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Mein Tourenbuch vom Kirchbergurlaub geht weiter -

Dienstag, 11. August, von Aschau im Spertental in den Unteren Grund

Von Kirchberg führt die Straße taleinwärts, an der Talstationen der Winterziele KIWEST und Pengelstein vorbei, zum Dörfchen Aschau. Dort gibt es einen hübsch eingerichteten Kneipp-Park und am Kirchenplatz den “Gredwirt” – beides am Samstag dieser Woche mit Sonja & Hannes  & Elena nach dem Tierpark Aurach besucht. Über der Talgabelung ragt der markante Große Rettenstein auf, und den rechts abzweigenden Unteren Grund haben wir schon mehrfach bewandert, sogar im Winter als Backcountry-Tourenlauf und bei einer grandios schönen Tour auf den Tanzkogel (2003). Diesmal folgten wir unseren Spuren bis in den Talhintergrund, wo wir schon einmal nahe am Hauptkamm mit der Geigenscharte bis zur Hochalm / Westerachalm gekommen sind (2014, Berichte im Blog folgen). Diesmal finden wir die Zufahrtsmöglichkeit neu geregelt vor: Am Wasserfall-Schauplatz und an der Schaukäserei “Kasplatzl” vorbei, zur Abzweigung der Einkehrmöglichkeit Labalm, dann auf durch Bergsturz hoch an den Hang verlegter Schotterstraße, zuletzt bergab zum Parkplatz vor der Stallbach-Grundalm (ca. 13oo m). Hier ist Schluss, eigentlich auch für die Mountainbiker, die sich aber nicht viel darum zu kümmern scheinen (wie die einheimischen Almfahrer anscheinend ohne Begrenzung).

In den Karten (Österr. Karte bzw. Kitzbühler Karte gegenüber F & B-WK 302) gibt es da ein paar Unklarheiten, ich halte mich an die ersteren und anscheinend aktuelleren. Rechts von uns liegt die Stallbach-Grundalm, und hier geht auch die Markierung zum Tanzkogel hinauf. Wir folgen der Almstraße links leicht hinan zur Karalm mit Kaser und kleiner Kapelle, dann folgt ein weiter Wiesenboden, bis sich die Straße mit mehreren Kurven über die nächste Talstufe hinaufschlängelt. Immer überragt von der Felskrone des Großen Rettensteins, gibt es am Wegrand noch immer bunte Blütenbestände und auch Heidelbeerflächen. Zwei Abzweigungen gibt es – zur kleinen Kar-Hochalm und zur am Hang weit talwärts hoch gelegenen Steinfeldalm unter dem Rettenstein. Nun dauert es nur mehr ein kurzes Stück bis zur Straßenkehre (rechts Straße bis zur Stallbach Hochalm am Tanzkogel), wo wir 2014 noch unsere höchste Zufahrts- und Parkmöglichkeiten hatten (dort geht es weiter über die Herrensteigscharte oder über die Geigenscharte hinüber in den Pinzgau).

Der Wanderweg führt am gischtenden Bach entlang höher, wo wir im Juni 2014 noch Schneebrücken überschreiten konnten. Nun blüht es hier rechts hübsch, vor allem das uns aus den Zentralalpen bekannte Endivienblättrige Habichtskraut erscheint für Kalkalpenwanderer als Besonderheit. Wir sind nun auf etwa 1500 m angelangt, der Freytag&Berndt-Karte heißt es hier Niederalm, während die Hochalm (beide Westerachalm) noch ein Stück höher liegt.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns diesmal (schon hier) auf den Rückweg, aber bei den Waldkurven der Talstufe gibt es noch ein kleines Heidelbeerparadies zu finden, bevor es durch den anschließenden Wiesengrund wieder zurück zum Parkplatz unterhalb der Karalm geht. Das Wetter hat wunderbar gehalten, und die wenig anstrengende Wanderung im landschaftlich ansprechenden Talhintergrund hat uns sehr gefallen. Etwas peinlich ist nur, wenn man mit dem Auto (wenn auch langsam, um nicht zu sehr zu stauben) an den Wanderern vorbeifährt, die schon draußen in Aschau ihre Tour begonnen haben…

Einen Höhepunkt hätte ich beinahe vergessen, obwohl ein ganz eindrucksvolle Erinnerung – von der Karalm taleinwärts erstreckt sich das Weidegebiet für die wild herumlaufenden Hengste, ein Prachtbild in dieser alpinen Umgebung!

Eigentlich wäre für 2020 schon im Frühsommer eine ausgedehnte Reise an der italienischen Adriaküste nicht nur geplant, sondern sogar schon vorbereitet gewesen (mit Zwischenstop bei den den Euganeischen Hügeln). Aber letztlich hat die Coronaepidemie alles verändert… Gebucht haben wir den Umständen entsprechend zweimal eine Woche Ferienwohnung, wie schon bewährt bei Sowegeno, die erste davon allerdings auch erst hochsommerlich im August.

Kirchberg in Tirol vom 9. bis 16. August

Unsere Wohnung am Achenweg, Anfahrt über Salzburg / Walserberg, obwohl dort auch immer wieder kontrolliert und gestaut wird. Am Sonntag, 9. 8., ging es aber ganz flott. So konnten wir noch einen Abstecher zum Pillersee machen und dort herumspazieren (Sumpfwiesen bei St. Ulrich mit Teufelsabbiss, verblühtem Sumpf-Läusekraut und Fieberkleeblättern). Um den Abend noch zu füllen, fuhren wir (nach Verhauer beim Maierllift, richtig dann von der Schirast bei der Pengelsteinbahn) hinauf zum Maierl und wanderten ein Stück Richtung Fleckalm. Mit dieser Fahrt über die schmalen Güterwege war unser Bedarf nach Autobergfahrten gedeckt, obwohl wir zum Glück keinen Gegenverkehr an den heiklen Stellen hatten.

Montag, 10. August, Pass Thurn / Panoramabahn bis Hanglhöhe – fantastischer Tauernblick!

Das herrliche Wetter lockte uns gleich in die Gipfelregion hinauf, und den schönsten Blick von den “Grasbergen” der Kitzbühler Alpen zu den “Keesbergen” der Venedigergruppe in den Hohen Tauern gibt es natürlich vom Panoramaweg westlich des Pass Thurn, wo die große Schirunde von Kitzbühel her ihre Wende hat. Der Landschaftseindruck in der Nähe betrachtet, ist naturhaft nur mehr rudimentär, denn im Schigebiet überwiegen die im Sommer störenden Verbauungen, sogar der unter Plastiplanen konservierte Schneevorrat für die ersten Wintertage gehört dazu!

Als “Wanderwege” werden eher die Alm- bzw. Liftstraßen den Gästen nahegebracht, für Naturwege muss man sich halt abseits davon über die Grasrücken halten. Die Blumenwelt ist aber auch hier schon nicht mehr in der prächtigsten Entwicklung, immerhin blühen die Schmalblättrigen Weidenröschen gerade voll auf. Ein interessanter Naturpunkt befindet sich nahe unserem Rastplatz auf dem “Hangl” (einem Alm- und Liftkogel halbwegs zwischen Resterhöhe, dem Startpunkt, und dem “Zweitausender genannten Gipfel). Hier liegt ein Block von Zentralgneis auf dem Rasen, der aber nur aus den Hohen Tauern drüben stammen kann und von den Eiszeitgletschern herbefördert wurde, die Schieferbrocken der Grauwackenzone (zu der die Kitzbühler Alpen ja gehören) wirken voll durch den Farb- und Strukturgegensatz. Nicht nur der Großvenediger mit seinen Trabanten, die sich natürlich ins zentrale Blickfeld postieren, sondern auch der Großglockner wird sichtbar, von Wolken umflort und in eher ungewöhnlich voll zugespitztem Profil.

