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"Imgschieba bay" = Mgiebah Bay

Die letzte Urlaubswanderung

Fast zwei Wochen Malta in einem nur gewünschten, aber nicht angetroffenen frühlingsmäßig üppigem Urlaub. Bilder davon vorläufig nur in meinem Facebook:

Bernhard Baumgartner / Autor / Kral-Verlag

“Wandertipp bernhard baumgartner

Denn vom Tablet in den Blog auf world4yau geht es viel mühsamer als von zuhause mit dem veralteten PC ! Dafür gibt es in der nächsten Zeit (auch für mich) viel zum Nacherleben…

Nöchling im südwestlichsten Waldviertel – ein interessanter Ort, aber noch nie bewandert! Das war jetzt nachzuholen, am Montag 11. April, einem wundervoll luftigen und sonnigen Frühlingstag.

AB Einstimmung auf´s Waldviertel, gleich neben der Kirche in Nöchling mit Blick zum Ostrong

Von der Donau im Strudengau und ebenso vom Yspertal geht es über steile und dicht bewaldete, sogar felsige Steilhänge hinauf zur sonnigen Hochfläche, wo sich der Markt Nöchling auf einer Kuppe ausbreitet. “Nochlingia” ist bereits 998 urkundlich, erstaunlich für diese Randlage, gilt aber nicht für die Ortschaft selbst sondern für das gesamte Gebiet zwischen Sarmingbach, Ysper, Donau und dem “Wald gegen Böhmen zu”.

Viele größere Orte könnten sich freuen, so wie Nöchling “beisammen zu sein”! Alles sauber, viele Neubauten, so auch das Gemeindeamt (mit dem bunten Turm) usw. Zwei Gasthäuser verlocken zur Einkehr, aber es ist erst Vormittag, und so kaufen wir beim Bäcker&Cafe ein, bevor wir uns an die Tour machen, auch der Fleischhauer wird sehr gelobt, und wem der Treibstoff ausgeht – vor dem Elektrogeschäft gibt es zwei Zapfsäulen – das alles im “Bergmarkt” Nöchling!

Blick auf die Donau und die Neustadtler Platte (ein vom Strudengau abgeschnitter südlicher Ausläufer des Waldviertels, die Alpen leider im Dunst

Der Predigtstuhlweg Nr. 3 verläuft über asphaltierte Güterwege  die Mulden der Hochfläche entlang gegen Westen, bis er nach den Kienauhäusern als Wanderweg durch die oberen steilen Randhänge des Strudengaus führt. Von einem Wiesensattel mit Rastbankerl geht es dann auf den Waldkogel mit dem Predigtstuhl – vom Plateau aus niedrig, steil und felsig hinab zur Donau, die schon zwischen den sich soeben blattgrün überziehenden Bäumen zeigt.

Rast- und Infoplatz Predigtstuhl mit Blick auf St. Nikola bis gegen Grein

Gloxwald heißt das kleine Dorf schon jenseits der oberösterreichischen Grenze, wohin wir als nächstes kommen. Markant sind hier die von 1870 bis 1979 betriebenen Steinbrüche, die anfangs für die Donauregulierung und den Eisenbahnbau der Donauuferbahn dienten und eine späte Konjunktur beim Bau des Donaukraftwerkes Ybbs / Persenbeug erlebten. Die Ansiedlung entstand daher als Wohnort für die Steinbrucharbeiter, damals bestand sogar eine Transportseilbahn hinab nach Sarmingstein an der Donau! Heute führt ein Themenweg in das ehemalige Steinbruchgelände.

Nicht zu vergessen oder zu übersehen (leider erst nachträglich in der Nöchlinger Wanderkarte nachgelesen, ich gehe nach dem ÖK-Ausdruck) – vom Predigtstuhlgipfel geht es noch ein Stückchen weiter zum eigentlichen “Predigtstuhl”, einem als Kletterfelsen beliebten Felszacken…

Einsiedlerfelsen

AB Über die Stahlleiter auf den Einsiedlerfelsen, ein luftiger Aussichtsplatz bei den Steinschalen

Sonst verläuft der Predigtstuhlweg Nr. 3 wie der anschließende Toberspitzweg Nr. 4 hauptsächlich auf Forststraßen. Man muss schon froh sein, nicht Asphalt unter den Füßen zu haben. Aber das frühlingshafte Wetter und die schönen Detailmotive machen diese Wanderung auf jeden Fall lohnend, erst bei Fernsicht müsste die Tour ganz hervorragend sein, etwa im bunten Herbst wegen der vorwiegenden Mischwälder. Nun blühen die Kirschbäume, und die Birnblüten beginnen sich gerade zu öffnen, ebenso die Blätter der Rotbuchen.

