden von hübschen Wegen durchquert. Die Bramböckkapelle heißt nur mehr in den Karten so, denn seit ihrer Erneuerung in der Nachkriegszeit gehört sie zum Mühlberghof. Der überwiegende Laubwald auf den Sandsteinschichten der Flyschzone zeigt sich im Frühling und ebenso im Herbst in seinen typischen Stimmungen, vielleicht gäbe es sogar Schwammerlplätze. An einer Lichtung blühen im Mai die Holunderknabenkräuter.

Die Markierungen der beiden Rundwanderwege und des 04-Weitwanderwegs verlaufen dann über den breiten Wiesenrücken und kurz einen Waldrand entlang. Hier blickt man über das Pielachtal hinweg, nahe erhebt sich der Geißbühel, walddunkel der Eisenstein, und über diese Kammhöhen lugen sogar die Traisentaler Berg herüber. An den Wiesenhängen liegen malerisch angeordnet die Bergbauernhöfe, bei einem davon trabt eine vielzählige Schafherde durchs frische Wiesengrün. Anfangs Mai mischen sich als vorherrschende Farben Löwenzahngelb und Birnblütenweiß dazu.

Auf der Wiesenkuppe am Simmetsberg (592 m) ist noch die Rabensteiner Markierung mit dem tut-gut-Weg dazugekommen. Der Gipfel tritt kaum aus dem abgeflachten Gelände hervor, erst im weiteren Kammverlauf zur Wetterlucken und Richtung Kirchberg an der Pielach entwickeln sich etwas bergigere Formen.

An der nächsten Strauchzeile trennen sich die Wege, rechts ab führen die Weitwanderungen Richtung Wetterlucken, links (aber nicht gleich über die Wiesen) weisen die Rabensteiner Markierungen über kurze Wegbiegungen zwischen teilweise verwitterten Baumgruppen hinab zum stattlichen Malhof.

AB Am Simmetsberg

AB Panorama Simmetsberg

Natürlich hat ein solches Gehöft eine asphaltierte Zufahrt, wir wenden uns aber nach rechts und kommen zum Bergerbauern. Gemütlich geht es über den Fahrweg über die Wiesen bergab, weitläufig und ebenso die Aussicht, links abseits ein interessanter Gesteinsaufschluss in der Übergangszone vom Flysch zu den Kalkalpen.

Noch immer geht es nicht ins Tal hinab, sondern den Wiesenhang am Maunglberg entlang zum Sattel beim Kollerberg. Hier wartet die abschließende Attraktion – das Westerndorf “Greenhorn Hill”, wo man sogar einkehren kann.

Immerhin sind wir schon etwa 3 Stunden unterwegs, aber zum Zielpunkt Rabenstein ist es dann nicht mehr weit. Ein kurzer Waldweg hinab zum hübschen Karhof und auf der Seitenstraße zum Bahnhof der Mariazellerbahn. Wobei der historische Markt Rabenstein auch nicht zu kurz kommen soll mit seiner gotischen Kirche und der Burgruine als Stammsitz der Rabensteiner, die ihre Herkunft von steirischen Ministerialen des 12. Jhs. herleiten, ebenso wie die Hohenstaffer von St. Veit an der Gölsen.

Verzaubert am Eisenstein, waren wir schon, aber nicht zu Lämmern, schon gar nicht zu schweigenden...

… wie aus dem Bilderbuch! Auch das Wetter an diesem Pfingstsamstag 2013 – später Aufbruch, aber für den Aufstieg vom Ortbauern zur Seitner-Hütte sollte es reichen (besser sollte man schon beim Knedelhof parken, denn der Mühlhofgraben ist trotz Asphalt auch schon sehr lohnend).

Mühlhofgraben gegen Eibl

Vom Ortbauern geht es gleich zügig bergauf, denn die Forststraßenkehren werden alle abgekürzt – auf einem alten steinigen Karrenweg bzw. Steig, dazwischen über einen idyllischen Waldweg, leider nur ein kurzes Stück… 

Nach der oberen Forststraßenkreuzung, wo ein Steinblock als Rastsitz herhalten muss, wird es bald ernst, steinig und steil, aber bis zum Ausstieg ins flachere Almgelände dauert nicht zu lange. Belohnung gibt es sofort – schönste Orchideenblüte! Farblich ähnlich sind die jetzt noch einzigen Arten (wie im Bild zu sehen), aber bei den unteren Wegabschnitten fallen auch schon die ersten Schmalblättrigen Waldvöglein auf.

AB Stattliches und Bleiches Knabenkraut

Holunderknabenkräuter in Rot und Gelb

Wo es blüht, sind auch Insekten nicht weit, am auffallendsten natürlich die Schmetterlinge! Dieser kleine, hübsch gefärbte fühlt sich nicht nur von Blüten angelockt. Aber haufenweise sitzen diese Exemplare vor allem auf bestimmten “Haufen” (wahrscheinlich von den begleitenden Hunden).

Die “Blumenorgie” bringt den ganzen Zeitplan durcheinander! Aber es zahlt sich aus, denn eine solche Fülle dieser Orchideenarten erlebt man selten – selten vielleicht anderswo, aber auf unseren Voralpengipfeln geht es zurzeit überall so zu. Nicht umsonst gelten die Lilienfelder Alpen (genau genommen Gutensteiner und Türnitzer Alpen rund um das Traisental) als berühmte Orchideenberge.

