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… auch wenn für die Berge schon wieder Schnee angesagt ist und für uns im Tal zumindest Regen und Kälte und Wind (N/NO/Mordwind für alle heiklen Pflanzen).

Gerade vor den ersten Regentropfen ein aktueller Rundgang durch Garten und Alpinum. Neben den Rosen haben auch Lilien jetzt ihre “Hochzeit”, und Gäste aus dem Süden drängen sich lieber an die Hausmauer. Übrigens der Oleander – besonders gut sollen die Stecklinge bewurzeln und weiterwachsen, wenn sie “gegrapscht” sind (der abgebildete stammt aus Lignano oder Bibione…). Von Feuerlilie und Silberblattsalbei blühen allerdings nicht die “echten” Naturformen – schon wälzte ich die “Exkursionsflora” und tippte auf den Silberblattsalbei, wie er etwa im Nordburgenland vorkommt, aber das Gärtnereischild bewahrte mich vor unnötigen Spekulationen – Salvia argentea, also eine Gartenpflanze. Sehr hübsch blüht nach den Rhododendren und Azaleen jetzt als letztes Heidegewächs im Moorbeet die Zwerg-Loorbeerrose (gerade noch vor dem Verblühen erwischt). Der Wollige Fingerhut – immer wieder aussamend und in Mengen vorhanden (wie die Purpur-Königskerze, ebenfalls aus dem ungarischen Bereich) – beginnt gerade seine Blütenphase, während der Rote Fingerhut auch noch immer prangt, fast untertrieben für diese herrlichen Blüten (die Naturform aus “Böhmisch Kanada”). Lein, Rittersporn und Nachtkerze sind übrigens Spenden von Helga Wald aus ihrem Garten in Eschenau. Unter den Sträuchern sticht jetzt ein besonderer Hartriegel hervor – Cornus Kousa mit seinen weißen Hochblättern, die wie Kronblätter der unscheinbaren, sich allerdings später in rötliche Beeren verwandelnden Blüten ausschauen (ob die botanischen Begriffe in diesem Satz stimmen, bin ich mir aber nicht sicher… kein Abbruch für die “Blütenfreude”, zumindest für mich nicht).

Wenn das Wetter nicht gerade zum Wandern verlockt, für Spaziergänge im Garten reicht´s allemal (für mich als Training für die Spazierzeit nach der Staroperation…).

Man weiß gar nicht, wohin man zuerst wandern sollte – am Ötscher blühen noch die Aurikel (“Gamsveigerl”) und die Clusiusprimeln (“Jagabluat”), ebenso weiter oben etwa auf der Veitschalpe, im Oistal hat der Frauenschuh seinen Höhepunkt….

Wir machten es uns leichter, und umrundeten wieder einmal auf dem Naturerlebnis-Wanderweg den St. Veiter Staff. Die Bilder sind vom 6. Juni, und inzwischen werden sich auch die ersten Roten Waldvöglein zeigen, die “Symbolblume” für unseren Naturweg. Die derzeit seltenste Art ist die Grünliche Waldhyazinthe / Platanthera chlorantha (Pollenlinien A-förmig), die man im Unterschied zur  Weißlichen Waldhyzinthe / P. bifolia (Pollinien parallel) kaum jemals entdecken kann. Die Bergwiesen stehen auch erst zur Mahd an, während im Tal das überaus hoch gewachsene Gras (das Mähen war durch die Regenfälle in Verzug geraten) jetzt großteils abgemäht ist.

Im Garten herrscht natürlich jetzt ebenso Hochbetrieb (nicht nur bei der Schneckenjagd…. !), denn die Rosen sind bereits wunderbar in Blüte, und einige Besonderheiten gibt es immer wieder. Bei uns sind es fast exotische Gäste – Mittelmeerpflanzen, wahrscheinlich per Samen mit anderen Blumen mitgewandert.

Was ist bald zu erwarten? Die liebe Kickxia treibt schon als Einjährige fest ihre Blätter aus, und der Wollige Fingerhut hat schon ganz dicke Knospen.

 

Unter der Kategorie “Was gibt es Neues” finden Interessierte künftig im Blog -

Einladungen zu Veranstaltungen, Ausstellungen, Wandertagen….

Immer ein Gewinn ist ein Besuch im benachbarten Pielachtal, dem “Dirndltal”:

Steinschaler Wanderpaket
im Dirndltal 2010

 

Suchen Sie Entspannung und Erholung, dann empfehlen wir Ihnen Wandern im Pielachtal. Besonders der Pielachtaler Rundwanderweg bietet Ihnen auf einer Gesamtlänge von über 100 km eine Fülle von Möglichkeiten mit unterschiedlichen Weglängen und Höhen. Wir beraten Sie sehr gerne und individuell bei der Routenauswahl. Lassen Sie Ihr Auto am Parkplatz. Die Mariazellerbahn und wir sorgen für Ihren Rücktransfer. 

