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Über den “Normalweg” von Josefsberg heißt es im Gipfelbuch: Der Steig wird immer schlechter! Bei unserer Tour am 16. Juli waren wir allerdings überrascht, wie relativ problemlos der Aufstieg nun ist im Vergleich zum Zustand nach den Waldverwüstungen vor einigen Jahren. Sicherlich – zwar markiert, aber im Aufstieg oberhalb der von der Winkleralm-Brache kurz weiterleitenden Forststraße nur Trittspuren, einen regelrechten Steig gibt es nur im noch erhaltenen Hochwald.

Diesmal, am 22. November 2014 (ich berichte nachträglich zu meinem Kurzbericht im facebook), wollte ich die Tour auf die “Bichleralm” von Fadental aus angehen. Denn dort kenne ich die Route über den Gscheidsattel und den Südostkamm zwar vom Winter als auch von sommerlichen Begehungen, aber irgendwie erschien mir der Verlauf im Vergleich mit der Karte nicht ganz optimal (Steilaufstieg über die Gscheidwiese gegen Nordosten bedeutet einen unnötigen “Umweg”, ohne Weg natürlich!). Der stillgelegte Gasthof Labenbacher wie immer ein deprimierender Eindruck, dafür ein schöner Spätherbsttag mit Reif und leichtem Frost in den Hochtälern. Wie der Wegweiser zeigt, wende ich mich Richtung Mitterbach bzw. Friedenstein.

Im Grenzgraben ist es saukalt, dass ich froh über Handschuhe und die Ohrenklappen im Wanderkapperl bin! Sonst nichts Auffälliges – oder doch, immer wieder ein Grenzstein mit alten Buchstaben (Herrschaft Mariazell oder ähnlich,  Bundesforste). Weiter oben wird aus dem schon älteren Forstweg eine ziemlich neue, mit Kehre vom Sattel herab ziehende Forststraße. Die noch immer erhaltene Markierung folgt dort dem ziemlich verwüsteten Graben am alten Zaun entlang, vorher führt rechts schon eine Lichtung zur nordwärts ansteigenden Gscheidwiese (Aufstieg für die Schitour). Kurz danach bin ich auf dem Gscheidsattel, wo rechts im Wald ein Felszacken aufragt – der “Markstein”, eine natürliche Grenzmarke zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Sogar mit einem Felsenfenster! Dieser Grenzverlauf war zwischen den Stiften St. Lambrecht und Lilienfeld im Mittelalter sehr umstritten – durch einen geografischen Trick verlegten die Lambrechter die urkundliche Besitzgrenze von St. Sebastian hierher, und so ist es auch geblieben, durch die Resignation der Lilienfelder Möche seither die Landesgrenze. Interessant und folgenschwer war die Grenzlinie nur in der Besatzungszeit, als die Zonengrenze zwischen Russen und Engländern hier verlief und nicht vor den Toren von Mariazell.

Ausblick ins Rax-Schneealm-Gebiet

Gesäuseblick vom Rastplatz oberhalb der Gscheidwiese

Auf der Gscheidwiese war für meine Tour die entscheidende “Wegscheide”: Rechts (also nordöstlich) führte unsere bisherige Route entsprechend der Schitour  hinauf zur flacheren Berghöhe oberhalb des Reutriegels, dorthin zweigte auch von der Sattelwiese ein Forstweg vorbei an einem Wegkreuz ab. In der ÖK gibt es aber auch einen “Fahrweg”, der in Bögen von der Sattelwiese am Gscheid (dort Markierungstafel zwischen Fadental und Mitterbach, solche werden immer wichtiger!) gegen Norden zum Kamm hinaufzieht. Die nordöstliche, mir schon bekannte Route wollte ich ja vermeiden (oder verbessern), also nahm ich den linken nordseitigen Forstweg und stieg bei dessen naher Verzweigung direkt über die tief eingeprägten Spurrinnen der Rodungsfahrzeuge ziemlich mühsam bergwärts auf. Oberhalb der steilen Waldzone erreichte ich dann den freundlicher wirkenden westlichen Rand der Gscheidwiese und oberhalb einer Hangverflachung einen Rastplatz mit schönem Ausblick (wie auf den vorigen Bildern, der Ötscher schaut nur kurz über die Baumwipfel her).

Nach kurzer Rast mit Fotostop beim Zaundurchgang war mir immer noch nicht klar, wie es weitergehen sollte! Oberhalb quert eine neuere Forststraße von Westen her, aber darüber nur steiler, von einzelnen Felsstufen durchsetzter alter Fichtenwald… Die nächsten Schritte führten aber bereits zur Lösung des Problems. Kurz auf der Forststraße nach rechts – und ach, wie wunderbar – dort zweigt gleich  der in der ÖK eingetragene Fahrweg bergwärts leicht links haltend ab! Diesen entlang stieg ich mit einer Wendung oberhalb der Felszone auf und kam so zur nächsten Hochwiese, wo der Fahrweg flacher nach Osten hinüberschwenkt und die Kammlichtungen auf unserer bisherigen Route erreicht. Nun verließ ich aber den Fahrweg und stieg direkt über die muldenförmig eingesenkte Hochwiese zum Kamm hinauf. Dort führt ein kurzer Walddurchgang zur oberhalb gelegenen Kammmulde – und in den ersten Schnee!

Dieses Gelände erschien mir nun schon vertraut! Auf spärlichen Spuren querte ich durch den flachen, teilweise sumpfigen Kammwald an die Nordseite. Dort ist der Waldrand von Totholz gekennzeichnet, kahle “Steher” ragen zwischen Jungbäumen auf, teilweise gibt es noch gewaltige Baumriesen, und schmale Schneisen weisen weiter am Kamm entlang zu südseitig gelegenen Lichtungen. Es ist dort ziemlich unwegsam, besonders wenn viel Schnee liegt etwas mühsam zu bewältigen und vor allem unübersichtlich. Von einem ausgeprägteren Kamm mit abermals schöner Aussicht musste ich rechts in den Wald zurück. Dort aber traf ich sogar auf  eine Wegspur, die zur nächsten und höchsten Almwiese mit kleiner Jagdhütte und Quelle führte.

Kurzer Ausblick gegen Nordosten und Gesäuseblick, danach die Quelle oder Wasserfassung beim Jagdhütterl

Vom Jagdhütterl führt eine Steigspur durch den dichten Forst weiter – hier begegnete ich sogar einem “Bergläufer” – und erreicht die Dolinensenke am Südostkamm, wo der Abstieg Richtung Sabelstube abzweigt. Nun war es nicht mehr weit über die Lichtungen hinauf zum kleinen Gipfelkreuz!

