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Mittwoch, 28. Jänner, Zwischenhoch angesagt und schon die Schisachen für den längst überfälligen Start auf den Annaberger Pisten hergerichtet… Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

AB Winterstimmung im Kerschenbach

Herunten in St. Veit liegt zwar auch noch Schnee, aber die Berge sind sehr verhangen (Sonne dürfte erst nachmittags kommen), also nur kurze Zufahrt und ein bisschen höher hinauf, passend für den nahen Kerschenbach – parken vor der “Moar-Kapelle”, wo man immer Platz für das Molkereiauto lassen muss (darum “Parken verboten”, aber es reicht daneben).

Eigentlich wird es eine “Höfewanderung”, wie schon die zahlreichen Tafeln zeigen. Wir zweigen aber schon vor der abgebildeten Tafelgalerie ab, und gehen gleich bei der Kapelle auf den Güterweg “Roßwürger”. So obskur klingende Hausnamen gibt es entlang der ganzen Strecke, und so schaut die typische Infrastruktur aus – Hoftafeln (in St. Veit seit Einführung der Straßenbezeichnungen, als ich dazu auch das “St. Veiter Häuserbuch” mit Mag. Wilfried Gramm verfasste, ganz vorbildlich), dazu Wegkreuz und – Postkasten!

Bei diesem Wegweiser (gegenüber dem vorher abgebildeten) hätte unsere längere Strecke geendet, aber wie schon geahnt – die Verhältnisse sind (nur wenig höher als im Gölsental) hier respektabel alpiner!

Das Obstgartengelände schaut ja ganz harmlos, fast malerisch, aus - aber wo wir von der geräumten und zugleich sehr eisigen Hofzufahrt abweichen, schaut es so aus...

So gehen wir noch unbeschwert über den “Roßwürger” bis hinauf zum “Lodn”, aber dann brauchen wir für das kurze Stück ohne Pfad bis zum “Nekam” glatt allein schon eine halbe Stunde. Bis zu den Knien im Pressschnee, dann einige abgewehte Stellen ausnützend bis zu einem ganz harmlosen Hindernis…

Die Berghöhe mit ihren Baumgruppen ist schon ganz nah, wir bleiben aber weiterhin unterhalb im "Höfegelände", und da stellt sich uns ein sonst mit einem Schritt zu bewältigendes Hindernis in den Weg!

Das “Stiegl” zwischen den Stacheldrahtzäunen ist nämlich total mit Glatteis überzogen! Unglaublich, welche Turnübung zum Übersteigen notwendig ist! Und an der folgenden Böschung gibt es beachtliche Wächten (ich bleib noch immer bei dieser vertrauten Schreibweise – wer sich das neue “Wechten” hat einfallen lasse…?).

Jedenfalls herrscht hier heroben eine Winterstimmung, wie man sich im Tal unten nicht vorstellen könnte! Wie wird es da erst in Annaberg drinnen zugehen? Hier im Bergbauerngelände wirkt die aufgelockerte Landschaft mit ihren Obstgärten, Rainen und Gehöften viel reizvoller als die geschlossenen Wälder weiter drinnen in den Voralpen, noch dazu bei dem etwas “wilden” Wetter!

Ein Kirschenbaum kurz vor dem nächsten Gehöft, dem "Nekam" - alle diese Bauernhöfe sind bereits im frühen Mittelalter angelegt worden und bis heute bewirtschaftet!

Dieses Bild zeigt echt, dass der “Wiesenwienerwald”, wo wir uns hier westlich vom Schöpfl befinden, zum Mostviertel gehört. Wenn auch diese Bezeichnung umstritten ist, ich bleibe doch bei meiner Wortschöpfung aus den 1980er Jahren – Wiesenwienerwald könnte nicht typischer sein!

“Actionkunst” – aus Bauernfleiß und Winterwetter – unter Schneegupferln verbergen sich die sonst so übel anzusehenden (und sogar zu riechenden) Siloballen! Wir sind nun schon beim nächsten Gehöft, dem “Moin” – und nun geht es wieder auf der Hofzufahrt ins Tal hinab. Ganz schön rutschig übrigens, überhaupt bergab, und jetzt kommen uns die speziellen Winterwanderstiefel wieder einmal besonders zugute – wir klappen die in der Sohle eingebauten Spikes aus und marschieren so ganz sicher und rutschfest weiter.

So kurios es klingen mag, beim “Moar” unten steht dieses kurzzeitige “Denkmal für Leopold Birkner” – von seinen Enkelkinder errichtet. Es erinnert uns an den “Moarbauern”, der ein begnadeter Naturfotograf und Naturkenner war und mit dem wir (zusammen mit unserem unvergesslichen “Otto” – Medizinalrat Dr. Otto Hausleitner, beide leider schon lange nicht mehr unter uns oder nur mehr im Geiste) viele schöne Erlebnisse hatten. Was man im Bild nicht erkennt – die Zweige sind nämlich eine Hinterlassenschaft vom “Birkner Poldi” (wie ihn Otto immer genannt hat) – gerade aufblühende Hamamelis!!! Rund um das Bauernhaus fallen immer noch einige seltene Sträucher auf, die Herr Birkner vor Jahren angepflanzt hat.

Nach fast zwei Stunden sind wir zurück von unserer Vormittagswanderung, und ganz ehrlich – als nachmittags die Sonne zuhause bei den Fenstern so freundlich hereinscheint, fühlen wir uns wahrscheinlich wohler als auf der Anna-Alm, die erst nach den Semesterferien drankommen wird! Vielleicht auch schon früher als Schitour wie der Tirolerkogel…

Am Samstag, 24. Jänner, schien sich endlich wieder der Winter durchzusetzen – zumindest auf den Bergen, denn von dort schaute er sogar schon ins Gölsental herunter. Leider blieb bis abends herunten noch nichts liegen, aber wir vertrauten fest auf die höhere Lage in Annaberg. Aber selbst in den Türnitzgraben hinein schaute es mit Neuschnee noch recht dürftig aus. Wir parkten bei der Tirolerkogel-Abzweigung und wollten die Loipe rund um den Scheiblingberg laufen (oder eigentlich flott “nachgehen”).

Nebel, heftiger Nordwestwind, leichtes Schneetreiben, aber kaum ein paar Zentimeter Neuschnee. Immerhin reichte es für eine Spur auf der vor einigen Tagen gespurten Loipentrasse, von unseren “Vorläufern” ins frische Weiß gezogen. Aber unter dichteren Bäumen kamen mehr Eisbrocken und Steine zum Vorschein… Wir hatten aber die Backcountry-Ski mitgenommen, und durch ihre etwas breitere Lauffläche und die Stahlkanten kamen wir über diese wenigen unangenehmen Stellen hinweg.

Bei der Wende mit Abzweigung Richtung Walster-Ursprung ging nur eine Raupenspur geradeaus weiter, hier hatte sich wer einen Spaß mit dem Schneemannbauen geleistet und ich einen mit “Schmäh-Telemark”. Wir folgten der Trasse zum Jochgrund und weiter bergauf zur Holzknechthütte.

Dort pfiff schon wieder heftiger Wind von Westen her, trotzdem liefen wir noch weiter, bis sich die Spur zum Oberstall hinabsenkt. Dann ging es retour, und immerhin bekamen wir bis zum Parkplatz 9 km zusammen. Bei schlechtem Wetter nehmen wir gern diese Loipenroute, weil sie ohnehin nicht viel Aussicht bietet, aber recht geschützt und bei Neuschnee recht stimmungsvoll ist. Sogar Fußgänger kamen uns entgegen und konnten die harte Spur mühelos begehen.

Hier hat das letzte Sturmtief “Felix” ganz schön gewütet!