Steinschaler Wanderwoche

(7 Tage / 6 Nächte): 

  • * Sechs Übernachtungen mit reichhaltigem
    Frühstücksbuffet 
  • * Steinschaler Abendessen vom 6-gängigen Buffet, im Doppelzimmer Vierkanthof pro Person: € 450,–, im Doppelzimmer Südgarten pro Person: € 530,– 

Für Sie zusätzlich inkludiert:

  • * Begrüßungstrunk 
  • * Ein Bschoardpackerl (Jause) für die Wanderung 
  • * Wanderkarte der Region 
  • * Zugticket zu einer Wandereinstiegsstelle 
  • * Sauna, großes Indoor Tauchbecken, Freibad und Badeteich (je nach Saison) 
  • * Mostviertel schmecken – Steinschaler Mostkostprobe (sortenreiner Spitzenmost) 
  • * Dirndlkostproben 

Informationen und Buchung in den Steinschaler Naturhotels: Tel. 0043 2722 2281, Fax. 0043 2722 2281 – 799, Email: weiss@steinschaler.at

Eigentlich heißt St. Lorenzen “in der Reichenau”, das aus ein paar Häusern und einem Gasthof bestehende Dörfchen mit seinen zwei Kirchen schmiegt sich aber in eine Hangverflachung an den weitläufigen Südhängen des Speikkofels in 1477 m Höhe. Damit ist die 1216 geweihte “Capella S. Mariae et S. Laurentii in alpibus” die höchstgelegene Pfarrkirche Kärntens. Der weitgehend ursprünglich erhaltene kleine Ort kann als eines der wenigen “Original-Kirchdörfer” gelten –  ohne jegliche touristische Einrichtungen, außer dass man beim Pertlwirt wohnen und dort die echte Kärntner Küche  genießen kann. Ja, geheiratet wird auch – in der Annakirche oberhalb am Waldrand, mit dem Anger davor und dem Blick über die harmonischen Nockberge ein vorzüglicher Platz für so einen “Lebenstag” (bei der Einkehr am Ende der Tour hat sich ein junges Paar gerade von der umsichtigen Pertlwirtin beraten lassen…).

Der Speikkofel ohne Eis und Schnee

Bei meinen Winter-Tourentipps und als Schneeschuhtour im Naturfreund 1/2010 habe ich den Speikkofel schon vorgestellt und hege die besten Erinnerungen an meine Backcountry-Tour auf diesen 2270 m hohen Nockriesen. Diesmal wollten wir ihn sommerlich kennenlernen – vom strahlenden Wetter her geglückt, aber entlang der Baumgrenze waren noch nicht einmal die Lärchen begrünt! Dafür erlebten wir die frühe Alpenflorablüte mit Enzian, Anemonen und Zwergprimeln. Interessant war die Route auch zur Erkundung des “Hemmaweges”, einer der Pilgerrouten nach Gurk, die hier von der Turrach aus vorbeiführt.

Unser Wanderweg

Zuerst hinauf zur Annakirche am Waldrand hinter dem Dorf, schon zeigen sich die ersten Enziane, während auf dem Falkert gegenüber und auch hoch auf dem Speikkofel und auf den zur Turrach ziehenden Gipfeln noch Schneefelder leuchten. Von der Kapelle führt ein Querweg links zur Markierung, die von St. Lorenzen direkt heraufkommt, und der anschließende Weg durch Lärchen- und Zirbenwald gehört zu den stimmungsvollsten, die ich je erlebt habe – ein Teppich aus Moos unter unseren Füßen

An der Baumgrenze öffnet sich der fantastische Ausblick gegen die Südalpen, sogar jetzt bei Sommerwetter sind die markanten Gipfelgestalten, in deren Mitte der Triglav hervorsticht, klar auszunehmen – von den Steineralpen über die Karawanken bis zu den Karnischen und den Dolomiten, um nur das Fernpanorama zu nennen. Beim 1914 errichteten und 2006 zuletzt erneuerten “Lorenzer Kreuz” ladet der “Lorenzer Brunnen” zur Rast ein. In einer Stunde sind wir schon so hoch hinauf gekommen (über 1800 m), dass der Gipfel auch leicht erreichbar wäre, aber dort oben herrschen noch die trüben Farben des Winters. Außerdem wollen wir den Pfad hinüber ins Andertal für den Abstieg suchen.

Dorthin gibt es zwar eine Markierung in den Karten, aber kaum Spuren im Gelände. Zu finden ist die Route aber ganz leicht. Vom Brunnen bzw. Kreuz leicht links ansteigend kommt man zu einem ausgeprägten Steig, der weiter oben bei einem Zaunüberstieg beginnen dürfte. Wir erwischen den einladenden Weg und queren oberhalb eines typischen Tobels und durch Zwergstrauchheiden mit aufwachsenden kleinen Zirben (angepflanzt ?) westwärts zur wiesigen Bergschulter und weiter zur nahen Lorenzer Hütte. Die Almleute sind gerade dabei, sich für die Saison vorzubereiten (zur selben Zeit, am 24. Mai, lag im Vorjahr noch meterhoch Schnee, heuer ist alles längst ausgeapert). Nach einer Rast inmitten von Alpenanemonen machen wir uns an den Abstieg.

Durch das Andertal nach St. Lorenzen

Überall wie sonst in den Almbergen gibt es auch hier lauter neue Straßen (wo diese fehlen, wird keine Almhütte mehr bewirtschaftet, wie es scheint). Daher folgt auch nun eine Marsch auf der Almstraße, gut markiert um eine später folgende Kehre herum (der links bergauf abzweigende Forstweg hätte uns – durch unsere nicht mehr aktuelle Karte – fast in die Irre geführt), so kommen wir gut zur Wiesenlichtung am Moritzsattel. Hier erfolgt die Wendung Richtung St. Lorenzen, auf dem von der Turrach über Saureggen und durch das Gartental kommenden “Hemmaweg”. Bald leitet dieser von der Forststraße weg, gelangt durch urigen Bergwald zur eben neu ausgebauten Hoazhütte und gleich wieder abseits der Straße in den langgestreckten Kessel des Andertals.

