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Bei unseren Erkundungen der Pilgerwege zwischen Wald-Weinviertel und Gurktaler Alpen genießt natürlich die Via Sacra – die “Heilige Straße” von Wien nach Mariazell – einen gewissen Vorrang. Sie führt nämlich an unserer Haustür vorbei! Außerdem ist der Via Sacra-Pilgerweg ein touristisches Projekt der letzten Jahre, nachdem vorher die Wiener Wallfahrer immer mehr die Bergroute über Unterberg und St. Aegyd marschiert sind. Nun aber ist die traditionelle Strecke vom Wienerwald mit Heiligenkreuz bis Kaumberg, wo der Wiener Wallfahrerweg abzweigt, durch das Gölsen- und Traisental mit Stift Lilienfeld und Türnitz, dann weiter über die Heiligen Berge nach Mariazell ebenfalls durchmarkiert. Wallfahrer müssen daher auch entlang dieser althergebrachten Strecke nicht mehr die Bundesstraßen entlang marschieren.

Der heutige kleine Ausflug führt uns an den Kreuzungspunkt von Via Sacra-Pilgerweg und Wiener Wallfahrerweg, nämlich zur Araburg, die noch dazu die höchstgelegene Burg Niederösterreichs darstellt (die spärlichen Reste auf dem Weinsberg zwischen Gutenbrunn und Bärnkopf können ja nicht als Burgstelle gezählt werden). Ausgangspunkt für die Araburg ist der alte Liliefelder Stiftsmarkt Kaumberg mit seiner wuchtigen Wehrkirche und dem stimmungsvollen Marktplatz.

Marktbrunnen mit Herberge zum schwarzen Bären

Marktbrunnen mit Herberge zum schwarzen Bären

Die Araburg ist übrigens ein ganz leichtes Ziel für Spaziergänger und Kinderwagenschieber (diese gehen nicht die Runde mit dem steileren grün markierten Aufstieg, sondern bleiben auf dem für allgemeinen Verkehr gesperrten Fahrweg).

Intim eingerichtetes Herbergszimmer

Intim eingerichtetes Herbergszimmer

Die Araburg-Wirtin Anni (auf einem Bild daher die beiden Araburg-Annis) führte uns durch die im hohen Torturm untergebrachte Herberge, wo man um 8 Euro zwar nicht feudal, aber sauber und gut betreut nächtigen kann – die Bilder geben sogar einen intimen Einblick! Danke für die freundliche Aufnahme und Führung, obwohl wir nicht einmal eingekehrt sind. Dafür habe ich dort den brandneuen Führer zum Geologischen Weg in Ramsau bekommen – überaus interessant für Steinsammler und erst letzten Sonntag eröffnet.

Araburg, die höchste Burgruine Niederösterreichs

Araburg, die höchste Burgruine Niederösterreichs

Uns hat es auf der Araburg so gefallen, dass wir einen mehrfachen Wunsch entsprechend eine Idee zu einem (schon längst fälligen) wandertipp-Blogger-Treffen haben: Wie wäre es, wenn wir uns am Samstag, 9. Oktober, in Kaumberg treffen, zum Parkplatz hinauffahren und dann die kleine Runde mit großer Einkehr begehen? Nur einmal eine Anregung mit der Frage, wer zu diesem Termin Zeit hätte (Samstag wäre besser als Sonntag, denn da ist im Burggasthaus womöglich zu viel los, heute Samstag wäre ganz gemütlich gewesen). Außerdem kann man diese liebliche Voralpenlandschaft mit ihren herrlichen Ausblicken gegen die Hochalpen und über den Wienerwald ziemlich sicher in der schönsten Laubfärbung erleben! Unser nächster möglicher Termin wäre voraussichtlich erst der 30. Oktober.

Durchblick auf die steilen Gipfel des Wiener Wallfahrerwege - Raingupf und Kieneck

Durchblick auf die steilen Gipfel des Wiener Wallfahrerwege - Raingupf und Kieneck

Beim Aufrufen meines Blog bemerkte ich soeben, dass mein letzter Beitrag am 30. Juli (immerhin dieses Jahres) erfolgt ist. Außer zu Kommentaren bei den anderen Beiträgen – vielen Dank ihr fleißigen Wandertipp-Blogger! – hat es bei mir nicht zu mehr gereicht – Lebensbedrohung durch Operation beseitigt,  zugleich Lebensqualität  ganz schön vermindert… Aber jetzt befinde ich mich sozusagen immer deutlicher auf dem “aufsteigenden Ast”, und stelle außerdem fest – aus dem Hochsommer ist schon fast der Herbst geworden!

Daher steht einer Tour in die wärmeren Regionen nichts mehr im Wege – also ab ins Weinviertel, wo  es noch dazu eine neue Jakobsweg-Route zu “erforschen” gilt. Vorerst eine Einstimmung mit einem Ausflug nach Nikolsburg, auf die Pollauer Berge und zu den Weltkulturerbe-Schlössern Feldsberg und Eisgrub (die tschechischen Namen verwende ich im folgenden Artikel).

