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1. Etappe auf meinem “Steirisch-kärntnerischen Hemmaweg”

 

Routenbeschreibung

In Murau (829 m, besonders sehenswert – Schloss, Pfarrkirche, St. Leonhard-Kirche, Altstadt) Richtung Bahnhof gehen, jedoch vor der Station rechts über die Geleise und gleich links von der St. Lambrechter Straße abzweigen (spärliche Markierung). Nun auf dem Mur-Radweg den Talrand entlang und bei Laßnitzbach bergan zur Kapelle beim Haus Mandl vulgo „Wirt am Stein“. Weiter geht es immer auf Asphalt die Bergstraße in langen Kehren aufwärts (abkürzende Wege alle aufgelassen), dabei herrliche Aussicht gegen Murau, die Frauenalpe und die Niederen Tauern.

Erst von der Abzweigung zum Maishofer an (rechts schöner Bildstock) auf Sandfahrbahn mit weiteren Biegungen zum Hof Grillschmied. Hier beginnt der eigentliche Wanderweg – den Zaun entlang aufwärts zum Wald und nun gut markiert mit Überquerung einiger Forststraßen zu den Wiesenflächen der Propster Alm.

Rechts haltend wird der Bergsattel erreicht (1600 m). Der folgende Abstieg führt zuerst rechts über Waldschneisen zum breiten Bergrücken am Taler Eck und diesen in mehrmals verwirrender Wegführung entlang (2010 durch Holzarbeiten vielfach zerstörte Markierungen): Bei Kreuzung geradeaus auf breiter Forststraße weiter (nicht auf dieser links abbiegen!), dann auf schmäler werdendem Forstweg geradeaus und leicht rechts zu Stadel (Hemmazeichen) und geradeaus zu abgezäunter Wildfütterung (Hemmazeichen etwas versteckt, links halten). Danach durch Schlägerungen sehr schlechte Wegstelle, aber bald Einmündung in einen markanten Hohlweg, zuletzt auf etwas verwachsenem Forstweg zu einer Lichtung mit mehrfachen Abzweigungen. Hier immer geradeaus auf Fahrweg weiter zum Feichtnerhof und links auf Asphalt bergab bis zu scharfer Rechtskurve. Achtung – hier links am Wiesenrand hinunter zu einer Waldschneise mit anschließendem Fahrweg hinaus ins freie Gelände und erstem Blick auf das Stift. Beim folgenden Gehöft kurz links und bald rechts abzweigend über die „Hohe Brücke“ in die Talmulde, wo man rechts haltend in die Badgasse und zum Platz vor dem Stift St. Lambrecht kommt (1028 m, 5 Std., Nächtigung; um 1100 gegründetes Benediktinerstift, Stiftskirche als größte Halle der Steiermark, Stiftgebäude von Domenico Sciassia, dem Baumeister der Mariazeller Basilika, Mutterkloster von Mariazell – Ausgangspunkt für den „Mariazeller Gründerweg“, Info – Klosterpforte, Tel. 03583/230529). Nächtigungsmöglichkeit – Landgasthof Ledererwirt, Tel. 03585/2461.

Korrektur-Anmerkungen (Stand 1. Oktober 2011): In meinem Pilgerwege-Buch habe ich auf Seite 210 einen Fehler “eingebaut” – die von der gotischen “Totenleuchte” (im Vordergrund) bei der Pfarrkirche aus fotografierte Kirche ist dem hl. Leonhard geweiht (keine Wolfgang-Kirche).  Aufmerksam darauf gemacht haben mich Wolfgang und Helga Wald (die Santiagopilger aus Eschenau NÖ), sie haben diese Tour im August 2011 begangen. Dabei hat sich zum Glück die Wegbeschreibung von Thaler Eck nach St. Lambrecht recht gut bewährt. Allerdings ist die Markierung noch immer mangelhaft, obwohl mir vom örtlichen Tourismusbüro (Nachfrage beim Verfassen des Naturfreund-Artikels) die Nachmarkierung zugesichert wurde!

Maria Langegg

Ein geplanter Vortrag über “meine” Pilgerwege, bei dem es nicht ganz so einfach ist, auf einen Beamer zurückzugreifen (wie etwa in Annaberg am 14. August), hat mich dazu verleitet, wieder die altbewährte, aber schon mindestens drei Jahre nicht benützte Olypus-OM4 einzusetzen.

