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Schön langsam bin ich nun schon ziemlich am Ende unserer Erlebnisse und Wanderungen in Malta. Für einen letzten größeren Beitrag und die Blumenwelt wird zu den voraussichtlich verregneten Pfingstfeiertagen genug Zeit sein…

Palmsonntag, 29. März: In  Malta ein beliebter Ausflugstag, vor allem für´s Picknick an irgendeinem schön gelegenen Platz, wie wir noch erleben werden. Unser Ziel ist nämlich auch dazu passend – Buskett Gardens, der einzige bemerkenswerte Waldbestand der Insel. Aber sogar dieser ist künstlich angelegt, nachdem bereits in der Antike alle Wälder dem Holzbedarf für den Schiffsbau der Phönizier und Römer zum Opfer gefallen sind. 1570 als Jagdrevier für einen Großmeister angepflanzt, im Zentrum auf einer weithin sichtbaren Kuppe der Verdala-Palast von 1586, von den Briten 1858 renoviert und seit 1975 staatliche Residenz Maltas.

Fahrtziel in diesen Teil der Insel ist Rabat, aber diesmal nehmen wir nicht den direkten Bus, sondern fahren zuerst nach Valletta. Bei der Weiterfahrt über Attard sieht man immer wieder den sog. Wignacourt Aquaeduct, durch den Wasser vom Hochgelände bei Buskett in die Hauptstadt geleitet wurde. Umsteigen in Rabat, und nach der verwinkelten Busfahrt durch Dingli kündigt uns die Schofförin unser Ziel an – Buskett.

Ausblick gegen Dingli, überall blüht der Riesen-Fenchel

Auf dem von Felsplatten geprägten Gelände südlich von Buskett Gardens sind die angeblich eindrucksvollsten Cart-Ruts zu finden. Das sind tief in das Kalkgestein geprägte Rillen, die nach den aktuellen Forschungsergebnissen während der Bronzezeit entstanden sind – sie sollen durch Schleifkarren, die damals zum Transport dienten, ausgeschürft worden sein. Die Schleifspuren ähneln Eisenbahnschienen und verlaufen sich überkreuzend oder parallel  über die Steinflächen – insgesamt eine höchst mysteriöse Angelegenheit…

Der Zugang auf dieses urzeitliche  ”Schienenfeld” ist trotz Beschilderung nicht ganz einfach zu finden, aber ein freundlicher Autofahrer erweist sich auch hier als Wegweiser im wörtlichen Sinn! Dann sehen wir aber auch schon eine kleine Führungsgruppe, die dort auch die aus phönizischer Zeit (erstes Jahrtausend vor Christi Geburt!) stammenden Schachtgräber erkunden.

Die stark verkarsteten Kalkflächen weisen neben einer Fülle von Blumen noch eine Besonderheit auf. An mehreren Stellen sind Dolinen eingesenkt, und aus diesen tiefen Löchern führen Höhlengänge unter die Steindächer hinein. Ghar il-Kbira heißt der Komplex der “Großen Höhle”.

 Bis 1823 lebten hier einfache Menschen in ihren Höhlenwohnungen, bis sie von den Briten in umliegende Ortschaften ausgesiedelt wurden. Im 18. Jahrhundert waren solche Höhlensiedlungen sogar noch eine lokale Kuriosität Maltas, in der jüngeren Vergangenheit scheint man auf diese urtümlichen Lebensumstände anscheinend nicht erinnern zu wollen, um wohl den Eindruck von Rückständigkeit zu vermeiden. Tatsache ist dennoch, dass die einfache Bevölkerung in tiefster Armut und Primitivität ihr Leben fristen musste. Für die offizielle Geschichte existierten eben nur die mittleren und oberen Volksschichten…

Dieser Beobachtung entspricht auch, dass im Gelände keinerlei Hinweise auf diese Wohnhöhlen zu finden sind, während sonst alle Altertümer und natürlich die steinzeitlichen Tempel besonders hervorgehoben werden. Aber diese ”neuzeitlichen maltesischen Höhlenmenschen” (bei der Sommerhitze muss es sicher dort am angenehmsten gewesen sein) sind sicher nicht von vergleichbarer Bedeutung. Diese Kuriosität  wird von mir sicher  falsch eingeschätzt, wenn mich auch die Lebensumstände der Menschen in heutiger und früherer Zeit mehr interessieren als so manches Kulturdenkmal!

Besonders ausgeprägte Cart-Ruts und noch einige botanische Eindrücke

AB Mastixstrauch und Ophris fusca

In diesem Sinn waren auch Buskett Gardens und der Verdala-Palast eher enttäuschend. Ein prominentes Schaustück und Ausflugsziel, aber nicht etwas, das wir auf Malta unbedingt kennenlernen wollten. Trotzdem ein interessanter Tag mit typisch maltesischem Frühlingswetter – klar und volle Sonne, trotzdem etwas frisch, vor allem durch den heftigen Wind. Woher dieser den kühlen Hauch hernahm, sahen wir beim Heimflug – der Aetna, Siziliens hochragender Vulkan, zeigte sich bis weit hinab mit Schnee bedeckt!

Sonst erlebten wir die Natur auf Malta bereits Mitte März so wie jetzt Mitte Mai bei uns zuhause!

Ein Hinweis von Frau Elfriede Knoll vulgo Hochedler im St. Veiter Bauernladen vor ein paar Tagen – vollste Orchideenblüte auf den biologisch bewirtschafteten sumpfigen Wiesen, also am Kerschenbach-Ursprung (am 23. Juni 2013 im Blog genau berichtet).

Am Samstag, 16. Mai, klarte es unter Tags immer mehr auf, und am späten Nachmittag ging es sich gerade noch aus, dass wir den Kerschenbach-Ursprung besuchen konnten. Hier gehen wir vom Windkreuz gerade hinaus in die südlich abfallende Ökowiese, die eine ausgedehnte “Nassgalle” (so heißen die durch seichte Quellen bewirkten Feuchtwiesen im Flyschwienerwald) aufweist. Die Bezeichnung Flachmoor wäre sicher übertrieben, es ist eher eine von austretendem Grundwasser – trotz der hohen Lage! – geprägte artenreiche sumpfige Wiese). Vom Waldrand aus sehen wir schon die Wollgrasflächen schimmern!

AB Schmalblättriges Wollgras und Breitblatt-Knabenkraut

Ein idealer Zeitpunkt – fruchtendes Wollgras und flächendeckend das Breitblättrige Knabenkraut, auf ganz “wässrigen” Stellen ebenso wie in von Seggen bewachsenen Randflächen. Als größte Besonderheit aber finden wir dort, wo der Boden trockener ist (vor allem rechts / östlich der Nassgalle) das Brandknabenkraut (in der heute gekommenen Zeitschrift des Naturschutzbundes NÖ mit anderer / sicher wissenschaftlich aktueller Bezeichnung, ich halte mich trotzdem an die mir vertrauten Namen…).

