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Nach der vierten Reise nach Istrien möchte ich nun im Blog eine Zusammenfassung bringen! Denn womöglich ist Istrien für uns persönlich abgeschlossen, und wir wenden uns anderen, vielleicht südlicher gelegenen Zielen zu. Jedenfalls ist dieser Beitrag ein guter Anlass, auf dieses neue, für Pflanzenliebhaber fantastische Buch hinzuweisen!

Damit ist die Istrien-Lektüre für uns als Vorbereitung und Reisebegleiter wohl ausreichend: Der Pflanzenführer für die Natur, der Kunsthistorische Reiseführer für die Kultur – und für unsere Touren greife ich ohnehin eher nur auf das Kartenmaterial zurück (EuroCart Istria 1 : 100 000 als bessere Straßenkarte, Spezialkarte für NP Ucka).

Nach zwei Aufenthalten auf der Insel Krk im April 2004 und Mai 2005 hat sich unser Interesse auf Istrien konzentriert. 2008 von Medveja (Lovran) aus im Mai und von Umag aus im Oktober. Im April 2010 reisten wir nach Porec, als Standquartier für die Ausflüge diente das vorzügliche Valamar-Hotel Diamant (deshalb waren wir auch heuer in Rabac im Valamar-Hotel / Sanfior).

Von Porec habe ich schon ausführlich im Blog berichtet (damals noch nicht im Facebook), man findet die Beiträge unter: www.wandertipp.at/bernhardbaumgartner/ im Mai 2010:

Istriens “weiches Herz” und das Klienod Draguc, Die “Trüffelfestung” im Frühlingskleid (Motovun), “Strandklettern” beim Vogelschutzgebiet Palud, Bergfrühling in der Cicarija – Korita, Zwischen Porec und Labin (Limskikanal, Dvigrad, Rasa); dazu kommt noch ein Bericht über die Besteigung der Ucka im Mai 2008.

Jetzt bleibt mir vom Frühjahr 2008 nur mehr der Bericht über Porec am 19. April vom Hotel in Brulo aus.

Abendspaziergang nach und durch Porec:

Vom Hotel Valamar Diamant in Brulo auf der Promenade zum Hafen von Porec.

“Die Euphrasius-Basilika ist (mit der Basilika von Pula) das älteste christliche Gebäude Istriens und eine der am besten erhaltenen frühchristlichen Kultstätten der westlichen Welt. Die Schönheit der Mosaike und der ausgezeichnete Zustand machen aber auch zu einem der bedeutendsten Monumente byzantinischer Kunst im Adriaraum” (Reiseführer). Wir hatten sie auch schon im Oktober 2008 von Umag aus besucht.

Sonnenuntergang bei der Insel Sveti Nicola, vielversprechend für die folgenden Urlaubstage!

Obwohl ich schon im Facebook bemerkt hatte, dass es höchste Zeit für die Edelweißblüte auf der Rax war, sind wir doch erst am 29. Juli zu dieser Blumenwanderung gekommen. Nach mehreren Touren über Scheibwaldhöhe und Preinerwand (mit Seilbahnauffahrt, der heißen Jahreszeit entsprechend) ist diese Botanische Exkursion sowohl im “Naturerlebnis NÖ” als auch im “Großen Wandererlebnis NÖ” als eine der ergiebigsten alpinen Blumenwanderung beschrieben worden. Nun war es endlich so weit, Zufahrt über Kleinzell und Schwarzau im Gebirge, Start in St. Veit bereits um 7 Uhr, und nach erstaunlich kurzer Fahrzeit bei der Raxseilbahn angelangt. Hier ist noch nichts los, und etwa um 8 Uhr langen wir bereits bei der Bergstation an. Entgegen dem Wetterbericht ist es kühl und windig, aber bei einer Fahrt über die Seehöhe von 1500 m hinaus muss man ohnehin entsprechend angezogen sein. Eindeutiger Vorteil – ideale Wandertemperatur, und unser Ziel sind ohnehin nicht die Fernblicke, sondern die Alpenblumen.

Zwischen Bergstation und “Praterstern” ist vor allem die Hochstaudenflora schön in Blüte, vor allem mit Alpendost und etwas Alpenmilchlattich. Der Alpengarten, wo eigentlich das Edelwiß voll blühen sollte, ist voll mit den Hochstauden. Erst auf dem Jakobskogel breitet sich die üppigste Edelweißblüte aus, ergänzt u. a. durch Alpennelke und Alpenaster. Aber insgesamt sind die Bergwiesen schon recht abgeblüht, kein Wunder bei den schon bisher bewältigten heißen Tagen dieses Sommers und durch den heurigen Vegetationsvorspurng.

Neben einem Edelweißbuschen fällt mir – wohl den Edelweißblick aufmerksam geworden – die kleinste Kostbarkeit auf, die Chamorchis alpina, der Alpen-Zwergständel. Ein paar Kohlröschen waren auch zu sehen, aber vermisst habe ich die Zwerg-Alpenscharte! Vom Jakobskogel geht es hinab in die weite Krummholzmulde  und dann zu den lücken alpinen Rasen auf der Preinerwand, danach wird es noch um eine Nuance bunter, wie auch erwartet.

Die Preinerwandplatte schaut wie immer höchst eindrucksvoll aus und wird auch (wie die Klettersteige) eifrig frequentiert, und interessieren aber mehr – Strahlensame, Alpennelke und Clusius-Fingerkraut. Abgeblüht ist der Große Enzian, und noch viel mehr verblühte Exemplare sieht man von den Aurikeln – ein Anreiz, die Rax nächstes Jahr schon früher anzugehen! Bei der Seehütte ist schon voller Betrieb, aber als wir die Zeit kontrollieren, merken wir schon, dass es für den Rückweg höchste Zeit ist. Eigentlich wäre die große Runde über die Scheibwaldhöhe in Verbindung mit der Preinerwald die lohnendste Tour auf dem Raxplateau, aber uns genügt auch die Gehzeit für den anschließenden Seeweg. Gerade noch rechtzeitig kommen wir vor der reservierten Talfahrt zurück zur Bergstation. Inzwischen ist es doch ganz schön warm geworden, und erst unten im Tal – schwüle Hitze, jeder Parkplatz im Höllental vollgestopft und das Kaltwasser der Schwarza förmlich belagert… Also uns hat es genügt, und oben am Berg war es so richtig angenehm!

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Eisenhut und Pannonischer Enzian am sonst eher langweiligen Seeweg…

Im Lauf der Jahrzehnte habe ich bzw. haben wir speziell in den Hohen Tauern viele prominente Ziele, aber auch einsame Winkel “abgegrast”, nicht nur beim einjährigen beruflichen Aufenthalt in Zell am See, sondern immer wieder bei Urlaubstouren. In den letzten Jahren war fast jedes Jahr Gastein “dran”, und dort in der Nähe (sozusagen nur überm Berg drüben) hat uns noch ein Stück gefehlt – das Seidlwinkeltal. Vielleicht weil immer etwas Spektakuläreres mehr gelockt hat? Aber heuer war der Mittwoch, 18. Juli, bei der halben Urlaubszeit ein geeigneter Tag für diese Talwanderung. Das Wetter hat es nämlich (wie im Juni in Velden) nicht besonders gut mit uns gemeint… Oder eigentlich doch, denn laut Wetterbericht hätte es viel schlechter sein müssen! Aber bei verwolkten Gipfeln, auch wenn es nicht regnet oder gewittert, bleibt man halt lieber im Tal und geht ins Seidlwinkeltal…

Eigentlich hatte wir gar keine richtige Vorstellung, wie es dort ausschaut – eines der weniger bekannten Tauerntäler, ein Seitenast des berühmten Rauriser Tals, der zur Glocknerstraße beim Fuschertörl hinaufzieht. Bekannt auch aus der Geologie, denn die Seidlwinkeldecke ist eine Besonderheit in den Hohen Tauern, weil hier innerhalb des tektonischen Tauernfensters ein ausgedehntes Vorkommen von Quarzit auftaucht. Sonst waren unsere Erwartungen eigentlich nur auf ein gemütliches Wandern in geschützter Tallage eingestellt, als wir von Bad Hofgastein über Taxenbach nach Rauris fuhren. Bald hinter dem Hauptort des Tales folgt im Weiler Wörth die Abzweigung, an Talwiesen und einzelnen Bauernhöfen vorbei geht es noch per Autozufahrt bis zum großen Parkplatz “Fleck” am Rand des Nationalparks. Alles gut organisiert und für den Tourismusbetrieb eingerichtet, dazu die Infotafeln entlang der Strecke. Nun geht es nur mehr zu Fuß weiter – vielmehr, wer hat der hat, sausen die E-Biker ungeachtet der Steigung durchs Tal. Für uns heißt es, das ist die letzte Talstrecke, die wir “unter die Füße nehmen”, denn irgendwann steigen wir auch auf ein E-Bike um!

