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Beim “Herumstirln” (Stöbern) in meinem Tourenarchiv bin ich zum aktuellen Termin (Ende Jänner bis Anfang Februar) in früheren Jahren auf ganz hübsche Schitouren gestoßen. Leider geht das heuer nicht so gut, auch wegen Schneelage und Wetter, aber auch die Erinnerungen aufzufrischen ist ja ganz schön!

Genau am dritten Februar, allerdings schon 2008, waren die Verhältnisse für die Reisalpe ganz ideal! Ich gehe, egal ob mit Schi oder Schneeschuhen oder auch beim Wandern, am liebsten durch das Dürntal hinauf zum Reisalpenschutzhaus. Der Kondition entsprechend, erfolgt der Start gleich in Innerfahrafeld oder in Hohenberg. Bei der “Sparvariante” fahre ich durchs Dürntal auf der geöffneten Forststraße Richtung Brennalm bis zum Schranken, wo sich ein kleiner Parkplatz befindet. Momentan wären die Bedingungen für dieses Unternehmen günstig, denn die geschlossene Schneedecke beginnt erst weiter oben, und daher ist die Forststraße frei – allerdings nur empfehlenswert, wenn man auf sein Auto nicht zu heikel ist…

Dann geht es zuerst, eine gute halbe Stunde etwa, auf der mitunter sogar geräumten Forststraße (in einem solchen Fall für die Abfahrt eventuell problematisch) bis zur Wiese vor der Brennalm, wo der markierte Weg vom Andersbachtal über den Stadler oder anspruchsvoller über den Blümelbauer heraufkommt. Der markierte Sommersteig zweigt hier links durch einen steinigen und steilen Hohlweg ab, per Schi geht man besser die Kehre Richtung Brennalm aus. Vom danach erreichten Rand der ‘”Unteren Reisalmwiese” geht es ohnehin beliebig durch das freie Gelände hinauf.

Ausblick gegen Lilienfelder Hinteralm und Muckenkogel und besonders eindrucksvoll zum Ötscher

Nun bin ich schon auf der “Oberen Reisalmwiese” (beide sieht man vom Tal aus am besten in Hohenberg), und das Panorama entfaltet sich mit jedem Schritt imposanter, vom beherrschenden Schneeberg bis über das Hochschwabgebiet hinaus. Dazu rückt an der linken Seite der Abbruch zu den Reismäuern immer näher – im Sommer schon überaus lohnend mit den Klüftungen und Felstürmen im plattig zer”rieselnden” Gutensteiner Kalk. Bei Schneelage noch bizarrer mit Wächtenbildungen und vereisten Wandabbrüchen, allerdings mit Vorsicht zu genießen!

Schneeberg im Wolkenstau, Raureif an den verwitterten Buchen, aber auch damals auf den abgewehten Flächen nur eine dünne Neuschneeauflage.

Hier bin ich schon wieder zurück auf der gut verschneiten Hochwiese, und durch eine kurze Waldzone geht es auf das Schutzhaus zu.

Ausblick zum Gippel und Göller, vor der Hüttenwiese sogar noch eine kleine Wechte (lieber schriebe ich "Wächte", weil so gewohnt und vom mundartlichen "wah´n", so wie "Schneegwah´dn"...=

Wie Auer Karl vor kurzem im facebook berichtet hat (ich bin immer begeistert beim Miterleben seiner Beiträge, auch von Franz Sturmlechner, Robert Rosenkranz, meinem Exschüler Herbert Hoppel und der unternehmungslustigen Stefanie Bartl !). Also wie Karl berichtet hat, war das Reisalpenschutzhaus sogar jetzt mitten im Winter geöffnet – von der schon länger hier wirtenden Betreuerin, nachdem Herr Schacherl aus Türnitz als Hüttenwirt zurückgetreten ist.

Damals war das Schutzhaus jedenfalls geschlossen, und so endete die Tour tatsächlich erst beim Gipfelkreuz, wo der Hochstaff so schön – zu einer weiteren Tour verlockend – herüberschaut. Die Abfahrt ist mir nicht mehr in Erinnerung, womöglich etwas windgepresst oder sogar Bruchharsch? Gefahren bin ich bis zum Auto, auch wenn es auf der – allerdings nur dürftig geräumten – Forststraße ein paarmal sauber gekracht hat…

Alle Touren rund um die Reisalpe habe ich übrigens zuletzt (wieder, aber neu) eingehend beschrieben: “Wandererlebnis Voralpen. Die schönsten Touren vom Pielachtal bis zu den Mürzsteger Alpen”, Kral-Verlag, 2015 (mit Spezialkarten nach der Österr. Karte, was mich besonders freut). Die anderen Tourenziele (in der Überschrift vorweggenommen) kommen bald, Bilder schon in meinem facebook “Wandertipp bernhard baumgartner”. Übrigens nicht vom facebook abschrecken lassen, beim vernünftigen Gebrauch ist die Vernetzung gerade für Wanderer schon eine feine Sache, wie vorhin schon angemerkt!

Manchmal fragen wir uns selber – nichts (mehr) mit Pisten, Loipen, Backcountry oder Schitouren? Aber es ist nur so, dass Anni und ich eine zweimonatige Rekonvaleszenzzeit “durchspazieren” müssen bzw. wollen. Also war am gestrigen schönen Tag (22. Jänner) die nächste Spazierwanderung angesagt.

AB Blick von der Jubiläumsweide zum Brennhof mit "Windradl" und Sternwarte, auf dem Weg vom Durlaß-Sattel (gegen Schwarzwaldeck und Hochstaff)

Die bei Rohrbach im Blick gegen Norden über dem Talschluss des Durlaßgrabens erscheinende hohe weiße Linie ist die sogenannte Jubiläumsweide. Dort gibt es beiderseits – also gegen die Voralpen sowie über den Wiesenwienerwald und das Alpenvorland – eine wirklich weite und hübsche Aussicht. Nur der Wind sollte nicht zu heftig gehen, sonst ist es auf den freien Flächen ungemütlich!

