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AB Ausblick vom Kap bei Tal Blata gegenüber der St. Paul´s Islands

Nach der traumhaften Wanderung (bontanisch nur ein Vorgeschmack) am 23. März war am folgenden Tag eine “Schonpause” angesagt. Wie öfters auch wettermäßig passend, denn nach einem Prachttag folgte meistens ein etwas durchmischter Abschnitt. Daher ging es erst am Mittwoch, 25. März, an die nächste Tour.

AB Affodilblüte auf dr Felskante der Dingli Cliffs

Die Tour gegenüber der Paulsinsel war ja völliges Neuland, überaus neugierig waren wir aber auf die uns vom Oktober schon bekannte Südküste mit den Dingli Cliffs, wo wir einige wunderbare Stunden verbracht hatten. Die Anfahrt über Rabat hat allerdings ihre “Bustücken” – der Bus nach Rabat vollzieht endlose Schleifen (205), daher wollte ich besonders schlau sein, zuerst mit schnellem Bus (225, fährt zur Golden Bay) bis Mostar, dort umsteigen.

Die für ihre riesige Kuppel bekannte Kirche in Mostar.

Hier werden schon die Vorbereitungen für Ostern getroffen!

Es gibt dort zwar auch eine Wartezeit, die wir dem Kirchenbesuch widmen, aber dann geht es “schnurstracks” nach Rabat. Ein paar Minuten Zeit nützen wir zum Besuch der Kathedrale, die jetzt an den Ostertagen geöffnet ist (gerade Gottesdienst, sonst nur mit Eintritt zugänglich). Dann fährt auch schon der Bus nach Dingli ab. Diesmal benützen wir ihn bis zur Anhöhe der Cliffs (nahe dem Restaurant) und beginnen dort unsere Wanderung.

Felskante der Dingli Cliffs und die alte Magdalenen-Kapelle

Im Gegensatz zum Oktober ist jetzt alles voll grün (im Bild der meterhohe Riesen-Fenchel), aber auch das Wetter ist anders – nicht herbstlich klar, sondern eher dunstig mit niedrig dahinziehenden Wolken, natürlich Wind und Sonne reichlich. Auf den Steinflächen mit ihren Carts Ruts (Spurrillen) blühen alle möglichen schon gesehene Blumen, aber dazu auch einige Orchideen.

AB Pyramidenständel und sog. Asphaltklee

Mariendistel und Leinkraut, die Ragwurz Ophris fusca

Die absteigenden Zugänge zu den Fluren zwischen den Klippen sind jetzt wegen der Kultivierungs- und Erntezeit abgeschlossen. Trotzdem können wir den uns schon bekannten Weg benützen und den Ausblick wie die nun üppig blühende Flora genießen!

Inzwischen ist Mittag schon vorbei, und wir wollen die Tour entlang der Südküste mit dem Bus fortsetzen. Die Wartezeit wird mit einem schönen Klippenblick und neuerlichen dichten Orchideenstandorten verkürzt. Dann geht die Fahrt auch schon weiter – von den Anhöhen hinab nach Siggiewi und in weiteren Bögen über die Küstenlandschaft (vorbei an der Abzweigung zur Steilbuch Ghar Lapsi, auch einem lohnenden Ziel) nach Hagar mit den berühmten Tempeln.

So üppig zeigt sich die Landschaft mit ihren bunten Brachfeldern (sonst steht das Korn vielfach schon hoch in Ähren, aber noch grün) beim Zugang von Hagar Quim. Dort allerdings machen wir zuerst im Restaurant Station, preiswertes und ausgezeichnetes Essen in einem malerischen Gastgarten. Die “Patronin” sitzt ganz unauffällig im Schatten (sie prangt jedoch auf den Infowänden), sie schaut der Stephanie Werger auffällig ähnlich, verabschiedet uns mit einem freundlichen Gruß… Nebenbei haben wir “Reisendegespräche” mithören müssen – na, ja, alles lauter Steinblöcke… Ja, aber “was für welche” ! so meinen wir. Als Vorbereitung (hier eingefügt) sollte man zuerst nachlesen (ich im DuMontKunstführer), dann das Archäologische Museum in Valletta besuchen – zuletzt an den Ort der Giganten!

Eine Modellsimulation zeigt den Lichteinfall der Sonne am Frühlings- und Herbstbeginn (Tag-Nacht-Gleiche) bis ins Innerste des Tempels; dazu ein "Spiralstein", Sinnbild des fortdauernden Lebens

Im Herbst haben wir den Hagar Qim-Tempel ausführlich besichtigt, damals war die Zeit für den ein Stück entfernten Mnajdra-Tempel schon zu knapp, und deshalb konzentrieren wir uns auf diese näher am Meer aufragende, ebenfalls neuerdings von einer “Schutzhaube” überdachte Anlage.

Der Zugang erfolgt etwa 10 Minuten über einen gepflasterten Weg quer über die Garigue, das typische verkarstete und steinige Heideland der Hochflächen und Strandgebiete. Dort werden wir anschließend noch unsere Blumenwunder erleben. Aber zuerst zum Tempel – leider machen wir den Fehler, uns ungeführt an die Besichtigung zu machen (Audio-Guide wäre vorhanden!). So können wir nur staunen, was hier in der vormetallischen Zeit mit gewaltigen Steinen errichtet wurde.