„Grenzschritte” – von Natur zu Kultur in Südmähren

Nur wenige Schritte über eine heute „grüne Grenze” trennen das niederösterreichische Weinviertel vom südmährischen Gebiet an der unteren Thaya. Dort leiten Felsklippen und Teichfluren zur kultivierten Natur historischer Schlossparke über. Hügelland und Niederungen, die eher den Anschein von Ebenen als von Talmulden erwecken, das sind die landschaftlichen Kennzeichen des Weinviertels. Allenthalben überwiegt intensiv bewirtschaftetes Agrarland, mit Weinrieden und Feldflächen. Dieses Kulturland reicht über die „Hintausgassen” selbst noch in die weitläufigen Siedlungen hinein.

Aus diesem ebenmäßigen Relief, das man je nach Geschmack auch als einförmig bezeichnen könnte, sticht das „Rückgrat” dieses nordöstlichen Landesviertels heraus. Es setzt den am Kahlen- und Leopoldsberg steil zur Donau abfallenden Wienerwald gegen Nordosten fort und beginnt jenseits der sogenannten Wiener Pforte mit dem Riesenbuckel des Bisambergs. Diese von den Geologen als Klippenzone bezeichneten Höhenzüge bilden eine Brücke von den Alpen zu den Karpaten. Nur treten hier statt dem aus Sandsteinen und Mergeln bestehenden Wienerwaldflysch immer mehr Kalkschichten zu Tage. Je weiter nordwärts, desto schroffer erscheinen die Formationen, besonders eindrucksvoll am Ruinenfelsen von Staatz. Diese harten Jurakalke wirken augenscheinlich wie Klippen inmitten der „weichen” Schichten des ringsum ausgebreiteten Hügellandes. 

Grenzstadt Mikulov, das altösterreichische Nikolsburg

Grenzstadt Mikulov, das altösterreichische Nikolsburg

Durch Grenzen verändertes Landschaftsbild 

Die Urlandschaft im nordöstlichen Landesviertel Niederösterreichs wird sich vom anschließenden Mähren nicht unterschieden haben. Steppenböden und Laubwälder bedeckten die trockenen Hügelzüge, dazwischen breiteten sich an den Wasserläufen sumpfige, mit Auwald überzogene Talsenken aus. Typische Ortsnamen enden auf -brunn, ein Hinweis darauf, dass gutes Wasser in diesen Niederungen gar nicht leicht zu finden war. Auch als das Land vom frühen Mittelalter an kultiviert wurde, trat keine Änderung ein – wogende Felder, so weit der Blick reicht, von Eichenwäldern und kahlen, steinigen Höhenrücken begrenzt, und dazwischen verstreute Weinrieden. Daran hat sich seit Jahrhunderten nicht allzu viel geändert!

Nicht durch den Menschen mit seiner Agrarkultur hat sich die Landschaft einschneidend gewandelt, sondern durch die politischen Verhältnisse mit ihren geänderten Wirtschaftsformen. Am „Eisernen Vorhang” war hier durch fast ein halbes Jahrhundert eine hermetisch verschlossene Grenze gezogen worden. Diese existiert nach dem Ende des Kommunismus in der Tschechoslowakei und erst recht nach der europäischen Vereinigung nur mehr in der staatlichen Zugehörigkeit und Verwaltung. Dennoch ist diese Grenze selbst im Satellitenbild weiterhin erkennbar! Auf tschechischer Seite überwiegen ungegliederte Kulturflächen, die durch kollektive Bewirtschaftung entstanden sind und nun stellenweise sogar brach liegen. Diesseits der Grenze erscheint das Land kleinräumig strukturiert, trotz großer Felder von bäuerlichem Charakter und vor allem intensiv gepflegt, was auch auf die Siedlungen zutrifft.

Blick von den Maidenburg auf Pollau und den Thaya-Stausee

Blick von den Maidenburg auf Pollau und den Thaya-Stausee

Über die Pollauer Berge 

Das höchste „Gebirge” im Weinviertel sind die Leiser Berge, und als ihr Gegenstück erheben sich in Mähren die Pollauer Berge (Pavlovske Vrchy). Eigentlich könnte dieses etwa neun Kilometer lange, bis zum Bogen der aufgestauten Thaya reichende Mittelgebirge auch nach Nikolsburg (Mikulov) benannt sein. Denn bereits innerhalb dieser historisch interessanten Stadt beginnen seine steilen, mit Kalkfelsen durchsetzten Hänge. Nordwärts in einzelne Höhenkuppen aufgelöst, entwickelt besonders das „Nordkap” der Pollauer Berge eine ausgeprägte Gipfelform. Noch dazu blickt dort eine mächtige Burgruine über die vom milden pannonischen Klima geprägte weitläufige Landschaft.  

Man könnte den gesamten Bergzug auf gut markierten Wanderwegen, wie sie für die touristische Erschließung in unserem Nachbarland typisch sind, auch als anspruchsvolle Tour überschreiten. Wer weniger sportlichen Ehrgeiz besitzt, unternimmt besser eine kürzere Rundwanderung. Vom romantischen Weinbauort Pollau (Pavlov) aus wird die Ruine der Maidenburg (Divci hrady) erreicht, und auf der Berghöhe geht es weiter bis zum 549 m hohen Hauptgipfel Devin. An dessen aussichtsreicher Ostflanke erstrecken sich Trockenrasen und Felssteppen, die beim Rückweg weiter unterhalb gequert werden. Auf der Anhöhe weitergehend, gelangt man zuletzt an Felsabbrüchen vorbei in einen schluchtartigen Einschnitt (Souteska) hinab. Dort zweigt der als Lehrpfad ausgeschilderte Weg scharf links ab. Dieser führt zurück zum Sattel bei der Ruine Maidenburg und damit zum Abstiegsweg nach Pollau (gesamte Gehzeit ca. 3 Stunden). 