BB Almmulde mit Blick zur Reisalpe

AB Mittagswolken über Unterberg, Hohenberger und Türnitzer Höger

Als wir uns dem Gipfel nähern, wird die Rundschau immer bewegender, auch wenn jetzt von Süden Regenschauer heranzuziehen scheinen. Aber bei uns bleibt es trocken, und der Wolkenschatten mitsamt dem frischen Wind machen nur das Gehern leichter. Fotomotive werden nicht versäumt, denn beim Abstieg sehen wir ja alles noch einmal.

AB Panorama mit Regenahnung

AB Das "Paradebild" mit Ötscher nach der Hüttenrast

Die Seitner-Hütte ist gut besucht, alle Gäste ziehen das Freie vor, auch wenn es ohne Sonne recht frisch ist. Wir ziehen die Gaststube vor, und nach der Mittagsrast haben sich die Wolken schon wieder verzogen. Wie vom Wetterbericht angekündigt, dreht die Strömung bei steigendem Luftdruck auf Südwest, und bei diesen Bedingungen gibt es die beste Aussicht für strahlende Bilder (und Gesichter, denn so ein Bergglück hat man ja nicht immer).

BB Seitner-Hütte, schöner geht´s nimmer, zumindest zu dieser Jahreszeit!

BB Hütten- und Reisalpenpanorama (Anni darin versteckt)

Für das erste Stück des Abstieges über die Almwiesen brauchen wir fast ebenso lang wie für den unteren Wegabschnitt durch die Waldzone. Kein Wunder bei diesen Naturbildern, wobei die Sonne so lange anhält, bis wir ohnehin schon zum Wald hinunter gekommen sind.

BB Orchideenwiese mit Ötscherblick

AB Die erste Akeleiblättrige Wiesenraut

AB Göller mit trivialem Vordergrund...

Dem späten Aufbruch entsprechend, kommen wir erst nach 16 Uhr zurück zum Ortbauern. Anni geht bis zuletzt entlang der Markierung, ich nehme im unteren Teil die sanftere Forststraße – unseren Füßen hat dieser Wandertag jedenfalls gut getan! Eine schöner Auftakt für die Pfingstfeiertage war es allemal!

AB Ein etwas bizarre Panorama, aufgenommen mit Einstellung 360 Grad!

Der Schwarzenberg bei Türnitz ist eigentlich (wie der Geißenberg mit der Schneeries bei Schwarzenbach im Pielachtal) eher als Schitourenziel bekannt. Darüber habe ich auch schon im Blog berichtet > Suche: Schwarzenberg

Jetzt im Mai hat der Mostheurige beim “Loisbauer” – noch bis Pfingstmontag (ohne Gewähr!) – geöffnet, und man hat zu dieser Zeit dort gute Einkehr- und Parkmöglichkeit. Sonst lässt man das Auto schon am besten beim Knedelhof stehen, dem Ausgangspunkt für den Eisenstein. Oder man fährt bis zum Schwarzenbacher Gscheid hinauf, wo sich der Türnitzer Höger im Profil wie ein “Voralpen-Matterhorn” präsentiert.

Gipfelkreuz auf dem Schwarzenberg mit Türnitzer Höger

Eigentlich hat mich Karls Bericht im Blog wieder auf diesen Gipfel aufmerksam gemacht, und wir hatten den Aufstieg vom Gscheid auf den Schwarzenberg auch schon bei der Zufahrt zum Geißenberg (im Blog) vorgehabt. Am Donnerstag, 16. Mai, wollte ich nun endlich wissen, wie es dort hinaufgeht. Karl hat ja den Aufstieg über die nordostseitigen Klippen gemacht, und mir war schon aufgefallen, dass am Gipfel ein Weg von dort her einmündet. Es wurde eine ganz wunderhübsche Höhenrunde bei stark windigem, aber nicht zu warmem Föhnwetter. Ich füge hier gleich in meine Erlebnisse die Routenbeschreibung (kursiv und wie in der Karte eingetragen) bei.

Ausstieg nach dem steilen Waldsteig auf die Schlagfläche nahe dem Kamm (Blick zum Eisenstein)

Ausgangspunkt: Gscheid (841 m, Straßensattel zwischen Türnitz und Schwarzenbach an der Pielach). Parkplatz auf dem im Winter gesperrten Umkehrplatz der Straßenmeisterei.

Aufstiegsweg: An der linken Seite der Baumzeile auf Fahrspur zum Waldrand. Wo sich diese links wendet (nicht links weitergehen!), leicht rechts an den Rand der Lichtung. Dort beginnt ein deutlicher Steig mit alter roter Markierung. Dieser führt schmal, aber gut gangbar durch den Hochwald mit einigen Kehren über den Steilhang hinauf. Bei einer höheren Kehre nach links nimmt die Steilheit etwas ab, und hier fallen kegelförmige Aufschüttungen von Abraumhalden und einige großteils verstürzte Stolleneingänge des ehemaligen Bleibergbaues auf. Zusätzlich zu den wenigen, aber gut erkennbaren alten Markierungen kommen hier Steinmänner, und der Steig führt in Sichtweite von links gelegenen Felsstufen nun direkter hinauf zum Ausstieg an einem Forstweg (links ein Hochstand). In derselben Richtung weiter verlaufend, ist der Weg im Schlaggelände nicht mehr so deutlich ausgeprägt. Mit nochmaliger Forstwegquerung hält man sich leicht rechts, dabei Ausblick gegen den Eisenstein, die nordwestlichen Randberge des Pielachtales und bis zum Waldviertel. Durch ein folgendes kurzes Waldstück erreicht der Weg die freie Kammhöhe, und rechts folgt bereits das Gipfelkreuz auf dem Schwarzenberg (1096 m, Rastplatz, Gipfelbuch).