Schon bald nach dem Parkplatz in der letzten Talweitung geht es in einen schluchtartigen Abschnitt des Seidlwinkls, treffend “Klausen” genannt. Die Ache rauscht als ansehnlicher Wildbach unterhalb der dicht begrünten und teilweise felsigen Hänge dahin. Im Winter muss es hier allerhand Lawinen geben, auf dem vorigen letzten Bild noch ein Schneekegel erkennbar. Nach einiger steigender Strecke holt uns ein “Tälerbus” – eine tolle Einrichtung in dem für den Autoverkehr gesperrten Nationalparktals. Wir verwandeln uns aus Wanderern zu Autostoppern und kommen so mühelos und uns gut mit dem bajuwarischen Schofför unterhaltend die paar Kilometer hinein bis zum Tauernhaus. Mehr als eine Stunde Gehzeit erspart und vor allem deshalb lohnend, weil erst beim Rauriser Tauernhaus der interessantere Wanderweg beginnt. Übrigens ein geschichtsträchtiger Platz, das ‘”stromlose” und nur im Hochsommer offene Gebäude, daneben eine kleine Kapelle mit Marienbild aus dem 19. Jahrhundert, aber bestimmt ein viel älterer Andachts- und Stützpunkt auf dem Weg über den Hohen Tauern (Hochtor) nach Heiligenblut – neuerdings als Pilgerweg beliebter als die Strecke von Fusch (weil diese oft entlang der Straße verläuft).

Der Himmel ist ziemlich verwolkt, aber es bleibt ganze Zeit trocken, später sogar wieder sonnig, dabei kühl und ideales Wanderwetter. Stärker ansteigend schlängelt sich der alte, neuerdings anscheinend verbesserte Saumweg (weil hier über den Tauern “gesäumt” wurde, das heißt Waren mittels Tragtieren befördert) zwischen urigem Baumbestand in den Talhintergrund. Unterhalb rauscht der Bach zwischen Felsblöcken dahin, erst nach einem Stück Gehzeit fließt er ruhiger neben dem Weg. Überall üppigstes Grün, Moose und Farne (ein unbekanntes Objekt könnte eine Art Lebermoos sein), F’ichten, Lärchen, später auch ein paar seltene Zirben – beherrschend in der Hochstaudenflora weil in Vollblüte sind  Alpen-Dost, Alpen-Milchlattich und Österreichische Gemswurz, alles stattliche Pflanzen. Im Hochtal kommt noch die Almrauschblüte dazu!

Nach mehr als einer Stunde öffnet sich das Hochtal mit den Gipfeln rund um das Fuscher Törl an der Glocknerstraße (von dort führt sogar eine Seilbahn zur folgenden Alm herab). Vor der Litzlhoferalm, die nun bald in Sicht kommt, halten wir dann Mittagsrast (die Käserei haben wir leider nicht besucht). Eine schöne Zeit neben dem munteren Bach und zwischen bunten Blüten, dazu kühlender Nordwind im Rücken und die einsamen Gipfel vor Augen… Der Rückweg ist ebenfalls ein Genuss, immer wieder andere Blickwinkel als beim Aufstieg, und beim Rauriser Tauernhaus scheint nun schon die Sonne!

Beim Tauernhaus kommen wir gerade zu ungünstiger Zeit an – der Tälerbus wird erst kommen, und weil wir schon so flott im Gehen sind, marschieren wir einfach weiter. Der uns dann entgegen kommende selbe Busfahrer gibt uns nur Bescheid, dass wir bei der Palfneralm bis zur nächsten fahrplanmäßigen Zeit warten sollen (er erschien nur etwas unfreundlich, überraschend nach unserer netten Unterhaltung), weil er schon viele wartende Gäste hat. So langen wir mit geraumer Wartefrist bei der Alm an, die Zeit vergeht uns aber rasch, denn erstens gibt es erfrischende Buttermilch (wohl eher von der Molkerei), neben der Hütte ist es schön zu sitzen, und außerdem spielt sich hier allerhand autentisches Almleben ab. Mädchen helfen bei der Ausschank und die ebenso als Helfer werkenden Burschen treiben bald die Kühe zum Melken in den Stall. Die Hütte stammt schon von etwa 1750, ein wahres historisches Bauwerk, innen voll urig, der Stall daneben wie ausgekehrt sauber, und auf der Weide fühlen sich die stammigen Almschweine sichtlich sauwohl…

Wie immer muss ich noch um etwas Interessantes nachfragen. Der Name Palfneralm scheint mir vom Felskopf oberhalb der Hütte (mundartlich Palfen) zu kommen, aber es stellt sich heraus, dass die Almfamilie Gruber aus St. Johann stammt, aber vielleicht wohnen sie dort unter einem Palfen… Im Bus sind wir dann die einzigen Passagiere, weil er nur bis zum Parkplatz und nicht hinaus nach Rauris fährt, und daher gibt es auch noch eine nette Unterhaltung über lokal Interessantes, denn der bajuwarische Fahrer ist der Liebe wegen in Rauris seit einigen Jahren ansässig und weiß allerhand zu erzählen. Zum Schluss noch ein paar Bilder von diesem Tag im Seidlwinkeltal. Das war jedenfalls der netteste Tag unserer Gasteinwoche, bei mittlerem Wetter, aber erfreulicher Schwammerl- und Heidelbeerausbeute, immer eine Urlaubsnebenbeschäftigung….

Dieses Jahr war unser üblicher Gastein-Aufenthalt schon im Juli dran, zwar keine so gute Zeit für Heidelbeeren und Pilze wie im August, aber doch voraussichtlich “blumiger”. Denn 2017 war im späteren Sommer nicht mehr viel los gewesen mit den Alpenblumen, vieles schon abgeblüht und verdorrt…

Wie diese drei Bilder von Anni zeigen, war es auch hier auf den fast 2000 m der Schlossalm schon Hochsommer – Alpenanemonen im Fruchtstand, immer noch schön die Skabiosen und die zu dieser Zeit am schönsten entwickelten Bärtigen Glockenblumen. Unser Ziel am 19. Juli, dem ersten Tag der letzten Woche mit halbwegs gutem Wetterbericht, war Richtung Schlossalm die Kasereben, denn im heurigen Sommer sind alle Anlagen von Hofgastein herauf geschlossen und in Umbau. Kaum vorstellbar, was hier alles bis zum kommenden Dezember entstehen soll!

