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Wichtigstes Motiv für unsere heurigen weiten NÖ-Ausflüge ist der Bedarf an “frischen” (digitalen) Landschaftsfotos. Vor allem auch vom Waldviertel, obwohl ich dort durch mehrere Führerausgaben schon reichlich gut sortiert sein müsste. Aber der Sommer ist längst vorbei, und auch der Herbst verläuft in der Natur jetzt recht zügig. Kaum hat die Laubfärbung eingesetzt, werden die Rotbuchen (als wichtigster Laubbaum) schon wieder kahl, wie wir in den höheren Lagen und selbst herunten im Gölsental eindeutig merken. Bei Schönwetter leidet das Waldviertel, wie die Niederungen rund um die Alpen, am häufigen Nebel, zumal ja schon Allerheiligen längst vorbei ist, und wir aus unseren früheren Familienbesuchen wissen – November im Waldviertel, da muss  man mit dem Wetter schon großes Glück haben, um malerische Verhältnisse zu erwischen.

Freitag, 6. November: Nach einigem Herumzögern versprach dieser Tag noch am ehesten einen Erfolg, und schon dachte ich mir eine ganz große Runde für diese Fahrt aus. Auf jeden Fall nach Arbesbach und Altmelon, und dabei ist es auch schließlich geblieben…. Zufahrt wie immer am kürzesten über Gföhl nach Zwettl, auf der nun schon nicht mehr ganz neuen Umfahrung die Stadt überhaupt nicht gesichtet, aber doch in der passenden Richtung weiter gekommen – Groß Gerungs / Linz, da ist schon Merzenstein mit Abzweiger nach Rappottenstein, es geht hinein ins “Waldviertler Urgebirge” (wie ich das hohe südliche Waldviertel immer bezeichne). Nach dem Nebel im Kampgebiet wird es hier richtig klar, wie es sich für Berglagen eben im Herbst gehört. Noch vor Arbesbach will ich einen Abstecher zur Granitklamm bei der Heumühle einschieben, Abzweigung zuerst richtig erwischt, aber bei der Kampbrücke (erstes Bild) am Güterweg dorthin vorbeigefahren. Die Gegend kenn ich von meinem Dotterblumen-Marathon eigentlich recht gut (weil damals zu Fuß unterwegs, daher bestes Kennenlernen), so finden wir über Feuranz und Hausbach und Arnreith (dort Sackgasse rechtzeitig bemerkt) gut hinüber nach Pretrobruck – am ausgebauten Gasthof Seidl und dem sich versteckt haltenden Vogelstein vorbei kommen wir nach Arbesbach.

Der Ruinenturm – der bekannte “Stockzahn des Waldviertels” – eignet sich bestens für einen Panoramablick über dieses Gebiet. Schon gewusst wie – als erstes in die Bäckerei Huber um den Schlüssel, zugleich den Kontakt zu Hammerschmied Peter (Schulkollege und Freund seit der Internatszeit in St. Pölten) vermittelt bekommen. Vor der Ruine treffen wir einen Herrn, der diese Sehenswürdigkeit betreut, und erfahren von ihm – heute gibt es Dachsteinblick! Damit steigt die Spannung, bis wir über die Außen- und Innenstiegen die Plattform bestiegen haben – tatsächlich, ringsherum in diesem Höhenniveau voll klare Sicht, über drei Viertel des Waldviertelpanoramas halt sehr weitläufig, im Süden aber erkennt man ganz deutlich die Alpenkette!

Im Bild “Gesäuseblick” sieht man von links Hochtor und Planspitze, den zackigen Kleinen Buchstein und den dreigipfeligen Admonter Reichenstein. Hinter der Kapelle von Purrath (wie uns der Betreuer ansagte) ragt unverkennbar der Dachstein mit dem Hallstätter Gletscher  – mit freiem Auge fast nicht zu bemerken, aber vom Photoshop ganz deutlich gemacht (nächstesmal nehmen wir ein Fernglas unbedingt mit). Den Schneeberg vermisse ich (befindet sich auch nicht auf den Infotafeln), aber der Ötscher im Breitformat ist unverkennbar und erhebt sich gerade noch über die südöstlichen Anhöhen des Waldviertel. So weit die Höhepunkte, aber auch die anderen Ansichten der näheren Umgebung sind wirklich bemerkenswert und zeigen eindringlich, wieviel Landschaft sich rund um einen Markt wie Arbesbach vielgestaltig ausbreitet.

Nach einem Plauscherl beim Kaffee in der Cafe´-Bäckerei mit Peter machen wir uns an die Weiterfahrt – nächstes Ziel der Arbesberg, das bewaldete Steinmassiv an der Straße Richtung Altmelon, das wir übersteigen, um noch ein paar Bilder vom Sattel östlich davon zu machen. Die Landschaft ist im Vergleich zu unseren alpinen Gegenden eher schlicht, noch dazu auf den für Äcker und Wiesen eingeebneten Flächen zwischen den bewaldeten Blockmassiven. Einen solchen Platz wollen wir als nächstes aufsuchen – es wird wirklich ein “Suchen”, denn in Etlas von der Straße abzweigend landen wir nahe der Teufelsmauer, aber am Ende der befahrbaren Wege. Also zurück nach Etlas und erst am Ortsanfang von Altmelon, nahe dem dortigen Vogelstein, rechts auf Fahrweg am Friedhof vorbei, dann zum “1. europäischen Hundebadeteich” der Altmeloner Wanderspezialisten (die Lichtenwallner haben wir kontaktsparend nicht aufgesucht) und zum Waldrand vor der Teufelsmauer. Die Wegweiser führen uns den dicht bewaldeten Hügel hinauf, und rechts abzweigend langen wir nach einigen kleineren Blöcken bei diesem Naturdenkmal an.