Von der Holzknechthütte ging es an die Abfahrt – wo weicher Schnee lag, ganz gut abzufahren, aber auf dem eisigen Grund unter den Bäumen musste man schon sehr aufpassen und fest “einschleifen”, um nicht zu schnell zu werden… Eine gepflegte Pistenabfahrt ist jedenfalls viel schonender für die Knie! Beim “Schneemännchen” vorbei und ein Selfie mit dem Eiskopf, das war´s dann für den Samstag!

Schon am Abend begann sich auch im Tal der Schnee “anzulegen”, und am Sonntagmorgen (25. Jänner) war alles weiß vor der Haustür – und gar nicht so wenig, etwa 15 bis 20 cm, dazu hatte der Wind weiter aufgefrischt! Also keine Idee, weiter in die Berge hinein zu fahren…

Bei der Meiselhöhe

Für ein solches Wetter eignen sich auch die “Hügelberge”, etwa bei Eschenau. Zum Glück suchten wir uns nicht den Kaiserkogel aus (wie später zu sehen), sondern wir fuhren von Steubach zur Meiselhöhe hinauf und parkten dort. Der Weg führt nach Norden und rechts hinauf zur Berghöhe, wo die Markierung von Rotheau herüberkommt. Wie im Bild – teilweise abgeweht, dazwischen wieder tiefe Schneewächten (oder Schneewechten, wenn das Wort von “wehen” kommen soll…).

Eigentlich ein recht trüber Tag, aber mit Schnee und Wind ein bisschen abenteuerlich und erfrischend! Auf der Berghöhe gegen Westen über den Meiselberg hinweg stapfend, waren wir vorerst noch vom Waldrand vor dem hier heroben herrschenden Sturm einigermaßen geschützt.

Ein Dirndlstrauch, die schon dicken Knospen halten den Frost leicht aus, und wenn Zweige eingewässert werden, blühen sie fast sofort auf!

Doch über den Westrücken bergab, entfaltete der Sturm seine volle Stärke, und an der Leeseite der Strauchzeilen war kein Weiterkommen mehr…

Also wendeten wir uns durch den Rain an die andere Seite, wo der Schnee ziemlich weggeblasen war.

Weiter unten trotzt ein verwitterter Baum seiner ausgesetzten Lage, aber hat schon ein Loch und gespaltene Zweige, die ihn fast wie einen Krampus aussehen lassen – früher hätte man sich hier eine “Teufelsgeschichte” ausdenken können, wie sie in den Bauerngegenden als Sagen weiterleben (von freundlicherer Art allerdings über die “Ewigen Tränen” rund um Eschenau, Bericht von der Bärntaler Lacke im Blog > Suche: Bärntaler Lacke).

Mit den vom Sturmwind herangefetzten Eiskörnern und Schneeflocken voll im Gesicht, hielten wir uns bald danach über die Wiesen (mit Seitenwind) hinab zum Güterweg, der vom Wieshof am Plambacheck zur Meiselhöhe führt. Auch ganz schön verweht, aber immerhin nun den Wind im Rücken…

Unglaublich bei dem Wetter, aber nach der milden Wetterperiode nicht verwunderlich – die “Haselwürstel” beginnen schon zu stauben! Und dann bei der Meiselhöhe fast wie eine “Fatamorgana” – eine ganze Reihe von Autos, alle mit Kremser Kennzeichen, und die Wandererkollone sah man gerade zum Kaiserkogel hinaufmarschieren…

Wenn man so fest ausgeblasen wird, genügt schon eine kleinere Wanderung, um mit der frischen Luft zufrieden zu sein – der Rest des Sonntags verlief dann umso angenehmer! Und heute ist der Schnee noch nicht weggeschmolzen, und weitere Schneefälle sind angekündigt – vielleicht kriegen wir jetzt einen g´scheiten Winter? In den USA sind Blizzards angekündigt, und mein Vater meinte immer, dass wir dieses Wetter von Amerika auch herüberkriegen. Damals habe ich ihm selbstverständlich nicht geglaubt, aber wenn man die Wetterkarten anschaut und wie sich die Strömungen bewegen, dürfte er (hoffentlich) nicht unrecht gehabt haben…

Fortsetzung des “Urlaubstagebuchs” – 8. Oktober 2014 – auf der Insel Gozo.

Fähre zur Insel Gozo

An diesem Tag stand eine Fahrt zur Insel Gozo auf dem Programm, weil unser Sohn Hannes sich freinehmen konnte und sich als Reiseführer und Taxi (mit seinem schweren BMW) anbot. Rückblickend gesagt, was sich zeitmäßig ausging, hat er uns gezeigt und erklärt. Die Zufahrt zur Fähre in Cirkewwa ging aber so “maltesisch” flott, dass ich schon “kurvenmarod” dort ankam. Gerade nicht mehr auf das Fährschiff hinauf zu können, war vielleicht gar nicht schlecht in meinem Zustand… Auch muss ich etwas “langsam geschaut” haben, denn als ich endlich den Auslöser drückte, war das riesige Schiff unter der riesigen Klippe auch schon verschwunden…

So jedenfalls zeigen sich die verwegensten Klippen vielfach, wohin man auf Malta und Gozo auch kommt, besonders aber an den südlichen Küsten. Die gigantische Felstafel, aus der die Inseln bestehen, neigt sich im Großen nach Norden, und die “Brösel” als Reste der einstigen Landmasse ragen verstreut aus dem Meer. Der größere Brocken ist die im Kanal zwischen beiden liegende Insel Comino.

Comino

Daran steuern wir gerade vorbei, einzelne Ausflugsschiffe und Fischerboote verschwinden in der “Blauen Lagune” – strahlendes Blau rings um und über uns, ein unvergesslicher Eindruck! Die frische Brise auf dem Oberdeck beruhigt wieder mein Befinden, und Anni meint zu Hannes:”Schau, er fotografiert schon wieder, also….” – allgemeine Beruhigung und zugleich Spannung, denn schon nähern wir uns dem Ziel.

Vor uns liegt  Mgarr (“imdschar”), allerdings nicht im Bild mit der Gegenfähre, denn oberhalb des Hafens befindet sich eine neugotische hohe Kirche, daneben die Mauern einer Festung (1820 erbaut, unbeliebte Garnison, später sogar Nervenheilanstalt, nun Touristendestination…). Die hier abgebildete Kirche liegt schon weiter “inseleinwärts”, hat aber das typische Aussehen der mit starker Untertreibung so bezeichneten “Dorfkirchen” auf Gozo (und Malta). Diese hier kann nur Xewkija (“schoukija”) sein – immerhin die drittgrößte Kuppel Europas, nicht so breit wie jene in Mosta, doch dafür viel höher (lese ich gerade “rückwirkend” im Du Mont). Charakterzug der Malteser und noch mehr der Ghawdxi (“audschi” – Bewohner Gozos) -  die aus Stahlbeton gegossene Kirche und Kuppel ab 1951 innerhalb von 20 Jahren in Eigenarbeit und durch Spenden der “Dörfler” errichtet!

Ein ganz ungewohntes Bild – ein Hochtal mit Kulturterrassen geht in einen dicht mit Röhricht verwachsenen Talboden über, aus dem das Wasser durch Sand und Kies hindurch ins Meer síckert… Hier sind wir schon in Ramla Bay, dem angeblich schönsten Sandstrand der Insel Gozo.

Die Zufahrt vom Fährhafen Mgarr ging schnurgerade hinauf nach Nadur,  wo wir auf die Abzweigung in den interessanten östlichen Zipfel der Insel leider verzichteten, und über die Anhöhen zur Nordküste. Dort öffnet sich die Ramla Bay wie eine goldene Mondsichel zwischen den begrenzenden felsigen Anhöhen. Wir können uns kaum der Angebote an Liegen und Strandmaterial erwehren, wollen aber nur kurz bleiben. Obwohl man es hier leicht einen ganzen Tag aushalten würde – warmes Wasser, feiner Sand, milde Sonne, und das Anfang Oktober!