Vom Parkplatz neben der Michelbacher Straße geht es auf einem öffentlich befahrbaren Güterweg am Gehöft Grandl vorbei hinauf zu den freien Kammrücken. Hinter einem stattlichen Mostobstbaum zeigen sich in der Ferne Schöpfl, Gföhl- und Kasberg. Über dem Michelbachtal zieht anschließend die schöne Höhenlinie vom Stollberg über Hochstraß bis zum Hegerberg. Dann müssen wir in den Schatten hinein, bis wir beim nächsten Parkplatz an der Abzweigung zum Brennhof bzw. zur Sternwarte “Antares” anlangen.

Der links hinauf weiterführende Güterweg ist gut geräumt, weil er zur Jausenstation Rosenbaum führt. Malerische Ausblicke beiderseits – und aus den Bildern mit fast jedesmal der strahlenden Sonne ergab sich der Titel dieses Beitrages!

AB Vom Parkplatz bei der Sternwarten- bzw. Brennhofabzweigung Richtung Rosenbaum

Rechts begleiten einzelne Baumgruppen und ein “Hag” aus Bäumen und Sträuchern den Weg, links oben steht in der Wiese eine einzelne riesige Linde, prachtvoll!

Linde vor Birkenhag

Von der Abzweigung Richtung Rosenbaum öffnet sich von der freien Berghöhe der Horizont der Voralpen, beherrschend vor allem der breite Unterberg, und sogar ein “Scherzerl” vom Schneeberg lässt sich noch erkennen.

Nun ist es aus mit dem gemütlichen Dahinspazieren, nur der Durchbrechversuch des Kukuhüttenwirts (er ist kurz danach mit dem Auto stecken geblieben und musste wohl durch den Durlaß und über den Groß-Sattler zur geöffneten Schutzhütte fahren) macht noch einige Spuren. Bald danach ist jedoch schon das Marterl auf der Jubiläumsweide erreicht (es zahlt sich aus, die im Innern angebrachten Infotafeln zu lesen, geschichtliche Darstellung ebenso wie die Erklärung zum Hl. Vendelin).

AB Ein solch schönes Holz hat ein am Wegrand umgeschnittener Birnbaum!

AB Viel Wärme bekommen die Dirndlknospen nicht von der winterlichen Sonne!

In einer guten halben Stunde fester Stapferei wären wir sicher noch zur Kukubauerhütte gekommen (Freitag bis Sonntag im Winter geöffnet). Aber weil wir nicht einkehren wollen, statt dessen – umkehren! Die Sonne sinkt ohnehin schon ganz schön weit, der Nordostwind beißt auf einmal resch daher, und die Temperatur sinkt schon wieder gegen minus 10 Grad, zumindest nach dem Gefühl im Gesicht und in den Fingern so geschätzt…

Am letzten Wegstück spielt die Wintersonne ihre letzten Stückerl, und dann wird es schon abendlich…

Beim “Eisernen Tor” denkt man zu allererst wohl an den Hohen Lindkogel bei Baden, wo es vor dem Schutzhaus wirklich ein eisernes Tor gibt. Eine von hohen Felswänden gesäumte kurze Klamm bei Türnitz heißt jedoch auch Eisernes Tor und führt von der Weidenau ins Retzbachtal, wo wiederum die Falkenschlucht bekannter ist als der Retzbach selbst.

Die Forststraße durch das voralpin-romantische Retzbachtal wäre keine so reizvolle Wanderstrecke, wenn nicht der muntere Bach, mehrfach sich öffnende Höhlen und vor allem die vielfältige Vegetation als Abwechslung wirkten. Neben Feucht- und Waldpflanzen sind es vor allem die an Dolomitschrofen auftretenden subalpinen Pflanzen auf dieser relativ geringen Höhe, darunter die bereits im Frühjahr blühende sehr seltene Anemonen-Schmuckblume.

Bei für Spaziergänge oder leichte Wanderungen zu hoher Schneelage ist die geräumte Forststraße durch das Retzbachtal ein großer Vorteil, noch dazu weil die Zufahrt von Türnitz durch die Weidenau jederzeit (auch bei widrigen Verhältnissen) gut passierbar ist. Und noch dazu, nach einer so strengen Frostnacht wie vom 18. auf 19. Jänner! Denn wo Wasser und Kälte zusammenkommen, dort gibt es nicht nur häufig Raureif, sondern auch meist bizarre Eisbildungen.

Die sonnige Straßenstrecke an den Bauernhöfen der Weidenau vorbei hätte auch schon zum Marschieren verlockt (nur ganz wenige Autos fahren da). Doch wir wollten gleich ins Talinnere hinein und parkten daher nach dem letzten breiten Talboden beim Bauernhof vulgo Habritzer, wo  Kleinkraftwerke betrieben werden und wo nach der zweiten Brücke ein Parkplatz ausgeschoben ist. Weiter bis zum Parkplatz nach dem Eisernen Tor zu fahren, das wäre allerdings wirklich zu schade, denn wie in der Weidenau begleiten hier mit funkelndem Raureif überzogene Sträucher und Bäume den Bach.

Früchte der Wilden Mondviole, als "Silberblattl" bekannt

Dann treten aus dem steilen Wald beiderseits unvermittelt Felsstufen hervor, und aus dem klüftigen Wettersteinkalk der hier beginnenden Klamm zum “Eisernen Tor” entspringen Quellen, besonders rechts sich direkt in den Retzbach ergießend bzw. sogar spritzend.