Abmarsch am Gscheid 7.50, beim Gipfelkreuz um 8.35 Uhr

Der Aufstieg war wirklich sehr anregend und überraschend kurz. Der urige Rastplatz mit Tisch und Bank würde zwar zur Rast einladen, aber es bläst zu heftig. Ausblicke wunderschön und auch fotogen – nicht nur der über den Wäldern des Hochlandes ragende Ötscher. Dazu Holunderknabenkräuter in schönster Blüte. Nach zehn Minuten geht es schon weiter – obwohl ich weiß, dass dort kein Weg hinunter führt, steige ich am rechten Rand der steilen Gipfelwiese ab, dann bleibt aber nur der rechts führende neuere Forstweg Richtung Almhütte. Vor dieser befindet sich wie am Gipfelhang eine ebenflächig gebaggerte und angebaute Wiese, die aktuelle Mode bei den Almbauern. Am Türnitzer Boden, wo die Holunderknabenkräuter am dichtesten blühen, wird außerdem der Almboden “geschwendet”, also von allem Gesträuch und aufkommenden Baumwuchs befreit. Das kommt zwar der Almweide zugute, aber nicht der natürlichen Umgebung. Immerhin muss anerkannt werden, dass in unserem Waldklimagebiet alle freien Flächen mehr kurz als lang sich von selber wiederbewalden.

Ötscherblicke

 

 

Start am Gscheid 7.50 Uhr, Gipfel 8.35, Thorstallwiesen 9.25 – so geht das dahin, inzwischen immer wieder ein Moment zum Fotografieren, denn die Motive sind sehr hübsch, auch bei dem nicht überaus brillanten Wetter. Naturbeobachtungen – ein Vogerl an der Gipfelfichte (wird doch nicht ein Goldhähnchen sein?), ein Holunderknabenkraut-Bastard zwischen der roten und gelben Variante. Geologisch und wirtschaftshistorisch interessant die Reste des Bleibergbaues (zwischen 1771 und 1813 Ausbeute von 20 000 Zentner Blei, Verhüttung in der Annaberger Schmelz – man bedenke den Transportweg, zumal in der damaligen Zeit). Karl hat bei seinem letzten Beitrag sogar noch ein aktuelles “Arbeitsbild” eingefügt! Spannend wird es dann noch, was es mit dem “Schlund” auf sich hat…

 

Abstiegsweg für die Rundwanderung bis zu den Thorstallwiesen: Vom Gipfel über die südseitigen Wiesenhänge hinab zur Almhütte auf dem Türnitzer Boden (Variante – den Gipfelhang am rechten Rand hinab bis zu einer Forststraße, auf dieser rechts, oberhalb einer als Almwiese frisch planierten Fläche, ebenfalls zur Almhütte). Nun folgt man dem Güterweg bis in die nächste Mulde, wo links unterhalb eine Gruppe riesiger Rotbuchen auffällt, die den abgezäunten „Schlund“ umgibt. Links davon vorbei zum unteren Waldrand, in dessen linkem Winkel neben einer trockengelegten Tränklacke der alte Almweg in den Hochwald hineinführt (dieser ist kaum zu verfehlen und erspart den weitläufigen Bogen der Almstraße). Nach dessen anfangs flacher Strecke (kurz nach einer wie gepflasterten Stelle) leicht rechts bergab zu einem Forstweg und diesen querend in derselben Richtung weiter. Nach einem alten Zaungatter folgt ein eher dicht verwachsener Forst, durch den der alte Weg zügig schräg bergab leitet. Er mündet in eine Lichtung (rechts verfallende Blockhütte), und den von einer Baumzeile begleiteten Zaun entlang geht man auf dem Wiesenstreifen mit spärlichen Spuren weiter. Nach einem Zaungatter geht es am Wiesenrand bei einer kleinen Hütte kurz hinab zum Güterweg der Thorstallwiesen (840 m, rechts ein Eisentor an dem in weitem Bogen zur Almhütte am Türnitzer Boden hinaufführenden Forststraße).

Nach der Karte ist der Abstiegsweg klar, trotzdem gibt es noch zwei etwas spannende Stellen – den alten Almweg und die Querung von den Thorstallwiesen zur Gscheidmulde. Zunächst ist alles einfach, denn vom halben Gipfelhang kann es nur rechts weiter zur Almhütte am Türnitzer Boden gehen, und dort folgt ohnehin die Forststraße. Deren weiten Bogen will ich jedoch abkürzen, was mir im Winter (jetzt weiß ich warum, weil ich das Gelände kenne) nicht gelungen ist.

Die Baumgruppe beim "Schlund"

Der "Schlund" - eine auch "Hundsloch" genannte Schachthöhle

Ich gehe also von der Almhütte die Forststraße entlang und biege zur markanten Baumgruppe in der folgenden Mulde links ab. Der Blick ins Berginnere ist gruseliger als es das Bild zeigt, denn es geht senkrecht in die Tiefe, daher auch die feste Umzäunung. Aus meinem ersten Führer “Die Voralpen an Traisen und Gölsen” entnehme ich – 140 m Ganglänge, außerordentliche Tropfsteinbildungen; ich glaube, Werner ist dort schon einmal hinunter gekraxelt, im “Höhlenbuch” würde sicher noch mehr drin stehen. Für mich ist aber am wichtigsten, den alten Almsteig zu finden bzw. für die Beschreibung in der Gegenrichtung den Einstieg von den Thorstallwiesen. Beides gelingt problemlos, und dann bin ich schneller als geglaubt  bei den wunderschönen Hochwiesen mit ihrem Türnitzblick.