Die am Kamm kurz westlich bergab erreichte “Gipfelkanzel” ist wahrlich einer der schönsten Blickpunkte auf den Ötscher! Ich möchte, nachdem uns die hochsommerliche Begehung heuer endlich gelungen ist (Flora durchaus voralpin, keine Besonderheiten bemerkt), endlich einmal dort oben den Ötscher fotografieren können, wenn die Lärche goldene Nadeln hat…

So spektakulär die Panoramaaufnahmen in einem Buch wirken (im neuen Naturparkführer wie im letzten “Ötscher & Ybbstaler Alpen” mehrfach enthalten und auch für die kommenden “Voralpen” fleißig aufgenommen), so wenig geben sie im Internet her (außer als Headerbild). Aber nur in einem Panorama bringt man halt Ötscher und Gemeindealpe und den allerdings kaum mehr erkennbaren Gesäuseblick unter! Für die Gipfelrast und Gipfelschau hatte ich mich diesmal, weil ich vorher noch etwas einkaufen musste, mit einer ganz ungewöhnlich opulenten Jause eingedeckt, wie im Bild zu sehen… Dann ging es an den Abstieg.

Schneebergblick und bei der kleinen Hütte am östlichen Gipfelplateau

Vom obersten Südostkamm zeigt sich zwischen den aufwuchernden Fichten gerade noch der Durchblick auf den Schneeberg, aber auch der wird bald zugewachsen sein. Damit komme ich zum Bergnamen dieses selten schönen und einsamen Gipfels: Bichleralpe – das sagt zwar niemand, aber ein Gipfel kann eben nur mit Alpe benannt werden, obwohl jeder Einheimische “Bichleralm” spricht; richtig für die Bezeichnung “Alm” ist eben nur die Alm, möglichst mit Halterhütte, wie Hofalm, Feldwiesalm usw. Hier auf der Bichleralpe gibt es schon seit Jahrzehnten keine Alm mehr, obwohl der Berg nach der Alm des Bichlerbauern (wo ist der? frage ich mich als zwar Bewanderter, aber nicht ganz Einheimischer) benannt ist. Denn das ganze ostseitig leicht abfallende Gipfelplateau wurde bereits vor 1970 zugeforstet. Nun zu meinem Rückweg für die Runde von Fadental (die Runde von Josefsberg habe ich bereits im Sommer beschrieben). Die obersten Lichtungen am Südostkamm enden, an einem kleinen Dolinenschacht vorbei, in einer ausgeprägten ebenfalls dolinenartigen Senke. Dort geht es links (nördlich) zu einer Schneise hinaus, und darin absteigend wird eine anschließende Waldwegpassage und in der Rinne danach rechts die neue Forststraße erreicht (in der ÖK noch immer der alte Karrenweg).

Markierungspfeil an der Forststraße hinab zur Sabelstuben

Weil der weitere Abstieg durch den Graben durch die steile Böschung und einzelne liegende Bäume behindert wird, geht man links auf der Forststraße weiter und gelangt auf eine Verflachung mit Hochstand und kleiner Hütte. Ausblick über den Sulzberg zum Göller und Schneeberg! Hier führt rechts eine Lichtung hinab zum Wiesenboden (mit zur Seite geschobenen Felsbrocken und natürlich mit Hochstand) und von dessen unterem Ende zur alten Forststraßenkehre bei Höhe ca. 1240 m in der ÖK. Ich blieb diesmal gleich auf der neuen, vom Südostkamm her kommenden Forststraße und ging von der kleinen Hütte ebenfalls auf der Forststraße weiter, die den Bichleralpen-Nordhang erschließt und weithin sichtbar ist. Hinunter zur Sabelstuben sind es dann ohnehin “nur mehr” ein paar Kehren, aber die lassen sich nicht vermeiden.

Typischer Spätherbst mit vorwiegenden Föhnlagen - Wasserlacken mit Rotbuchenlaub spiegeln den immer wieder aufgelockerten Himmel, Reif gibt es nur in den Talgründen und die höheren Gipfel sind fast immer frostfrei.

Von der “Sabelstuben” (P. 1066 m der ÖK) geht die alte Waldstraße hinunter nach Fadental, der bessere Mariazellerweg als die markierte Route über Josefsberg, die den steilen Saugraben queren muss (wenn über Josefsberg nach Mariazell gehen, dann über Joachimsberg und Wienerbruck, eigentlich immer abseits der Hauptstraße). Dann taucht ein bisher nicht dagewesenes Hindernis auf:

Aha, jetzt bin ich wieder im Revier der Forststiftung mit dem sogenannten (Pseudo-)Wildschutzgebiet im Lärchentrog an der Sulzberg-Südseite! Mich bekümmert das alles bald nicht mehr, so ärgerlich diese Absperrungstendenzen auch für alle Touristen sein müssen. Hauptsache, der Zustieg auf den Sulzberg, und zwar der einzig vernünftige, wenn man nicht die alten und längst abgekommenen Steig suchen will (wie wir zuletzt von Ulreichsberg auf den Kleinen Sulzberg), ist nicht gesperrt, sondern die Hinweis- bzw. Verbotstafeln leiten auf die neue Umgehungsstraße.

Das Hinabwaten durch das raschelnde Rotbuchenlaub weckt förmlich Kindheitserinnerungen in mir… Und der Blick von der letzten Bergecke rechts hinab in den Graben des Lauterbaches verleitet mich zu einer Idee: Am ersten Stück meiner Tour bin ich nach dem Landhaus und noch vor der Wegwendung in die Schwarzwalster am klammartigen Austritt dieses Baches vorbeigekommen. Das müsste doch eine kleine extreme Schluchttour sein! Womöglich im Winter mit viel Eis und Schneepolstern…

Die kleine Kapelle oberhalb der Kreuzung bei der Fadentaler Riesenbuche, anscheinend gut betreut, ganz im Gegensatz zum wahrscheinlich immer mehr verfallenden Gasthaus Labenbacher...

Bei der Rückfahrt über Ulreichsberg komme ich wieder in die Kälteinsel des Hochtals, und bei der Kreuzung Fadental / Walster ergibt sich ein überraschendes Bild mit malerischen Nebelstreifen, hoch über den Wäldern ragt sogar von hier aus zu sehen der Göller.

Hat einst der Rudi Carrel gesungen: “Wann wird es endlich einmal wieder Sommer?” so können wir das heuer schon wieder abwandeln in: “Wann wird es endlich wieder einmal Winter?” An den vom Herbst noch immer erhaltenen letzten Blüten (Alpen-Steinquendel) gemessen, mögen da gewisse Zweifel an der Klimaveränderung müßig erscheinen…

“Nicht desto Trotz…”, oder wie der Spruch lauten mag – ich freue mich schon auf diese Bichleralm-Route im nächsten Frühsommer, oder vielleicht doch mit Tourenschi vorher?

10. 12. 14 – ein schönes Datum für eine Tour zwei Wochen vor Weihnachten, noch dazu wo das Text- und Bildmaterial für den neuen Führer (mit Werner Tippelt) über den Naturpark Ötscher-Tormäuer (für die NÖ Landesausstellung 2015 und auch für die folgende Zeit) endlich fertig und abgeliefert ist!