War am Mittwoch der Himmel durch eine kurze Störung getrübt, hat nachmittags doch schon wieder die Sonne gelacht, als wir in Melk das Stift besichtigten. Heute bei meiner Fototour von Göttweig bis Melk gab es jedoch das prächtigste Fotowetter, das man sich nur vorstellen kann. Zum Glück hab ich “nebenbei” gleich die Hosensackkamera Canon Ixus eingesetzt, deren Bilder ich hier einfüge!

Aus meinem Artikel im Naturfreund 4/2011: „Wanderschuhe und Rucksack her und nichts wie raus!“ So klingt wohl mancher Wunschtraum im eintönigen oder stressigen Alltag, wenn man schon einmal vom „Wandervirus“ befallen worden ist. Die Wirklichkeit schaut freilich anders aus! Soll es nicht bloß auf einen nahen und wohlbekannten Hausberg gehen, bedarf es für eine Wandertour, die womöglich ein paar Tage dauert, schon intensiverer Vorbereitungen. Bei längeren Streckenwanderungen – und solche vermitteln eben das Gefühl des „Hinaus und Nichtswieweg“ besonders intensiv – ergibt sich oft noch das Problem der Zu- und Rückfahrt.

Streckenwandern heißt Bahnfahren – damit ist selbstverständlich auch das Benützen von Buslinien gemeint! Aber manche Bahnlinien eignen sich eben besonders gut für Streckenwanderungen. Gute Beispiele dafür sind etwa die Mariazellerbahn, die Kamptalbahn oder die Wachaubahn. Bei vielen, gar nicht so abgelegenen Orten muss man ja schon froh sein, wenn sie überhaupt mit Autobussen erreichbar sind.

Stift St. Lambrecht

Meine in diesem Artikel vorgestellte „Bahnwanderung“ führt vom oberen Murtal über vier Berghöhen in ebenso vielen Tagen ins Gurktal. Der Ausgangspunkt für die Zufahrt mit der Murtalbahn und das Ziel liegen an der Südbahn, also an einer Hauptstrecke des ÖBB-Netzes. Dabei kann man gleich mit der Bahn diese landschaftliche und kulturell sehr lohnende Tour ansteuern oder bis zum Bahnknoten in Unzmarkt mit dem eigenen Auto fahren.

Metnitz, Karner mit Totentanzfresko

 

 

Auf dem steirisch-kärntnerischen Hemmaweg

Diese mehrtägige Pilgerwanderung führt von Murau über das Stift St. Lambrecht und Metnitz nach Gurk und endet in Friesach. Alle Talort sind auch hervorragende kunsthistorische Ziel, Ausgangs- und Endpunkt mit Bahnverbindung.

Wehrkirche Grades

Anforderungen: Die vier Tagesetappen von insgesamt 82 km erfordern tägliche Gehzeiten zwischen 5 und 6 ½ Std., die zu bewältigenden Höhenunterschiede betragen 500 bis 800 m.

Ausgangspunkt: Murau (Zufahrt mit der Murtalbahn von Unzmarkt, vom Endpunkt Friesach mit der Südbahn zurück nach Unzmarkt).

Friesach

 

Meine Wandervorschläge im Land der Berg 06/2011 spielen sich alle im “Gratzenerland” ab (schon allein wegen dem Umfang des Artikels). Wir haben aber auch eine wunderschöne Tour (leider nicht mit dem Rad) bei Chlum u Trebone unternommen, die ich hier im “Land der Berge-Format” vorstellen möchte. Unser Wandererlebnis-Bericht folgt dann mit noch mehr Bildern!

 
 

 

Teichwanderung bei Chlum

Land der Berge Empfehlung

Herausforderung: 3 „Passt schon!“

Highlights am Weg: 1 „Ein Hammer!“

Einsamkeitsfaktor: 1 (wochentags) bis 2 „Richtig gut!“ (an arbeitsfreien Tagen)

Familientauglichkeit: 2 „Richtig gut!“ (mit Fahrrädern) bis 4 „Naja!“ (als Fußmarsch)

Kost & Logis: 3 „Passt schon!“ (gemessen an österreichischen Verhältnissen)

Zufahrt und Ausgangspunkt

Grenzübergang Nagelberg – Hauptstraße Richtung Trebone – nach Suchdol rechts abzweigend nach Chlum; Parkplatz bei der hochgelegenen Pfarrkirche (vor dem Teich links abzweigen und geradeaus hinauf). Zufahrt von Litschau über den Grenzübergang Schlag möglich.

