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St. Veit an der Gölsen mit dem Staff am Altjahrstag 2014

Eine Bergtour ist für uns allemal verlockender als etwa eine Silvestervorstellung im Landestheater St. Pölten (schon mehrfach mit wechselndem Vergnügen ausprobiert…). Also hinaus in die Natur, noch dazu wo seit dem Stephanitag alles so schön verschneit  und jetzt  vom strengen Frost noch zusätzlich zu stimmungsvollen Winterbildern eingefroren ist!

Je weniger Wasser, desto bizarrer sind die Eisbildungen, hier am Kerschenbach

 Die Möglichkeit, den Winter “vor der Haustür” zu erleben, wollen wir ausnützen, ohne Autofahrt und auf einem lohnenden Spaziergang an der St. Veiter Sonnenseite – dem “Marterlweg”.

Die Berger-Kapelle in Kropfsdorf

Nach einer mühelosen Schneestapferei über im Grund noch weiche Wiesen und auf einem Waldweg kommen wir über Kropfsdorf in den Kerschenbach, davon abzweigend in den Rottenbach, alle seinerzeit von der Dorferneuerung unter KR Sepp Kraushofer mit Weg-Nr. 08 bezeichnet.

Taxelbauer-Kapelle

Am malerischen Sattel zwischen Rottenbach und Moosergraben steht diese gepflegte, von riesigen Linden geschützte Kapelle. Der folgende Ausblick zeigt die typische Landschaft des Wiesenwienerwaldes mit den Höfen Mooser, Weißen und Weißgruber, der Gipfel im Hintergrund ist die Steinwandleiten (südwestlichster Eckpunkt des Wienerwaldes, bekannter als Wanderziel  ”Stockerhütte” ).

Auf dem nächsten kleinen Bergkamm steht wieder eine Kapelle, ebenfalls gepflegt und mit Kripperl und brennender Kerze versehen. Hier führt der alte Kirchenweg von St. Veit zum Sonnhof vorbei, den derzeit ein frisch zugesiedelter Anrainer aus “Jagdgründen” zu sperren versucht (trotz Meldung bei der Gemeinde ist bisher nichts geschehen… da sollte jemand einen Neujahrsvorsatz haben….).

Bei jeder Kapelle steht auch ein Bankerl – jede ist daher auch ein “Besinnungsplatz” zum Ausruhen, Meditieren oder einfach zum Genießen der Landschaft. Sogar bei der schlichteren nächsten Kapelle könnte man sich zur Rast niederlassen.

Weingartner-Kapelle, immerhin ist das hölzerne Türl frisch und froschgrün gestrichen!

Eine ruinöse Kapelle gibt es weder am Marterlweg noch kaum anderswo in St. Veit (ausgenommen die von Frau Julie Hofegger in ihrem bewundernswerten “St. Veiter Marterlbuch” festgehaltene beim Kendler, vulgo Wieshof; ein bedauerlicher Sonderfall, der sich aber leicht beheben ließe…).

Zum Abschluss kommen wir noch nahe dem Wegkreuz vorbei, das Anni öfters mit einem Schutzengelbild und Gestecken beschmückt hat:

Mit diesem Bericht von unserem kleinen Silvester-Spaziergang wünschen wir allen Freunden ein gutes neues Jahr 2015, vor allem Gesundheit und damit auch Gelegenheit für viele Touren bis zum nächsten Altjahrstag!

Spezielle Grüße an Eli, ZWalk Dorli & Jonny, Peter, Norbert “Dschungl”, Karl und alle, die ich jetzt zwar übersehen habe, mit denen ich mich aber weiterhin verbunden fühle, ob Blogger, Kommentierer oder auch nur Leser – danke für Euer Interesse, und ich habe hoffentlich noch viel Interessantes für Euch entweder “auf Lager” (immer noch Malta, bis zum nächsten Urlaub dort…) oder frisch Erlebtes!

Danke für das doch recht gut abgelaufene Jahr 2014 und ein herzliches PROSIT 2015!

Trotz angesagtem Schneesturm, Verwehungen und Straßenglätte wagten wir uns am Montag, 29. Dezember, an die Fahrt “über die Berge” zu meinem Freund Werner (Tippelt) nach Gaming. Eigentlich hätte es ja über Mittag aufklaren sollen, aber schon bei der Fahrt über den Annaberg und Josefsberg begann es wie wild zu schneien. In unserem Zeitplan ging sich gerade noch eine Einkehr im Mariazell aus – diesmal an der Ecke gegenüber der Basilika bei einem von Pirker´s jetzt schon mehreren Lokalen.

Eine kurze Sonnenpause hätten wir uns erwartet

aber so sah es im Mariazellerland aus!

Noch immer hängt der riesige Adventkranz am Mariazeller Hauptplatz.

In der Basilika ist ganz still, besonders beim Kripperl...

Die Weihnachtslichter sind erloschen, und jetzt blühen bald andere Lichter am Himmel auf - trotz weniger Gästen wird wohl Silvester stark gefeiert werden in Mariazell!

Termin für die “Arbeitssitzung” mit Werner, damit der Naturparkführer Ötscher-Tormäuer für die Landesausstellung 2015 endlich fertig gestellt werden kann, ist um halb zwei Uhr. Gerade rechtzeitig  – eine Stunde vorher, hat genau gepasst – machen wir uns an die Weiterfahrt nach Gaming.

Wilde Wellen und Schneetreiben am Erlaufsee

AB Dort steigen die Taucher am liebsten ins Wasser, und Neuhaus taucht schemenhaft aus den Nebel- und Schneeschleiern auf.

Der (auf der alten Straße) so gefürchtete Zellerrain bietet nun keine Schwierigkeit mehr. Wir schalten aber trotz Allrad von der Automatik auf Manuell um, denn sonst schiebt das Auto auf der rutschigen Fahrbahn zu sehr an! Bei der Abzweigung der Lackenhofer Straße verschwinden wir fast in einer Schneewand, und bergab über die Kurven am Grubberg muss man auch recht aufpassen.


