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Nein, zum Glück nicht ein Kreuz mit dem Wetter bei unserem Urlaub in Gastein! Denn abgesehen von leichten Gewittern am ersten und letzten Tag (und einmal nachts dazwischen) war es ein richtiges Geburtstagswetter. Was machen  schon Hitzetage im Gebirge aus - in den Höhenlagen ist  es da wenigstens angenehm und nicht gleich wieder zum Frösteln …

Wahrscheinlich gibt es im Gasteiner Tal mehrere Wetterkreuze, mir ist allerdings nur jenes nördlich der Biberalm zwischen Schwarzwand und Hoher Scharte / Wartberg bekannt. Es steht auch bezeichnend auf einem Gratvorsprung im nordwestlichen “Wetterwinkel” des Tales, von wo die schwersten Unwetter heranziehen mögen.

AB Bei den höchsten Lärchen

Vor drei Jahren konnten wir dort schon eine wunderschöne Runde begehen – von der Biberalm übers Wetterkreuz zur Schwarzwandscharte und hinab zur Schmaranzer Alm. Diesmal musste die “Tour” leider etwas kürzer ausfallen, hatte aber zwei andere Vorteile: Der erste Trick ist die Auffahrtsmöglichkeit, neben dem Bahnhof Bad Hofgastein über Breitenberg ca. 10 km hinauf zur Biberalm auf 1734 m, ermöglicht durch einen Mautschranken (5 Euro in Münzen hatten wir schon vorsorglich dabei). Das zweite Ziel waren die Heidelbeerfelder dort oben, denn während in niedrigeren Regionen der Maifrost alles verdorben hatte, waren auf den hohen Almen keine Frostschäden aufgetreten.

AB Zwergstrauchheiden und alpiner Rasen

Alsbald kamen wir über die Almwiesen schon ins Gelände der Zwergstrauchheiden, und tatsächlich hingen die schönsten Heidelbeeren dicht und vollreif am Gesträuch. Vorläufig ließen wir uns noch ablenken – der Tiefblick ins Gasteiner Tal und das Panorama des Gebirgshintergrundes öffnet sich dort wirklich einmalig schön! Vor allem ist es das Tischlerkar mit seinem Gletscherrest, daneben der Hölltorkamm und der Graukogel, alles überragt vom hohen Ankogel.

BB Wetterkreuz mit Gastein-Panorama

BB Die Mandlwände am Hochkönig

An der Bergschulter beim Wetterkreuz zeigen sich auch die Nördlichen Kalkalpen mit  Hochkönig, Tennengebirge und Dachsteinmassiv, zum Greifen nahe gegenüber das Schigebiet von Dorfgastein mit dem Fulseck und dem Schuhflicker (dorthin wollten wir am nächsten Tag). Die kleine Verflachung oberhalb der Hohen Scharte (nicht zu verwechseln mit jener im Schigebiet Schlossalm) wird von dichten Teppichen aus gerade voll blühendem Heidekraut, von Moosen und Flechten, allerlei alpinen Grasarten und vor allem von Heidel- und Rauschbeeren bedeckt. Diese Bestände ziehen sich noch weiter hinein in den weitläufigen Kessel oberhalb der Walchalm, der vom Salzburger Almenweg durchquert wird. Allerdings waren dort oben, auf knapp über 1900 m, die Heidelbeeren noch zu unreif, also verlegten wir uns  aufs “Heideln” beim gemütlich angetretenen Rückweg.

BB Ausblick zum Ankogel

BB Tischlerspitze mit Gletscherrest im Tischlerkar

Die Biberalm, ganz neu und schön eingerichtet, bietet sich zur Jauseneinkehr und als Aussichtsbalkon bestens an. Dann geht es wieder auf der schottrigen, aber gut befahrbaren Almstraße dem Tal zu, bei Breitenberg sogar auf Asphalt. Damit ist der zweite richtige Urlaubstag schon höchst angenehm verbracht. Am Vortag waren wir ins Angertal hineingewandert, bevor ein Gewitter aufzog, und hatten sogar einige Eierschwammerl ergattert – beim Urlauben in einer Ferienwohnung mit voll ausgestatteter Küche natürlich ein Gustostückerl! Ja, und die Anreise am Tag zuvor war feiertägig unbeschwert verlaufen (15. August), nun vorausblickend – bester Wetterbericht, also gleich wieder hinauf auf die Berge!

BB Bei der Biberalm

Tour im Naturpark Eisenwurzen am 12. 8. 2012

Vom Sandgraben über den Niederscheibenberg:

Parkplatz Sandgraben zwischen Hollenstein und Lassing / Mendling – Niederscheibenberg – Moarhochalm – Kammsteig – Gipfelkreuz; Streckenwanderung mit gleichem Rückweg von insgesamt 14 km, Seehöhe zwischen 723 m und 1770 m, Aufstieg 3 bis 3 ½ Std.

Routenbeschreibung neu nach Tour am 12. 8. 2012

Vom Parkplatz auf dem rot markierten Steig in zwei weiten Kehren den Waldsteilhang hinauf zu einer Forststraße, auf dieser rechts bis zur nahen Rastbank. Hier auf altem Steig oder einer Aluleiter über die Böschung hinauf und weiterhin auf dem schmalen, aber gepflegten Naturpark-Steig (ausgemäht und mit Wasserableitungen versehen!) durch steilen, lichten Hochwald rechts hinan. Bei einem Felsvorsprung prächtiger Blick auf die nahe Stumpfmauer, beim folgenden kleinen Sattel des Seitenkammes in die linke Bergflanke wechseln. Eine Waldmulde wird gequert, und nach der folgenden Kehre geht es rechts mäßig steigend bis vor den Seitenkamm. Diesen links aufwärts entlang wird ein Rastplatz am Ende dieses ersten Steilaufstieges erreicht (1170 m, 1 bis 1 ¼ Std.).