Das zweite Foto von Anni, ich habe dann noch ein Exemplar mit ca. 10 cm hohem Blütenstand erwischt! Übrigens heißt es in dem vorhin erwähnten Artikel, das Brandknabenkraut hätte die kleinsten Blüten aller heimischen Orchideen – bin heute ganz gescheit und meine, der Alpen-Zwergständel hat noch winzigere…

Irgendwann haben wir zu zählen aufgehört, aber wir wären sicher leicht auf gut 50 Exemplare gekommen! Wir fanden auch noch Orchis morio (schon etwas verblühend und spärlich) und das Gefleckte Knabenkraut vom Typ Fuchsii (gerade aufblühend). Die variablen Formen scheinen mir überhaupt mehr Arten vorzutäuschen, als es hier tatsächlich gibt.

Orchis morio (Kleines oder Salep-Knabenkraut) und Geflecktes Fuchs-Knabenkraut

Die Feuchtwiesen beim Kerschenbach-Ursprung und ebenso oberhalb vom Haus Hochedler (Brunnen-Schutzgebiet!) werden erst viel später gemäht, daher kann man Mitte bis Ende Juni auch die zahlreiche Sumpf-Ständelwurz entdecken. Eingriffe in die Natur gibt es nicht, außer dem kleinen Abzugsgraben unterhalb der Nassgalle, der sozusagen den jüngsten Kerschenbach etwas in Bahnen leitet. Unterhalb befinden sich übrigens die Ruinen des Hofes Fidlgrub (im “St. Veiter Häuserbuch” beschrieben, dieses Werk von Mag. Wilfried Gram und mir ist im Gemeindeamt erhältlich).

Die Voralpen entlang der Gölsen bilden den Hintergrund des Panoramas – Schwarzwaldeck und Reisalpe, bei einigermaßen guter Sicht ist auch der Schneeberg ein Höhepunkt des Ausblicks, vom Hochedler sieht man den Ötscher und bis ins Hochschwabgebiet.

AB Wollgras auch noch auf trockenerem Boden und ein Blick über den Kerschenbach-Ursprung

Eine erste Mücken-Händelwurz entdeckten wir beim Rückweg, von den späteren Arten – wie Flohkraut, Teufelsabbiss, Mädesüß, Studentenröschen – ist selbstverständlich noch kaum etwas zu bemerken. Einmal fand ich am rechten oberen Waldrand, wo jetzt häufig die Schwarzwurzel noch blühend zu sehen ist (Scorzonera humilis), sogar ein Holunder-Knabenkraut (wohl jetzt schon verblüht, während auf den Voralpenhöhen noch in vollster Blüte).

AB Abendstimmung mit Blick auf Hinteralm-Muckenkogel und den von hier aus ganz niedrig wirkenden St. Veiter Staff

Jedenfalls ein lohnender Besuch des Kerschenbach-Usprungs, gerade rechtzeit für Knabenkraut und Wollgras (AB).

Nachdem das vorige Jahr (wie auch schon 2013) den Voralpen und dem Ötscher gewidmet war, erfolgte mit dieser Tour am 11. Mai unser “Neustart” ins Waldviertel. Wenn auch in den milden Randgebieten im unteren Kamptal oder im Retzer Land, wie auch in der Wachau, die erste und intensivste Blütezeit schon eher vorbei ist und es mit Riesenschritten auf den Sommer zugeht – die höheren Regionen lassen sich mit unseren randlichen Voralpen vergleichen. Intensivstes Grün in allen Schattierungen herrscht hier vor, an den Bachrändern blühen Rote Lichtnelken und Hahnenfußarten, dazu die Wilden Mondviolen.

Rote Lichtnelken (AB) und Ausdauernde Mondviolen

Wir starten also, um uns weiterhin in einer bergigen Landschaft zu bewegen, ins Yspertal – in die freundlich sonnige Talmulde zwischen Ostrong und Burgsteinmassiv, deren Bergumrahmung mit einigen Tausendern sogar an die Voralpen erinnert. Dort gäbe es die idealen Routen “Von Hof zu Hof” und “Von Stein zu Stein” (wie in meinen Waldviertel-Führern beschrieben), aber uns reizt eher der mystische Druidenweg in Verbindung mit der jetzt sicher besonders reizvollen Ysperklamm.

Zufahrt von St. Veit an der Gölsen mittels der A 1  voll zügig (90 km), sicher etwas mehr als eine Stunde, aber im Vergleich mit der Hin- und Rückfahrt nimmt doch die Wanderung die überwiegende Zeit ein (bei Tagesausflügen ins Waldviertel gar nicht so selbstverständlich). Das sonnige Yspertal empfängt uns einigermaßen  freundlich, fast genau so geht es uns im Tourismusbüro – geschlossen trotz Öffungszeit, aber im Gemeindeamt Yspertal nebenan sind wir schon richtig. Allerdings würde ein Hinweis bei der Infostelle auf das Gemeindebüro auch nicht schaden, wie auch trotz offensichtlich ambitionierter Bemühungen das Markierungswesen leider einige Tücken bereithält, wie sich noch zeigen wird…

AB Ausblick ins Yspertal von Kronreith und besonders stattliche (Eigentliche) Wald- oder Berg-Soldanelle (wie sie eben auch im Waldviertel vorkommt)

“Meine” Standardroute verläuft im hintersten Winkel des Yspertals von der Kirche in Pisching über das Kaltenbergkreuz und den Druidenweg zur Ysperklamm. Diesmal parken wir beim Forellenhof und wollen den direkten Aufstieg über die steilen Waldhänge des Kaltenbergs suchen. Dazu nehmen wir vor der Brücke (vor dem Forellenhof) den asphaltierten Güterweg über Pfefferreith in weiten Kehren bis zum kinderreichen (!) Gehöft Kronreith (interessanter dorthin – Untere Ysperklamm, in der Mitte rechts zum Fahrweg ausweichen und rechts abzweigend nach Kronreith).

Untere Ysperklamm

Vom Gehöft Kronreith (einziger schöner Aussichtsplatz, die fernen Alpen gut sichtbar, aber etwas verschleiert, wie es im sommerlichen Halbjahr normal ist) schließt der Forstweg Jaksch an. Dieser macht dann (hier alles ohne Markierung!) die vierte weite Kehre und mündet später in den Druidenweg bei der Kaiserreith. Wir nehmen allerding von der Kehre den in der Karte eingezeichneten Karrenweg nach rechts, der zügig und an immer mehr Felsblöcken vorbei ansteigt.

Bei einer undeutlichen Wendung gehen wir auf einem alten und schon begrünten Ziehweg steil links hinauf und in kurzen Bögen bis zu einem Vorsprung mit weiterer Felsgruppe. Hier fällt die Entscheidung – links weg lässt sich eine Wegspur erkennen (vielleicht hätte diese einfacher zur Hochfläche geführt, wo wir dann einen Weg heraufkommen sahen). Aber weil in der Karte rechts ein Weg eingezeichnet ist, gehen wir dort weiter. Diese Weg fällt aber bald danach rechts steil ab, und wir wollen ja hinauf! Dort aber ist das Gelände voll mit umgestürzten Bäumen und Astwerk dicht verschlagen… Einziger Ausweg – riskieren und gerade hinauf! Zwischen bedrohlichen Blockmassiven ziehen feuchte Rinnen herab, ganz tückisch sind unter dem Laub moorige Gerinne und Löcher versteckt… Wir halten uns etwas links und gelangen hinauf unter eine unüberwindliche Blockmauer, der wir links folgen, bis sich ein Durchstieg ergibt.