Der Ausgangspunkt für diese reizende Rundtour befindet sich in einem romantischen Weinort, dem bis zur Erfüllung der berüchtigten Benesch-Dekrete, und damit zur Vertreibung der altösterreichischen Südmährer, Pollau (auch Polau), heute Pavlov, genannten Dorf. Gepflegt sind dort vor allem die Privathäuschen, und Freundlichkeit erfährt man von jüngeren und ganz alten Leuten – ihr Verhalten ist ein Spiegelbild der Geschichte des Südmährerlandes.

Das Barockschloss Feldsberg / Valtice

Das Barockschloss Feldsberg / Valtice

Die barocke Residenz 

Feldsberg (Valtice) befindet sich knapp jenseits der Grenze und gehörte bis 1919 zu Niederösterreich. Dorthin fährt man am besten über den lokalen Grenzübergang Schrattenberg und kommt so mit schönem Ausblick von der Anhöhe herab in diese Stadt, die zu den ältesten Mährens zählt. Sie war durch mehr als 600 Jahre bis 1945 im Besitz der Liechtenstein. Das Schloss Feldsberg wurde in der Barockzeit unter Beteiligung so bedeutender Künstler wie J. B. Fischer v. Erlach und D. Martinelli als Residenz ausgebaut. Vom bergseitig angelegten Park aus breitmächtig anzusehen, öffnet sich die Schauseite des Schlosses auf die Stadt zu mit imposanten Flügeln. Das oberste Geschoß dieses Prachtbaues bleibt Besuchern verschlossen, die zur Besichtigung freigegebene Etage präsentiert sich in eindrucksvoll renoviertem Zustand. Als Schutz für die Parkettböden mit weichen Filzpantoffeln ausgestattet, kann man mit etwas Glück als nicht-tschechischer Besucher eine deutschsprachige Führung sogar in einer intimen Kleingruppe genießen. 

Das Minarett im Schlosspark Eisgrub

Das Minarett im Schlosspark Eisgrub

Das Parkschloss Eisgrub 

Von Feldsberg verläuft eine 1715 geradlinig angelegt Allee über sieben Kilometer bis zur Liechtenstein´schen Sommerresidenz in Eisgrub (Lednice). Dieser Baukomplex und ebenso die Parkanlagen haben gegenüber der Barockzeit ihren Charakter durch die romantische Umgestaltung im Stil der englischen Neugotik wesentlich verändert. Als Weltkulturerbe ebenfalls viel besucht, erfüllt die Schlossanlage aber nur teilweise die hochgesteckten Erwartungen, denn die Renovierungsarbeiten dürften noch eine lange Strecke vor sich haben.  War es schon zur Zeit der „Sozialistischen Republik” sicher nicht leicht, die Mittel für solche Relikte von Monarchie und Feudaladel aufzubringen, dürfte der nach der Wende von 1989 bald installierte Staatskapitalismus vermutlich noch weniger dazu in der Lage sein. Noch dazu wurde Eisgrub während des 19. Jahrhunderts im damals hochmodernen Tudorstil aufgerichtet. Unter dem Mauerverputz steckt überall Ziegelmaterial, und kaum eine andere Bausubstanz dürfte anfälliger für Verwitterung und Zerfall sein. Selbst die restaurierten Schmuckstücke der Anlage vermögen gegen den ruinösen Eindruck etwa der Meiereigebäude kaum aufzukommen, für die es kaum Verwendung und Erhaltungsmittel geben dürfte.

Erfolgreiche Bemühungen zeigt die ans Schloss anschließende Orangerie, ein 1843/45 erbautes Gewächshaus mit subtropischen Blüten, wie sie allerdings heute im Floristikhandel keine Seltenheit mehr darstellen. Dann spaziert man hinein in den Park, nein, das wäre zu bescheiden gesagt – hier lässt es sich wandern, solange Zeit und Energie reichen! Ein „Blickpunkt” folgt dem nächsten, mächtige Baumriesen neigen ihre Äste und Blüten über die Wasserflächen, und aus der Entfernung nehmen sich die Schlosstürme immer schöner aus. Wer bis zum Minarett vorgedrungen ist, weiß sich nun am Wendepunkt des Rundganges. Der Ausblick von der 60 Meter hohen Turmspitze lässt das Labyrinth von Grün und glitzerndem Wasser erst so richtig erfassen. Nicht zu übersehen sind die Vogelkolonien in den uralten, weit ausladenden Baumkronen mit seltenen und in der freien Natur kaum zu beobachtenden Arten. Eine über Teiche und Kanäle geruhsam dahingleitende Fähre bietet überdies eine Abwechslung zum ausgiebigen Fußmarsch (zwei bis drei Stunden Gesamtzeit einplanen). Ohne einen Blick auf die Orientierungspläne gerät hier das Dahinwandern womöglich zu einem Irrweg! Aber gerade diese Möglichkeit macht den Reiz dieser vielfältigen und schier endlosen Parkanlage aus.