Ich fühle mich ganz befreit und schau mir den Ötscher für die nächste Zeit (zumindest bis zur Korrektur der Druckfahnen) lieber aus der Distanz an. Aber zu weit entfernt und in den Voralpen soll es halt auch nicht sein, und nach dem vergeblichen Versuch von Ulreichsberg auf den Großen Sulzberg, der Peter ja inzwischen wieder gelungen ist, möchte ich vielleicht doch den Zustieg vom Sabel über den Schwaighüttenboden zusammenbringen… Schon sind die Schneeschuhe vom Dachboden heruntergeholt – Karl hat ja im fb schon von viel Schnee sogar auf der Reisalpe berichtet – und am zweiten Frosttag nach dem Neuschneefall bis in tiefere Lagen (um 650 m waren es) passt eigentlich alles.

Blick aus dem Fischbachgraben gegen den Frankenfelsberg

Das Bild zeigt schon – ich habe es mir anders überlegt! Etwas weniger hoch hinauf und nicht durch ein Gelände, das ich vor langer Zeit auf einem damals schon dürftigen und vielfach verwachsenen Steig “bezwingen” musste. Außerdem erspare ich mir weiter herunten die Schneeschuhe, und der weiße “Anraum” zeigt sich auch auf einem niedrigeren Gipfel. Kurz entschieden – ab nach Frankenfels im kernigen Dirndltal, wo die Überschreitung des Gromannberges auch eine schöne Tour verspricht.

Kurz vor dem Sattel beim Hof Fischbacheck

Bald nach der südlichen Ortsendetafel von Frankenfels zweige ich bei der Grassermühle links in das  Seitental ab und fahre auf der Asphaltstraße bis zur Kreuzung zwischen Eibeckalm (links am Hang talaus) und Fischbacheck (rechts im Graben weiter und dann rechts neu angelegt hinauf) auf rund 660 m Seehöhe. Hat bei der Fahrt über die Geiseben der Ötschergipfel wie ein ferner und hoher Kristallpalast hergeleuchtet, ist es hier wieder gemischt herbstwinterlich, ins Tal hinaus alles grün, der Frankenfelsberg tief verschneit, die Schneegrenze wie abgeschnitten… Mein Weg beginnt mit neuer gelber Markierungstafel von der mittleren Straße abzweigend am linken Grabenhang aufwärts. Es braucht etliche Schritte, bis ich bei der Schattenkälte und dem eisigen Nordwind auf Betriebstemperatur komme.

Schon beim Sattel alles tief verschneit und leicht verweht, daher unterschiedliche Schneetiefe, und da dürfte sich ein Osterhase im Kalender geirrt haben...

Der folgende Waldweg am Kamm entlang ist höchst – ich kenne meine Vorliebe für diese Wörter – malerisch und urig zugleich. Wie an so manchen Grundgrenzen ragen hier wahre Baumriesen (vor allem Rotbuchen), an den dünnsten Zweigen hängen Eisnadeln (aber nur ein paar Zentimeter messend, nicht so wie bei Conny in Albrechtsberg mit 14 cm !), und immer wieder wehen Schneeschleier von den Wipfeln herab.

Auf der Hochwiese vor dem Gipfelaufbau öffnet sich der Blick zum Ötscher und in die Gegend von Puchenstuben

Dieser Platz, umsichtig mit einem “Ötscherbankerl” versehen und wie die Markierung jüngst erneuert, gehört zu den stimmungsvollsten Ausblicken, die ich in dieser Gegend erleben durfte! Dazu die glänzenden Raureifbildungen und Schneepolster – der “Anraum”, wie es mundartlich heißt, alles mit Eiskristallen “angeräumt”.  Dazu noch ein paar Bilder, die ich dort aufgenommen habe, nicht ahnend, was mich am Gipfel noch erwartet!

Blick zum nahen Geißenberg, auch ein wunderbarer, allerdings mehr "almmäßiger" Gipfel im hinteren Pielachtal

Der Aufstieg über den dichter und gelichteter bewaldeten Gipfelkegel führt recht moderat höher. Ich bin nur froh, hier eine Spur vorzufinden, denn sonst hätte ich mich nicht so leicht zurecht gefunden. Eine ganz flotte Läuferin überholt mich hier übrigens im Sauseschritt… bei mir geht es nicht schnell. Irgendwie kommt mir dieses Stück so vor wie der Anstieg auf die Paulmauer vom Höllboden her. Zuletzt ist der Wald mit mehr Fichten ganz dicht und so vereist, dass ich mir wie in einem Eispalast vorkomme! Dann stehe ich plötzlich vor dem Gipfelkreuz auf dem 1076 m hohen Gromannberg (wo der Name wohl herkommen mag, im Frankenfelser Buch von Dr. Bernhard Gamsjäger habe ich nichts gefunden), daneben eine Rastbank, und auf`s Einschreiben ins Gipfelbuch habe ich wegen der kalten Finger verzichtet – aber oben war ich, dokumentiert wäre es erst ganz richtig mit einem Selfie…

Gleich danach gibt es einen freien Ausblick gegen den Traisen-Pielach-Kamm und bis hinüber zum Schneeberg und Gippel.

Hohenstein und Eisenstein

Unterberg, Türnitzer Höger, Schwarzenberg

Schneeberg

Gippel

Die Abstiegsroute verläuft den Nordostkamm entlang, mehrfach gewaltige Baumriesen neben der Kammlichtung und etwas Jungholz, dann gibt es von einer Verflachung aus über den nordseitigen Holzschlag einen traumhaften Ausblick gegen den Frankenfelserberg und das Alpenvorland.

Links folgt dichter Buchenjungwuchs, rechts steht noch ein alter Hochwald. Dazwischen führt die Spur noch am Kamm weiter und wendet sich dann mit zwei Kehren hinab zur nordöstlichen Hochwiese. Dabei muss ich immer wieder mich an eisbehängten Ästen vorbeidrücken oder unterhalb durchbücken und außerdem aufpassen, nicht auszurutschen…

Hier blicke ich schon zur Eibeckalm hinunter, und vom Wiesenrand ergibt sich das Panorama für mein neues Headerbild

Bei der Markierungstafel am nächsten Wiesenrand geht es links im Bogen auf der Forststraße eine Etage tiefer, und dann kürze ich gleich über den Weideboden hinunter zur Zufahrtsstraße des Almgasthauses ab.

Die Asphaltstraße ist geräumt, trocken und “gesandelt”, also offenbar auch im Winter eine wichtige Zufahrtsmöglichkeit zum Gasthaus auf der Eibeckalm. Dorthin komme ich aber durch den Abschneider nicht, sondern marschiere flott auf der Straße weiter zu meinem Ausgangspunkt bei der Verzweigung im Fischbachgraben.

Marterl beim Gsollhof, einem hochgelegenen Gehöft in sonniger Lage, wo gerade noch der Ötscher über die Waldberge herüber lugt.