Auch die Heimfahrt über St. Anton – Pielachtal – Geiseben funktioniert bei einbrechender Dunkelheit ganz gut, dauert aber natürlich viel länger als sonst. Und heute scheint die Sonne – vielleicht sogar auch morgen bei der geplanten Silvesterwanderung…

an alle Freunde und Blogleser und Wanderbegeisterten! Bald kommt der Schnee, und die Eisbären stehen mit dem Nordwind schon bereit – also auch gute Wünsche für die nächsten Touren! Mit den Temperaturen wie in Malta (im Bild Blick von den Dingli Cliffs Richtung Lybischen Meer) ist es jetzt bei uns vorbei! Herzliche Grüße und Wünsche!  Euer BB samt AnniWandertipp

"Christrose" 2014

In jedem Reiseführer oder Tourismusprogramm für Malta fehlt Mdina auf keinen Fall. Die Stadt ist ein Relikt aus längst vergangenen Epochen, von Römern und Arabern, Normannen und spanischen Herrschern. Als die Ordensritter 1530 nach Malta kamen, verlor “Medina” (das bedeutet im Arabischen “die Stadt, von Mauern umgeben”) zugunsten Vallettas ihre Bedeutung.

Das Stadttor von Mdina (1724) und AB die gewaltigen Bastionen der von den Arabern als Festung ausgebauten Stadt.

Mdina ist ein historisches Ausflugsziel, wie es interessanter nicht sein könnte. Aber – man darf nicht unseren Fehler machen, vormittags auf den Klippen herumzuwandern (siehe Bericht über die Dingli Cliffs) und zu glauben, Mdina “geht sich am Nachmittag auch noch aus”… Bei der langen Busanfahrt von St. Julien her, war die Überlegung allerdings naheliegend, gleich beide Ziele zu verbinden.

So landeten wir am frühen Nachmittag zwischen der moderneren Stadt Rabat und der Festungsstadt Mdina auf dem in einer  Parkanlage gelegenen Bus-Terminal. Den ebenfalls als Grünanlage gestalteten Festungsgraben entlang und beim kleineren Stadttor (“Griechentor”) vorbei gelangten wir an die Westseite der Stadtmauer und durch einen Nebeneingang förmlich hinein ins Mittelalter…

Die schmalen Gassen sind winkelig angelegt, um die Verteidigung zu erleichtern, wenn überhaupt jemals Feinde so weit vordringen konnten – die Biegungen sollten angreifenden Bogenschützen nur ein beschränktes Schussfeld erlauben! Beiderseits bedrückende Mauern mit hoch oben liegenden Fenstern und wenigen, natürlich massiven Türen. Wo wir in Richtung der nördlichen Bastionen gingen, begegneten wir nur wenigen Menschen (die saßen wahrscheinlich gerade in den Tavernen…), außer einer fast geheimnisvoll wirkenden einheimischen Dame – wie aus dem Geschichtsbuch entstiegen…

Endlich standen wir, nach malerischen Plätzen und Gassen, auf der Stadtmauer und vor dem im Reiseführer empfohlenen, wirklich fast einmaligen Lokal “Fontanella Tea Garden”. Gerade dass wir noch einen freien Tisch auf der geöffneten Terrasse erwischten – war auch höchste Zeit, denn nicht allmählich, sondern immer beunruhigender fühlten wir uns schon ganz schlapp! Beim Bestellen fragte uns die freundliche Kellnerin “woher?” (eine auf Malta anscheinend beliebte Anrede von Gästen) und war ganz entzückt, dass wir aus Österreich oder von (nahe! immer dazusagen) Wien kommen – dabei wirkten wir in unserer Aufmachung auch nicht anders als etwa die zahlreichen britischen Touristen… Die Riesenpizzas schafften uns fast wie ein Geländemarsch (war vielleicht doch nicht die beste Wahl), und auf die berühmten Kuchen mussten wir aus “Platzgründen” leider verzichten…

Ausblick von der Fontanella-Terrasse auf die Türme der Kathedrale, und der einzigartige Blick von der Festungsmauer

 

Anschließend reichte unsere Energie nur mehr für einen eher flüchtigen Gang durch die mehr als historische Stadt, aber immerhin konnten wir einige nachhaltige Eindrücke gewinnen und freuen uns schon auf einen nächsten Besuch! Auf den Verkehr muss man in Mdina nicht achten – höchstens wenn gerade eine der vielen und von ihren Lenkern lautstark angepriesenen Pferdekutschen vorbeiklappert. Denn Mdina ist “autofrei”, was den altertümlichen Eindruck noch überaus verstärkt.

Die Fassaden, in allen Orten Maltas durch ihre “Balkon” auffallend, wirken hier noch “arabischer” bzw. werden die Verzierungen als typisch “normannisch” angegeben (die arabische Epoche dauerte von 870 bis 1090, danach herrschten ein Jahrhundert lang die Normannen).

Neben Palästen prägen selbstverständlich die Sakralbauten das Stadtbild, wir schauten uns zwar recht ausgiebig um, aber eine intensivere Besichtigung (wie auch der benachbarten Stadt Rabat) mussten wir uns für ein anderesmal aufheben. Hier noch einige Eindrücke im Bild:

AB Ein Palast im normannischen Stil und die barocke Karmelkirche

Die Kathedrale St. Peter und St. Paul und AB ein Blick über die "Pjazza San Pawl"

Durch das große Stadttor kamen wir dann (schon mit Blick auf die Uhr wegen der Busabfahrt) zum Bus-Terminal, erlebten aber eine herbe Überraschung – der Bus mit unserer Nummer, mit dem wir angekommen waren, fuhr nicht zur Haltestelle an unserer Wohnanlage! Also mussten wir einen mit dem entsprechenden Ziel nehmen, und der gondelte dann mit uns quer über das Zentrum der Insel (vorbei am Krankenhaus und der Universität) bis nach Valetta, und von dort mussten wir den nochmals umsteigen… Der Tag nahm also, so schön und interessant er auch war, fast kein Ende. Aber im Nachhinein zählen doch nur die Eindrücke, und in der Erinnerung bleibt zum Glück das Beschwerliche nicht so nachhaltig hängen (nur nächstesmal machen wir alles anders…).