Annis Panorama (Bilder wie immer “gemischt”) reicht über das Salzachtal hinweg auf Glockner-, Granatspitz-, Venediger- und Reichenspitzgruppe, rechts der Wildkogel – auch ein Schigebiet vom Oberpinzgau her und ein Paradeblickpunkt. Aus den nahen umgebenden Grasbergen ragt nur ein scharfer Zacken auf, der große Rettenstein, und beim Rückweg (teilweise entlang der Almstraße) kommen hinter dem Kitzbühler Horn (einem unserer nächsten Ziele) auch die “Steinberge” von Leogang und Lofer sowie der Wilde Kaiser hervor – insgesamt drei markante Landschaften der Alpen in der Mitte Österreichs sind hier beisammen zu sehen!

Nach der Talfahrt von der Resterhöhe verzichten wir auf den Rundweg durch das Waasenmoor am Pass Thurn, zu sehr hab uns die dort ausgebrochene Bauwut verärgert – im ORF-Fernsehen unlängst gezeigt – die profitgierigen Investoren kümmern sich keinen Deut um den Naturschutz, und die unmittelbare Natur als höchsten Schatz unseres Landes zu bewahren, dazu sind die lokalen und überregionalen Politiker anscheinend nicht willens oder imstande. Unser schon einmal ausgekosteter Schwammerlplatz nahe dem Passübergang wird also diesmal verschmäht, und wir freuen uns schon auf eine echte und nicht verbaute Naturgegend am nächsten Wandertag!

Schon allein wegen dem Nachholbedarf an Digitalbildern ist heuer die pannonische Region bei unseren Ausflügen im Vordergrund gestanden, also haben wir uns mehrfach ostwärts bewegt, wenn auch “Orient” ziemlich übertrieben erscheinen mag… Wenig bekannt und immer wieder interessant, auch im Vergleich zu den Aufzeichnungen vor mehr als 20 Jahren, sind die Sanddünen im Naturschutzgebiet Sandberge Oberweiden. Im Vergleich zum letzten Besuch im Frühsommer jetzt eigentlich eine “Nachlese” gegen Ende August. Die Blüte des Sandgipskrauts ist sicher längst vorbei, aber vielleicht kommen wir endlich den “Steppenrollern” intensiver auf die Spur!

Zu den beiden ersten Landschaftsstimmungen kommen gleich die aktuellen Raritäten – Sandnelke am einzigen Standort Österreichs, vereint mit Sand-Strohblumen, alles bereits am Abblühen, und in einem Feld-Mannstreu haben sich bereits die abgerissenen Stängel des Rispen-Gipskrauts (als “Steppenroller” abgerissen und vom Wind verweht) verfangen, sie türmen sich an jedem Hindernis haufenweise!

Die lange Zufahrt von fast 150 km ist wieder einmal mit einem Besuch in MaLa (Maria Lanzendorf) verbunden, sonst wäre die Fahrt als Tagestour wirklich nicht zu verantworten… Wir halten uns aber nirgends (Hainburg, Schlosshof / Niederweiden, Marchegg) auf und fahren direkt über Donaubrücke Deutsch-Altenburg, Groissenbrunn, Lassee, Schönfeld zum Ausgangspunkt (Richtung Oberweiden). Diesmal benützen wir nicht den heuer schon einmal gewählten Zugang, sausen natürlich an der Naturschutztafel des “Normalweges” zum Sandberg vorbei, aber gleich danach vermittelt eine Sandstraße ebenfalls zum Ziel, noch dazu landen wir bei einem Infoplatz etwa in der Mitte des Hügelzuges, aber an dessen etwas mehr bewaldeter Nordseite. Übrigens ist der Waldstreifen bis hin zur Straße teilweise gerodet und anscheinend aufgeforstet und noch dazu eingezäunt!

Wir begehen den Hügelrücken in Südostrichtung, vom Einschnitt beim Infoplatz gleich auf den eigentlichen Sandberg mit Bankerl, und kommen wir zum Auslauf in die Ebene, wo besonders viele Sandstrohblumen zu sehen sind. Das bizarre Gebilde im Bild ist der Samenstand einer Schwalbenwurz, und bizarr wirken auch die trockenen Fruchtstände von allerlei Flockenblumen, Doldenblütlern und natürlich dem auffallenden und dekorativen Mannstreu. Während die flachen Wiesen an der südwestlichen Seite gemäht sind, steht das abgedörrte “Tauschert” auf dem Sandberghügel in voller Höhe, belebt mit allerlei Insekten, aber welches Tier die Erdlöcher gegraben hat, können wir nur raten… gibt es hier Ziesel? Offenen Sandflächen gibt es fast gar nicht, außer an den Stellen, die Maulwurfshaufen ähneln, sogar die Wegspuren sind dicht verwachsen. Die Rosen (unbestimmter Art) tragen wie der Liguster (allerdings schon reifere) Früchte, insgesamt also ein nicht gerade buntes Bild, aber trotzdem in seiner spätsommerlichen Steppenstimmung recht eindrucksvoll und interessant, womit sich die Tour ja gelohnt hat.

Für die Weiterfahr wählen wir die Strecke über Oberweiden und Baumgarten, kommen aber erst wegen mehrer Baustellen in einer Irrfahrt über Feld- und Radwege (hinter einem freundlichen Einheimischen nachfahrend) zur Hauptstraße Richtung Donaubrücke. Mittag ist leider schon vorbei, und daher verzichten wir auf die Auwaldexkursion (in Marchegg oder Stopfenreuth) und nehmen den nahen Braunsberg wegen der vermutlich schönen Fernsicht ins Visier. Hainburg zu durchfahren ist allein schon ein Erlebnis – das Wienertor wie ein Sprung ins Mittelalter – und weiter geht es bzw. fährt es sich mühelos bis hinauf auf den Braunsberg. Die pannonischen Wälder im Spätsommerstatus haben uns nicht gelockt, aber die bevorstehende Gipfeljause schon dringender! Die Aussicht ist zwar nicht optimal (der ferne Schneeberg nur zu ahnen), aber die nähere Umgebung mit der Königswarte bei Wolfstal (östlichster Punkt, vor Jahren noch während des Kalten Krieges an der schwer abgeschirmten Spionagestation vorbeigekommen, eine der Touren mit Andreas), der Arpadfelsen mit der Marchmündung, der Auwaldstreifen vor dem Marchfeld mit Schlosshof und erst recht die Donauschlingen im Nationalpark sind wirklich sehens- und fotografierenswert.