Dieser Steinblock erinnert an den Herzstein bei St. Oswald! Und AB Ausblick vom Toberspitz

Bei einer gut markierten Abzweigung gehen wir von der Forststraße weg zu einem Waldsattel hinauf und besteigen dann den Tagesgipfel – Toberspitz. Wirklich spitz und mit Granitblöcken besetzt und einem künstlerisch geschmiedeten Gipfelkreuz. Wer nur die Parkbank zum Rasten hier herauf geschleppt hat (2012, sonst keine Bezeichnung).

Der Abstieg verläuft recht moderat und gelangt beim Hof Tober zu den asphaltierten Hofzufahrten. Nach diesem Haus ist der Gipfel benannt, und interessant ist das Gelände oberhalb des Gehöftes – am Rand einer Sandaufschüttung, die fast wie ein Moor wirkt, geht viel Wasser auf, das auch einen kleinen Teich füllt. Auf dem vermeintlichen Moorboden haben wir uns leider nicht umgeschaut…

Dafür hat Anni dieses Panorama aufgenommen – etwas verwirrend, denn der Güterweg tritt durch die 360-Grad-Runde zweimal ins Bild, links der Tober, rechts der Toberspitz, das Ameislein in der Mitte bin ich, schon vor dem nächsten Waldstück.

Hier sind wir wieder in Nöchling, und jetzt wissen wir erst, worum es sich bei dem Strasser-Mausoleum rechts neben der Kirche handelt – wohl um die Begräbnisstätte der ältesten Steinbruchbesitzer, die kirchlich hierher gehörten, vermute ich zumindest…. Sicher werden wir diese wunderhübsche Landschaft wieder einmal aufsuchen, vielleicht im Herbst bei klarer Fernsicht oder im Winter, wenn es genug Schnee für die vorgesehene Loipe gibt!

Fast zum gleichen Kalendertermin wie jetzt (24. März, im Blog etwas verspätet!) haben wir 2012 von Bad Gleichenberg aus die slowenische Seite des Murtals (gegenüber von Mureck bis Bad Radkersburg) besucht. Ein Grund dafür war die Bergkirche St. Anna, und außerdem wollten wir die Frühlingsflora in diesem illyrischen Bereich erleben. Bisher hatten wir etwa den “Hundszahn” erstmals bei Windisch-Minihof gesehen, dazu kam dann noch der fantastische Standort von der Kirche in Klöch hinauf zum Klöchberg, außerdem der Berganstieg nahe der Weinbauschule Silberberg westlich von Leibnitz. Inzwischen weiß ich aus dem facebook von Stefanie Bartl auch die reichlichen Vorkommen in den St. Pauler Bergen südlich von Wolfsberg im kärntnerischen Lavanttal (werden wir sicher auch noch besuchen).

AB Zwei Varianten von Illyrischem Krokus und Frühlingsknotenblumen

Zuerst gingen wir noch eine Runde durch die Murauen bei Mureck (mit der bekannten Schiffsmühle), dann überquerten wir die Murbrücke, leider ohne den historischen Grenzstein zu fotografieren, den wir bei unserer heurigen Fahrt nicht entdecken konnten (vielleicht schon wegen der Spannung, wie das Passieren der Grenze nach dem vor kurzem noch aktuellen Flüchtlingsansturm funktionieren würde). Die Weiterfahrt erfolgte zuerst auf den Straße am Rand des Murtals (Richtung Apace). Dabei konnten wir uns nach der Freytag & Berndt Wanderkarte Nr. 412 (Südoststeirisches Hügelland) sehr gut orientieren.