Thorstallwiesen mit Türnitz und Höger

Rückblick zum Tirolerkogel

Von den Thorstallwiesen zum Gscheid: Der Güterweg quert links (nördlich) die Thorstallwiesen mit ihrem prächtigen Ausblick über den Türnitzer Talkessel, dahinter von rechts nach links Türnitzer Höger, in der Ferne der Unterberg, näher die Reisalpe und Hinteralm-Muckenkogel. Auf diesem bleibt man, bis er augenfällig in den geschlossenen Wald hineinführt. Davor aber, bei einer kleinen spitzgiebeligen Holzhütte, links auf Karrenweg am Waldrand entlang bergauf, nahe an einer weiteren Hütte in einer Baumgruppe vorbei, dabei hübscher Rückblick zum Tirolerkogel. Am Abschluss der Thorstallwiesen befindet sich eine markante Reihe hoher Fichten. Man klettert über die Stangen einer „Schusslucken“ und steigt jenseits über eine steilere Wiese zur Mulde bei einer neuen Jagdhütte ab, wobei der im Bogen heraufkommende Forstweg gequert oder bequemer rechts um die Kehre herum verfolgt wird. Aus dieser weitläufigen Wiesenmulde quert der Forstweg mit scharfer Kurve in den Hochwald und führt flach um den oberhalb felsig aufragenden Nordostkamm des Schwarzenberges herum. Zuletzt sogar leicht ansteigend, werden die Gscheidwiesen erreicht. Bei einem auffallenden Felsblock wendet sich die Forststraße nach rechts, und hier geht man in der Wiesenmulde (etwa entlang der Stromleitung) links hinauf zur Sattelwiese am Gscheid. Nichts den Wegspuren am linken Waldrand folgen, denn diese sind wegen der Quellaustritte zwischen dem Kalkmassiv des Gipfels und den Sandsteinschichten der Gscheidmulde bald danach kaum begehbar!

Frühling auf den Thorstallwiesen

Erst nach zwei voreiligen Versuchen weiß ich – vom Güterweg abzweigen, bevor er endgültig in den Hochwald hineinführt. Ob die markante spitzgiebelige Holzhütte noch lange stehen wird, ist zu bezweifeln. Der folgende Aufstieg am Waldrand führt durch schon höheres Wiesengrün, ein paar etwas mickrige Stattliche Knabenkräuter fallen auf (sollten eigentlich wirklich stattlicher sein) und letzt Holunderknabenkräuter. Letzter Rückblick im Sattel mit einem Wall von stattlichen Fichten und dem erwähnten Durchstieg (sogenannte “Schusslucken”). Dann jenseits hinab zur nächsten Forststraße und ganz gemütlich weiter bis zu den Wiesen zwischen Gscheidsattel und Gscheidhof. Hier gibt es zwei Fehlermöglichkeiten – auf dem Fahrweg bleiben und (als großer Umweg) dann der Straße zum Ausgangspunkt folgen / oder gleich links am Waldrand und dann innerhalb vom Gehölz bleiben (eine Sumpftour). Mir passierte das Zweitere, trotzdem waren die 2 1/2 Stunden Wanderung im Gipfelbereich des Schwarzenberges wirklich mehr als zufriedenstellend und zum Nachgehen empfehlenswert!

Engleitengraben – dieser Name passt wirklich bestens: Von dem bei Schrambach vom Traisental westlich abzweigenden Zögersbach (historisches Bergbaugebiet auf Steinkohle aus den Lunzer Schichten) zweigt bei der Kreuzung “Kamp” der enge und zuletzt steile Graben Richtung Hohenstein ab.

Wegweiser bei "Kamp"

Zweimal wäre schon Gelegenheit gewesen, zum Himmel aufzusteigen und auf der Höhe zum Hohenstein weiterzuwandern (eine schöne Runde mit Abstieg durch den Engleitengraben) – bald hinter Schrambach über das Ratzeneck und beim Oberhof über den Wasserfall. Wir parken beim Oberhof und wandern gemütlich in den Graben hinein.

Engstelle mit Wasserkaskaden im Engleitengraben

Das Wasser verlockt natürlich unseren Wanderbegleiter – er ist wirklich brav, höchstens wenn er einmal (?) nicht auf Zuruf folgt, oder wenn in das Wasser lockt…

Von den einstigen Bauernhöfen in diesem voralpinen Graben ist kaum mehr etwas zu bemerken, dafür ziehen Forststraßen, auch als “Jagdstraßen” kreuz und quer die Steilhänge hinan.

An Hollerstauden und Obstbäumen erkennt man ehemalige Hofstandorte.

Touristisch hat der Engleitengraben als einfachster Zustieg zum Otto-Kandler-Haus auf dem Hohenstein Bedeutung, auch wenn man nicht die Runde über den Himmel begeht.