Die Bilder sind (wie immer im Blog) gemischt von Anni und mir, sie hat aber noch zwei Schnappschüsse extra – Illustration zur Coronapandämie dieses Sommers und ein Insekt auf dem Mannstreu. Anschließend noch ein voller Nachmittag mit Rückfahrt über MaLa, insgesamt fast 300 km, zum Glück nicht mit dem alten Auto, zwar nicht elektrisch (wäre vielleicht die Grenze der Reichweite), aber doch mit der modernsten herkömmlichen Technologie…

2020 – nach dem sehr warmen und trockenen Spätfrühling und Frühsommer wendet sich das Wetter – der “Siebenschläferprognose” ziemlich entsprechend – zu einem wechselhaften, oft kühlen und nassen Sommer, nicht gerade ideal für die wegen der Coronakrise so angepriesenen Österreichurlaube! Absehen von den erst später geplanten Urlauben und einem Waldvierteltrip gilt es daher, die wenigen passablen Tage für kleinere Touren auszunützen, dazwischen noch etwas Erfreuliches – das ausverkaufte Große Wandererlebnis NÖ wird nachgedruckt und erscheint (sonst zwar unverändert) mit meinem neuen Blog: bb-natur-wandern.at, den mir Sonja mit beiderseitigem intensiven Zeitaufwand eingerichtet hat. Zum gleichen Thema NÖ: die englische Ausgabe gibt es noch immer und unterstützt das Image, die “Naturschätze” sind fleißig in Arbeit, vor allem zum Nachholen der Digitalbilder…

Die Erdbeerzeit zeigt sich köstlich, die Schwammerl halten sich noch zurück, die Steinpilze noch dazu frühsommerlich “zerwurmt”! Eine Entdeckung hat uns sehr gefreut – nach einem Facebooktipp haben wir den bisher (uns oder überhaupt?) nicht bekannten Standort des Zungen-Mäusedorns am Gföhlberg gesucht, Anni´s Adlerblick hat es geschafft! Bilder vom 29. Mai:

Überhaupt gibt es auch sonst Neues, am 25. Mai übernehmen wir unseren nigelnagelneuen mazdakristallroten CX-5, und der altgediente (2012er) schwarze Vorgänger wird mit fast 150 000 km abgegeben. Im Garten prangen heuer vor allem die Roten Fingerhüte, wie wir sie auch bald im Waldviertel erleben werden. Bereits am 9. Juni wird die Münchenfahrt gebucht, Sparschiene für uns beide hin und retour ca. 104 Euro, auch das Hotel preiswert mit Zimmer a´ 63 Euro im Accor. So, nun zu den Touren, wie es sich für ein TOURENBUCH eigentlich gehört:

Vor dem Waldviertelurlaub kommt noch der vom Wetter etwas beeinträchtigte Besuch in Puchberg dran!

Freitag, 26. Juni, Kerschenbach-Ursprung (neben ein paar Pilzen auch beginnende Sumpf-Ständelwurz-Blüte und fruchtendes Wollgras).

Samstag, 4. Juli, Moosbrunn / Brunnlust: Neben einem Besuch mit Grillerei zum Naturdenkmal, diesmal abwechselnd gemäht oder Schilfdschungel.

Juniurlaub – drei Tage im nördlichen Waldviertel, von Schrems (mit dem neuen Ziel Haslauer Moor) über Litschau und Rottal bis zum Merkersdorfer Rundwanderweg im NP Thayatal, zwei Nächte beim “Haidl” in Thaya…

Eigentlich wäre am 12. Juni (Freitag nach Fronleichnam) ein Tour ins nördliche Waldviertel vorgesehen gewesen, um vielleicht noch die Sumpf-Porst-Blüte im Rottalmoos bei Litschau zu erwischen. Aber gerade an diesem Tag und bei der (nach dem schönen Frühjahr) unsicheren Aprilwetterlage im Juni über der Nordgrenze Niederösterreichs eine Labilisierung angekündigt. Gewitter und Starkregen gab es ja jetzt genug, daher in die entgegengesetzte Landesecke gefahren. Den Hochwechsel haben wir erst einmal im Frühjahr und zuletzt im Herbst besucht, und Digitalbilder fehlen uns sowieso noch von dort…

Weil wir wegen der langen Fahrt (eine Strecke über 100 km) schon früh aufgebrochen sind, ist der Parkplatz bei der Steyersberger Schwaig noch recht leer. Obwohl es hier einen Schönwettertag geben soll, kühl und ideal zum Wandern auf dieser Höhe. Vor der Kranichberger Schwaig öffnet sich der Ausblick zu den hohen Kalkalpen, vom Schneeberg bis zur Schneealpe, interessant und überraschend, dass hier bis zum Hochwechsel hinauf schon das Weidevieh aufgetrieben ist. Die Blumenpracht ist erwartungsgemäß für die bodensauren Verhältnisse auf diesen östlichen Zentralalpen (noch oder überhaupt) recht bescheiden. Nur die Alpenglöckchen – hier Soldanella montana subsp. hungarica – blühen je weiter hinauf desto schöner, aber am liebsten den Wegrand entlang und nicht an den Böschungen, was beim Fotografieren eindeutig besser wäre. Und was ist mit den Heidelbeeren los? In ihr frisch ausgetriebenes und prächtig blühendes Grün mischen sich vielerorts rötliche kahle Stängel! Zuhaus nachgegoogelt: Es dürfte sich im die Folgen von winterlichem “Holzfrost” handeln, wobei durch verspäteten Triebabschluss mit fehlender Winterhärte zum Zeitpunkt der ersten strengen Fröste dieses Triebsterben eingesetzt hat, verstärkt durch den Pilzbefall Godronia cassandrae (Rotfärbung?). Der Austrieb erfolgt dann aus den tieferen Pflanzenabschnitten, und wenn nicht noch ein schlimmes Wetter kommt, dürfte es nach der üppigen Blüte auch viele Heidelbeeren geben – aber bis dahin ist ja noch lange Zeit…

Vom Dreiländereck hinauf zum Umschussriegel sind die alten Bergwege am eindrucksvollsten, vor allem weil man sonst am Wechsel meist auf Forststraßen unterwegs ist. Auf diesen tummeln sich Scharen von Radfahrern, vor allem mit E-Bikes und wegen der schon im Vorjahr eröffneten MTB-Trails. Auf jeden Fall am besten nicht auf der Forststraße bei der Wechselgrube bleiben (machen wir im Abstieg) und auch beim Anstieg nach dem tieferen Schöberlriegel zum Kammrücken hinaufgehen. Dort ist die Aussicht am schönsten, auch hier weiden schon die Rinder, und auf der Felsburg am Umschussriegel machen wir eine interessante Entdeckung, weil wir noch nie dorthin abgeschwenkt sind und an diesem Tag dort unsere “Gipfelmittagsrast” abhalten wollen.

Ich bin mir unsicher, worum es sich bei dieser Steinschlichtung gleich nordwestlich unter dem mit Steinmann gekennzeichneten Gipfel des Umschussriegels handelt – einen ehemaligen Unterstand jedenfalls, aber ob für den Almbetrieb aufgerichtet oder doch ein Rest aus der Zeit der erbitterten Endkämpfe zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee, die im Frühjahr 1945 auf dem Hochwechsel tobten und währenddessen ganze Ortschaften (wie Wenigzell) total zerstört wurden? Längst ist hier alles schon lange Zeit friedlich, und wir können froh sein, dass diese schrecklichen Ereignisse nur mehr in der Erinnerung von uns Ältesten vorhanden sein können. Die jüngeren Generationen können sich zum Glück nicht vorstellen, wie das Leben damals überhaupt und hinsichtlich der technischen Errungenschaften und des verbreiteten Wohlstands gewesen ist…