Wahrlich lauter “Steine”, aber wenn man den Sinn der Anlage erfährt, wirkt die Monumentalität noch eindrucksvoller!

AB Kleiner Seitentempel, sog. Allerheiligstes und die "Orakellöcher", durch die der Spruch der Gottheit bzw. ihrer Priester zu den Besuchern klang

Sodann streifen wir im schönsten Nachmittagslicht über das Gelände zwischen diesen beiden berühmten Tempelanlagen. Der Reichtum an Blumen ist ebenso überraschend, wie der Landschaftseindruck die imposanten Tempel noch unterstreicht!

AB Ein häufiger Schmetterlingsblütler (Tragant-Art) und der endemische Malta-Pyramidenständel (Anacamptis urvilleana)

Eine weitere Orchidee ist die Ragwurz Ophris fusca mit ihrer typischen Lippenzeichnung:

Karge Steinböden über dem nahen Meer, dichte Polsterpflanzen und ein kleines Ungeheuer

Den Minidrachen Gremxula gibt es auch auf der in Sichtweite gelegenen Insel Filfla

Mit schon zumehmender Müdigkeit wandern wir zurück zum Autobus für die Rückfahrt, aber der ist noch gar nicht gekommen oder kommt erst nach fast einer Stunde (damit muss man in Malta bisweilen rechnen, auch dass ein Bus nicht anhaltend vorbeibraust…). Dann haben wir aber eine gute Verbindung – zuerst zum Flughafen und dann quer durch die Stadtgebiete nach St. Julien – ein langer, aber überaus reichhaltiger Ausflugstag!

AB Felsentor an der Küste unterhalb der Tempel und später Sonnenglanz

Blick vom Tuffielha-Tower auf die gleichnamige Bay und über den Sattel hinweg bis zur Gnejna Bay

Die Buchten an der Nordwestküste Maltas konnten wir (wie berichtet) bei wundervollem Badewetter im Oktober 2014 erleben, allerding bei völlig verdörrter Natur. Daher war die küstengebirgige Landschaft unser vornehmlich erträumtes Ziel zum Wandern! Weil sich eine sehr günstige Streckenwanderung mit Busverbindung  anbietet, ist sie auch bestens zu empfehlen.

Die "Eierkirche" in Mgarr

 Zufahrt mit Bus 225 auf einer zügigen Strecke ohne viele Umweg (im Gegensatz zum 205, der endlose Schleifen zieht) über Naxxar und Mostar (beide Kirchen überaus beachtenswert). Von der Route nach Rabat wird bei einem markanten Kreisverkehr nordwestlich abgezweigt und die Sattelhöhe der Dwejra Ridge erklommen (bei der Busstation auf der Höhe könnte man aussteigen und gegen Westen den Höhenrücken mit den Dwejra bzw. Victoria Lines erwandert – die Chinesische Mauer Maltas!). Sobald in Mgarr die Kirche in Sicht kommt, schnell aussteigen, denn der Bus biegt hier scharf zur Golden Bay ab!

AB Pfirsichblüte und das malerische Castello Zamittello

Die Kirche von Mgarr (wo es auch bedeutende archäologische Stätten, aber nicht besonders günstig zum Besichtigen gibt) hat ihren Namen übrigens von der Entstehung her. Die Einwohner des Dorfes sammelten jahrelang das Geld ihrer Eierverkäufe, bis sie 1927 den hochragenden Kuppelbau errichteten konnten (die Kuppel schaut beim vorigen Bild noch von rechts herein).

Wir erlebten hier wieder die Freundlichkeit der MalteserInnen – auf unsere Frage, wann die Osterprozessionen in Mgarr stattfinden würden, antwortete sie uns (sogar höchst erfreut) – nicht hier, aber in Mostar, am Karfreitag um 17 Uhr – wir waren am Gründonnerstag unterwegs und planten nun schon leichter den höchsten maltesischen und österlichen Feiertagen (geworden ist es dann Valletta).

Die Wanderung entlang der Asphaltstraße war wegen dem verschwindend geringen Verkehr (zu dieser Zeit!!!!) und wegen der bunten Blumenfülle ebenfalls ein Genuss, etwa 45 Minuten und immer weiter bergab. Dann standen wir am Ufer der Gnejna Bay, links und rechts Klippen und Fischerbauwerke, dazwischen ein wunderbarer Sandstrand, über den riesenhohe Wellen hereinrollten.

Beherrschende rot blühende und vielfach dicht verbreitete Pflanze = Kronen-Süßklee (Hedysarum)

Wir begannen unsere Weiterwanderung rechts, kraxelten über eine sandig-steinige Böschung hinauf zu einem ausgeprägten Weg, der oberhalb der Bucht entlang weiter verlief. Unten tosten die Brecher gegen Molen und schmale Landeplätze. Hier heroben bummelten wir durch üppiges, mit buntesten Blumen durchwirktes Grün – dazu der einmalige Ausblick!

An dieser Stell haben wir schon ein Tamariskenhain mit altem Gebäude passiert und kommen in den nördlichen, immer wilderen Bereich der Bucht. Hier brechen die weichen Gesteinsschichten der Mergel und Grünsande hervor und verwittern zu Formen, die an den Kalkglimmerschiefer der “Bratschen” in den Hohen Tauern erinnern. Der gelbliche Stein ist Globigerinenkalk, nur scheinbar weich, aber als Baustein wie in der Natur sehr widerstandsfähig. Besonders die teilweise überspülte Felszung ist eindrucksvoll. Dazwischen verwandeln Wasseraustritte die Grünsande in einen ungenehmen Matsch (später treffen wir sogar auf einen Austritt wie bei einer Mure).