Route

Chlum – Teichufer Hejtman und Spackov/Stankovsky rybnik – Stankov – > gelbe Markierung – Lutova – Basta – Kreuzung Stary Hospodar rybnik – > rote Markierung – Stary Kanzlir – Chlum

Details

Wegbeschaffenheit: asphaltierte Nebenstraßen und Fahrwege

Streckenlänge: 17 km

Höhenlage: ca. 500 m

Gehzeit: 5 Std.

Einkehrmöglichkeiten: am Ausgangspunkt in Chlum, unterwegs in Stankov und Lukov

Als “Nebenprodukt” eines dreiwöchigen erholsamen Aufenthalts im Waldviertler Kurort Bad Grosspertholz wurden von uns einige schon bekannte, aber noch genauer zu erkundende Touren in Südböhmen begangen.

Einen Artikel über unsere Wanderungen im “Gratzenerland” (südlich von Nove Hrady) gibt es im soeben erschienenen Land der Berg, Heft 06/2011.

Unsere Wandervorschläge:

Schmuggler-Trasse von Buchers über den Kamenec

Gipfel um Heilbrunn / Hojna Voda

Naturpark Theresiental / Tercino udoli

Erlebnisweg Mandlstein von Heinrichs bei Weitra

Außerdem haben wir eine große Runde im Teichgebiet von Wittingau / Trebon ausführlich erforscht und fotografiert. Hier vorerst nur die Übersichtskarte:

Gerade erleben wir die vielleicht letzten spätsommerlichen Tage, denn schon ist ein tiefherbstlicher Kälteeinbruch angekündigt. Die Zugvögel scheinen schon etwas zu spüren, denn mehrfach waren Wildgänse am Durchflug, und heute früh trieben sich einige Bergfinken im Garten herum. Anni sah sogar ein paar Schopfmeisen! Wenn im Norden die Kältezeit einbricht, ist es für diese Vögel hier in Mitteleuropa auch im Winter auszuhalten…

 
 
 

 

Doch zurück zu den Hitzetagen im letzten August, bei unserem Kärntenurlaub. Für den vorletzten Tag waren Gewitter angesagt, aber bis dahin in den Tälern noch immer heiß. Also schnell hinauf auf die Berge! Als schnell erreichbares und hohes Ziel bot sich der Falkertsee an – dort waren wir noch nie, und außerdem hatten uns diese Gipfel bei der Tour von St. Lorenzen am Speikkofel zum Lorenzerkreuz richtig angelacht.

St. Lorenzen am Speikkofel mit Moschelitzen

Zufahrt von Feldkirchen Richtung Turrach, über Himmelberg und die Prekowahöhe hinauf ins obere Gurktal, das über Gnesau sich dem Hauptkamm der Nockberge zuwendet. An der Abzweigung nach Bad Kleinkirchheim vorbei (Seilbahnbenützung wollten wir wegen des unsicheren Wetters vermeiden) und gleich nach Pattergassen auf gut augebauter Bergstraße die Steilhänge hinan in den Kessel mit dem Falkertsee auf schon 1800 m (nur 42 km von St. Urban am Urbansee, unserem Urlaubsstandort).

Wie vor allem in Kärnten ausgeprägt, ist dieser Ferienort dicht “verhüttelt”, was sicher für reichliche Infrastrukturprobleme sorgt. Ganz zu schweigen von den finanziellen Turbulenzen, wenn all die Ferienhäuser von der berühmt-berüchtigten, jüngst zwangsverstaatlichten Bank finanziert wurden. Von der Ver- und Entsorgung her sind sicher Pensionen und Hotels, ja sogar die monströsen Appartementhäuser viel einfacher zu bewirtschaften. Aber jedem Mäuschen sein Häuschen, wobei “Hamster” wohl eher passen würde.

 
 
 

Wegbeginn ins Hochtal zur Falkertscharte

Als Erstbesucher reißt man nur so die Augen auf – wir sind hier im “Heidiland”, beim Heidihotel mit Heidialm usw. Kaum 50 m dahinter beginnt der Nationalpark Nockberge! Diesem bzw. seinen Fördergeldern verdanken wir wahrscheinlich den hübschen Steig am sonst unberührten Steilufer des malerischen, an der flacheren Seite aber dicht besiedelten Falkertsees.