Trotz der sommerlichen Wetterverhältnisse ist die Aussicht vorzüglich, die Wolkenballen schweben so nahe über aus dahin, dass man sich wie im Flug fühlen kann. Vor allem nach Südwesten ist der Bergraum unter dem weiten steirischen Himmel fast unendlich ausgebreitet, über den Schöckel und den Hochlantsch weit hinaus, so gut benennen wie den Hauptzug der Nördlichen Kalkalpen vom Schneeberg bis zum Hochschwab können wir allerdings diese Alpengegenden nicht. Dafür blüht es zu unseren Füßen umso intensiver, mit den wenigen Arten dieser Gesteinszone – sommerlich das Goldfingerkraut, Reste vom frühlingshaften Teppich der Gemsheide, dazwischen jede Menge von Moosen, Flechten und Bärlapp. Erst im Hochsommer kommen dann weitere Arten hinzu, vor allem interessante seltenere Weidenröschenarten an der Nordflanke des Hochwechsels. Dorthin kommen wir an diesem Tag leider nicht mehr, denn auf das Wetterkoglerhaus verzichtend, wandern wir nach der Mittagsrast – Verpflegung von der “Genusswerkstatt Baldrian” der Bäckerei Käppl bei uns in St. Veit an der Gölsen und Hainfeld – schön gemütlich zurück zum Asugangspunkt. Viele Fotos, einiges gelungen, aber wie beim volldigitalisierten Auto macht das Gerät immer wieder einmal nicht das, was wir eigentlich wollen…

Wie immer im Blog die Bilder von Anni und mir gemischt! Unseren neuen Blog: “bb-natur-wandern.at” erstellt und eingerichtet von Sonja (Mag. Sonja Gladycz, Mama unserer jüngsten Enkelin Elena) habe ich leider noch nicht voll aktiviert. Dieser wird auch weiterhin die wandertipp-Beiträge enthalten, aber ganz einfach den aktuellen Internetauftritten angepasst sein, vor allem was die Suchfunktonen der Netzwerke wie Google betrifft. Ich selber muss mich erst, nachdem Sonja ihr Projekt so gut erfüllt hat, mit dem neuen Medienauftritt einarbeiten…

Nach der Talfahrt nehmen wir von Kirchberg am Wechsel nicht die Rückfahrt durch das Pittental, sondern fahren über die Rams nach Gloggnitz hinüber – bemerkenswerte Berglandschaft, leider keine Idealblick auf das Schloss Kranichberg (Durchfahrt beim Hotel durch die beiden Burgtore!) und zur Schnellstraße. Bis zum Abend hat hier das Wetter gut gehalten, und den Wechsel werden wieder erst aufsuchen, wenn die Heidel- und Preiselbeeren im Frühherbst reifen oder wenn es vielleicht dann (wie schon einmal erlebt) statt der Beeren eine Unmenge Pilze gibt!

Ja, richtig, fast vergessen – oben auf dem Hochwechsel habe ich eine Markierung der “Via pannonia” gesehen, die von Ungarn her Richtung Mariazell führt und die ich (bei einer Neuauflage) auch in meine “Pilgerwege” aufnehmen will!

Zwar als Radtour vorgehabt, aber leider noch nicht aktiviert, daher ein “gewöhnliche” Ausflugswanderung in die Walster am 6. Juni. Würde auch für eine Frauenschuhtour passen, denn gleich am Anfang sahen wir ein Exemplar aus dem Wald herausleuchten. Übrigens diesmal entgegen unserer Gewohnheit folgende Route: Klauskirche – Schnittlermoos – Fadental – Schwarzwalster – Hubertussee.

In schönster Blüte vorgefunden – Trollblumen, Österr. Wolfsmilch, Mehlprimeln… und natürlich Narzissen, im nächsten Bild am Beginn der Weitung vom Schnittlermoos, wo im zeitigeren Frühjahr auf dem Sumpfboden die “Märzenbecher” / Frühlingsknotenblumen dicht stehen.

Nun sind wir schon im Fadental, ein deprimierender Eindruck mit den Überresten des einst so belebten Gasthofs Labenbacher, die anderen Häuser stehen teils leer oder zur Zeit unbewohnt oder sie schrecken mit Betretungsverboten die Touristen ab. Also das Fadental kann man vergessen…. Rast beim Kreisverkehr mit der uralten Rotbuche, die aber schon ganz hohl ist und wohl auch einmal unversehens den Geist aufgeben wird.

In der Schwarzwalster geht es beschwingt bergab, zu Fuß für uns sicher gemütlicher als mit dem Rad. Enzian und Zwergalpenrosen sind schon längst verblüht, ebenso das Alpen-Fettkraut, aber erstaunlicherweise blüht noch die Silberwurz auf den Dolomitschrofen, am Wasser entlang neben dem überall zahlreichen Wiesen-Kerbel das Bach-Greiskraut. Frauenschuh konnte wir hier diesmal nicht ausmachen, dafür unter den ersten Felszacken nach dem Fadental üppige Blätter der ebenfalls schon längst verblühten Anemonen-Schmuckblume.

Noch etwas spärlich sind die Orchideen, auf den sumpfigen Talboden der Walster typisch das Gefleckte Knabenkraut (Lappland-Knabenkraut?), genaue Bestimmung trotz Exkursionsflora nicht einfach, jedenfalls bemerkt – hohler Stängel… passt auch nicht so recht… Jedenfalls ein wunderschöner Tag, gegen Mittag immer mehr belebt von SpaziergängerInnen und BesucherInnen der “Wuchtelwirtin”. Anschließend noch von der Fadental / Walster / Kreuzung noch eine kurze Strecke Richtung ehem. Labenbacher, wo mein Freund Werner Tippelt am rechten Felsrand eine Menge Flaum-Steinröschen gesehen hat. Für uns wieder NIX, wahrscheinlich (wie bei den Schmuckblumen) schon verblüht und daher unsichtbar.

Die Hohe Wand ist ja ein allseits bekanntes Ausflugs- und Wanderziel, gehört aber nicht zu den von mir bevorzugten Touren (weil eher überlaufen, zum nicht praktizierten Klettern interessanter usw.). Ganz anders verhält es sich mit der FLATZER WAND, und wenn wir über diese Tour berichten, heißt es meistens: “Wo ist denn das?”

“Die kleine Schwester der Hohen Wand” stimmt eigentlich nicht, denn die Flatzer Wand mit dem Gösing ist die südliche Fortsetzung der Fischauer Berge nahe von Neunkirchen und Ternitz. Sie bildet zusammen mit dem Siedingtal den Naturpark Stixenstein. Entdeckt habe ich die Flatzer Wand durch einen Führer über Klettereien und Höhlenbegehungen, der mir zufällig untergekommen ist (vielleicht beim Hintermayer als Schnäppchen?). Jedenfalls hat mich dieser Berg wie magisch angezogen, und inzwischen war ich schon mehrmals (trotz der für mich nicht gerade kurzen Anfahrt) dort, sicher einmal mit Anni und auch für eine botanische Exkursion mit Karl Oswald. Die Beschreibungen sind dann in zwei Bücher eingegangen:

Die kurzen Klettersteige waren gerade wie für uns angepasst – der etwas zackige Jubiläumssteig mit seinen Edelstahlleitern, der Fürststeig durch ein Felsentor näher an der Neunkirchner Hütte der Naturfreunde, und einmal habe ich mich weit rechts gehalten und bin über einen markierten ungesicherten Steig hinaufgekraxelt. Der Abstieg war wie vorgezeichnet immer über Flatzer Anger – Gösing – Schönbühel zurück nach Flatz. Bei der ersten Bildreihe (von Dias eingescannt) habe ich schon die schönste Erinnerung festgehalten – allerdings ohne die phänomenale Aurikelblüte auf den südwestseitigen Felsvorsprüngen des Gösing, die tollste Entdeckung war beim Schneebergbankerl ein kleiner Standort des ganz seltenen Jacquin-Wundklee, auch Dinarischer Berg-Wundklee (was auf seine Heimat hindeutet / Anthyllis montana subsp. jacquinii). Bei einer Exkursion auf der Perchtoldsdorfer Heide (Naturschutzbund) gezeigt worden, von hier vielleicht gar nicht bekannt!