Das Hochmoor im Andertal

Zuerst quer über die sumpfigen Wiesen (bei Nässe besser rechts haltend an der Jörglhütte vorbei), dann auf der nachmittags angenehm schattigen Forststraße geht es – schon auf gleicher Höhe mit St. Lorenzen – an einem ausgedehnten Moor vorbei. In diesem mit Latschen bewachsenen Hochmoor wurde noch bis 1968 Torf abgebaut, heute ist es ein Natura-2000-Gebiet. Bei der schon eingestürzten Torfstecherhütte kann man auf Steiglein ins Moor hineingehen, wo eingebaute Sperren das Ausrinnen des Feuchtbiotops verhindern sollen. An Blüten war nur die Rosmarinheide zu finden, etwas verwunderlich – kein Sonnentau und keine Moosbeeren, Heidel- und Rauschbeeren natürlich im Überfluss.

Ein letzter schöner Rückblick über eine Dotterblumenwiese im Auslauf des Moores, dann folgt nur mehr ein kleines Straßenstück hinauf nach St. Lorenzen. Unter dem Pertlwirtshaus wird gerade von Gästen der üppig blühende Löwenzahn gepflückt. Meine Frage an die Wirtin, ob sie noch Mehlspeis für uns übrig hat, wird bejaht, und schon sitzen wir in der urigen Gaststube bei einem wunderbaren Kaffee samt ebenso köstlichem Topfenstrudel. “Keinen Schlagobers bitte” (statt: “aber bitte nicht mit Sahne”, wir kommen ja aus dem nahen Osten und nicht dem fernen Norden…) - das erwies sich als unnötig, denn das ist hier heroben ohnehin nicht üblich. Dafür locken auf der kleinen Speiskarte die Spezialitäten – so die von der Wirtin selbst verfertigten Kärntner Nudeln, das sind Teigtascherl mit verschiedener Füllung. Gerandelt hat sie´s nicht, meint die mitteilsame Pertlfrau bescheiden, aber sie würden sicherlich perfekt schmecken…

Das werden wir auch noch ausprobieren, wenn wir einmal wieder kommen – zur Speikblüte im Hochsommer am Speikkofel. Da könnten wir auch über den Lattersteig hinüber zur Turrach und auf dem Hemmaweg zurück wandern, oder den Übergang zum Berggasthaus Ladinig auf der Flattnitz machen und übers Hochrindl ebenfalls auf dem Hemmaweg die Runde beschließen. Vorläufig müssen wir uns mit einer kleinen “Fotoorgie” begnügen, denn wie die Lorenzerkirche im Nachmittagslicht mit ihrem vom Kreuz im Friedhof himmelwärts weisenden Turm in die Schönwetterwolken aufragt, einen solchen beseeligenden Augenblick könnte man sich höchstens erträumen…

Zur Annakirche: Der Vorraum ist offen, alles urig mit Schutzengelbild (wie es Anni von der Kindheit her kennt) und in althergebrachter Bauweise und Einrichtung, ins schön eingerichtete Kircheninnere blickt man durch zwei kleine Fenster. Auf den Kirchenstühlen liegt das “Gotteslob” bereit, daher werden sicher öfters Andachten abgehalten, eine Messe gibt es hier regelmäßig an den Feiertagen 26. Juli, 15. August und 8. September, in der Fastenzeit an jedem Freitag um 9 Uhr. Wer mehr über St. Lorenzen und seine Gepflogenheiten erfahren will, wende sich an die Frau Pertlwirtin, die gibt sicher gern Auskunft und auch Quartier (Tel. 04275/219). Wer den Hemmaweg erwandert, sollte unbedingt dieses überaus stimmige und althergebrachte Gotteshaus besuchen. Die Quelle unterhalb ist – dem sicher uralten Kultplatz entsprechend – zwar vorhanden, aber ziemlich außer Betrieb, eigentlich schade… Das trübt allerdings keineswegs das spirituelle Erlebnis dieses “Kraftortes” !

Besonderes Interesse für die Naturlandschaften der auch bei uns beliebten Urlaubsgebiete an den Sandstränden der Adria weckte das folgende empfehlenswerte Buch: “Naturführer Obere Adria” von Irene Drozdowski und Alexander Mrkvicka im Verlag des Naturhistorischen Museums Wien (gekauft um 17,60 € in der Buchhandlung Freytag&Berndt am Kohlmarkt in Wien). Die darin beschriebenen 19 Exkursionen bieten eine intensive Einführung in die Lebensräume an der Oberen Adria bis hinein nach Istrien. Allerdings ist die Westgrenze hier der Tagliamento (im Landesinneren) und die Lagune von Marano zwischen Lignano und Grado. Mit unseren Beiträgen können wir das Naturwandergebiet für Vogel- und Blumenliebhaber womöglich noch ein Stück weiter Richtung Venedig ausweiten!

Rund um Bibione

Die bevorzugte Wanderung führt dort vom östlichen Ortsrand entlang der Küste oder durch Felder und Pinienwald zum “Faro”, dem Leuchtturm nahe der Tagliamentomündung. Von Lignano Riviera aus haben dieses nahe gelegene Ziel – noch dazu vom Strand aus auffallend – immer wieder erwandert.