Detailbilder von unserem Stadtrundgang durch Mdina.

Diese “Türklopfer” scheinen typisch zu sein!

Zum Abschied noch ein Blick über die Stadtmauer auf die Kuppeln und Türme Mdinas.

Über den “Normalweg” von Josefsberg heißt es im Gipfelbuch: Der Steig wird immer schlechter! Bei unserer Tour am 16. Juli waren wir allerdings überrascht, wie relativ problemlos der Aufstieg nun ist im Vergleich zum Zustand nach den Waldverwüstungen vor einigen Jahren. Sicherlich – zwar markiert, aber im Aufstieg oberhalb der von der Winkleralm-Brache kurz weiterleitenden Forststraße nur Trittspuren, einen regelrechten Steig gibt es nur im noch erhaltenen Hochwald.

Diesmal, am 22. November 2014 (ich berichte nachträglich zu meinem Kurzbericht im facebook), wollte ich die Tour auf die “Bichleralm” von Fadental aus angehen. Denn dort kenne ich die Route über den Gscheidsattel und den Südostkamm zwar vom Winter als auch von sommerlichen Begehungen, aber irgendwie erschien mir der Verlauf im Vergleich mit der Karte nicht ganz optimal (Steilaufstieg über die Gscheidwiese gegen Nordosten bedeutet einen unnötigen “Umweg”, ohne Weg natürlich!). Der stillgelegte Gasthof Labenbacher wie immer ein deprimierender Eindruck, dafür ein schöner Spätherbsttag mit Reif und leichtem Frost in den Hochtälern. Wie der Wegweiser zeigt, wende ich mich Richtung Mitterbach bzw. Friedenstein.

Im Grenzgraben ist es saukalt, dass ich froh über Handschuhe und die Ohrenklappen im Wanderkapperl bin! Sonst nichts Auffälliges – oder doch, immer wieder ein Grenzstein mit alten Buchstaben (Herrschaft Mariazell oder ähnlich,  Bundesforste). Weiter oben wird aus dem schon älteren Forstweg eine ziemlich neue, mit Kehre vom Sattel herab ziehende Forststraße. Die noch immer erhaltene Markierung folgt dort dem ziemlich verwüsteten Graben am alten Zaun entlang, vorher führt rechts schon eine Lichtung zur nordwärts ansteigenden Gscheidwiese (Aufstieg für die Schitour). Kurz danach bin ich auf dem Gscheidsattel, wo rechts im Wald ein Felszacken aufragt – der “Markstein”, eine natürliche Grenzmarke zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Sogar mit einem Felsenfenster! Dieser Grenzverlauf war zwischen den Stiften St. Lambrecht und Lilienfeld im Mittelalter sehr umstritten – durch einen geografischen Trick verlegten die Lambrechter die urkundliche Besitzgrenze von St. Sebastian hierher, und so ist es auch geblieben, durch die Resignation der Lilienfelder Möche seither die Landesgrenze. Interessant und folgenschwer war die Grenzlinie nur in der Besatzungszeit, als die Zonengrenze zwischen Russen und Engländern hier verlief und nicht vor den Toren von Mariazell.

Ausblick ins Rax-Schneealm-Gebiet

Gesäuseblick vom Rastplatz oberhalb der Gscheidwiese

Auf der Gscheidwiese war für meine Tour die entscheidende “Wegscheide”: Rechts (also nordöstlich) führte unsere bisherige Route entsprechend der Schitour  hinauf zur flacheren Berghöhe oberhalb des Reutriegels, dorthin zweigte auch von der Sattelwiese ein Forstweg vorbei an einem Wegkreuz ab. In der ÖK gibt es aber auch einen “Fahrweg”, der in Bögen von der Sattelwiese am Gscheid (dort Markierungstafel zwischen Fadental und Mitterbach, solche werden immer wichtiger!) gegen Norden zum Kamm hinaufzieht. Die nordöstliche, mir schon bekannte Route wollte ich ja vermeiden (oder verbessern), also nahm ich den linken nordseitigen Forstweg und stieg bei dessen naher Verzweigung direkt über die tief eingeprägten Spurrinnen der Rodungsfahrzeuge ziemlich mühsam bergwärts auf. Oberhalb der steilen Waldzone erreichte ich dann den freundlicher wirkenden westlichen Rand der Gscheidwiese und oberhalb einer Hangverflachung einen Rastplatz mit schönem Ausblick (wie auf den vorigen Bildern, der Ötscher schaut nur kurz über die Baumwipfel her).

Nach kurzer Rast mit Fotostop beim Zaundurchgang war mir immer noch nicht klar, wie es weitergehen sollte! Oberhalb quert eine neuere Forststraße von Westen her, aber darüber nur steiler, von einzelnen Felsstufen durchsetzter alter Fichtenwald… Die nächsten Schritte führten aber bereits zur Lösung des Problems. Kurz auf der Forststraße nach rechts – und ach, wie wunderbar – dort zweigt gleich  der in der ÖK eingetragene Fahrweg bergwärts leicht links haltend ab! Diesen entlang stieg ich mit einer Wendung oberhalb der Felszone auf und kam so zur nächsten Hochwiese, wo der Fahrweg flacher nach Osten hinüberschwenkt und die Kammlichtungen auf unserer bisherigen Route erreicht. Nun verließ ich aber den Fahrweg und stieg direkt über die muldenförmig eingesenkte Hochwiese zum Kamm hinauf. Dort führt ein kurzer Walddurchgang zur oberhalb gelegenen Kammmulde – und in den ersten Schnee!

Dieses Gelände erschien mir nun schon vertraut! Auf spärlichen Spuren querte ich durch den flachen, teilweise sumpfigen Kammwald an die Nordseite. Dort ist der Waldrand von Totholz gekennzeichnet, kahle “Steher” ragen zwischen Jungbäumen auf, teilweise gibt es noch gewaltige Baumriesen, und schmale Schneisen weisen weiter am Kamm entlang zu südseitig gelegenen Lichtungen. Es ist dort ziemlich unwegsam, besonders wenn viel Schnee liegt etwas mühsam zu bewältigen und vor allem unübersichtlich. Von einem ausgeprägteren Kamm mit abermals schöner Aussicht musste ich rechts in den Wald zurück. Dort aber traf ich sogar auf  eine Wegspur, die zur nächsten und höchsten Almwiese mit kleiner Jagdhütte und Quelle führte.