Immer wieder sind neue Routen ausgeschildert

Hier beginnt der eigentliche Wanderweg mit dem Anstieg zum Engleitensattel

Wir machen und aber an den Rückweg, denn dem Checky reicht es offenbar! Er ist ja auch schon ein älteres Semester, vor seiner Pensionierung besuchte er sogar mit seinem “Frauerl” Irene als Therapiehund die Sonderschulklassen für Schwerstbehinderte Kinder in Traisen.

Beim Oberhof mit seiner alten Hauslinde ergibt sich noch ein schöner Rückblick in den Engleitengraben – es war ein stimmungsvoller Wanderspaziergang an einem Frühlingstag (4. Mai).

Start zum ersten richtigen Tourenversuch – Wegerkundung zum Hohenstein von der Sois im Pielachtal, eine Menge von Wegen, wobei man auf den Hohenstein die bessere Runde gehen kann als auf den Eisenstein (dieser ist lohnender von Türnitz aus).

Wandergebiet des St. Pöltner Alpenvereins

Am besten wohl Aufstieg Löbelgraben und Abstieg Prinzbachtal (der Name kommt sicher nicht von einem Prinzen, obwohl dort “Jagd- und Forstprinzen” zugange sind, sondern eher von Prünst = Brennen, Rodung). Meine schönste Hohensteintour war von der Traisentaler Seite – durch den Kampergraben zum Bergkamm, über die Ebenwiese am Tradigisterweg lang und zuletzt ganz steil und damals vertretener Steig auf den Gipfel, Abstieg über Engleitensattel und Himmel; lang, aber sehr ergiebig und empfehlenswert.

Verfallenes Wegkreuz am Beginn des Löbelgrabenweges, schade drum...

Diesmal gehen wir in den Prinzbachgraben hinein, recht nett den Bach entlang, imposant steile und hohe Waldhänge ringsum. Überraschung – die Auerrinderzucht! Der markierte Weg führt am Gehege entlang, und – zum Glück in der festen Abzäunung – sind einige ausgewachsene Auerochsen (wegen dem Nachwuchs wohl auch ein Auerstier, oder wie man sagen soll) und Auerkühe und sogar puschelige Kälber dabei.

Prinzbach

Die Kälber sehen jenen der Hochlandrinder sehr ähnlich – die “Erwachsenen” sind im Vergleich zu den jetzt üblichen Hausrindern auffallend weniger stattlich (vor allem die Euter…).

Dann geht es steil über schöne Wiesenränder und eine “normale” Weide hinauf zum Sommersberghof, wo der Hohensteinanstieg weiter bergwärts führt und in den Tradigisterweg einmündet. Hier heroben, hoch über den engen Talgründen in den Seitengräben der Pielach, breitet sich eine anmutige Bergbauernlandschaft aus. Sanfte Wiesenmulden wechseln mit Waldstücken, dazwischen zahlreiche und vor allem neu ausgebaute Gehöfte, dazu ein malerischer Ausblick über die nähere Bergumgebung (selten bestiegene Gipfel – Schwarzenberg, Grohmannberg usw.).

Sommersberg, Althaus und Neubau

Wir gehen nun nicht bergwärts weiter, sondern folgen dem asphaltierten Güterweg, um wieder ins Tal zum Auto zurück zu kommen. Beim Zollnerhof versuchen wir den Abstieg zum Prinzbach, aber wie vom freundlichen Bauern angekündigt, endet der in der Karte problemlos ausschauende alte Weg am Gehegezaun des Prinzbachgutes, also wieder zurück zum Güterweg. An dessen Böschungen blühten gerade  zahlreich die Bleichen Knabenkräuter, und bei unserem Seitenweg sahen wir sogar einige noch eher knospige Stattliche Knabenkräuter.

Bleiches Knabenkraut (Orchis pallens)

Stattliches Knabenkraut

Der Asphaltabstieg erwies sich als weniger langwierig als angenommen, und mit den Laufschuhen unterwegs war auch das gleichmäßige Bergabgehen bekömmlicher als ein Steilabstieg über ungebahnte Waldhänge. Zufrieden kamen wir also im Soistal an, und beim Rückweg zum Auto an der Prinzbachabzweigung “erntete” Anni sogar noch einen Riesenbuschen “Knofelkraut” (dieser Bärlauchspinat wartet in der Kühltruhe auf seine Verwendung).

1. Mai - Kirschblüte und frisches Laubgrün

Insgesamt nur ein längerer Wanderspaziergang, aber trotzdem ein schönes Naturerlebnis und etwas ausgedehnter als unser Bummel vom Zögersbach in den Engleitengraben in Begleitung von Checky…

Der Geißenberg (üblicherweise auch Geissenberg) ist ein eher als Schitour bekannter Gipfel südwestlich von Schwarzenbach an der Pielach. Mit einer Höhe von 1177 m passt er ideal für eine Wanderung Mitte Mai, wenn der frische Laubaustrieb mit den späten Frühlings- und frühen Orchideenblüten zusammenfällt.

AB Mondviole oder "Wildes Silberblatt"

 Die Zufahrt erfolgt durch das Pielachtal (oder von Türnitz über das Schwarzenbacher Gscheid) nach Schwarzenbach und im hintersten Pielachtal weiter, vorbei an der Abzweigung des alten Wallfahrerweges über die Hölzerne Kirche nach Annaberg, bis zur Kreuzung vor dem Gehöft Kowald. Rechts geht es auf dem asphaltierten Güterweg Fuchsriegel hinauf in den steilen Bergwald mit den fliederfarbenen und ebenso leicht duftenden Blüten der Mondviolen (Lunaria rediviva). Bei der ersten Kehre jedoch gleich geradeaus  zu einem Haus im Graben und auf einem Fahrweg weiter.