Am Nationalparksteig

Das im Vergleich zur Turrach (und sogar gegen Hochrindl und Simonshöhe) mikrige Schigebiet erstreckt sich über die sanften Almhügel an der Nordostseite, sehr steil ist aber die Trasse Richtung Falkertspitze. Dieser Gipfel ist der Hauptberg, und gleich neben dem Heidihotel beginnt der steile markierte Anstieg. Wesentlich moderater geht es hinter dem Falkertsee, an einer kleinen Lacke und den letzten Lärchen und Zirben vorbei, westwärts in das Hochtal hinein. Junge und gut gerüstete Bergfexen streben hier dem Klettersteig über die markant zum Falkertgipfel aufsteilenden Felsfluchten zu.

Schmalblättrige Weidenröschen

Die bequemeren Wanderer marschieren talein und erst zuletzt steiler hinauf zur Falkertscharte. Rechts geht es relativ rasch hinauf zur 2308 m hohen Falkertspitze. Der weitere Kammverlauf umschließt über  Klomnock und Malnock das Nachbartal bei St. Oswald (diese Gipfel haben wir von der Brunnachhöhe aus schon bestiegen).

Um zwei Meter höher als der Falkert-Hauptgipfel ist der südlich der Scharte gemächlich ansteigende Rödres Nock mit 2310 m und dem urkärntnerischen wundersamen Namen “Moschelitzen”. Von dort kommt man über einen steileren Rücken hinab wieder zum Falkertsee zurück. Also gibt es hier einige nette Wandermöglichkeiten, die wir beiden “Hatscherten” leider zur spärlich auskosten können…

Gipfelhorizont vom Eisenhut (links) bis zum Speikkofel

Bei Ankunft am See empfing uns ein frischer Wind, keine Spur von den noch angedrohten 30 Grad! Ein Genuss für uns war die Aussicht gegen Nordosten zu, weil wir dort auch schon unterwegs waren. Die Gipfelreihe erstreckte sich vom gemächlichen Großen Speikkofel über Bretthöhe und Gruft Richtung Turrach, und darüber lugten noch der Wintertaler Nock und unser “irgendwann oder nie-Wunschziel”, der Eisenhut. Letzte Heidelbeeren gab  es auch noch, einzelne hübsche Nachblüten der Alpen-Windröschen und schrill pfeifende Murmeltiere.

Blick übers "Heidiland"

Die Sonne meinte es gerade noch gut, plötzlich zogen aber schon dunkle Wolken auf, und sogar der Anorak war jetzt gut herzunehmen. Also endete der heiße Bergtag schon am frühen Nachmittag, unten im Tal brütete noch die Hitze, bis später mit heftigem Wind und Abkühlung die Gewitter der heranrückenden Kaltfront sich bemerkbar machten.

Wimitz – wo soll das denn sein? In den Wimitzer Bergen natürlich und in Kärnten, aber eigentlich bezeichnet dieser Name ein völlig abgeschiedenes und nur spärlich besiedeltes Tal der südlichen Gurktaler Alpen. Genaueres zur Geografie: Von Westen nach Osten verlaufen sowohl das Glantal zwischen Feldkirchen und St. Veit als auch das mittlere Gurktal bei Weitensfeld und Gurk. Dazwischen erstrecken sich zwei Höhenzüge in derselben Richtung – ein nördlicher von Zammelsberg nach Pisweg und ein südlicher, an dessen Sonnenhängen St. Urban und Kraig liegen. Dazwischen hat der Wimitzbach sein Engtal eingeschnitten.

Wie wir überhaupt auf die Wimitz kamen? Schon vor längerer Zeit durch den Fernsehbeitrag “Kärntner Bauerndörfer”. Bei unseren Touren auf den Hemmawegen haben wir den nördlichen Höhenrücken von Weitensfeld bis Gurk begangen, aber Pisweg im aufziehenden Gewitter abseits liegen gelassen. Dann stieß ich im Hemmaweg-Führer auf eine Route, die ich in meinem Pilgerwegebuch wegen einiger Unsicherheiten unberücksichtigt lassen wollte – die zweitägige Tour von Karnburg nach Gurk.