Anfang September 2009 in Bibione wohnend (leider im Zentrum), lenkten wir unser Interesse in westliche Richtung, an Bibione Pineda vorbei. Vom Hafen und dem Campingplatz an wird der Strand westwärts (also Richtung Caorle) bald ruhiger, ist aber immer noch gepflegt. Eine weite Sandfläche schließt dort an und bildet eine Art Halbinsel bei der Mündung der nordwestlich von Bibione eingesenkten Lagune – Porto di Baseleghe heißt dieser Platz. Jenseits des seidig blauen Binnenwassers sieht man grünes Marschland mit einzelnen Fischerhütten darauf.

Das Marschland von III Bacino und Baseleghe

Die erwähnte Lagune zieht an der Nordseite Bibiones vorbei bis an die Zufahrtsstraße heran. Dort weist eine Abzweigung nach “III Bacino”, und auf schmalen Asphaltwegen folgten wir dort einem kanalartigen Gewässer westwärts. Man kommt zu einem für den Fremdenverkehr ausgebauten Fischerdorf mit Schilfhütten und nordwärts zum Pumpwerk (Idrovora) Baseleghe. Mittels solcher Anlagen wird das Wasser aus den Entwässerungskanälen auf höheres Niveau befördert und schließlich zu der ins Meer mündenden Lagune geleitet. Das Land dazwischen ist trocken gelegt und dient der Agrarwirtschaft. Die Ränder der verzweigten Wasseradern bieten aber malerische Anblicke mit kleinen Bootshafen und Blick auf die bei klarer Sicht gar nicht so fern erscheinenden Alpen. Außerdem gibt es am Rand der Schilfgürtel reichlich Möglichkeit zu Vogelbeobachtungen, besonders zu geeigneter Jahreszeit. Prati Nuovi ist ein bezeichnender Ortsname, aber ohne eine Spezialkarte (im Handel erhältlich) kann ich unsere eigene Fahrtroute nicht einmal mehr nachvollziehen.

In das Valle Vecchia

Dorthin gibt es nur eine Zufahrt – von Lugugnana (an der Staatsstraße 42 Richtung Caorle – Jesolo) über Brussa. Wir waren sehr erstaunt über das riesige “Area di sosta”, im Herbst (wie im Frühjahr) nur mehr gering belebt, dort freundlich von den Parkwächtern empfangen, leider auch von drohenden Wetterwolken…

Daher nahmen wir die aus dem Prospekt (mit Plan, beim Schranken erhältlich) zu entnehmende östliche Runde (Richtung Bibione) in Angriff. Vor dem Haupteingang (Plan Nr. 1) ging es links einen Fahrweg entlang, zwischen Pinienwald und verbuschten Heidefläche, Ziel war die Wasserfläche bei Porto Baseleghe. Weil aber dort der Strand nicht begehbar erschien, schwenkten wir rechts gegen die Küste zu ein und fanden schmale und teilweise feuchte Wegspuren durch Riedgrasbestände mit herrlich lila blühenden Statitzen” (Schmalblatt-Strandflieder), seichte Wasserrinnen dazwischen und Blick über die sumpfige Küste mit ihren einzelnen Baumgestalten gegen die Lagune von Baseleghe. Am Strand angelangt, wanderten wir bis zum Haupteingang und zurück zum Parkplatz.

Grundsätzlich von verschiedenem Landschafts-Charakter sind im Valle Vecchia zwei Erlebnisbereiche:

Diese östliche Runde und der westwärts anschließende Strandbereich (beim Haupteingang bis zum Eingang Nr. 2 als “Spiaggia libera” grob betreut, d. h. weitgehend von Ablagerungen geräumt, touristisch belebter Abschnitt). Wir hätten gern noch den westlichen Küstenabschnitt kennengelernt, der bis zu Porto Falconera gegenüber von Caorle zieht – dort sind fast keine Touristen, dafür ist der Strand naturbelassen, was aber auch Massen von Naturablagerungen (Holz und Seegras) und Müllanschwemmungen bedeutet. Zwischen dem Sandstrand und dem geschlossenen Pinienwald verläuft eine von Dünen begleitete, teilweise mit Riedgräsern, Büschen und Einzelbäumen bewachsene Muldenzone. Diese kann man auf Steigspuren oder einfach quer durch das unproblematische Gelände begehen und trifft auf interessante Flora (flächig auftretend das nur am Vormittag aufgeblühte Nadelröschen u. a.).

Der nordwestliche Bereich ist geprägt von Sumpfflächen und mit Schilf umgürteten Wasserflächen, den “Zona umida” - an der Zufahrt gegenüber dem Museum ”Cavanella”, an der vor Caorle abzweigenden Lagune ”Falconera” und “‘Canadare”. Dort befinden sich auch Beobachtungseinrichtungen! Unseren Wanderweg dorthin möchte ich nicht empfehlen, am besten kann man mit dem Fahrrad unterwegs sein (ein Pferd für den “itinerari equestri” wird wohl kaum jemand mithaben…).

Bester Termin für einen Besuch im Valle Vecchia ist neben dem eher frühen Mai und dem Spätsommer (wegen der dann blühenden Arten) die Zeit des Vogelzuges, ebenfalls nahe von Bibione im “III Bacino”. Infos findet man über Google unter Valle Vecchia in üppigem Ausmaß – bei einer Fotogalerie entdeckten wir sogar Bilder aus unserem Bericht in www.wandertipp.at vom Vorjahr!