AB Gehöft Kowald

AB Stattliches Knabenkraut

Im folgenden, immer wieder von Kalkriegeln durchsetzten Bergwald folgen wir dem bergwärts führenden alten, aber offensichtlich erst jüngst benützten Fahrweg hinauf zum Gehöft Hafnerreit mit seiner riesigen Hauslinde und hübschem Ausblick in den hinteren Pielachwinkel. Gegenüber die steilen Nordflanken des Höhenrückens von Türnitzer Schwarzenberg bis zum Hennesteck mit markanten Felsmauern, wie dem Spitzkogel und den Abbrüchen beim Nassen und Trockenen Loch. Das Wohnhaus steht leer und etwas in Verfall, die Wirtschaftsgebäude instandgehalten, und weiter rechts ein kleines Holzhaus – die Wiesen sind gemistet worden, an den mageren Rändern die nächsten Orchideen.

BB Rotes Holunderknabenkraut

AB Bergwiese bei Hafnerreit mit Spitzkogel

BB Oberhalb vom Geißenberghof

Der Geißenberghof dient wohl als Alm- und Jagdhaus, aufgebaggert wird dort jedenfalls üppig für Holzbringungsstraßen und sogar auf den Gipfelwiesen zur “Weideverbesserung”! Der Aufstieg zwischen Hafnerreit und Geißenberg ist gar nicht so leicht zu finden – zuerst die Hafnerreitwiese hinauf, dann rechts über einen flachen Wiesenboden zum jenseitigen Waldrand, dort auf Steigspur geradeaus zu einem alten Ziehweg, diesen links hinauf zur Wiesenmulde, wo rechts oben schon der Geißenberghof in Sicht kommt.

AB Ausblick Richtung Eisenstein

BB Panorama von den Wiesen vor der Schneeries

BB Feuchtmulde mit Dotterblumen mit Ausblick gegen Berge bei Loich und den Eisenstein

Oberhalb von Geißenberg schließen Wiesenhänge an, die in die wirklich wunderbaren Bergwiesen Richtung Geißenberg übergehen. Ausblick über die südöstlichen Randberge des Pielachtales hinweg und auf die Begrenzung des hintersten Pielachtals. Nach Reiflinger Kalken in den tieferen Lagen, wo vielfach Quellen aufgehen, folgen Hauptdolomit und Kalkschichten, die auch wasserstauende Gesteine enthalten müssen (daher die Feuchtmulden; genauere geologische Verhältnisse muss ich erst den Spezialkarten entnehmen, jedenfalls wandern wir durch die Wölbungs- und Muldenzonen der Lunzer Decke).

BB "Fast-rundum-Panorama" vom Beginn der Schneerieswiesen

AB Schneerieswiesen

BB Die blumige Schneeries mit Lerchensporn, Gelbstern, Gelben Windröschen, Buschwindröschen u.a.

Der breite Bergrücken schwingt sich in sanften Wellen westwärts immer höher, die Gipfelkuppe taucht erst später auf, den Wiesenboden säumen Baumgruppen mit riesigen Rotbuchen, Fichten und Bergahorn, die Flora ist reizend, aber ohne (uns auffallende) Besonderheiten. Hier begegnen wir auch dem Almbauern, der bereits elektrische Weidezäune spannt, weil nachmittags auf den südseitigen Wiesen Hochlandrinder aufgetrieben werden sollen. Die planierten Wiesenflächen mit ihrem frischen Graswuchs werden wohl noch länger nicht genützt werden können.

AB Rückblick mit frühen Sommerwolken

BB Riesenbuchen und Anni als "Wanderzwergerl"

BB Altbäume mit Baumschwämmen

AB Lerchensporn

Zuletzt verflacht der Wiesenrücken – endlich, obwohl man sich kaum idyllischere Lichtungen vorstellen kann – und über der sanften Gipfelkuppe taucht unvermittelt der Ötscher auf. Außer einem kleinen Hütterl am nördlichen Rand der Wiese (dort muss der Anstieg vom Schweinbergsattel über den Nordkamm heraufkommen) gibt es kein auffallendes Zeichen für den höchsten Punkt. Nur sanftes, frisches Grün zwischen den urigen Baumgruppen, wobei sogar die Rotbuchen nur zögernd ihre Blätter öffnen. Als Rastplatz dient eine abgebrochener dicker Ast, auf Labung haben wir verzichtet, aber nach den zwei Stunden Aufstieg hätten wir schon lieber mehr gehabt als nur ein gemeinsames Trinkflascherl… aber zuhause gibt es schon vorbereiteten Spargel, was uns an die herrlichen Frühlingsurlaube im südtirolischen Lana erinnert…

AB Gipfelwiese mit Ötscher

AB Ötscher-Nordwand

BB Jüngster Ahorn im Mantel von Flechten

BB Sauerklee und Farn in einer Rindennische

Nach kurzem Aufenthalt machen wir uns an der Rückweg, Abstieg ins Tal auf einer Variante über den Fuchsriegel. Für starke Marschierer wäre aber folgende Runde ideal – vom Geißenberg über den Hühnerkogel südwärts bis zu den Wastlböden, übers Hennesteck (Almlift von hier aus sichtbar) zum Weißen  Kreuz und Abstieg über die Hölzerne Kirche ins Pielachtal, vor allem im ersten Teil urigstes Gelände, erst vom Hennesteck an markiert.