Da kommt mir doch tatsächlich das Bierauto entgegen! Bis ich bei meinem Auto bin, ist es schon wieder auf der Rückfahrt – am Eibeck wird sicher öfters und gerade zu Silvester besonders gefeiert werden! Genau nach drei Stunden setze ich mich wieder ins Auto und fahre hinaus ins “weihnachtlichgrüne” Pielachtal – hoch zufrieden mit dieser schönen Tour! Wir werden diese Idealrunde sicher im Frühjahr, wenn alles grünt und blüht, gern wiederholen.

Das bisher geheim gehaltene Vorkommen dieser zu den seltensten Pflanzen Österreichs zählenden Art könnte durch einen Forststraßen-Bau vernichtet werden!

AB Blüte des Zungen-Mäusedorns (bereits im zeitigen Frühjahr, wenn zugleich die Keimlinge der Rotbuchen, der Bucheckern, die beiden ersten Blätter entwickeln)

AB Doppelfrucht an einem "Pseudoblatt" (eigentlich handelt es sich um einen verbreiterten Stängel)

Über die Vorkommen in St. Veit an der Gölsen / Schwarzenbach wurde im Blog bereits am 24. 11. und am 5. 12. 2013 berichtet. Bilder von dem nun gefährdeten Standort gab es am 21. 3. 2014.

Befasst wurden inzwischen mit diesem Problem (laut Mailverkehr): Werner Kunstmann und Hermann Köngisberger (Hainfeld), Reinhard Böhm-Raffay (dem ich den Hinweis auf dieses Vorkommen verdanke!), Dr. Harald Tarnowiecki (Alpenverein), Prof. Karl Oswald und Prof. Manfred Fischer (Botanisches Institut der UNIV. Wien) – und möglichst viele noch dazukommende Naturschütze und Botaniker.

Mit der Stadtgemeinde Hainfeld und Herrn Bürgermeister Pitterle wurde bereits Kontakt aufgenommen! Wir werden sehen, wie sich dieses Naturschutzproblem weiter entwickelt – hoffentlich zugunsten des Zungen-Mäusedorns!

Ich werde zwar die Berichte von unserem Aufenthalt in Malta noch fortsetzten, aber vorläufig stimme ich mit dem neuen Headerbild vom Gromannberg bei Frankenfels auch wieder auf die heimischen Touren ein. Hoffentlich ist dieses Bild nicht typisch für den heurigen Winter – Schnee nur auf den höheren Bergen und unten im Tal alles “weihnachtlichgrün”…

Aus der mitteleuropäischen “Nebelsuppe” am besten auf einen hohen Berg, aber indem sogar Ötscher und Schneeberg nicht hoch genug erscheinen, gleich “virtuell” nach Süden…

AB Ausblick von den Dingli Cliffs, dem “höchsten Berg” von Malta,  gegen das hinter dem südlichen Horizont gar nicht so ferne Afrika!

Erinnerung an den sechsten “Maltatag” am 6. Oktober 2014:

Genau nach Busplan (vielleicht das meistbenützte Druckwerk für Maltatouristen) Richtung Rabat – auf vermeintlich bekannter Route, aber dann leider doch kreuz und quer durch Naxxar und Mosta… Immerhin gibt es an dem in einer Parkanlage gelegenen Terminal zwischen Rabat und Mdina (unserem anschließenden Ziel) ein rasche Umsteigmöglichkeit in den nächsten Bus. Dieser fährt durch die engen Gassen von Dingli, nahe der mit Kuppel und Türmen hochragenden Kirche vorbei, südwärts – und bergauf, es geht ja zum höchsten Gipfel Maltas!

Vorbei an einer ganz modern wirkenden Touristeneinkehr sind wir unversehens auf einem steinigen Höhenrücken angelangt. Da ist schon die historische Magdalenenkapelle, also schnell ausgestiegen!

Statt auf einem Gipfel steht man hier auf einer langgezogenen Klippe, die ca. 260 m steil und vielfach in Felswänden zum Meer abstürzt. Karger Boden mit geringem, jetzt im Herbst großteils verdorrten Bewuchs, das spärliche Gras völlig graubraun vertrocknet, dazwischen immergrünes und zumeist sehr dorniges Gesträuch. Eigenartige Rillen durchziehen die Steinflächen – sie werden als urzeitliche Spurrillen angesehen und von den imperialen Briten nach den Schienen in einem Bahnhof nahe London benannt (irgendwie typisch, und wenn auch die englischen Namen für uns leichter auszusprechen sind, ist es gut nachvollziehbar, dass die Malteser eher auf die Ortsnamen in ihrer eigenen Sprache Wert legen…).

Wie soll es nun weitergehen? Bergauf – nicht möglich, wir sind ja schon zuhöchst oben, also in die Tiefe… da sind ja die Felsabbrüche… aber es öffnet sich auch eine kleine Scharte, wie hinaus ins Leere, ein schmaler Fahrweg! Dem vertrauen wir uns an, nachdem ein vorher abzweigender Steig doch zu waghalsig erschienen ist…

AB Ein Landsitz mitten in einer grünen Oase zwischen Felshängen, streng abgeschirmt übrigens...

Zwischen den Felsstufen ziehen sich ruderale Flächen gemischt mit brachem, dürtigen Kulturland die Hänge entlang. Ein nur mäßig getarnter Landsitz ist bedrohlich abgeschirmt, aber sonst bewegt man sich hier ungehindert durch ein überraschend vielfältiges Gelände.

AB Steinerne Stufengirlanden und ebenso aus Kalkblöcken gefügte Unterstände, als "Girna" bezeichnet, erinnern an alte Zeiten

Aber die Bewirtschaftung muss noch immer intakt sein, denn vielfach liegen Reste von der letzten Ernte vor dem Hochsommer herum, vor allem Zwiebel, und ein flacher Streifen guten Bodens ist mit jungen Birnbäumen bepflanzt.

AB Der Pflanzenwuchs, egal ob ruderal oder kultiviert, lässt fast "afrikanische" Gefühle aufkommen - wir befinden uns in Malta immerhin südlicher als etwa Tunis!

AB Annis Verhängnis - der Versuch, eine Frucht vom Feigenkaktus zu probieren...

Überall stehen sie herum oder quellen aus Felsritzen oder zwischen anderen Pflanzen hervor – die “Ohrwaschlkaktus”. Die Früchte schrecken mit ihren Stacheln zwar ab, aber das Innere könnte doch irgendwie gut schmecken, haben wir nicht sogar eine Marmelade davon gekostet? Also nimmt sich Anni einer solchen Frucht mit dem Taschenmesser an, und als ihr die zwei Hände zu wenig werden, klemmt sie die “Kaktusfeige” sogar zwischen den Knien ein… Die Nachwirkungen sind grauenhaft und lange schmerzlich anhaltend…

Mastixstrauch mit Früchten und ein knospiger Kapernstrauch

Ein umfangreicher Zitronenbaum trägt alle Fruchtstadien von grün bis bereits braunfaulig – ehrlich, so herrliche riechende und schmeckende Zitronen haben wir noch nie erlebt – pur Natur und bio…

Auf einem tieferen Terrassenrand halten wir dann Rast, nicht zu üppig, aber doch ausreichend “Material” für ein Wanderpicknick im Rucksack. Von dieser Stelle aus ergibt sich auch der beste Blick auf einen Felsvorsprung, der genauso eindrucksvoll ist wie die Felsinsel “Fifla” draußen im Meer (diese soll angeblich nicht zu betreten sein, da sie dem britischen Militär als Artillerieziel diente).