Eine Spazialität dieses Gebietes (illyrisch getönter südlicher Alpenostrand in NÖ, Schwarzföhrengebiet) sind zwei im April bis Mai blühende weiße Kreuzblütler – das Gösing Täschelkraut und das nach ihren Früchten (im Bild) so benannte Scheibenschötchen.

Tour am 4. Juni 2020

Anfahrt B 18 (und auch nicht länger als der “Triestingtalschlauch”) und A2 bis nach Neunkirchen und mit etwas Glück den Wegweisern nach von der B 17 nach Flatz, diesmal parken wir auf einem ausgeschilderten Parkplatz für den Naturpark ziemlich in der Ortsmitte (Wandstraße, wo der gewöhnlichste und absolut nicht empfehlenswerte Weg zum Neunkirchen Haus hinaufführt, uns hat er im Abstieg schon gereicht…). Diesmal wollte ich nicht gleich über die Felsen hinauf, sondern als erstes Ziel den Gösing anpeilen (Felsrippen mit Blumenstandorten….), was insgesamt eine sehr schöne Wanderung ergab – auch wegen dem vorzüglich luftig-sonnigen Wetter – aber routenmäßig zu einem Flop wurde, eigene Schuld, ich kenn mich dort sowieso aus…

Wir querten also durch den ländlich hübschen kleinen Ort zum Südrand, wo uns die Gösinggasse weiterführte, dann aber links wendend durch die Waldhänge (mit einer kleinen malerischen Wald-hyazinthe) endlich zur gelben Markierung Richtung Ternitz, denn so sollten wir auf den Bergrücken im Auslauf des Gösing kommen. Auf dem Rücken angelangt, war aber keine Abzweigung vorhanden, also jenseits ein Stück bergab, zum Glück bald die Einmündung in die blaue Markierung zum weiteren Aufstieg. Immer hübsch im vorwiegenden Schwarzföhrenwald, einmal durch eine herabpolternde Moutainbikerin fast erschreckt. Sonst ging es bei nur allmählicher Erwärmung immer auf Steigen und Forstwegen den Bergrücken hinauf, bis ich schon meinte, wir wären auf dem Gösing angekommen. Hier links ein unmarkiertes Wegerl entlang, um ja die Felsrippen nicht zu versäumen, allerdings keine Spur von der erwarteten roten Markierung! Dafür standen wir bei einem Aussichtsbankerl ‘”Schönbühel” mit dem einmündenden Hühnersteig. Hübsch, aber mir war noch immer nicht klar, dass der Gösing noch weit auf sich warten ließ, also wirklich…..! Aber immerhin fanden wir vielfach die erwähnten Kreuzblütler (es stellte sich heraus – Scheibenschötchen, Täschelkraut schon verblüht, sicher auch die Aurikel und Steinröserl auf dem Gösing?) und eine attraktive erhaltene von zahlreichen “Pechföhren”, sogar mit einem innen glasierten Häferl als Restfund der einst auch hier blühenden Pecherei.

Der Steinmann bezeichnet einen Gipfel – aber leider nicht den noch hoch vor uns ansteigenden Gösing! Darum waren die ominösen Felsklippen nicht zu finden! Naja, sollte halt diesmal nicht sein… Um nicht zu sehr in die Mittagswärme zu kommen und den Tag auch noch anders nützen zu können, verzichten wir auf diesen weiteren Aufstieg, queren hinüber zum Flatzer Anger mit seiner alten Steinsäule und steigen über den simplen Grabenweg nach Flatz ab. Aber immerhin, dabei finden wir das Scheibenschötchen mit Früchten (am Berg oben nur blühend) und zum Schluss noch einen wirklich malerischen Aufblick vom blühenden Feldrand (mit dem seltenen ehemaligen “Ackerunkraut” Venus-Frauenspiegel, schon lange nicht gesehen) zur den Zinnen der Flatzer Wand.

Die Heim- oder eigentlich Weiterfahrt erfolgte auf einer wirklich überaus reizvollen Strecke mit dem Ziel Bad Fischau-Brunn. Zuerst nach Raglitz, dann über Würflach (Zugang zur Johannesbachklamm neben der Kirche abzweigend) – Willendorf – einen unbeabsichtigten Abschwenker ins Steinfeld nach St. Egyden – von Winzendorf auf dem mir bekannten “Römerweg” bis zum Ausgangspunkt zur “Reden”, dem voll interessanten Naturdenkmal nahe der Eisensteinhöhle in Fischau-Brunn. Unser Rastplatz unübertrefflich idyllisch, wie im Bild zu sehen!

Jetzt wird erst einmal ausgiebig gegessen und getrunken! Dann Teil zwei dieses erfolgreichen Tages folgt erst noch. Vom kleinen Sattel des “Römerweges” (asphaltiert und Radroute) knapp nördlich des Engelberggrabens zweigt ein gut ausgetretener Steig bergwärts ins Gebüsch ab, wo wir nach wenigen Schritten schon auf das Objekt unserer botanischen Begierde stoßen – die Adriatische Riemenzunge! Weiter oben auf der Reden haben wir voriges Jahr die Zwergirisblüte erleben können, jetzt sieht man nur mehr die “Schwerteln” (spitzen kleinen Blätter, vielfach und unübersehbar, daher bin ich mir sicher, die Sandiris bei den Kogelsteinen / Grafenberg / Eggenburg hätten wir nicht übersehen können) und die Blattwedeln der Frühlingsadonis. Aber dafür stehen dutzendweise auf der Wiese (Richtung Weiterweg zur Eisensteinhöhle) die Riemenzunge, nur wenige schon ein bisschen abblühend, noch viel mehr knospig und trotz der Trockenheit ganz schön stattlich! Sogar der Diptam blüht noch, nicht nur am Gebüschsaum, sondern auch mitten im T’rockenrasen!

Als Abschluss genießen wir noch einen Geheimtipp: Wo die Siedlungsstraße im Süden von Fischau-Brunn in den “Römerweg” übergeht, befindet sich vor den ersten bzw. letzten Häusern ein Waldbestand. Wie von einem Anrainer berichtet (Gadinger Sepp aus Hainfeld, dem das letzte Haus gehört), wollte der grundbesitzende Bauern diesen anschließenden Föhrenwald in Bauland verwandeln, wobei er aber nur bis zum Abholzen kam, denn das Projekt wurde wegen Protesten der bereits dort wohnenden Hausbesitzer zum behördlichen Einstellen gezwungen. Aber – gerade in diesem Waldstück befindet oder befand sich ein zahlreiches Vorkommen des Violetten Dingels. Diese selten Orchidee ist uns immer wieder in Istrien und Dalmatien begegnet, bei uns kannten wir sie nur vom Harzberg bei Bad Vöslau. Also nützen wir diesen Besuch in Fischau, gleich Nachschau zu halten. Markant ist gegenüber den Wein- und Obstgärten ein großer Steinblock, wo wir in den schon ganz schön aufgewachsenen Bestand einstiegen. Sträucher von süßlich duftendem Liguster und allerhand pannonische Gewächse, Blattreste von Frühlingsadonis ganz zahlreich, und mit viel Glück ein Flecken mit schon ziemlich abgeblühtem Dingel, der im Baumschatten aber noch ganz frisch erhalten war.