AB (wie alle Bilder von 2012) Hundszahn-Lilie

Bei der dritten Ortschaft (Stonovci) zweigten wir jedoch südwärts von der Talebene hinauf zu den Bergen ab. Diese sind mit wechselhaften Fluren von naturbelassenen Wiesen, Obstgärten und Äckern der kleinbäuerlichen Gehöfte und mit südlich getönten Mischwäldern bedeckt (Edelkastanie, Hopfenbuche u. a. Laubbäumen). Dabei sahen wir wie in der Au größere Feuchtflächen mit “Märzenbechern” in vollster Blüte und einige Hundszahn-Lilien. Nahe den idyllischen Hügeln von “Rozengrunt” erreichten wir die parallel zum Murtal verlaufende Talmulde des Baches Scavnica, dann war mit dem nächsten starken Anstieg das Bergdorf mit der Wallfahrtskirche St. Anna erreicht (Sveta Ana v.  Slov. Goricah).

Wieder östlich und nördlich abbiegend erreichten wir wieder das Tal,  das hier “Zgornja Scavnica” genannt wird (meine Schreibweise ohne die kleinen tsch-Hakerl über einzelnen S und C). Mit großem Glück wählten wir die schmalen, aber asphaltierten Nebenstraßen an der nördlichen Talseite, bis wir an der Kreuzung vor Lesane zum Halten kamen. Denn hier wucherten ganze Felder von Frühlingsknotenblumen im Auwaldbestand, und gleich im Waldsaum oberhalb der Straße fanden wir die allerschönsten Hundszahn-Lilien!

Die weitere Fahrt führte durch das überaus idyllische Tal, wo auf den Wiesen sogar noch Krokusse blühten, bis zur Kreuzung bei Spodnja Scavnica. Nun aber nicht direkt Richtung Radkersburg, sondern auf der Slowenischen Weinstraße über Police und Hercegovscak in wunderhübscher Höhenstrecke nach Gornja Radgona, dem gegenüber der österreichischen Stadt Radkersburg hoch über der Mur gelegenen Burgort.

Bei unserer Fahrt am 24. März 2016 kamen wir in Gegenrichtung (nach den in unserer Wanderkarte eingetragenen Pfeilen) zur dreifach mit diesem Wegweiser versehenen Kreuzung. Diesmal waren aber die Märzenbecher schon abgeblüht, und mit viel Glück fanden wir im schattigen Waldrand oberhalb der Straße noch blühende Hundszahn-Lilien.

Hier im Blog sind jetzt nur meine Bilder, während Annis Bilderalbum im facebook “Wandertipp bernhard baumgartner” zu sehen ist!

Immerhin ist jetzt klar – der Hundszahn korrespondiert in der Blüte mit den Märzenbechern und auch dem Illyrischen Krokus. Obwohl schon am Abblühen, gelangen noch einige Bilder, und ein paar Schritte oberhalb, auf Les(ch)ane zu, erstreckt sich ein großer Weingarten über den Hügelhang.

Begleitflora zur Hundszahn-Blüte

Dann fuhren wir im Tal der Scavnica weiter, gemütliche Kurvenstrecke, kein Verkehr, hübsche Häuser immer wieder und die an den Wegkreuzungen angebrachten typischen Kreuze.

Beim Wegweiser zu einer “Mlyn” überquerten wir den Bach beim Mühlengebäude und gelangten über die steile Asphaltstraße hinauf nach Svete Ana. Unser letzter Besuch ist zwar erst vier Jahre her, aber in dieser Zeit hat sich hier allerhand verändert.

Info- und Rastplatz mit einer alten Weinpresse und malerische Aussicht zum Pohorje bei Marburg

Also hier ist viel weitergegangen in den letzten Jahren, wohl auch mit Hilfe der EU, was aber die Leistungen der Slowenischen Staatsstellen und der Einheimischen nicht schmälern soll (ebenso wie auch bei uns in Österreich, denn ohne lokalen Beitrag und Einsatz nützen auch die vorgesehenen EU-Gelder nichts).

Nun geht die Fahrt in bewährter Weise weiter – Anni am Steuer und ich mit der Wanderkarte als “Navi” daneben. Wegen der eindeutigen und einfachen Route haben wir uns ausnahmsweise anschließend überhaupt nicht verfahren! Zuerst mit vielen Kurven und Auf- und Abfahrten gegen Westen bis zur Querung der nach Mureck führenden Hauptstraße. Die Landschaft ist abwechslungsreich und verlockt immer wieder zu einem Halt und Spaziergang. Dann geht es zum Berg Drazen vrh hinauf und auf dem aussichtsreichen Höhenrücken weiter, vorbei an Gehöften, Wein- und Obstgärten, immer wieder ein kleines Waldstück oder ein Wiesenfleck, daneben in unglaublich steile Hänge gepflügte Ackerfurchen. Es ist wirklich schade, eine solche Strecke mit dem Auto zu befahren! Mit dem Fahrrad (wegen der häufigen Steigungen besser mit E-Bike) wäre es viel lohnender, oder zu Fuß als Wallfahrer, denn schon nähert sich die zweite Bergkirche!