Nun flach hinaus zur weitläufigen Almwiese am Niederscheibenberg und rechts haltend auf der Forststraße wieder in das Waldgelände. Bald links abzweigend auf einen Schotterweg (ausgewaschen bis auf dem Untergrund aus Lehm und Lunzer Sandstein, der in einem Streifen mit Opponitzer Kalk den Hauptdolomit der Sandgrabenhänge vom Wettersteinkalk des Gipfelzuges trennt). Bei dessen Wendung geradeaus zu einem Steig, der in kurzen Kehren ein Stück den Schlaghang hinaufführt. Dann folgt eine Rechtsquerung auf das ehemalige Pistengelände bei der ehemaligen Kleinpromaualm zu (auffallende Erosionsspuren, aber auch frisch aufwachsender Lärchenwald). Nun wieder in zahlreichen Kehren den mit urigem Baumwuchs locker bestandenen Steilhang hinauf, bis nach einer Geländerippe eine Querung links anschließt. Über Lichtungen mit schöner Hochstaudenflora (wie auch bisher) und ersten Latschen den Steilhang nur mehr leicht bergauf entlang und zuletzt ganz sanft zum Sattel der östlichen Plateaumulde, die vom bewaldeten Hasenfuß abgeschlossen wird. Am linken Rand des üppigen, durch eine kleine Schachtdoline entwässerten Wiesenbodens entlang leicht bergab zur Wegteilung bei der Moarhochalm (1540 m, 1 Std.; Hochstand in Wetterfichte, links abzweigend die hier fast weglose und schlechter markierte Route nach Palfau).

Nun rechts oberhalb eines tiefen Dolinenkessels den Hang entlang und durch eine zunehmend saftere Karstmulde zum eigenartigen Hochtal, das vom Hauptkamm (rechts) und durch die Vorkuppen von Roßkogel und Langmauer (links) begrenzt wird. Dabei gelangt man endgültig vom obersten Bergwald in die Krummholzregion. Über zwei ganz flache Wiesenböden hinweg, voraus zeigt sich der erste Gipfelpunkt und im Rückblick der Dürrenstein, dann vor dem letzten Dolinenkessel rechts zum Bergrücken und über diesen, zuletzt stärker steigend auf den östlichen Vorgipfel (1739 m, ½ bis ¾ Std.; kleines Gipfelkreuz). Der weitere Kammverlauf mit seinem von Latschen gesäumten Rasenstreifen führt über eine weitere, etwas felsige Graterhebung zum Gipfelkreuz auf dem Gamsstein (1770 m, 1 bis 1 ½ Std. von der Moarhochalm; Einmündung des markierten Steiges von Palfau über den Hühnerriegel, siehe Tour ). Der eigentliche Gipfelpunkt, der Hochkogel (1774 m), ragt nahe davon an dem zum Gamssteineck ziehenden Grat auf und kann in felsigem Gelände erklettert werden. Rückweg auf derselben Route in 2 ½ bis 3 Std.

Variante für den Abstieg vom Niederscheibenberg (zusätzlich ½ Std.): Wo an der nordwestlichen Ecke der Almfläche der markierte Weg in den Wald hineinführt (kleine Hütte) dem Wegweiser Große Scheibenbergrunde Nr. 76 nach rechts auf der Forststraße weiter, wobei man besser auf dem flach weiterführenden Fahrweg bleibt und zum nahen Almkreuz abzweigen kann (malerischer Rastplatz mit Blick zur Voralpe mit Tanzboden und Stumpfmauer). Zurück zum Fahrweg und auf dessen links aufwärts schwenkender Strecke (durch eine „Schussluckn“, mit Stangen verschlossener Zaundurchlass) zur Forststraße. Kurz rechts oberhalb wird bei einer markanten Felskanzel (1225 m) auf die links abzweigende Forststraße abgezweigt. Mit prachtvollem Aus- und Tiefblick den Seitenkamm entlang, dann in starkem Gefälle mit einigen Kehren auf der als Schiweg der einstigen Gamssteinlifte (Markierungstafeln) vorgesehenen Schotterstraße über die Waldsteilhänge hinab, zuletzt in Rechtsbogen zur Talstraße nahe der Klein-Promau (780 m, 4 km vom Niederscheibenberg) und links auf der Asphaltstraße 1,5 km zum Ausgangspunkt, zuletzt vorbei am Reitstall und Forsthaus (1 ½ Std.).

Heute im Alleingang der ultimative Härtetest für die Knie – vom Sandgraben (zwischen Lassing und Hollenstein, Naturpark Eisenwurzen) über die Scheibenbergalm und die Moarhochalm auf den östlichen Vorgipfel des Gamssteins – 1000 Höhenmeter, und als Abstieg im unteren Teil noch die Große Scheibenbergrunde.

Nach einer Stunde Steilaufstieg beim Almkreuz am Niederscheibenberg (unbekannte Wanderkollegen) mit Prachtblick gegen die Stumpfmauer.

Oberer Steilaufstieg beim ehemaligen Pistengelände hinauf zum Plateaurand, unten die Almwiese am Niederscheibenberg, überall schöne Hochstaudenflora.

Bereits im Hochtal oberhalb der Moarhochalm, von den üppigen flachen Wiesenböden inmitten der Karstlandschaft ein wunderschöner Blick zum Dürrenstein, dazu nichts als Schönwetterwolken!

Erster Blick zum Lugauer, ein Vorgeschmack auf das herrliche Panorama von 360 Grad…

Rückblick vom Vorgipfel auf das Hochtal der östlichen Gamsstein-Hochfläche, das vom Hasenfuß, einem Waldgipfel mit jenseitigen Felsabbrüchen abgeschlossen wird. Am Horizont als unauffälliger Gupf der Ötscher und im schönen Breitformat der beherrschende Dürrenstein.

Hier folgt bereits der Gipfelkamm, eine schmale Schneide zwischen den beiderseitigen steilen Bergflanken. Am westlichen Horizont erstrecken sich die Gesäuseberge (links) und die Haller Mauern (rechts). Nach drei Stunden Aufstieg habe ich mir den Weiterweg zum großen Gipfelkreuz erspart und auf eine herbstliche Rundtour von Palfau aus verschoben.

Auch auf dem 1739 m hohen östlichen Vorgipfel gibt es ein Gipfelkreuz, im Hintergrund erstreckt sich der Hochschwab.