Weg am Grayberg

Ganz ominös erschien auf dieser Strecke der Ortsname Dreifaltigkeit am Gray. Daher wollten wir bei unserem Kärntenurlaub Ende August dorthin kommen. Die in der beigefügten Karte ersichtliche Rundfahrt verlief über insgesamt ca. 100 km, mehrfach unterbrochen durch kurze Wanderstrecken und Walderkundungen (ganz schön viele Eierschwammerl und Pilze nach den vorher gegangenen Niederschlägen und bei der beginnenden Erwärmung).

Kegelbahn beim Dreifaltigkeitswirt

Eigentlich hätten wir gleich von St. Urban über die Simonshöhe (bekanntes Kärntner Schigebiet) und Hoch-St. Paul zu unserem ersten Ziel gelangen können. Weil uns aber diese Fahrmöglichkeit nicht bekannt war, fuhren wir zunächst nach St. Veit und weiter über die Streusiedlung Schaumboden hinauf auf die Berge. Sehr lohnende Landschaft mit kühn auf Felsen ragenden Burgruinen. Auf der Kammhöhe einem Instinkt und der guten Asphaltstraße westwärts folgend nach Steinbichl.

Der Kirchweiler Steinbichl: Auf 1070 m am Nordhang von Schneebauerberg und Wunderriegel – eine wahrhaft wunderbare Lage mit  Ausblick in die Gurktaler Alpen, gegenüber die Bergbauernfluren an der Sonnseite des Pisweg-Zammelsberg-Kammes, tief drunten der steil eingeschnittene Waldschluchtgraben der Inneren Wimitz (dorthin führt eine schmale Bergstraße). Das Kirchlein mit dem markanten Turm und Steinplattldach steht oberhalb des Weilers (dort ein Gasthaus) – aus mir selbst unverständlichen Gründen habe ich kein (!) Foto geschossen und auch nicht im Dehio nachgeschlagen: Urkundlich “erst” 1412, aber im Kern romanisch, gotische Architektur und Fresken. Wir gingen der Markierung Richtung Wegscheider ein Stück entlang und kamen gerade beim Läuten der gesamten Glocken zur Kirche zurück, als die “Kräuterprozession” (nachträglich zum Marienfeiertag) einzog – wieder was versäumt…

Dreifaltigkeitskirche am Gray

Dafür nahmen wir nicht die Talfahrt in die Wimitz, sondern fuhren ein Stück zurück bis nach dem Sattel beim Purkhartbauern, dort abzweigend zum Kirchenberg von Dreifaltigkeit am Gray: Laut Dehio – einmaliges kirchliches Esemble mit Pfarrhof, seltenes Beispiel einer Blockbaukirche (Holzgewölbe, einzigartig in Kärnten und südlichstes Objekt dieser Art im deutschsprachigen Raum), in 1180 m Höhe auf einem Nebengipfel des “Sonntagsberges”. Uraltes Bergwerksgebiet, vermutlich schon keltisch-römisch, “Gray” bedeutet “Ende des (slawischen) Siedlungsgebietes”, wie uns Frau Margit Schintl erzählte (sie vermietet in Gray Nr. 3, 9300 Frauenstein, eine Ferienwohnung für einige Personen, zentraler Stützpunkt zur Nächtigung auf diesem Hemmaweg, Tel. 0650/2771223). Neben der im Friedhof stehenden Kirche der einladende Gasthof Jägerwirt, mit Naturkegelbahn, aber keiner Nächtigungsmöglichkeit. Dorthin müssen wir (wie nach Steinbichl) unbedingt noch einmal kommen, vielleicht gerade um Ostern, wenn das Fastentuch zu sehen ist!

Zur Weiterfahrt nahmen wir die Höhenstraße ostwärts durch ausgedehnte Wälder (Pilze sammeln verboten…!) und weit hinunter ins Wimitztal über das Bergdorf Eggen am Kraigerberg (eine der ältesten evangelischen Gemeinden Kärntens mit Bethaus von 1784 bzw. barockisierender Kirche von 1854, die Bergleute waren traditionell evangelisch und vor dem Toleranzpatent Kaiser Josefs II. sicher auch hier – wie im Ötschergebiet – Geheimprotestanten). Schon in der Äußeren Wimitz zweigten wir bergwärts nach Pisweg ab, gerade rechtszeitig zur späten Mittagseinkehr. Über diese interessante Kirchsiedlung werde ich wegen der sonst zu zahlreichen Bilder eigens berichten.