Unser Ziel kennen wir ja – den Sattel neben dem Tafelberg Il Karraba (aus hartem auflagerndem Korallenkalk), im Bild übrigens die Felszunge und rechts der Sattel. Dorthin zu kommen, erscheint aber problematisch, denn womöglich müssten wir die sandigen Steilflanken hoch über der wilden Brandung überwinden! Viel zu gefährlich, daher wandern wir denselben Weg zurück. Im Nachhinein wissen wir, nach dem nächsten Riedel hätte im Grüngelände ein Steig wahrscheinlich unproblematisch zum Klippenvorsprung hinaufgefährt…

AB Brandung am Fuß der Steilklippen

AB Im Tamariskenhain

Kurz bevor wir den Ausgangspunkt an der Gnejna Bay erreichen, steigen wir entlang von kaum erkennbaren Pfadspuren die Grünhänge hinan, auf die überhängenden Klippen zu. Zuletzt kommen wir zum Glück auf einen Steig und mit ein wenig Griffhilfe hinauf zur Hochfläche beim historischen Wachturm.

AB Lipplja Tower

Jetzt stellt sich heraus, dass es gut war, den Weg zurück zu gehen und hier herauf zu steigen – das Plateau ist nicht voll mit Blumenpolstern, aber noch berückender ist der Aus- und Tiefblick!

Hier haben wir schon die Rastpause hinter uns, sind am schwindelnden Klippenrand mit seinen Abbruchrissen entlang gegangen, bis einer steiler Durchschlupf (schon nach dem vorspringen Kap) den Abstieg zum Sattel ermöglichst. Ein landschaftlich extremer Kontrast, die kuschelig weich wirkenden Mergelschichten, die abgründig zum Strand hinableiten, jenseits des Sattel der der koralline Tafelberg. Durch üppigen Wuchs und einer Gründsand-Mure vorbei führen Wege zur nächsten Bucht hinab – Tuffielha Bay, das Glanzstück zum Baden und Herumwandern!

AB Affodilblüte am Klippenvorsprung des Kaps zwischen Gnajna und Tuffielha Bay

Klippen am Auslauf des Tafelberges Il Karraba und beim Kiosk der Tuffielha Bay

Am Strand unten liegen schon die ersten SonnenanbeterInnen herum, und beim kleinen Restaurant ist man schon intensiv an den Saisonvorbereitungen – zu Ostern wird es hier sicher starken Betrieb geben! Dann steigen wir die lange Stufenreihe hinauf zum Parkplatz der zwischen Mgarr und Golden Bay verlaufenden bzw. abzweigenden Seitenstraße. Das Eis beim Standel hat uns nicht so geschmeckt, aber umso mehr das folgende letzte Wegstück!

AB Ausblick vom Tuffielha Tower über die gleichnamige Bay und zur jenseits des Sattel sichtbaren Gnajna Bay

Auf schon mehrfach bekanntem Weg gehen wir nun zwischen Klippenrand und Felsflächen weiter zur Golden Bay – aber welcher Unterschied zur Öde der Natur des Oktobers, nun alles bunt und voller Blüten!

Die Zwergschwertlilien "Mittagsiris"

AB Ernte- und Pflanzzeit zugleich, im Vordergrund auf der Steinmauer der vielfach verbreitete Nickende Sauerklee

Samt Rasten und Schauen und Fotografieren haben wir für diese wunderbare Wanderung – von der Landschaft sicher am eindrucksvollsten auf Malta – mehr als vier Stunden gebraucht. Am Ziel oberhalb der Golden Bay gibt es ein kurioses Lokal – “Apple Eye” – gute “Kuacherl” auch mit Äpfeln usw. Dort versorgen wir uns für den späten Nachmittagskaffee, halten uns aber nicht auf, sondern fahren mit dem schon bald kommenden Bus 225 zurück nach Pembroke zur Wohnung in Pender Gardens. Ein traumhafter Tag liegt hinter uns und macht noch Appetit auf mehr, aber zunächst gilt es, die folgenden Ostertage mit ihren maltesichen Eigentümlichkeiten zu erleben…

Golden Bay

Bereits im letzten Oktober haben wir 10 Tage hier verbracht – bei spätsommerlichen Temperaturen und angenehmen Badeverhältnissen!

Blick von den Dingli Cliffs, dem mit ca. 250 m höchsten Punkt von Malta über das Lybische Meer und zur Insel Filfla. Damals war durch die Sommerhitze die Natur wie verbrannt, und dennoch zeigte sich nach dem ersten spärlichen Regen (seit Mai !) auch bereits ein bisschen Grün. Eine starke Verlockung zu einem Besuch im Frühjahr, und dieser fiel nun recht ausgiebig aus…

Anflug wieder mit der zeitmäßig sehr günstigen Air Malta bereits am 16. März, nur ein paar Tage nach den kurzen Schiferien am Kreischberg. “Was macht ihr denn so lange in Malta?” meinte unser Hausarzt Dr. Fredie. Na, dort leben halt, so etwas haben wir uns schon immer für eine Reise gewünscht…

Bei unserem Sohn Hannes konnten wir zu Gast sein, und außerdem fungierte er ein paarmal als unser Reiseführer und Reisefahrer (nicht nur wegen dem Linksverkehr hätte wir uns nicht mit einem Auto zu fahren getraut; das Bussystem hat sich wieder als praktisch erwiesen, aber auch große Ausdauer erfordernd).