BB Letzter Blick zum Ötscher

BB Ausblick zum Tirolerkogel von den Schneerieswiesen

AB Panorama beim Abstieg, zwischen den Schneerieswiesen und den freien Hängen zum Geißenberghof hinab

Beim Rückweg über die Schneeries faszinieren die duftigen Wolken über dem Pielachkamm mit dem Eisenstein, sogar Muckenkogel-Hinteralm und das Spitzerl des Türnitzer Högers schauen über den flachen Schwarzenberg mit dem vorgelagerten Spitzkogel herüber (der Hohe Stein ist von hier aus nirgends sichtbar, übrigens eine ganz tolle Orientierungstour vom Schwarzenbacher Gscheid aus…). Dann halten wir uns mehr an den linken Rand der Wiesenflächen, wo rot und gelb die Holunderknabenkräuter in schönster Blüte leuchten. Der Tipp vom Almbauern war richtig – nicht rechts zum Geißenberghof, sondern gleich am Kamm weiter, wo ein schöner breiter Waldweg hinunter zum Oberen Fuchsriegelhof führt.

AB Zwischen Schneeries und Geißenbergwiesen

BB Ausblick gegen Pielachkamm (auch mein neues Headerbild !)

BB Holunderknabenkräuter

Die frühen Orchideen zeigen sich in rot und gelb – heroben auf den Almwiesen (wie vielfach auf den Voralpengipfeln) die Holunderknabenkräuter, weiter gegen das Tal zu in Rot das Stattliche Knabenkraut und in Gelb das Bleiche Knabenkraut. Diese hübschen Blüten begleiten uns dann entlang dem asphaltierten Güterweg vom Oberen Fuchsriegelhof (mit freundlicher Begrüßung durch Wanderer, die sich sogar an eine Führung von mir am St. Veiter Staff erinnerten) hinab ins Tal zum Ausgangspunkt. Das bequeme Bergabmarschieren auf dem Asphaltweg macht uns gar nichts, denn unsere heiklen “Haxn” haben ohnehin schon genug Reize abgekriegt! Insgesamt waren wir vier Stunden unterwegs – die Route ist aus der Karte eindeutig zu entnehmen.

BB Stattliches oder Manns-Knabenkraut (das Bleiche Knabenkraut war zwar noch in Blüte, aber nicht mehr so frisch)

Der Geißenberg über die Schneeries war eigentlich ein Verlegenheitstour, weil wir den Türnitzer Schwarzenberg noch aufschieben wollten (die Runde vom Loisbauern über das Holzer Gsohl und die Thorstallwiesen kennen wir schon, und den direkten Aufstieg vom Gscheid müssen wir erst erkunden). Tatsächlich hat sich diese Wanderung zu einer überaus empfehlenswerten Tour entwickelt, jetzt im ersten Frühlingsgrün (wenn noch nicht das Weidevieh aufgetrieben ist) und sicher auch noch im Herbst zur Zeit der Laubfärbung. Aber bis dahin werden wir hoffentlich noch allerhand Schönes erleben, für mich ein besonderer Genuss mit meinem wieder so munter gängigen Knie (jetzt sei es “geoutet” – der Halbschlitten im rechten Knie, nach einer Erkrankung an Knochenöden Morbus Ahlbeck, von Oberarzt Dr. Harm im Krankenhaus Lilienfeld am 1. März, ist wirklich gelungen, und am 1. Juni hört dann eigentlich erst die intensivere “Schonzeit” auf…). Daher wird es jetzt im Blog wieder öfters etwas zu berichten geben!

AB Stimmungsbild von Anni beim Abstieg von der Schneeries

Am Freitag, 3. Mai 2013, was es endlich so weit – das neueste Buch von Werner und mir ist auch offiziell erschienen!

Zwischen den einzelnen Programmpunkten spielten die originalen “Ötscherbuam” auf, mit originellen und bestens dazu passenden “Stückln” – im Bild Schoißwohl Franz, Zant Erich und Werner Tippelt.

Als Lunzer “Hausherr” (danke für die Initiative zu dieser Präsentation!) kam Bürgermeister Ploderer zu freundlichen Wörtern, und als “Herr der Bücher” vom Kral-Verlag verteilte Robert Ivancich viel Lob ringsum – vor allem auch (und besonders mir aus dem Herzen gesprochen…) an die einfühlsamste aller Lektorinnen – Sonja Franzke! Dort nicht erwähnt, aber von mir hervorgehoben – wesentlichen Anteil an diesem gelungenen Werk haben auch Silvia Wahrstätter (Bildgestaltung) und Lisa Veverka (Karten).

Jetzt haben wir leicht lachen, nachdem die langwierige Bucharbeit vorbei ist – großen Spaß hat alles gemacht, trotz mancher Mühe, und ein gutes Gelingen macht immer zufrieden (auf jeden Fall uns, wenn wir in das Buch hineinschauen…). Neben “Ötschermusi” machten meine Bilderwanderung durch das Gebiet von Erlaufklause bis Sonntagberg und das Tippelt´sche Extremtouren-Video (von Günther Tippelt) über den “Schnurzelsteig” die zwei Stunden bis zum abschließenden Umtrunk restlos voll – und kurzweilig noch dazu.