Beim Aussteigen nach der Auffahrt aus dem Angertal wussten wir schon, was uns erwarten sollte – die Almrauschblüte, dazu blauer Himmel und duftige Wolken, wie im Bild über dem Ritterkopf bei Kolm Saigurn, die Dreitausender aber in Wolken. Vor allem der Blick auf den Ankogel hat uns als Fotomotiv gefehlt, wenn auch die Gipfel des Tischlerkars immer freier wurden. Eigentlich wollten wir quer über die Schlossalm eine bequeme Runde begehen. Der sogenannte “See”, der große Speicherteich, war aber fast leer und daher besonders unattraktiv, weiter gegen die Niedere Scharte zu ohnehin nur Baustellenverkehr. Also stiegen wir von der Kaserebenbahn gleich am Kamm dem Almenweg nach höher, bis dieser nette Steig rechts ins Kar unter der Hohen Scharte quert. Dort beleben Bergsturzblöcke mit ihrem bunten Bewuchs das Bild, und die Flora entsprach halbwegs unseren Erwartungen.

War es anfangs nur ein einzelner, voll aufgeblüht und wie doppelt aussehender Glocken-Enzian (Gentiana acaulis), entdeckten wir später auf einem Block eine “Miniwiese” voll mit Alpen-Süßklee. Aber Höhepunkt waren sicher die in verschiedenem Zustand aufgeblühten Alpenrosen!

Oberhalb der Talstation des Sessellifts zur Hohen Scharte zieht ein Geröllwall dahin, der fast wie eine Moräne ausschaut, aber sicher als Lawinenschutzwall dienen soll. Dorthin stiegen wir steil hinauf, weil wir schon einmal auf dem kargen Rücken zwei Seltenheiten gesehen hatten – den Niederliegenden Enzian und das “Tauernblümchen”, Lomatogonium carinthiacum, auch Saumnarbe genannt oder Kärntner Tarant. Dieses hübsche Blümchen wächst auf lückigen Weiderasen mit erdigen Rasenlücken und von Weidetieren ausgetretenen Stellen. Wie den Gentiana prostrata aber diesmal nicht gefunden, wohl wegen der späteren Blütezeit (eher im August). Trotzdem gab es noch allerhand botanisch Interessantes, wir machten uns aber bald an den Rückweg zur Kasereckgondel, weil wir uns noch den  Schwammerl- und Heidelbeerplätzen im Angertal widmen wollten…

Eisenhut, Schnee-Enzian (?), Trauben-Steinbrech, Silber-Schafgarbe…. besonders machten die Murmeltiere durch ihre schrillen Pfiffe auf sich aufmerksam…

Nahe dem leeren Speichersee hatten wir genug gesehen und wendeten die kleine Runde wieder dem Angertal zu. Statt der Spiegelfläche des Speicher-”Sees” musste für Anni halt eine kleine Lacke neben der Lawinenverbauung als Motiv herhalten. Insgesamt haben wir auf die Schlossalm im Nachhinein nicht mehr so großen Gusto – es herrscht dort zwar nicht ein solcher Wirbel wie auf dem Stubnerkogel, aber das Gelände ist halt eher ein Spaziergang mit schönen Ausblicken, lohnend  nur mit einer längeren Runde oder der Besteigung der Türchlwand (aber die haben wir bereits länger hinter uns).

Neben den Küstenorten wie Rovinj, Porec oder Pula zählen die auf Bergen im Landesinneren gelegenen “Burgstädte” zu den vielbesuchten Sehenswürdigkeiten Istriens. Daneben gibt es aber auch noch vermeintlich unscheinbarere, aber besonders interessante Ziele, wie das als “kleinste Stadt” bezeichnete Hum, das mittelalterliche Roc und das von uns so überaus geschätzte Bergdorf Draguc, nicht zu übersehen natürlich Labin als Bergfestung über der Kvarnerküste. Manche heute unbedeutende und sozusagen vor sich hindämmernde Siedlungen verdanken ihre reiche Geschichte der Lage an Verkehrswegen (vornehmlich aus der Römerzeit) oder als Grenzpunkte der Herrschaft Venedigs oder der Habsburger. Dazu gehören nahe der Hauptstraße gegenüber der Ucka der Bergort Paz (wir sind bei unserer heurigen Tour ins Landesinnere leider nur vorbeigekommen) und das leichter erreichbare Boljun. Wie die Infotafel am Zugang in die steinerne Siedlung vermeldet – weder Stadt noch Dorf, aber ein historisches Denkmal früherer, glanzvollerer Zeiten. Wir fuhren gleich nach Besuch der “Orchideenwiese” von Boljunske Polje über die Bergstraße dorthin.

Die (vorbildlich!) auch in Deutsch verfasste Infotafel gibt einen kurzen historischen Überblick, und man stößt ohnehin sofort auf das Wahrzeichen und den Ursprung Boljuns – die steinerne Burg, auch als Ruine noch immer imposant. In den Gassen und Höfen keinen Menschen gesichtet, wohl aber von zum Glück nur grimmig wirkenden Hunden empfangen… Der Rundgang führt uns an einem Gasthaus vorbei, an bewohnten Häusern und Ruinenmauern – gleich am Ortseingang eine wohl in die Romanik zurückreichende Kapelle (Hl. Kosmas und Damian).

Wie unser ausgezeichneter “Kunsthistorischer Reiseführer” (Bruno Fachin Editore, Triest, in Pazin bei der Info im Schloss gekauft) treffend bemerkt – Standort südliche Bastion: Hier ist eine paradiesische Aussicht von den Bergen der Cicarija bis zu den Höhen von Labin zu genießen. Im Tal darunter das “Schachbrett” der bebauten Felder. Uns hat als Höhepunkt des Panoramas selbstverständlich die mächtige Ucka – der Monte Maggiore der italienischen Zeit – gefesselt, weil wir ja wenige Tage zuvor auf dem Gipfel waren.

Am anderen Ortsende ragt neben der Pfarrkirche und der Loggia der hohe Campanile von 1640, dahinter der Friedhof. Gerade erschallt das Mittagsgeläut. Dann geht es zurück zum Parkplatz am südlichen Ortseingang, die Tafel an einem Haus gegenüber der Kirche erinnert an die Schrecknisse der schon etwas zurückliegenden Zeit:

Von Süden kommend, geht es nun auf einer Höhenstraße weiter Richtung Lupoglav (dort Abzweigung der Ucka-Schnellstraße nach Pazin), und der Bergrücken zwischen Wald und freiem, teilweise kultiviertem Gelände birgt noch eine botanische Überraschung, großartig natürlich der Blick zur Ucka als Abschied…

Dingel und Diptam kennen wir zwar auch von zuhause, aber als Schlusspunkt unserer Reise gefallen diese Blüten natürlich auch besonders, wahrscheinlich werden sie uns auch im pannonischen Niederösterreich noch erwarten! Anzumerken wäre noch – Rückfahrt über die Autobahn bei starkem Lastautoverkehr (trotz des Feiertages), aber von Spielfeld an fast autofrei, selbst bei Graz und erst recht von Mürzuschlag durch unsere “Stoasteirischen” Heimatberge.

Der Blogbericht über die Heimfahrt von Istrien / Rabac am Donnerstag, 10. Mai, hat ja nun (fast zwei Monate danach) schon einen gewissen Erinnerungswert! Aber losgehen soll es eigentlich bereits mit der Anfahrt zum Urlaubsort Rábatsch am 29. April: Den Hinweisen der Valamar-Betreuung folgend, nahmen wir folgende Route – auf der Autobahn Maribor / Ljubljana kommend, bald nach der Verzweigung Triest / Koper abfahren (Crni Kal), dann auf gut ausgebauten Straßen über die kroatische Grenze (Socerga) Richtung Buzet und vor dem Ucka-Tunnel nach Labin. Noch vor dem Grenzübergang die Mittagsrast in einer sehr hübschen Gegend mit allerlei Sehenswertem (leider bei beiden “Vorbeifahrten” nicht ausgenützt). Gleich abseits der Passstraße in naturbelassenem Gelände die ersten stattlichen Purpur-Knabenkräuter! Aber unser botanischer Trumpf wartete erst später, nach der etwas verwinkelten Abfahrt von der Ucka-Straße hinab in das weite Becken der obersten Rasa am Fuß der Ucka. Dort hatten wir bei unseren Touren 2010 und (noch mehr) 2008 eine traumhafte Wiese “entdeckt”, voll mit Orchideen und anderem Interessanten. Seit dem Ausbau der Durchzugsstraße nicht mehr leicht zu finden, weil an einem alten Straßenbogen gelegen, aber mit der Karte gut zu lokalisieren: Bei der Häusergruppe Brnac zwischen den Abzweigungen der Seitenstraßen nach Boljun und Paz, beide sehenswerte Orte! Gegendname “Boljunsko Polje”.