Sanddünen, altes Gemäuer aus der Zeit, als man sich noch gegen die Seeräuber wehren musste, oben am Berghang eine Felsnische – die sogenannte “Grotte der Kalypso”, in der die göttliche Nymphe  den gestrandeten Odysseus sieben Jahre lang als ihren Gespielen festgehalten haben soll. Wir bewundern eine seltene Blüte, die Dünen-Trichternarzisse (Pancratium maritimum), einen seltenen Herbstblüher, dann verabschieden wir uns schon wieder von der zauberhaften Ramla Bay.

Dann geht es über Bergstraßen hinauf nach Xaghra (“schara”) zu den gigantischen Megalithkomplexen der Ggantija Temples am Rand des Dorfes. Quer durch das stille (aber stadtähnlich dicht verbaute) Dörfchen weisen uns Tafeln zu dieser ältesten neolithischen Stätte des maltesischen Archipels. Es  eines der schönsten Denkmäler aus dem 4. vorchristlichen Jahrtausend, auch weil die Monumente nicht überdacht worden sind. Die touristische Erschließung ist sonst auch hier vorbildlich – ein Eingangsbereich  mit Erläuterungen und Ausstellungsstücken, die man sonst nur im Archäologischen Museum in Valletta zu sehen bekommt.

Eigenartig geformte Statuetten von Gottheiten, die rechte ohne Kopf, und die "Sleeping Lady" aus dem Hypogeum.

Schon dröhnt es wieder im Kopf, also hinaus ins Freie – dort herrscht afrikanische Hitze, kurz vor der Mittagszeit, gerade noch durch ein Lüftchen gemildert. Aber die Landschaft ist von großartiger Weite, und mitten darin erheben sich die zyklopischen Steinmauern der urzeitlichen Tempel.

Wie durch ein Zeitfenster blickt man durch ein sicher mystisch bedeutsames Loch in der Steinwand in die Urgeschichte, und neben den Steinmauern öffnet sich der Blick in die Gegenwart.

Im Inneren einer mehrere Meter hohen Steinummauerung befinden sich die Reste einiger Altarräume, die man auf dem bezeichneten Weg durchschreitet, und dann steht man wieder draußen in der afrikanisch wirkenden Landschaft. Palmen im Vordergrund, auf den Tafelbergen am nahen Horizont die Umrisse von barocken Kirchen.

AB Baumwollpflanze im Herbstkleid

Nun geht die Fahrt wieder quer durch Xaghra und über die Hügelzüge nordwärts, wo die verspätete Mittagsrast auf uns wartet. Vorher aber noch Eindrücke der Landschaft mit ihren Trockentälern und Tafelbergen, von der Sommersonne verbrannt und schon auf die herbstliche Regenzeit wartend…

In der Ferne die Zitadelle der Inselhauptstadt Rabat, früher nach Besuch der britischen Königin Victoria benannt

Dann senkt sich das Gelände dem Meer zu, und wie eine Fatamorgana taucht nach all dem ausgedörrten Gestein wieder das Meer auf – die Bucht von Marsalforn.

Wenn ich heute rings um Haus ganz schön viel Schnee liegen sehe und weiß, dass drinnen in Annaberg etwa noch viel mehr ist, möchte ich nicht weit im Süden sein. Wenn aber mit den angekündigten Stürmen und der mittelatlantischen Warmluft der Winter wieder verschwunden sein wird, wünschte ich mir vielleicht doch wieder einen solch schönen Tag in Malta, wie wir ihn am 7. Oktober erleben konnten…

AB Im Hafen von Marsaxlokk

Die Hop On * Hop Off Touren mit den Sightseeingbussen sind eigentlich eine Supereinrichtung. Da kann man alle Sehenswürdigkeit anfahren, beliebig aussteigen und sich aufhalten, dann wieder weiterfahren zum nächsten Halt. Nur darf man nicht übersehen, dass die Zeitspanne der Busrunden von 9.30 bis 17.00 Uhr dauert, und allein für die reinen Fahrzeiten werden 2 1/4 Stunden verbraucht, wenn alles gut geht… An unserer “gemischten” Erfahrung sind wir wohl selbst schuld, denn wir starteten erst mit zwei Stunden Verspätung am Valletta Waterfront Terminus, den wir allerdings nach überraschend kurzem Suchen finden konnten. Obwohl wir im weiteren Verlauf zwei Stationen ausließen, blieb uns zum Schluss bis zum letzten Bus zu wenig Zeit – ausgerechnet für den Mnajdra Temples…

Zu den eindrucksvollsten historischen Eindrücken auf Malta gehören die Megalithbauten, hier Hagar Qim Temples.

Nachdem wir schon ein paar Tage unterwegs gewesen waren und noch immer keine der berühmten steinzeitlichen Kultbauten gesehen hatten, war es jetzt höchste Zeit dafür. Was uns zur Südroute der Citysightseeingtour verlockte, war auch gleich der erste Stop – Tarxien (“Tarschien”).

Eintritt in die Ausgrabung des Tarxien Temples

Nach etwa 15 Minuten rasanter Fahrt landeten wir mitten in einem Stadtgebiet, und erst mühsam mussten wir nach spärlichen und unauffälligen Wegweisern diese berühmte archäologische Stätte suchen. Zunächst kamen wir zum Hypogeum, der am eigenartigsten und tief in den Untergrund reichenden Anlage. Sie ist das unterirdische Abbild der Megalithtempel Maltas, wurde inmitten von einem überbauten Gebiet 1902 beim Bau einer Zisterne entdeckt und wird als Grabhöhle oder Kultstätte eingeschätzt. Aber um durch zu intensiven Besuch keine Schäden anzurichten, ist der Zugang nur mit Führung möglich, und dafür muss man sich schon Monate vorher anmelden (bei einer organisierten Tour würde es wahrscheinlich nicht so lang dauern, und auch deshalb sollte man am besten ein solches Unternehmen – auch rechtzeitig – buchen). Immerhin dürften wir das Schicksal,  davor zu stehen und nicht hinein zu dürfen, mit vielen anderen Besuchern teilen, denn der Portier hatte schon einen Handzettel mit Wegweiser zum nächsten Schauplatz bereit…

AB Details der Tarxien Temples, besonders wertvoll sind die Reliefs und der kunstvoll behauene Riesenblock mit den kleinen Füßchen.

Diese bedeutendsten Funde aus der megalithischen Zeit Maltas von 3000 bis 2500 v. Chr. sind vorbildlich zur Besichtigung zugänglich gemacht, Stege führen quer durch die Steinbauten und ganz nahe an die wichtigsten Details heran. Bizarr ist der Hintergrund dieser steinzeitlichen Bauten, nämlich die Häuserfronten des umliegenden Stadtteils Paola. Inzwischen aber war es bereits Mittag vorbei, pralle Sonne und Wartezeit bis zum nächsten Bus fast eine Stunde… Unsere Stimmung sank trotz Cola und Sandwich immer tiefer, und unsere Beine fühlten sich bald so an, wie die “Füßchen” des Tempelbaues unter dessen Gewicht gestöhnt haben könnten.

AB Rest einer Tempelfigur mit "Füßchen"

Endlich kam der Bus, wir hinauf aufs Oberdeck, und weiter ging die Fahrt in weitem Bogen durch dicht verbautes Gebiet zurück zur Bucht bei Valletta, wo die Landzunge von Vittoriosa mit ihren eindrucksvollen Kirchen und Festungsbauten sicher überaus sehenswert wäre. Wir “schwänzten” diesen Stop aber, um etwas Zeit zu gewinnen, blieben auf dem Bus sitzen und stiegen erst beim nächsten Halt in der “Fishing Village” Marsaxlokk (“marsa-schlock”) aus.