Die “Altmeloner Blockburgen” sind selbst im Vergleich zu den berühmtesten Steinformationen des Waldviertels eigentlich unübertrefflich – wie von einem Riesenkran übereinander gestapelt türmen sich die meist rundlichen Granitblöcke, lassen vielfach durch Spalten das Tageslicht eindringen, selbst wenn sie überraschend große Hohlräume bilden. Phantasienamen sind hier durchaus angebracht und von den Altmeloner Wanderfreunden rund um die Familie Lichtenwallner auch mit Wegweisern und Infotafeln bezeichnet. Während beim Luagaluckaweg nahe dem Gaubitzhof ein ganzer Bergrücken so “ausgestattet” ist, konzentriert sich bei der Teufelsmauer die Steinwelt rund um eine pyramidale Blockformation, und selbst ein gewaltiger Wackelstein tritt bei solcher Konkurrenz in den Hintergrund:

Die Beleuchtung in der Nachmittagssonne wirkt wie von Spots eingerichtet, und nicht nur beim Umkreisen des zentralen Granitgipfels ergeben sich die tollsten Bilder. Auch der Wald ringsum ist noch mit aus dem dicht bewachsenen und begrünten Heideboden wie herauswachsenden Blöcken gespickt. Das Gestein ist Weinsberger Granit in typischester Ausprägung, die Grundmasse aus Quarz und Glimmer (schon gelernt “vergess ich nimmer”) ist dicht durchsetzt von den milchigweißen, verschieden großen Quadern der Feldspatkristalle.

Dicht von Moosen und Flechten bewachsen, mit Farnen und Heidelbeergestrüpp umgeben, sind diese Steinfluren für das ganze Waldviertel typisch und zum Glück nicht einmalig, denn neben verschiedenen Graniten gibt es auch Gneisblöcke und andere geologische Spezialitäten. Wir haben am Waldrand gerastet, haben die Teufelsmauer durchforscht und fahren dann weiter zum Ortsanfang von Altmelon, wo es nicht nur das Gasthaus Lichenwallner gibt, sondern auch historische Spuren eines im Mittelalter eingerichteten und wegen der unwirtlichen Gegend wieder aufgelassenen Klosters gibt. Zwei Bilder vom “Altmeloner Vogelstein” (dem in Pretrobruck gar wenig ähnlich, dort heißt er auch wegen des Profils “Adlerstein”) schließen den Tourenbericht. Die Weiter- und Rückfahrt verläuft über Schönbach zurück nach Zwettl, und im Abenddämmern zuhause ankommend sind wir froh, uns nur auf Arbesbach und Altmelon konzentriert zu haben. Denn zu erleben gäbe es dort noch viel viel mehr….

… ohne weite Fahrt, gleich im Wiesenwienerwald, wo die Laubfärbung nun ganz optimal ist, und mit einer kleinen, aber unserer Lieblingsrunde um die Kukubauerhöhe:

Ausgangspunkt beim Kleinsattler, Zufahrt am geschlossenen Berggasthof “Schussluck´n” vorbei, dort nicht weiter zur Sattlerkapelle, sondern gleich links durch die Mulde hinter dem Gehöft. Ein stark verwurzelter Baum weist den richtigen Waldkarrenweg, der in einem Bogen hinaufführt zur roten Markierung an der Westseite der Kukubauerhöhe (viel angenehmer als über die Wiesen, außerdem stehen im Nadelwald noch Mengen von Pilzen, leider keine uns bekannten).

Die Fliegenpilze sollen eigentlich die Anzeiger für Herren- oder Steinpilze sein, aber jetzt prangen sie nur alleine. Wir queren nicht entlang der Markierung links weiter, sondern steigen gleich durch den Wald hinauf zur weitläufigen südlichen Gipfelwiese. Aussicht zum Schneeberg und über die Voralpen, der Ötscher taucht hier gleich links vom markanten Hohenstein auf. Am Weiterweg wandert er sozusagen ein Stück weiter und zeigt sich rechts vom Hohenstein. Vom Gipfelkreuz an der Kukubauerhütte vorbei (bewirtschaftet wie sonst immer) und auf dem 404-Weitwanderweg zum Höhepunkt (zwar etwas niedriger, aber bester Alpenblick) am “Föhrenbigl”. Geradeaus auf neuer Wegtrasse oder durch den alten Hohlweg kämen wir zur Kapelle beim Windkreuz, wir wenden uns aber gleich die Panoramawiesen südlich hinab zum rot markierten Querweg. Hier auffälliger Gegensatz – oben die vom Michelbacher Hackerbauern bewirtschafteten Wiesen, unterhalb alles ruderal auf dem Grund des nahen Kerschenbacher Bauern. Eine riesige Lärche liegt umgeschnitten quer über dem Weg, allerdings überhaupt nicht aufgearbeitet, typisch die kurz danach an eine Fichte gelehnte Stehleiter, wozu verwendet bleibt schleierhaft.

Nach der kurzen anschließenden Waldpromenade die nächste verwilderte Wiese, so hoch stehend, dass sie nur äußerst mühevoll einmal gemäht werden könnte. Ein abgestorbener Birnbaum markiert diesen malerischen Punkt, den ich schon mehrmals zu verschiedenen Jahreszeiten fotografiert habe. Diesmal ideale Herbststimmung, und dann geht es auf dem folgenden Waldweg zur nächsten Lichtung – voraus ein durchlöcherter Steinblock, allerdings kein Kultstein, sondern durchbohrt mit einem alten Gatterscharnier – wo wir rechts abkürzend zum Ausgangspunkt abzweigen. Kurz, aber intensiv, eigentlich ein Spaziergang, den man zu dieser Zeit sehr lohnend als Wanderung um Michelbach (bis zur Bischofshöhe) erweitern könnte.

Und nun ist schon der November da, das Jahr stürmt nur so voran, dem Winter entgegen, und dann werden wir diese “Kukurunde” sicher wieder – möglichst bei Schnee und Raureif, vielleicht sogar mit Langlaufschiern, unternehmen. Womöglich sogar mit Einkehr in der Kukubauerhütte, wenn diese dann nach der Sperre hoffentlich vor Weihnachten wieder geöffnet ist.