Kurzer Ausblick gegen Nordosten und Gesäuseblick, danach die Quelle oder Wasserfassung beim Jagdhütterl

Vom Jagdhütterl führt eine Steigspur durch den dichten Forst weiter – hier begegnete ich sogar einem “Bergläufer” – und erreicht die Dolinensenke am Südostkamm, wo der Abstieg Richtung Sabelstube abzweigt. Nun war es nicht mehr weit über die Lichtungen hinauf zum kleinen Gipfelkreuz!

Die am Kamm kurz westlich bergab erreichte “Gipfelkanzel” ist wahrlich einer der schönsten Blickpunkte auf den Ötscher! Ich möchte, nachdem uns die hochsommerliche Begehung heuer endlich gelungen ist (Flora durchaus voralpin, keine Besonderheiten bemerkt), endlich einmal dort oben den Ötscher fotografieren können, wenn die Lärche goldene Nadeln hat…

So spektakulär die Panoramaaufnahmen in einem Buch wirken (im neuen Naturparkführer wie im letzten “Ötscher & Ybbstaler Alpen” mehrfach enthalten und auch für die kommenden “Voralpen” fleißig aufgenommen), so wenig geben sie im Internet her (außer als Headerbild). Aber nur in einem Panorama bringt man halt Ötscher und Gemeindealpe und den allerdings kaum mehr erkennbaren Gesäuseblick unter! Für die Gipfelrast und Gipfelschau hatte ich mich diesmal, weil ich vorher noch etwas einkaufen musste, mit einer ganz ungewöhnlich opulenten Jause eingedeckt, wie im Bild zu sehen… Dann ging es an den Abstieg.

Schneebergblick und bei der kleinen Hütte am östlichen Gipfelplateau

Vom obersten Südostkamm zeigt sich zwischen den aufwuchernden Fichten gerade noch der Durchblick auf den Schneeberg, aber auch der wird bald zugewachsen sein. Damit komme ich zum Bergnamen dieses selten schönen und einsamen Gipfels: Bichleralpe – das sagt zwar niemand, aber ein Gipfel kann eben nur mit Alpe benannt werden, obwohl jeder Einheimische “Bichleralm” spricht; richtig für die Bezeichnung “Alm” ist eben nur die Alm, möglichst mit Halterhütte, wie Hofalm, Feldwiesalm usw. Hier auf der Bichleralpe gibt es schon seit Jahrzehnten keine Alm mehr, obwohl der Berg nach der Alm des Bichlerbauern (wo ist der? frage ich mich als zwar Bewanderter, aber nicht ganz Einheimischer) benannt ist. Denn das ganze ostseitig leicht abfallende Gipfelplateau wurde bereits vor 1970 zugeforstet. Nun zu meinem Rückweg für die Runde von Fadental (die Runde von Josefsberg habe ich bereits im Sommer beschrieben). Die obersten Lichtungen am Südostkamm enden, an einem kleinen Dolinenschacht vorbei, in einer ausgeprägten ebenfalls dolinenartigen Senke. Dort geht es links (nördlich) zu einer Schneise hinaus, und darin absteigend wird eine anschließende Waldwegpassage und in der Rinne danach rechts die neue Forststraße erreicht (in der ÖK noch immer der alte Karrenweg).

Markierungspfeil an der Forststraße hinab zur Sabelstuben

Weil der weitere Abstieg durch den Graben durch die steile Böschung und einzelne liegende Bäume behindert wird, geht man links auf der Forststraße weiter und gelangt auf eine Verflachung mit Hochstand und kleiner Hütte. Ausblick über den Sulzberg zum Göller und Schneeberg! Hier führt rechts eine Lichtung hinab zum Wiesenboden (mit zur Seite geschobenen Felsbrocken und natürlich mit Hochstand) und von dessen unterem Ende zur alten Forststraßenkehre bei Höhe ca. 1240 m in der ÖK. Ich blieb diesmal gleich auf der neuen, vom Südostkamm her kommenden Forststraße und ging von der kleinen Hütte ebenfalls auf der Forststraße weiter, die den Bichleralpen-Nordhang erschließt und weithin sichtbar ist. Hinunter zur Sabelstuben sind es dann ohnehin “nur mehr” ein paar Kehren, aber die lassen sich nicht vermeiden.

Typischer Spätherbst mit vorwiegenden Föhnlagen - Wasserlacken mit Rotbuchenlaub spiegeln den immer wieder aufgelockerten Himmel, Reif gibt es nur in den Talgründen und die höheren Gipfel sind fast immer frostfrei.

Von der “Sabelstuben” (P. 1066 m der ÖK) geht die alte Waldstraße hinunter nach Fadental, der bessere Mariazellerweg als die markierte Route über Josefsberg, die den steilen Saugraben queren muss (wenn über Josefsberg nach Mariazell gehen, dann über Joachimsberg und Wienerbruck, eigentlich immer abseits der Hauptstraße). Dann taucht ein bisher nicht dagewesenes Hindernis auf:

Aha, jetzt bin ich wieder im Revier der Forststiftung mit dem sogenannten (Pseudo-)Wildschutzgebiet im Lärchentrog an der Sulzberg-Südseite! Mich bekümmert das alles bald nicht mehr, so ärgerlich diese Absperrungstendenzen auch für alle Touristen sein müssen. Hauptsache, der Zustieg auf den Sulzberg, und zwar der einzig vernünftige, wenn man nicht die alten und längst abgekommenen Steig suchen will (wie wir zuletzt von Ulreichsberg auf den Kleinen Sulzberg), ist nicht gesperrt, sondern die Hinweis- bzw. Verbotstafeln leiten auf die neue Umgehungsstraße.