Endlich verflacht das Waldgelände, und wir treffen auf einen quer führenden Karrenweg – aber wo befinden wir uns jetzt eigentlich? Rechts weiter kommen wir zum markierten Weg, und dieser leitet uns mit Nr. 31 steil hinauf, bis wir plötzlich bei der Hinweistafel “Sitzender Hund” stehen. So weit nördlich sind wir also schon!

Den “Steinernen Hund” habe ich eindrucksvoller in Erinnerung – da ist der Wald seit meinen Diaaufnahmen gehörig zugewachsen! Verwirrend wird die Situation bei der Kreuzung bald danach, denn noch ein Stück weiter sollten wir nach Spezialkarte und Erinnerung links abzweigen… Hier fehlt aber jegliche Markierung, und wir kommen drauf, dass die neuen Tafelmarkierungen nur in einer Richtung (vom Ödteich her) angebracht sind… Geradeaus weiter wären wir wohl um den Kaltenberggipfel im Kreis gelaufen! Also unbezeichnet links bergab, bis auf einer Lichtung links abseits die nächste Steingruppe auftaucht.

Der Erforscher der Steingruppen rund um das Yspertal war der seinerzeitige Pfarrer von Altenmarkt, wie uns das Heimatmuseum informiert hatte. Hier ist ihm seine mystische Phantasie wohl durchgegangen, wie auf der schon in die Jahre gekommenen Infotafel nachzulesen ist.

Anni klettert sogar noch ein Stück höher auf den Phallus hinauf, ich nehme den Durchkriechspalt darunter in Augenschein (als Vulva bezeichnet), weil dort in einer Steinschale in gar nicht so ferner Zeit… (an Ort und Stelle nachzulesen)! Jedenfalls befindet sich am Rand der Lichtung ein für uns wesentlicherer “Jausenstein”, und dann geht es auf einem wunderschönen Waldweg weiter bis zu einer Kehre – die Kaiserreith – wieder eine Stelle zum Verirren, wenn man nicht in der vorgegebenen Marschrichtung geht. Denn das schmale Steigerl in den Wald geradeaus hinein ist allzu leicht zu übersehen – und selbstverständlich nicht bezeichnet.

Ein Winzling (von Anni auf dem Steinkopf fotografiert) und sich krampfhaft verwurzelnde  vielleicht gleichaltrige Bäume.

Danach wieder auf breitem Waldweg weiter bis zum Hochtal beim ehemaligen Ödteich – schon um 1500 angelegt und bis 1929 das Wasser für die Holzschwemme durch die Ysperklamm liefernd, ist er 1956 durch einen Dammbruch ausgelaufen. In einer Unterstandshütte gibt es Informationstafeln dazu.

Bald danach beginnt der Steig durch die Yperklamm – wirklich sehr reizvoll  auch bei mäßiger Wasserführung,  aber im Wechsel von  Licht und Schatten nicht einfach zu fotografieren!

Die weiteren Bilder gibt es schon in meinem Facebook “Wandertipp bernhard baumgartner” zu sehen, ich werde sie aber auch noch hier bringen!

Wie schon angekündigt – hier ein nächster Hinweis, wie man sich über Wandermöglichkeiten in Malta informieren kann: Zunächst im Internet, wo aber eher nur Werbeobjekte präsent sind. “Malta-Heritage-Trails” klingt eigentlich vielversprechend, aber dabei gibt es eher Bilderserien zu naturkundlichen oder historischen Themen. Also zur zentralen Anlaufstelle – Tourismuszentrale in Valletta. Wir waren schon das dritte Mal dort, als wir den Ständer mit den “Wanderblättern” entdeckten! Insgesamt stehen hier sieben Folder mit detaillierten Informationen zu Verfügung, in mehreren Sprachen gut übersetzt, mit Routenkarte, Bildern und vor allem mit genauer Wegbeschreibung.

AB Küstenlandschaft bei Marsaskala und Hafen Marsaxlokk

 

Einer dieser Wandervorschläge verbindet die beiden Hafenorte an der Ostküste Maltas – Marsaskala und Marsaxlokk. Uns verlockte die Route, weil wir in dieser Gegend noch nicht unterwegs gewesen waren und weil für beide Orte eine günstige Busverbindung von Valletta aus besteht.

Erster Akt also – Busfahrt von Paceville zum zentralen Terminal in Valletta, von dort nach kurzer Wartezeit mit Anschlussbus durch die südöstlichen Stadtgebiete und über freies Land. Es geht durch Paola, Tarxien und an Ghar Dalam vorbei (dort eine Höhle mit für die Urgeschichte Maltas überaus wichtigen Funden – im Archäologischen Museum erläutert wahrscheinlich eindrucksvoller als bei der Standortbesichtigung). Wir wollen diesmal aber eher die Natur in ihrer Frühlingspracht erleben als historische Stätten besichtigen, trotzdem entlässt uns der Bus am Hafenzugang von Marsaxlokk, also im verbauten Gebiet.

Erste Wanderstrecke also am gesamten Hafen dieses bekannten  und viel besuchten Fischerortes entlang (wir sind auch schon das dritte Mal hier), aber wieder überaus malerisch! Nach dem langen Bogen, den der Hafen um die Bucht von Süden nach Nordosten beschreibt, folgt bei dem für Fischerboote ausdrücklich reservierten Anleger zuletzt eine Pizzeria. Für uns die letzte und auch einzige Gelegenheit zum Einkaufen (für Einkehr gäbe es genug Möglichkeiten). Durch einen Kindergartenausflug herrscht hier Partystimmung! Zwei riesige gefüllte Pizzabrote und zusätzlich eine Flasche Wasser nehmen wir als Proviant mit, und das war sehr gut, sonst wären wir bei den mehreren Stunden über Land ganz schön schwach geworden. Frage an die Kellnerin – wie lang ist es nach Marsaskala? Zehn Minuten – aber mit dem Bus! “Walking” scheint hier eher exotisch zu klingen…

Trotz Plan ist die Orientierung nicht einfach, denn auf Markierungen hat man entlang der empfohlenen Routen weitgehend verzichtet! Nur die Richtung ist klar – hinauf zum östlichen Höhenrücken, von dem uns allerdings weglose Agrarflächen und Heideböden trennen. Mehr dem Gefühl nach als mittels der Karte gelangen wir in einem nicht zu langen Straßenmarsch zu der in der Beschreibung angekündigten Kirche Tas Silg. Das soll “Maria Schnee” heißen, aber Schnee wird das Barockkircherl mit dem daneben befindlichen Landsitz kaum jemals gesehen haben…

Die Mauerformationen auf der nächsten Anhöhe heißen auch Tas Silg, in der Karte als Battery bezeichnet. Zutritt gibt es keinen, auch dringt wildes Hundegebell aus der Bastion (vielleicht dient es als Tierheim). Als Rastplatz benützen wir die Außenstiege eines höheren Gebäudes, das sich als Wasserreservoir entpuppt und einen schönen Panoramablick bietet. Hier könnten wir südwärts einen Abstecher auf die Delamara-Halbinsel machen. Wir konzentrieren uns aber lieber auf den Weiterweg nach Marsaskala, und das war auch gut so, denn die gesamte Strecke hätten wir kaum geschafft. Außerdem ist der Weiterweg zum nächsten Hafen sicher lohnender als die von den Schloten eines Elektrizitätswerk überragte Landzunge bei Delamara.