AB Blick zu einem vorspringenden Kap und zur Felsinsel

In diesen Bildern erkennt man den unterschiedlichen geologischen Aufbau Maltas – die massiven Kalkschichten und die sandigen “weicheren” Globigerinenkalke (nach Fossilien so benannt, gibt es auch in Niederösterreich!), dem Reichtum an Bausteinen Maltas, denn sonst gibt es nicht viele natürliche Reichtümer, vor allem kaum Wasser!

Allmählich machen wir uns an den Aufstieg, ganz schön heiß um die Mittagszeit, zum Glück weht immer ein frisches Lüfterl als Erinnerung an den vorigen Schlechtwettertag.

AB "Heißer" Aufstiegsweg und noch ein Panorama

Dann ist wieder die Cliffhöhe erreicht, und wir wandern am Felsabbruch entlang zur Bushaltestelle bei der Magdalenenkapelle.

AB Wieder auf der "Klippenhöhe" und ein unglaublich überraschender Ausblick über den gesamte Insel hinweg auf Valetta an der Nordküste

Nun heißt es warten bis endlich in der Ferne der Bus auftaucht, aber inzwischen genießen wir noch den Ausblick über die steile Südküste, am besten im Schatten der Magdalenenkapelle…

AB Am steilen Felsrand der Dingli Cliffs über den teilweise kultivierten, aber vielfach urwüchsigen Küstenhängen

In der Nähe von Rabat sehen wir auch den einzigen größeren, allerdings auch vor langer Zeit angepflanzten Wald rund um das Schloss Busket. Dann brummt auch schon der Bus daher, zum Glück klimatisiert, und wir fahren zurück zum Terminal zwischen Rabat und Mdina, unserem Nachmittagsziel.

Anni und ich waren uns am Sonntag einig – nicht zu weit weg, aber doch hoch hinauf genug in die Sonne! Und die über dem Gölsental tief liegende Nebeldecke versprach auch gute Aussichten, also auf den nahen Ebenwald, auch wenn wir dieses überlaufene Ausflugsziel am Wochenende eher meiden…

AB Eine Waldlacke ganz spektakulär!

Wanderziel daher nicht auf die Reisalpe oder auf den Hochstaff, sondern wir wollten eine uns schon bekannte und mehrfach in unterschiedlicher Richtung (sogar als Schilanglauf) begangene “Geheimroute” wieder ausprobieren – rund um den Hochstaff!

Steinblöcke säumen einen sicher uralten Weg am Nordosthang des Hochstaffs.

Eigentlich ist die Route einfach – wenn man weiß, wo der Einstieg in die Umrundung ist! Der Sattel nordöstlich vom Hochstaff lässt sich ja noch einfach erreichen, wenn man dem Fahrweg über die Wiese folgt, wo beim Reisalpenweg abzweigend die sinnige Tafel steht: “Kein markierter Weg auf den Hochstaff”. Zum Glück ist dieser Traumpfad auf den “Alpingipfel” der Voralpen schon ausgetreten genug, dass es an dieser Tour nichts mehr zu rütteln gibt. Wäre ja auch zu arg, denn meine Eltern sind vor rund 80 Jahren zur “Gamsveigerlblüte” immer auf den Hochstaff gegangen…

Nebelmeer über dem Hallbach- und Triestingtal, ganz hinten das Hocheck.

So schaut also das Sonntagswetter auf Ebenwaldhöhe aus! Doch nun zu unserer Route: Dieser Fahrweg führt über den Sattel hinweg an die steilere Ostseite, und dort sind wir schon (aber nur einmal!) einige Kehren hinabgewandert, um dann quer durch den Wald zur Forststraße zu kommen, die in die Weißenbachalm mündet. In der Gegenrichtung entdeckten wir dann eine bessere Möglichkeit, und die war uns diesem Sonntag aber nur mehr spärlich in Erinnerung… Also das Sattelgelände absuchen, und gerade im letzten Winkel führt jenseits des Zauns eine Spur von einer alten Wegtrasse im Wald weiter – mehr zu fühlen als zu sehen! Aber es ist die richtige Trasse! Mehr dem Gefühl als den Wegspuren nach geht es am Fuß der oberen Steilhänge an der Nordostseite des Hochstaffs dahin, ein überaus uriges Gelände mit bemosten Bergsturzblöcken und einer Menge Totholz. Und dann sehen wir das eindeutige Merkmal dieses verschollenen Weges – eine Steinschlichtung am Rand des einstigen Hohlweges! Der Weiterweg ist dann keine Orientierungskunst mehr – die anschließende Forststraße leitet uns problemlos aus dem Waldhang hinaus ins Sonnenparadies der Weißenbachalm…

Der Weiterweg ist uns schon völlig klar – auf dem Fahrweg am oberen Rand der Weißenbach-Almwiese weiter, dann hinein in den Wald, wo es auf der Schiroute zum Hochstaff hinaufgeht. Die Zeit vergeht wie im Flug, vor lauter Schauen und Fotografieren, dass wir gar nicht zu Trinkflasche und Schnittenpackerl greifen (mehr gibt es nicht für eine Vormittagstour, von 2 1/2 Stunden, wie sich nachher herausstellt).

AB Auf den herrlichen sonnigen Almwiesen der Weißenbachalm, beherrschend der Schneeberg!

Noch freie Sicht auf den Schneeberg, und kurz darauf schon nur mehr Durchblicke von der Forststraße, die oberhalb der Zeiselalm zum südlichsten "Wiesenböndl" des Hochstaffs führt.

Die Forststraße ist seit unserer letzten Tour schon verlängert worden (oder wir können uns an den Verlauf nicht mehr erinnern). Jedenfalls zieht sie vom östlichen Rand des erwähnten “Wiesenböndls” in einer Kehre hinunter Richtung Zeiselalm, aber vorher noch mit dem scheinbaren Ziel Kleinzeller Hinteralm. Daher gehen wir weiter, bemerken die einmündende Fortsetzung des Hochstaff-Süd-Abstiegssteiges und stehen dann in der Kehre bei hohen Felsen an – aber nur scheinbar! Denn durch ein neues Metalltürl geht es zu einem deutlichen Steig, der zwischen den Bäumen steil zu den Wiesen östlich vom Hinteralm-Sattel hinabführt. Sehr steil und erdig, aber bei dem trockenen Wetter gut begehbar.

Hier stehen am Wiesenrand urige Lärchen und Rotbuchen (uns jetzt weiß ich auch den unverkennbaren Einstieg zum Hochstaff von Süden – bei der ersten Buche östlich von der Wegkreuzung vor der Hinteralm).