Der langgezogene Gamsstein ist dem Gesäuse schon sehr nahegerückt und bietet ein tolles Panorama dieser Felsgiganten – hier der Admonter Reichenstein und der Sparafeld. Im Abstieg vom Niederscheibenberg habe ich die Große Scheibenbergrunde begangen – ein Forststraßenhatscher sondergleichen, leider… Unten beim Auto nach 6 1/2 Stunden gesamter Gehzeit (mit zwei kleinen Rasten) welch eine Wohltat – mit einem Zehenschnipser werden die 160 Pferdchen in Trab gesetzt und kutschieren mich nach Hause! Insgesamt eine große Bergtour, im Aufstieg auf sehr interessantem und gut gepflegten Naturparkweg. Die schönere Route über den Gamsstein führt aber sicher von Palfau aus – wird im späteren Herbst nachgeholt, wenn die Lärchen golden werden und die Südhänge angenehm zu begehen sind.

Routenbeschreibung:

 
 
 
 

 

Rundtour Schwarzalm – Planstiege – Ringkogel – Kesselberg – Wiesenalm – Schwarzalm (Gehzeit ca. 4 Std., für geübte und orientierungssichere Wanderer bei gutsichtigen und sicheren Wetterverhältnissen, Zustieg auch von Hochreith / Leckermoor – mit gleichem Abstieg insgesamt 7 Std.).

Von der Schwarzalm-Hütte (1536 m) dem Wegweiser „Ringkogel“ nach über den schütter bewaldeten Hang entlang der Markierung hinauf zur sattelartigen Anhöhe mit Wegteilung Wiesenalm / Ringkogel. Hier rechts auf dem markierten Ringkogelsteig weiter, aber nicht am Wiesenrücken entlang, sondern leicht links durch die Senke oberhalb einer weiten Doline. Waldgassen und steinige Lichtungen führen hinauf zum Sattel östlich vom Lahnerkogel (1600 m. ca. 20 Min.).

Hier von der Markierung rechts abzweigen – oberhalb einer jenseits eingesenkten Doline am linken Hang querend zu einer sumpfigen Waldecke. Die schwache Steigspur ist mit vereinzelten roten, schon etwas verblassten Farbpunkten bezeichnet! Keinesfalls ohne diese alten Markierungszeichen irgendeiner Steigspur folgen! Die Routenführung ist nun äußerst verwirrend und kann im einzelnen nicht genau beschrieben werden, denn immer wieder wechseln Neigung und Richtung.

Markant sind jedenfalls Karstgassen mit Karrenbildung aus Dachsteinkalk, der hier allenthalben stark zerklüftet hervortritt. Die Steigspur wendet sich mit mehreren kleinen Biegungen und Durchquerung von Dolinen allmählich nach links (Osten), und über die letzten Steinriegel hinweg wird die auf einer freundlichen Wiesenlichtung gelegene, schön hergerichtete Bernlehnerhütte erreicht (1580 m, in der ÖK ohne Beschriftung eingezeichnet, 1 Std. von der Schwarzalm).

Nun südwärts wendend, an der Wasserfassung vorbei, auf einem Forstweg leicht bergab in den „Kessel“ an der Westseite des Ringkogels hinein. Bei der gesamten Querung dieses „Ringkogel-Kessels“ geht es zwischen markanten Dolinen hindurch und an Karrenflächen vorbei. Dann wird in einer weiten Biegung um die ausgeprägte, eher wiesenhafte Karstmulde herum (noch nicht hier abzweigen!) ein kleiner Sattel erreicht. Von der folgenden auffallenden Geraden öffnet sich links eine schmale Lichtung, in deren Verlauf bei einem kleinen Einschnitt neben Baumgruppe auf einem Steinblock die rote Punktmarkierung gefunden werden muss. Denn nur so ist man auf dem richtigen Weiterweg! Dieser folgt wieder einer schwachen Steigspur und gelangt in eine Mulde mit kleiner Lacke und darauf folgendem umgestürztem Moderbaum – im Bild der „Ringkogeldrache“.

In derselben Richtung leicht ansteigend weiter, immer ziemlich geradeaus auf den schon sichtbaren Hauptkamm zu, wobei zuletzt keine Punktmarkierungen mehr zu bemerken sind. Der Kamm wird jedenfalls bei einem kleinen Wiesensattel östlich vom auffallend steinigen Munzenplan erreicht (1560 m, ½ Std.; vom Ringkogel her macht die Alpintour-Markierung einen auffallenden kleinen Bogen nach rechts, nahe ein Leckstein, Felsblock mit kleinem Steinmann und Holzpflock). Hier vom mit wenigen Schritten erreichten Bergrand besonders eindrucksvoller Tiefblick in die Schloif-Schlucht mit dem von Rotwald kommenden Lassingbach.

Weiterweg nun links entlang der roten Alpintour-Markierung, über Latschengruppen und Blockriegel zu einer Wiesenfläche und leicht bergab zu einer tiefen Einsattlung (1540 m, in der ÖK Bezeichnung „Planstiege“, was sich laut Werner Tippelt auf einen kleine Felsrippe beziehen soll). Nun steil den Bergrand zwischen Latschen und über Steinstufen hinauf und allmählich verflachend in den Gipfelbereich des Ringkogels, wobei der markierte Steig sich nur wenig vom Bergrand entfernt.

Nach der Wegkreuzung mit der Markierung Richtung Schwarzalm steigt man durch den Weidezaun und kommt am südlichen Steilrand entlang dann gleich zum Gipfelbuch auf dem Ringkogel (1666 m, ¾ Std.). Der Weiterweg Richtung Wiesenalm geht kurz zurück bis zur Kreuzung der Markierungen und nun rechts abzweigend zuerst Richtung Schwarzalm. Der Hangsteig durchquert mit geringem Gefälle das immer wieder gelichtete Krummholz und umgeht so den ersten, dicht verwachsenen Kammverlauf zum Kesselberg.

Unterhalb taucht die Bernlehnerhütte auf, und über dem zur Schmalzmauer ziehenden Hauptkamm (der Hochkargipfel ist eher versteckt) zeigt sich das prachtvolle Panorama der Westseite mit den Gesäusebergen, Gamsstein und „Voralm“ (Tanzboden und Stumpfmauer), weit hinten die Haller Mauern und nahe der lange Königsbergrücken. Sobald die folgende breite Bergwiese erreicht wird, geht man rechts am Krummholz entlang und durch Latschengassen leicht bergauf zum Bergrand der Kesselhöhe.