Die letzten Oktobertage verlaufen mild und eher feucht, trotzdem wollen wir am 28. Oktober ein Fahrt ins Waldviertel starten (vielleicht nach Albrechtsberg und ins Kremstal). Als wir jedoch in die Wachau kommen (direkteste Zufahrt nach Albrechtsberg), lichten sich Nebel und Wolken, und die Landschaft präsentiert sich in klarstem Licht – bei prächtig goldgelb gefärbten Weinrieden! Wozu dann weiterfahren? Wir bleiben gleich in Weißenkirchen und gehen den Panoramaweg unter den Achleitenfelsen und der so oft schon “erschlichenen” Kügerlwand, aber diesmal in Richtung Klaus mit Rückweg über Hinterkirchen.

Der mittlere Wanderführer ist (ebenso wie der erste von Waldviertel & Wachau) nicht aktuell, denn statt mit Mella Waldstein ist dann die Wachau allein erst mit Fritz Arnold gelungen!

Obwohl derzeit gering besucht, können wir erst beim Bahnhof bequem parken (meine Empfehlung), dann geht es auf der immer wieder das malerischste Bild liefernden alten Kremser Straße zur Abzweigung Richtung Höhen- und Panoramaweg. Anfangs durch die Schlucht der Weingartenmauern, fällt uns nach dem Riedentor eine alte Abzweigungstafel Richtung Kügerlwand auf. So steigen wir eine schmale Trasse mit vielen Stufen direkt durch die Weingärten hinauf zum Höhenweg, wobei uns eine Schar von Weinlesern begegnet. Ausblick fantastisch, noch dazu bei diesen Sichtverhältnissen und der Weinlaubfärbung!

Damit vermeiden wir den längeren Bogen (mit der Abzweigung zum wahrscheinlich geschlossenen Bergheurigen Pomassl, sonst ein wahres MUSS !) und gehen links nur ein paar Schritte zu den Achleitenfelsen und dem “Stockweingarten” (Gegensatz zur sonst ausschließlichen Hochkultur). Wir klettern allerdings nicht die kleingriffigen Gneistürme hinauf (beliebter Klettergarten), sondern bummeln gemütlich weiter bis zur Bergecke mit dem schönsten Tiefblick auf Weißenkirchen und in die obere Wachau. Es kann fast gar keinen schöneren Rastplatz geben!

Wo es rechts zum Weitenberg hinaufgeht (und die vorzügliche Wanderrunde über Schildgraben mit Seitenweg zur gar nicht so leicht aufzuspürenden Kügerlwand herabkommt), bietet sich vom Weingarten “Hinterkirchen” noch ein abschließender Prachtblick. Über den Weitenbergweg oder Kirchenweg hinab in den Ort hat man die Wahl, zur Wehrkirche abzuzweigen, wir gehen aber durch die Ortschaft zurück zum Ausgangspunkt. Viel los ist nicht trotz der naturmäßige günstigen Zeit, kaum ein Radfahrer und die Lokale vielfachst geschlossen – “tote Hose” durch die Pandämie…

Zwischen Nebelmeer und Bergpanorama am 26. Oktober

Der wechselhafte Oktober 2020 lässt nur die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten – Kaltfront mit erstem und bei Föhn wieder selbst auf den Bergen (unter 2000 m) wieder verschwindendem Schnee  – oder Schönwetter mit Nebel in den niedrigen und mittleren Lagen. Am Nationalfeiertag war die zweite Variante angesagt, also irgendwo hinauf, wohin man nicht zu weit fahren muss. Also Versuch ins Pielachtal (vielleicht Pichlberg?), aber dort  aufliegende Wolkendecke, in Frankenfels noch dichter, aber trotzdem ein Versuch. Bald nach dem Ortsanfang bei einer unauffälligen Abzweigung hinein in den Schrambachgraben, Güterweg auf den Frankenfelsberg, wo es bei Rotenstein schon lichter wird. Die Bergstraße wendet sich hier nach links den Höhenzug entlang, und als wir beim Hof Eck parken, befinden wir uns gerade an der Nebelgrenze, wunderbar und großes Glück gehabt!

Beim Aufstieg zum Naturfreundekreuz kommen wir gleich ganz in die klare Atmosphäre, und der Fernblick ist föhnig klar. Unter uns dehnt sich das Nebelmeer, und immer wieder schwappt der “Nebelspiegel” über die Mulden herauf, dass nur mehr einzelne Baumwipfel herausschauen. Das Kreuz mit Labestelle und der kleinen Schutzhütte daneben (östlich, westlich sogar ein “Örtchen” mit Herzerl) ist jedenfalls ein zwar kleines, aber sehr stimmungsvolle Gipfelziel, interessant auch die Infotafel (Widmung an den Hl. Bernhard, Steine im Kreuzsockel von der Bernhardpässen in der Schweiz). Großteils gibt es noch prachtvolle Laubfärbung, und als wir den rundlichen Bergrücken entlang westwärts wandern, haben wir das bis zum Waldviertel reichende Nebelmeer der Niederung und zugleich die weißen Buchten hin zum Ötscher, Hochschwab und Ötscher gleichzeitig im Blick.

Nur wenige Wanderer begegnen uns, dafür gibt die Natur die schönsten Bilder her, vor allem als wir über eine ziemlich verwilderte Halde (“Hoid”, Viehweide) zurück zum Ausgangspunkt absteigen. Die sonst lohnende Weiterfahrt über den Schlagerboden Richtung Winterbach erübrigt sich, denn sie verläuft weitgehend unterhalb dem “Nebelspiegel”, Rückfahrt also durch das Pielachtal, wo sich die Nebel immer mehr lichten und zuhause nur mehr eine dichter werdende Bewölkung das Wetter bestimmt.