Das Hinabwaten durch das raschelnde Rotbuchenlaub weckt förmlich Kindheitserinnerungen in mir… Und der Blick von der letzten Bergecke rechts hinab in den Graben des Lauterbaches verleitet mich zu einer Idee: Am ersten Stück meiner Tour bin ich nach dem Landhaus und noch vor der Wegwendung in die Schwarzwalster am klammartigen Austritt dieses Baches vorbeigekommen. Das müsste doch eine kleine extreme Schluchttour sein! Womöglich im Winter mit viel Eis und Schneepolstern…

Die kleine Kapelle oberhalb der Kreuzung bei der Fadentaler Riesenbuche, anscheinend gut betreut, ganz im Gegensatz zum wahrscheinlich immer mehr verfallenden Gasthaus Labenbacher...

Bei der Rückfahrt über Ulreichsberg komme ich wieder in die Kälteinsel des Hochtals, und bei der Kreuzung Fadental / Walster ergibt sich ein überraschendes Bild mit malerischen Nebelstreifen, hoch über den Wäldern ragt sogar von hier aus zu sehen der Göller.

Hat einst der Rudi Carrel gesungen: “Wann wird es endlich einmal wieder Sommer?” so können wir das heuer schon wieder abwandeln in: “Wann wird es endlich wieder einmal Winter?” An den vom Herbst noch immer erhaltenen letzten Blüten (Alpen-Steinquendel) gemessen, mögen da gewisse Zweifel an der Klimaveränderung müßig erscheinen…

“Nicht desto Trotz…”, oder wie der Spruch lauten mag – ich freue mich schon auf diese Bichleralm-Route im nächsten Frühsommer, oder vielleicht doch mit Tourenschi vorher?

10. 12. 14 – ein schönes Datum für eine Tour zwei Wochen vor Weihnachten, noch dazu wo das Text- und Bildmaterial für den neuen Führer (mit Werner Tippelt) über den Naturpark Ötscher-Tormäuer (für die NÖ Landesausstellung 2015 und auch für die folgende Zeit) endlich fertig und abgeliefert ist!

Ich fühle mich ganz befreit und schau mir den Ötscher für die nächste Zeit (zumindest bis zur Korrektur der Druckfahnen) lieber aus der Distanz an. Aber zu weit entfernt und in den Voralpen soll es halt auch nicht sein, und nach dem vergeblichen Versuch von Ulreichsberg auf den Großen Sulzberg, der Peter ja inzwischen wieder gelungen ist, möchte ich vielleicht doch den Zustieg vom Sabel über den Schwaighüttenboden zusammenbringen… Schon sind die Schneeschuhe vom Dachboden heruntergeholt – Karl hat ja im fb schon von viel Schnee sogar auf der Reisalpe berichtet – und am zweiten Frosttag nach dem Neuschneefall bis in tiefere Lagen (um 650 m waren es) passt eigentlich alles.

Blick aus dem Fischbachgraben gegen den Frankenfelsberg

Das Bild zeigt schon – ich habe es mir anders überlegt! Etwas weniger hoch hinauf und nicht durch ein Gelände, das ich vor langer Zeit auf einem damals schon dürftigen und vielfach verwachsenen Steig “bezwingen” musste. Außerdem erspare ich mir weiter herunten die Schneeschuhe, und der weiße “Anraum” zeigt sich auch auf einem niedrigeren Gipfel. Kurz entschieden – ab nach Frankenfels im kernigen Dirndltal, wo die Überschreitung des Gromannberges auch eine schöne Tour verspricht.

Kurz vor dem Sattel beim Hof Fischbacheck

Bald nach der südlichen Ortsendetafel von Frankenfels zweige ich bei der Grassermühle links in das  Seitental ab und fahre auf der Asphaltstraße bis zur Kreuzung zwischen Eibeckalm (links am Hang talaus) und Fischbacheck (rechts im Graben weiter und dann rechts neu angelegt hinauf) auf rund 660 m Seehöhe. Hat bei der Fahrt über die Geiseben der Ötschergipfel wie ein ferner und hoher Kristallpalast hergeleuchtet, ist es hier wieder gemischt herbstwinterlich, ins Tal hinaus alles grün, der Frankenfelsberg tief verschneit, die Schneegrenze wie abgeschnitten… Mein Weg beginnt mit neuer gelber Markierungstafel von der mittleren Straße abzweigend am linken Grabenhang aufwärts. Es braucht etliche Schritte, bis ich bei der Schattenkälte und dem eisigen Nordwind auf Betriebstemperatur komme.

Schon beim Sattel alles tief verschneit und leicht verweht, daher unterschiedliche Schneetiefe, und da dürfte sich ein Osterhase im Kalender geirrt haben...

Der folgende Waldweg am Kamm entlang ist höchst – ich kenne meine Vorliebe für diese Wörter – malerisch und urig zugleich. Wie an so manchen Grundgrenzen ragen hier wahre Baumriesen (vor allem Rotbuchen), an den dünnsten Zweigen hängen Eisnadeln (aber nur ein paar Zentimeter messend, nicht so wie bei Conny in Albrechtsberg mit 14 cm !), und immer wieder wehen Schneeschleier von den Wipfeln herab.

Auf der Hochwiese vor dem Gipfelaufbau öffnet sich der Blick zum Ötscher und in die Gegend von Puchenstuben

Dieser Platz, umsichtig mit einem “Ötscherbankerl” versehen und wie die Markierung jüngst erneuert, gehört zu den stimmungsvollsten Ausblicken, die ich in dieser Gegend erleben durfte! Dazu die glänzenden Raureifbildungen und Schneepolster – der “Anraum”, wie es mundartlich heißt, alles mit Eiskristallen “angeräumt”.  Dazu noch ein paar Bilder, die ich dort aufgenommen habe, nicht ahnend, was mich am Gipfel noch erwartet!