Ebenso verläuft der Weiterweg zum Kesselberg (1657 m), an der linken Seite kleine beweidete Rasenmulden und Latschenfelder, rechts der Steilabbruch ins Steinbachtal mit dem markanten Dürrenstein im Hintergrund, auf den der weitläufige Kamm vom Ringkogel über den Tremlsattel zuläuft (Route der Alpintour).

Der Abstieg zu den schon sichtbaren Wiesenalmhütten erfolgt direkt über einen etwas feuchten Hangriss oder besser weiter rechts bei einer kleinen Jagdhütte vorbei. Die Wiesenalm (1486 m, 1 bis 1 ½ Std., nicht bewirtschaftete steinerne Almhütte und Stall, Einmündung des Zustieges von Hochreith / Leckermoor in 1 ½ Std.) befindet sich auf einer sanften Anhöhe nördlich von dem mit geringem Höhenunterschied eingesenkten Almboden mit einzelnen Lacken und Wasserschluckern, wo das spärliche Nass der Mulden und einzelner Gerinne in kleinen Schachtdolinen verschwindet.

Die Markierung Richtung Schwarzalm wendet sich nun nach Süden, über das flache Gelände entlang dem rechten (westlichen) Waldrand zu einem steinigen Rücken, auf dessen Anhöhe sich ein Jagdstand in einem turmartigen Fundament aus Hausteinen befindet. Jenseits führt der Weg bergab in die wild zerklüftete Karstschüssel (so der Fachausdruck) an der Westseite des Kesselberges, die „Im Kessel“ genannt wird.

Während unterhalb eine Forststraße Richtung Kirchauer Lucken zu bemerken ist, die über eine Lichtung die zuletzt ungebahnte Zufahrt zur Wiesenalm ermöglicht, wendet sich der markierte Steig nun weiter in den Kessel hinein und verläuft ein Stück quer am Rand von Steilabbrüchen. Uriger Baumwuchs mit vorwiegend Fichten, auch Latschen dazwischen, dazu zahlreiche Dolinen, Karstgassen und Karrenflächen prägen das Bild dieser Wildnislandschaft.

Zwar im obersten Bergwald gelegen, aber stellenweise von schluchtartigem Charakter oder als Felsfluren hervorstechend, findet man hier eine überaus vielfältige Flora (kennzeichnend im Übergang vom Spätfrühling bald nach der Schneeschmelze zum Frühsommer die dichten Bestände der Clusius-Primeln, im Volksmund „Jagabluat“ genannt). Zwar ist der Steig deutlich ausgeprägt, aber wo Totholz herumliegt ist trotzdem auf die immer schwächer werdende rote Markierung zu achten. Zuletzt geht steiler über Lichtungen hinauf ins freie Gelände auf der sattelartigen Anhöhe mit der Wegteilung Ringkogel / Wiesenalm und kurz bergab zur Schwarzalm (1 Std.).

Zu meinem Bericht über das Blumenparadies am Hochstadelberg vom 11. Juni erreicht mich folgende Mitteilung von Thomas Hochebner:

Hallo Bernhard,

ich habe mal wieder in deinem Wanderblog ein wenig geschmökert und mich sehr an den Beschreibungen und den schönen Bildern erfreut.
Da bringst du wirklich den Menschen die Heimat und die Natur näher – danke für diese Arbeit!

Beim Blog vom 11.6.2012 – Hochstadelberg ist mir allerdings ein kleines Hoppala aufgefallen. Der weiße Schmetterling, den du oder Anni dort fotografiert hast, ist kein Kohlweißling, sondern der Schwarze Apollofalter (Parnassius mnemosyne) ein bei uns gar nicht mal so seltener Ritterfalter, dessen Raupen-Futterpflanze übrigens der Lerchensporn ist. Man erkennt ihn leicht an den an der Spitze durchscheinenden Flügeln.

AB Schwarzer Apollo

Herzlichen Dank, Thomas – übrigens führend in der Forschungsgemeinschaft “Lanius” tätig – ich füge das Bild auch nochmals ein!

Info: www.lanius.at

Forschungsgemeinschaft Lanius

Ich kenne Dürrenstein und Hochkar schon ziemlich gut, wenn auch nicht so gut wie den Ötscher und schon gar nicht wie mein Freund Werner (Tippelt). Aber auf dem Ringkogel war ich noch nie oben (wie ich auch die Alpintour Hochkar – Dürrenstein in meiner “Laufzeit” leider versäumt habe und sicher nicht mehr nachholen kann). Also hat mich der Bericht von Karl über seine Ringkogel-Tour von Hochreith / Leckermoor aus schon angestachelt…. Aber – die Diretissima hinauf zur Wiesenalm, womöglich auch wieder hinunter… Schon überlegt, ob Anni nicht zur Abholung aufs Hochkar fahren könnte, aber in dieser Richtung  kommen auch die Stunden zusammen…

 
 
 
 
 

 

Das tolle Göstlinger Hüttentaxi

Da haben sich die Touristiker wirklich was Tolles einfallen lassen, aber viel zu wenig propagiert, sodass nicht einmal ich als alter “Stierler” bisher davon erfahren habe – der sehr gut “recherchierte” (schreibt man das überhaupt so?) und neue Kompass-Führer hat mich auf die Spur gebracht! Also danke an die Konkurrenz, Kompliment an den mir bisher nicht bekannten Autor Stephen Sokoloff – eigentlich keine Konkurrenz für Werner und mich, denn es handelt sich eher um einen Soft-Wanderführer, nicht für ambitionierte Klimmer, aber für eher flachländerische Besucher bestens, samt den ortsnahen Spazierwanderungen und vielen Wegerleichterungen – die wir zugegeben auch schon gern in Anspruch nehmen…

Schwarzalmhütte

Also nochmals der Hinweis (die Telefonnummer kann ich schon auswendig): Jeden Dienstag Fahrt zur Schwarzalm um 8.30 Uhr, nach Anmeldung spätestens am Vortag beim Tourismusbüro Göstling Tel. 07484/50 20-19, Buspreis 80 Euro (wird auf die Mitfahrenden aufgeteilt, enthält Bergfahrt und Abholung um 16 Uhr).