Diese drei Bilder – Purpur-Knabenkraut, Spinnen-Ragwurz und Salep-Knabenkraut – stammen allerdings von anderen in diesem Urlaub besuchten Standorten, alle drei Arten aber (neben kaum etwas Spektakulärem) bereits am 29. April gesichtet. Heimfahrt zwölf Tage später,  schon um halb neun Uhr vom Hotel weg, kamen wir wieder auf der bewährten Route an dieser “Orchideenwiese” vorbei und nahmen uns  Zeit zum Nachzuschauen, bevor wir noch den uns noch nicht bekannten (oder in Erinnerung gebliebenen) Ort Boljun besuchten. Es hatte sich gelohnt – denn in so kurzer Zeit war der Blütenstand überaus vermehrt! Wir fanden leicht zum Standort (wie gesagt an der alten Straße zwischen den Abzweigungen nach Paz und Boljun) und waren voll erstaunt über die Veränderung, wie die Bilder zeigen sollen:

Pyramidenständel, Sommerwurz, Gladiolen (Illyrische?), Sumpf-Knabenkraut (oder Wenigblütiges K.), Milchstern (Pyrenäen?). Folgend sieht man die Wiese mit einem Haus von Brsac und der Ucka im Hintergrund. Orchideen – Purpur-Knabenkraut und Spinnen-Ragwurz, Salep-Knabenkraut, Breitblättriges Waldvöglein, in verschiedenen Stadien des Verblühens. Immer noch großartig die Fliegen-Ragwurz und Zungenständel / Serapis, ein zunächst nicht identifizierbares Objekt, später halb aufgeblüht erkannt – Adriatische Riemenzunge! Am Straßenrand war uns näher an Labin schon blühender Diptam aufgefallen. Zahlreiche Schmetterlinge, besonders auf den rötlich bis blauen Kreuzblumen (Perlmutterfalter? mit den “Flatterlingen” hab´ich´s nicht so….).

Anschließend, schon gegen die Mittagszeit, fuhren wir noch nach Boljun hinauf – ein Ort, nicht Dorf noch Stadt, Thema – wohnen zwischen historischen Ruinen…

Montag, 7. Mai: Am Vortag noch quer durchs Landesinnere, trotzdem eine lange Fahrt geplant – nach Cres zu einem uns bekannten Orchideenstandort, und womöglich gleich die gesamte langgestreckte Inselformation erkunden (einfache Strecke 120 km). Da könnte uns der Tag schon zu kurz werden, daher bereits um 7 Uhr schnell zum Frühstück und nachher schnell über Plomin  nach Brestova, Abfahrt der Fähre nach Cres um 8.15 Uhr….

Alles gut gegangen, bereits auf der Fähre und Blick über Mosenice gegen die Ucka. Gleich nach der Landung lassen wir uns etwas Zeit, damit der Stoßverkehr weg ist, denn die Straße ist auf der ersten Strecke nicht die beste – kurvenreich, an steilen Berghängen entlang, Fahrbahn etwas holprig – aber schönste Ausblicke, ein herrlicher Tag! So kommen wir gut voran, an der Stadt Cres vorbei, immer bessere Straßen mit wenig Verkehr, erster Halt am Ende der Insel Cres in Osor, wo eine Drehbrücke die Verbindung zur Insel Losinj herstellt.

Hier befinden wir uns schon am Fuß des Berges, der bei klarer Sicht von Rabac aus als hohe Pyramide erkennbar ist – der Gipfel Televrina, 589 m hoch. hier mit dem Glockenturm von Osor im Breitformat sichtbar. Dieser Ort ist uns völlig neu, wirkt fast wie ummauert, und ein Blick in den Reiseführer verrät auch viel Interessantes über die weit über die Römerzeit zurückreichende Geschichte. Parkplatz beim Kreisverkehr neben der Lagune, dann natürlich zu Fuß in die Stadt (bis ins 15. Jh. wichtiger Seehandelsplatz, Niedergang durch Hochseeschifffahrt, Pest und Malaria – aha, die Lagune). Auffallend von unserem Standpunkt ist die Marienkirche, ein altertümlich wirkender Steinbau, an dem vorbei ein Weg zur nächsten Bucht führt. Die ausgedehnte Ruinengruppe dort sieht zwar interessant aus, aber keinerlei Hinweis auf ihre Bedeutung. Leider gibt es keine Runde zum Weitergehen, also zurück, vorbei an Alleebäumen, die wir noch nie gesehen haben – an einem mitgenommenen Stachelzweig habe ich mich später beim Autoausräumen gestochen…

Osor wirkt wie ein Museum, und außerdem muss es hier einen schon traditionellen Kunstbetrieb geben. Etliche Statuen zeugen davon, der Platz vor der Kathedrale wird von schönen Gebäuden umgeben, das Rathaus ist städtisches Museum, interessant die Jahrzahl der Erbauung – noch zur Zeit der alten Monarchie!

Das letzte Bild zeigt ein ganz kurioses Denkmal für einen Marder! 1018 musste sich Osor nämlich zur jährlichen Ablieferung von 40 Marderfellen an Venedig verpflichten. Durch das Mauerwerk des ehemaligen Stadttors mit einem Markuslöwen-Relief kommen wir zum Meereskanal, der die beiden Inseln trennt. Entgegen manchen fälschlichen Behauptungen ist es keine Hebe- sondern eine Drehbrücke, die alte Seefahrt muss übrigens mit verhältnismäßig bescheidenen Schiffsgrößen ausgekommen sein. Am Kai daneben ankern ein paar Boote (im Sommer wird es wohl lebhafter zugehen), in einem sind gerade Fischer bei ihrer Arbeit, der Geruch übertrifft sogar den vom Straßenverkehr daneben…

Am belebten Mali Losinj vorbei nähern wir uns dem Endpunkt unserer langen Fahrt – so nebenbei hätten wir ein “Traumwegerl” gesehen, eine Promenade durch die Pinienwälder über den tiefblauen Meeresbuchten… aber an einem solchen Tag blieb uns vorerst (!) nicht so viel Zeit. So landen wir in Veli Losinj (das einst der größere Ort war) in einem wahren Irrgarten von Parkplätzen, derzeit noch größtenteils leer. Wie sollen wir uns nun orientieren? Mittagszeit ist auch schon, also streben wir an der nächstgelegenen Kirche vorbei (in Renovierung) zum Zentrum am kleinen Hafen. Gut erwischt das Café an der Mole, dann sind wir wieder frisch und beginnen einen mittellangen Rundgang.