Dann geht es um die Felsecke herum aus dem Eisernen Tor hinaus zur folgenden noch immer engen, aber nicht als Klamm ausgeprägten Waldschlucht. Gleich neben dem dort angelegten letzten Parkplatz (mit Infotafeln des “Anthof-Naturparks”) quillt ein besonders hübsch vereistes Bächlein unter den Felsen hervor.

Nun geht es, den Talwindungen folgend, flott dahin, gerade nur von kurzen Fotohalten unterbrochen, aber länger aufhalten kann man sich wegen der Kälte ohnehin nicht. Die Sonne zeigt sich kaum in dieser Bergenge, nur ab und zu brechen ein paar Strahlen durch die dunklen Baumwipfeln oder bewirken einen warmen Lichtschimmer im Bachgeriesel.

Der Schnee am Rand der Forststraße ist erstaunlich hoch aufgehäuft, alles ringsum tief verschneit oder mit Raureifkristallen vereist. Das anscheinend malerische Hütterl entpuppt sich dann nicht etwa als Holzknecht- oder Jagdhütte, sondern ist das Turbinenhaus eines Kleinkraftwerkes. So modern diese Erschließung wirkt, so einsam ist das Retzbachtal längst geworden, während einstens hier sogar Bauernhöfe bestanden. Ein Knecht von einem dieser längst aufgelassenen Gehöfte hat vor über 150 Jahren hier den letzten Bären dieser Voralpengegend geschossen, nachdem er angeblich noch nie einen Schuß aus einem Gewehr abgegeben hat! Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er die kärgliche Kost als Wilderer immer wieder aufgebessert hat; und ich bilde mir ein, dass eine solche (oder diese hier hausende) Bärenfamilie im Naturalienkabinett des Stiftes Lilienfeld ausgestellt ist. Hinweis – das Bezirksheimatmuseum mit der Zdarsky-Sammlung ist überaus sehenswert, aber daneben wird das Stiftsmuseum – vor allem mit dem genannten Naturalienkabinett – leider oft übersehen!

Nach dem Stauweiher des Kleinkraftwerks geht es noch zügig durch das enge Tal weiter, aber eine rechts hinauf ziehende Bergwiese kündigt schon das nächste aufgelassenen Haus an – den Reiftaler. Während meiner Zeit als Volksschullehrer in Annaberg kam ich einmal sogar, vermutlich vom Kaufmann Hofmayer Franz (heute Haus Gundi) oder vom Ing. Samer (der Straßenbaufirma Lenikus) mitgenommen ins Reiftal, das damals sogar als Gasthaus in Betrieb war. Leider verfällt das in leicht historischem Alpenstil gehaltene Haus allmählich, und was mich besonders ärgert, sogar die zahlreichen Fensterscheiben sind wie an den Nebengebäuden offensichtlich zerschlagen – unverständliche Zerstörungslust, die nur grenzenloser Stupidität entspringen kann…

Bevor es danach in die nächste Felsenge geht, kehren wir dann um. Im März würden wir wohl trotz Schneelage weitergehen, denn an den folgenden Felsschrofen zur Linken könnten dann die Anemonen-Schmuckblumen zu knospen beginnen. Im Bergfrühling blühen dort vielfach Aurikel, Großblütiger Enzian, Clusius- Primeln und noch viele andere “Subalpine”. Nach der schattigen Enge im zunehmend wieder abkühlenden Retzbachtal wirkt die gemütlich breite Weidenau wie eine “Sonnenoase”. Zum Wochenende (wahrscheinlich wochentags nicht geöffnet, möchte aber keine Gäste abschrecken!) könnten wir noch im Gasthaus Plöttigmühle einkehren oder jedenfalls in Türnitz. Wenn man nicht die Umfahrung nimmt, sondern durch den historischen Markt fährt und vielleicht noch die Kirche besucht, wo die auf einer Säule stehende Madonna nach altem Pilgerbrauch umschritten wird – wir sind ja an der “Via Sacra”, der Heiligen Straße nach Mariazell.

Wir halten uns nicht auf, denn erforscht haben wir das alles intensiv genug, für das “Wandererlebnis Pilgerwege” (Neuauflage 2015) ebenso wie für mein ebenfalls 2015 ganz neues Buch “Wandererlebnis Voralpen. Die schönsten Wanderungen vom Pielachtal bis zu den Mürzsteger Alpen”. Hoffentlich wird nicht übersehen, dass der Hauptteil dieses Buches die Lillienfelder Waldmark ist!

Mein letzter Freizeittipp in “treff”, der Zeitschrift der Arbeiterkammer NÖ, führte auf den Hainfelder Kirchenberg – auf dem Titelbild waren Schneerosen, typisch für die schneelose Zeit im Dezember 2015.

Inzwischen sind noch ein Besuch des Zungen-Mäusedorn-Standorts oberhalb von der Liasnböndlhütte und aktuelle Bilder dieses “Naturschatzes” dazugekommen.

Mein neuer Beitrag “Unterwegs mit Bernhard Baumgartner” als Naturfreunde-Freizeittipp führt im Februar 2016 auf den Hochwechsel. Für alle – Pistenfreaks, Langläufer und Schitourengeher.

Meine Erinnerungen und Tourenerfahrungen sind bezüglich des Wechselgebietes besonders nachhaltig. Ich konnte bei günstigen Schnee- und Wetterverhältnissen viele gute Aufnahmen machen, allerdings noch analog, also wäre höchste Zeit, mein Bildmaterial digital zu ergänzen!