Mein “immerwährendes” Hemmawegbild ist ja schon von Kommentaren und vom facebook bekannt genug, Werner zeigt sich zum Abschluss mit Originalhut vom “Schnurzelsteig”. Vom Ötscher verabschiede ich mich nun nicht ganz, weil ich meine Seite im Blog mit weiteren Beiträgen (vor allem botanische und geologische Exkursionen) auffüllen möchte. Dazu wird es Stimmungen von den momentanen Spazierwanderungen geben, die bildmäßig schon alle gespeichert sind.

… zur Präsentation unseres neuesten Buches über den Ötscher & die Ybbstaler Alpen:

am Freitag, 3. Mai 2013, ab 19 Uhr in der Gemeindebibliothek Lunz am See.

Die “wilden Westalpen” Niederösterreichs werden vorgestellt mit – Kurzfilm über das Bergsteigerdorf Lunz am See, Musikbegleitung durch die originalen Ötscherbuam, Bildershow mit den besten und kuriosesten Aufnahmen aus dem Buch und dem Extremtouren-Video “Schnurzelsteig”. Werner wird speziell über die 35 beschriebenen Extremtouren in diesem Gebiet berichten – Schwindelfreiheit empfohlen!

Amseln waren schon den ganzen Winter da, und die Drosseln (Misteldrosseln bzw. die “Krametz- oder Kranawettvögel” genannten Wacholderdrosseln) sind jetzt in Scharen herumgeschwärmt.

St. Veit an der Gölsen am 1. April 2013

Die heutige Winterlandschaft von St. Veit wirkt fast wie ein Aprilscherz! Trotzdem hat sich erstmals (nach Buntspechten und Eichelhähern, Bergfinken und Erlenzeisigen) ein noch nie gesehener Gast eingefunden:

Der Jungstar zeigt uns die kalte Schulter!

Trotzdem war er als Star eindeutig erkennbar, sein getupfter Bauch hat ihn eindeutig verraten. Da werden wohl auch die Blaumeisen geschaut haben – denn die verscheuchen nebenan alle anderen Gäste, weil sie (ihrem Eifer nach) wohl schon im Nistkasten brüten. Wie das ausgehen wird bei dem spätwinterlichen Aprilanfang?

Hoffentlich gibt es bald wieder Blumen zu fotografieren, aber die stecken momentan wieder tief unterm Schnee…

Neuhaus am Zellerrain, ein "Sibirien von NÖ"

… und für Langläufer! Jetzt (Ende März 2013) sollte das Tal der Weißen Ois bei Neuhaus so mit Schnee gefüllt sein, dass man auch die Bachquerungen gut bewältigen kann. Aber nur mit Langlaufski, denn alpin sind zwar die Ränder der Oisschlucht, die Schluchtstrecke selbst wie die übrige Winterwanderung ist für Alpinschi viel zu weitläufig. Sogar Schneeschuhwanderer würden endlos dahinstapfen müssen…

Langlaufgruppe bei "Auf der Bärtanne"

Meine Bilder stammen von einer Langlauf-Wanderung mit einer Lehrergruppe, wobei trotz der Umsetzung von Dias das prächtige Wetter mit klarer Sicht, tiefen Schatten (in der Schlucht daher fotografisch ein Problem) und fast riesigen Raureifkristallen gut zum Ausdruck kommt.

Start war beim Parkplatz am Beginn des Faltltals in Neuhaus. Entgegen der Sommerbeschreibung (in unserem neuen “Ötscher & Ybbstaler Alpen” ausführlich enthalten) hielten wir uns nach kurzem Aufstieg über die Jägertalstraße dann auf der Mösernstraße weiter und kamen von Nordwesten her ins Rotmösl – in der Karte als “Auf der Bärtanne” bezeichnet.

Übrigens ist auch bei hoher Schneelage die Route nach der Karte leicht nachzuvollziehen. Hinab ins Oistal ging es zuletzt nicht links zur ehemaligen Rehberghütte, sondern rechts haltend zur Oisklause. Vom Stausee führt dann der Talverlauf ohne Kompromisse in die Schlucht der Weißen Ois hinein.

Im Rotmösl

Stauweiher Oisklause

Überall ist es bei dieser Tour wichtig, dass sie an einem frostigen Tag unternommen wird. Denn dann droht in der Oisschlucht die geringste Lawinengefahr von den begrenzenden Steilhängen. Für die Anstiege und Abfahrten, allesamt sehr verlaufend, sollte der Schnee griffig sein, nicht zu tief und schon gar nicht pappig oder überhaupt nicht bruchharschig…

Im Oistal nahe der ehemaligen Rehberghütte

Die Schwierigkeiten der Route ergeben sich bis hinüber ins Oistal höchstens mit der Orientierung. In der Schlucht selbst muss der Oisbach mehrmals überquert werden – im Sommer auf Trittsteinen, im Winter auf Schneebrücken. Die stellen eine echte Herausforderung dar!

Die vereiste Weiße Ois

In der Oisschlucht

Sobald aber die Weitung beim Faltl erreicht ist, geht es mit Anstieg über die Faltlhöhe wieder zurück Richtung Neuhaus. Zuletzt steht die riesige Wildfütterung bei der Abzweigung der Mösernstraße im Weg. Dort muss man allenfalls bei Absperrungen ins Waldgelände beiderseits des Tales ausweichen.

Ein gute Variante ergibt sich von der Faltlhöhe auf einer Forststraße über die Randkuppen der Schlucht westwärts zur Jägertalstraße. Auf dieser Richtung Neuhaus abfahrend, wird die Berührung der Wildfütterung überhaupt vermieden!

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