Unsere unzähligen Bilder sind penibel sortiert abgespeichert, und so fällt es mir jetzt leicht, ein kurzes Maltesischen Tagebuch zu präsentieren (die Wanderungen folgen dann genauer ausgeführt ebenfalls hier).

Anreise am 16. März, vor dem St. Patricksday:

Dieser 17. März wird auf echt britisch-irische Art gefeiert: Alles steht Kopf, auf den Straßen staut es sich noch mehr als sonst, vor den Pubs drängen sich “Huterer”,  und an den Felsklippen schlagen hohe Wellen!

18. März: Argotti-Gardens in Floriana

Anschließend in den Upper Barakk Gardens in Valletta.

19. März, Josefitag, Feiertag in Malta, mit Hannes Nach Gozo:

Auf der Zitadell in Rabat, dann Archäologisches Museum und Rundle Gardens

Von der “Höhle der Calypso” Blick auf die Ramlabay, danach in Marsalforn mit Essen im Hafenlokal “Il Kartel” und Spaziergang zu den Klippen.

20. März, ein “Rasttag” – nur Sliema und Tigne Point, bester Cappuccino im Café Frech Affaire, schöne Stimmung und etwas weniger Sonne, dafür noch hoher Wellengang!

Samstag, 21. März, kalendarischer Frühlinganfang (hier schon längst in der Natur passiert…):

Valletta – Archäologisches Museum (dort die wertvollsten Originalstücke, im Bild eine “Urgöttin”, auffallende Ähnlichkeit mit unserer Venus von Willendorf!). Nachher längs durch Valletta bis vor das Fort Elmo und auf den Bastionen am Marsamxett Harbour zum Hastings Gardens, ja richtig, in der Früh noch ein Ostermarkt im Traditionshotel Phoenix!

Sonntag, 22. März, ein gefühlmäßig wirklich persönlich berührender “Sonnentag”.

Mit dem Bus nach Naxxar, dort wollen wir uns für die Sonntagsmesse in einer der vorderen Bänke niederlassen, aber ein freundlicher Herr weist uns darauf hin, hier sei für die in einer halben Stunde beginnende Jugendmesse reserviert. Als wir wegen der Wartezeit noch einmal hinaus gehen, läuft er uns nach und ist ganz besorgt, dass er uns aus der Kirche verscheucht hätte… Wir besichtigen in der Wartezeit noch kurz den reizenden Garten im Palast Parisio. Bei der Messe sitzt dann eine ganz liebe Frau neben uns, die Anni in angenehmster Freundlichkeit ins Herz geschlossen zu haben scheint – wir wissen nur ihren Namen Joice (wenn man ihn so schreibt), aber sie wird immer einen besonderen Platz in unserer Erinnerung haben!

Im Garten des Parisio-Palastes

Anschließend besuchen wir noch Mostar mit seiner gewaltigen Kirchenkuppel (drittgrößte in Europa), aber unsere Suche nach den Anton´s Gardens in Attard bzw. Balzan bleibt erfolglos – gerade dass wir mit dem Bus wieder in Valletta landen…

Dafür geht es nachmittags noch an der Georgs Bay (wo schon die Bikinizeit angebrochen ist) und dem Corinthia Hotel vorbei bis zum naturbelassenen Küstenabschnitt bei Pembroke mit dem Malta Herritage Naturpfad, wo wir später die meisten Orchideen entdecken!

Damit ist die erste Woche schon vorbei, und über die Wanderung von Xemxija zum Kap vor der Paulusinsel am 23. März habe ich schon berichtet!

Die bisher schönste Tour bei unserer “Frühlingskur” in Malta. Wetterlage – zwischen etwas frischeren Abschnitten mit etwas Wolken und vor allem (wie meist) heftigen Winden ein für mitteleuropäische Verhältnisse frühsommerlicher Tag. Volle Sonne, zwischen 15 und 20 Grad, dazu ein kühlendes Lüftchen und klarer Fernblick, also ein idealer Wandertag!

Ausgangspunkt am (tatsächlich bergauf) oberen Ortsende von Xemxija (“Schemschija”) bei der Busstation neben einer Kirche, von deren Terrassen sich ein wunderbarer Ausblick über die St. Paul´s Bay bietet. Idee und Wegbeschreibung aus dem Malta-Führer von Michael Bussmann (Michael Müller Verlag) – gut und richtig beschrieben, wenn auch im Detail natürlich noch viel erlebnisreicher.

Bei einem Kreisverkehr abzweigend führt eine Seitenstraße zu dem von hohen Steinmauern festungsartig umschlossenen Feuerwehrdepot. Rechts weist ein Karrenweg ins “Naturgelände” mit Ausblick über die St. Paul´s Bay (im ersten Bild auch ein jetzt vielfach blühende Riesen-Fenchel / Ferula, bei Schönfelder im deutschen Mittelmeer-Blumenbuch Steckenkraut genannt). 15 Orchidee sollen auf Malta zu finden sein (die meisten von März bis April blühend), und nach wenigen Schritten stoßen wir schon auf die erste, bei dieser Tour einzige, aber zahlreiche davon – einen speziellen Pyramidenständel (Anacamptis pyramidalis ssp. urvilleana).