Lednice - Baumriesen, Blumenwiesen, Teiche und malerische Kanäle

Lednice - Baumriesen, Blumenwiesen, Teiche und malerische Kanäle

Teichspiegel und endlose Alleen 

Die Schlösser Feldsberg und Eisgrub sind durch einen mindestens zwei Gehstunden erfordernden Wanderweg verbunden, entlang dessen immer wieder romantische Bauten im Waldgelände auftauchen. Darüber hinaus sollte kein Besucher versäumen, außerhalb der Parkanlagen durch die Landschaft zu streifen. Eine Autofahrt mit ihren flüchtig vorbei huschenden Eindrücken genügt kaum für ein intensiveres Erleben dieser vom Menschen geprägten Natur. Hoch zu Ross wie einst die Adelsgesellschaft – das würde besser in dieses historische Ambiente passen! Aber mit dem „Drahtesel” vorlieb zu nehmen, ist auch nicht zu verachten. Denn die Zeit der hohen Herrschaften ist auf jeden Fall vorbei, egal ob „hüben oder drüben” der mährisch-niederösterreichischen Grenze. 

Orangerie des Schlosses Eisgrub / Lednice

Orangerie des Schlosses Eisgrub / Lednice

Praktische Hinweise

Wanderkarten und deutschsprachige Führer am besten vor Ort besorgen (z. B. Kioske beim Schloss Eisgrub). Literatur – Historische Stätten Böhmen und Mähren, Kröner Verlag.

Nicht dass der Ötscher hereinbricht über sein schönstes Bergdorf oder vom Tirolerkogel eine Lawine abgeht – aber schon ein wichtiges Datum, dieser Sonntag 1. August 2010:

Das ist der letzte Tag für die Ausstellung über die Annaberger Bergbaugeschichte – Betreuer ist dabei der kompetente “Höhlenschliafer” Erwin Nistlberger!

Also auf nach Annaberg!

… haben wir in den letzten Jahren mit der Kamera gepflückt!

Sowohl in der Touristik wie auch für die spezielle Botanik ist die Raxalpe ja ein traditionelles Betätigungsfeld. Die Pflanzenwelt unterscheidet sich mit typischen Arten von den westlichen Voralpen Niederösterreichs, etwa von Dürrenstein und Hochkar. Besondere Blütenschätze sind die endemischen (nur hier und etwa in einem fernen Verbreitungsgebiet vorkommenden) Arten, meistens mit dem Beinamen “Ostalpen-”.

Schon am kurzen Weg zum Ottohaus blüht es herrlich an den Böschungen und entlang der Latschenfelder. Im “Alpengarten” bei diesem Schutzhaus findet man alles sogar beschriftet. Weiterhin durch die von der Natur selbst so hübsch angelegten Blumengärten werden dann die Erwartungen noch bei weitem übertroffen. Jetzt ist die Zeit der Edelweißblüte! Hochstaudenfluren prangen am Grünschacher Richtung Dirnbacher Hütte und entlang vom Seeweg. Hinauf zum Klobentörl gelangt man in die Felsfluren, und auf den höchsten, den Stürmen voll ausgesetzten Rücken (Austrocknung gefährdet die Pflanzen dort mehr als die Kälte), etwa auf Preinerwand und Scheibwaldhöhe,  wird die Blumenwelt ganz “klein aber fein”. Das Ostalpen-Stiefmütterchen fanden wir vor allem am Dreimarkstein, das Edelweiß gibt es fast überall in den alpinen Rasen.

Einige Blumenbilder sind hier beigefügt, ein Album dazu gibt es in meinem facebook!

Was im Hochsommer schon fehlt – Aurikel, Silberwurz, Kalk-Glockenenzian… höchstens am Rand der immer mehr abschmelzenden Schneefelder gibt es noch Clusiusprimeln und Soldanellen, um nur einige subalpine Frühblüher zu nennen.

Einladung zur Edelweißblüte !

Im Hochsommer darf man – überhaupt bei tropischen Temperaturen wie zuletzt (und wahrscheinlich auch schon bald wieder) – die Bergtouren weder in niedrigen Regionen noch vom Tal aus angehen! Entweder Zufahrt bis auf einen hochgelegenen Pass (wie bei Niederalpl – Veitsch) oder mit einer Bergbahn (wie bei meinem folgenden Tourenvorschlag):

Mit der Seilbahn auf das Rax-Plateau und leichte Wanderung zur Höllental-Aussicht und auf dem Seeweg. Für geübte Bergwanderer Rundtour im Gipfelbereich, allerdings nur bei guten Wetter- und Sichtbedingungen!

Route: Seilbahn / Bergstation – Otto-Haus (Alpengarten) – Höllental-Aussicht – Klobentörl – Scheibwaldhöhe – Trinksteinsattel – Seehütte – (Seeweg – Otto-Haus) – Preiner Wand – Jakobskogel – Otto-Haus – Seilbahn; 15 km, Seehöhe 1547 bis 1943 m.

Gehzeit: 3 ¾ Std. (insgesamt für den „Spazierweg” zur Höllental-Aussicht und zum Alpengarten beim Ottohaus); für die große Rundtour 6 bis 7 Std.

Einkehr: Otto-Haus (Mai bis Ende Okt.), Seehütte (Ende Mai bis 1. 11.)

Tipps4Kids: Ein interessantes Bergerlebnis am “Spazierweg”, Naturbeobachtungen mit Alpenblumen und Gämsen, spannende Seilbahnfahrt!