Von der Busstation neben der Kathedrale zieht die Mole in weitem Bogen um den Hafen herum, wahrlich malerisch! Alle paar Schritte wird man zum Fischessen eingeladen oder besser aufgefordert, und schon höchst labungsbedürftig lassen wir uns auch unter den sogar Anfang Oktober noch angenehmen Sonnenschirmen nieder.

AB Ausblick während der Mittagsrast und "Standeln"

Marsaxlokk ist ein ausgeprägter Fischereihafen, voll mit den typisch bunten Booten, und das  anscheinend nicht nur als Staffage für den Fremdenverkehr, denn selbst die primitivsten Schifferl sind hier wie selbstverständlich in Gebrauch. Die Anlage vor dem Hafen mit ihren Schloten stört kaum den Eindruck, man muss halt nur beim Fotografieren etwas aufpassen, nicht diesen unpassenden Hintergrund mit ins Bild zu bringen…

AB Das "Horusauge" soll die Boote schützen, und hier werden die Netze nach der nächtlichen Ausfahrt wieder hergerichtet

Gerade noch rechtzeitig für einen längeren Spaziergang durch den Hafen erheben wir uns aus dem Schatten, und zu sehen gibt es hier noch Stimmungsvolles genug.

Alle möglichen und unmöglich erscheinenden Wasserfahrzeuge sind hier zu sehen - AB sogar einem Waschtrog ähnlich! Und noch einmal ein Hafenblick von Marsaxlokk

Pünktlich geht die Fahrt dann quer über den Südostteil der Insel weiter, am Flughafen vorbei und Richtung Südküste.

Typische Landschaft mit noch sommertrockenen Kulturen, und hier geht es schon die Steilküste hinab

Durch ein typisches Trockental führt die Straße bergab auf die Küste zu, die Steinmassen wachsen beiderseits immer höher, dann öffnet sich der Felsspalt und der Blick geht hinaus aufs Meer.

Unterhalb öffnet sich die berühmte "Blaue Grotte"

Die Kalkformationen sind wirklich gewaltig, besonders natürlich hier an der südlichen Steilküste. Die Bootsfahrt in die Blue Grotto wird vormittags empfohlen, weil die Höhlung mit ihrem blau schimmernden Wasser von der Sonne ausgeleuchtet wird. Am Nachmittag sind wir leider schon zu spät dran, und außerdem läuft uns die Zeit förmlich davon – nächstes Ziel sind die beiden Tempelanlagen Hagar Qim und Mnajdra.

Eine gigantische Überdachung soll die 5000 Jahre alten Steinmonumente vor weiterer Verwitterung schützen.

Die mehrere Meter messenden tonnenschweren Steinquadern aufzustellen und übereinander zu schlichten, diese Leistung nur mit den Hilfsmitteln der Steinzeit scheint unglaublich!

Der gelblich-ockerfarbene Kalksandstein gilt als der “Schatz Maltas” und als seine einzige Rohstoffquelle. Leicht zu bearbeiten, ist er das ideale, bis heute bevorzugte Baumaterial, und seine Eigenschaften übertreffen den modernen Beton sicher weitaus. Die hohen Sommertemperaturen konnten so Jahrtausende lang überstanden werden, während beim gegenwärtigen Bausystem Klimaanlagen vorausgesetzt werden – wahre Stromfresser, und das nicht über den “Erdölseen” in der Tiefe wie am Persischen Golf… Übrigens ist Wasser auf Malta sicher kostbarer als Erdöl, denn die Insel gilt als die Weltgegend mit den geringsten Wasservorkommen!

Blick aus dem Steinmonument Hagar Qim auf die Felsinsel Fiflia, die wir auch schon von den Dingli Cliffs aus gesichtet haben.

In älteren Reiseführern (vor 2000) wurde schon angedeutet, dass so berühmte archäologische Stätten (wie etwa das Hypogeum) für Besucher gesperrt werden müssten, um langfristige Umweltschäden zu vermeiden. Hier im freien Gelände könnte es wohl auch der weltweit “saurer” gewordene Regen sein, der die Steine schneller verwittern lässt als in den vorindustriellen Epochen. Seit dem Beitritt Maltas zur EU haben sich die Finanzierungsverhältnisse so verbessert, dass große Schutzprojekte verwirklicht werden konnten. So sind die beiden Tempel Hagar Qim (“hadschar-`im”) und Mnajdra (“imnajdra”) seit 2009 unter riesigen Zeltdächern verschwunden. Den ursprünglich viel gewaltigeren Eindruck muss man sich also nach Abbildungen ausmalen (im zweiten Bild dieses Berichtes ist ein Rest von Hagar Qim frei stehend zu sehen).

Das Panorama zeigt das Gelände zwischen Hagar Qim mit dem befestigten Zugang zum ziemlich entfernten Mnajdra-Tempel, der ebenfalls überdacht ist. Hier müssen wir leider “passen”, die Zeiger der Uhr rücken schon auf 16.00 vor, und um 16.15 fährt der letzte Bus zurück nach Valetta. So machen wir nur einen kurzen Rundgang und nehmen uns vor, wie zur Blauen Grotte sicher (und nicht “einmal” irgendwann) wieder zu kommen.

Absolute Trockenheit beherrscht die Steinflächen mit ihrem spärlichen, jetzt im Herbst völlig vertrockneten, von der Sonne verbrannten Bewuchs.

Im Gegensatz dazu der Blick über nichts als Wasser rings um den “wie ein Planet im Weltall” im Mittelmeer ausgesetzten Inselfelsen von Malta. Hier wirkt die Einöde fast beklemmend, und wie sehr müssen einst die hochragenden Megalithbauten die Menschen beeindruckt haben!

Eine zwar nur halbstündige Autobusfahrt zurück zum Phoenicia Hotel in Valletta bildet den Abschluss dieses Tages. Trotz heftigem Wind, der zum Glück wüstenhaft warm ist, sitzen wir auf dem Oberdeck und lassen die Landschaft und zuletzt die Stadtgebiete an uns vorbei ziehen. Ein interessanter Tag, aber wahrlich anstrengend, noch dazu weil uns als Abschluss noch die Busfahrt von Valletta über Sliema nach Paceville zu unserem Domizil bevorsteht… Aber am nächsten Tag soll es trotzdem auf die Insel Gozo gehen, denn unser Sohn Hannes hat sich dafür frei genommen, also “alle Viere” von sich strecken und “Gute Nacht!” Als Schlummertrunk dient wie täglich der MARSAMENA, ein köstlicher Rotwein von Gozo, dessen Herkunft wir bald kennenlernen sollen…

Wie oft wir schon auf dem Hochstadelberg (so heißt dieser Gipfel eigentlich, Bergname kommt von der einem Stadeldach ähnlichen Form)?! Es war der erste hohe Berg, als ich auf Nachkriegserholung einen Sommer lang bei der “Koller Pepperl” gewesen bin. Ob der Schneeberg mit meinen Eltern noch vorher war, weiß ich gar nicht, denn auf dem uralten Bild gibt es keinen Hinweis…

Vermutlich 1948 mit meinem Vater Peregrin auf der Fadenwiese nach Abstieg vom Schneeberg.

Jedenfalls hatte ich zünftige “Scheankenschuhe”, richtig mit den speziellen Nägeln beschlagen! Aber zurück zum Stadelberg (wie ich ihn einfach nenne). Einmal war der Ötscherblick vom Gipfel samt mir und damals modischer Bergkleidung sogar das Cover vom letzten der klassischen Ötscherführer (1998).