Herbstferien II – Schluchtwanderung auf dem Wasserleitungsweg und Panoramablick über die Kultlandschaft von Semmering und Wiener Hausbergen am 25. Oktober:

Leider schon mehrmals in meinem Archiv aufgefallen – wie so manche Touren gibt es vor allem auch das Gebiet der hohen Wiener Hausberge noch nicht im Digitalformat… Welche Jahreszeit könnte schöner passen als der nun schon ganz schön bunte Herbst für eine Wanderung ins Höllental. Noch dazu ist die Zufahrt von uns aus über Kleinzell und Schwarzau im Gebirge (im Vergleich zum Wald- oder Weinviertel oder Wechselgebiet) relativ kurz, diese Route vermittelt sogar eine Einstimmung von der Voralpenlandschaft im Hallbachtal zum Hochgebirge. Wir fahren bis Kaiserbrunn, dort noch ziemlich leerer Parkplatz (am mittleren Vormittag), und über die Felskulissen leuchtet der schon weiß verschneite Schneeberg herab. Übrigens gibt es von Kaiserbrunn weiterfahrend noch zwei nahe Parkmöglichkeiten, was im Höllental wichtig ist.

Meine Befürchtung, dass die Höllental-Schlucht schon gänzlich im Schatten liegen könnte, war umsonst, denn der Talverlauf gegen Südosten passt für die Sonneneinstrahlung am späteren Vormittag bestens. Außerdem ist gerade der Gegensatz von prallem Licht und dunklen Schatten von großem – auch fotografischem – Reiz! Immer wieder spiegeln sich die bunten Farben der Laubbäume in ruhigeren Wasserflächen. Der Blick zur Höhe haftet an Felskanzeln mit den darauf wie festgeklebt wirkenden Schirmföhren. Die abwechslungsreiche Wanderung dehnen wir so weit aus, dass wir halbwegs bis gegen Hirschwang kommen, dann geht es dieselbe Strecke zurück. Wie schon mehrfach erlebt, ist dies kein Nachteil, denn mit dem Wechsel der Gehrichtung ergeben sich auch immer wieder überraschend anders wirkende Blickpunkte.

Wieder in Kaiserbrunn angelangt, ist dort schon ganz schön viel los – das heißt, Parkplatz dicht besetzt, starker Verkehr von Autos und Wanderern. Weil die Zeit noch nicht drängt, können wir uns ein zweites Ziel noch gönnen – die Ausblick vom Kreuzberg gegen Semmering, Rax und Schneeberg. Daher durchfahren wir das Höllental, vorbei an der Talstation der Rax-Seilbahn (hunderte Autos) und von Payerbach hinein ins Preintal. Dort folgen wir den Wegweisern Richtung Kreuzberg und Speckbacherhütte. Die Landschaft ändert sich damit fast dramatisch – gegenüber den hochalpinen östlichsten Zweitausendern der Nördlichen Kalkalpen bewegen wir uns in der Wald- und Wiesenlandschaft der Grauwackenzone – und sogar die zerklüftete Zone der Semmeringtrias werden wir noch kennenlernen.

Der Kreuzberg mit der Speckbacherhütte ist ein überaus beliebtes Ausflugsziel – dichter Auto- und Wandererverkehr… Wir machen zuerst unsere Mittagsrast auf einem sonnigen Bankerl nahe dem Orthof, dann Weiterfahrt zur Kreuzung bei der Hüttenabzweigung. Hier gibt es einen kleinen, aber recht malerischen Rundgang, wo sich zuerst die Rax darbietet und dann der Blick zu den Semmeringhotels frei wird. An Sonnwendstein und Otter geht der Blick sogar weit hinaus gegen die Ausläufer des Wechselgebiets und die Bucklige Welt. Bei der dicht belagerten Speckbacherhütte pirschen wir uns eher vorsichtig vorbei, denn solche Menschenansammlungen sind in der derzeitig sich schon wiede verschärfenden Pandemiesituation nicht gerade anziehend. Bei der Rückfahrt zum Orthof präsentiert sich dann die Rax in besonders malerischem Blickwinkel, bevor es hinab in die Adlitzgräben geht. Verblüffend für uns mit dieser Gegend nicht so Vertraute ist die Felsschlucht, denn als wir vor etlichen Jahren dort gewandert sind, waren wir auf dem Bahnwanderweg in den höheren und etwas weitläufigeren Hanglagen unterwegs. Dorthin fahren wir, nach kurzem Halt am eindrucksvollen Bahnviadukt, Richtung Breitenstein – ein Wirrwarr von Seitengassen und Ansiedlungen der Sommerfrische nahe dem Semmering. Erst als wir über den Kreuzberg (nordöstlicher Teil Richtung Gloggnitz) über die Berghöhe hinüber biegen, wird es ruhiger, und außerdem präsentiert sich hier der Schneeberg mit dem “Vorgebirge” von Krummbachstein (Krumbachstein?) – Engschlucht – Gahnsplateau in einer für uns ganz ungewöhnlichen Sicht. Mich fasziniert vor allem der Einblick ins Höllental, der Schluchtdurchbruch zwischen Rax und Schneeberg zeigt sich hier prachtvoll (das Gegenstück von Nordwesten muss ich mir auch erst zum Fotografieren suchen).

Nach der Talfahrt durch Reichenau und Payerbach durchmessen wir noch einmal das Höllental, nun schon im späteren Nachmittagslicht, und über Schwarzau und Kleinzell Richtung Gölsental kommen uns die Voralpen gegenüber dem gerade erlebten Hochgebirge wirklich ziemlich niedrig vor, trotzdem wunderschön, gerade jetzt in der bunten Herbstzeit!

Bilder: Anni und Bernhard Baumgartner auf Panasonic / Lumix.

Herbstferien I – HOCHBÄRNECK am 22. Oktober 2020

Nach Arbeiten am neuen WANDERATLAS NIEDERÖSTERREICH (kommt März 2021 im Kral-Verlag) und “Hausarbeiten” wie etwa dem Balkon-Streichen gibt es nach der Rundwanderung über den Hegerberg im Wiesenwienerwald / Weltkulturerbe Elsbeerreich (18. Oktober) endlich eine “richtige” Bergtour. Ziel ist das Hochbärneck im bunten Laubkleid vor dem seit Anfang Oktober schon verschneiten Ötscher. Bis zum Kaltlufteinbruch am 12. Oktober war auch das (recht erfolgreiche) Schwammerlsuchen noch ein Thema. Inzwischen beginnen allmählich Laubfärbung und Laubfall, aber in den höheren Lagen sind z. B. die Rotbuchen (der Schneelage zufolge) schon ziemlich “abgebrannt”, das heißt nicht mehr im vollfärbigen Laubschmuck.