Als ich den Hochwechsel-Tipp jetzt Anfang Jänner zusammenstellte, gab es ein für den heurigen Winter (bisher) typisches Problem. Auf der sehr informativen Internetseite war ersichtlich, alle Abschnitte der Semmering-Hochwechsel-Panoramaloipe wegen Schneemangel gesperrt!

In Betrieb nur und auch erst zuletzt die Schischaukel Mönichkirchen – Mariensee und das “Kinderland” St. Corona (dieses hat nach Einstellung den alten  Kampstein-Sessellift abgelöst). Erfahrungen darüber müssen wir erst machen, und so bleibt nur, darauf zu warten, bis im Wechselgebiet die Schneefälle auch so ausgiebig sind wie bei uns seit vorgestern in den Voralpen. Heute zeigte der Schneebericht im Teletext noch nichts von längeren Loipen…

Link: www.loipeninfo.at

Bevor die Semmering-Wechsel-Panoramaloipe eingerichtet war, gab es (möglichst) alljährlich den “Wechsellauf”. Dazu wurden einige Forststraßen rund um die Marienseer Schwaig gespurt. Anni und ich kamen einmal gerade einen Tag davor dorthin und konnten die perfekten Spuren bei schönsten  Verhältnissen nachlaufen.

Als Schitour habe ich den Hochwechsel schon für die Führer “Schifahren in NÖ” und “NÖ nordisch” (mit Werner Tippelt, im Residenz-Verlag bzw. NÖ Pressehaus Buchverlag 1979 bzw. 1984 erschienen) erforscht und beschrieben. Gemeinsam mit Anni machte ich den Aufstieg von der Steyersberger Schwaig mit Abfahrt zur Wechselgrube.

Allein bewältigte ich vom Ausstieg der Marienseer Wechsellifte den Anstieg zum (geschlossenen) Wetterkoglerhaus, danach Abfahrt zur Marienseer Schwaig. Oberhalb vom Schneegraben die bizarr vereisten Nordosthänge querend, gelangte ich wieder zum Niederwechselkamm. Zurück zum Ausgangspunkt war die Umfahrung der “Steinernen Stiege” das Hauptproblem, ebenso schließlich die allzu schnell verfliegende Zeit (Abfahrt über die Pisten um ca. 16.30 Uhr und das Anfang Jänner).

Die in diesem Artikel verwendeten Bilder stammen alle von dieser Tour (am 3. Jänner vor längerer Zeit…). Zugleich wollte ich erklären, wieso nun plötzlich Bilder vom Hochwechsel in meine facebook-Seiten kommen (unter “Wandertipp bernhard baumgartner”).

Die unter 1000 m noch immer schneelosen Verhältnisse boten für mich die beste Gelegenheit, mich wieder einmal nach diesem fast einzigartigen Vorkommen von einer der seltensten Pflanzen Österreichs umzuschauen. Der 12. Jänner war trotz Sturm, aber mit wenig Sonne (für das Fotografieren im Wald nützlich!) passend, und so machte ich mich durch das Kirchtal auf zum Liasnböndl.

Nach meiner “auffrischenden” Begehung kann mittels der Beschreibung der Standort ganz leicht gefunden werden: Oberhalb vom Liasnböndl zum “Serpentinenweg” (rot-404 markiert), diesen im Wald rechts entlang. Bei der Kehre nach links (Markierungspunkte der voriges Jahr geplanten Forststraße Nr. 9 bis 13), bei der nächsten Kehre nach rechts bis zur Kehre vor dem Buchenwaldschlag mit Bankerl, hier links weiter. Wo sich der Weg deutlich um den Rücken wendet, wird es ernst, denn bald kann man oberhalb der Wegböschung einige (kleinere) Exemplare entdecken (eines sogar mit Fruchtbeere). Dann quert man eine auch als Wegabschneider benützte steile Ziehrinne. Hier stehen die beiden größten Pflanzengruppen – wenig unterhalb neben der Rinne links, wenig oberhalb links neben der Rinne (immer in Blickrichtung bergab bzw. bergauf).

Das Vorkommen reicht bis zur nächsten (vierten vom Liasnböndl) Kehre, wo der Hubersteig einmündet, jedoch nicht diesen aufwärts entlang gehen, sondern auf dem rot-404 markierten Serpentinenweg noch ein Stück weiter, wobei wieder die Ziehrinne gequert wird (Forststraßenmarkierungen um Nr. 40). In diesem Bereich findet man immer wieder Zungen-Mäusedorn-Exemplare, einzeln oder in Gruppen, kleine Pflanzen oder kräftigere Gruppen.

Heuriger Zustand: Etwas weniger auffallend als in den Vorjahren, vielleicht durch die starke Laubbedeckung (Vorteil – schützt vor Verbiss durch das Rehwild) und die weniger zahlreichen Beeren. Wenn vom bereits geplanten und ausgesteckten Forststraßenbau abgesehen wird (wie von Herrn Bürgermeister Pitterle vor einem Jahr bestätigt, die Waldnutzungsplanung sollte an die Hochschule für Bodenkultur in Wien übergeben werden), kann diesem einzigartig hochwertigen Standort und damit dem Zungen-Mäusedorn eigentlich nichts passieren! Nur durch menschliche Eingriffe kann er nachhaltig geschädigt werden – daher: nur anschauen und fotografieren, keinesfalls Zweige abbrechen oder Beeren pflücken (diese sichern den zahlreichen Nachwuchs). Nicht nur weil diese Pflanze den strengsten Naturschutz genießt, sondern auch wegen der ernsten ethischen Verantwortlichkeit jedes Wanderers und Besuchers! Leider musste schon früher festgestellt werden – etwa bezüglich des Schwalbenwurz-Enzians in der Umgebung des Parkplatzes der Ebenwaldstraße nach deren Eröffnung in den 1950er Jahren – dass ein noch so agiles Pflanzenvorkommen vollkommen ausgerottet werden kann…

Was ich diesmal nicht feststellen konnte -  Blüten des Zungen-Mäusedorns (das zweite Bild stammt vom 14. März 2014), die in den letzten Jahren sogar im Hochwinter vorhanden waren, obwohl die Blütezeit erst in das zeitige Frühjahr fällt. Beim ersten Bild bin ich mir nicht sicher, ob es sich um eine verwelkte Blüte mit Ansatz der Fruchtbeere oder um eine Knospe handelt.