Zufahrt: Von Semmering-Schnellstraße / Gloggnitz über Payerbach-Reichenau nach Hirschwang zur Seilbahn-Talstation (Betrieb täglich ab 8 Uhr, Info Tel 02666/2497.

Meine “NaturTour”  auf dem Rax-Plateau bietet nicht nur eine ideale Blumenwanderung und ein “geologisches Lehrstück” für die in der Tertiärzeit als Landoberfläche der sich entwickelnden Alpen typische sogenannte Raxlandschaft (bevor besonders während der Eiszeiten die Täler und Schluchten eingetieft wurden). Auch touristisch ist die Route ganz hervorragend – wer noch mehr “laufen” will, kann vom Trinksteinsattel noch bis zum höchsten Punkt der Rax gelangen (Heukuppe mit 2005 m,  bereits in der Steiermark) und mit anspruchsvollen Varianten wieder zurück zur Seehütte kommen. Das gilt auch als “Hüttenhüpfen” mit Habsburg- und Karl-Ludwig-Haus, Seehütte, Ottohaus, und auf jeden Fall kann man vor der Talfahrt noch bei der Bergstation einkehren und von der Terrasse aus den gewaltigen Talblick genießen (übrigens blühen dort unterhalb sogar Straußglockenblumen, die auf der Veitsch schon vorgestellt wurden).

Nun zuerst einmal die Routen mit ihren vielfältigen Landschaftsbildern (der “Blumenstrauß” sollte bald folgen, indem schon eine Menge Bilder vorbereitet sind und ich soeben drauf gekommen bin, wie ich endlich wieder vor dem PC halbwegs angenehm meinen Platz einnehmen kann….  der fast schon historische “Kniesessel” war doch keine so gute Idee…).

Zu meinem Wandertipp im “treffpunkt” (Magazin der NÖ Arbeiterkammer) 03/10:

Ins „Stoasteirische” - unterwegs mit Bernhard Baumgartner

 

„Stoasteirisch” meint laut Peter Rosegger nicht nur die obersteirische Mundart. Dieser Begriff ist vielmehr auch geografisch zu verstehen und umfasst die Mariazeller Berge knapp südlich der niederösterreichischen Landesgrenze. Hier wechseln Felsen und Almen, Schluchten und freundliche Täler, und die Natur wird beherrscht von endlosen Wäldern.

 

Über diese Wälder höher hinaus zu steigen, ins Reich der alpinen Rasen und Bergblumen, das ist besonders im Hochsommer reizvoll. Das ideale Gipfelziel dafür ist die Hohe Veitsch vom Niederalpl aus, eine zünftige, aber nicht zu schwere Bergwanderung. Abstiegsvarianten führen über den Wildkamm (für geübte Touristen) oder über Teufelskamp und Rotsohl (für ausdauernde Geher).

Die “Blumentour” umfasst sowohl die Region der Waldgrenze (Straußglockenblume) als auch und besonders die alpinen Rasen, etwa auf dem Wildkamm – Alpen-Zwergständel / Chamorchis alpina, Zwerg-Alpenscharte / Saussurea pygmea – ein Höhepunkt für botanisch interessierte Bergsteiger!

 

Route: Niederalpl/Passhöhe – Sohlenalm – Bärental und Gingatzwiese – Hochveitsch – Meranhaus (Aufstieg 2 ½ bis 3 Stunden, zurück auf gleichem Weg). Mit Abstiegsvarianten insgesamt bis zu 6 Stunden. Nur bei sicheren Wetterverhältnissen ratsam!

Abstiegsvarianten – in meinem Blog > Suche: Veitsch

 

Info: Tourenführer von Bernhard Baumgartner „Wandererlebnis Mariazeller Land und Ötscher” (Kral-Verlag); www.niederoesterreich.naturfreunde.at

Von Freitag 9. Juli bis Montag 12. Juli 2010 findet die  “Judenburger Wallfahrt” am Zirbitzkogel vorbei nach Maria Waitschach oberhalb von Hüttenberg in Kärnten statt.

Ich wäre so gerne mitgegangen oder hätte zumindest teilweis mitgemacht, schon allein um ein paar Aufnahmen von dieser historischen Traditionswallfahrt zu machen. Leider ist mir das nicht möglich, und ich suche auf diesem Weg Teilnehmer, die mir Bilder oder Berichte dazu zur Verfügung stellen können!

Zur Information:

Processio Votiva Anno 1473 

Die legendäre “Judenburger Wallfahrt” von Judenburg (Steiermark) über die Seetaler Alpen nach Maria Waitschach (Kärnten) wird nachweislich seit dem Jahre 1473 abgehalten, nur alle drei Jahre und schon immer bei jedem Wetter durchgeführt und dauert cirka vier Tage. Wahrscheinlich ist diese Wallfahrt aber schon auf das Jahr 1460 zu datieren. Das Gelöbnis wurde im 17.Jahrhundert durch zwei Brände der Stadt Judenburg und auch im Juni 1806 erneuert. Durchgeführt wird diese Wallfahrt als Dank an die Muttergottes von Maria Waitschach, dass die Stadt Judenburg vor den einfallenden Türken, Magyaren aber auch vor anderen herumstreunenden Völkern verschont blieb immer am Wochenende “Ende Juni – Anfang Juli.