Wohl ob der Höhenlage heißen Kirche und Ort “Maria Schnee” – Marija Snezna. Gepflegtes Ortsbild, stattliche Wallfahrtskirche, Brunnen mit Wetterhahn, Schule und Postamt (in jedem Ort, nicht so wie bei uns !), ein im Bau befindliches Veranstaltungs- oder Pilgerzentrum, wirklich eindrucksvoll, und gerade läuten die Kirchenglocken zur Mittagszeit!

Ein Rückblick über die Hügelberge auf Sveti Ana, dann geht es nordwärts weiter, immer noch in malerischer Höhenlandschaft.

Mit einigen Verzweigungen der Bergstraße nähern wir uns nordwärts wieder der österreichischen Grenz und der Mur, die wir auf der schmalen eisernen Grenzbrücke passieren. An deren Ende ein scharfe Linkskurve mit dem österreichischen Grenzposten – unsere Pässe schon in der Hand, weiß ich nicht, ob jetzt kontrolliert wird, immerhin sind drei Uniformierte hier postiert – aber wir werden durchgewunken, sind also unverdächtig oder offensichtlich Schengen-tauglich…

Bald danach landen wir zur Heimfahrt auf der Südautobahn, aber nicht ohne vorher noch die Gebietsvinothek in Ehrenhausen zu besuchen. Alle nur möglichen südsteirischen Spezialitäten bekommt man hier und könnte sich für die Osterfeiertage noch eindecken. Unsere Überraschung an diesem Gründonnerstag 2016 folgt aber noch! Durch die Ebene auf Graz zu, da zeigt sich der lange Zug der Koralpe (wo wir uns gern in Schwanberg aufhalten) in tiefstem winterlichen Weiß. Wir selbst fahren bei Neuberg an der Mürz in eine eisige  Winterlandschaft, mindestens 10 cm Schnee auf der Straße, und erst von Kernhof an wird es wieder grün…

Ein überraschender Geburtstags- und Oster-Kurzurlaub! Das Wetter hat auch gepasst, denn bei kaltem Nordwind und Schnee am Alpennordrand fährt man am besten nach Südosten.

Zwar schaut es dort auch noch nicht frühlingsmäßiger aus als bei uns zuhause (schöne Blütezeit eigentlich nur im pannonischen Gebiet), aber immerhin ist es trocken und zeitweise freundlich mit ein ganz bisschen Sonne.

Naturpark

Zufahrt über die Südautobahn, von Bad Waltersdorf Richtung Fürstenfeld, aber gleich wieder von der belebten Grenzstraße weg und abseits durch verträumte Gegend nach Jennersdorf. Hier beginnt bereits der österreichische Anteil des Dreiländer Naturparks. Tolle Sache – ab 2003 durch grenzübergreifende Schulprojekte begonnen, hat sich daraus bis 2006 dieser Naturpark entwickelt!

Wir kennen diese Gegend aber vor allem von unseren Fahrten auf der Suche nach der (für uns im Gebiet nördlich der Alpen Beheimateten) seltenen Hundszahn-Lilie. Die haben wir bei Windisch-Minihof und Windisch-Liebau gefunden (die Stelle müsste ich auch erst wieder suchen, nachdem schon einige Jahre seither vergangen sind).

Diesmal ist aber unser Wanderziel der “Dreiländerstein” im Grenzwinkel von Österreich, Ungarn und Slowenien. Nach der Freytag&Berndt-Wanderkarte Nr 412 (Südoststeirisches Hügelland) kann man sich relativ gut orientieren, jedenfalls bei allen unseren Urlaubsunternehmungen, sozusagen als Ausflug in die slowenische Nachbarschaft, wenn man etwa in Bad Radkersburg untergebracht ist. So zweigen wir in der kleinen Streusiedlung Tauka von der Hauptstraße ab und fahren auf schmäleren Asphaltstraßen hinauf zum Kölbereck.