Aber jetzt zu unserer aktuellen Tour am Freitag, 2. Jänner 2015. Nach der Eiseskälte zum Jahreswechsel und beim angekündigten Zwischenhoch vor dem nächsten Tauwetter wollten wir unbedingt noch höher hinauf. Für uns keine Quahl der Wahl, wenn es nachmittags nicht mehr so schön soll wie an diesem zweiten Jännermorgen, und wir außerdem nicht zu weit fahren wollen, gibt es nur den Stadelberg. Um 10 Uhr starten wir schon am neuen Parkplatz beim “Ötscherblick” vor der Wastl-Passhöhe. Zur Sicherheit haben wir die Schneeschuhe mitgenommen – der Schnee wäre zu Fuß auch etwas tief, aber vorerst leitet uns entlang der blauen Markierung (von Gösing bis zur Anna-Alm und nach Annaberg) bequem in den Wald hinauf. Als wir jedoch von der Forststraße in den steilen Schlag abzweigen (die bisher immer begangene Route), müssen wir schon die Schneeschuhe anlegen. Das dauert länger als gedacht, denn schon längste Zeit haben wir sie nicht benützt, voriges Jahr war ohnehin zu wenig Schnee, und sonst waren wir am Stadelberg überhaupt lieber mit Backcountry-Ski unterwegs. Das aber nur auf der Forststraße, und spannender ist der direkte Aufstieg allzumal…

Nach dem ersten Steilaufstieg queren wir die Forststraße (Bild AB wie auch das nächste) und bleiben anschließend am Nordwestkamm

Früher sind wir (bevor die Forststraße gebaut wurde) immer auch über den unteren Nordwestkamm angestiegen, eine recht steile und steinige und verwachsene Angelegenheit. Nun benützen wir nur den oberen Teil dieser ausgeprägten Bergkante (günstig an der Grundbesitzgrenze verlaufend, wenn es irgendwelche Schwierigkeiten geben sollte…). Dort führt ein schwacher Steig die schmalen Lichtungen entlang, und am besten hält man sich auf diesen Wegspuren. Heute kommen wir etwas links in den Wald ab, wo einige Schispuren verlaufen, und außerdem pfeift an der Bergkante der Nordwestwind ganz stark und eisig – ein Gruß vom Ötscher? Also nach Tauwetter schaut es noch nicht aus.

AB In den dunklen "Eiskanal" schimmert immer mehr die Sonne herein, und mit den Eiskristallen an den Zweigen ergibt das ganz bizarre Bilder (AB).

AB Wie Christbaumkugeln... und Kristallasterl...

Die letzten Schritte hinaus zum Gipfel sind immer die schönsten am Stadelberg – vom Wald heraus auf die freie Fläche zum Gipfelkreuz, während sich rechts der Tiefblick auf Gösing und Erlaufboden öffnet, darüber mit weit über tausend Meter Höhenunterschied das “Felsenhaupt” des Ötschers.

Diesmal gehe ich voraus und Anni kommt dadurch zu den Gipfelstürmerbildern!

AB Mühsame Anstiegsfigur, als ob wir schon einen viel höheren Berg "bezwungen" hätten - und so sieht sich der Gipfelstürmer selbst am liebsten...

Für einen so schnell erreichten Gipfel ist die Aussicht einfach fantastisch und eigentlich von der Leistung her noch gar nicht verdient! Aber zum noch tolleren Panorama auf der Gemeindealpe muss man anderseits nur ein paar Schritte vom Sessellift zum Gipfelkreuz machen… Übrigens der Gipfel mit der malerischesten Aussicht, vor allem bis zu den Gesäusebergen und natürlich zum Ötscher ist die Bichleralpe! Vom Stadelberg überblickt man auch die niedrigere Region zwischen Annaberg und Gösing und dazu kommt noch der Hochalpenhorizont vom markanten Schneeberg bis über den Hochschwab hinaus. Ganz rechts meinte ich immer, einen Felszacken als den Traunstein zu erkenne, aber ein anderer Bergsteiger belehrte mich einmal, dass ich damit recht falsch liege. Diesmal konnte ich bei der klaren winterlich-föhnigen Sicht diesen Gipfel ganz deutlich erkennen, aber was es wirklich ist…?

Wie sich ein nur wenig geänderter Bildwinkel auswirkt, zeigt dieses Bild von mir und die folgenden von Anni:

AB Das "Felsenhaupt des Mostviertler Altvaters" - und Details mit dem Tele (BB)

 

Also, da fühle ich mich auf dem gemütlichen Stadelberg schon wohler als auf den Zacken des Rauhen Kamms (vor der im Schatten aufragenden Ötscher-Nordwand), auch wenn der eisige “Zuckerguss” fehlt! Wir kommen dann am Kamm entlang zum Sattel vor dem Ostgipfel (dort wäre der zweite Gipfelplatz, ganz besonders idyllisch), wegen dem eisigen Wind haben wir uns in kein Gipfelbuch eingeschrieben.

Vom Sattel durch die idyllische Mulde (mit einer jetzt tief verschneiten Lacke) zur Forststraße am Nordhang des Stadelbergs

Auf der ausreichend verschneiten Forststraße, noch dazu eher Pulverschnee als Bruchharsch oder Pappschnee, wären wir als Schifahrer schneller und müheloser wieder hinab zum Parkplatz gelangt. Ich halte mit den Schneeschuhen bis zum Auto durch, aber Anni ist bei Erreichen der festen Spur auch ohne diese gut zurecht gekommen. Noch ein letzter “Durchblick” zum Ötscher, und schon wieder ist die erste Tour des neuen Jahres nur mehr Erinnerung…

AB Ausblick zum Ötscher, in den Wäldern um den "Wastl" nicht zu häufig, aber umso markanter (besonders von den Böden, wo es jetzt keine Markierung mehr gibt); und mein "optisches" Sonnenbild; lang sind wir nicht unterwegs gewesen (2 1/4 Stunden insgesamt, ohnehin eine recht üppige Gehzeit), aber wir waren zufrieden und hoffen bald auf mehr...

St. Veit an der Gölsen mit dem Staff am Altjahrstag 2014

Eine Bergtour ist für uns allemal verlockender als etwa eine Silvestervorstellung im Landestheater St. Pölten (schon mehrfach mit wechselndem Vergnügen ausprobiert…). Also hinaus in die Natur, noch dazu wo seit dem Stephanitag alles so schön verschneit  und jetzt  vom strengen Frost noch zusätzlich zu stimmungsvollen Winterbildern eingefroren ist!

Je weniger Wasser, desto bizarrer sind die Eisbildungen, hier am Kerschenbach

 Die Möglichkeit, den Winter “vor der Haustür” zu erleben, wollen wir ausnützen, ohne Autofahrt und auf einem lohnenden Spaziergang an der St. Veiter Sonnenseite – dem “Marterlweg”.

Die Berger-Kapelle in Kropfsdorf

Nach einer mühelosen Schneestapferei über im Grund noch weiche Wiesen und auf einem Waldweg kommen wir über Kropfsdorf in den Kerschenbach, davon abzweigend in den Rottenbach, alle seinerzeit von der Dorferneuerung unter KR Sepp Kraushofer mit Weg-Nr. 08 bezeichnet.

Taxelbauer-Kapelle

Am malerischen Sattel zwischen Rottenbach und Moosergraben steht diese gepflegte, von riesigen Linden geschützte Kapelle. Der folgende Ausblick zeigt die typische Landschaft des Wiesenwienerwaldes mit den Höfen Mooser, Weißen und Weißgruber, der Gipfel im Hintergrund ist die Steinwandleiten (südwestlichster Eckpunkt des Wienerwaldes, bekannter als Wanderziel  ”Stockerhütte” ).

Auf dem nächsten kleinen Bergkamm steht wieder eine Kapelle, ebenfalls gepflegt und mit Kripperl und brennender Kerze versehen. Hier führt der alte Kirchenweg von St. Veit zum Sonnhof vorbei, den derzeit ein frisch zugesiedelter Anrainer aus “Jagdgründen” zu sperren versucht (trotz Meldung bei der Gemeinde ist bisher nichts geschehen… da sollte jemand einen Neujahrsvorsatz haben….).