Da wir morgens noch etwas aufgehalten werden (nächste der heurigen Wirtschaftsbelebungen = Haus ausmalen…) fahren wir gleich von St. Anton an der Jessnitz über die Bergstraße bis auf das Hochbärneck hinauf. Wie erwartet vom Aussichtsturm ein fantastischer Ötscherblick und über die Vorderen Tormäuer hinaus bis zur Kartause Gaming. Als Wanderroute nehmen wir diesmal die “Bergabrunde” über die interessante sonnige Südseite des Berges. Zunächst Wanderweg Richtung Trefflingtal bis zur vermeintlichen “Talirda” – leider zu früh und daher zu hoch oben abgezweigt (Sandgrube und Rastbank), wo unsere Führervariante Robitzstein heraufkommt. Hier rechts unmarkiert bergab durch Wald- und Schlaggelände zur markanten “Schusslucken” (Zaunöffnung ohne Tor, aber mit einzuschiebenden Balken) am Beginn der Wiesenflächen, von goldbraunen Rotbuchen flankiert steht gegenüber die hochragende Brandmauer. Nun geht es über den Wiesenrücken direkt auf den Ötscher zu bis zur Baumgruppe mit dem Robitzsteinkreuz. Auffallender ist derzeit ein riesenhafter Hochstand, während das historische malerische Kreuz schon recht schief und wackelig herschaut.

Nun folgt der zweite und angenehmste Teil der Wanderung, aber…. Wenn ich zu Anni sage, heute brauchen wir keine Karte, denn dort kenn ich mich sowieso aus, weiß sie meistens schon, dass die Sache nicht so einfach wird. Genauso an diesem herrlichen Tag.

Wir gehen also los Richtung Eibenhöfe (für den Wiederaufstieg zum Hochbärneck), geradewegs leicht bergab zu den westwärts weiterführenden Wiesen und dort den Fahrspuren nach bis zum entfernten Waldrand. Dort ist aber Schluss mit Lustig – denn bei jeder von drei Lichtungen geht es nicht mehr wegsam weiter (zuletzt eine Tränke im letzten Winkel), nur mehr dichter Wald ohne Wegspuren, steil und zerfurcht und weiter oben sogar mit Felsstufen. Also zurück! Wir nehmen aber zum Glück nicht denselben Weg, wo wir hergekommen sind. Keine Karte, nicht einmal den Ötscherführer habe ich dabei (liegt im Auto), sonst hätte ich mich unschwer orientieren können. Aber immerhin, der schlimmste Fall ist noch nicht eingetreten, denn ich weiß immer noch, wo wir genau sind (war auch schon hie und da anders….). Daher gehen wir von der Wasserstelle am westlichsten Ende der Wiesen, an einem markanten Hochstand vorbei, wieder zurück bis etwa zur Mitte der Wiesenfläche, und dort bergab suchend, stoße ich auf einen gut ausgeprägten Forstweg, der zwar bergab, aber doch Richtung Untereiben führt. Nachher waren wir mit Führer und Karte g´scheiter, auch an den letzten Bildern zu sehen: ein paar alte Obstbäume markieren den Standort des verschwundenen Robitzsteinhofes, sogar ein Wasseraustritt ist zu erkennen (ohne Quelle keine Siedlungsstelle!), und dort gibt es im Linksbogen bergab auch wenig ausgeprägte Fahrspuren, die zum Forstweg vermitteln. Dieser ist sicher die richtige Route, wenn auch mit jedem Meter bergab bewusst sein muss, dass wir jeden dieser Meter wieder hinauf zum Hochbärneck müssen…

Weiter unten hören wir in der Tormäuerschlucht schon die Erlauf rauschen, aber unser Forstweg quert oberhalb der Steilabbrüche – leider stets bergab – hinüber zum asphaltierten Güterweg beim Untereibner. Nur ein paar Minuten bergauf sind wir dann schon beim Obereiben, wo der steile Aufstieg beginnt. Doch in weniger als einer Stunde ist es geschafft – wir können noch beim Almhaus einkehren, angenehm auf der Terrasse im Freien. Und am Beginn der Talfahrt zeigt sich das Ötscherpanorama noch in herbstlicher Schönheit, also alles gut gegangen, hat sich ausgezahlt!

FALKENSTEIN und STAATZ am 9. Oktober 2020

Nach den frühsommerlichen Erkundungen ins Weinviertel war jetzt über die heißen Monate und die eigentliche Urlaubszeit hinweg ein längere Pause für dieses eher flachhügelige Gebiet im Nordosten Niederösterreichs. Aber die Fotoausbeute von dort aufzufrischen, war natürlich auch höchste Zeit! Wegen der widrigen Umstände durch die Coronapandämie hatten wir längere Aufenthalte (um vor allem mit dem Rad unterwegs zu sein) vermieden und uns auf Tagestouren eingestellt. Allerdings – so lange Fahrstrecken bis fast zur tschechischen Grenze? Vielleicht doch nur ein Stück über die Donau hinüber? Der Wetterbericht für den letzten Freitag verlockte uns jedenfalls zum Aufbruch: über die Kremser Schnellstraße, Donaubrücke Traismauer, quer durch das Tullner Feld… Die Straßenbeschilderung wies uns die Richtung, und unversehens befanden wir uns auf der ziemlich neuen Nordautobahn! Nun ging es dahin, die Kilometer purzelten nur so (das Umweltgewissen ausschalten…), und nach Poysdorf bogen wir schon auf unser erstes Ziel ein – FALKENSTEIN.