Sehr erfreut sind wir auch über eine zahlreich auftretende Gladiole, egal ob an Wegrändern, in Rasenflächen und besonders in brach liegenden Ackerstreifen – Gladiolus italicus. Daneben eine unglaubliche Blütenvielfalt, besonders mit Kronen-Süßklee (Hedysarum) und den das Naturbild beherrschenden ganzen Gebüschen der Kronen-Wucherblume, in Malta “Daisy” genannt.

Der Weg führt zunächst über ein dicht bewachsenes Plateau über der St. Paul´s Bay dahin, dann geht es auf steilem Steig mit weiteren prächtigen Blüten am  Wegrand hinab zur Mistra Bay. Das dort empfohlene Gasthaus ist klarerweise noch geschlossen, aber wir sind ohnehin Selbstversorger. Bis zu einem ehemaligen Fort, in dessen steinernem Wappen die überall  herumschwirrenden Spatzen nisten (sonst nur wenige  Vögel beobachtet, nicht einmal Möven), folgt ein Straßenstück. Aber auch daneben blüht es üppig.

Wild wachsende Freesien und ein gerade aufblühender Pyramidenständel, der im Bild leider gerade eine Bauchlandung macht.

Am imposanten Felsabbruch, wo bereits die Paulusinsel in Sicht kommt, machen wir Rast. Dann führt der Weg an der zerklüfteten Kante entlang bis zum Vorsprung gegenüber der “Paulusinsel” hinab (dort soll der hl. Paulus auf seiner Fahrt nach Rom Schiffbruch erlitten haben und hat anschließend gleich den römischen Statthalter der Insel zum Christentum bekehrt – den späteren Inselpatron St. Publius). Im Wander-Reiseführer steht, man könnte die Insel nur schwimmend oder mit einem Boot erreichen, aber angesichts der  wilden Klippen erscheint mir das höchst zweifelhaft…

Vom Kap gegenüber der Paulusinsel (mit ihrer riesigen Statue) wendet sich der überall einfache Weg gegen Westen, und hier ändert sich der Küstencharakter völlig. Nach den harten Korallenkalken folgen nun weichere Schichten, die aber infolge der Verwitterung nicht minder eindrucksvolle Formen annehmen.

Auch hier möchte  man am liebsten möglichst viel Zeit verbringen (und beim warmen Wasser wie im letzten Oktober wäre es auch ideal zum Baden). Aber wir müssen auch mit unserer Wanderstrecke weiterkommen und machen uns an den nächsten Steilanstieg hinauf zur Hochfläche der  Landzunge. Dieser erfolgt auf absonderlich wirkenden Mergelschichten, und wenn es kurz zuvor geregnet hätte, wie zu dieser Jahreszeit selbstverständlich, wäre  das eine fürchterliche Rutschpartie!

Am riesigen Mauerareal des alten Fort Campbell vorbei geht es dann schon wieder  gemütlich dahin. Neben einer für uns neuen Schwertlilie (Iris pseudopumila / Sizilische  Zwergiris, aber doch über 50 cm hoch) fallen immer wieder die hübschen und stattlich hohen “Wilden Froschgoscherl” auf. Die sind aber wie die Gladiolen keine Seltenheit, im Gegensatz zu der auf den Felsabbrüchen jenseits der Anhöhe wachsenden Felsen-Levkojen. Dazu gibt es höchst malerische Ausblicke, bis der Selmun-Palast erreicht ist.

Nach Angaben aus dem Führer und der GoogleMap wagen wir uns dann an den Abstieg zurück ins Mistratal. Bevor nach der zunächst verlockende Asphaltweg endet, gibt es eine Rast- und vor allem Trinkpause auf den Mauern eines Brachfeldes – längst nicht mehr bewirtschaftet, wachsen darauf die schönsten Blumen, neben vielen Gladiolen auch ein seltener Osterluzei.

Kleine und Große Mittagsblume, zierlich und prächtig!

Der Asphalt endet unvermittelt, und der schnurgerade über den Steilhang zwischen Steinmauern hinabziehende Weg besteht bis weit hinunter nur aus einer schmalen Wasserrinne – aber zum Glück ist es der richtige! Zuletzt kommen wir zwischen ummauerten, gartenartigen Äckern mit Artischocken, Erdbeeren (die reifen gerade und werden von den “fliegenden Gemüsehändlern” allenthalben angeboten) und anderem Gemüse zur asphaltierten Seitenstraße von der Mistra Bay. Dieser folgen wir bis zur Hauptstraße mit der nahen Busstation.  Bald kommt auch ein Bus herangebraust, aber – vielleicht war er zu voll oder wollt vor dem nächsten Anstieg nicht mehr bremsen – er saust an uns vorbei! Also müssen wir, wovor uns ein Wandererpaar  (aus Mistelbach!) unterwegs gewarnt hatte, am Rand des Höllenverkehrs ohne Gehsteig hinauf nach Xemxija marschieren….

Dennoch war es eine herrliche Wanderung, und wo wir jetzt schon etliches auf Malta unternommen haben  – diese Route gehört zu den schönsten Tourenmöglichkeiten!