Vorgeschichte I : Bei unserem Badeurlaub in Bibione Anfang September vorigen Jahres (wie meistens nach einer Bergwoche eingeplant) bummelten wir über die an Bibione Pineta anschließenden Sandflächen zur Einmündung der Lagune von Porto die Baseleghe. Dort erstreckte sich gegenüber eine Küste ohne Hoteltürme und sonstige touristische Objekte.

Vorgeschichte II : Bei der Fahrt nach Jesolo, wo wir Astrid & Andreas & Bernie & Veronika besuchten (im selben Hotel, das wir jetzt gebucht hatten), fielen uns in Lugugnana die Hinweisschilder zu einem Natura2000-Gebiet auf. In dieses “Valle Vecchia” unternahmen wir dann einen Ausflug, durch einen Regenschauer etwas beeinträchtigt, aber eindrucksvoll durch den völlig naturbelassenen Strand samt Dünen, Wasserrinnen und Pinienwald dahinter, etwas bunt vom lila blühenden Schmalblättrigen Strandflieder. Dort müsste es auch im Frühsommer herrlich blühen, und wir hatten ohnehin nur den kleinen Rundweg an der gegen Bibione gelegenen Seite gemacht. So kam das Valle Vecchio in unser Urlaubsprogramm für Anfang Juni 2010 (wieder anschließend an eine Wanderwoche in den Kärntner Bergen).

Jetzt kommen wir zur Naturtour ins Valle Vecchia!

Die Zufahrt: 1. Juni, ein herrlicher Sonnentag, aber im Gegensatz zum Vortag (Besuch von Venedig und Murano) schon etwas höher temperiert. Auf der Staatsstraße 42 von Jesolo bis Lugugnana, noch im gut ausgestatteten Supermarkt vor der Abzweigung eine Jause gekauft (Panini und Nostrano, gleich ein Fläschchen Grappe zur Sicherheit dazu). Bei der Ampel geht es südlich weg Richtung Brussa und bei Castello di Brussa, an einer wieder beschilderten Abzweigung, scharf links. Geradlinig zieht die Straße dann meerwärts, vorbei an (noch) geschlossenen Lokalen.

Über einen breiten Kanal, der Porto Baseleghe (bei Bibione) und Porto Falconera (bei Caorle, zu dieser Gemeinde gehört das Schutzgebiet) verbindet, führt eine hohe Brücke. Gleich danach befinden sich links (westseitig) zwei große Teiche mit Beobachtungsanlagen, in dieselbe Richtung zweigen Fahrwege ab, über die man zur Falconera kommt (dort sahen wir vom Beobachtungsturm aus mehrere Autos stehen, nahmen aber leider diese Zufahrtsmöglichkeit nicht wahr!). Rechts (östlich) fährt man an einem Idrovora (Pumpwerk für die Entwässerungskanäle) vorbei zum Museum. Geradeaus folgt – bei unserem Besuch eine unliebsame – Überraschung: Die von einem abgeschrankten Rad- und Reitweg begleitete Sandstraße dürfte gerade zum Asphaltieren vorbereitet werden, wir passieren sie in einer ungeheuerlichen Staubwolke! Dann kommt rechts das riesige Parkplatzgelände (Schranken, Gebühr, dort Prospekt mit deutschsprachigem Beiblatt erhältlich). Wir suchen nahe einer großen Schilfhütte ein in weiterer Folge schattiges Plätzchen und rüsten uns für die schon gespannt erwartete Wanderung.

Die Wanderung zur “Zona umida Falconera”

Weil wir im Vorjahr schon die östliche Runde (Richtung Bibione) begangen haben, wollen wir diesmal die Gegenrichtung (auf Caorle zu) erkunden. Vor dem Hauptzugang (Nr. 1 / Prügelweg zum freien Strand und Lehrpfad) halten wir uns rechts (westlich) und kommen am zweiten Zugang zum Strand vorbei (im Plan Nr. 2). Der sandige, mitunter von den letzten Regenfällen etwas morastige Fahrweg führt zwischen dem Pinienwald an der Meerseite und einer von Riedgräsern und Büschen bewachsenen mehr oder minder feuchten offenen Fläche (im Hintergrund landwärts Feldflächen auf trockengelegten Böden) dahin. Das zieht sich, trotz Schatten von den Pinien, aber vor allem, weil uns zahlreiche aggressive Gelsen umschwirren – hoffentlich keine Moskitos, denn in den Sumpfniederungen der Adria (wie in Istrien) war früher sogar die Malaria verbreitet! Fest “wacheln” und klatschen, vor allem dicht angezogen trotz der hohen Temperatur, so geht es weiter. Vorbei an einem letzten gut gangbaren Strandzugang (etwa auf halber Strecke zur Falconera), dann wird der Rand des Pinienwaldes immer dichter verwachsen. Blütenerlebnisse sind spärlich – Osterluzei fällt auf, noch weiter vorne rechts einige schöne Sumpfgladiolen, sonst alles (für uns erstaunlich) abgeblüht, von den erwarteten Orchideen kaum eine Spur!