Die Pflanze ist zwar irgendwie sehr dekorativ und vor allem in botansicher Hinsicht kurios (wie ich in einem Artikel in der Hainfelder Zeitung voriges Jahr ausgeführt habe). Sie ist weder schädlich (ungiftig) noch nützlich – außer im Sinn einer Bereicherung unserer heimischen Natur. Darum trachte ich danach, mit den entsprechenden Kontakten (Gutachten des Botanischen Instituts der Universität Wien, Herr Prof. Manfred Fischer, wurden in Zusammenarbeit mit Prof. Karl Oswald aus Lilienfeld bereits angeregt) und Überzeugungsarbeit bei den Naturschutzbehörden und – vor allem! – bei den Verantwortlichen der Stadtgemeinde Hainfeld, die Erklärung dieses Standortes zu einem “Naturdenkmal Zungen-Mäusedorn auf dem Hainfelder Kirchenberg” zu erwirken. Für Hainfeld und den Kirchenberg würde das eine tatsächlich einzigartige Gelegenheit bedeuten und  einen einmaligen Naturschatz aufwerten - für alle Naturliebhabern und Wanderern!

Beim Abstieg ins Kirchtal bin ich übrigens dem etwas vereisten Grabensteig (entlang der Markierung) ausgewichen und dabei vor einer bäuerlichen Zauntor-Besonderheit gestanden, einer sogenannten “Schussluckn”. So benannt nach den zum Öffnen leicht herausziehbaren Stangen. Das Berggasthaus im St. Veiter Kerschenbach heißt übrigens ebenso, dadurch bin ich erst auf die Bedeutung dieses Namens draufgekommen, allerding heißt es im amtlichen Telefonbuch beziehungsvoll (aber sicher unbeabsichtigt): “Schlussluckn” !

Hier der Artikel über den Zungen-Mäusedorn im Link zur weiteren Information:

http://niederoesterreich.naturfreunde.at/Berichte/detail/38767/

Nach dem sonntäglichen “Geländespazierer” von der Kleinzeller Kirche aus wollten wir heute, vor Eintreffen von Schlechtwetter und Winterkälte, eigentlich nach Mitterbach fahren und rund um den Erlaufklauser Stausee wandern. Doch die Nebelschwaden bei Reith und eine Straßensperre wegen Baumschlägerungen veranlassten uns zum Umdrehen und eine Runde um den Tannbach zu machen.

Jahreszeitlicher Vergleich - 19. November gegenüber 18. Dezember, allerdings bereits 2011 !

Heute, am 11. Jänner 2016, waren die Verhältnisse zwischen diesen beiden Extremen – geringe und teilweise schon wieder abgetaute (von der Sonne aufgesogene) Schneelage im Gelände, präparierte Pisten (gerade für den Schibetrieb ausreichend). Wir fuhren also neben der Sägemühle hinein in das etwas vereiste Tannbachtal, zum Glück ohne Gegenverkehr, und parkten noch vor dem Stadlerhof, wo gerade Frau Vroni Wagner mit dem Auto wegfuhr, sodass wir nicht zu einem sonst üblichen “Plauscherl” kamen.

Kurz vor der Kreuzung, wo es links zum Hennester hinaufgeht bzw. gegenüber zum Reidl, befindet sich ein kleiner Teich (beide Bilder von Anni) – ein noch nicht entdeckter Vordergrund zu einer Aufnahme gegen Hocheck und Bichleralm, der sich von der Wiese oberhalb (neben dem blau markierten Aufstieg Richtung Wastl am Wald) ergibt. Nach dem Stadler mit seiner großen Gästepension und den netten Pferden in ihrer Koppel mussten wir die (zum Glück weiche) Schipiste überqueren, weil ich schon wieder einmal dort “unorientiert” war, denn die Straße zum Waldbauern verläuft unten im Graben am Tannbach entlang. Dann ging es beim Solnreither vorbei (die Kinder beider Bauern, heute auch schon im Pensionsalter, waren seinerzeit meine Schüler in der Annaberger Volksschule). Die Straße bzw. der Güterweg bis zum Waldbauern war teilweise vereist, und auch das Wetter schlug immer mehr um. Hatte bei der Zufahrt im Lassingtal der Ötscher prachtvoll weiß in der Sonne geleuchtet, war er jetzt im aufziehenden Schlechtwetter zwar immer noch frei, aber schon sehr “ergraut”. Eine überraschende Begegnung mit dem Annaberger Peter Hofmayer und Frau – sobald wir uns “erkannten”, gab es ein sehr nettes Gespräch, danke! – brachte uns auf die Variante zum Rückweg. Wir folgten der Route Richtung Annaberg bis zur Piste des Verbindungsliftes (Pfarrerboden – Reidl) und marschierten rechts hinab zum unteren Ende der Reidlwiese an der Stelle der abgerissenen alten Reidlhütte. Ringsum tummelten sich Kinder auf Schikurs oder beim Wintererlebnis mit Schneeschuhen oder beim Bauen einer Schneeburg.