Blick zum nahen Geißenberg, auch ein wunderbarer, allerdings mehr "almmäßiger" Gipfel im hinteren Pielachtal

Der Aufstieg über den dichter und gelichteter bewaldeten Gipfelkegel führt recht moderat höher. Ich bin nur froh, hier eine Spur vorzufinden, denn sonst hätte ich mich nicht so leicht zurecht gefunden. Eine ganz flotte Läuferin überholt mich hier übrigens im Sauseschritt… bei mir geht es nicht schnell. Irgendwie kommt mir dieses Stück so vor wie der Anstieg auf die Paulmauer vom Höllboden her. Zuletzt ist der Wald mit mehr Fichten ganz dicht und so vereist, dass ich mir wie in einem Eispalast vorkomme! Dann stehe ich plötzlich vor dem Gipfelkreuz auf dem 1076 m hohen Gromannberg (wo der Name wohl herkommen mag, im Frankenfelser Buch von Dr. Bernhard Gamsjäger habe ich nichts gefunden), daneben eine Rastbank, und auf`s Einschreiben ins Gipfelbuch habe ich wegen der kalten Finger verzichtet – aber oben war ich, dokumentiert wäre es erst ganz richtig mit einem Selfie…

Gleich danach gibt es einen freien Ausblick gegen den Traisen-Pielach-Kamm und bis hinüber zum Schneeberg und Gippel.

Hohenstein und Eisenstein

Unterberg, Türnitzer Höger, Schwarzenberg

Schneeberg

Gippel

Die Abstiegsroute verläuft den Nordostkamm entlang, mehrfach gewaltige Baumriesen neben der Kammlichtung und etwas Jungholz, dann gibt es von einer Verflachung aus über den nordseitigen Holzschlag einen traumhaften Ausblick gegen den Frankenfelserberg und das Alpenvorland.

Links folgt dichter Buchenjungwuchs, rechts steht noch ein alter Hochwald. Dazwischen führt die Spur noch am Kamm weiter und wendet sich dann mit zwei Kehren hinab zur nordöstlichen Hochwiese. Dabei muss ich immer wieder mich an eisbehängten Ästen vorbeidrücken oder unterhalb durchbücken und außerdem aufpassen, nicht auszurutschen…

Hier blicke ich schon zur Eibeckalm hinunter, und vom Wiesenrand ergibt sich das Panorama für mein neues Headerbild

Bei der Markierungstafel am nächsten Wiesenrand geht es links im Bogen auf der Forststraße eine Etage tiefer, und dann kürze ich gleich über den Weideboden hinunter zur Zufahrtsstraße des Almgasthauses ab.

Die Asphaltstraße ist geräumt, trocken und “gesandelt”, also offenbar auch im Winter eine wichtige Zufahrtsmöglichkeit zum Gasthaus auf der Eibeckalm. Dorthin komme ich aber durch den Abschneider nicht, sondern marschiere flott auf der Straße weiter zu meinem Ausgangspunkt bei der Verzweigung im Fischbachgraben.

Marterl beim Gsollhof, einem hochgelegenen Gehöft in sonniger Lage, wo gerade noch der Ötscher über die Waldberge herüber lugt.

Da kommt mir doch tatsächlich das Bierauto entgegen! Bis ich bei meinem Auto bin, ist es schon wieder auf der Rückfahrt – am Eibeck wird sicher öfters und gerade zu Silvester besonders gefeiert werden! Genau nach drei Stunden setze ich mich wieder ins Auto und fahre hinaus ins “weihnachtlichgrüne” Pielachtal – hoch zufrieden mit dieser schönen Tour! Wir werden diese Idealrunde sicher im Frühjahr, wenn alles grünt und blüht, gern wiederholen.

Das bisher geheim gehaltene Vorkommen dieser zu den seltensten Pflanzen Österreichs zählenden Art könnte durch einen Forststraßen-Bau vernichtet werden!

AB Blüte des Zungen-Mäusedorns (bereits im zeitigen Frühjahr, wenn zugleich die Keimlinge der Rotbuchen, der Bucheckern, die beiden ersten Blätter entwickeln)

AB Doppelfrucht an einem "Pseudoblatt" (eigentlich handelt es sich um einen verbreiterten Stängel)

Über die Vorkommen in St. Veit an der Gölsen / Schwarzenbach wurde im Blog bereits am 24. 11. und am 5. 12. 2013 berichtet. Bilder von dem nun gefährdeten Standort gab es am 21. 3. 2014.

Befasst wurden inzwischen mit diesem Problem (laut Mailverkehr): Werner Kunstmann und Hermann Köngisberger (Hainfeld), Reinhard Böhm-Raffay (dem ich den Hinweis auf dieses Vorkommen verdanke!), Dr. Harald Tarnowiecki (Alpenverein), Prof. Karl Oswald und Prof. Manfred Fischer (Botanisches Institut der UNIV. Wien) – und möglichst viele noch dazukommende Naturschütze und Botaniker.

Mit der Stadtgemeinde Hainfeld und Herrn Bürgermeister Pitterle wurde bereits Kontakt aufgenommen! Wir werden sehen, wie sich dieses Naturschutzproblem weiter entwickelt – hoffentlich zugunsten des Zungen-Mäusedorns!

Ich werde zwar die Berichte von unserem Aufenthalt in Malta noch fortsetzten, aber vorläufig stimme ich mit dem neuen Headerbild vom Gromannberg bei Frankenfels auch wieder auf die heimischen Touren ein. Hoffentlich ist dieses Bild nicht typisch für den heurigen Winter – Schnee nur auf den höheren Bergen und unten im Tal alles “weihnachtlichgrün”…

Aus der mitteleuropäischen “Nebelsuppe” am besten auf einen hohen Berg, aber indem sogar Ötscher und Schneeberg nicht hoch genug erscheinen, gleich “virtuell” nach Süden…

AB Ausblick von den Dingli Cliffs, dem “höchsten Berg” von Malta,  gegen das hinter dem südlichen Horizont gar nicht so ferne Afrika!

Erinnerung an den sechsten “Maltatag” am 6. Oktober 2014:

Genau nach Busplan (vielleicht das meistbenützte Druckwerk für Maltatouristen) Richtung Rabat – auf vermeintlich bekannter Route, aber dann leider doch kreuz und quer durch Naxxar und Mosta… Immerhin gibt es an dem in einer Parkanlage gelegenen Terminal zwischen Rabat und Mdina (unserem anschließenden Ziel) ein rasche Umsteigmöglichkeit in den nächsten Bus. Dieser fährt durch die engen Gassen von Dingli, nahe der mit Kuppel und Türmen hochragenden Kirche vorbei, südwärts – und bergauf, es geht ja zum höchsten Gipfel Maltas!