Panorama gegen östliche Küste und (AB) zurück auf Marsaxlokk

 

Nach hübschem Rückblick auf Marsaxlokk von den blumenbunten Rainen der asphaltierten Höhenstraße geht es zwischen Steinmauern dahin. Plötzlich öffnet sich die Aussicht gegen die östliche Küste, und diese ist ein landschaftliches Gustostückerl, wie an den Bildern zu erkennen ist. Trotz voller Sonne ist das Dahinwandern überaus angenehm, denn wie an den meisten anderen Tagen weht ein erfrischendes Lüftchen (positiv gespürt – eher ein zünftiger Wind).

Straßenrand entlang der Hochfläche und Blick über Brachfelder gegen die Steilküste der Halbinsel

 

Entlang der malerischen Buch mit ihrer Steilküste zieht eine hohe Steinmauer auf der Landzunge abwärts. Sie umschließt den “Naturpark Xrobb il-Ghagin” – ein mit Hilfe mehrerer europäischer Staaten verwirklichtes Naturschutzprojekt. Weil wir glauben, die Halbinsel umrunden zu können, wandern wir die Mauer entlang bergab, wobei sich ein prächtiger Blick auf die Bucht unterhalb und die vorspringende nächste Landzunge mit einem Felsfenster ergibt.

Leider führt am Ende der Halbinsel mit dem Naturpark keine Weg weiter, also heißt es wieder bergauf zurückzugehen. Wir zweigen aber noch vor dem auf der Hochfläche verlaufenden Weg in das Naturschutzgebiet hinein ab. Hier gibt es zunächst einige Aufforstungsflächen, daneben und überwiegend naturbelassene Garigues, typische steinige Heideflächen, hier allerdings frei von Müll und anderen Beeinträchtigungen.

Neben den zu dieser Zeit geschlossenen Gebäuden des Naturschutzzentrums befindet sich der Felsabbruch in die nächste Bucht, ein grandioser Ausblick von dem durch Spaltungen des Kalksteins bedrohten Klippenrand.

AB Steilküste beim Naturschutzgebiet und Abstieg auf malerischem Weg auf Marsaskala zu

Um nicht neuerliche einen Umweg nehmen zu müssen, gehen wir einfach über die Garigueflächen weiter auf die obere Begrenzungsmauer zu. Diese ist zum Glück ein Stück lang eingestürzt, denn am Felsrand ist der Durchschlupf durch massive Eisengitter versperrt. Dann stehen wir wieder auf dem Hauptweg, und ein freundlicher Herr, vielleicht ein Naturschutzwart, macht uns auf das lebensgefährliche Betreten des Klippenrandes aufmerksam. Wir haben trotzdem Tief- und Ausblicke genug, bis sich ein seichter, von Steinmauern begrenzter Hohlweg zur Küste hinabwendet.

Bei einem Brachfeld halten wir dann letzte Rast und verputzen den in weiser Vorraussicht mitgetragenen Proviant. Hauptblütezeit ist jetzt neben den gelben Daisy´s und rotem Kronenklee für die Gladiolen (Foto AB), dazu kommen noch andere Arten und immer wieder Orchideen.

Nach fast vier Stunden Wanderzeit landen wir beim südlichen Strand von Marsaskala – wie auch andernorts abseits der Hotelstandorte eine recht urige Angelegenheit, entlang der Wasserlinie Berge von angeschwemmtem und vertrocknetem Seegras, die holprige Straße entlang eine “verhüttelte” Szenerie. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier jemand den Strandurlaub verbringt, aber es wird wohl so sein, so wie man es sich halt leisten kann…

Sobald wir zur Hauptstraße kommen, wird alles touristischer und gepflegter, eine Promenade mit Bänken, schöne Landhäuser, noch geschlossene Einkehrmöglichkeiten und – die ersehnte Bushaltestelle. Die Wartezeit dauert nicht lange, und bei der Busfahrt merken wir erst die eigentümliche Anlage des Hafenortes Marsaskala. Diese Stadt (oder ist es “nur” ein Dorf?) nimmt eine weitläufige Halbinsel ein, und über die Anhöhe hinweg folgt erst die eigentliche Marsaskale-Bucht mit der großen Pfarrkirche. Dann bleiben die südöstlichen Gefilde der Insel hinter uns, und über Valletta kommen wir in langer Fahrt zurück zu unserem Standort in Paceville – und, oh Schreck, es ist bereits Ostermontag, 6. April, nur mehr drei ganze Tage in Malta…

Die Erweiterung unserer Bichlberg-Wanderung, begangen und fotografiert am 27. Juni 2014 (allerdings in Gegenrichtung ohne Bichlberg). Abzweigung von der am 5. Mai 2015 beschriebenen Tour beim Schwabeck-Kreuz:

Gehzeit von St. Gotthard über den Bichlberg bis dorthin ca. 2 1/2 Std. Dann auf der Berghöhe weiter, über eine Almfläche mit hohem Buchensaum zur Jägerlacke, wo der Anstieg zum Grüntalkogel beginnt.

Die Grüntalkogelhütte (Wochenendbewirtschaftung Mai bis Oktober, angenehmer Rast- und Aussichtsplatz auf der Hüttenterrasse) wird zuerst auf Fahr- und Karrenweg, dann auf einem Steig erreicht. Jenseits geht es steil hinunter zu einem Sattel mit Einmündung des Bertlsteiges (Abstiegsmöglichkeit zu den Schweighöfen und nach St. Gotthard). Wieder steiler hinauf zum Walzberg, dort auf der zunächst ebenflächigen Berghöhe Aussichtsplatz “Mostviertel-Kirchen-Blick”, später Ötscherbankerl.

Der folgende, zügig bergab führende Kamm ist etwas schmäler und recht urig mit Felsblöcken und alten Baumriesen. Zuletzt führt eine Hangquerung zum Weißenbach-Sattel bei einem bemerkenswerten Bildstock.

Gehzeit vom Schwabeckkreuz auf den Grüntalkogel ca. 1 Std., weiter zum Straßensattel 1 1/2 bis 2 Std. Nun könnte man gleich auf der Straße nach Plankenstein weitergehen. Viel lohnender jedoch von der Straßenkehre auf einem Fahrweg bergwärts (Rastbank) und zu einem stattlichen Landsitz, davor blühten an der Böschung verwilderte Bartnelken, und nachher gab es vom Höhenrücken einen prächtigen Ötscherblick.