… aber ohne Touren! Einerseits leider, anderseits aber für den kurzen “Schiauftritt” des heurigen Winters ideale Verhältnisse.

So hätte ich mir die “Toureneinlage” während unseres Schiurlaubs im Relax Resort Kreischberg eigentlich vorgestellt – Tourenschi und -schuhe samt Rucksack und Thermosflasche, Steigfelle nicht zu vergessen, waren schon eingepackt. Aber der Reihe nach…

So waren die Verhältnisse im Murtal – sonnseitig bis hoch hinauf alles aper, an der Schattseite abseits der Pisten ganz wenig Schnee, außer in manchen Mulden, und in der Gipfelregion vielfach abgeblasen. Der Gstoder präsentiert sich ja schon ganz “endwinterlich”!

Also verzichtete ich – ohne Bedauern! – auf die Tour von der Rosenkranzhöhe (im ersten Bild) über den Kirbisch zu einem der nächsten Gipfel, die in weitem Bogen (eine tolle Überschreitung) zur Frauenalpe weiterziehen.

In der Super-10er-Gondel am Kreischberg und "Gipfelbild" mit den ewigen Freundinnen Uli und Anni auf der Rosenkranzhöhe

Wenn wir nicht von den letzten Jahren dieselbe Erfahrung hätten, glaubten wir vielleicht, die Pisten wären wegen der Snowboard usw. Weltmeisterschaften im Jänner so außerordentlich gut gepflegt (die Pistengeräten werkten sogar bis weit nach Mitternacht…). Für uns (heuer) Gelegenheitspistenfahrer hätte der Schnee nicht besser sein können – griffig, fast etwas pulvrig, sogar um die Mittagszeit in der warmen Sonne kein bisschen matschig! Also großes Kompliment!

War eine Woche zuvor noch in der Wettervorschau nur eitel Sonne angesagt, traf dann der neueste Bericht am Montag voll zu – hohe Wolkenfelder, von Schleierwolken in der Früh sich immer mehr verdichtend. Na, wenigstens leidet der Schnee nicht vor zu viel Sonneneinstrahlung – so dachten wir, und die Sicht war trotz der Bewölkung auch recht gut (im Vorjahr hatten wir wegen des diffusen Lichts sogar einmal abgebrochen).

Nahe der Bergstation auf der Rosenkranzhöhe (2118 m) mit Blick Richtung Flattnitz

Dafür war der Dienstag die vollste Pracht (Rekord-Frühlingstag etwa in Innsbruck mit 18 Grad) – morgens ordentlich Frost, dann nur mehr Sonne, milde Temperaturen, die aber den Pisten überhaupt nichts antun konnten, klare Sicht über die Bergwelt von der Rosenkranzhöhe.

Wintertaler Nock und Eisenhut – unsere Traumziele bei der Flattnitz! Aber nicht nur diese beiden Gipfel, sondern wirklich das volle Rundum-Panorama besticht von der Rosenkranzhöhe: die gesamten Niederen Tauern, im Osten die Seetaler Alpen mit dem Zirbitzkogel, als Gegenstück der Blick über den Lungau gegen die Hohen Tauern! Auch die toll präparierte Abfahrt hat die Auffahrt mit dem alten Sessellift gelohnt.

Blick über die benachbarte Frauenalpe gegen die Seetaler Alpen

Wenn man das Schifahren genießen will, so wie wir mit kleinen Vorbehalten (nur bei guter Sicht, gepflegten Pisten und höchstens mittelsteil, weil so die Knie nicht in Gefahr geraten…), ist man am Kreischberg voll richtig! Die schwarzen Pisten sind bei griffigem Schnee verträglich, die roten so richtig zum Dahinschwingen, dazwischen ein bisschen flacher (bei so guten Schneeverhältnissen auch lustig), ideal auch mit Kindern – und nur ein paar Schritte vom Hotel zur Talstation. Nur – wer sich ausschließlich aufs “Schitourengehen” verlegt hat, sollte lieber ein anderes Gebiet aussuchen, etwas die nahe Krakau, wo es nur Touren gibt.

Am Abend zogen “Föhnfische” und Eiswolken auf, aber da bewegten wir uns schon zwischen Sauna, Relaxraum und dem Schwimmbecken (vor allem die unglaublichen Kinderscharen der vornehmlich ungarischen Gäste hatten da ihren Spaß und wir desgleichen, aber eher in der Infrarot- und Eiskammer…). Tatsächlich war am Mittwoch schon morgens der Himmel ziemlich bewölkt, aber doch nicht so sehr, dass wir uns von der Auffahrt auf den Kreischberg hätten abhalten lassen. Erst als gegen Mittag die Wolken immer dichter, die schwachen Sonnenblicke immer seltener wurden, und als es noch dazu zu graupeln begann, machte wir die letzte Abfahrt.

Unglaublich – schon am mittleren Nachmittag strahlte wieder die Sonne über die frisch verschneiten Gipfel, für uns allerdings nur mehr eine Anregung, im nächsten Winter – wenn wir Schi fahren wollen – unbedingt wieder zum Kreischberg zu kommen (außerdem Anfahrt 270 km und ohne Stress im Vergleich etwa in Richtung Salzburg…)!