Vorbei an einer ganz modern wirkenden Touristeneinkehr sind wir unversehens auf einem steinigen Höhenrücken angelangt. Da ist schon die historische Magdalenenkapelle, also schnell ausgestiegen!

Statt auf einem Gipfel steht man hier auf einer langgezogenen Klippe, die ca. 260 m steil und vielfach in Felswänden zum Meer abstürzt. Karger Boden mit geringem, jetzt im Herbst großteils verdorrten Bewuchs, das spärliche Gras völlig graubraun vertrocknet, dazwischen immergrünes und zumeist sehr dorniges Gesträuch. Eigenartige Rillen durchziehen die Steinflächen – sie werden als urzeitliche Spurrillen angesehen und von den imperialen Briten nach den Schienen in einem Bahnhof nahe London benannt (irgendwie typisch, und wenn auch die englischen Namen für uns leichter auszusprechen sind, ist es gut nachvollziehbar, dass die Malteser eher auf die Ortsnamen in ihrer eigenen Sprache Wert legen…).

Wie soll es nun weitergehen? Bergauf – nicht möglich, wir sind ja schon zuhöchst oben, also in die Tiefe… da sind ja die Felsabbrüche… aber es öffnet sich auch eine kleine Scharte, wie hinaus ins Leere, ein schmaler Fahrweg! Dem vertrauen wir uns an, nachdem ein vorher abzweigender Steig doch zu waghalsig erschienen ist…

AB Ein Landsitz mitten in einer grünen Oase zwischen Felshängen, streng abgeschirmt übrigens...

Zwischen den Felsstufen ziehen sich ruderale Flächen gemischt mit brachem, dürtigen Kulturland die Hänge entlang. Ein nur mäßig getarnter Landsitz ist bedrohlich abgeschirmt, aber sonst bewegt man sich hier ungehindert durch ein überraschend vielfältiges Gelände.

AB Steinerne Stufengirlanden und ebenso aus Kalkblöcken gefügte Unterstände, als "Girna" bezeichnet, erinnern an alte Zeiten

Aber die Bewirtschaftung muss noch immer intakt sein, denn vielfach liegen Reste von der letzten Ernte vor dem Hochsommer herum, vor allem Zwiebel, und ein flacher Streifen guten Bodens ist mit jungen Birnbäumen bepflanzt.

AB Der Pflanzenwuchs, egal ob ruderal oder kultiviert, lässt fast "afrikanische" Gefühle aufkommen - wir befinden uns in Malta immerhin südlicher als etwa Tunis!

AB Annis Verhängnis - der Versuch, eine Frucht vom Feigenkaktus zu probieren...

Überall stehen sie herum oder quellen aus Felsritzen oder zwischen anderen Pflanzen hervor – die “Ohrwaschlkaktus”. Die Früchte schrecken mit ihren Stacheln zwar ab, aber das Innere könnte doch irgendwie gut schmecken, haben wir nicht sogar eine Marmelade davon gekostet? Also nimmt sich Anni einer solchen Frucht mit dem Taschenmesser an, und als ihr die zwei Hände zu wenig werden, klemmt sie die “Kaktusfeige” sogar zwischen den Knien ein… Die Nachwirkungen sind grauenhaft und lange schmerzlich anhaltend…

Mastixstrauch mit Früchten und ein knospiger Kapernstrauch

Ein umfangreicher Zitronenbaum trägt alle Fruchtstadien von grün bis bereits braunfaulig – ehrlich, so herrliche riechende und schmeckende Zitronen haben wir noch nie erlebt – pur Natur und bio…

Auf einem tieferen Terrassenrand halten wir dann Rast, nicht zu üppig, aber doch ausreichend “Material” für ein Wanderpicknick im Rucksack. Von dieser Stelle aus ergibt sich auch der beste Blick auf einen Felsvorsprung, der genauso eindrucksvoll ist wie die Felsinsel “Fifla” draußen im Meer (diese soll angeblich nicht zu betreten sein, da sie dem britischen Militär als Artillerieziel diente).

AB Blick zu einem vorspringenden Kap und zur Felsinsel

In diesen Bildern erkennt man den unterschiedlichen geologischen Aufbau Maltas – die massiven Kalkschichten und die sandigen “weicheren” Globigerinenkalke (nach Fossilien so benannt, gibt es auch in Niederösterreich!), dem Reichtum an Bausteinen Maltas, denn sonst gibt es nicht viele natürliche Reichtümer, vor allem kaum Wasser!

Allmählich machen wir uns an den Aufstieg, ganz schön heiß um die Mittagszeit, zum Glück weht immer ein frisches Lüfterl als Erinnerung an den vorigen Schlechtwettertag.

AB "Heißer" Aufstiegsweg und noch ein Panorama

Dann ist wieder die Cliffhöhe erreicht, und wir wandern am Felsabbruch entlang zur Bushaltestelle bei der Magdalenenkapelle.

AB Wieder auf der "Klippenhöhe" und ein unglaublich überraschender Ausblick über den gesamte Insel hinweg auf Valetta an der Nordküste

Nun heißt es warten bis endlich in der Ferne der Bus auftaucht, aber inzwischen genießen wir noch den Ausblick über die steile Südküste, am besten im Schatten der Magdalenenkapelle…

AB Am steilen Felsrand der Dingli Cliffs über den teilweise kultivierten, aber vielfach urwüchsigen Küstenhängen

In der Nähe von Rabat sehen wir auch den einzigen größeren, allerdings auch vor langer Zeit angepflanzten Wald rund um das Schloss Busket. Dann brummt auch schon der Bus daher, zum Glück klimatisiert, und wir fahren zurück zum Terminal zwischen Rabat und Mdina, unserem Nachmittagsziel.

Anni und ich waren uns am Sonntag einig – nicht zu weit weg, aber doch hoch hinauf genug in die Sonne! Und die über dem Gölsental tief liegende Nebeldecke versprach auch gute Aussichten, also auf den nahen Ebenwald, auch wenn wir dieses überlaufene Ausflugsziel am Wochenende eher meiden…

AB Eine Waldlacke ganz spektakulär!