Nach etwa einer Stunde, die uns schon recht lang vorkommt, gelangen wir zu den ersten interessanteren Punkten (Nr. 6 und 4). Rechts weg werden bald beiderseits verschilfte Wasserflächen erreicht, wobei ein auffliegender Pupurreiher (?) kurz zu sehen ist. Westseitig befinden sich Schilfmattenwände als “Tarnung” für die Besucher, mit dem Fernglas ist ein Silberreiher schön zu beobachten. Von diesem ausgemähten kleinen Rundkurs wieder zurück zum Hauptweg, folgt bald die Abzweigung zur Falconera – auf einem Damm zwischen mit Schilf umstandenen Wasserflächen zu einem hohen Beobachtungsturm (Nr. 5). Dieser bietet die schönsten Erlebnisse, wie in den Bildern festgehalten – verschiedenen Enten und Schwäne, ein eindeutig zu indentifizierender Seidenreiher (noch nie gesehen) und ein überraschender “Schwimmer”: Momentan kommt mir dieser wie ein Krokodil vor, aber es ist ein Pelztier mit langem Schwanz (also kein Biber), eigenartigem Kopf (Fischotter ?) und von beachtlicher Länge (Vergleich das Entenbrett, also samt Schwanz sicher mehr als ein Meter Gesamtlänge – vielleicht doch nur eine Bisamratte, aber die sind doch kleiner und sollten einen “Rattenschwanz” haben ?). Zusätzlich angenehm – in der schattigen und von Gelsen freien Turmstube (auch Wespenwarnung war unzutreffend) können wir gemütlich jausnen.

Inzwischen ist schon Mittag längst vorbei, vor 14 Uhr soll es weitergehen – aber wie? Die Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto zu einem Parkplatz nördlich der Falconera (dort steht sogar ein Wohnmobil neben anderen Fahrzeugen) haben wir nicht “kapiert”, daher müssen wir wieder zurück zum großen Parkplatz. Aber vielleicht doch an der Küste entlang? Also trotz Hitze auf dem Fahrweg weiter, bis wir am Damm bei Porto Falconera anstoßen – jenseits der Lagune schon Strandgelände als Auslauf von Caorle, aber in unserer Richtung zum Strand alles dschungelartig verwachsen (ein Einheimischer bestätigt uns, dass hier kein Weg ist). So marschieren wir mit “Expeditionsgefühlen” den langen Fahrweg zurück, etwas mehr Sonne, aber kaum weniger Gelsen. Die ersten schmalen Abzweigungen Richtung Strand verlieren sich im Pinienwald bzw. verschilften Mulden, erst den wirklich einladenden Weg (leider keine Bezeichnung) nehmen wir und kommen auf guter Spur aus dem Pinienbestand heraus in die vor den Stranddünen eingelagerte Mulde. Diese geht es östlich entlang, ein feinsandiger Weg, begleitet von allerhand Grasbeständen, dazu erste Blumen – ein zartrosa Lein, die attraktive Strand-Winde, der Europäische Meersenf und die eben erst aufblühende Stranddistel (Eryngium marittimum, eine dekorative Mannstreu-Art), alles im rieselnden Feinsand.

Die Strandwanderung

Der Strand, wohin wir bald abzweigen, ist hier wirklich naturbelassen und schaut daher entsprechend aus – Holzreste, Seegras, herbeigeschwemmter Mülle jeglicher Art, wegen dem geringen Gewicht selbstverständlich vorwiegend Plastik, was nur irgendwo ins Meer geschwemmt wurde. Trotzdem ein herrliches Dahinwandern, am besten barfuß an der Wasserlinie, immer wieder Unmengen von Muscheln, dazu hübsch gischtende Wellen und Fernblick – bis Istrien mit dem Berghorizont der Cicarija und der hohen Ucka – wirklich ein “Monte Maggiore”, mit dem Fernglas erkennt man sogar Cres und Losinj!

Nach einer Rast mit den Jausenresten nehmen wir den Ausgang vom Strand durch den Pinienwald, zwar zwischen Holzgeländern, aber leider der “secondo” (Nr. 2) –  also zu früh, für den Hauptausgang hätten wir noch ein Stück am hier schön geräumten Strand zum Wandern gehabt. So bleibt uns noch eine gar nicht so kurze Strecke am Fahrweg, und wieder sind wir eine begehrte Beute für die Stechmücken! Aber was soll´s – insgesamt ein ungewöhnliches Naturerlebnis, das wir hier hinter uns haben! Insgesamt waren wir mit Rast und Beobachtungsaufenthalten fünf Stunden unterwegs.

Nachtrag zu dieser Beschreibung: Naturwanderungen haben wir schon immer bei unseren Badeaufenthalten unternommen – zum Leuchtturm an der Tagliamentomündung von Bibione aus (noch bevor dort eine Naturschutzgebiet eingerichtet wurde) und sogar mitten in Lignano Pineta und Riviera, wo es abseits der Siedlungen ganz interessante (aber nicht bekannte) Naturzonen gibt und sogar im Pinienwald bei den Strandzugängen im Mai die herrlichsten Orchideen blühten (die haben uns ja auch – vergeblich – ins Valle Vecchio gelockt).

Kaum vom Urlaub zurück, haben wir schon Gäste zum Wochenende:

Beim Grasmähen taumelte plötzlich ein auffallend braun-oranger Schmetterling daher. Die Nachschlage im Schmetterlingsbuch ergab: Noctua pronuba oder leichter zu merken “Hausmutter”. Soll in Europa weit verbreitet sein, wurde von uns aber noch nie bemerkt. Kein Wunder – nachtaktiv und tagsüber in der Erde verborgen. Futterpflanzen sind Löwenzahn und was sich sonst noch im Garten so aufhält = ein breites Spektrum krautiger Pflanzen, sowohl Wild- wie Kulturformen. Na, da hat er bei uns genug zu fressen. Falter schlüpfen im Juni, Gelege im Juli, Raupen im August – da müssen wir wieder aufpassen…

Der unübersehbare und auch liebe Gast ist der Familienhund und grimmige Wächter “Chacky”. Angeblitzt, begibt er sich gleich in Schlafstellung!