Bis zu diesem Postkartenmotiv (in natura vom Radweg Kamp-Thaya-March aufgenommen) passierte aber noch allerhand. Zuerst die dringende Frage – gibt es in Falkenstein ein Tankstelle, für Benzin selbstverständlich… Leider nein, daher zurück nach Poysdorf und mit 1 km Reserveanzeige dort eine Tankstelle gefunden. Dafür mit vollem Sprit gleich über die Anhöhe mit dem idealsten Falkenstein-Blick von Poysbrunn aus abgezweigt, und ein besseres Motiv hätten wir gar nicht finden können!

Gleich danach durch die Kellergasse hinunter in den Markt, und nun zur Wanderung: Zuerst hinauf zur Pfarrkiche, hochragend mit romanisch-gotischem wehrhaften Turm und barockem mächtigen Kirchenschiff, der Stiegenaufgang flankiert von den Pestpatronen Rosalia und Rochus. Oberhalb gabeln sich die Wege (sogar einer zum Picknickplatz), wir gehen rechts (wahrscheinlich durch die Ried Rosenberg oder Kirchberg) und erreichen in der Gebüschzone durch einen Hohlweg die Heideböden auf dem Burgberg – von einer Ziegenherde kahlgerupft. Und die Ziegen verfolgen uns noch bis zum nördlichen Ruinenzugang, vielleicht hätten sie Salz oder Futter erwartet oder waren einfach nur neugierig.

Welche Bedeutung das hölzerne Schiff im Burghof hat, wird uns durch eine höchst informative Ausstellung in den renovierten Räumen der Ruine vermittelt: Es geht hier um eine “sektiererische” Glaubensbewegung der Reformationszeit – die “Täufer” oder “Hutter”, die hier im Weinviertel einen Schwerpunkt hatten und von der Gegenreformation menschenverachtend niedergemacht wurden. In Ketten fortgeführt ans Mittelmeer als Sklaven auf den Galeeren… Die Schrecken dieser Zeit kann man hier nachfühlen, kein Glanzstück für die Kirche dieser Zeit…

Die beiden letzten Bilder von Anni zeigen schon, wie nahe wir hier der Grenze (Übergang Drasenhofen) und den dahinter ansteigenden sehr interessanten Pollauer Bergen (die Fortsetzung der Weinviertler Kalkklippen) sind. Wir machen für den Abstieg zurück nach Falkenstein einen Bogen nach Westen (im Osten wären der Höhlberg mit Steinbruch und der Kalvarienberg auch eine schöne Möglichkeit) und kommen zur Ried Urteln mit besonders instruktivem Aufblick zur Ruine – die Ringmauer hoch oben auf den Felsen, nach Gründung etwa im 12. Jh. erst in späterer Zeit ausgebaut. Wein- und Obstgärten begleiten uns hinab zum Markt, wo die Produkte sogar in Selbstbedienung angeboten werden, also auch Falkensteiner Wein mitgenommen, die verspätete Mittagsjause (wie immer keine Einkehr) gibt es erst bei der Weiterfahrt…

Die Weiterfahrt Richtung Staats erfolgt auf den Spuren unserer seinerzeitigen Wanderung rund um Falkenstein. Von Nordwesten bis Südwesten umschließen das freundliche Tal mit dem Markt Falkenstein ausgedehnte Wälder, typisch mit Eichen- und Hainbuchen-Beständen. Über den Sattel “Am Landmann” kommen wir hinüber in die nächste Senke des Weinviertels, wo sich fern der Burggipfel von Staatz erhebt. Wir scheinen diesen markanten Punkt fast zu umkreisen, bis wir ihn nach einer Rast auf einem Kapellenbankerl in Altruppersdorf endlich erreichen. Auffahrt bis zum Schlosskeller, wo sich neben dem Schüttkasten auch die Volksschule befindet (sozusagen in Höhenluft!). Vor uns ragt der Steilhang mit seinen (teilweise abgeholzten) Felssteppen auf, interessanterweise gibt es nahe den Burgmauern auffallend viele Thujenbäume (schon einmal davon gehört). Wegen Steinschlaggefahr zeitweise gesperrt, aber ohne Hindernis zu begehen ist der Gipfel dieser Kalkklippe mit den Ruinenresten der einst mächtigen Festung Staatz. Leider gibt es hier keine so ausführlichen Informationstafeln wie in Falkenstein, daher erst zuhause nachlesen, nun aber hinaufsteigen, die schon verdorrte pannonische Flora vermissen und dann den grandiosen Rundumblick genießen – das ist der Vorzug von Staatz, sonst Falkenstein ein intensiveres Erlebnis!

Inzwischen ist es schon Nachmittag geworden, und zu unserem Glück entschließen wir uns für die lange Rückfahrt zur Fahrt auf der Autobahn (immerhin sind dann 355 km zusammengekommen). Also zuerst Richtung Mistelbach, das umfahren wird, bis die zügige Fahrt zurück in die Voralpen losgehen kann. Jetzt wird es (vielleicht nach einer Auwald- und Marchfeldtour) eher wieder auf die Berge gehen, Weinviertel erst wieder im Frühjahr!

Immer wieder, wenn wir von Kirchberg nach Aschau hineinfahren und der lange Bergkamm über dem Unteren Grund, gegenüber dem mächtig wilden Großen Rettenstein, auftaucht – sagen wir: “Ha, war das schön auf dem Tanzkogel!” Und wie lang es schon her ist – sicher ein paar Jahre… Nach unserer Wanderung im Kirchberger Alpenurlaub-2020 habe ich endlich nachgeschnüffelt, sogar mit digitalem Archiv gar nicht so einfach – Ergebnis: 24. Juni 2003. Damals gab es den Wandertipp-Blog noch gar nicht (erst ab 2008) und auch noch keine Digitalfotos (erst ab 2006, viel zu spät übrigens). Auch vom Tourenbuchschreiben war ich damals schon abgekommen, aber immerhin fand ich die Eintragungen im damals aktuellen Kalender:

Dienstag, 3. Urlaubstag (schon relativ zeitig im Juni!), heiß und wenig bewölkt und vor allem kein Gewitter – Tanzkogel

Wir fahren über Aschau in den Langen Grund bis zur (damals so genannten) Stieralm auf 1100 m (aktuell auch der letzte Parkplatz der mit Maut zu befahrenden Almstraßen-Strecke). Über den Almsteig hinauf zur Almhütte mit Käserei und Stallwirtschaft, Käse gekauft und Buttermilch getrunken. Beim Abstieg haben wir erst die “Stallwirtschaft” bemerkt – statt auf den grünen Matten stehen die Kühe mit hochgebundenem Schweif im Stall (wann grasen sie überhaupt draußen), und hinter der Hütte sind die Säcke mit Futterpellets gestapelt.