Nur kein Stress!

Schon in der zweiten Woche nach unserer stressigen Dürrenstein-Tour versprach der Wetterbericht  für letzten Dienstag (wirklich auch der letzte Julitag) eine radikale Wetterbesserung! Unsere “Waldis” – Helga und Wolfgang – waren natürlich wieder mit bei der Partie, und nachdem die vorher angemeldeten Anwärter abgesagt hatten, fuhren wir zu viert mit dem Taxibus wieder bestens kutschiert (und irgendwie angenehmer als zur Bärenlacken) hinauf zur Schwarzalm. Abmarsch dort um 9.10 Uhr, also Zeit und Zeit und Zeit bis zur Abholung um 16 Uhr. Wir saßen dann wirklich schon um 15 Uhr bei der Hütte, hatten unsere Gaudi mit dem urigen Halter (samt Gratisvortrag vom Fensterln)  und – was meinte ich kurz vor der Hütte, als es durch den Kessel schon etwas anstrengend wieder zur Hütte hinauf ging? “Wenn ich jetzt eine Mehlspeis krieg, trink ich sogar einen Häferlkaffee!” Das wird nicht Jedermannfrau verstehen, aber ich bin halt eher nicht für  Cafe´latte wie Freund Werner …

Markiert – fast markiert – nicht markiert – gerade noch gut genug markiert

Ich bringe später noch unsere Tour als Routenbeschreibung, hier nun die Erlebnisschilderung! Vom Leckermoor aus wäre die Route anders verlaufen: Zuerst den Steilanstieg zur Wiesenalm und über den Kesselberg auf den Ringkogel, auf der Alpintour beliebig weit Richtung Hochkar und von der Seelucken (mit Schmalzmauer) oder gleich dazwischen absteigend über die Brunneckerhütte zur Schwarzalm, durch den Kessel zur Wiesenalm und den Steilwald wieder hinab zum Leckermoor.

Ausblick vom Ringkogel gegen Schmalzmauer

Für die Runde von unserem hochgelegenen Ausgangspunkt wollte ich aber eine zwar sanftere, aber doch pikante Variante wählen. Also zuerst entlang der Markierung (fast nur auf Steinen und kaum auf weithin bemerkbaren Bäumen, daher etwas unübersichtlich) Richtung Ringkogel an der Wiesenalm-Abzweigung vorbei. Dann aber auf dem kaum wahrnehmbaren Steig zur Bernlehnerhütte, wobei nur vereinzelte und schon ziemlich verblasste rote Farbpunkte die Sicherheit geben, nicht irgendeinem Wildwechsel oder Viehtritten nach in die Karstwirrnis des Ringkogel-Kessels verirrt zu sein.

Bernlehnerhütte

Die einsame Hütte liegt aber auf einem lieblichen Wiesenanger, und auch die anschließende Strecke gestaltet sich durch einen vor wenigen Jahren angelegten Forstweg ganz unproblematisch. Aber die Abzweigung vom Forstweg Richtung Alpinkamm muss man erst finden – endlich ist ein roter Punkt auf einem seitlich fast zwischen den Wetterbäumen versteckten Steinblock gesichtet, und dann geht es wieder achtsam hinauf zum Hauptkamm. Dort der nächste neuralgische Punkt – aber nur für die Geographen, denn im Gelände hat er keine Bedeutung – die “Planstiege”. Über diese Ortsangabe in der ÖK entspinnt sich dann abends beim Rehberg noch eine lebhafte Diskussion mit Werner, ich habe jedenfalls den kleinen Steinriegel (auf den sich der Name beziehen soll) nicht bemerkt, aber Anni schon…

Der "Kesseldrache" vom Ringkogel

Über das Gelände der "Planstiege" auf den Ringkogel zu

Egal, pünktlich zu Mittag stehen wir auf der Gipfelhöhe des Ringkogels, 1666 m hoch, mit umfassendem Tief- und Ausblick, nur das Gesäuse ist vom Hochkar verdeckt, der steilpyramidale Lugauer als “Steirisches Matterhorn” schaut aber unverkennbar der Schmalzmauer über die südöstliche Schulter. Über den langen Kamm bis zu uns her verläuft die Alpintour, und beim Blick gegen den Dürrenstein schwingt sich der Kamm über Latschenschneiden und im obersten Bergwald verborgene Anhöhen bis zum felsigen Sperriegel, dem Ausstieg nach dieser langen Tour ins moderatere Gelände. Allerdings ist die Alpintour Hochkar-Dürrenstein (oder umgekehrt) seit einigen Jahren markiert und dadurch zwar nicht an Leistungsanforderung, aber sicher an Orientierungsproblematik etwas entschärft worden.

Lugauerblick

Bei der ominösen Planstiege hat uns noch das über Talnebeln an Salza und Lassing fast schwebende Massiv von Kräuterin und westlichem Hochschwab bezaubert, aufgeklart hatte es ja schon bei unserer Zufahrt nach Göstling am frühen Morgen. Nun ist der Himmel frei, trotz Sonne ein frischer Tag – wir hätten ihn nicht idealer für unsere  Tour wünschen können!

Kesselbergkamm mit Dürrensteinblick

Am Ringkogel selbst kommt zuerst die Wegteilung Alpinroute – Schwarzalm, dann ein kleiner Felsriegel sozusagen als Vorgipfel, eine Steingruppe mit dem überraschend spärlichen Gipfelzeichen, danach ein Vorsprung über der Latschenwildnis, wo der Steig Richtung Tremlsattel und Dürrenstein verschwindet. Wir gehen zurück bis zur Wegteilung und folgen dann hauptsächlich durch Latschen dem markierten Steig Richtung Schwarzalm (die Gehzeit – hinauf 3/4 Stunde, abwärts gar nur 1/2 scheint mir allzu optimistisch…), bis unterhalb die Bernlehnerhütte auftaucht und oberhalb der Normalweg über eine weite Bergwiese anschließt.