 

Streckenführung - Zeitplan:
1. Tag:
Judenburg 14:00 Uhr – Andacht – Gelöbniserneuerung – Reisesegen Stadtprozession zum “Waitschacher Kreuz” in Oberweg – Andacht – Verabschiedung. Aufstieg nach St. Wolfgang ob Obdach – Andacht – Abend- bzw. Nachtruhe.

2. Tag: Um 01:00 Uhr Morgens Tagwache – 02:00 Uhr Wallfahrermesse – Auszug aus St. Wolfgang. Der Weg führt über die “Rothaidn” hin zum Türkenkreuz, wo wieder eine Andacht stattfindet. Weiter führt der Weg zum “Judenburger Almkreuz” auf der “Streitwiesenalm”. Nach der Andacht wird die “Steirisch / Kärntnerische” Landesgrenze überschritten und es beginnt der Abstieg nach St. Martin am Silberberg. Nach der Andacht dürfen sich die Wallfahrer ausruhen, ehe um 14:00 Uhr in den Steirergraben im oberen Görtschitztal abgestiegen wird. Danach geht es aber gleich bergauf zum “Judenburger Kreuz” in Waitschach. Dort werden die Wallfahrer von der Ortsprozession empfangen und nach “Maria Waitschach” geleitet, wo wieder eine Andacht stattfindet. Anschließend beginnt der “Kirchtag”.

3. Tag: 08:00 Uhr Frühmesse – 09:00 Uhr “Wallfahrer Hochamt” zum “Judenburger Sonntag”. Um 14:00 Uhr – Schlussandacht – Reisesegen und Auszug aus “Maria Waitschach”. Verabschiedung der Wallfahrer mit Andacht am “Judenburger Kreuz” – Abstieg in den Steirergraben – Aufstieg nach St. Martin am Silberberg. In der Kirche gibt es eine Andacht – Abend-bzw. Nachtruhe.

4. Tag: 02:00 Uhr Tagwache – 03:00 Uhr Wallfahrtsmesse – 04:00 Uhr Auszug aus St. Martin am Silberberg und Aufstieg auf die Seetaler Alpen zum “Judenburger Almkreuz” auf der Streitwiesenalm. Dort wird die Wallfahrt vorübergehend aufgelöst, denn die Wallfahrer können den 2.400 m hohen Zirbitzkogel – Linderkar See, Schmelz, Drei Lärchen, Reiterbauer, erklimmen, wenn sie noch Kraft haben. Um 16:45 Uhr wird wieder gesammelt und die Wallfahrt geht ihrem Ende in Judenburg zu. Die Wallfahrer werden am “Waitschacher Kreuz” begrüßt und in das Zentrum von Judenburg geleitet. Um 19:00 Uhr findet die Schlussandacht in der Stadtpfarrkirche “St. Nikolaus” statt.

Ein paar Bilder von unserer Wanderung bei Maria Waitschach im Mai dieses Jahres!

Im Pestjahr 1645 gelobte die Ratsversammlung von St. Pölten, zur Abwendung der Seuche eine Wallfahrt zur St. Pöltener Stiftspfarre “Maria am grünen Anger” in Mank. Zum Jubiläum “850 Jahre Stadt St. Pölten” wurde diese traditionelle Wallfahrt 2009 aktualisiert und unter Dompfarrer Norbert Burmettler die Wallfahrtsroute neu festgelegt und beschildert.

 

Der Manker Wallfahrerweg, eine typische Traditionswallfahrt, hat eine Gesamtlänge von 30,5 km und erfordert eine Gehzeit von 8 Stunden.

Route: Dom St. Pölten – Rathausplatz – Heßstraße – Kalvarienberg am Stadtwald – Nadelbach – Schwadorf – Matzersdorf – Ebersdorf – Feilendorf – Rammersdorf – St. Margarethen – Hahnlkapelle – Unterradl – Schlatzendorf – Oberhaag – Schlangenkreuz – Kälberhart – Loipersdorf – Mank.

Die Landschaft: Im ersten Abschnitt wechseln, wie im Gesamtverlauf, immer wieder Asphaltstrecken mit Feld- und etwas spärlicher Wald- und Wiesenwegen. Von den Anhöhen zwischen Traisen-Pielach-Sierningtal öffnet sich ein herrlicher Ausblick auf die Lilienfelder Alpen mit der Reisalpengruppe. Bei klarer Sicht ist natürlich der Ötscher beherrschend, und im Norden erkennt man das Granithochland mit Dunkelsteiner Wald, Jauerling und Ostrong. Die Landschaft ist insgesamt typisch für das Mostviertel, Hügel um Hügel wellt sich dahin, dazwischen seichte Talmulden, überall Feldfluren und einzelne Waldstücke. Die typischen Mostviertler Vierkanter stehen wie “Bauernburgen” in der anmutigen, fruchtbaren und harmonischen Landschaft.