… in Niederösterreich! Nicht vom Annaberg im Erzgebirge, worauf man die im Naturhistorischen Museum Wien (und in der Stiftssammlung Lilienfeld ?) vorhandenen seltenen Wulfenit-Kristalle bezogen hatte.

Zur Zeit Maria Theresias zählte Annaberg NÖ zum ergiebigsten Silbervorkommen der Monarchie. Die bis ins 19. Jh. reichende Bergbaugeschichte Annabergs – der Ortsteil Schmelz erinnert noch daran, ebenso die Annaberger Maria-Theresien-Taler – verdient nicht nur bei geologisch ambitionierten Naturfreunden große Beachtung. Die Besonderheit Annabergs ist es, dass man diese Bergbaugeschichte auch erwandern kann, wie ich in “unserem” Buch “Naturerlebnis Niederösterreich. Landschaft-Botanik-Geologie” (verfasst mit dem botanischen Experten Karl Oswald) beschrieben habe. Auch der von mir gemeinsam mit meinem Freund Werner Tippelt verfasste Führer “Wandererlebnis Ötscher” enthält neben anderen naturkundlichen Exkursionen ein Route zu den Silberstollen am Hocheck (das vergriffene Buch ist bei uns privat noch vorrätig, Interessenten schreiben einen Kommentar zu diesem Beitrag).

Die Kulturgemeinschaft “Tannberg” unter Führung von Frau Waltraud Glänzel hat für die traditionellen Ausstellungen am “Alten Gemeindehaus” Annaberg heuer das Thema “Bergbau in Annaberg” gewählt. Am kommenden Samstag, 29. Mai 2010, findet um 17 Uhr die Eröffnung statt. Dann ist die Ausstellung bis Ende Juli zum Wochenende geöffnet.

Viel Erfolg den ambitionierten Veranstaltern!

Jetzt zu Pfingsten ist es gerade zwei Jahre her, seit wir den höchsten Berg Istriens bestiegen haben – die Ucka (“Utschka”), bei den Italienisch sprechenden Istriern (gibt es noch immer als anerkannte Minderheit Kroatiens) wortwörtlich “der Höchste Berg” genannt. Eine ideale Tour bei einem Ulaubsaufenthalt in der Gegend von Opatija (wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist, Zufahrt von Wien ca. 600 km), dem zur K. u. K.-Zeit als Abbazia berühmt gewordenen Kurort an der Kvarner Bucht.

Vom Meer aus beginnt man den Aufstieg zur Ucka am besten in Lovran, markiert ab dem Ortszentrum. Nach einem Viertel des Anstieges kann man dort an einer Verzweigung (in den Bergwäldern oberhalb der Siedlung Ivulici, Richtung Poklon – Abstieg von der Ucka wie beschrieben) eine großartige Rundwanderung unternehmen. Diese Tour erfordert aber 1400 m hinauf und nach Höhenwanderung dieselbe Differenz wieder hinunter, also insgesamt mindestens 8 bis 10 Stunden. Wir machten es uns einfacher und fuhren über Veprinac (abseits der zum Ucka-Tunnel führenden Schnellstraße) bis zur Passhöhe Poklon auf 922 m Seehöhe – diese Höhendifferenz überblickt man wirklich bis hinunter zum Meer, ab besten vom riesigen Pilgerkreuz mit dem vom Landesinneren her ersten Blick auf ein (einst ?) beliebtes Wallfahrtsziel bei Rijeka (das altösterreichisch-italienische Fiume). Auf Poklon befindet sich neben dem Gasthaus auch eine Infostelle des Naturparks Ucka, wo man vielerlei Wissenswertes erfährt und auch die Spezialkarte kaufen kann (sehr empfehlenswert für alle Touren im südöstlichen Istrien).

Ginsterblüte an der Küste

Ginsterblüte an der Küste

Aufstieg von Poklon

Ein gut markierter Steig führt durch die vorwiegend aus Rotbuchen bestehenden herrlichen Bergwälder mit mehrmaliger Kreuzung der (gesperrten) Bergstraße, zuletzt auf dieser (ebenfalls mit kurzem Abschneider) zum Ucka-Gipfel. Vorbei an der monströsen Radar- und Senderstation kommt man zum historischen, aus Stein gemauerten Aussichtsturm auf dem Vojak (1401 m, 1 1/2 bis 2 gemütliche Stunden). Einkehr gibt es nicht (daher mit Jause und vor allem Getränken versorgen), dafür wirklich gigantische Aus- und Tiefblicke, von den Bergen der Cicarija bis zur Inselwelt von Cres und Krk. Unter dem Abgrund der Lovranska Draga (Lovran-Schlucht mit einem winzigen, per Straße erreichbaren romantischen Dorf !) zeigt sich der kleine Hafen von Medveja (schöne Badebucht mit Kies, allerdings laut wegen der vorbeiführenden Straße, wir wohnten oberhalb in einem Privathaus).