St. Phillippen

Am hohen Südhang des Waldkammes am Freithoferberg (dort führt mein Hemmaweg-Wandervorschlag von Weitensfeld nach Gurk, Ende Mai 2010 begangen) ging die Fahrt auf einer wahren Panoramastraße westwärts weiter. Ganz malerisch steht dort in eder Streusiedlung Masternitzen (selbst in der Spezialkarte nicht so beschriftet) das Kirchlein von St. Philippen: Urkundlich 1285, gotischer Bau mit barocker Einrichtung, die Anna-Selbdritt-Gruppe von 1320/25 in der Pisweger Kirche (dort mit Alarmsicherung, denn viele der kleinen Kirchen wurden längst “ausgeräumt”, von organisierten Kunsträubern).

Zammelsberger Kirchturm

Dann mussten wir weit ins Gurktal hinab, und erst am Ortsrand von Weitensfeld (wäre einen eigenen Bericht wert, wie die Pisweger Kirche) ging es wieder hoch auf den Berg hinauf – zu schwammerlleeren Wäldern. Die Fahrt über den Höhenrücken westwärts wurde dafür immer schöner, herrliche Aussicht, gegenüber Hoch-St. Paul (gilt dasselbe wie für Weitensfeld) und im Südwesten schon die Kalkspitzen der Julier, während hier alles gurktalerisch gerundet ausschaut. Abschluss dieser Panoramafahrt war die stattliche Pfarrkirche von Zammelsberg: Eine dem hl. Georg geweihte Wehrkirche mit imposanten Turm, das Innere leider verschlossen. Bei diesem “Streudorf” vereinigen sich die Hemmawege von Ossiach, Millstatt und von der Turrach und ziehen in wunderschönen, waldreicher Höhenwanderung gemeinsam mit dem Gurktaler Höhenweg nach Pisweg und bald danach über die “Rodelbahn” hinab zum Gurker Dom.

Kirchdorf Zammelsberg

Wir beendeten den Tag mit der wie auf der gesamten Strecke unheimlich kurvigen Talfahrt zum Goggausee. Abschließend ein erfrischendes Bad und noch etwas ausruhen im stark besuchten (Sonntag!), aber sehr schön angelegten und sauberen Strandbad, bevor es über Feldkirchen zurück nach St. Urban ging.

… dafür habe ich reichhaltiges Erinnerungsmaterial vom Urlaub zur selben Zeit (Wende August / September 2009). Heuer war eben nur faulenzen und baden angesagt – bei spätsommerlich angenehmer Luft- und Wassertemperatur. Ferienvergnügen der “anderen” Art, entgegen unseren Gewohnheiten, aber diesmal eben nur ein Genießerurlaub!

Die Stimmung dieser Bilder lässt eher an den Herbst denken als an die gerade beginnenden beiden schönsten Wochen des Sommers 2011!

Schauplatz ist der Urbansee beim Bergort St. Urban, zwischen Feldkirchen in Kärnten und St. Veit an der Glan gelegen, hoch am Hang der auch als Schigebiet bekannten Simonshöhe.

Zwei Wochen Urlaub, zuerst dort in Kärnten, dann noch an der Adria bei Bibione. Bei diesem Ferienort denkt man wohl vor allem an Touristenrummel. Doch im ruhigen Ortsteil Bibione Pineda (wie auch bei Lignano Pineta etwa) wohnt es sich inmitten von Pinienbeständen. Mit diesen wurden die Sanddünen an der Küste gefestigt und das so gewonnene Küstenland der Besiedlung zugeführt.

Einzelne Naturschutzflächen erinnern noch an diese “Kultururlandschaft”, so das von uns schon besuchte Valle Vecchia zwischen Bibione und Caorle (> Suche: Valle Vecchia, müsste funktionieren!?). Romantisch ist auch das Val Grande mit seinen von Schilfbeständen umgürteten Lagunen und Kanälen.