Vom nordseitigen Waldrand abseits des Weges erblickt man schon die Burg Plankenstein, muss aber noch dem Höhenrücken bis zur Schlagerbodenstraße folgen und dort rechts nach der Markierung hinunter zur Wallfahrtskirche Maria Schnee gehen – gegenüber die Burg Plankenstein, Einkehrmöglichkeit täglich ab 10 Uhr in der Burgtaverne, Besichtigung – sehr freundliches Personal, Burgkapelle und Außenanlagen bemerkenswert – Termin siehe am Schluss der Tour!

Gehzeit von der Straßenquerung über den Höhenweg nach Plankenstein ca. 1 Std., weiter nach St. Gotthard dann 1 1/2 Std. (gemütlich am Ende der langen Tour vielleicht schon 2 Std.). Der Abstiegsweg verläuft markiert (tut gut-Route 3) an der Melk-Quelle vorbei und durch schöne Wälder bis ins freie Gelände – eine typische reizvolle Mostviertler Bauernlandschaft bis nach St. Gotthard.

Fernblick auf St. Gotthard, im Hintergrund der Bichlberg

Trotz der etwas verwinkelten Wegführung über Wiesen, durch Waldstücke und auf Güterwegen verläuft die Wegstrecke von Plankenstein bis St. Gotthard (im letzten Bild) sehr angenehm, ein schöner Ausklang für diese lange Tour!

Termin: Ritterspiele auf der Burg Plankenstein vom 14. bis 17. Mai 2015 !!!

Fast ein magisches Datum – 5. 5. 2015 – für uns aber nicht ein sonst vielleicht beliebter Hochzeitstermin, sondern der Wandertag auf einen “Rumpelstilzchenberg”, der bei nicht Ortskundigen fast “so was wie überhaupt nicht” bekannt ist. Also ein Berg ist es allemal, wenn auch mit nur 400 steilen Höhenmetern von St. Gotthard im Texingtal. Bei meiner ersten Begehung 1976 hieß er noch Pichlberg, nun vermeldet die ÖK Bichlberg mit 859 m, und noch dazu falsch bzw. gar nicht eingezeichnetem Gipfelweg. Denselben Mangel weisen jedoch auch die großen Übersichtskarten zu den tut gut-Wegen in Texing und Plankenstein auf - ein verlässliches Zeichen dafür, dass “Geländearbeiter” und “Geländebearbeiter” nichts oder zu wenig miteinander zu tun haben…

AB Die sanfte "Bühelseite" des Bichlberges mit Blick über das Pielachtal gegen die Reisalpengruppe und den Hohenstein

Bei meiner neuesten Bearbeitung der Voralpen mit dem Pielachtal war der Texingtal-Höhenweg für mich persönlich eine lohnende Entdeckung. Für den Bichlberg lockte uns jetzt noch einmal die schönste Bergfrühlingszeit – frischer Laubaustrieb, außer Löwenzahn auch schon die ersten Orchideen, dazu Lust auf eine Genusswanderung. Bei den momentanen labilen Wetterlagen bot der Dienstag ein Zwischenhoch, noch dazu mit erwarteten Rekordtemperaturen und Saharastaub mitführendem Föhnwind (mehr Blütenstaub als Wüstenhauch – das war in Malta schon ganz anders…). Zufahrt noch im Morgennebel durch das Alpenvorland über Kilb, aber in St. Gotthard lacht schon die Sonne, es ist außerdem noch angenehm kühl!

St. Gotthard, die hochgelegene Wallfahrtskirche, und unterhalb Texing

Die imposante Kirche von St. Gotthard, ein interessanter gotischer Bau, Foto von 2014, denn jetzt wurde der Chor neu gedeckt (schaute noch gar nicht so schlecht aus damals). Gasthof Schrittwieser hat Montag und Dienstag Ruhetag, also werden wir später doch noch nach Plankenstein fahren, unterwegs gibt es auch nur am Wochenende die Einkehr in der Grüntalkogelhütte.

AB Nach den Regentagen hat sich die Weinbergschnecke anscheinend in luftigere Höhen geflüchtet! Kein falscher Eindruck - wir waren nicht wie die Schnecken unterwegs...

Unsere Route ist rot und dazu noch mit tut gut-Route 2 markiert. Gleich nach dem Feuerwehrhaus geht es aus dem gepflegten Bergdorf (passend zum wunderschönen Talkessel) auf einem Asphaltweg links hinüber zum Höllgraben. Dort steigt der Sandfahrweg in den steilen Bergeinriss an, es grünt so grün…, mehr grün geht gar nicht! Daneben der Texingbach als munteres Wasserl, dessen Quellen schon am Anstieg der Kalkalpen liegen, wie an Sinterbildungen eher spärlich zu bemerken ist. An einer Kapelle und einem Bildstock geht es vorbei, dann wendet sich der Fahrweg nach links zu einem am steilen Waldhang gelegenen Landhaus.

Weder Schranken noch Fahrverbotstafeln sind hier zu sehen – entweder ist das eine Gegend wie im Paradies, oder wir gehen auf einer alten Gemeindestraße. Jedenfalls wendet sich der danach frisch bearbeitete Weg rechts hinauf gegen den Höhenkamm zwischen Texing- und Pielachtal, vorbei an einer Felsstufe aus Rauwacken. Nach den letzten Regenfällen ist der Boden zwar nicht gatschig, aber doch irgendwie klebrig, dass wir bald wie auf einer doppelten Schuhsohle marschieren… Kurzer Ausblick über frisch gerodete Flächen gegen ein riesiges Gehöft (vermutlich Eibenberg, Eiben gibt es auch hier häufig), dann geht es hinaus auf die “Bühelseite” unseres Berges.

AB Panorama von der Sattelwiese westlich von Großeck

Bisher war es eine zügige Waldwanderung auf breiten Wegen, jetzt kommen wir in die Parade-Frühlingslandschaft mit dem malerischen Berghintergrund des oberen Pielachtals, und es gibt zunächst nur mehr reizende Wiesenwege. Die Markierungen von Römer- und Pielachtalweg führen rechts hinauf zu einem Walddurchgang mit Rastplatz und mehrfach den jetzt typischen Orchideen (Blasses und Stattliches Knabenkraut).

Das Bild von Anni ist so schön, dass ich es hier noch einmal einfüge, dazu die Knabenkräuter.

An dieser Stelle trennen sich auch die markierten Routen – die großen Rundwege Nr. 651 + 652 umrunden den Bichlberg an der Südseite, vorbei am Hof Oberbrandgraben. Der Kammweg selbst ist aber auch markiert und den Spuren nach am meisten begangen (blau, rot, tut gut-Route 2). Es geht vom Rastplatz gleich rechts über die Wiese hinauf, den Waldrand entlang und zu einem Sattel mit Zaundurchgang (dort sollte der markierte Weg durch den steilen Nordhang abzweigen, aber nur in der Karte markiert!). An der rechten Bergseite geht es eindeutig direkt am Kamm hinauf, bald durch eine Waldstück mit urigsten Rotbuchen, dazwischen Ausblicke zum Schneeberg und Göller.