Dort zweigt der den Tannbach querende Fahrweg zum Stadler hinüber ab, und als wir diese Stelle passierten, fiel mir rechts oberhalb der Bachmulde eine Steinmauer auf – der Damm eines “Fluders” (eigentlich Fluter, der zu einer Mühle führende Wasserkanal). Die Wegtafel Richtung Tannbachweg bestätigte, dort steht neben einem größeren Wohnhaus (ich bin mir nicht sicher, ob dieses das Urstögerhaus ist, von wo ein Mädchen namens Monika einst nach Annaberg zur Schule ging, jedenfalls noch Haupttürnitzrotte Nr. 6) das schön renovierte Holzgebäude der Tannbachmühle. Weil wir solche Anlagen immer wieder beachten und ihre Wasserzuläufe verfolgen, haben wir sie gleich im Bild festgehalten (analog zu den in Südtirol beobachteten Waalen, dort allerdings zur Bewässerung angelegt; auch in Lilienfeld zur ehemaligen Stiftsmühle gegenüber dem Meierhof ein solcher sehr langer Wasserlauf).

Der leere verschneite "Fluder" und das Wasserbecken vor der Überleitung zur Mühle.

Überleitung in die Mühle (darunter ein Steigbaum hinauf zum derzeit leeren Becken) und die bewegliche Holzrinne zur Regelung des Zuflusses auf das Wasserrad

Die renovierte Tannbachmühle (Fotos gemischt von Anni und mir)

Als Abschluss noch eine idyllische Ansicht vom Teich vor der Hennesterkreuzung – unser Umdisponieren von Erlaufklause zum Tannbach hat sich sicher gelohnt. In zwei Wochen werden wir sicher und hoffentlich auf mehr Schnee am Hennesteck Schi fahren, weil die Volksschule Lilienfeld und daher unser Enkel Felix sich dort auf Schikurs befindet, auf jeden Fall beim Abschlussrennen!

Der Wiesenwienerwald (zwischen Laaben-, Gölsen- und Traisental) setzt sich westwärts in den Randbergen entlang des Mostviertler Alpenrandes fort. Die Landschaft ist dort sehr ähnlich, zeigt aber ausgeprägtere Gipfelformen, die sich in von Osten nach Westen streichenden Bergrücken anordnen. Zwischen Traisen- und Pielachtal erheben sich der Kaiserkogel bei Eschenau und der Geisbühel zwischen Rabenstein und Tradigist. Zugleich bieten diese “Schutzhüttengipfel” eine großzügige Überschreitung, die man von St. Pölten aus mittels der Traisentalbahn und der Mariazellerbahn unternehmen kann.

Karte aus meinem “Wandererlebnis Voralpen. Die schönsten Wanderungen vom Pielachtal bis zu den Mürzsteger Alpen” (Ergebnis der letzten drei Jahre mit “Touren vor der Haustür”), mit geringen Geburtswehen wieder durch das bewährten Kral-Verlag-Team von Robert Ivancich und Sonja Franzke herausgegeben. Besonders schön geworden sind die zahlreichen Bilder und die Spezialkarten nach der Österr. Karte 1 : 50 000.

Während im Garten die ersten Schneeglöckchen schon ihre Knospen zum nickenden Blütenstand neigen, machen wir uns am 7. Jänner zu einer späten Nachmittagswanderung auf. Obwohl der Nebel im Gölsental sich zögernd lichtet und gegen Traisen zu dichtere Wolken aufgezogen sind, wollen wir ein besonders hübsches Stück der vorher beschriebenen Wanderroute nachspazieren.

Es ist der Meiselberg zwischen Rotheau und dem Kaiserkogel, den man (ohne die Kaiserkogelhütte) über das Plambacheck nach Hofstetten überschreiten könnte, sozusagen als kürzere Variante zur Tour nach Rabenstein. Unser Ausgangspunkt für eine kleine und bei klarer Sicht besonders schöne “Outdoor-Runde” ist die Meiselhöhe (Straßensattel zwischen Steubach und Plambach). Beim Wetterluckenhof vorbei geht es in dichtestem Nebel und bei eisigem Südostwind vorbei zur Kammhöhe, wo die Markierung von Rotheau heraufkommt. Schattengleich schälen sich die teils urigen Baumbestände aus dem Grau, als wir auf der Kammhöhe weg- und markierungslos gegen Westen gehen.

AB Meiselberg mit Blick übers Pielachtal, so haben wir uns den Höhenweg eigentlich vorgestellt!

Aber noch ist alles grau, bis wir den flachen Rücken hinter uns haben und sich die von Hecken begleiteten südseitigen Kammwiesen allmählich bergab neigen – plötzlich erscheint die späte Sonne wie eine golden schimmernde Scheibe in den Nebelschleiern!

Mit jedem Schritt nimmt die Sicht eine Spur zu und gibt eine fast weltferne Landschaft voll Winterstimmung frei.

In Erwartung der Nebellage haben wir nicht einmal die Kameras mitgenommen, nur die kleine Canon IXUS, mit der wir uns nun abwechseln, daher sind alle Fotos gemischt AB & BB…

Gehspuren wie nahe dem markierten Kaiserkogelweg (von Rotheau, beim Wetterluckenhof vorbei) gibt es längst nicht mehr, außer von Rehen und vor allem von Hasen. Die sind überhaupt um diese Zeit fleißig unterwegs, und im Vorjahr haben wir in der Nähe die liebestollen Sprungspuren der Langohren sehen können. Die dem Kamm folgende Strauchzeile scheint überhaupt ein Hauptverkehrsweg fürs Wild zu sein. Dann wechseln wir (wie oben zu sehen) durch eine Lücke im Heckenverlauf und gehen über die Wiesen zum nächsten Gehöft hinunter (Panzenöd vermutlich, ohne in die Karte zu schauen). Hier stehen einzelne Bäume in lockerer Reihe, als wären sie sich ihrer Rolle als Vordergrund ernstlich bewusst!