Das blaue Haus neben der rosa Kirche nennt sich übrigens “Villa Mozart”. Schön ist der Ausblick über die Bucht, und den von Rabac aus so fern gesehenen pyramidalen Gipfel Televrina sehen wir nun aus der Gegenrichtung auch ganz schön weit entfernt! Sonst bringt der Ort Veli Losinj wenig Eindrucksvolle, viele Häuser in recht desolatem Zustand, oft noch aus den Zeiten der Monarchie herrührend oder in jüngerer Vergangenheit verschandelt, Neubautätigkeit dazwischen ganz intensiv. Wie wir hier einen Urlaub verbringen sollten…? Daher machen wir uns allmählich an die Rückfahrt mit noch einem besonderen Ziel vor Augen: Bei einem Ausflug nach Cres von Medveja aus (wohl 2008 im Frühjahr) haben wir durch einen außerordentlichen Zufall nach einer Bergtour auf den Ham unsere Freunde Sissi und Karl Oswald getroffen. Sie zeigten uns einen schönen Orchideenstandort oberhalb des Vranksko jezero, dem Trinkwasserspeichersee im Innern der Insel. Eine abkürzende Zufahrt dorthin von Süden her endet beim Weiler Grmov in der Einöde und an einem Fahrverbot. Also den größeren Bogen genommen, vor Cres westwärts abzweigend Richtung dem “Seeräubernest” Lubenice. Wir wussten noch die Stelle bei Mali Podol, wo wir die Autos stehenließen und Richtung der Kirche Sveti Ursula wanderten. So machen wir es auch diesmal…

Wir marschieren endlos zwischen (teils kunstvoll geschichteten) Steinmauern einen alten Fahrweg entlang, limitieren die Strecke schon nach der Uhr (es ist ja bald mittlerer Nachmittag), aber außer den abgebildeten Orchideen (Ragwurz, Spinnen- Bertolinis- Hummel) gibt es nichts, nicht einmal einen g´scheiten Rastplatz… Die Kapelle haben wir zwar von der Ferne gesehen, aber hingekommen sind wir nicht, auch nicht zur schönen Aussicht über den Binnensee – Grund war eine versperrte Abzweigung mit drohenden Verbotstafeln, jetzt wissen wir es! Hier sind noch Annis Bilder von dieser Strecke:

Am letzten Bild eine aufblühende Orchis tridendata, wie beim ersten Besuch prächtig Bertolinis-Ragwurz und viele Hummel-Ragwurzen. Jetzt war die Zeit schon so fortgeschritten, dass wir auf das Bergdorf Lubenice verzichten mussten. Der kurze Abstecher nach Valun war unnötig, schon hoch vor dem Meer abgesperrt, keine Zufahrt. Also machten wir uns an die Rückfahrt und waren wenigstens so gescheit, auch auf die Stadt Cres zu verzichten. Denn die Strecke bis zur Fähre zog sich ganz schön in die Länge, und gerade vor Abfahrt kamen wir dort an. Trotz spürbarer Ermüdung war die Überfahrt ein netter Ausklang, schöne Stimmung über dem abendlichen Meer und den Küstenbergen – und das opulente Abendbuffet noch vor uns, dann nur noch ins Bett…

Den Hausberg von Halltal haben wir schon in frühen Jahren von allen Seiten erkundet – schon für das “Mariazeller Bergland” (3. Wanderführer mit Werner Tippelt, NP-Buchverlag 1977), später noch für meinen Führer “Wandererlebnis Mariazeller Land & Ötscher” (Residenverlag 2006, Lektorat bereits Sonja Franzke). Es hat sich dabei herausgestellt, dass MARIAZELL jedesmal kein Verkaufsschlager war, denn alles konzentriert sich dort mehr auf Wallfahrt und Urlaub…

Ganz genau beschrieben habe ich alle Routen auf diesen Lieblingsberg im “Wanderparadies Voralpen. Zwischen Mostviertel und Mariazeller Bergland” (NP 1996) sogar mit einer Abhandlung über dieses interessante Massiv. Zuletzt war ich wohl mit Tourenschi oben, eine anstrengende Partie bei viel Schnee, die mir noch gut in Erinnerung ist, aber in meinem Bildarchiv (noch nicht digital, also vor 2006) kaum aufscheint.

Bei den schönen Naturbildern im Facebook war ich schon fest entschlossen, mit Anni wieder zum “Blumenstudium” auf der Student aufzubrechen. Doch wegen dem hohen Sonnenstand, jetzt zum Sommerbeginn, war auch der Türnsee (von Rotmoos im Salzatal gegen den Hochtürnach, siehe “Wandererlebnis Ötscher & Ybbstaler Alpen”, Neuauflage Kral-Verlag 2018) verlockend. Jedenfalls standen wir gestern zeitig auf und fuhren los – im Halltal war es erst nach 7 Uhr! Und da kam uns die Idee, die Morgenkühle an diesen heißen Tagen besser so zu nutzen, dass wir gleich auf die Student wanderten, ab beim Parkplatz an der Salza (Abzweigung Halltal, Ortsende gegen Mariazell) um halb acht Uhr, noch angenehm frisch!

Über die Salzabrücke, links am Bauernhof vorbei und den gut geschotterten Güterweg aufwärts, im nächsten Wäldchen ein Wegweiser rechts in Gestrüpp (hätte uns zu denken geben sollen). Wir gingen aber kurz danach einfach über die Wiese hinauf, durch ein Zaungatter und über die Viehhalde geradeaus weiter zum Waldrand mit einer “Schussluckn”. Im Führer heißt es etwas sporadisch – hinauf zum Waldrand, sonst aber hat alles noch immer gestimmt, obwohl das Buch von 2006 ist. Gestimmt hat auch der Hinweis auf das sumpfige Gelände, aber so nass und tiefgründig hatte ich die Wegspur nicht in Erinnerung! Dann steil über dem Haselgraben entlang aufwärts, passt auch, der folgende Fichtenbestand schon ganz schön hochgewachsen, aber mit gutem Weg.

Nun geht es erst richtig los – der früher so nette Weg ist ausgewaschen, immer wieder sehr feucht und vor allem – je weiter hinauf umso mehr – dicht verwachsen. Zwei schöne “Zaungäste” hat Anni abgebildet – Österreichische Gemswurz und Großblütiger Fingerhut (die gelbe Art der Kalkalpen im Gegensatz zum Pupur-Fingerhut des Silikatzonen). Kein Wunder, denn hier hat sich durch Abholungen (vor allem nach den ausgedehnten Windbrüchen?) die Berglandschaft völlig verändert! Der Hochwald besteht nur mehr aus Restbeständen, sonst wuchert alles grün und grüner, brusthoch verwachsen, nicht nur mit hübscher Hochstaudenflora… Die Wegspur ist dazwischen gerade nur erkennbar, natürlich sind wir nass bis über den Bauch hinauf… Also nichts war´s mit dem alten schönen Bergweg, aber nach zügigem Stapfen langten wir doch endlich bei der schon dringend erwarteten Forststraße am Kampl an. Dritter Akt – nach Sumpf und Holzschlag – grobschottrig und neu breit ausgebaut, was war das früher für ein moderater Fahrweg! Mit schöner Aussicht geht es nun um den Bergrücken herum ins Hochtal zwischen Studentleiten und Großkogel (wie der Haselspitz mit dem großen Gipfelkreuz auch genannt wurde, Hohe Student ist völlig falsch – dieses Kartenproblem ist von mir schon vor Jahrzehnten erledigt geworden….).