Der wie immer einmalig schöne Sattel der Kleinzeller Hinteralm ist auch in der Herbststimmung wunderbar, auch wenn keine goldenen Nadeln mehr an den Lärchen hängen und die Rotbuchen ihr Feuer schon verlöschen ließen, wenn man es so blumig ausdrücken will!

AB Eine letzte noch halbwegs intakte Wollkopf-Kratzdistel, immer Sommer so eindrucksvoll hoch, dass sie schon Hoffnungen auf einen schneereichen Winter geweckt haben...

AB Von der Hinteralm auf dem intensiv belebten Fahrweg zurück zum Ebenwald, ein Blick ins Alpenvorland mit dem fernen Ostrong.

Wir entdecken entlang dieses Fahrweges wieder im Wald unterhalb den großen Stechpalmen-Bestand, wirklich eine Seltenheit! Und die Böschungen sind auch interessant in ihrer geologischen Vielfalt, denn unter dem Dachsteinkalk des Hochstaffs ziehen hier Lunzer und Gosauschichten durch, eine seltene Kombination! Bei der Talfahrt über die Ebenwaldstraße haben wir zum Glück nicht viel Gegenverkehr, und nachdem wir wieder in den Gölsentalnebel eingetaucht sind, verläuft der Rest des Sonntags – spätherbstlich… zum Glück haben wir die Sonne gesehen!

AB Noch ein abschließendes Foto von Anni bei den Lärchen der Hinteralm, der schon wieder mehr verschneite Schneeberg lässt grüßen!

Nach all dem strahlendblauen Meer, das uns in der St. Paul´s Bay aber mit keinem besonders einladenden Strand verlockte, sollte wir endlich zum Baden kommen! Die schönsten und beliebtesten Sandstrände Maltas liegen im Nordwesten, zu unserem Glück dort, wohin die direkten Autobusverbindungen führen. Eine Linie gibt als Ziel Gnejna Bay (“dschneina bay”) an, obwohl etliche Badelustige schon anstehen, bekommen wir noch einen guten Platz, und dann geht die Fahrt schon los.

Herbstliche Küste bei "Golden Sands"

So wie an der Küste sieht die Natur auch im “Inselinneren” aus, es ist 4. Oktober, gerade zwischen der sommerliche Trockenzeit (wie bei uns die Ruhephase in der Natur) und dem nach den ersten Regenfällen allmählich aufkommenden winterlichen Grün.

Manche Felder tragen schon Früchte (allerhand hitzebeständiges Gemüse)

Bei dieser Fahrt geht es nicht die Küste entlang, sondern zu zwei sehr typisch wirkenden Städten mit engen Straßen, vielen traditionellen Bauten in unterschiedlichem Erhaltungszustand und vor allem dichtem Verkehr. Die Autobusschofföre kommen mir oft wie Akrobaten vor… Zunächst fahren wir durch Naxxar (“nasch-schar”), eine Stadt mit über 10 000 dicht gedrängten Einwohnern und einer eigenartigen Maria-Geburt-Kirche. Dem Führer nach soll diese wie ein Potemkinsches Dorf wirken – dem kleinen Barockbau wurde nämlich 1912 wie eine Kulisse die großartige Fassade vorgesetzt.

AB Mosta mit der riesigen Kuppelkirche

Diese gewaltige Kirchenkuppel ist allerdings keine Scheinarchitektur – die “Rotonda Sta. Marija Assunta” in der benachbarten und fast doppelt so großen Stadt Mosta. Sie ist die viertgrößte Kuppelkirche Europas (nach Pantheon und Petersdom in Rom und dem Dom in Florenz). Durchmesser 39 m aus dem in der Farbe vom Häusermeer abstechenden maltesischem Kalkstein, 1833 bis 1862 in Eigenarbeit der Bewohner um die alte, erst später abgerissene Pfarrkirche erbaut. Im Bild, das Anni von der Festungsmauer Mdinas aufgenommen hat, sieht man auch die daneben ganz klein wirkenden Kirchentürme. Fast ohne Zement tragen sich die Steine durch ihr Gewicht selbst und haben eine verblüffende Festigkeit, die im 2. Weltkrieg sogar drei Bombentreffern widerstanden hat (zwei Bomben prallten von der Kuppel ab, eine durchschlug das Gewölbe der mit 300 Gläubigen besetzten Kirche, explodierte aber wie durch ein Wunder nicht). Ich glaube mich zu erinnern, dass (irgendwo gelesen) die Einwohner das Geld aus dem langjährigen Zwiebelverkauf gesammelt hatten und deshalb eine steinerne Zwiebel die Kuppel krönt…

AB Küstenplateau zwischen Golden Bay und Tuffieha Bay

Dann geht es über freies Land weiter, verkarstete Hügel, zahllose Steinmauern um kleine Felder und Gärten, hie und da ein typisches Windrad zum Wasserschöpfen. Mgarr (“imdschar”) ist der letzte Ort vor der Küste, einige urzeitliche Tempel soll es dort geben, aber auffallend ist die an der Ecke des Ortes errichtete “Egg Church” von 1927 – wegen der enormen hochragenden Kuppel so benannt, und das will etwas heißen bei der Konkurrenz von Kirchenkuppeln, ohne die kaum eine größere Ortschaft in Malta auskommt. Bei dieser “Eierkirche” zischt der Bus nach rechts ab (geradeaus könnten wir zu Fuß die dritte der fantastischen Buchten erreichen), an einer Sackgasse wird nochmals rechts abgebogen (jetzt wissen wir, wo man zur zweiten fantastischen Bucht aussteigt) und dann rollt der Bus abwärts zu einm belebten Parkplatz – Endstation!

AB Die Golden Bay zwischen der Steilküste mit den neuen Radisson Hotels und einer Klippe mit Wachturm

An allerhand Kiosken geht man den Asphaltweg zum Strand hinab, aber es überwiegt dennoch der Eindruck einer wunderbaren Küstenlandschaft. An den wirklich feinen Sandstrand schließen bizarre Klippen an, aufgebaut aus mürbem Sandstein und harten Kalkschichten. Von den Hotels reichen die Freizeitanlagen bis ans Meer herunter, samt Gastronomie und Liegeflächen. Wir können unser mitgebrachtes Strandmaterial eingepackt lassen, denn hier gibt es komfortable Liegen unter Sonnenschirmen (Eintritt insgesamt 10 Euro samt den zur Verfügung stehenden Badetüchern, fast nicht zu glauben…).

Nach kurzem “Relaxen” geht es ins kristallklare Wasser – dieses konkurriert bei rund 25 Grad mit der Lufttemperatur! Und das Wetter ist immer noch schön, wir können uns nach dem erfrischenden Baden in Dalmatien Anfang September gar nicht vom Schwimmen und “Herumgrundeln” trennen. Erst nach Mittag grollt es in der Ferne…

Aber wir warten noch ab, und erst als Regenschleier vom Meer her immer näher rücken, verlassen wir unseren Genussplatz. Ziel ist der Wachturm auf dem Felsvorsprung zur nächsten Bucht, den wir über von der Sonne dürr gebrannte Flächen mit einzelnen hitzeresistenten Pflanzen erreichen.