Gegen das Plambacheck zu wird die Sicht immer freier, denn der Südostwind hat die Nebelhaube von der Meiselhöhe her angestaut, und nun öffnet sich an der Leeseite der Blick zum schon abendlich wirkenden Himmel. Die späte Sonne betätigt sich dazu als Maler in Licht und Schatten…

Eine besonders urige verwitterte Baumgestalt steht noch immer mit ihrem Stammstrunk samt “Guckerl”, jedesmal eine Herausforderung zum Fotografieren!

Hier sicher - BB Breitformat, AB Hochformat

Der Sonnenball bewegt sich nun schon vom fast unwirklichen Himmelsblau auf die schimmernden Wolkenbänke zu, dann gehen wir mit jedem Schritt weiter bergab  in die Nebelschichten hinein, bis alles ringsherum wieder grau ist…

Als wir in fast schon dunklem Grau zurück zur Meiselhöhe gehen,  kommt es uns letztlich wie ein Traum vor, was wir bei unserer “Nebelwanderung” erlebt haben…

Raureifwanderung am Großen Steinberg

Der Große Steinberg bei Rohrbach an der Gölsen gehört zu den schönsten Wanderzielen im Wiesenwienerwald und ist (die Rohrbacher ausgenommen) ein echter Geheimtipp.

Ob als kurzer Gipfelspaziergang vom Durlaß oder Kerschenbach (für die St. Veiter – von der ”Schußluckn” aus) oder noch besser als ausgedehnte Überschreitung: Von Rohrbach über die “Teufelsstiege” zu den einsamen Gipfelwiesen, dann zur Sattler-Kapelle und beliebig zur Kukubauerhütte mit der wahrscheinlich schon dringend erwarteten Einkehr. Abstieg nach St. Veit an der Gölsen auf dem “Naturerlebnisweg Wiesenwienerwald” (Windkreuz = nördlichster Punkt des Bezirkes Lilienfeld – Göllersreiter – Roßwürger – Schwarzengruberhöhe – gelbe Markierung in den Kerschenbach). Rückfahrt stündlich mit Bahn nach Rohrbach. Insgesamt ca. 5 Stunden Gehzeit.

Das Rohrbacher "Firmlingskreuz"

Am 4. Jänner war es endlich so weit – es begann ein bisschen ausführlicher zu schneien! Übrigens der letzte Schnee bis ins Tal seit dem 1. Adventwochenende… Also scheint der Weihnachtsfrühling doch eine (hoffentlich nicht zu kleine) Pause zu machen!

Am schon relativ lang stehenden neuen Haus neben dem Klein Steinberger könnte man über die Wiesen gegen Nordwesten zum Berggasthof “Schußluckn” im Kerschenbach absteigen oder bei Aufstieg über die “Teufelsstiege” dem Südwestrücken folgen bis ein links abzweigender Forstweg zurück zum Anstieg von Rohrbach führt. Zwei sehr empfehlenswerte kleine Runden und bei klarer Sicht traumhaft!

Endlich winterlich! Das passt bestens zum heutigen Tag (5. Jänner) – gerade beim Schreiben des Berichtes, noch besser als bei unserer gestrigen Wanderung, denn über Nacht hat es noch weitergeschneit und heute früh bei klarem Himmel fest gefroren.

Inzwischen sind bei uns die Heiligen Drei Könige (Maria Matuvic, Jakob Schoisengeyer, Jakob und Jonas Enk in Begleitung von Mag. Willi Erber) eingetroffen. Draußen strahlt die Sonne, und es ist ein herrlicher Wintertag!

So wie der Kleinzeller Hochstaff unter den Voralpenbergen mit seiner felsigen Pyramide fast ein Kuriosum darstellt, verbirgt sich im Talschluss des Wiesenbachs – im Schindeltal – eine fast “tirolisch” anmutende Szenerie. Endlos steile Waldhänge, schroffe Felsstufen, der über Blöcke gischtende Bach, dazu Jagdhäuser im Stil von “anno dazumal”.

Villa Waldesruh, dahinter die Felsen am Eingang des Gaisgrabens mit der Abbruchnische eines Felsüberhanges im Jurakalk. Gleich nach der Talgabelung nach dem Neutaler / Birkner, wo es rechts ins Engelthal hineingeht, kommt man links gehend zum ersten Beispiel der Land- und Forsthauskultur. Der ehem. Hof Gaisböck dahinter scheint  zwar allmählich zu verfallen, aber gleich danach folgt das Bergsturzgelände mit riesigen Blöcken und einem Votivkreuz samt Hubertusbild.

Die Besitzverhältnisse, vor allem die historischen interessant, kann man im “St. Veiter Häuserbuch” nachlesen (mit Mag. Wilfried Gramm 2007 verfasst und von der Marktgemeinde herausgegeben, auch dort erhältlich). Mit der “Wiesenbacher Heimatkunde” von Förster Johann Schweiger und den Artikeln in den Bänden der “Lilienfelder Heimatkunde” über die Evangelischen im Bezirk oder über die Holzbringung u. a. ist das Häuserbuch die aktuelle Quelle über den Wiesenbach und die anderen Katastralgemeinden von St. Veit an der Gölsen. Die für mich spannendsten Kapitel waren eben jene über Innerwiesenbach und sein ehemaliges Holzknechtdorf im Engelthal sowie über die abgekommenen Siedlungen am Ebenwald, soweit es St. Veit betrifft.

Schindeltal Nr. 4 (nach der neuen Hausnummernbezeichnung) "Forsthaus", erbaut um 1902 auf einer älteren Hausstelle, Besitz Cody.