Vom Almfahrweg geht es weglos den Bach entlang und auf den um die Mittagszeit erreichten Tanzkogel. Weiter in den südlichen Sattel und Anstieg zum Schwarzkogel, dem nächsten Gipfel mit Steinmann. Gelände – Blockfeld im Sattel und Rasenkamm mit einzelnen Lacken und Traumblick auf den Rettenstein.

Abstieg über den rechts steilen, aber durch die Zwergstrauchheiden gut gangbaren Ostkamm, vor einem Felskopf rechts ausweichend zur Almhütte und links auf Steig zu den Seelacken

Abstieg ins Tal auf dem bekannten Almweg. Und nun zur nächsten Tour, 11 Jahre später -

17. Juni 2014 (ebenfalls früh im Jahr, aber für diese Höhenlage eine sehr passende Zeit mit der Almrauschblüte):

Zur Westerachalm unter der Hohen Geige

Damals war unser Parkplatz so hoch oben wie heuer unser Wanderziel – an der Kehre der Almstraße. Zwar stand der Almrausch schon in schönster Blüte, aber im engen Graben lag noch immer Altschnee, daher Schneebrücken über dem Wasserlauf und noch blühende Soldanellen.

Das Wetter war nicht gerade optimal, dafür aber machte das Wandern steil bergauf auch Spaß. An blühenden Alpen-Anemonen vorbei kamen wir schließlich zur Steinhütte der Alm. Verlockende Ziele – die nahen Gipfel im Hauptkamm und die Übergänge hinüber in den Oberpinzgau – aber wir waren schon froh, dass es nicht zu regnen begann…

Abstieg auf der gleichen Route zurück zum Auto. Bilder nun schon digital (von Anni und mir), und die ganze Geschichte sollte ausführlich im Wandertipp-Blog Archiv unter Juni 2014 zu finden sein!

Mein Tourenbuch vom Kirchbergurlaub geht weiter -

Dienstag, 11. August, von Aschau im Spertental in den Unteren Grund

Von Kirchberg führt die Straße taleinwärts, an der Talstationen der Winterziele KIWEST und Pengelstein vorbei, zum Dörfchen Aschau. Dort gibt es einen hübsch eingerichteten Kneipp-Park und am Kirchenplatz den “Gredwirt” – beides am Samstag dieser Woche mit Sonja & Hannes  & Elena nach dem Tierpark Aurach besucht. Über der Talgabelung ragt der markante Große Rettenstein auf, und den rechts abzweigenden Unteren Grund haben wir schon mehrfach bewandert, sogar im Winter als Backcountry-Tourenlauf und bei einer grandios schönen Tour auf den Tanzkogel (2003). Diesmal folgten wir unseren Spuren bis in den Talhintergrund, wo wir schon einmal nahe am Hauptkamm mit der Geigenscharte bis zur Hochalm / Westerachalm gekommen sind (2014, Berichte im Blog folgen). Diesmal finden wir die Zufahrtsmöglichkeit neu geregelt vor: Am Wasserfall-Schauplatz und an der Schaukäserei “Kasplatzl” vorbei, zur Abzweigung der Einkehrmöglichkeit Labalm, dann auf durch Bergsturz hoch an den Hang verlegter Schotterstraße, zuletzt bergab zum Parkplatz vor der Stallbach-Grundalm (ca. 13oo m). Hier ist Schluss, eigentlich auch für die Mountainbiker, die sich aber nicht viel darum zu kümmern scheinen (wie die einheimischen Almfahrer anscheinend ohne Begrenzung).

In den Karten (Österr. Karte bzw. Kitzbühler Karte gegenüber F & B-WK 302) gibt es da ein paar Unklarheiten, ich halte mich an die ersteren und anscheinend aktuelleren. Rechts von uns liegt die Stallbach-Grundalm, und hier geht auch die Markierung zum Tanzkogel hinauf. Wir folgen der Almstraße links leicht hinan zur Karalm mit Kaser und kleiner Kapelle, dann folgt ein weiter Wiesenboden, bis sich die Straße mit mehreren Kurven über die nächste Talstufe hinaufschlängelt. Immer überragt von der Felskrone des Großen Rettensteins, gibt es am Wegrand noch immer bunte Blütenbestände und auch Heidelbeerflächen. Zwei Abzweigungen gibt es – zur kleinen Kar-Hochalm und zur am Hang weit talwärts hoch gelegenen Steinfeldalm unter dem Rettenstein. Nun dauert es nur mehr ein kurzes Stück bis zur Straßenkehre (rechts Straße bis zur Stallbach Hochalm am Tanzkogel), wo wir 2014 noch unsere höchste Zufahrts- und Parkmöglichkeiten hatten (dort geht es weiter über die Herrensteigscharte oder über die Geigenscharte hinüber in den Pinzgau).