Die Steilküste ist etwas begrünt, dazu Ausblick zu den fernen Uferwänden von Gozo

Durch einen Felsspalt blickt man zur nächsten Bucht hinunter – Tuffieha Bay – die noch naturbelassener und einladender wirkt als die Golden Bay, sicher eines unserer nächsten Ziele, wenn es so sommerlich bleibt! Auf der Hochfläche ist eine Art Naturlehrpfad angelegt, der aber vor allem berühmten Menschen gilt.

Die Pflanzen hätten uns vielleicht mehr interessiert, aber bemerkenswert ist neben einer Zwergpalme (selten gesehen) höchstens ein Gelber Hornmohn. Übrigens tut man sich leicht mit den Blütenbestimmungen, denn nur wenige Arten blühen im Herbst, also ist die Auswahl in der “Mittelmeerflora” wesentlich erleichtert.

Zum Bus für die Rückfahrt gehen wir nicht zur nahen vorletzten Haltestelle, sondern zur Endstation oberhalb der Golden Bay. Erstens gibt es hier eine Einkehrmöglichkeit im “Apples”, und außerdem bekommen wir im Bus eher einen guten Platz (für die lange Fahrt auch angenehm, die dauert ohnehin noch lange genug). Übrigens guter Kaffee und irgendwie typisch britische Süßspeisen.

AB Abschied von der Golden Bay und ein typisches Bild der maltesischen Agrarszene mit riesigem Feigenkaktus

Der erste Badetag ist also gut gegangen und “schmeckt nach mehr Meer” ! Abends wird es nach einem Spaziergang noch rechts schön laut – Samstag und das Vergnügungsviertel St. Julian´s in unmittelbarer Nachbarschaft – außerdem beginnt es zu gewittern, die fernen und immer näher rückenden Donner hören sich an wie ein Feuerwerksgeknatter. Wir sind also akustisch vorgewarnt, denn am nächsten Tag (Sonntag, 5. Oktober) bricht das für Anfang September (!) schon erwartete Unwetter mittags los – Orkan und Sturzfluten! Aber am Abend ist dann alles schon vorbei, und bei dem späten Spaziergang können wird erst- und einzigmalig Jacke und lange Hose brauchen…

Ausblick über die Tuffieha Bay, eine Anregung zur Klippenwanderung an einem der nächsten Tage!

St. Paul´s Bay

Fortsetzung unseres Malta-Urlaubs-Tagebuchs vom 3. Oktober 2014.

Panorama der St. Paul´s Bay vom Hafen Burgibba

Nach dem “städtischen Spaziergang” in Floriane – wenn auch mit kurzem Besuch im Botanischen Garten – zog es uns am nächsten Tag hinaus zum Meer. Inzwischen waren wir schon draufgekommen, dass von unserem Standort in Paceville alle Buslinien günstig sind, für die man nicht zum zentralen Terminal bei Valette anfahren muss. Vor unserer Haustür führten alle Linien in den Westen und Nordwesten Maltas vorbei.

Ausblick von Bugibba zu den St. Paul´s Islands

Eigentlich wollten wir nach Xemxija (“Schemschia”), um laut Wanderführer von dort zum Kap bei der St. Paul´s Insel zu wandern, wo im Jahr 60 n. Chr. der Apostel Paulus auf seiner Fahrt nach Rom gestrandet sein soll. Bei dieser Gelegenheit hätte er gleich den römischen Statthalter Publius zum Christentum bekehrt, der daraufhin zum ersten Bischof von Malta geweiht wurde.

Blick über die St. Paul´s Bay auf die Hotelszenerie von Xemxija

Aber da alle Busse dorthin gleich auch zur Fähre nach Gozo fahren und daher überfüllt sind, genügte uns der Bus bis Bugibba, das heißt zur berühmten St. Paul´s Bay. Fahrzeit ruckzuck auf der nahe der Nordküste führenden und gerade im Ausbau befindlichen Hauptstraße knapp eine Stunde, bis der Bus endlich nach der Salina Bay in das Stadtgebiet abbog und uns an der Hafenlände von Bugibba aussteigen ließ. Trotz klimatisiertem Bus – ah, frische Luft und kein Geschaukel mehr…

An der Strandpromenade in Bugibba

Unterhalb der beherrschenden Hotel- und Wohnbauten von Qawra (auf der dicht verbauten Landzunge zwischen St. Paul´s Bay und Salina Bay) führt die breite Promenade am Hafen entlang. Schon wieder ist es sehr warm (gerade an der Grenze zu heiß), wir haben uns schon auf die Temperaturverhältnisse eingestellt – leichte Laufschuhe, kurze Hose und Leiberl, ganz wichtig Sonnenhut und dunkle Brillen. Damit kommt man als spazierender oder wandernder Tourist hier Anfang Oktober leicht aus!

Felsige Strandterrassen bei Bugibba

AB Ausblick gegen Gozo und die vorgelagerte kleinere Insel Comino

Als es höchste Zeit für eine Mittagsrast wird, nähern wir uns der Landspitze der Halbinsel und stehen überrascht vor einem ganz modernen, erst jüngst eröffneten Bauwerk – dem Malta National Aquarium.

Ganz abgesehen von dieser ganz tollen Einrichtung ist es wunderbar und angenehm, auf der Terrasse mit Blick übers Meer gegen  Gozo eine lange Pause einzuschalten. Außerdem lockt hier das Baden mehr als über die Klippen zum Strand hinab.

Wie auf vielen anderen Landspitzen steht auch hier ein alter Befestigungsturm, außerdem gibt es die Reste eines Verteidigungswalle, aber alles nicht so eindruckvoll wie der Blick über die Klippen.

Reste eines Verteidigungswalles gegen alle möglichen Angreifer - Malta erlebte genügend davon, Araber, Piraten, Napoleon...

Beschriftet werden alle Denkwürdigkeiten ausführlich!

Uns interessiert allerdings mehr die Natur! Vielleicht sollte man nicht aus diesem Grund nach Malta reisen… Aber neben den Stadtgebieten mit ihren historischen Bauten und Museen gibt es doch genug Natur zu erleben, und das war unser Ziel für den nächsten Tag.

AB Hafenpanorama, zum Baden stellen wir uns aber einen echten Strand vor...

Diese gar nicht so kleine Runde (zumindest für bequemere Wanderer) wird wahrscheinlich die Standard-Exkursion von der Ötscher-Basis in Wienerbruck für die NÖ Landesausstellung 2015 sein. Wir machten sie als Familientour mit der “En(g)kelpartie” – wie auf dem Bild zu sehen, am vergangenen Sonntag, 2. November, bei prächtigstem Herbstwetter.