Die Schindeltal-Kapelle, erbaut nach 1909 unter Ernst Graf Harrach

Der Gaisgraben, an dessen Eingang das “Forsthaus” steht, ist eine wilde voralpine Landschaft. Über Forstwege kann man hier zum Ebenwald hinaufgehen und von der Kleinzeller Hinteralm am gelb markierten Weg wieder ins Schindeltal absteigen. Auch unter den aktuellen Besitzern (Metzger) wurde der Brauch weitergeführt, in der Kapelle eine Weihnachtsandacht abzuhalten. Früher wurden bei diesem Anlass die damals armen Wiesenbacher Kinder beschenkt…

Der “Schindeltaler”, früher Inner-Wiesenbach Nr. 14 (nun Schindeltal Nr. 5). ist bereits 1321 in einem Göttweiger Urbar genannt. 1900 ging das Anwesen samt den ausgedehnten Gründen aus bäuerlichem Besitz an städtische Interessenten über. Zu den früheren Besitzern ab 1920 gehörten die Familien Karpeles-Schenker, von 1938 bis nach Kriegsende arisiert, folgten nach Rückstellung Dr. Seidler und Fam. Fröschl, seit 2005 Kauf durch Helmut und Christa Metzler (alles im Häuserbuch enthalten, nach den alten Urbaren und dem Kataster von 1821 von mir zusammengestellt, vom Grundbauch ab Mitte des 19. Jhs. durch Mag. Wilfried Gramm).

Die “Villa” dahinter  (später als “Schenkervilla” bezeichnet) wurde um 1910 in Heimatstilformen erbaut. Der Weiterweg durch das Schindeltal führt sehr malerisch immer weiter ins enge Tal hinein, dann folgt von der Wendung der Forststraßen (rechts abzweigend kommt man zu einem bemerkenswerten Wasserfall) der gelb markierte Steig zur Kleinzeller Hinteralm hinauf. Zum Glück besteht hier eine alteingesessene Markierung, sodass der Wanderweg (im Gegensatz zum Moritzgraben) ganzjährig geöffnet ist.

Unter  den längeren Wege zur Gföhlberghütte ist jener von Hainfeld wohl der schönste. Über den Vollberg hinweg zum Sattel der Prünst beim Stoiber und weiter über den Kasberg zum Gföhlberg. Dort kann man seit einiger Zeit auch ausgiebiger einkehren. Aber – wie kommt man zurück zum Ausgangspunkt? Einfach über Kaumberg, klingt nicht recht vernünftig. Sobald die Klammhöhe erreicht ist, geht es über den blau markierte Weg nach Kaumberg – Autobusstation zur Verbindung mit dem Mariazeller Autobus nach Hainfeld, also eine günstige Streckenwanderung, tagesfüllend.

Ein kleines Stück haben wir heute als Spazierwanderung begangen, weil gerade noch Zeit nach einem Einkaufsbummel in Hainfeld war.

AB Vom Stoiber an der Kapelle vorbei...

In Hainfeld spaziert man zumeist auf den Waldwegen am Vollberg herum, und die jenseitigen Fluren in der weitläufigen Prünst bleiben unbeachtet. Doch gerade dort ist die Landschaft überaus lieblich. In meinem ersten Wanderführer über “Die Voralpen an Traisen und Gölsen” habe ich vor endlos langer Zeit geschrieben: …”das Musterbeispiel einer gesunden Kulturlandschaft”…

Zwischen Stoiber und Groß Grill

Heute war dieselbe Wetterlage wie vorgestern – Auflockerung im Westen, doch von Südosten her drückte der kalte Wind die Wolkenmassen vom Triestingtal her über den Gerichtsberg. Auf dem Steinberg etwa haben die Nebel bei den Minusgraden ihren Raureifmantel gebreitet. Aber das haben wir erst zu spät bemerkt, und wir waren schon vom Stoiber Richtung Vollberg unterwegs.

Wie im Waldviertel…

Nebel und scharfer Wind, sanft gewellte Wiesen, Baumreihen, dunkler Waldrand, dazu einzelne Gehöfte. “Nordischer” kann es auch im Waldviertel nicht zugehen.

Wir stecken unterhalb der Nebeldecke, die aber ständig in Bewegung ist, ihre Schleier lüftet und wieder verdichtet. Ab und zu schimmert sogar die Sonne als fahle Scheibe aus dem Grau.

Beim Groß-Grill steht noch immer die Schirmföhre, die ich 1976 schon erwähnt habe, nun allerdings von Gittern und Zäunen einer Pferdekoppel umgeben. Im verwilderten Obstgarten dahinter wuchern Misteln auf den knorrigen Ästen. Daneben ein in groben Schollen frisch umgebrochener Acker, die Furchen halten noch den Schnee vom Vortag. Eigenartig sind die Wiesen schon wieder schneefrei als hätten die Grashalme das Weiß eilig wieder abgeschüttelt. Auf dem Fahrweg ist der kaum Zentimeter hohe Schnee liegen geblieben, und die Fahrspuren schlingen sich als weiße Bögen durchs Gelände.

AB Beim Groß Grill steht außerdem ein knorriger Asperlbaum, voll mit Früchten und nicht geerntet...

 

Schwer bepackt mit (für Weihnachten verspäteten) Tannenzweigen und Misteln, die für den Neujahrsschmuck zu spät gekommen sind, wandern wir dann mit Rückenwind zurück zum Stoiber.

Winterlich war es heute, trotz Schneemangel, aber immerhin mit Frost – und in unserem Garten an der St. Veiter Sonnseite haben sich heute die Knospenköpfe der Schneeglöcken von der anfangs aufrechten in die nickende Stellung geneigt. Bereit zum Aufblühen, und das am 2. Jänner!

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