Bei jeder Kapelle steht auch ein Bankerl – jede ist daher auch ein “Besinnungsplatz” zum Ausruhen, Meditieren oder einfach zum Genießen der Landschaft. Sogar bei der schlichteren nächsten Kapelle könnte man sich zur Rast niederlassen.

Weingartner-Kapelle, immerhin ist das hölzerne Türl frisch und froschgrün gestrichen!

Eine ruinöse Kapelle gibt es weder am Marterlweg noch kaum anderswo in St. Veit (ausgenommen die von Frau Julie Hofegger in ihrem bewundernswerten “St. Veiter Marterlbuch” festgehaltene beim Kendler, vulgo Wieshof; ein bedauerlicher Sonderfall, der sich aber leicht beheben ließe…).

Zum Abschluss kommen wir noch nahe dem Wegkreuz vorbei, das Anni öfters mit einem Schutzengelbild und Gestecken beschmückt hat:

Mit diesem Bericht von unserem kleinen Silvester-Spaziergang wünschen wir allen Freunden ein gutes neues Jahr 2015, vor allem Gesundheit und damit auch Gelegenheit für viele Touren bis zum nächsten Altjahrstag!

Spezielle Grüße an Eli, ZWalk Dorli & Jonny, Peter, Norbert “Dschungl”, Karl und alle, die ich jetzt zwar übersehen habe, mit denen ich mich aber weiterhin verbunden fühle, ob Blogger, Kommentierer oder auch nur Leser – danke für Euer Interesse, und ich habe hoffentlich noch viel Interessantes für Euch entweder “auf Lager” (immer noch Malta, bis zum nächsten Urlaub dort…) oder frisch Erlebtes!

Danke für das doch recht gut abgelaufene Jahr 2014 und ein herzliches PROSIT 2015!

Trotz angesagtem Schneesturm, Verwehungen und Straßenglätte wagten wir uns am Montag, 29. Dezember, an die Fahrt “über die Berge” zu meinem Freund Werner (Tippelt) nach Gaming. Eigentlich hätte es ja über Mittag aufklaren sollen, aber schon bei der Fahrt über den Annaberg und Josefsberg begann es wie wild zu schneien. In unserem Zeitplan ging sich gerade noch eine Einkehr im Mariazell aus – diesmal an der Ecke gegenüber der Basilika bei einem von Pirker´s jetzt schon mehreren Lokalen.

Eine kurze Sonnenpause hätten wir uns erwartet

aber so sah es im Mariazellerland aus!

Noch immer hängt der riesige Adventkranz am Mariazeller Hauptplatz.

In der Basilika ist ganz still, besonders beim Kripperl...

Die Weihnachtslichter sind erloschen, und jetzt blühen bald andere Lichter am Himmel auf - trotz weniger Gästen wird wohl Silvester stark gefeiert werden in Mariazell!

Termin für die “Arbeitssitzung” mit Werner, damit der Naturparkführer Ötscher-Tormäuer für die Landesausstellung 2015 endlich fertig gestellt werden kann, ist um halb zwei Uhr. Gerade rechtzeitig  – eine Stunde vorher, hat genau gepasst – machen wir uns an die Weiterfahrt nach Gaming.

Wilde Wellen und Schneetreiben am Erlaufsee

AB Dort steigen die Taucher am liebsten ins Wasser, und Neuhaus taucht schemenhaft aus den Nebel- und Schneeschleiern auf.

Der (auf der alten Straße) so gefürchtete Zellerrain bietet nun keine Schwierigkeit mehr. Wir schalten aber trotz Allrad von der Automatik auf Manuell um, denn sonst schiebt das Auto auf der rutschigen Fahrbahn zu sehr an! Bei der Abzweigung der Lackenhofer Straße verschwinden wir fast in einer Schneewand, und bergab über die Kurven am Grubberg muss man auch recht aufpassen.


Auch die Heimfahrt über St. Anton – Pielachtal – Geiseben funktioniert bei einbrechender Dunkelheit ganz gut, dauert aber natürlich viel länger als sonst. Und heute scheint die Sonne – vielleicht sogar auch morgen bei der geplanten Silvesterwanderung…

an alle Freunde und Blogleser und Wanderbegeisterten! Bald kommt der Schnee, und die Eisbären stehen mit dem Nordwind schon bereit – also auch gute Wünsche für die nächsten Touren! Mit den Temperaturen wie in Malta (im Bild Blick von den Dingli Cliffs Richtung Lybischen Meer) ist es jetzt bei uns vorbei! Herzliche Grüße und Wünsche!  Euer BB samt AnniWandertipp

"Christrose" 2014

In jedem Reiseführer oder Tourismusprogramm für Malta fehlt Mdina auf keinen Fall. Die Stadt ist ein Relikt aus längst vergangenen Epochen, von Römern und Arabern, Normannen und spanischen Herrschern. Als die Ordensritter 1530 nach Malta kamen, verlor “Medina” (das bedeutet im Arabischen “die Stadt, von Mauern umgeben”) zugunsten Vallettas ihre Bedeutung.

Das Stadttor von Mdina (1724) und AB die gewaltigen Bastionen der von den Arabern als Festung ausgebauten Stadt.

Mdina ist ein historisches Ausflugsziel, wie es interessanter nicht sein könnte. Aber – man darf nicht unseren Fehler machen, vormittags auf den Klippen herumzuwandern (siehe Bericht über die Dingli Cliffs) und zu glauben, Mdina “geht sich am Nachmittag auch noch aus”… Bei der langen Busanfahrt von St. Julien her, war die Überlegung allerdings naheliegend, gleich beide Ziele zu verbinden.

So landeten wir am frühen Nachmittag zwischen der moderneren Stadt Rabat und der Festungsstadt Mdina auf dem in einer  Parkanlage gelegenen Bus-Terminal. Den ebenfalls als Grünanlage gestalteten Festungsgraben entlang und beim kleineren Stadttor (“Griechentor”) vorbei gelangten wir an die Westseite der Stadtmauer und durch einen Nebeneingang förmlich hinein ins Mittelalter…

Die schmalen Gassen sind winkelig angelegt, um die Verteidigung zu erleichtern, wenn überhaupt jemals Feinde so weit vordringen konnten – die Biegungen sollten angreifenden Bogenschützen nur ein beschränktes Schussfeld erlauben! Beiderseits bedrückende Mauern mit hoch oben liegenden Fenstern und wenigen, natürlich massiven Türen. Wo wir in Richtung der nördlichen Bastionen gingen, begegneten wir nur wenigen Menschen (die saßen wahrscheinlich gerade in den Tavernen…), außer einer fast geheimnisvoll wirkenden einheimischen Dame – wie aus dem Geschichtsbuch entstiegen…

Endlich standen wir, nach malerischen Plätzen und Gassen, auf der Stadtmauer und vor dem im Reiseführer empfohlenen, wirklich fast einmaligen Lokal “Fontanella Tea Garden”. Gerade dass wir noch einen freien Tisch auf der geöffneten Terrasse erwischten – war auch höchste Zeit, denn nicht allmählich, sondern immer beunruhigender fühlten wir uns schon ganz schlapp! Beim Bestellen fragte uns die freundliche Kellnerin “woher?” (eine auf Malta anscheinend beliebte Anrede von Gästen) und war ganz entzückt, dass wir aus Österreich oder von (nahe! immer dazusagen) Wien kommen – dabei wirkten wir in unserer Aufmachung auch nicht anders als etwa die zahlreichen britischen Touristen… Die Riesenpizzas schafften uns fast wie ein Geländemarsch (war vielleicht doch nicht die beste Wahl), und auf die berühmten Kuchen mussten wir aus “Platzgründen” leider verzichten…

Ausblick von der Fontanella-Terrasse auf die Türme der Kathedrale, und der einzigartige Blick von der Festungsmauer

 

Anschließend reichte unsere Energie nur mehr für einen eher flüchtigen Gang durch die mehr als historische Stadt, aber immerhin konnten wir einige nachhaltige Eindrücke gewinnen und freuen uns schon auf einen nächsten Besuch! Auf den Verkehr muss man in Mdina nicht achten – höchstens wenn gerade eine der vielen und von ihren Lenkern lautstark angepriesenen Pferdekutschen vorbeiklappert. Denn Mdina ist “autofrei”, was den altertümlichen Eindruck noch überaus verstärkt.