Also ein in jeder Hinsicht erfolgreicher Tag! Noch dazu, weil wir klugerweise die Zeit auch für Bad Fischau ausnützten und auf den Gösing verzichteten – bei der Heimfahrt im Triestingtal ein wahrer Wolkenbruch, der uns vielleicht unterwegs erwischt oder die Orchideenschau verhindert hätte! Die Landschaft am Fuß der Fischauer Berge ist mit dem Ausblick über die Fluren des Steinfelds zu den südöstlichen Bergen ganz wundervoll, ein Gegenstück zum Blick auf Hohe Wand und Schneeberg, wie man ihn oben auf den Föhrengipfeln erleben kann.

Bildcopyright: Anni & Bernhard Baumgartner Natur-Wandern.

Wenn man quer durch Niederösterreich zu Exkursionen fährt, muss immer kombiniert werden, welche Ziele dort sparsamerweise nahe beieinander liegen. Trotzdem kommen bei Fahrten ins Weinviertel oder ins nördliche Waldviertel fast jedesmal 300 km zusammen…

Pfingstsamstag, 30. Mai 2020: Marchegg und Sandberge

Zufahrt über A 21 und A 4 und über die Donaubrücke nach Marchegg (die Einfahrt zum Ort der NÖ Landesausstellung 2022 wird sicher zum Termin besser bzw. überhaupt erst beschildert sein). Wir landen beim zweiten Versuch im Park hinter dem Schloss, und schon begrüßen uns vom Meierhofdach herunter die Störche. Die Attraktion von Marchegg ist aber die dichte Kolonie auf den Baumkronen des nahen Auwalds. Im Nest sind schon die Jungen erkennbar, und sobald der Hals rückwärts verrenkt wird, ertönt das “Storchengeklappere”. Beim Beobachtungsstand angekommen, sehen wir dem imposanten Anflug zu, der aber nicht leicht im Bild einzufangen ist (obwohl die neuen Lumix dazu eingestellt werden könnten, wir sind aber vorerst schon froh, überhaupt ein paar anständige Bilder zu erwischen – mein Wunsch: hochleistungsfähige, aber EINFACHE Kamera – gibt´s ebensowenig wie ein einfaches Handy, meinst unser Fotograf Straub in St. Pölten).

Schon auf der nächsten Wiese am kleinen Rundgang (der größere ist wegen schadhafter Brücken gesperrt) erwartet uns eine der botanischen Attraktionen der Marchauen – die blau blühende Aufrechte Waldrebe. Ziemlich zahlreich und zum Glück gerade aufblühend, während die Sommer-Knotenblumen leider schon längst verblüht sind. Auch sonst beste Verhältnisse – Nordwind bringt frische Luft, volle Sonne hält die Quellwolken vorläufig noch weit entfernt, und es gibt keine Gelsen!!! Bei der nächsten feuchten Senke, schon hinein in den Auwald, empfängt uns das Gequake der Unken (?), und neben einem dicht mit Wasserlinsen bedeckten Altarm blühen die Wasser-Schwertlilien. Übrigens ist auch hier die extreme Trockenheit dieses Frühjahrs zu bemerken, die sonst sicher wassergefüllten Altarme der March sind fast gänzlich ausgetrocknet, nur die teichartigen Flächen bringen zum Glück trotzdem Leben in die Bildmotive.

Der kurze Rundgang führt uns auf einem breiten Weg zwischen dichten Sträuchern mit viel blühendem Osterluzei (leider ohne einen Osterluzeifalter zu sichten) zu einem abseits davon an einem größeren Auteich angelegten Vogelbeobachtungsstand – zu sehen sind Schwäne und später ein einzelner Silberreiher. An dieser Stelle sind auch die Blätter der verblühten Sommer-Knotenblumen zahlreich zu sehen. Dann geht es über eine freie Wiese über den blumenbunten Rain zum Hochwasserdamm hinauf. Noch eine Begrüßung – hier sind die Konikpferde versammelt, und zwei kommen ganz nahe und neugierig heran (Futter darf es keines geben, obwohl sie einem alten Apfel sicher nicht abgeneigt wären). Wie im Nationalpark zu erwarten, stehen vielfach interessante Infotafeln im Gelände, über diese alte (rückgezüchteten Urpferde) Rasse hätten wir sonst kaum etwas gewusst. Was noch blühen hätte können (wahrscheinlich erst später) – das Gnadenkraut, ein aber eher unscheinbares Gewächs gegenüber den eben gesichteten Blühern.

Bei diesem luftigen Wetter wandert es sich sogar in der Mittagszeit auf dem schattenlosen Damm gemütlich zurück zum Schloss, hoch blüht der Natternkopf schon als Vorbote des Hochsommers, und vielfach gibt es Wachsblumen, dazu noch Klatschmohn und Rittersport als Gruß aus der Feldlandschaft rings um die Marchauen. Dorthin führt unsere weitere Route – quer über die “Pampa” (wo uns nicht einmal der Gusto aufs Radeln ankommt) nach Schönfeld und dort nordwärts abzweigend Richtung Oberweiden zur (botanisch-historischen) Dünenlandschaft der Sandberge. Dort waren wir 1999 mehrmals, um die spezielle Flora zu erkunden, diesmal blüht aber gegenüber damals relativ wenig. Zuerst heißt es aber, den Startpunkt zu finden. Die Straße durchschneidet ein Waldgebiet, wo an einer frischen Böschung der typisch gelbliche Sand hervorkommt. Beim nächsten Waldrand tauchen rechterhand unverkennbar die Dünenhügel auf, ein rechts abzweigender Feldweg bietet sich zum Parken an, und schon marschieren wir los, leicht angespornt durch dicke dunkle Wolkenballen, die aber immer wieder Sonnenlücken aufweisen und vor allem trocken sind!

“Berge” ist eigentlich eine voll übertriebene Bezeichnung für diese nur wenige Meter über die flachen Äcker ansteigenden Hügel. Nach dazu da sie völlig begrünt sind, und der unterlagernde Flugsand, der vor den seit Maria Theresia betriebenen Stabilisierungsversuchen (Aufforstung, Windschutzgürtel) als Wanderdünen sogar Ortschaften im Marchfeld bedroht hat, jetzt aber nur in Wegfurchen und an einzelnen kahlen Stellen zu bemerken ist. Malerisch sind vor allem die Rosenbüsche (Weinrosen?), Wolfsmilcharten sind u. a. zu bemerken, und das Federgras entwickelt schon seine Fruchtstände. Die Spezialitäten (wie die noch verborgene Späte Federnelke) und das hochbuschige Gipskraut sind erst in Ansätzen zu bemerken). Vor allem beeindruckt die Länge dieses Hügelzuges, wo wir bei unseren früheren Begehungen mindestens fünf “Gipfelkuppen” registriert haben (genau beschrieben im “Naturerlebnis NÖ”). Damals war unser Ausgangspunkt eine Infotafel zum Sandberg noch ein Stück weiter an der Straße Richtung Oberweiden, sodass wir die gesamt Länge überwanderten. Diesmal kommen wir sozusagen in der Mitte an, wo sich bei einem querenden Fahrweg rechts der 161 m hohe (Seehöhe!) Sandberg befindet. Wir gehen das gesamte Gelände von dort aus in beide Richtungen ab, zurück führt ein Feldweg an der Südseite der Hügel entlang, den wir 1999 sogar als Reitbahn des nahen Gestüts Markhof in Benutzung sahen. Beim letzten Dünenhügel tauchen zunehmend die fernen Erhebungen der Kleinen Karpaten auf, und am südlichen Horizont zeigt sich der Hundsheimer Berg wie ein prahlerisch mächtiges Massiv über der Ebene. Zurück zum Ausgangspunkt führt derselbe Feldweg, zum Teil an Brachfeldern mit vielen bunten Blüten entlang, während sich der Saum des Schutzwaldes vor allem durch große Wacholderbüsche auszeichnet. Solche könnten wir auch in der Heide bei Obersiebenbrunn oder in der Weikendorfer Remis sehen, aber mir kommt der eigentliche Sandberg hier zwischen Schönfeld und Oberweiden als lohnendstes Exkursionsziel vor, weil er sich zumindest ein kleines Stück aus der brettlebenen Feldlandschaft heraushebt. Botanisch sahen wir diesmal, Ende Mai, eigentlich im Vergleich zu 1999 (vielleicht auch durch die herrschende Trockenheit) recht wenig, ja einige Brand-Knabenkräuter nicht zu vergessen und ein verblühtes (wahrscheinliches) Helm-Knabenkraut. Bei einer so weiten Anfahrt werden wir es heuer wahrscheinlich mit diesem einen Besuch des Sandberges bewenden lassen, denn es warten noch viele andere pannonische Ziele auf uns.