Dann kommt endlich die Abzweigung des alten markierten Weges, wieder sehr nett, wenn auch einige Windbruchgassen. Die vielen Gefleckten Knabenkräuter bleiben nun zurück, zwischen die Hochstaudenflora mischen sich selten Waldhyazinthen, und am Wegrand haben wir (erst beim Abstieg) einen kleinen Schatz entdeckt – das Einblütige Wintergrün mit dem hübschen Beinamen “Moosauge” (schwer zu fotografieren, denn verschämt hält es sein Auge zum Boden gewandt). Bei der sagenumwobenen “Hundsklamm” (alles in meinen Büchern) ist fleißig ausgeschoben worden, aber schon wieder verwachsen. Oberhalb ein flacher Boden (Weißer Germer), der mir bei der Beschreibung entgangen ist, und noch ein flacher Boden mit viel Heidelbeersträuchern (oben überall sehr häufig, aber kaum fruchtend), etwas Germer und Wegkreuzung – Farbmarkierung ausreichend, gelbe Wegtafeln fast reichlich. Hier links hinauf zum Hauptgipfel, weil dort das große Gipfelkreuz steht – Haselspitz, früher (?) auch Großkogel genannt, eben die Bergspitze über dem Haselgraben (Riesenquelle und Wildbach hinab nach Halltal-Ort), keinesfalls Student (wie ein paar Gscheitlinge im Gipfelbuch herumgeschmiert haben…).

Die Student ist eigentlich ein Waldberg, noch besser ein “Waldgrenzberg” mit höchstens etwas über 1500 m Gipfelhöhen! Die zwei nahe beieinander liegenden Gipfel – der Haselspitz und die Hohe Stundent (kommen wir bald hin) sind waldfrei – noch! – denn kleine Fichterl kämpfen sich schon von den Waldrändern darunter hinauf zu den steinigen Rasenflächen. Über die richtige Bezeichnung bin ich mir nicht klar, am ehesten noch HOCHMONTAN mit SUBALPINEN Elementen. Beim Gipfelkreuz nach guten zwei Stunden zügigen Aufstiegs ist es ganz schön kühl, weil sich die Wolken vorübergehend verdichtet haben. Aber gute Fernsicht, und  zu meiner Überraschung schaut gerade noch das “Turmtriumvirat” der Mariazeller Basilika über den Waldsaum der Bürgeralpe her!

Statt der Gefleckten Knabenkräuter gibt es hier ebenso dicht die Mücken-Händelwurz (womöglich sogar die Duftende?), weniger zahlreich die Höswurz (Weiße Händelwurz oder richtiger Pseudorchis albide), oft die Kugelorchis (Traunsteinera globosa), Alpen-Nelken, sogar Kohlröserl (Nigritella spez., für mich Rotes K., nicht näher bestimmt)  usw. aber vor allem hier überaus häufig einen kleinen Farn – die Mondraute! Wir schließen dann den Übergang zur Hohen Student an: Südöstlich über den etwas steilen Rücken auf spärlicher Steigspur hinab in eine Senke, dann um die nächste Erhebung rechts herum zu einer noch größeren Mulde, dann im Waldsaum hinauf zum nächsten Rücken südwestlich der Hohen Student. Hier hat sich die Wegführung anscheinend geändert (früher bin ich gleich rechts hinunter zum Hüttenweg und links zur Schutzhütte gegangen). Nun ist am Rücken hinauf ein Steig vorhanden, mitten durch die tollste Blumenpracht – verblüht allerdings schon Clusius-Primeln (“Jagabluat”), Silberwurz, Großblütiger Enzian, Alpen-Anemonen. Sonst alles reichlich vorhanden samt Alpen-Heckenrose und Steinquendel, eine niedrige Kiefer dürfte angepflanzt sein (?wozu?), aber gleich danach vor dem Gipfel eindeutig ein Latschfleck! Dann stehen wir beim kleinen Gipfelkreuz mit vielleicht noch fantastischerer Rundsicht, wenn eine Steigerung möglich ist.

Nun geht es den freien und noch immer überwältigend blumigen Südhang auf spärlicher Steigspur hinab zum “Plotschenboden” (Legerflur der einstigen Alm, voll von Lattich zugewachsen), der sogar gemäht ist. Rastpause nicht in der Hütte (für Schlechtwetter ausgerüstete Schutzunterkunft des Mariazeller Alpenvereins und ? der Gemeinde Halltal), sondern auf der gemütlichen neuen Bank davor. Mittagspause – abmarschiert wird genau um 12 Uhr.

Der alte Alm- und Hüttenweg führt nun westwärts unter den Gipfelhöhen zurück zum “Oberen Heidelbeer- und Germerboden”,  wieder hübsche Hochstaudenflur und eingemischte Orchideen (auch Großes Zweiblatt und Grüne Hohlzunge), bis zur gut beschilderten Wegkreuzung. Vor dem Abstieg, nun schon in der Mittagshitze, graut uns etwas, war auch wirklich nicht gerade ein Genuss, um es mild auszudrücken. Trotzdem kommen wir ohne größere Rutscher (bergab und heinein ins Sumpfige) gut auf direkter Route wieder nach Halltal. Am Rand der Feuchtflächen neben der Salz sehen wir (wieder) eine Spezialität dieser Gegend – die meterhohe Breitblatt-Glockenblume mit ihren gut 6 cm langen Einzelblüten.

Das nun schon so lange fast hochsommerliche Wetter hat auch seine Tücken. Vor allem für die Bauern, die schon dringend mähen sollten, sich aber vom “gewittrigen” Wetterbericht abhalten lassen, um dann sonnig-heiße Nachmittage und in der Folge zu erleben. So ging es uns mit einer Tour am letzten Sonntag – nur nicht zu hoch hinauf und zu weit hinein ins Gebirge. Bichleralm und Stadelberg schon absolviert, also als nächstes passendes Ziel auf den Schwarzenberg bei Türnitz mit Zufahrt bis aufs Schwarzenbacher Gscheid. Auch könnte es nicht schaden, diese Tour einmal zu “kontrollieren”, ob sich etwas verändert hat…

Vom Parkplatz am Gscheid (im Winter Umkehrplatz der Straßenmeisterei) gleich die von zahlreichem blühenden Waldgeißbart begleitete Baumzeile entlang zum Bergfuß. Hier erste angenehme Überraschung – der über den steilen Waldhang hinaufführende Steig hat gleich am Einstieg eine deutliche Markierung. Der schmale, aber gut ausgetretene Weg zieht nach erstem direkten Anstieg eine weite Kehre nach links, dann nach rechts, dabei immer zügig an Höhe gewinnend. Bei der zweiten Kehre folgt nach einigen verdächtigen Vertiefungen eine deutliche Bergbaupinge mit Einstiegsloch (Blei und Zink im frühen 19. Jh.). Danach zeigen aber die neuen roten Markierungspfeile nach rechts seitwärts – die Beschriftung “Kantal” bedeutet wohl Karntal und führt westwärts weiter, etwa zum ominösen Hohen Stein. Wir bleiben aber auf unserem nun unmarkierten deutlichen Pfad, der sich sogar im folgenden Schlaggelände (eine überwachsene Forststraße querend) im hohen und voll taunassen Gras fortsetzt. Nach Rückblick zum Eisenstein und ins Pielachtal folgt ein Walddurchgang, und leicht links haltend stehen wir bald auf dem Schwarzenberg – Gipfelkreuz, doppelte schöne Rastbank, kaum eine Stunde!

Auf dem folgenden Almboden zur Halterhütte hätte ich schon (nach dem Auftrieb am Tirolerkogel) schon Weidevieh erwartet. Aber das gesamte Gelände war “kuhfrei”, auch angenehm, wenn auch die Botanik schon etwas “durchfressen” war. Hier gibt es schon Sommerflora – Gelben Fingerhut u. a., außer etwas abgeblühtem Gefleckten Knabenkraut (Fuchs-K.) keine Orchideen, dafür leuchtete es vom unteren Waldrand intensiv blau her. Hier waren vor wenigen Jahren der Almboden geglättet worden, also blühen hier Lupinen oder sonstiges Angebaute? Natternkopf hat sich dann herausgestellt, in unvorstellbaren Mengen und ebenso die sonst eher vereinzelte Kleine Wachsblume!