AB Glockenturm-Kapelle am Kölbereck

Ein Wegweiser zeigt die Abzweigung zum Gasthof Lang an, den Startpunkt für die Wanderung, und nun befinden wir uns auch schon an der mit rot-weiß-roten Pfählen (neben den Grenzsteinen) markierten Staatsgrenze.

AB Frühlingsstimmung am Kölbereck

Vom Parkplatz geht es nur mehr ein kurzes Stück am Wiesenrand weiter, dann hinein in die geschlossenen und noch völlig kahlen Laubmischwälder (typisch auch Edelkastanien). Der in eine Forststraße übergehende Fahrweg wird beiderseits von den slowenischen und österreichischen Grenzsteinen gesäumt, und auf jedem Stein ist das Maß zur genauen Grenzlinie angegeben – Anni steht im Bild sozusagen mit einem Fuß bei uns und mit dem anderen im Nachbarland!

Der Grenzweg zieht über einige Kuppen und Sattelmulden hinweg, keine aufregende Sache, lässt man die in der eher eintönigen Natur verborgenen historischen Ereignisse und das damit verbundene Schicksal der Menschen in diesem Grenzwinkel außer Betracht…

Nach kurzem steilerem Anstieg kommt eine Gipfelkuppe in Sicht, außerdem eine Familie als einzige Begegnung auf der einstündigen Wanderung. Nun stehen wir vor dem Dreiländerstein, daneben ein Unterstand samt kleinem Kinderspielplatz (als sollte an die Kinder gedacht werden, in welchen unsere Zukunft lebt) und interessante Infotafeln.

Hauptkontrahent bei der Grenzziehung nach dem “Friedensdiktat” von S. Germain 1919 war der neu entstandene Staat der Serben, Kroaten und Slowenen Jugoslawien. Das im Vertrag von Trianon 1920 (beides Schlösser bei Paris, wo die Verträge unterzeichnet wurden) “geschrumpfte” neue Ungarn – so wie die vom Habsburgerreich  übrig gebliebene junge Republik Österreich – war vom Schicksal der staatlichen “Verzwergung” betroffen und spielte eher eine Nebenrolle an diesem geschichtsträchtigen Punkt. Es erscheint wie ein Wunder, das wir an der Wende vom zweiten zum dritten Jahrtausend unserer Zeitrechnung erleben konnten, dass die Menschen nun ohne Grenzen leben können – wenn die Geschichte nicht einen Sprung zurück macht…

Der Rückweg durch die einsamen Wälder, wo gerade noch ein Holzstoß oder eine in Grenznähe führende österreichische Forststraßen oder ein paar Bienenstöcke an die sich entfernter haltenden Siedlungen erinnern, verläuft relativ rasch. Dann kommen wir schon wieder zum (montags bis mittwochs nicht geöffneten) Gasthof Lang. Unser nächstes Ziel ist eine vom Wiesenhügel am Kölbereck herabblickende Kapelle.

Eigentlich steckt ein Glockenturm in dieser hölzernen Kapelle, und ihr Baudatum ist am Kreuz abzulesen.

Zurück zur Hauptstraße und auf dieser Richtung Slowenien – der Grenzübergang bei Bonisdorf ist völlig unbesetzt, etwas erstaunlich bei den “Schutzankündigungen” unserer Südgrenze (im Gegensatz zu Mureck, das wir drei Tage später passierten). Wir müssen nur aufpassen, die nächste Abzweigung nicht zu verpassen – Richtung Grad mit dem slowenischen Naturpark-Zentrum.

Die Landschaft, die wir jetzt durchfahren, ist recht malerisch, mit der südlichen Steiermark vergleichbar, aber nicht so üppig wie etwa bei Gamlitz, eher mit der Umgebung von Bad Gleichenberg vergleichbar. Zuerst gibt es nur verstreute Ansiedlungen, Waldpassagen und Wiesen dazwischen, dann unten im Tal die Ortschaft Kuzma. Auf einer folgenden Berghöhe ragen Schlossdächer über die Baumwipfel, doch als wir der ansteigenden schmalen Straße folgen, kommen wir auf einen freien Höhenrücken mit einzelnen Häusern. Ein freundlicher Mann kümmert sich gerade um die Weinhecke neben seinem schon vor langer Zeit gebauten Elternhaus, wo schon die hölzernen Balken unter dem abbröckelnden Verputz hervorkommen. Andere kleine Gehöfte sind aber durchaus schön beisammen, das Umfeld fleißig bewirtschaftet.