Schon am späteren Nachmittag angelangt, lockt uns Schoss Hof – zugegeben – nicht nur wegen der großartigen Gartenanlagen, sondern auch vor allem wegen der schon dringend notwendigen Labung! Nach einem kräftigen Kaffee und einer vorzüglichen Prinz-Eugen-Torte fühlen wir uns dann fit genug für die (wegen des geringen Verkehrs am Samstagabend) recht angenehm verlaufende Heimfahrt – vorbei am Auwald bei Stopfenreuth, an den Hundsheimer Bergen, die wir auch demnächst aufsuchen sollten!

Verfasst anlässlich einer Exkursion mit dem Naturschutzbund NÖ vor ca. 20 Jahren, hier erstmals veröffentlicht!

Botanischer Exkurs zumHauswiesenmoor

Für das Hauswiesenmoor wurde bereits vor einigen Jahren ein Naturdenkmalantrag gestellt, der jedoch unerledigt blieb. Daher hat der WWF Österreich 1999 neuerlich um die Einleitung eines Naturdenkmalverfahrens bei der Bezirkshauptmannschaft Melk ersucht. Das dringend positiv erledigt werden müsste, um dieses wertvolle Feuchtbiotop zu schützen und vor weiterer Zerstörung zu bewahren.

Den schon erwähnten Siebenstern, eine ab Mai blühende Sippe mit weißen Blüten, finden wir besonders zahlreich an der Nordostseite gegen den Waldrand zu. Dieses Primelgewächs ist ein eiszeitliches Relikt. Durch fortschreitende Zerstörung der Moore sind seine Standorte in den letzten Jahrzehnten bedrohlich zusammen geschrumpft, sodass dieses hübsche kleine Blümchen mittlerweile zu den gefährdeten Arten zählt. Aber nicht nur für Pflanzen, auch für Reptilien (Bergeidechse), Amphibien (Grasfrosch) und Insekten (Hochmoor-Perlmuttfalter, Weißbindiger Mohrenfalter und Kurzflügelige Beißschrecke) stellt dieser Teil des Moores ein wertvolles Rückzugsgebiet dar.

Botanik im Jahreslauf:

Das Vorkommen zahlreicher gefährdeter Arten unterstreicht den Wert (und damit die Schutzwürdigkeit) dieses schon sehr selten gewordenen Standorts. Der Blumenreigen beginnt bereits im April, wenn das Wiesen-Schaumkraut und das Sumpf-Veilchen zu blühen beginnen.

Im Mai setzt dann die Hauptblüte ein, und es blühen hier neben dem Siebenstern noch das Sumpf-Vergissmeinnicht, die unscheinbare Bach-Sternmiere, das sehr seltene Sumpf-Läusekraut, der Sumpf-Baldrian, das Bach-Aschenkraut und der jedem Naturfreund sofort auffallende Fieberklee mit seinen weißen bis blassroten Blüten. Zwei hier vorkommende Orchideen sind das Breitblatt-Fingerkraut und das Gefleckte Fingerkraut.

Von Mai bis Juni blühen dann einige der für Moore typischen Heidekrautgewächse: Rosmarinheide (ein kleiner Halbstrauch mit nickenden, purpurrosa Blüten), Gewöhnliche Moor-Preiselbeere (im Volksmund „Moosbeere“, mit rosaroten, später turbanartig zurückgeschlagenen Kronzipfeln und mit den Torfmoosen höher wachsenden Blattranken), Heidelbeere und Preiselbeere.

Ab Juni entfaltet das in seinem Bestand bereits gefährdete Blutauge (ein zu den Fingerkraut-Arten gehörendes Rosengewächs) seine purpurbraunen Blüten. Der Rundblatt-Sonnentau, der mit seinen mit klebrigen Tentakeln bestückten Blättern kleine Insekten fängt (und anschließend verdaut) zählt zu der Gruppe der „Fleischfressenden Pflanzen“. Er öffnet erst ab Juli seine kleinen weißen Blüten. Die Besenheide, wie die schon erwähnte Heidelbeere zu der Familie der Heidekrautgewächse gehörend, blüht vom Juli bis in den September hinein, bisweilen kann man sogar noch im Oktober blühende Exemplare antreffen. Im blühenden Zustand wenig auffallend sind das Schmalblatt-Wollgras und das Scheiden-Wollgras, im fruchtenden Stadium sind sie dagegen äußerst dekorativ und ein stark belebendes Element jeder Moorlandschaft. Zuletzt sei noch die Schlamm-Segge genannt, eine grasartige, unscheinbare Pflanze aus der Familie der Riedgräser, die in Niederösterreich als „stark gefährdet“ eingestuft wird.

Unterschiedlichste Ziele, um die “alten” Touren von vor 2000 (“Naturerlebnis NÖ” mit nunmehr Prof. Karl Oswald im Residenz-Verlag) aufzufrischen und sozusagen zu digitalisieren!

7. Mai: Glaslauterriegel und Heferlberg

Meine Standardtour an der pannonischen Thermenlinie. Diesmal mit Aufstieg vom Tieftal her, vorbei am immer noch bekannten Bankerl im Waldbestand zu den Trockenrasen (im Vorjahr von Schafen “gemäht”). Dann hinüber zum Heferlberg, den wir das letzte Mal vom Fluxberg her erreicht haben, und Abstieg über den (mit Laufschuhen) ganz schön steilen und steinigen Steig zum Wasserleitungsweg, damit ich den Einstieg von dort her genau fixieren kann. Anschließend bei immer noch sonnig warmem Wetter zurück zum Ausgangspunkt.