Um uns die weite Schleife der Forststraße zu ersparen, die uns zu den Thorstallwiesen und zurück zum Ausgangsführen sollte, suchte ich den vor dem “Voralpenführer” ausgekundschafteten alten Almsteig als Weiterweg. Gleich unterhalb der Hundsloch-Schachthöhle befindet sich am Waldrand bei alten Rotbuchen eine ausgetrocknete und schon begrünte alte Tränklacke, dort beginnt der alte Steig. Durchwegs gut erkennbar und meist leicht bergab, einen Forstweg querend, quert dieser durch das sonst unwegsame Waldgelände, nur an zwei gleich hintereinander liegenden Stellen war Windbruch zu umgehen, zuerst oberhalb, dann unterhalb. Schließlich erreicht die nun mit hohem Gras und nassem Grün überwachsene Trasse die Thorstallwiesen am südlichen Rand, wo die Forststraße in den Wald führt. Inzwischen hat es zwar leicht zu regnen begonnen, aber im Vergleich zu den dunklen Wolken am Morgen noch recht moderat und außerdem nur kurze Zeit.

Trotz des etwas getrübten Wetters ist die Aussicht von dieser Hochwiese gegen Türnitz und den Höger wie immer eindrucks- und stimmungsvoll. Wo die Almstraße dann in den Wald (Richtung Holzer Gsohl) eintritt, bin ich früher links über die Wiese hinaufgestiegen. Nun gibt es dort einen neueren Forstweg, und erst in der oberen Wiesenregion muss man am Waldrand durch hohes Gras weiter. Immerhin gibt es dort auch einige Blumen zu sehen! Der Witz dieser Route ist, dass man über einen flachen Sattel mit hohen Fichten nordwestlich hinüber in das vom Gscheid gegen den Knedelhof ziehende Tal kommt und damit den Anschluss zum Parkplatz findet.

Beiderseits der “Schussluckn” im Fichtensattel die Bilder von Breitblättrigem Waldvöglein und Waldhyazinthe. Jenseits durch hohes Gras und Adlerfarnflecken hinab zu einer Wiesenfläche neben einem idyllischen Hütterl, hier schon auf Fahrweg, der dann nach links durch die mit Felsen gespickten Steilhänge des Schwarzenbergs bequem weiterführt. Trotz hohem Wald an der schon verwachsenen Böschung auch noch Interessantes, meiner Schätzung nach ein Satanspilz (von mehreren) und eine auf Anhieb nicht genau bestimmte Glockenblumenart.

Dann kommen wir schon an den Rand der vom Gscheid herab ziehenden Wiesenmulde – anschauliche Geologie, Lunzer Sandstein zwischen Hauptdolomit des Eisensteins und Wettersteinkalk des Schwarzenbergs (sehr einfach gesagt). Beim letzten Mal bin ich über die Wiesen hinauf zum Gscheid, elendiglich sumpfig, und wollte schon über den Forstweg durch den Graben zur Schwarzenbacher Straße und auf dieser weiter. Diesmal scheint es trockener zu sein, und nach Annis Meinung sollten wir gleich am Waldrand hinaufgehen – hat gepasst, denn die paar Feuchtstellen waren leicht zu bewältigen, und überraschend schnell konnten wir das Gscheid (wo wir gestartet waren) in idealer Runde erreichen, nur die ersten und letzten Meter auf derselben Strecke, insgesamt drei Stunden.

Auf der Straße war schon allerhand los – der “Rad-Grand-Prix-Niederösterreich” rollte gerade vorbei ( von St. Pölten durch das Pielachtal, nach Bergwertung am Schwarzenbacher Gscheid über Annaberg nach Puchenstuben….), als Begleitfahrzeuge neben Polizei, Presse, Gendarmerie, Samaritern auch zwei Traktoren mit Melker und Amstettner Nummer! Unser Vorsatz nach dieser bei wieder schwülem Sonnenschein beendeten Tour – das hübsche Gipfelbankerl müssen wir unbedingt im Herbst “besitzen”, wenn alles bunt wird!

Nach geologischen Gesichtspunkten wird Istrien nach drei Farben geteilt: Die auf Kalk lagernden Terra rossa-Böden im Westen werden als “Rotes Istrien” bezeichnet, die Gebirge von Nordosten bis Südosten heißen nach dem hellen Kalkgestein “Weißes Istrien”. Im Zentrum Istriens treten jedoch Sandsteine und Mergel auf und führen zur Bezeichnung “Graues Istrien” – tatsächlich ist dieses Gebiet mit seinen üppig bewachsenen Fluren aus meiner Sicht das “Grüne Herz Istriens”.

Nachdem wir in diesem Urlaub schon die Küsten und das Gebirge besucht und bewandert hatten, wollten wir (schon nahe am Abschluss) uns dem Landesinneren zuwenden, das wir bei früheren Reisen schon ausführlich kennengelernt hatten. Daher nicht etwa nach Buzet, Motovun oder Hum (der angeblich kleinsten Stadt der Welt), aber unbedingt nach DRAGUC, einem kleinen Bergdorf mit vielen uns kostbaren Erinnerungen – bunte Farbenpracht im Herbst, reiche Orchideenblüte im Frühsommer… dorthin wollten wir “noch einmal”!

Wieder morgens Auffahrt von Rabac nach Labin und in den nördlichen Vorort Kature (ehemaliger Bergwerksort und Museum des Kohleabbaues). Von dort führen zwei Hauptstraßen nach Norden ins Landesinnere. Wir wählen aber jenes Eck, das wir bisher nicht kennengelernt haben – gegen Westen Richtung Rasa Draga, aber noch über die Hochfläche dahin. Die Nebenstraße ist (wie zumeist) gut ausgebaut, und wir sind erstaunt, wie wenige ruinöse Siedlungen es hier gibt, vielmehr gepflegte und  neue Häuser samt wohl bestellten Fluren. Bei der Kreuzung vor dem links abseits liegenden Dorf Marici wenden wir uns nach Norden, um nicht gleich an den Plateaurand heran zu kommen. Nun überwiegen eher Heideböden und kleine Waldungen, die uns zu einem kurzen Stop verführen. Mit großem Glück werden wir fündig – zwischen Gehölzen mit aufblühenden Perückensträuchern u. a. finden eine kleine verzweigte “Orchideenwiese”, wo die Spinnen-Ragwurz in vollster Blüte steht. Dann geht es wieder abwechslungsreich weiter, den Ort Sveti Martin lassen wir unberücksichtigt, denn unser Tagesziel ist noch weit entfernt, und nächste Station soll die bemerkenswerte Ansiedlung SUMBER sein.

Wie in unserem Kunsthistorischen Reiseführer ISTRIEN beschrieben, besteht Sumber (Schumber) aus einzelnen verstreuten Häusern, wird jedoch von der trotz Verfall noch immer stattlichen Mauer der mittelalterlichen Burg beherrscht. Bezaubernd ist die Lage über der Rasa Draga, in die man hier hinabblickt. Angenehm für uns war auch, dass der Ortswächter – ein uralter grimmig aussehender Wolfshund – es wirklich freundlich mit uns meinte, gerade dass wir ihn nicht streichelten… Hier wirkt alles sehr unterschiedlich, manches Haus bewohnt und daher auch revoviert (Wasserzuleitung von den Dächern in Zisternen, denn Quellen gibt es auf dieser Anhöhe kaum), sonst viel Verfall. Sogar die Pfarrkirche der Heiligen Johannes und Paulus wirkt nicht gerade gepflegt und viel benützt. Es soll auch noch beim Friedhof die alte Kirche St. Quirin geben, aber wir fanden nicht einmal den sonst unübersehbaren Friedhof! Und schon gar nicht einen ganz kuriosen Skaralbau – die 1440 erbaute Kirche “Madonna der Kornelle”. Einer Legende nach soll die Gottesmutter “auf einer Kornelle” sitzend einer Hirtin erschienen sein und um den Bau einer Kirche gebeten haben. Also bei uns ist uns noch nie eine Marienerscheinung in einem Dirndlstrauch untergekommen! Leider konnten wir dieses Heiligtum nicht finden und mussten erfolglos weiterfahren.