Die Fassaden, in allen Orten Maltas durch ihre “Balkon” auffallend, wirken hier noch “arabischer” bzw. werden die Verzierungen als typisch “normannisch” angegeben (die arabische Epoche dauerte von 870 bis 1090, danach herrschten ein Jahrhundert lang die Normannen).

Neben Palästen prägen selbstverständlich die Sakralbauten das Stadtbild, wir schauten uns zwar recht ausgiebig um, aber eine intensivere Besichtigung (wie auch der benachbarten Stadt Rabat) mussten wir uns für ein anderesmal aufheben. Hier noch einige Eindrücke im Bild:

AB Ein Palast im normannischen Stil und die barocke Karmelkirche

Die Kathedrale St. Peter und St. Paul und AB ein Blick über die "Pjazza San Pawl"

Durch das große Stadttor kamen wir dann (schon mit Blick auf die Uhr wegen der Busabfahrt) zum Bus-Terminal, erlebten aber eine herbe Überraschung – der Bus mit unserer Nummer, mit dem wir angekommen waren, fuhr nicht zur Haltestelle an unserer Wohnanlage! Also mussten wir einen mit dem entsprechenden Ziel nehmen, und der gondelte dann mit uns quer über das Zentrum der Insel (vorbei am Krankenhaus und der Universität) bis nach Valetta, und von dort mussten wir den nochmals umsteigen… Der Tag nahm also, so schön und interessant er auch war, fast kein Ende. Aber im Nachhinein zählen doch nur die Eindrücke, und in der Erinnerung bleibt zum Glück das Beschwerliche nicht so nachhaltig hängen (nur nächstesmal machen wir alles anders…).

Detailbilder von unserem Stadtrundgang durch Mdina.

Diese “Türklopfer” scheinen typisch zu sein!

Zum Abschied noch ein Blick über die Stadtmauer auf die Kuppeln und Türme Mdinas.

Über den “Normalweg” von Josefsberg heißt es im Gipfelbuch: Der Steig wird immer schlechter! Bei unserer Tour am 16. Juli waren wir allerdings überrascht, wie relativ problemlos der Aufstieg nun ist im Vergleich zum Zustand nach den Waldverwüstungen vor einigen Jahren. Sicherlich – zwar markiert, aber im Aufstieg oberhalb der von der Winkleralm-Brache kurz weiterleitenden Forststraße nur Trittspuren, einen regelrechten Steig gibt es nur im noch erhaltenen Hochwald.

Diesmal, am 22. November 2014 (ich berichte nachträglich zu meinem Kurzbericht im facebook), wollte ich die Tour auf die “Bichleralm” von Fadental aus angehen. Denn dort kenne ich die Route über den Gscheidsattel und den Südostkamm zwar vom Winter als auch von sommerlichen Begehungen, aber irgendwie erschien mir der Verlauf im Vergleich mit der Karte nicht ganz optimal (Steilaufstieg über die Gscheidwiese gegen Nordosten bedeutet einen unnötigen “Umweg”, ohne Weg natürlich!). Der stillgelegte Gasthof Labenbacher wie immer ein deprimierender Eindruck, dafür ein schöner Spätherbsttag mit Reif und leichtem Frost in den Hochtälern. Wie der Wegweiser zeigt, wende ich mich Richtung Mitterbach bzw. Friedenstein.

Im Grenzgraben ist es saukalt, dass ich froh über Handschuhe und die Ohrenklappen im Wanderkapperl bin! Sonst nichts Auffälliges – oder doch, immer wieder ein Grenzstein mit alten Buchstaben (Herrschaft Mariazell oder ähnlich,  Bundesforste). Weiter oben wird aus dem schon älteren Forstweg eine ziemlich neue, mit Kehre vom Sattel herab ziehende Forststraße. Die noch immer erhaltene Markierung folgt dort dem ziemlich verwüsteten Graben am alten Zaun entlang, vorher führt rechts schon eine Lichtung zur nordwärts ansteigenden Gscheidwiese (Aufstieg für die Schitour). Kurz danach bin ich auf dem Gscheidsattel, wo rechts im Wald ein Felszacken aufragt – der “Markstein”, eine natürliche Grenzmarke zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Sogar mit einem Felsenfenster! Dieser Grenzverlauf war zwischen den Stiften St. Lambrecht und Lilienfeld im Mittelalter sehr umstritten – durch einen geografischen Trick verlegten die Lambrechter die urkundliche Besitzgrenze von St. Sebastian hierher, und so ist es auch geblieben, durch die Resignation der Lilienfelder Möche seither die Landesgrenze. Interessant und folgenschwer war die Grenzlinie nur in der Besatzungszeit, als die Zonengrenze zwischen Russen und Engländern hier verlief und nicht vor den Toren von Mariazell.

Ausblick ins Rax-Schneealm-Gebiet

Gesäuseblick vom Rastplatz oberhalb der Gscheidwiese

Auf der Gscheidwiese war für meine Tour die entscheidende “Wegscheide”: Rechts (also nordöstlich) führte unsere bisherige Route entsprechend der Schitour  hinauf zur flacheren Berghöhe oberhalb des Reutriegels, dorthin zweigte auch von der Sattelwiese ein Forstweg vorbei an einem Wegkreuz ab. In der ÖK gibt es aber auch einen “Fahrweg”, der in Bögen von der Sattelwiese am Gscheid (dort Markierungstafel zwischen Fadental und Mitterbach, solche werden immer wichtiger!) gegen Norden zum Kamm hinaufzieht. Die nordöstliche, mir schon bekannte Route wollte ich ja vermeiden (oder verbessern), also nahm ich den linken nordseitigen Forstweg und stieg bei dessen naher Verzweigung direkt über die tief eingeprägten Spurrinnen der Rodungsfahrzeuge ziemlich mühsam bergwärts auf. Oberhalb der steilen Waldzone erreichte ich dann den freundlicher wirkenden westlichen Rand der Gscheidwiese und oberhalb einer Hangverflachung einen Rastplatz mit schönem Ausblick (wie auf den vorigen Bildern, der Ötscher schaut nur kurz über die Baumwipfel her).

Nach kurzer Rast mit Fotostop beim Zaundurchgang war mir immer noch nicht klar, wie es weitergehen sollte! Oberhalb quert eine neuere Forststraße von Westen her, aber darüber nur steiler, von einzelnen Felsstufen durchsetzter alter Fichtenwald… Die nächsten Schritte führten aber bereits zur Lösung des Problems. Kurz auf der Forststraße nach rechts – und ach, wie wunderbar – dort zweigt gleich  der in der ÖK eingetragene Fahrweg bergwärts leicht links haltend ab! Diesen entlang stieg ich mit einer Wendung oberhalb der Felszone auf und kam so zur nächsten Hochwiese, wo der Fahrweg flacher nach Osten hinüberschwenkt und die Kammlichtungen auf unserer bisherigen Route erreicht. Nun verließ ich aber den Fahrweg und stieg direkt über die muldenförmig eingesenkte Hochwiese zum Kamm hinauf. Dort führt ein kurzer Walddurchgang zur oberhalb gelegenen Kammmulde – und in den ersten Schnee!