… am Geißbühel:

Wenn nicht viel Zeit und schönes Wetter ist, passt der Geisbühel immer, nur nicht von Rabenstein, sondern wegen der schnellen Zufahrt gleich von der Geiseben, hier schon mit dem schönen Panorama zum Ötscher.

AB Ötscher im “Teleblick”

Malerischer Waldrand mit Blick zum Hohenstein, und was hier scheinbar blüht, sind die Fruchtstände von den “Waschln” (Waldreben).

Aber hier blüht es wirklich, am schönsten im Garten…

Zwei Tage später – Schönwetter ohne Nebel, ideal für einen nahegelegenen Gipfel im Wienerwald, und das muss gleich der höchste sein – der Schöpfl.

AB Alpenhorizont und ein (fast) Rundumpanorama

Immerhin ein Neunhunderter – gemessen samt der Matraswarte!

Wieder im Tal beim Pilgerbrunnen in St. Corona.

Zwischenspiel am Kreischberg und “Sehnsucht nach dem Süden”…

Der schattenhafte Fotograf und sein Model...

Bevor jetzt der Frühling ernstlich ausbricht, noch ein kurzer Rückblick auf die letzten Wintertouren.

Eine “Wiederentdeckung” war der Törlstein, der uns bei der Tour auf den Tirolerkogel schon angelacht hat. Der “Zulauf” bietet sich ja über die Loipe Richtung Walster-Ursprung an. Aber dann hinauf zur Ebenbaueralm? Haben wir auch schon mit Backcontry-Ski bewältigt (vor allem in der Abfahrt), aber jetzt muss es (nicht mehr) sein…

Die Lösung ist aber ganz einfach (und schwebt mir auch für einige Touren im nächsten Winter vor) – zuerst Langlauf in der Loipe, dann Umstieg auf Schneeschuhe!

Hier sind wir schon nach der Ebenbaueralm beim Aufstieg durch die idyllische Mulde.

Am anschließenden Gipfelhang weitet sich schon der Ausblick, zunächst zum Traisentaler Mitterkamm vom Türnitzer Höger über die Paulmauer bis zum Traisenberg, dahinter Schneeberg, Gippel und Göller.

Der Ötscherblick vom Törlstein ist ebenso spektakulär wie wenig bekannt! Noch dazu von der “Kanzel”, der Felsüberhang an der Stirn der Ötscherdecke.

Der Abstieg erfolgt durch den nordseitigen Wald und auf einer Forststraße zurück zur Ebenbaueralm.

Im Walstertal gut angelangt, wird umgerüstet…

e…und behängt mit dem “Gipfelmaterial” geht es auf der Loipe zurück.

Nach den Schneeglöckchen, den Krokussen und dem Winterling haben sich jetzt auch die “Märzenbecher” (Frühlingsknotenblumen) ans wärmende Sonnenlicht durchgekämpft. Ihre Zwiebel sind nämlich unter einem besonders hübschen Storchnabel (Ballerina) tief in der Erde versteckt.

Schon endlos lang blüht unsere “Zaubernuss”, wie die Hamamelis treffend heißt, denn nach der spätwinterlich-vorfrühlingsmäßigen Blütezeit hat sie im Herbst wirklich kleine Nüsschen an die Zweige gezaubert.

Der übrige, darunterliegende Erdboden ist noch immer voll von Winterlingen – jüngst ist die Frage aufgetaucht, ober dieses robuste und sonnengelbe Hahnenfußgewächst  auch bei uns heimisch ist: Laut Exkursionsflora stammt der Winterling aber aus dem Mittelmeergebiet und kann bei uns nur verwildert vorkommen, etwa in der Steiermark. Also ein Gruß aus dem Süden!

… zwischen Malta und Wien! Für mich, der ich lieber mit dem Auto verreise (allein schon des üblicherweise vielen Gepäcks wegen), immerhin eine vielleicht nachhaltige Erkenntnis!

Ein Blick ins "normale" Stadtbild der maltesichen Großstädte

Aus der “Oase” der qualifizierten modernen Wohnzentren schaut man hinaus auf das dicht gedrängte Häusergewirr der schon längst zu einer Siedlungsaglomeration zusammengewachsenen ursprünglichen Städte und Vororte. Alt neben neu in buntem Wirrwar gemischt, leider viele alte und eigentlich schöne Häuser zunehmend baufällig, und wenn neu gebaut wird, dann nicht aus dem (Ytong-ähnlichen und sicher gut isolierendem) Kalksandstein, sondern aus Beton. Folge – sommersüber ohne Klimaanlagen unerträglich, irrsinniger Energieverbrauch…

An der “Wasserfront” von Sliema, bei der Bucht des Marsamxett Habour, schaut es hingegen voll nobel aus! Firstclass-Hotels, modernste Einkaufs- und Vergnügungstempel, und gegenüber die Manoel-Insel und die Silhuetten von Valletta.

Die beliebten "Treue- oder Erinnerungsschlösser"... alles überragend die Johannes-Kathedrale

Hinter einer traditionellen Fassade getarnt, das Eldorado zum Einkaufen und Herumbummeln. Aber dazu eignen sich die Promenaden auf der anderen Seite von Sliema schon noch mehr!

Die felsigen Strandterrassen mit ihren "Badewannen", in die das Wasser vom offenen Meer hineinschwappt. Blick über die nächste Bucht (Balluta und Spinola) auf Paceville mit dem riesigen Tower beim Hotel Hilton.