AB Riesenlinde und Blick zum Göller, bald danach Gipfelblick zum Ötscher

Wir befinden uns noch immer an der Nordseite innerhalb des Buchenhochwalds und fragen uns schon, wie wir über den dichten Zaun auf die Gipfelwiese hinauskommen. Aber nur etwas Geduld, und dann ist die Überraschung perfekt: Das Gipfelplatzerl des tut gut-Weges, mit Rastbank, Gipfelbuch (nicht zu oft, aber immer wieder benützt) und einem tollen Panorama-Kompass.

Nach der ausgiebigen Jause gibt es noch die Ausblicke auf beiden Bergseiten zu genießen, bis wir auf dem Steig die Berghöhe entlang weitergehen.

Rückblick auf den Höhenrücken zwischen Pielach- und Texingtal und (AB) Aussicht über das nebenverhangene Alpenvorland

Im folgenden (noch ebenen) Wald kündet uns eine Tafel den “Yetisteig” an, doch bevor es steil wird, weist ein “Stiegl” mit rotem neuen Pfeil eine Abzweigung nach links. Wahrscheinlich wären wir dort gemütlicher zum Weiterweg gekommen? Denn nun ist der Steig, auch weil nass und unter dem Laub sehr rutschig und außerdem etwas abschüssig im steilen Hochwald, mit einiger Vorsicht zu begehen. Aber dann ist wieder sanftes Gelände erreicht, von links münden Römer- und Pielachtalweg ein, und von da an bewegen wir uns auf Waldfahrwegen. Zunächst an einem steilen Kamm entlang (der mittelalterlichen Burgstelle Schwabegg) und bei Kreuzung vor einem Kahlschlag mit Tiefblick auf St. Gotthard und unmäßig vielen Markierungstafeln links zur barocken Wegsäule “Schwabeckkreuz” von 1647 – überraschend in dieser Waldeinsamkeit, aber ein Hinweis auf die frühe Besiedlungsgeschichte dieser Voralpengegend.

AB Pieta-Wegsäule und frühlingshafter Ausblick ins Weißenbachtal

Die Forststraße führt nun in weitem Bogen hinab zu einer Almfläche an der Stelle eines aufgelassenen Bauernhofes. Hier wird gerade an einer neuen Almhütte gebaut, und am nächsten Tag soll aufgetrieben werden! Wir finden neben dem Weg an einer naturbelassenen Stelle endlich rote und gelbe Holunder-Knabenkräuter (das war´s mit unserer Orchideenausbeute).

Noch haben wir den Bichlberg im Blickfeld, und eigentlich hätten wir auch auf der Berghöhe bleiben und den Texingtal-Höhenweg über Plankenstein begehen können. Aber wir ziehen den Abstieg nach St. Gotthard vor, und weiter unten im Wiesengelände erleben wir auch schon den ersten heißen Sommertag…

Abschluss dieses Wandertages – Weiterfahrt nach Plankenstein und über Weißenburg und das Pielachtal zurück zur Gartenarbeit in St. Veit…

Über den Texingtal-Höhenweg und Burg Plankenstein gibt es noch einen eigenen Bericht als ergänzenden Wandervorschlag zu dieser Tour (im Juni 2014 begangen, aber anscheinend sind wir danach schnell nach Tirol gefahren, und ich bin nicht mehr zum Bloggen gekommen)!

Woher nehme ich unsere Wanderrouten auf Malta? Wohl kaum aus den Karten, denn die beste zu meiner Verfügung ist eine Straßenkarte von freytag & berndt, immerhin im Maßstab 1 : 30 000, aber zum Wandern ebenso wenig ausreichend wie die google-maps (die schon gar nicht…). Also beiben (bis auf eine spezielle Quelle, die ich aber erst bei einer anderen Tour angebe) die Reiseführer. Meiner von duMont gibt da höchstens knappe Hinweise, aber Sonja hat einen von “Müller” gekauft, den ich bei Hannes vorgefunden (und dort gelassen) habe. Diese Tour ist daraus entnommen, und für die Fahrt zu einer abgelegenen und grandiosen Bay stand mir sogar ein Reiseführer (auf Englisch!) zur Verfügung, den eine von Hannes´ Kolleginnen hergeborgt hat.

Bei der berühmten Chinesischen Mauer versteht man deren Errichtung noch halbwegs – gegen die aus Norden gegen das “Reich der Mitte” andrängenden Eroberer. Aber dass quer durch das nordwestliche Malta auch eine ähnliche Befestigung gezogen wurde, verwundert ebenso wie das Datum ihrer Errichtung.

Welche Feinde hätten damals Malta bedrohen können? Oder war es ein Beschäftigungsprogramm für die dort stationierten britischen Truppen? Jedenfalls sind diese insgesamt Victoria Lines genannten Wehrmauern und Forts die dritte (und letzte) Epoche von Befestigungen dieser viel begehrten und zeitweise auch umkämpften Insel. Zuerst waren es die Bastionen der Städte um die Häfen bei Valletta und die rings an der Küste verteilten Wachtürme, die alle heute noch das Stadtbild und die Landschaft beherrschen. Zuletzt entstanden die Victoria Lines (von den Vorkehrungen gegen eine deutsche Invasion während des 2. Weltkriegs ist mir nichts bekannt).

Die Bingemma-Kapelle auf den Dwejra Ridges

Dienstag, 31. März 2015, ein nationaler Feiertag in Malta, und Hannes unternimmt mit uns wieder eine Ausflugsfahrt. Die Gelegenheit muss genützt werden – ein Ziel, das mit Bus kaum oder nur sehr schwer erreichbar ist! Dazu bieten sich die Dwajra Lines an und eine ganz entlegene Küstenecke jenseits von Rabat / Mdina. Die Fahrt geht über Naxxar und nach Mosta auf die Anhöhe zwischen dem zentralen Becken Maltas und den nordwestlich anschließenden Talmulden und Ridges (Höhenrücken). Leider ist die Seitenstraße, wo wir direkt zu den Dwejra Lines hätten abzweigen können, gesperrt - also weiter nach Mgarr, aber schon vorher auf einer beschilderten Seitenstraße abzweigend nach Bingemma. Von dem noch in der Niederung verstreuten Ort verläuft die Straße auf die imposante Anhöhe zu und erreicht durch einen engen Graben die anscheinend berühmte Bingemma-Kapelle. Hier sind wir nun genau am Ausgangspunkt der im Müller-Führer empfohlenen Wanderroute.

Zuerst verfehlen wir den Steig zur Befestigungsmauer und würden zu den am Gegenhang in den Felsen sich öffnenden Höhlen gelangen (von Urzeiten bis in jüngere Vergangenheit wie auch andernorts als Wohnhöhlen benützt). Dann aber geht es auf der den Steilgraben überspannenden Mauerkrone hinüber zum jenseitigen Bergrand.