Bergwald der Ucka

Bergwald der Ucka

Überschreitung und Abstieg

Der Gipfelkamm ist von dichten Legföhren gesäumt, an der Nordseite gibt es allerdings sehr steil abfallende Rasenflächen mit interessanten Blumen, aber leider nicht so einfach zugänglich. Erst am Weiterweg leitete der Steig in Kehren neben einem Felsvorsprung hinab, und da fanden wir allerhand bemerkenswerte Blüten, einen duftenden Schöterich und viele Narzissen. Im folgenden Sattel “Sedlo” trennen sich die Wege – geradeaus würde man zum Vorgipfel Suhi vrh (1333 m) kommen, einem reizvollen Aussichtspunkt über hoher meerseitiger Felswand, den wir leider nicht mehr mitnehmen konnten. Von rechts (Nordwesten) würde der kürzeste Aufstieg vom verfallenden Dorf Mala Ucka einmünden (Zufahrt dorthin von Vela Ucka, nahe dem “Brunnen Kaiser Josef II.” abzweigend, aber möglicherweise Forststraße).

Tiefblick auf Medveja

Tiefblick auf Medveja

Wir wendeten uns zuerst Richtung Lovran, berührten zweimal eine von der Ucka-Gipfelstraße abzweigende Forststraße (auf dieser könnte man leicht direkter zum Poklon zurückkehren) und erreichten in unübersichtlichem Waldgelände den Weiterweg – hier muss man trotz Markierung sehr aufpassen, eine Doline nach der anderen, umgeben von urwaldartigen Rotbuchenbeständen. Dann standen wir vor dem Abgrund, der typisch “Vrata” heißt. Zum Glück und schon mehrmals angezweifelt, hatten wir nicht die für den Gipfelanstieg auch genügenden Laufschuhe an, sondern Bergschuhe und sogar Walkingstöcke. Denn hier ging es wirklich sehr abschüssig, erdig und steinig zwischen weit stehenden Buchengerippen, in die Tiefe. Gleich unterhalb gingen wir zum Glück nicht geradeaus über “Na Dole” weiter (Abstiegsweg markiert nach Lovran), sondern fanden gleich am Fuß des Steilabfalles mühelos links einen Weg zu wunderschönen Bergwiesen. Hier gab es Ausblick (sonst überall dichter Hochwald) von den auf Mergelboden unterhalb der “Grdi breg”, den Kalkmauern des Gipfels, eingelagerten Verflachungen. Wunderschön! Schließlich nahm uns eine Forststraße auf, die einige Kilometer, sogar wieder mit leichter Gegensteigung und zuletzt schon etwas ermüdend uns zurück zum Poklon-Sattel brachte, d. h. wir selber sind natürlich getrabt.

Wiesenböden am Uckasüdhang

Wiesenböden am Uckasüdhang

Dazwischen als Abwechslung ein Parisanendenkmal (sogar hier heroben oder gerade in diesen unzugänglichen Bergwäldern hat der 2. Weltkrieg getobt) und erfreuliche Blumen - Gelbe Osterluzei, viel Weißer Lerchensporn (eine spezielle Art dieser südlichen Wälder) und auf dem Bild daneben erkennbar ein Nachwuchs vom Stumpfblättrigen Ahorn, alles noch nie gesehen… ja, bekannt das Stattliche Knabenkraut, Breitblättriges Waldvöglein, Kugelorchis und schon seltener das Durchblätterte Läusekraut, sogar Krokusse müssen hier geblüht haben (unverkennbar die Blätter).

Die Schlucht Vela Draga

Die Schlucht Vela Draga

Weitere Hinweise: Gesamtzeit waren wohl 5 Stunden, man kann die Ucka auch kürzer machen (wie angedeutet), aber kaum eindrucksvoller. Und wenn man vielleicht erst im Juni dort unterweg ist, herrscht auf dieser Berghöhe wahrscheinlich viel weniger Hitze, als wenn man von Meereshöhe in Lovran aufsteigt. Übrigens trafen wir auf der weitläufigen Forststraße vor dem Poklon ein junges Paar, das mit einem zugelaufenen Langhaardackel von Lovran aus unterwegs war! Also ist das Wandern dort gebräuchlicher, zumindest bei den Gästen, als man für diese Küstenurlaubsorte annehmen würde. Außerdem gibt es ein gut beschildertes und teilweise sehr anspruchsvolle MTB-Wegenetz. Prospekte über alle Aktivitäten und die Sehenswürdigkeiten (z. B. Vela Draga, Brunnen von Kaiser Josef II. – nahe dort traumhafte Blüte der Korallen-Pfingstrose (bei uns zuhause im Reisalpengebiet ein endemisches Vorkommen !).

Wilde Pfingstrose

Wilde Pfingstrose

Am 19. Mai haben die Strauchpfingstrosen in St. Veit mit ihrer Blüte begonnen – im Vergleich dazu ein Bild aus Porec vom 24. April, also ein ganz schöner Vegetationsvorsprung, wenn es auch bei der übrigen Frühlingsflora nicht so ausgesehen hat. Istrien war ungefähr so weit wie das Wiener Becken z. B. mit der Kastanienblüte.

Gestern ist eine junge Amsel auf unserer Straße “gestrandet” – wie sie dorthin gekommen ist? Flugfähig war sie ja offensichtlich noch gar nicht. “Lauthals” gepiepst hat der arme Nestling allerdings, und alle Amseln im Umkreis waren natürlich voll aufgeregt. In die Sträucher hineingesetzt und hoffentlich von den Vogeleltern wieder gefüttert – “vogelsprachlich” war der Kontakt ja vorhanden. Leider begann es am Nachmittag wieder eiskalt zu regnen…

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