Am Kesselbergkamm

Nun geht es an die Überschreitung des Kesselberges (Richtung Wiesenalm), der seinen Namen von einer nordwestseitig eingesenkten Karstwildnis hat, die ebenfalls “Kessel” genannt wird und durch die der Verbindungssteig von der Wiesenalm zur Schwarzalm führt. Der erste Gratverlauf mit seinem Latschendickicht ist schon umgangen, und ein Wiesenstreifen führt rechts leicht hinan zum östlichen Bergrand. Dort setzt sich die unmarkierte, aber leicht gangbare Route fort und bietet die hübschesten Ausblick in alle Richtungen zwischen Gesäuse und Ötscherland, ebenso zwischen Hochschwab und Wald- bzw. Mühlviertel. Sogar der Almrausch blüht hier noch, und die vom Vormittagstisch vollgefressenen Rinder suhlen sich wiederkäuend auf den Wiesenflecken.

Wiesenalmhütten

Der Abstieg zur schon weithin unten voraus sichtbaren Wiesenalm ist durch “Viehgangln” ziemlich zertreten, wir hätten uns vielleicht etwas weiter rechts am Bergrand halten sollen, wo ein kleines Hütterl sich an eine Baumgruppe lehnt – vermeintlich eine Kapelle? Aber, wie Wolfgang richtig erspäht, Kapellen haben keine Rauchfänge, also eine kleine Jagdhütte. Die Wiesenalmhütte ist zwar schön hergerichtet, ein alter Steinbau mit erneuertem Dachgeschoß und Sitzbänken davor, der alte Stall daneben zwar mit neuem Blechdach, aber sonst schon ziemlich durchsichtig. Vielleicht sollte das Dach für eine Regenwasserzisterne dienen, aber eher unwahrscheinlich, denn der Kessel der Wiesenalm führt überraschend “viel” (wäre übertrieben) Wasser.

Dürrenstein über der Wiesenalm

Beim Weiterweg, wo von Nordwesten her die Forststraße über die Kirchauer Lucken nahe herankommt, bemerken wir die eigenartigen Hydrologie-Verhältnisse: Da sind in den sanften Wiesenboden, nach dem die Alm ja benannt ist, einige mit Wasserlacken gefüllte Senken eingelagert. Eine davon fließt sogar über und mündet in einen Dolinenschacht, Teil der unterirdischen Entwässerung der ringsum überhöhten Mulde. Hier taucht der Dürrenstein ganz großartig über dem Almrand mit seinen Wetterbäumen auf (mein neues Headerbild), und oben am weiterführenden Sattel folgt die nächste Überraschung – der Jägersitz steht in einem aus Hausteinen gefügten Turmfundament. Vielleicht gar eine Erinnerung an die bereits im Mittelalter erfolgte Erschließung dieser hohen Almen – um 1300 – da waren die Klimaverhältnisse günstiger als heute (vor der kleinen Eiszeit um 1500, parallel zur Entdeckung Amerikas und den dort hergebrachten Goldschätzen, während die Goldbergbaue in den Hohen Tauern teilweise vom Gletschereis verdeckt wurden).

Im Ringkogel-Kessel

Dann geht es sogar bergab in den “Kesselbergkessel”, der schmale Steig quert durch wild zerklüftetes Karstgelände, stellenweise an steilen Abstürzen entlang, und alles im urig wuchernden oberen Bergwaldbereich. Wo einige dürre Bäume gefällt sind, muss man sogar auf den Wegverlauf achten, um nicht unversehens ohne Markierung dazustehen. Aber kein Vergleich mit dem “Ringkogelkessel”, denn dort ist die Orientierung ungleich heikler und wirklich nur ganz erfahrenen Wanderern vorbehalten (sind wir ja, auch wenn die Erfahrungen das Laufwerk halt schon ein bisschen strapaziert haben – Nachwirkungen allerdings viel weniger als nach der Dürrensteintour).

Reichenstein und Sparafeld

Im Spätfrühling oder Frühsommer muss dieser Kessel-Steig eine wahre Blumenpracht bieten, denn überall ganze Buschen von den Blattrosetten der Jagabluat-Clusius-Primeln und von der Großen Kugelblume, eine üppige Mischung von Hochstaudenflora und feuchte Standorte liebenden Subalpinen, auch jetzt noch eine bunte Gesellschaft. Zuletzt geht es bei zunehmender Erwärmung noch steil hinauf, aber über die Wiesenalm-Ringkogel-Kreuzung am wenig ausgeprägten Bergrücken hinweg ist dann bald die Schwarzalm erreicht. Wie es uns dort gegangen ist, wurde schon anfangs berichtet.

Das Seetal vom Rehberg aus

Bei der Talfahrt tauchen dann  die Felsgestalten der Gesäuseriesen auf, natürlich noch eindrucksvoller als der nahe Gamsstein und die Stumpfmauer, die nahe aufragenden nächsten Ziele. Die Wälder hinab ins Lassingtal werden talwärts immer pilzverdächtiger, und die Busfahrerin hatte am Vortag sogar eine Riesenmenge “geerntet”… Unser wunderbarer und mehr genussreicher als anspruchsvoller Bergtag klingt beim Gasthaus Rehberg am Lunzer Maiszinken aus – fantastisch gespeist mit Ausblick ins Seetal gegen den “Rosengarten” am Dürrenstein (das tragische Waldsterben am Scheiblingstein wollen wir übersehen), und im Dreiklang von uns alten Lehrerseminaristen der Schule Otto Kral erklingt sogar noch das “Ringlein”, vielleicht zum “Ganselhautgefühl” schön, aber sicher pure Nostalgie!!! Ja, jetzt im August und September werden wir uns wohl  zum 210-Jahre-Jubiläum zusammensetzen…

 

Am Dienstag, 31. Juli 2012, bei der “ultimativen Genusstour” über den Ringkogel von der Schwarzalm aufgenommen – der Dürrenstein (mit Südwestseite, rechts hinten Gindelstein, davor Sperriedel mit Kamm der Alpintour, links Eisenstatt) von der Wiesenalm.

Jetzt wollten wir endlich die Probe aufs Exempel machen (wie es so sprichwörtlich heißt) – ab zum Lokalaugenschein nach Heinrichs bei Weitra, im obersten Waldviertel, direkt an der Grenze zu Gratzen / Nove Hrady gelegen. Denn dort sollte es doch sowohl Heidelbeeren als auch Pilze geben, zumindest haben wir von den Kolm-Verwandten Anfang Juli solches berichtet bekommen.