AB Befestigungsmauer der Dwejra (Victoria) Lines quer über die Bingemma-Schlucht

Auf dem folgenden Höhenrücken, der durch die nordwestlichen Steilabbrüche natürlich befestigt ist, setzt sich die Verteidigungslinie mit einem vorgelagerten, tief in den Fels geschlagenen Graben fort, einzelne höhlenartige Stützpunkte sind immer wieder zu bemerken und dienen nun teilweise als landwirtschaftliche Unterstände.

Der Ausblick ist beiderseits fantastisch, über das buntscheckige  Tal bei Mgarr bis zur nordwestlichen Küste, ins Landesinnere auf ebenfalls kultivierte Terrassen. Dort erblickt man im Hintergrund die Höhensiedlungen von Mtarfa (einst vor allem eine britische Garnison) und dahinter die Türme von Mdina und Rabat.

Das Wetter ist wunderbar, und wo der Nordwestwind nicht herblasen kann, wird es sogar recht warm. Den Fahrweg entlang kommen wir immer wieder an Picknickplätzen vorbei – dort spielt sich das ländliche Feiertagsvergnügen der maltesischen Familien ab.

Um die Erlaubnis für eine Foto gefragt, bringt die stolze Mamma ihre beiden Sprösslinge noch in Positur! Und alle sind nett und freundlich...

Nach längerer Wegstrecke können wir endlich rechts abbiegen, nicht ohne vorher noch über eine Gartensteinmauer hinweg nach dem Weg zu fragen – der Besitzer spricht offensichtlich nur Maltesisch, aber seine herbeigerufenen Frau gibt uns in besserem Englisch, als wir es können, die perfekte Auskunft. Leider übersehen wir zu fragen, ob in ihrem Garten vielleicht gerade Orangen oder Zitronen reifen und sie Früchte verkaufen würde. Denn gesehen haben wir solche immer wieder und ganz prächtige, aber leider ohne welche bekommen zu können…

Der Blick ins Landesinnere (AB) ist von üppigem Grün beherrscht, das wir umso mehr genießen, als wir noch den verdorrten Landschaftseindruck vom Oktober gut im Gedächtnis haben. Oberhalb der Seitenstraße verlaufen hinter Steinmauern großteils intensiv bepflegte Felder und Gärten, charakteristisch roter Erdboden, Weingärten mit leuchtendem Unterwuchs.

Die typische Form so mancher alter, kleiner Gehöfte stammt noch aus arabischer Zeit – ein Schutz bietender Wohnturm (nachts im Untergeschoss das Vieh und oberhalb die Schlafräume) mit einem klobigen Anbau, alles aus Stein gefügt.

Hannes eilt dann schon voraus, um uns mit dem Auto entgegen zu kommen, und dann geht die Fahrt über verwinkelte Straßen auf das unterhalb von Rabat / Mdina verlaufende Tal zu. Dort treten an nicht verkarstenden Schichten (Grünsande und Kalksandstein) eher Grundwasservorkommen an die Oberfläche als auf den kahlen Höhen aus Korallenkalk, und eine große Fläche wird von einem überdachten Wasserreservoir eingenommen. Hier ist die Orientierung gar nicht leicht, aber irgendwie finden wir immer wieder einen Wegweiser zu unserem Zielort – Bahrija. Diese Gegend gehört zu den abgelegensten Winkeln Maltas, und trotzdem verläuft hier von Rabat aus eine lokale Autobuslinie (von Valletta aus allerdings fast schon eine kleine Weltreise…).

Verfahren haben wir uns erst in der zwar gar nicht so kleinen, aber wahrlich weltfernen Ortschaft. Wir landen in einem üppigen Tal mit Wasserstellen und Bambusbeständen, aber wo der Asphalt zu löchrig wird, ist für den sportlichen BMW endgültiger Stop. Und schon wieder eine freundliche Begegnung! Bei einem am Gartenrand parkenden Auto erklärt uns ein freundlicher Herr sogar mittels der Map in seinem Mobiltelefon, wie es hier weitergehen könnte. Gar nicht uninteressant, ragt doch vor uns ein felsiger Bergrücken auf, aber die dort oben befindliche Siedlung aus der Bronzezeit soll abgesperrt sein. Die Tour würde sich nur von Rabat aus als endlos lange Runde lohnen, aber tagesfüllend… so viel Zeit haben wir nicht.

AB Blühende "Echte" Akazien und das Landschaftsbild der Fomm ir-Rhi Bay

Auch der Name des benachbarten Kaps (Ras ir-Raheb) verrät, dass die maltesische Sprache zu einem großen Teil vom Arabischen abstammt (als einzige arabische Sprache wird sie mit lateinischen Buchstaben geschrieben)! Die Information über diesen von Touristen kaum, von Einheimischen aber offensichtlich gern besuchten wilden Küstenabschnitts habe ich dem englischen Malta-Reiseführer entnommen. Unsere Zufahrt endet an einer vor dem noch wiesigen Küstenabhang sich verzweigenden Straße – weiter geht es nur mehr ein Stück zu Fuß, aber in einer überwältigenden Landschaft, die ich gerne noch näher erkunden würde…

An üppige Wiesen und kleine karge Äckerchen schließt der Steilrand der Klippen an, ein nur schwer überwindbarer Abgrund. Trotzdem soll der seinerzeitige Präsident Dom Minthof mit Vorliebe über die gefährliche Passage zum Strand hinab geritten sein! Den inzwischen in die Felsen geschlagenen und abgesicherten Weg können wir leider nicht begehen, denn nun drängt schon die Zeit. Die Landschaft an diesem Küstenabschnitt bleibt uns jedenfalls als überaus wild und urig im Gedächtnis!

Bei der Rückfahrt gibt  es noch zwei Aufenthalte – zuerst in der Nähe von Bahrija bei einem bäuerlichen Verkaufsstand, wo gerade zur richtigen Erntezeit  Erdbeeren und Paradeiser angeboten werden (die Orangenzeit geht leider schon zu Ende). In Attard kommen wir zu einem auch nachmittags geöffneten Restaurant – vorzügliche bodenständige Küche, ein schöner Abschluss für diesen interessanten Tag!

Dieser freudige Feiertag ging für uns am Nachmittag noch weiter, noch dazu mit einigen Überraschungen!

Später Nachmittagsspaziergang zur Georgs-Bay, ganz nah an unserem Aufenthaltsort – und was gibt es in der “Kaufpassage”? Eine Zirkusaufführung!

Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen führt die tollsten akrobatischen Kunststücke auf, dazu gibt es Vorführung von Gruppentänze – alles zum österlichen Freudentag, wie er in Malta gefeiert wird, bestens passend.

Wir verstehen zwar die Ansagen der Sprecherin nicht, aber die Bilder sprechen ohnehin für sich!

Dann geht es zum nahen Strand – eher ein “Intreff” zu allen Tageszeiten, und auch Jahreszeiten, denn hier geht es bereits ab ins Wasser…

Das Kreuzfahrtschiff, das wir vormittags an der Valletta-Waterfront gesehen haben, ist nun schon unterwegs, und wir begeben uns von der österlichen Bummelmeile am Corinthia- und Blue Radison-Hotel vorbei zum Naturlehrpfad an der Küste unterhalb von Pambroke, um noch ein paar Orchideen zu finden.