Der Wanderweg führt am gischtenden Bach entlang höher, wo wir im Juni 2014 noch Schneebrücken überschreiten konnten. Nun blüht es hier rechts hübsch, vor allem das uns aus den Zentralalpen bekannte Endivienblättrige Habichtskraut erscheint für Kalkalpenwanderer als Besonderheit. Wir sind nun auf etwa 1500 m angelangt, der Freytag&Berndt-Karte heißt es hier Niederalm, während die Hochalm (beide Westerachalm) noch ein Stück höher liegt.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns diesmal (schon hier) auf den Rückweg, aber bei den Waldkurven der Talstufe gibt es noch ein kleines Heidelbeerparadies zu finden, bevor es durch den anschließenden Wiesengrund wieder zurück zum Parkplatz unterhalb der Karalm geht. Das Wetter hat wunderbar gehalten, und die wenig anstrengende Wanderung im landschaftlich ansprechenden Talhintergrund hat uns sehr gefallen. Etwas peinlich ist nur, wenn man mit dem Auto (wenn auch langsam, um nicht zu sehr zu stauben) an den Wanderern vorbeifährt, die schon draußen in Aschau ihre Tour begonnen haben…

Einen Höhepunkt hätte ich beinahe vergessen, obwohl ein ganz eindrucksvolle Erinnerung – von der Karalm taleinwärts erstreckt sich das Weidegebiet für die wild herumlaufenden Hengste, ein Prachtbild in dieser alpinen Umgebung!

Eigentlich wäre für 2020 schon im Frühsommer eine ausgedehnte Reise an der italienischen Adriaküste nicht nur geplant, sondern sogar schon vorbereitet gewesen (mit Zwischenstop bei den den Euganeischen Hügeln). Aber letztlich hat die Coronaepidemie alles verändert… Gebucht haben wir den Umständen entsprechend zweimal eine Woche Ferienwohnung, wie schon bewährt bei Sowegeno, die erste davon allerdings auch erst hochsommerlich im August.

Kirchberg in Tirol vom 9. bis 16. August

Unsere Wohnung am Achenweg, Anfahrt über Salzburg / Walserberg, obwohl dort auch immer wieder kontrolliert und gestaut wird. Am Sonntag, 9. 8., ging es aber ganz flott. So konnten wir noch einen Abstecher zum Pillersee machen und dort herumspazieren (Sumpfwiesen bei St. Ulrich mit Teufelsabbiss, verblühtem Sumpf-Läusekraut und Fieberkleeblättern). Um den Abend noch zu füllen, fuhren wir (nach Verhauer beim Maierllift, richtig dann von der Schirast bei der Pengelsteinbahn) hinauf zum Maierl und wanderten ein Stück Richtung Fleckalm. Mit dieser Fahrt über die schmalen Güterwege war unser Bedarf nach Autobergfahrten gedeckt, obwohl wir zum Glück keinen Gegenverkehr an den heiklen Stellen hatten.

Montag, 10. August, Pass Thurn / Panoramabahn bis Hanglhöhe – fantastischer Tauernblick!

Das herrliche Wetter lockte uns gleich in die Gipfelregion hinauf, und den schönsten Blick von den “Grasbergen” der Kitzbühler Alpen zu den “Keesbergen” der Venedigergruppe in den Hohen Tauern gibt es natürlich vom Panoramaweg westlich des Pass Thurn, wo die große Schirunde von Kitzbühel her ihre Wende hat. Der Landschaftseindruck in der Nähe betrachtet, ist naturhaft nur mehr rudimentär, denn im Schigebiet überwiegen die im Sommer störenden Verbauungen, sogar der unter Plastiplanen konservierte Schneevorrat für die ersten Wintertage gehört dazu!

Als “Wanderwege” werden eher die Alm- bzw. Liftstraßen den Gästen nahegebracht, für Naturwege muss man sich halt abseits davon über die Grasrücken halten. Die Blumenwelt ist aber auch hier schon nicht mehr in der prächtigsten Entwicklung, immerhin blühen die Schmalblättrigen Weidenröschen gerade voll auf. Ein interessanter Naturpunkt befindet sich nahe unserem Rastplatz auf dem “Hangl” (einem Alm- und Liftkogel halbwegs zwischen Resterhöhe, dem Startpunkt, und dem “Zweitausender genannten Gipfel). Hier liegt ein Block von Zentralgneis auf dem Rasen, der aber nur aus den Hohen Tauern drüben stammen kann und von den Eiszeitgletschern herbefördert wurde, die Schieferbrocken der Grauwackenzone (zu der die Kitzbühler Alpen ja gehören) wirken voll durch den Farb- und Strukturgegensatz. Nicht nur der Großvenediger mit seinen Trabanten, die sich natürlich ins zentrale Blickfeld postieren, sondern auch der Großglockner wird sichtbar, von Wolken umflort und in eher ungewöhnlich voll zugespitztem Profil.

Annis Panorama (Bilder wie immer “gemischt”) reicht über das Salzachtal hinweg auf Glockner-, Granatspitz-, Venediger- und Reichenspitzgruppe, rechts der Wildkogel – auch ein Schigebiet vom Oberpinzgau her und ein Paradeblickpunkt. Aus den nahen umgebenden Grasbergen ragt nur ein scharfer Zacken auf, der große Rettenstein, und beim Rückweg (teilweise entlang der Almstraße) kommen hinter dem Kitzbühler Horn (einem unserer nächsten Ziele) auch die “Steinberge” von Leogang und Lofer sowie der Wilde Kaiser hervor – insgesamt drei markante Landschaften der Alpen in der Mitte Österreichs sind hier beisammen zu sehen!

Nach der Talfahrt von der Resterhöhe verzichten wir auf den Rundweg durch das Waasenmoor am Pass Thurn, zu sehr hab uns die dort ausgebrochene Bauwut verärgert – im ORF-Fernsehen unlängst gezeigt – die profitgierigen Investoren kümmern sich keinen Deut um den Naturschutz, und die unmittelbare Natur als höchsten Schatz unseres Landes zu bewahren, dazu sind die lokalen und überregionalen Politiker anscheinend nicht willens oder imstande. Unser schon einmal ausgekosteter Schwammerlplatz nahe dem Passübergang wird also diesmal verschmäht, und wir freuen uns schon auf eine echte und nicht verbaute Naturgegend am nächsten Wandertag!

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