Wanderziel daher nicht auf die Reisalpe oder auf den Hochstaff, sondern wir wollten eine uns schon bekannte und mehrfach in unterschiedlicher Richtung (sogar als Schilanglauf) begangene “Geheimroute” wieder ausprobieren – rund um den Hochstaff!

Steinblöcke säumen einen sicher uralten Weg am Nordosthang des Hochstaffs.

Eigentlich ist die Route einfach – wenn man weiß, wo der Einstieg in die Umrundung ist! Der Sattel nordöstlich vom Hochstaff lässt sich ja noch einfach erreichen, wenn man dem Fahrweg über die Wiese folgt, wo beim Reisalpenweg abzweigend die sinnige Tafel steht: “Kein markierter Weg auf den Hochstaff”. Zum Glück ist dieser Traumpfad auf den “Alpingipfel” der Voralpen schon ausgetreten genug, dass es an dieser Tour nichts mehr zu rütteln gibt. Wäre ja auch zu arg, denn meine Eltern sind vor rund 80 Jahren zur “Gamsveigerlblüte” immer auf den Hochstaff gegangen…

Nebelmeer über dem Hallbach- und Triestingtal, ganz hinten das Hocheck.

So schaut also das Sonntagswetter auf Ebenwaldhöhe aus! Doch nun zu unserer Route: Dieser Fahrweg führt über den Sattel hinweg an die steilere Ostseite, und dort sind wir schon (aber nur einmal!) einige Kehren hinabgewandert, um dann quer durch den Wald zur Forststraße zu kommen, die in die Weißenbachalm mündet. In der Gegenrichtung entdeckten wir dann eine bessere Möglichkeit, und die war uns diesem Sonntag aber nur mehr spärlich in Erinnerung… Also das Sattelgelände absuchen, und gerade im letzten Winkel führt jenseits des Zauns eine Spur von einer alten Wegtrasse im Wald weiter – mehr zu fühlen als zu sehen! Aber es ist die richtige Trasse! Mehr dem Gefühl als den Wegspuren nach geht es am Fuß der oberen Steilhänge an der Nordostseite des Hochstaffs dahin, ein überaus uriges Gelände mit bemosten Bergsturzblöcken und einer Menge Totholz. Und dann sehen wir das eindeutige Merkmal dieses verschollenen Weges – eine Steinschlichtung am Rand des einstigen Hohlweges! Der Weiterweg ist dann keine Orientierungskunst mehr – die anschließende Forststraße leitet uns problemlos aus dem Waldhang hinaus ins Sonnenparadies der Weißenbachalm…

Der Weiterweg ist uns schon völlig klar – auf dem Fahrweg am oberen Rand der Weißenbach-Almwiese weiter, dann hinein in den Wald, wo es auf der Schiroute zum Hochstaff hinaufgeht. Die Zeit vergeht wie im Flug, vor lauter Schauen und Fotografieren, dass wir gar nicht zu Trinkflasche und Schnittenpackerl greifen (mehr gibt es nicht für eine Vormittagstour, von 2 1/2 Stunden, wie sich nachher herausstellt).

AB Auf den herrlichen sonnigen Almwiesen der Weißenbachalm, beherrschend der Schneeberg!

Noch freie Sicht auf den Schneeberg, und kurz darauf schon nur mehr Durchblicke von der Forststraße, die oberhalb der Zeiselalm zum südlichsten "Wiesenböndl" des Hochstaffs führt.

Die Forststraße ist seit unserer letzten Tour schon verlängert worden (oder wir können uns an den Verlauf nicht mehr erinnern). Jedenfalls zieht sie vom östlichen Rand des erwähnten “Wiesenböndls” in einer Kehre hinunter Richtung Zeiselalm, aber vorher noch mit dem scheinbaren Ziel Kleinzeller Hinteralm. Daher gehen wir weiter, bemerken die einmündende Fortsetzung des Hochstaff-Süd-Abstiegssteiges und stehen dann in der Kehre bei hohen Felsen an – aber nur scheinbar! Denn durch ein neues Metalltürl geht es zu einem deutlichen Steig, der zwischen den Bäumen steil zu den Wiesen östlich vom Hinteralm-Sattel hinabführt. Sehr steil und erdig, aber bei dem trockenen Wetter gut begehbar.

Hier stehen am Wiesenrand urige Lärchen und Rotbuchen (uns jetzt weiß ich auch den unverkennbaren Einstieg zum Hochstaff von Süden – bei der ersten Buche östlich von der Wegkreuzung vor der Hinteralm).

Der wie immer einmalig schöne Sattel der Kleinzeller Hinteralm ist auch in der Herbststimmung wunderbar, auch wenn keine goldenen Nadeln mehr an den Lärchen hängen und die Rotbuchen ihr Feuer schon verlöschen ließen, wenn man es so blumig ausdrücken will!

AB Eine letzte noch halbwegs intakte Wollkopf-Kratzdistel, immer Sommer so eindrucksvoll hoch, dass sie schon Hoffnungen auf einen schneereichen Winter geweckt haben...

AB Von der Hinteralm auf dem intensiv belebten Fahrweg zurück zum Ebenwald, ein Blick ins Alpenvorland mit dem fernen Ostrong.

Wir entdecken entlang dieses Fahrweges wieder im Wald unterhalb den großen Stechpalmen-Bestand, wirklich eine Seltenheit! Und die Böschungen sind auch interessant in ihrer geologischen Vielfalt, denn unter dem Dachsteinkalk des Hochstaffs ziehen hier Lunzer und Gosauschichten durch, eine seltene Kombination! Bei der Talfahrt über die Ebenwaldstraße haben wir zum Glück nicht viel Gegenverkehr, und nachdem wir wieder in den Gölsentalnebel eingetaucht sind, verläuft der Rest des Sonntags – spätherbstlich… zum Glück haben wir die Sonne gesehen!

AB Noch ein abschließendes Foto von Anni bei den Lärchen der Hinteralm, der schon wieder mehr verschneite Schneeberg lässt grüßen!

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