Dieses Gelände erschien mir nun schon vertraut! Auf spärlichen Spuren querte ich durch den flachen, teilweise sumpfigen Kammwald an die Nordseite. Dort ist der Waldrand von Totholz gekennzeichnet, kahle “Steher” ragen zwischen Jungbäumen auf, teilweise gibt es noch gewaltige Baumriesen, und schmale Schneisen weisen weiter am Kamm entlang zu südseitig gelegenen Lichtungen. Es ist dort ziemlich unwegsam, besonders wenn viel Schnee liegt etwas mühsam zu bewältigen und vor allem unübersichtlich. Von einem ausgeprägteren Kamm mit abermals schöner Aussicht musste ich rechts in den Wald zurück. Dort aber traf ich sogar auf  eine Wegspur, die zur nächsten und höchsten Almwiese mit kleiner Jagdhütte und Quelle führte.

Kurzer Ausblick gegen Nordosten und Gesäuseblick, danach die Quelle oder Wasserfassung beim Jagdhütterl

Vom Jagdhütterl führt eine Steigspur durch den dichten Forst weiter – hier begegnete ich sogar einem “Bergläufer” – und erreicht die Dolinensenke am Südostkamm, wo der Abstieg Richtung Sabelstube abzweigt. Nun war es nicht mehr weit über die Lichtungen hinauf zum kleinen Gipfelkreuz!

Die am Kamm kurz westlich bergab erreichte “Gipfelkanzel” ist wahrlich einer der schönsten Blickpunkte auf den Ötscher! Ich möchte, nachdem uns die hochsommerliche Begehung heuer endlich gelungen ist (Flora durchaus voralpin, keine Besonderheiten bemerkt), endlich einmal dort oben den Ötscher fotografieren können, wenn die Lärche goldene Nadeln hat…

So spektakulär die Panoramaaufnahmen in einem Buch wirken (im neuen Naturparkführer wie im letzten “Ötscher & Ybbstaler Alpen” mehrfach enthalten und auch für die kommenden “Voralpen” fleißig aufgenommen), so wenig geben sie im Internet her (außer als Headerbild). Aber nur in einem Panorama bringt man halt Ötscher und Gemeindealpe und den allerdings kaum mehr erkennbaren Gesäuseblick unter! Für die Gipfelrast und Gipfelschau hatte ich mich diesmal, weil ich vorher noch etwas einkaufen musste, mit einer ganz ungewöhnlich opulenten Jause eingedeckt, wie im Bild zu sehen… Dann ging es an den Abstieg.

Schneebergblick und bei der kleinen Hütte am östlichen Gipfelplateau

Vom obersten Südostkamm zeigt sich zwischen den aufwuchernden Fichten gerade noch der Durchblick auf den Schneeberg, aber auch der wird bald zugewachsen sein. Damit komme ich zum Bergnamen dieses selten schönen und einsamen Gipfels: Bichleralpe – das sagt zwar niemand, aber ein Gipfel kann eben nur mit Alpe benannt werden, obwohl jeder Einheimische “Bichleralm” spricht; richtig für die Bezeichnung “Alm” ist eben nur die Alm, möglichst mit Halterhütte, wie Hofalm, Feldwiesalm usw. Hier auf der Bichleralpe gibt es schon seit Jahrzehnten keine Alm mehr, obwohl der Berg nach der Alm des Bichlerbauern (wo ist der? frage ich mich als zwar Bewanderter, aber nicht ganz Einheimischer) benannt ist. Denn das ganze ostseitig leicht abfallende Gipfelplateau wurde bereits vor 1970 zugeforstet. Nun zu meinem Rückweg für die Runde von Fadental (die Runde von Josefsberg habe ich bereits im Sommer beschrieben). Die obersten Lichtungen am Südostkamm enden, an einem kleinen Dolinenschacht vorbei, in einer ausgeprägten ebenfalls dolinenartigen Senke. Dort geht es links (nördlich) zu einer Schneise hinaus, und darin absteigend wird eine anschließende Waldwegpassage und in der Rinne danach rechts die neue Forststraße erreicht (in der ÖK noch immer der alte Karrenweg).

Markierungspfeil an der Forststraße hinab zur Sabelstuben

Weil der weitere Abstieg durch den Graben durch die steile Böschung und einzelne liegende Bäume behindert wird, geht man links auf der Forststraße weiter und gelangt auf eine Verflachung mit Hochstand und kleiner Hütte. Ausblick über den Sulzberg zum Göller und Schneeberg! Hier führt rechts eine Lichtung hinab zum Wiesenboden (mit zur Seite geschobenen Felsbrocken und natürlich mit Hochstand) und von dessen unterem Ende zur alten Forststraßenkehre bei Höhe ca. 1240 m in der ÖK. Ich blieb diesmal gleich auf der neuen, vom Südostkamm her kommenden Forststraße und ging von der kleinen Hütte ebenfalls auf der Forststraße weiter, die den Bichleralpen-Nordhang erschließt und weithin sichtbar ist. Hinunter zur Sabelstuben sind es dann ohnehin “nur mehr” ein paar Kehren, aber die lassen sich nicht vermeiden.

Typischer Spätherbst mit vorwiegenden Föhnlagen - Wasserlacken mit Rotbuchenlaub spiegeln den immer wieder aufgelockerten Himmel, Reif gibt es nur in den Talgründen und die höheren Gipfel sind fast immer frostfrei.

Von der “Sabelstuben” (P. 1066 m der ÖK) geht die alte Waldstraße hinunter nach Fadental, der bessere Mariazellerweg als die markierte Route über Josefsberg, die den steilen Saugraben queren muss (wenn über Josefsberg nach Mariazell gehen, dann über Joachimsberg und Wienerbruck, eigentlich immer abseits der Hauptstraße). Dann taucht ein bisher nicht dagewesenes Hindernis auf:

Aha, jetzt bin ich wieder im Revier der Forststiftung mit dem sogenannten (Pseudo-)Wildschutzgebiet im Lärchentrog an der Sulzberg-Südseite! Mich bekümmert das alles bald nicht mehr, so ärgerlich diese Absperrungstendenzen auch für alle Touristen sein müssen. Hauptsache, der Zustieg auf den Sulzberg, und zwar der einzig vernünftige, wenn man nicht die alten und längst abgekommenen Steig suchen will (wie wir zuletzt von Ulreichsberg auf den Kleinen Sulzberg), ist nicht gesperrt, sondern die Hinweis- bzw. Verbotstafeln leiten auf die neue Umgehungsstraße.

Das Hinabwaten durch das raschelnde Rotbuchenlaub weckt förmlich Kindheitserinnerungen in mir… Und der Blick von der letzten Bergecke rechts hinab in den Graben des Lauterbaches verleitet mich zu einer Idee: Am ersten Stück meiner Tour bin ich nach dem Landhaus und noch vor der Wegwendung in die Schwarzwalster am klammartigen Austritt dieses Baches vorbeigekommen. Das müsste doch eine kleine extreme Schluchttour sein! Womöglich im Winter mit viel Eis und Schneepolstern…

Die kleine Kapelle oberhalb der Kreuzung bei der Fadentaler Riesenbuche, anscheinend gut betreut, ganz im Gegensatz zum wahrscheinlich immer mehr verfallenden Gasthaus Labenbacher...

Bei der Rückfahrt über Ulreichsberg komme ich wieder in die Kälteinsel des Hochtals, und bei der Kreuzung Fadental / Walster ergibt sich ein überraschendes Bild mit malerischen Nebelstreifen, hoch über den Wäldern ragt sogar von hier aus zu sehen der Göller.

Hat einst der Rudi Carrel gesungen: “Wann wird es endlich einmal wieder Sommer?” so können wir das heuer schon wieder abwandeln in: “Wann wird es endlich wieder einmal Winter?” An den vom Herbst noch immer erhaltenen letzten Blüten (Alpen-Steinquendel) gemessen, mögen da gewisse Zweifel an der Klimaveränderung müßig erscheinen…

“Nicht desto Trotz…”, oder wie der Spruch lauten mag – ich freue mich schon auf diese Bichleralm-Route im nächsten Frühsommer, oder vielleicht doch mit Tourenschi vorher?

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