Anfahrt schön zügig, aber es “zieht sich” auch, die Kilometer spulen sich nur so ab, nach  viel Verkehr (naja, nur dort ist auch wirtschaftlich was los, wo sich statt Fuchs und Hase die Opel, BMW usw. begrüßen). Aber vom im Kern so malerischen Zwettl an – schöne Grüße im Vorbeiflug an D&J - in den fernen Nordwesten gehört die Straße, wie alle auf der Strecke gut ausgebaut, fast uns allein.

"Waldauge" beim Doppelschalenstein

In Weitra kein Aufenthalt, aber noch ein schneller Jausenkauf, denn im Hinterwald gibt´s nichts mehr… Dann über Schagges durch die für uns so allerliebste Landschaft hinüber nach Heinrichs, dem mehrfach preisgekrönten Blumendorf: Wirklich ein Dorf wie aus dem Bilderbuch – in der Schule wohnen Kolm Franz und Christl, das Pascher-Geschäft hat zwar noch das “Tratschbankerl” (ohne Gemischte Warenhandlung), der Bäcker kommt von Pertholz vorbei, aber den Pfarrer Gabriel gibt es noch immer, auch die schöne Granitkirche von 1872/74, und den Stangelwirt – dort bekommt man den Führer für den Erlebnisweg über den Mandlstein.

Ein mystischer "Waldvogel" (Doppelschalenstein zwischen Mandlsteinsattel und Hut)

Erster Landeplatz (hier haust und baut der Kolm Franz III. – könnten auch schon mehrere Franzen sein, aber die wir halt kennen, und der Storch ist auch unlängst eingekehrt!) – also Landung in der Göllitz, am Ende der neuösterreichischen Welt (seit 1919) . Der vertraute Platz im Wald beim Würgelhäusl, wo wir beim Beerenbrocken 2007 unseren Autoschlüssel “anbauten” (eine Abenteuergeschichte für sich, weitab im Wald vor dem verschlossenen Auto und der Reserveschlüssel im versperrten Haus in Heinrichs…). Uns würgt es auch schon - die Heidelbeeren müssten wir mit der Lupe suchen, und an Pilzen gibt es nur viele Rotkappen (wenn es solche gewesen sein sollten, wir nehmen aber ohnehin nur Eierschwammerl und Herrenpilze und Parasole, leider…).

Gemütliches, aber luftiges Platzerl für ein Nickerchen!

Daher zurück zur Mandlsteinstraße bei der “Peckten Buche” mit der Schwedenkapelle und hinauf zum Sattel, wo man mit kurzem Anstieg zum Gipfel kommt. Haben wir voriges Jahr ausführlich besucht, daher in Gegenrichtung zum “Hut”. Achtung, der Erlebnisweg hat eine Rotpunkt-Markierung im weißen Kreis! Weiß-rot-weiß in Streifen ist die Forstmarkierung, aber als wir dieser nachgehen, kommen wir an den tollsten Steingebilden vorbei. Der “Hut” lädt mit seinem Hochsitz in der Steinschale fast zu einem Nickerchen ein, aber das wäre schon der einzige Zeitvertreib, denn auch dort oben gibt es “nix” zu finden. Dafür vom Aussichtsbankerl ein schöner Fernblick auf Gratzen und einen grusligen auf das AKW Temelin.

Fernblick auf den tschechischen Atommeiler Temelin, gar nicht so weit entfernt...

Wieder hinunter vom Berg und kurz vor Heinrichs dem Wegweiser nach zum Doppelwackelstein. Na, der ist kurios! Man kraxelt hinauf und beginnt mit allem zur Verfügung stehenden Gewicht zu wackeln. Scheinbar rührt sich nichts, aber plötzlich schreit Anni: “Wackelt schon!” Aber nicht der obere Block, sondern der “doppelte”, also der Unterlagsblock mit dem Naturdenkmalzeichen. Aber natürlich wackeln alle beide zusammen, nur merkt man es eher beim Hinschauen als beim Obenstehen – oha! nicht schwindlig geworden, es wackelt wirklich! Daneben steht der Kudelring, auch ein gewaltiger Brocken, und was noch? – ein Sendemast, mitten im Forst…

Mit vollstem Gewicht den Doppelwackelstein zum Zittern bringen!

Auch der Nachbarblock des Doppelwackelsteins hat schöne Steinschalen, die seitlich wie an einem “Ohrwaschl” abstehende verlockt mich zu einer Sitzung. Gut gepolstert mit etwas Moos und Humus und Fichtennadeln – das Ergebnis ist nicht zu übersehen! Aber im Vergleich mit dem am Vortag bei Madame Tussots im Wiener Prater gesichteten Allerwertesten (für den bei der Südpoltour blank präsentierten …. ist “allerwertest” sicher besonders treffend) ist es ohnehin egal, und beim Abstieg hat der luftige Wind bald alle Spuren der feuchten Sitzfläche getilgt…

Steinschalen-Sitz...

... und das Ergebnis!

Ein Sammelziel ist noch offen, wo wir im Vorjahr sogar einige Brätlinge gefunden haben. Der sogar asphaltierte Forstweg dorthin zweigt von der Pyhrabrucker Straße kurz nach Heinrichs ab und führt ins Waldgelände der “Reutlüß”. Aber vorher platzieren wir uns noch auf einem wunderhübschen Aussichtsbankerl zur Mittagsjause – ein besonderer Genuss beim Blick über die liebliche Landschaft rund um Heinrichs. Die Ausbeute danach - immerhin für einen großen Suppentopf für das Familienessen am nächsten Tag haben die Schwammerl  gereicht (Rekordhalter Enkerl Felix mit fünf Tellern! super Oma!), und für zwei Schüsserl Fruchtjoghurt. Aber Hauptsache war letztlich der gelungene Ausflug in die Kolm´sche Familienheimat, gleich mit einem schon längst fälligen, wenn auch kurzen Besuch verbunden – schöne Grüße an alle, und beim nächsten Besuch kommt der Rest der Verwandtschaft dran…

Heinrich´ser Erlebnisweg

Wenn man nach Weitra kommt, vielleicht um die Spiele im Schloss zu besuchen, sollte der Heinrich´ser Erlebnisweg über den Mandlstein nicht versäumt werden, er gehört sicher zu den paar allerschönsten Bergwanderungen im Waldviertel! Die Tour ist in allen meinen Waldviertel-Führern enthalten – heuer in der 5. Ausgabe seit 1994 (nicht wie im Buch angegeben 3. Auflage) und wieder erweitert, mit der Wachau wie bisher nun auch mit Südböhmen. Mein “ultimativer” Waldviertelführer (wie alle neuen Bücher im Kral-Verlag), wie man diese Beifügung auch deuten mag…

Der nette “Zuflieger” beim Gipfelkreuz am Dürrenstein hätte sich wahrscheinlich einen ergiebigeren Landesplatz gewünscht als diese haarige BB-Sommersprossenpiste!