Botanik aktuell Anfang Mai – Diptamblüte! Bilder Anni & Bernhard Baumgartner

21. Mai: Brunnlust bei Moosbrunn

Auch ein passender Tag für eine Exkursion ins Pannonische, diesmal Flachland der Feuchten Ebene bei Grammatneusiedl, gleich verbunden mit einem Besuch in Maria Lanzendorf zum Grillen bei Astrid und Andreas und den Enkelkindern. Diesmal war die Route klar und ganz einfach: Nach der Piestingbrücke (links das ?ehem.? Café Rosenblattl) rechts am Sportplatz vorbei zur Parkmöglichkeit bei der Wehranlage, gefühlt als “Anrainer”… Am westlichen Ufer geht es auf Fahrweg das Gewässer entlang, nach einem Waldstück mit Infotafel (dort haben wir einmal zu früh umgedreht) folgen bereits die heuer trockenen Feuchtwiesen des Naturdenkmals. Beim letzten Besuch im Herbst oder Winter war hier vielfach das aufwuchernde Schilf abgemäht, nun dehnt sich eine prall gründende Wiese. Wenn wir nicht die Ränder bei den Strauchzeilen entlang der Rinnsale abgesucht hätten, wäre die Exkursion umsonst gewesen. So finden wir aber – aktuelle Botanik Mitte Mai: Sibirische Schwerlilien, Sumpf-Knabenkraut und eine andere nicht näher bestimmte Art, sonst ist nicht viel los… Der Schneeberg zeigt sich jetzt auch nicht so klar wie beim letzten Besuch in der winterlichen Jahreszeit, trotzdem ein lohnender Ausflug. Über die “Weiße Brücke” wechseln wir beim Rückweg wieder ans östliche Ufer, die Suche nach dem ominösen “Blauen Topf” (oder Tumpf) und / oder der Fischaquelle bleibt vorderhin aufgeschoben. Das Fotoergebnis mit den beiden neuen Lumix-Kameras LX 14 und FZ 300 leider wieder eher enttäuschend!

Zwei Orchideen blühend – Sumpf-Knabenkraut (im Vergleich ähnlich das Armblütige Knabenkraut, in Dalmatien gesehen) und ? Fleischrotes Knabenkraut / Dactylorhiza incarnata ?

Naturwiese der Feuchten Ebene im Konstrast zur modernen Wirtschaft – Hochspannungsleitungen und Agrarmaschinen…

Zuletzt an der kanalisierten Piesting Wasser-Schwertlilien und Gewöhnliches Silberblatt, der Strauß-Gilbweiderich blüht allerdings beim Gartenteich von Astrid & Andreas!

Nach Weinvierteltour und Kerschenbach-Usprung folgt -

24. Mai: Hauswiesenmoor bei St. Oswald im Yspertal

Diesmal ein Sonntag, dessen Wetter sich schon an die “Aprilverhältnisse” des Juni 2020 annähert. Bei der Zufahrt stecken die “Gerade-noch-Tausender” des südlichen Waldviertels fest in den Wolken, aber unter Tags gibt es sogar ein paar fotogene Sonnenblick! Am Vortag erfahren (als telefonisches Navi für Karl Oswald), dass der Fieberklee und sicher auch der Siebenstern an diesem ungewöhnlichen – weil botanisch hervorragend und nicht unter Naturschutz – Standort blühen. Dort angekommen – Ausgangspunkt der LOIZENWEG für beide Moore – stelle ich fest, dass sich nicht viel verändert hat (zum Glück!), außer dass im Randbereich der Moore einige große Bäume geschlägert wurden.

Meine seinerzeitige Beschreibung bzw. den Begehungshinweis kann ich eigentlich nur mehr präszisieren: Zugang vom kleinen Parkplatz am Loizenweg (alte Holztafel und neue Pfeile für den Herzstein- und Yspertalweg) gegenüber auf nun recht spärlicher Forstwegspur leicht rechts halten, bis oberhalb einzelne Blöcke und der wegweisende “Granitdockel” auftauchen (Bild). Hier führen derzeit alte eingetiefte Fahrspuren seitwärts in die Moorflächen hinein – westlich der Straße gelegen, das eigentliche Hauswiesenmoor. Nach der Randzone mit einzelnen Fichten, Birken und mehr strauchartigen Faulbäumen wende ich mich eher nach rechts (nördlich), wo der einst (wann? in den 1930er oder 1950er Jahren) mit Riesenpflügen (wie es damals üblich war) zerstörte und wieder zugewachsene (vor allem mit Sumpfgräsern) Moorbestand noch deutlich ausgeprägt ist. Gleich anfangs die ersten gerade aufblühenden Siebensterne, stattlich allenthalben das Bach-Greiskraut. Vom nördlich begrenzenden Waldrand gehe ich links weiter, ein Bächlein entlang, das die eher offenen Moorfläche von einem hohen Fichtenforst an der Burgsteinseite trennt. Dieses entlang nun südwärts, wenig Besonderheiten, nur ein entwurzelter Nadelbaum hat eine sogar bewachsenen “Moorbrücke” gebildet. Hier kommt man ungefähr in südöstlicher Richtung zu einem wieder zerpflügten Birkenbestand, an den Richtung Straße eine erstaunlich flächige Sumpfwiese anschließt – hier ist der Fieberklee am schönsten entwickelt. Den Siebenstern gibt es erst im Randbereich zwischen den schützenden Fichten, wo noch nicht einmal knospend, an der Blättern eindeutig erkennbar.

Eigenartigerweise habe ich überhaupt keine Sonnentaupflanzen gefunden! Mit den letzten beiden Bildern bin ich aber schon im Flachmoor östlich der Straße, das im anschließenden Moorwald über die Wasserscheide gegen Ysper hinwegreicht. Hier eher spärlich Rosmarinheide und Moosbeeren. Eine Probenstelle befindet sich mitten im Gelände, laut Auskunft von Leo Baumberger, der mit mir dankenswerterweise Kontakt aufgenommen hat (Gemeindesekretär von St. Oswald) sollte hier eine Wasserentnahme überprüft werden, die aber wegen des schützenswerten Moores (!) nicht bewilligt wurde (wenn ich richtig verstanden habe). In beiden Mooren sind die sonst so typischen Schlenken und Bulten nicht erkennbar, auch das Lagg (randliches Gewässer eines Hochmoors, hier wegen geringer Erhöhung) ist kaum ausgebildet. Geradeaus in den Moorwald weitergehend, trifft man dort aber auf größere Sumpflacken zwischen den eher kümmerlichen Fichten und wenigen Birken. Letztlich steige ich links haltend (nordöstlich) aus dieser Senke heraus und befinde mich gleich im Blockgelände, das vom Berghang herabzieht (bei meiner Rundwanderung im “Waldviertel GRENZENLOS” zuletzt genauer beschrieben).

Beim letzten Bild bin ich schon am Rückweg zum Ausgangspunkt, wo sich neben dem Loizenweg eine “Bucht” hinein ins östliche Flachmoor öffnet. Damit ist meine Exkursion mit zufriedenstellender Fotoausbeute zuerst “moormäßig” beendet. Bei der Rückfahrt gönne ich mir noch den Seitensprung zum Piereitsteiner mit dem letzten erhaltenen “Steinernen Konrmandl”, jetzt allerdings noch nicht im hochstehenden Getreide wie letztesmal, sondern in der üppig grünenden vermutlichen Wintersaat. Das Haus an der Abzweigung des Güterweges dorthin scheint ganz neu zu sein – früher kauften wir öfters bei Herrn Hofer köstlichen Honig ein. An diesem Tag mache ich nur mehr einen Nostalgieblick – von der “Aussichtsstraße”, die hinunter nach Persenbeug führt, auf das hochgelegene St. Oswald und das entferntere Nöchling (beide mit netten Erinnerungen verbunden). Alpenblick gibt es keinen, denn die Gipfel sind trotz Sonnenfenster im Alpenvorland weiterhin dicht verhangen.

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