Bernie, Veronika, Clemens Baumgartner und Felix Binder

Während die “Baumis” wie immer “beim Mayer” in Annaberg logierten, kam ich mit Felix von Lilienfeld angefahren. Dabei zeigte sich der Ötscher über dem Lassingtal bereits in schönster Pose.

Nach der Haltestelle der Himmelstreppe in Reith das nächste Gehöft (Schenner vulgo Steinwand) und dessen fotogener Apfelbaum (mostviertelsauer, ohne die Früchte gekostet zu haben...)

Hier sind wir bereits am Kaiserthron, wo seine Majestät – der altgediente Ötscherbua Werner Tippelt – beliebt, das Panorama zu erklären.

Blick über das “Talgebirge” (unten das Kraftwerk Wienerbruck, zukünftig “Schaukraftwerk”, am Stierwaschboden, dahinter die Gabelung von Zinken und Ötschergräben. Vorher seine “Gebirgsmajestät” höchstpersönlich, zu Füßen die Stierwaschmäuer in den Hinteren Tormäuern. Die folgende Bergwiese beim Kollerbauern schaut noch immer so idyllisch aus wie wir sie mit den eigenen noch kleinen Kindern seinerzeit bewandert haben…

Dann sind wir bald in Wienerbruck, wo es an diesem Novembersonntag trotz Prachtwetter ganz ruhig ist. Die Ötscher-Basis ist schon ganz schön weit fortgeschritten, und im (wohl ehemaligen) Bahnhof wird auch fleißig umgebaut – im nächsten Jahr gibt es “Urlaub im Bahnhof” (dafür findet man kein WC mehr; wenn ich mir den Andrang vor ein paar Wochen bei unserer Lassingfalltour vorstelle, ein ärgere Katastrophe…).

Nach mehr als zwei Stunden Wanderzeit halten sich die Kinder noch ganz tüchtig, obwohl es zum Joachimsberg ganz schön hinaufgeht, noch dazu alles auf Asphalt! Aber die wie aus der Fernsehsendung “Shaun” entsprungenen Schafe bieten etwas Abwechslung, und später landet sogar noch ein Ballon hinter der Joachimsberger “Wochenendzeile”.

Inzwischen habe ich meinen gesuchten Ötscherbildplatz gefunden, von dem aus das Motiv des Klimaprojektes (Abschluss am 29. 10. besucht – kurzer Bericht im facebook) aufgenommen wurde. Jetzt sehe ich es original, aber nicht mit Löwenzahnwiese, sondern ebenso reizvoll im Herbstaspekt.

Nach drei Stunden endlich Einkehr im Gasthaus neben der Joachimsberger Kirche, sogar mit Panorama vom Wintergarten aus und Pferdevorführung so nebenbei. Und der Clemie sitzt auch alsbald auf einem Pony! Währenddessen mache ich einen Blick in die sehr gepflegt Kirche, die man zwar nicht ganz betreten kann, aber immerhin nur von einem getrennt, sogar gut fotografieren kann. Dann geht es ” querwiesenein” hinunter nach Reith zu den beim Bahnhof (eigentlich nur mehr Haltestelle, alles wird von Laubenbachmühle aus gesteuert) parkenden Autos.

Evangelische Kirche in Reith

Das war am 3. November eine der letzten noch ausständigen Touren für mein Projekt “Voralpen neu”, und der Tag war so halb und halb richtig…

Ausblick vom Schweinbergsattel gegen Puchenstuben und den Ötscher, der ist aber (unserem Gefühl nach) von hier aus nicht so imposant wie von unseren anderen "Ötscher-Blickpunkten"

AB Ötscher noch leicht verschneit, am Tag zuvor ging Peter Rosenkranz mit Begleitung hemdärmlich über den Rauhen Kamm!

Die Tour von Frankenfels nach Puchenstuben über Frankenfelsberg – Schlagerboden und den Puchenstubener Wallfahrerweg kannte ich schon von meinen Pilgerwegen, außerdem im Sommer noch nachgeprüft. Die Gegenrichtung sollte die beiden an der Mariazellerbahn im hintersten Winkel des Pielachgebietes (allerdings nicht am Pielachfluss!) befindlichen Orte verbinden.

Letzter Ötscherblick vom Schweinbergsattel, der aus dem Natterstal hinter Laubenbachmühle nicht mehr auf den alten markierten Wegen, sondern auf einer neuen Forststraße erreicht werden muss.

AB Das 1979 bereits errichtete Kreuz auf dem Schweinbergsattel, im Hintergrund mache ich gerade das folgende Bild!

Route: Bahnhof Puchenstuben (Zufahrt mit Mariazellerbahn von Frankenfels) – Nattersbachtal (bei Kehre der unteren Bahnschleife zwischen Laubenbachnühle und Winterbach, Weitwanderweg-04) – Schweinbergsattel – Fischbacheck – Gromanberg – Eibeckalm – Redtenbach – Frankenfels; insgesamt 12,5 km, Gehzeit ca. 5 Std.

AB Am schönsten Wegstück auf den Wiesen vor dem Hof Fischbacheck, Ausblick über die Hofrotte gegen den Eisenstein, links dahinter der ferne Hohenstein

Leider kamen über Mittag die Wolken immer höher, schwappten bald über den Sattel beim Fischbacheck – aber gerade dadurch ergaben sich besonders stimmungsvolle Bilder!

Nun kommt Annis Bilderserie:

Blick zum uns bevorstehenden Gromanberg und ins Pielachtal

Bald tauchen alle Gestalten nur mehr schemenhaft aus dem Nebel auf (AB).

Der vom ARBÖ Frankenfels betreute Wanderweg über den Gromanberg glänzt nicht nur durch das Fehlen der Sonne (natürlich keine Glanzleistung…), sondern mit den Markierungen im Lauf der Wege abseits von Güterwegen und Straßen scheint man hier überhaupt sparsam umzugehen…

AB Im Nebel - nach der Eibeckalm vor Einstieg in das steile und abschüssige Wegstück beim Leonhardmarterl - eine uralte hohle Eibe, ebenfalls mit einem Bild des Viehpatrons

Nach dem urigen Stück über den Gromanberg ist der erste steile Waldabstieg nach der Eibeckalm eine “Schlüsselstelle” der Tour. Aber wer den ganzen Marsch von Puchenstuben her schon geschafft hat, bekommt hier auch keinen “Kniewackler”. Allerdings könnte man von der neuen und ganz viel besuchten Eibeckalm (trotz Ankündigung im Sommer – nur bis 26. 10. – noch immer bewirtschaftet, aber Montag geschlossen) zum Hof Fischbach absteigen, neue tut gut-Route Nr. 3, das geht einfacher. Und eigentlich ist es egal, ob man auf der Asphaltstraße durch den Fischbachgraben oder den Redtenbachgraben nach Frankenfels hinaus marschiert. Sogar die Landschaft ist sehr ähnlich durch die geologischen Verhältnisse – einer Weitung in Lunzer Schichten folgen die engen Schluchtstellen in den harten Kalkmassen, die am Falkenstein oberhalb von Frankenfels so markant hervortreten.

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