Das ist der Keulenfüßige Scheckenbock (Aegomorphus syn. Acanthoderes vlavipes).

Info zum Käfer

Danke jedenfalls an Thomas Hochebner von “Lanius”, einem der Urwald-Experten des Wildnisgebietes, und sogar er hat sich Hilfe von Josef Pennerstorfer geholt. Leider hatten wir seinerzeit bei der Exkursion in den Rotwald gar kein gutes Wetter, aber es war auch in diesem Fall überaus eindrucksvoll.

Für  19. Juli war das einzige “Sonnenfenster” dieser sonst recht unwirtlichen Juliwoche angekündigt. Wie ausgerechnet – am Donnerstag! – besser könnte es gar nicht passen. Denn wann fährt der Taxibus von Göstling bis hinauf zur Bärenlacken am Dürrenstein? Donnerstag –  also los, auch wenn der Wetterbericht für Abend und danach schon wieder reichlich Donner verkündet…

Der 1878 m hohe Dürrenstein ist als Tagestour schon ein starkes Stück, am ehesten noch durch den Taglesgraben machbar, aber durch die Zufahrtsmöglichkeit bis fast auf 1200 m unterhalb der Ybbstaler Hütte für uns in “Reichweite”. Nach Anmeldung beim Tourismusbüro Göstling (‘Tel. 07484/50 20-19) geht es um 8.30 Uhr los, und nach 9 Uhr kann die Tour schon beginnen. Am alten Hüttenfahrweg ganz eindrucksvoll den oberen Rand des Höllgrabens entlang (die neue Forststraßen-Zufahrt führt im Südbogen um die Gschwendmauer herum). Dabei ahnen wir – das sind Helga und Wolfgang Wald und Anni – noch nichts von den Veränderungen dort oben. Seit den Stürmen um 2007 herrscht nämlich oben auf dem Hirzeck und dem Hühnerkogel eine Art “Mondlandschaft” vor, bestehend aus hohen Baumstrünken, blankem Stein und Fahrspuren der Rodungsfahrzeuge kreuz und quer. Und wo der Sturm nicht den Wald zu Fall gebracht hat, sind es jetzt die Borkenkäfer, wie etwa auf großen Flächen am Scheiblingstein.

Obersee mit begonnener neuer Forststraße zum Scheiblingstein, dort abgestorbene Waldflächen

Erst im Bereich der Legsteinalm, wo das erklärte “Wildnisgebiet” beginnt, hat sich die Natur ziemlich unversehrt erhalten. Die Karstlandschaft mit ihren Dolinen und Karrenfeldern, gegen die Eisenstatt hinauf nur mehr mit Latschen bewachsen, ist jetzt bei der Almrauschblüte besonders reizvoll (Wimper-Alpenrose auf Kalk).

Legsteinalm, Bergrettungshütte, Hühnerkogel

"Weidenwatte" und Almrausch

Unser Zeitplan: 10 Uhr ab Ybbstaler Hütte, um 11 Uhr Rast bei der Legsteinquelle, 13 Uhr am Gipfel. Bis zur Abfahrt des Taxibusses bei der Bärenlacken bleibt da nicht viel Spielraum! Und den verspielen wir leider und kommen erst kurz nach 16 Uhr zur Abfahrtsstelle…

Blick über das "Schneeloch" mit Firnfeld und Karrenfläche gegen Scheiblingstein und Ötscher

"Kuhtritte" auf den Karrenflächen am "Schneeloch" (Querschnitte von Megalodonten, dem Leitfossil des Dachsteinkalks).

Nebenbei war das freundliche Vormittagswetter mit seinem ein bisschen erfrischenden Südwind und wenigen Wolken einer bedrohlichen (schon vorhergesagten) Verschlechterung  gewichen – zwar fern noch die Kaltfront im Nordwesten, aber die dunklen Wolken vom Gesäuse her waren allzu schnell da, und zum Donnergrollen mischten sich erste Regentropfen.

Der "Unglücksrabe" für unsere Verspätung?

Trotz Laufschritt kam ich als “Vorhut” – erst oder nur –  fünf Minuten nach vier (der vorgesehenen Abfahrtszeit) zur Bärenlacken. Da war der erste der beiden Busse schon vorzeitig und nicht voll besetzt abgefahren! Und obwohl der zweite Bus daher keinen Platz mehr für uns hatte, wendete sich alles zum Guten. Das Gewitter ließ sich noch etwas Zeit, und als rettender Engel hat sich der Halter erwiesen (zugleich Bauer vom Steinbachschlaghof), der uns in seinem Geländewagen ins Tal und nach Göstling brachte. Dort hat sich, das möchte ich auch nicht vergessen, die Betreuerin vom Tourismusbüro schon besorgt um uns gekümmert… aber es kann halt immer etwas schief gehen… und die Verspäteten waren ja wir!

Die winzige Orchidee - Chamorchis alpina

Während der Fahrt nach Gaming krachte und schüttete es dann  ordentlich, aber da saßen wir bald mit Hansi und Werner schon gemütlich im Johannastüberl und stärkten uns, sowohl von der Tour als von den Aufregungen. Alles gut gegangen, also werden wir wohl auch eine ebensolche Auffahrt zur Schwarzalm für die Ringkogel-Wanderung (jeden Dienstag) ausnützen!

Blick über den Noten (Notten) zum Gesäuse

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