Auf halber Strecke ist St. Margarethen an der Sierning mit der hochgelegenen Pfarrkirche ein Glanzstück der Tour, umgeben von einer gepflegten Blumenanlage, den Statuen der vier Evangelisten, nebenan der ebenfalls bemerkenswerte Pfarrhof. Eine Bildsäule von 1777 ist das “Schlangenkreuz” auf der Anhöhe oberhalb von Kälberhart, so benannt nach der die Erdkugel umschlingenden Schlange, die von der “Imaculata” überwunden wird. In Mank kommt man am Hauptplatz zur barocken Dreifaltigkeitssäule und am stattlichen Pfarrhof vorbei zur großmächtigen gotischen, in der Barockzeit ausgestalteten Wallfahrtskirche. Hervorragend sind die Rippengewölbe, die Kanzel mit Pfingstwunderrelief des Barockkünstlers Peter Widerin von 1731, im reich gestalteten Hochaltar die Gnadenstatue (nur die Köpfe original aus dem 15. Jh.) und überhaupt der Gesamteindruck des Gotteshauses. In den Kunstführern nicht näher bezeichnet sind sechs große Gemälde (Paul Troger Schule ?). Neben der Kirche (im ehemaligen Friedhof) eine barocke Arkadengalerie mit hl. Grab und Lourdesgrotte). Der Kirchenplatz ist sehr ansprechend gestaltet, mit schmiedeeiserner Sonnenuhr in Form eines Globus und einem Brunnen.

Mein Wandertipp: Empfehlen kann ich den Manker Wallfahrerweg – nicht nur wegen der momentanen Hitzewelle – vor allem zu den kühleren Jahreszeit und besser mit dem Rad als zu Fuß (am besten ein Mountainbike oder Trekkingrad mit etwas breiteren Reifen, da manche Wegstück grobschottrig sind). Sogar als Winterwanderung eignet sich diese Tour vorzüglich, ausgenommen bei Nebellagen, denn bei klarer Sicht in der Zeit von Spätherbst bis Frühjahr muss sich das Bergpanorama einfach wunderbar ausnehmen. Ein großer Vorteil für diesen Pilgerweg ist die Rückfahrmöglichkeit mit der Schmalspurbahn von Mank nach St. Pölten, die zum Glück noch immer in Betrieb ist.  Von Mank bis Wieselburg ist der Bahnbetrieb leider schon eingestellt – mein Vater Peregrin würde sich sehr kränken, wenn er das noch erlebt hätte, denn er ist viele Jahre nicht nur auf der Mariazellerbahn, sondern auch auf der “Krumpen ” von Obergrafendorf bis Gresten als Lokführer gefahren.

Rückfahrt von Mank nach St. Pölten (mit Radtransport) um ca. 17 Uhr.

Info über Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten: Mostviertel Tourismus www.mostviertel.info / Tel. 07416/52191. Folder mit Karte (das letzte Wegstück vor Mank unrichtig eingezeichnet!) bei den Tourismusstellen (Rathaus St. Pölten u.a.).

„Jedermann” heißt die Parole für den Kulturbetrieb in der Stadt Salzburg, aber dort ist die Festspielzeit allzu schnell wieder vorbei. In Gastein gibt man hingegen dann noch immer einen „Jedermann”, der sich aber dort auf der Naturbühne zwischen Dorfgastein und Sportgastein abspielt – Wanderungen für jedermann – natürlich geschlechtsneutral gemeint! Einige Tourengebiete sollen dafür als lohnende Beispiele dienen. Vielleicht von Hochtouristen etwas gering eingeschätzt, werden diese Routen für Wanderer, die ein paar Stunden in herrlicher Natur unterwegs sein wollen, gerade passend sein. Noch dazu haben sie den Vorteil, mittels Bergbahnen schnell in die Hochregion zu gelangen und damit hochalpine Erlebnisse genießen zu können. Auch Kinder werden mit solchen nicht zu anstrengenden Touren ihre Freude haben!

 

Unser Tourenprogramm spielte sich bisher nur bei Dorfgastein an der Ostseite des Tales ab (Fulseck – Schuhflicker), sonst wanderten wir am Gastein-Rauriser-Kamm (aber nicht nur von der Schlossalm aus). Beschreiben konnte ich diese Wanderungen im “Naturfreund” 3 / 2010. Nach dem Wandertipp in das Anlauftal bei Böckstein folgt nun eine (von uns leider nicht ganz vollendete) Tour mit Auffahrt von Badgastein mit dem Graukogel-Sessellift.

Graukogel - Palfner See – Palfner Scharte

Von der Bergstation (1954 m) ging es auf markiertem Weg den Hang  entlang – durch eine wunderbare alpine Parklandschaft mit urigen Zirben und Zwergstrauchheiden, dazu die herrliche Aussicht, besonders in das Nassfelder Tal mit Schareck und Rauriser Sonnblick als Hintergrund. Nach der ausgeprägten Bergecke folgte eine flache Querung in den felsdurchsetzten Steilhängen unter dem Graukogel. Aus der folgenden Karmulde (wichtige Wegteilung) erfolgte der steilere Anstieg zum malerisch gelegenen Palfnersee. Ringsum eine Wildnis aus blockigem Zentralgneis, aber der weitere Aufstieg zur Palfnerscharte verlief über wellig über Mulden und Steilstufen höher steigende Rasenhänge. Schließlich erreichte der Steig die Scharte auf 2321 m mit ihrem Prachtblick auf das Tischlerkar mit seinem immer mehr zurückschmelzenden Kees, darüber der Tischlerkarkopf und die Tischlerspitze, wild getürmt drohten die Granitspitzen des Hölltorkamms auf unseren Standpunkt zu.