Während wir in Kärnten immerhin in der maximalen Hitzewoche dieses Sommer wegen der Höhenlage noch Energie für zwei Touren aufbrachten (Berichte folgen noch), beschränkten wir uns an der Adria auf “Wassergymnastik” im lauen Meer. Immerhin hatte aber auch der Urbansee auf 800 m Seehöhe eine Wassertemperatur von 26 Grad, was unseren Badegelüsten natürlich äußerst förderlich war…

Einige Bilder von Strandeindrücken und Naturschutzgebieten bei Bibione in einem eigenen Beitrag und in meinem Album “Bibione Natur” bei facebook Bernhard Baumgartner!

 

Blick vom Mandlstein ins Gratzenerland

Moorbad Grosspertholz liegt wie Moorbad Harbach näher an Böhmen als an Zwettl (dem “Herzen” des Waldviertels). Noch dazu weil es dort gleich mehrere Grenzübergänge gibt, die wenig bekannt, aber für Touren und Ausflüge sehr praktisch sind. Von Harbach ist man ganz schnell im Wallfahrtsort Brünnl, dem “Böhmischen Lourdes”, und von Karlstift / Stadlberg fährt man (ebenfalls mit dem Auto) hinüber nach Buchers, dem schon verfallenen, aber nun wieder besiedelten Marktort am Fuß der höchsten Gipfel des “Gratzenerlandes” (Steinberg oder Kamenec mit 1072 m der höchste). Nur für Fußgänger und Radfahrer erlaubt sind die Grenzübergänge in Joachimsthal, Schwarzau und bei Hirschenwies / Lauterbach, wo auch die Radroute “Via Verde” in tiefen Wäldern des oberen Lainsitzgebietes das Staatsgebiet wechselt.

Grenzbrücke an der Lainsitz in Joachimstal

Am 15. August 2011 geweihtes Pilgerdenkmal am Grenzübergang bei Harbach

Nicht zu vergessen ist der Hauptort dieses Gebietes, die “Bergstadt” (wirklich auf einem Berg gelegene) Stadt Nove Hrady, das altösterreichische Gratzen. Eine reiche Geschichte weist diese Burgsiedlung auf, von 1640 etwa bis 1945 war sie im Besitz der Grafen Buquoit, die das Land ringsum nicht nur ausnützten (wie man bis 1989 wohl “historisch korrekt” gesagt hätte), sondern auch in jeder Hinsicht förderten. Glashütten in den Wäldern, später die Holzbringung, architektonische Juwele und besonders der Naturpark im Theresiental, wie auch der seit 1858 geschützte Urwald bei Zofin (dem früheren Sophienschloss) gehen auf sie zurück.

Waldteich bei Karlstift

Bald nach 1945 war das “Gratzenerland” von der deutsch sprechenden Bevölkerung “gesäubert” worden (wie es unter den Nationalsozialisten in umgekehrter Richtung der Fall war, um bei den geschichtlichen Tatsachen zu bleiben). Mit dem immer intensiver ausgebauten “Eisernen Vorhang” während der Zeit des Kalten Krieges wurde die unmittelbare Grenzregion völlig entsiedelt. Mit dem Sturz des Kommunismus durch die “samtene Revolution” in der Tschechoslowakei 1989 trat eine völlige Veränderung der Verhältnisse ein.

Waldschlaggras am Mandlsteinweg

Wenn man heute diese Grenzregion bereist, durchwandert oder noch besser auf den zahlreichen und gut markierten Radrouten “erforscht”, glaubt man zu träumen. Zwar erinnern noch manche Siedlungen und Wirtschaftsbetriebe in ihrem ruinösen Zustand an die Zwangsbeglückung der Bevölkerung. Aber daneben merkt man weitgehend ein Aufblühen, eine allmähliche Anpassung an den auf der österreichischen Seite der Grenze selbst in den abgelegensten Orten selbstverständlichen Leben- und Wirtschaftsstandard. Was 1968 in der kurzen Freiheit unter Dubcek viele Gäste nach Böhmen gelockt hat, gilt auch heute wieder – Gastlichkeit und ein Näherrücken an die Nachbarn, die nun immer mehr zu Partnern werden und nicht mehr als imperialistische Bedrohung angesehen werden.

Bucherser Teich

Wir wanderten nicht nur entlang der vorzüglichen tschechischen Wanderwegmarkierungen, sondern auch der besten Markierung folgend, die es überhaupt geben kann – den Grenzsteinen zwischen Österreich und Tschechien. Darüber wird noch zu berichten sein, vorläufig nur ein paar Bilder aus Südböhmen.

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