In Pembroke befand sich eine weitläufige Kaserne der britischen Truppen. Was aus dem Gelände werden soll, nachdem Maltas Zugehörigkeit zu Großbritannien geendet hat, steht in den Sternen bzw. im Ermessen allfälliger Investoren. Im Küstengelände unterhalb der Bauten muss einmal das Übungsgebiet der Soldaten gewesen sein, denn Warntafeln weisen noch darauf hin. Aktuell ist aber der ziemlich neu mit EU-Hilfe angelegte Heritage-Trail, ein beschilderter Naturlehrpfad.

AB Am Heritage-Naturlehrpfad

Neben dem betonierten Weg erstrecken sich beideseits typische Garigues – steinige Heideflächen mit niedrigen Sträuchern und überraschendem Blumenreichtum. Über die dort und anderswo gefundenen Orchideen werde ich noch berichten!

Inzwischen neigt sich die Sonne schon dem Horizont zu, und der frische Wind wird immer stärker, also treten wir den Rückweg an. Allerdings bemerken wir noch einen Polizeieinsatz im Randbereich dieses Naturgeländes. Dort sind neben einigen geparkten Autos Feuer entzündet worden – und schon ist die Exekutive im Einsatz…

Da fühlen wir uns auf der Promenade schon sicherer, und mit Anorak und Stirnband bewehrt, können wir uns nur wundern über die südländische Hitzigkeit!

So, das war der hohe Feiertag, unglaubliche und unvermutete Eindrücke, und jetzt geht es wieder ans Wandern, denn vier ergiebige Touren sind noch in unserem Malta-Archiv bereit!

Werbung ist ja schon genug gemacht worden zum Thema Baumblüte im Mostviertel. Aber auch so wäre diese Tour als Teil eines Pilgerweges von Heiligenkreuz nach Sonntagberg auf unserem Programm gestanden! Bestes Wetter dazu mit Föhnstimmungen und milden Lüften am Montag, 27. April.

AB "Blühende Ausblicke" vom Sonntagberg

Nach einigen Erledigungen erst etwas verspäteter Start, aber über die Westautobahn keht es ja windschnell (trotz Montagverkehrs) bis Amstetten / West und hinein ins Ybbstal. Inzwischen hat sich auch der Föhn etwas mehr durchgesetzt, und es könnten ideale Blick- und Fotoverhältnisse herrschen!

Nach starkem Wochenendbesuch (überall gibt es jetzt Feste und Veranstaltungen) ist es am Montag angenehm ruhig am Sonntagberg. Wir spazieren auf dem Kulturwanderweg rund um die Basilika und genießen Sonnenwärme und Ausblicke.

AB Blick über die Hügelberge bei St. Georgen in der Klaus gegen die noch verschneiten Gipfel (Sengsengebirge ?)

Die Ybbstaler Alpen wirken noch ganz schön winterlich, ein herrlicher Kontrast zu all dem Grünen und Blühen ringsherum!

In der Ferne der Ötscher und das Dürrensteinmassiv

Am Ende der kleinen Rundwanderung noch in der Basilika – für mich interessant die Votivbilder (Scheibbs, Purggstall, Mariazell!), hier jenes von St. Pölten und ein eigenartiges “Christkindl”.

8,5 km beträgt die Entfernung zum nächsten Ziel, als Fußmarsch etwa 2 Stunden, herrlichste Ausblick und malerische Landschaft – aber alles auf der asphaltierten Panoramastraße (ebenso stellt sich der von mir propagierte “Mostviertler Vierbergelauf” dar – in “Wandererlebnis Ötscher & Ybbstaler Alpen” von Werner Tippelt und mir im Kral-Verlag, allerdings ist der interessanter als diese besser mit dem Rad zu bewältigende Strecke nach St. Leonhard).

So schön ist nur eine kurze Wanderstrecke nahe der Basilika

AB Der Ötscher rückt schon näher!

In St. Leonhard am Walde ist schon Zeit für die Mittagsrast, allerdings halten wir die nicht im empfehlenswerten Gasthof Ettel mit Konditorei, sondern aus dem Rucksack an einem idyllischen Platz unterhalb der Kirchenmauer, vor uns ein blühender Kirschbaum und ein supriges Ötscherpanorama. Sparsam vor allem hinsichtlich Kalorien!

Die Leonhardkirche am Walde ist das traditionelle Wallfahrtskirche der Wiener Fiaker! Bezeichnend die Tafel mit einem “Starken Stallsegen” an der gotischen Orgelempore.

Nun sollte unsere Tour Richtung Franzreitherberg und Grestener Hochkogel weitergehen, aber das funktioniert ein Stück lang nur als Fußmarsch – vorbei an dem von Werner so gelobten “Hedi´s Platzerl” mit Schnapsarchiv (bei meiner Krokustour 2014 beschrieben) – oder wie schon empfohlen als Radtour. Wir schätzen nun die verbliebene Zeit ein und nehmen die direkte Weiterfahrt durch die Schliefau nach Randegg, weiter nach Gresten und dann abzweigend nach Reinsberg.

Viele Wege gibt es in St. Leonhard, einer davon würde über die urige Wallfahrtskirche St. Aegidi am Walcherberg nach Windhag führen.

Bergfriedhof in St. Leonhard, einen ebenso "schönen" gibt es auch in Windhag.

Hier sind wir schon in Reinsberg, bekannt durch die Aufführungen und Events in der “Burgarena” – das alles kennen wir noch nicht und wandern daher zur Ruine hinauf.

Die Anlage ist mit ihren Umbauten für Konzerte und Theatersommer wirklich eindrucksvoll, da müssen rührige Burgfreunde am Werk sein! Übrigens sehen wir am Burgweg erstmals heuer das Bleiche Knabenkraut, umgeben von Buchs-Kreuzblumen (“Frauenschucherl” genannt).

Das Nachmittagslicht wird dann immer interessanter, die Fantasie anregende Wolkenschiffe, im Norden über dem Waldviertel sich türmende Gewitterwolken. Aber wie wählen wir nun die beste Rückfahrt nach St. Veit, um nicht zu spät heimzukommen?

Ein freundlicher Gemeindebediensteter gibt uns dann einen guten Tipp – über die Berge hinüber ins Erlauftal. Eine kurvige Bergstraße führt hinauf zum Sattel an der “Schranken”, einem alten Übergang zur Proviantstraße aus dem Mostviertel in die Eisenwurzen. Dann folgt der wirklich zauberhafte Ötscherblick, der allein schon diese Fahrt lohnt!

Durch die Pockau kommen wir nach Kienberg, und an Neubruck vorbei (mit an diesem leeren Parkplätzen der Landesausstellung) kommen wir zügig ins Pielachtal und noch einmal über einen Berg (die Geiseben zwischen Tradigist und Eschenau) ins heimatliche Traisen-Gölsental.

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