Von Sumber aus hatten wir schon in der Ferne auf einer Berghöhe unser nächstes Ziel ausgemacht – die Burgstadt Pican, die zu einer Kette solcher historischer Orte zwischen Krisan und Pazin gehört. Äußerst bemerkenswerte Geschichte – prähistorisches Kastell, dann römische Festung, von 524 bis 1788 Beschofssitz, die kleinste Diözese der Welt! Ein in der Sakristei aufbewahrter goldbestickter Bischofsmantel war ein Geschenk der sog. Kaiserin Maria Theresia! Die römischen Ruinen wurden in der mittelalterlichen Stadt verbaut, heute hat man den Eindruck vielfältigen Verfalls. Wir parken auf dem Platz vor der Stadt und gehen durch das “Römische Tor” ins Innere der ummauerten Siedlung hinauf. Wirklich eindrucksvoll ist der Ausblick von den Bastionen – gegen die wie überall beherrschende Ucka, und sogar die Türme von Labin sind fern im Süden erkennbar, sicher gehörte Pican als wichtige Signalstation zum Verteidigungssystem Istriens.

Beherrschend ist der Glockenturm, an dessen Fuß sich eine “Zehentstein” befindet – zum Bemessen der Abgaben an die Kirche! Die barocke Kathedrale Mariae Himmelfahrt zeichnet sich durch eine auffallend lange Bauzeit von 1606 bis 1771 aus. Gerade läuten die Kirchenglocken, und die Menschen strömen zur Messe um 11 Uhr zusammen. Wir schließen uns ihnen an und besuchen die Sonntagsmesse, verstanden haben wir zwar kein Wort, aber der Gesang von Chor und Singgruppe war wirklich eindrucks- und stimmungsvoll. Übrigens endete die kroatische Messe mit dem Zwölfuhrläuten! Danach versammelten sich die Einheimischen unten beim Parkplatz bei einer kleinen Ausschank, für die sie wohl selbst gesorgt haben, denn eine Einkehrmöglichkeit haben wir nicht gesehen. Wir spazierten gegenüber der “Hochstadt” noch zum Friedhof auf der östlich benachbarten Anhöhe, wo sich auf einem tollen Panoramaplatz die romanische Kirche St. Michael erhebt. Sie war selbstverständlich verschlossen, also konnten wir die Fresken aus dem 15. Jahrhundert nicht besichtigen, aber den wertvollsten Freskenschatz der Gegend haben wir ohnehin schon einmal in Beram bei Pazin gesehen.

Nun heißt es, schon zügig unser eigentliches Tagesziel anzusteuern! Dabei ladet die wechselvolle Höhenlandschaft förmlich ein, dort herumzustreifen, aber es bleibt uns nur der Genuss im Vorbeifahren. Hinunter ins Tal nach Pazin, der Hauptstadt des zentralen Istrien, eine Abkürzung durch die Vororte und dann talaufwärts, gleich auf der Hauptstraße statt auf der daneben verlaufenden Schnellstraße. Die Abzweigung erfolgt bei Cerovlje Richtung Draguc (dort ginge es weiter nach Buzet. Wir wählen aber eine schmale Seitenstraße, die wir anscheinend schon einmal befahren haben – über Lovrecic hinauf in die Wälder, bald ohne Asphalt und auf einer Art zur allgemeinen Benützung freigegebenen Forststraße. Diese Wahl hat sich gelohnt, nicht nur weil wir bei einem geschlossenen Rasthaus einen schönen Platz für die schon dringend erforderliche Erfrischung fanden. Noch dazu wimmelten die Waldränder nur so von Orchideen, immer wieder eine neue Art, ich zähle einfach auf: Purpur- und Stattliches Knabenkraut, Orchis morio, Fliegen-Ragwurz, Orchis tridendata, Breitblättriges Waldvöglein, Violetter Dingel (der Einfachheit halber verwende ich gleich die vertrauten Trivialnamen, denn sonst müsste ich erst der Genauigkeit halber in der Exkursionsflora nachschlagen).

Für eine Sandstraße ist die Fahrbahn recht gut, nur muss man immer wieder auf Löcher und Rillen achten. Im Höhengelände geht es ziemlich eben dahin, und bald öffnen sich nach einigen Haltepunkten weitere Lichtungen – hier hat sich ziemlich was verändert, denn rund um einen prächtigen Landsitz dehnen sich frisch gepflanzte Olivengärten. Dann kommt bei der Bergabfahrt das Dorf Draguc in Sicht, auch hier etwas Neues, denn eine einst ruderal wirkende Wiese mit vielen Orchideen (Riemenzungen) wurde in einen Obstgarten verwandelt. In das Dorf hinein wirkt aber alles noch so, wie wir es vor einigen Jahren erlebt haben.

Am Kirchenplatz mit seinen uralten Bäumen und den Aussichtsplätzen an der steinernen Brüstung lassen wir uns zur verdienten Rast im Café Zora nieder, einem urigen Lokal neben dem hohen Glockenturm (daneben sogar eine alte Glocke). Katzen gibt es in Menge wie seit eh und jeh, aber die hergerichteten Häuser sind mehr geworden, kommt uns zumindest vor. Sogar der kunsthistorische Reiseführer widmet Draguc zwei Seiten: Ein antiker Ort, in dem die Vergangenheit lebendig ist, ein architektonisch-landschaftliches Kleinod! Der von teilweise erhaltenen Festungsmauern umgebene Ort gehört bis 1523 zu Österreich, dann bis 1797 zu Venedig, in manchen Bauten ist die Geschichte noch erkennbar. Draguc verfügt außerdem über vier Kirchen – von der Hauptstraße in den Ort hinein steht die Friedhofskirche St. Elisäus (12. Jahrhundert, Steinblock des Altares mit römischer Inschrift, Fresken 14. Jh.), gleich danach die Marienkirche von 1641. Dann verlaufen zwei parallele mit Steinen gepflasterte Längsstraßen zum Hauptplatz mit Brunnen und Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz (in der Apsis ein Befestigungsturm einbezogen). Unter dem ehemaligen Getreidespeicher dient ein langer Durchgang (Portikus) als Abstellplatz für Ackerwägen u. a. Geräte). Aber danach folgt am Rand des Bergrückens der kleine, aber besondere Höhepunkt – die Kirche St. Rochus mit Loggia von 1565 und wenig früher entstandenen Fresken am Gewölbe. Die Aussicht über die Berghügel mit ihren Obst- und Weingärten ist phänomenal, im Nordwesen erkennt man die Seefläche eines großen Trinkwasserspeichers.

Die Bilder stammen großteils auch von Anni (in kann die Beschriftung leider nicht anbringen, was im alten PC noch leicht gelungen ist, die Bilder sind auch kleiner als früher), die Menge an interessanten Aufnahmen werde ich im Facebook unterbringen, wo sie attraktiver erscheinen als hier. Nun wird es Zeit für die Rückfahrt, wir sind allmählich auch zu müde für neue Eindrücke… Zurück ins Tal bei Cerovlje geht es nun auf der Haupt-Neben-Straße, jedenfalls gut ausgebaut mit vielen Kurven, dann müssen wir über die nächsten Berge hinüber ins obere Rasagebiet. Dazu bietet sich die Passstraße nach Paz an, und an der Ruine von Belaj vorbei landen wir unweit von Boljun wieder im Tal und folgen der Hauptstrecke nach Labin und wieder hinunter zum Meer in Rabac. Ein langer und voll ausgefüllter interessanter Tag war dieser Sonntag, 6. Mai!

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