So vergeht ein Vormittag, und nachmittags besteigt man schon den Flieger – idealer Flugplan der Air Malta an gewissen Tagen in beiden Richtungen.

Im raschen Steigflug ergeben sich noch die schönsten Blicke -

- auf Valletta und die damit verbundenen Städt, dann sogar überraschend auf die winzige Felsinsel Fiflia, die wir von den Dingli Cliffs aus gesehen haben.

Die Flugroute von Malta geht quer über Sizilien, bei Neapel über den Apennin und über die mittlere Adria nach Dalmatien, dabei taucht ein Vulkan im Vorbeiflug auf – aber welcher? Ätna oder Vesuv?

Von den adriatischen Küsten geht über die Dinariden auf die Ungarische Tiefebene zu, allmählich und immer schneller geht die Maschine in den Sinkflug über – da ist schon der Neusiedler See in Sicht!

Im Abenddämmern mit seinem rötlich gefärbten Licht den Tag beendenden Stimmung wieder festen Boden unter den Füßen, Landung in Schwechat, und weit und breit kein Meer mehr… außer in der Erinnerung!

Heute (Freitag, 20. Februar) war ja wieder ein herrlicher Tag. Aber vorgestern nichts als Nebel- und Wolkendickicht, nieseln – wenn es wenigstens geschneit hätte… Hat es, allerdings nur ab 600 m und in Annaberg drinnen beachtlich, so gegen 20 cm. An einem so trüben Tag überkommen mich die Erinnerungen: Donnerstag, 9. Oktober 2014, letzter Badetag unseres Herbstaufenthalts in Malta.

Blick auf die Bucht Ghajn Tuffieha Bay, hinter dem kleinen Tafelberg sichtbar die Gnejna Bay

Ziel ist die Nachbarbucht von Golden Bay, die wir in direkter Busverbindung erreichen. Vom letzten Badeausflug dorthin wissen wir schon – nicht bei der Endstation aussteigen, sondern von der vorletzten geht es viel kürzer zum Ausblick über diese herrliche Küstenlandschaft – Ghajn Tuffieha (“ain tufieha”). Eine lange Stiegenreihe führt tief hinunter zum ebenfalls goldenen Sand.

Strandbetreung einfach, aber gut organisiert – um 12 Euro für den ganzen Tag werden Sonnenschirm und Liegen gebracht, soweit man nur will! Und durch eine einfache, aber patent geführte Gaststätte gibt es alles, was man einen Tag lang so braucht…

Uns lockt vor allem das Wasser – klar und so warm, dass wir insgesamt (von 11 bis 16 Uhr) dreimal “schwimmen gehen”!

Dazwischen in der Sonne, das heißt unter dem Sonnenschirm (so warm ist es) dahindösen, Mittagessen, herumspazieren, das lockere Strandleben beobachten.

An den halbmondförmigen Sandstrand schließen meerwärts hohe Klippen an. Die rechte mit dem Wachturm werden wir zum Abschluss noch besteigen, der Tafelberg zur Linken sollte im Frühjahr zur Blütezeit ganz interessant zu erwandern sein (das Wasser ist im Herbst lange warm, mindestens 25 Grad bis weit in den Oktober, aber nach dem Winter trotz ständigen Plusgraden dauert es schon länger bis zu der von uns vorausgesetzten Badetemperatur). Sehr interessant für uns als Blumenfreunde – an der Wand der Gaststätte befinden sich mehrere Bildtafeln mit den wichtigsten Blütenpflanzen Maltas!

Besonders die Klippen an der rechten Seite der Bucht wirken wie gigantische Bauklötze aus klüftigem Kalk

Das wird doch nicht der gestrandete Odysseus sein (aufgetaucht aus der antiken Welt)?

Vielfältiger Wassersport ist hier möglich! Aber auch wenn man nur das Faulenzen und die Ausblicke genießt, vergeht der Tag wie im Flug...

Erst nach fünf Stunden brechen wir auf – eine kleine Bergtour, aber für einen Strandtag ein hoher Aufstieg – das erwartet uns jetzt noch bis hinauf zur Hochebene…

Wir haben uns gedacht – wenn wir bei der Endstation einsteigen, wird der Bus vielleicht noch mehr Platz bieten. Also wandern wir am historischen Wachturm vorbei – die Insel war ja für sich immer wie eine vom Meer umgebene und von steilen Klippen bewachte Festung, von den Türken über die Seeräuber bis zum 2. Weltkrieg, damals allerdings nur aus der Luft angegriffen und viele Monate ununterbrochen bombardiert…  Vom Wachturm also hinüber zur Golden Bay…

Hier sieht man erst den Unterschied zwischen den beiden Buchten – über dem Goldenen Strand die 2005 erbauten Radisson Hotels “Golden Sands”. Der Bus ist aber dann schon voll, und immer noch warten Gäste für die Rückfahrt in die Wohnorte (also in einem solchen Hotel ganz “paschahaft” zu wohnen, wäre auch verlockend). Die Wartezeit macht uns aber nichts, denn neben der Busstation gibt es das Restaurant “Apples” mit irgendwie britischen Spezialitäten, die wir noch genießen – dann aber schnell beim Bus angestellt und noch ein Abschiedsblick hinaus auf das dem Abend zuschimmernde Meer…

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