Leider kein Abstieg zum Reedsee

Die natürliche Fortsetzung dieser leichten Wanderung wäre einerseits über den scharfen Felskamm hinauf zum Graukogel und zurück zur Bergstation. Oder noch besser jenseits der Palfnerscharte der Abstieg über Windschursee und Seekarl zum berühmten, von Zirbenwald umgebenen Reedsee. Dort würde der Steilabstieg ins Kötschachtal hinab erfolgen (direkt über 700 Höhenmeter, bis zum Reedsee etwas verlaufender), und am Gasthaus “Himmelwand” vorbei zieht der bequeme Kötschach-Talweg zum Hoteldorf “Grüner Baum” (insgesamt 6 bis 7 Std.) mit Busanschluss zur Graukogel-Talstation.

Zwar gingen etliche Wanderer, die auf der Reedseehütte (unbewirtschaftet, Alpenverein) nächtigen wollten, von der Palfnerscharte weiter. Uns waren aber die Wetteraussichten für diese lange Überschreitung doch etwas zu unsicher, also stiegen wir wieder zum Palfnersee ab und hielten dort beschauliche Mittagsrast. Trotzdem wurde der Rückweg zur Graukogel-Bergstation auch noch eine so hübsche Wanderung, dass ich diese Route nur empfehlen kann. Tatsächlich begann es später bei Lift-Talfahrt bereits zu regnen…

Traumweg über die Palfner Hochalm

Vom See ging es in langer Querung durch die Karböden weiter, immer nahe der Trogschulter und mit herrlichster Aussicht auf die westliche Gasteiner Talseite und talaus zum Hochkönig. Erst zuletzt etwas steiler bergab wurde die aufgelassene Palfner Hochalm erreicht, wo sich die Markierung scharf rechts unterhalb der Trogabbrüche in den unteren Karboden hinein wendet. Das Gelände im obersten Bergwald, mit Zirben und Lärchen, durchsetzt mit Alpenrosen und Heidelbeergestrüpp, aus dem riesig und köstlich die reifen Heidelbeeren leuchteten. Von schon immer drohenderen Wetterwolken getrieben, ließen wir uns hier (wieder leider) viel zu wenig Zeit zum Genießen. Von der Kreuzung mit dem Aufstiegsweg an ging es dann ruckzuck auf bekannter Strecke zurück zur Bergstation. Die zuletzt erhofften Heidelbeergenüsse konnten natürlich nicht mit dem Angebot im einsamen Kar unter Palfner Hochalm mithalten.

Gehzeit für den Aufstieg von der Graukogel-Bergstation zum Palfnersee ca. 1 1/4 Std. und weiter zur Scharte ca. 3/4 Std., insgesamt mit Rückweg ca. 4 1/2 Std.

Im soeben ausgelieferten Heft 3 / 2010 des “Naturfreund” (www.naturfreunde.at) werden von mir einige Wandervorschläge im Gasteiner Tal präsentiert – alle an der westlichen Talseite: Rund um die Schwarzwand bei der Biberalm, von der Schlossalm hinauf zur Türchlwand und hinunter über die Brandner Hochalm oder zum Angertal, von Sportgastein zum Bockhartsee und auf den Silberpfennig. Ebenso gegenüber und auch mit “Auffahrt-Unterstützung” in Dorfgastein vom Fulseck auf den Schuhflicker.

Nun möchte ich für alle Gastein-Natur-Freunde Wandertipps an der südöstlichen Talecke vorstellen, die noch dazu in die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern führen, zuerst:

Durch das Anlauftal zur Radeckalm

Ausgangspunkt ist Böckstein, wo man an der Autofähre vorbei bis kurz danach zum Parkplatz vor der Wildbachverbauung fahren kann. Rechts oben bereits wilde Felsabbrüche und Wasserfälle, wie für das ganze Tal charakteristisch! Durch auwaldartige Bestände geht es dann auf der Forststraße taleinwärts (gleich anfangs Schwammerlgelände !). Später wird der Weg naturbelassener, an der Abzweigung zum Korntauern oder Hohen Tauern vorbei bis zur als Jausenstation bewirtschafteten Vorderen Radeckalm (Mittwoch Ruhetag).

Noch nicht umkehren! Jetzt wird es erst so richtig urig! Gleich danach fast unmittelbar am nun zum Steig gewordenen Fahrweg die von den Hüttenleuten sicher abgegrasten Eierschwammerlplätze. Unterhalb gischtet der Radeckbach (Name von den früher  betriebenen Bergbauten – wir sind ja in der Goldberggruppe…), die Sicht hinauf zum Ankogel und auch talaus wird nun immer freier. Dann findet man bei der Ruine der Radeckalm einen schönen Rastplatz, und unten im Bachbett hat das Wildwasser die buntesten Tauerngesteine zusammengeschwemmt – von hellen Zentralgneis bis zu den dunkeln Grüngesteinen des Ankogels.

Wir haben dort umgedreht, aber man könnte noch nach Belieben weiter talaufwärts wandern. Übrigens ist hier in der Kernzone immer noch Weidevieh aufgetrieben. Eine gesamte Gehzeit kann ich gar nicht angeben, denn je nach Herumbummeln dauert die Wanderung einen halben bis einen ganzen Tag, schönes Wetter vorausgesetzt… Bis zur Jausenstation Radeckalm, allein wegen ihrer urtümlichkeit und idyllischen Lage schon ein lohnendes und nicht überlaufenes Ziel, geht man vom Parkplatz ca. 1 1/2 Stunden.

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