AB Schlosshof von Grad, dem größten slowenischen Schloss mit 365 Zimmern! Hier wurde mit EU-Kooperation das Naturparkzentrum eingerichtet.

Im Talort Grad befindet sich die moderne Präsentation des Naturparks – Erlebnispark Vulkanija genannt – leider wie das Schloss Montags geschlossen. Beim Schloss, das großteils aufwändig renoviert erscheint und auf einem Fußweg oder über eine Straßenserpentine erreichbar ist, befindet sich ein schöner Landschaftspark, aber dieser ist wie die Landschaft überhaupt noch sehr kahl. In der Saison und während der freundlicheren Jahreszeiten dürfte das alles sehr ansprechend sein. Wir wählen als Ausweg den Aufenthalt in einer Therme und überdauern so den österlichen Kaltlufteinbruch auch ganz angenehm. Jedenfalls haben wir wieder eine neue Gegend kennengelernt, und mit dem Hineinschnuppern wächst sicher der Appetit auf mehr…

Nur einen Tag nach unserer Wanderung im Eschenauer Sonnleitgraben zur Bärntaler Lacke, also punktgenau Mitte März, war es so weit – unsere Befürchtungen sind eingetroffen… Nach dem bisher so laschen Winter, gab es morgens plötzlich dichten Schneefall, und über die nächste Nacht hinweg lagen schon im Tal 10 bis 15 cm des bisher so raren Weiß!

15. März 2016 im Sonnleitgraben, 17. März 2016 am Plambacheck

Aber schon war wieder eine Auflockerung der Bewölkung angesagt, und daher fuhren wir nicht (wie vorgehabt) zur Schneesuche nach Annaberg, sondern wiederholten am Mittwoch, 17. 3., unsere Fahrt nach Eschenau. Überraschend waren die Straßen und die asphaltierten Güterwege schneefrei! Diesmal bogen wir aber bereits in Steubach ab, um zum Sattel der Meiselhöhe aufzufahren.

Hier sind wir schon unterwegs zum Wieshof vor der Plambacheckerhöhe. Sonst gehen wir am liebsten gleich rechts Richtung Rotheau hinauf und folgen dann der Berghöhe westlich über den malerischen Meiselberg. Diesmal wollten wir aber die Stapferei im Tiefschnee vermeiden und blieben bequemerweise auf dem freien Güterweg.

Eigenartig die Wetterverhältnisse – während die Wolkenströmung deutlich von Südosten her auszumachen war, begann es von Nordwesten schon aufzureißen! Aber immer noch wildes Gewölk, alles in Blau und Weiß getaucht – nur die blühenden Dirndlsträucher und die Korbweiden mit ihren rötlichen Ruten bringen weitere Farben in diesen winterlichen Ton.

Zwar fehlt der Fernblick, aber dafür sind die wie Scherenschnitte wirkenden Baumgestalten umso eindrucksvoller. Auf der Kammhöhe des Plambachecks oben erkennt man sogar das kunstvoll ausgeführte “Jägerkreuz”, dem gerade zwei Langläufer zusteuern. Wäre gar keine so schlechte Idee gewesen, denn noch bewahrt der Frost den Neuschnee vor dem baldigen Tauwetter – am 18. März war es dann so weit, mit der zunehmenden Sonnenwärme und abflauendem Nordwind war der winterliche Spuk zur Märzmitte bald wieder vorbei…

Alle Bilder in diesem Blogbeitrag sind von mir (BBWandertipp), Annis Bilderalbum ist im facebook “Wandertipp bernhard baumgartner” zu sehen!

Nennt man das “Vernetzung” ?

Obwohl es heute (Dienstag, 15. März) schneit, wie es zu Weihnachten wunderschön gewesen wäre, ist doch bereits die Bärlauchzeit angebrochen. So wollten wir uns (gestern) zur “Knofelkrautsuche” aufmachen, dazu aber gleich einen netten vormittägigen Wanderspaziergang einlegen. Bei Schönwetter (das kam erst nachmittags) hätte der Weg von der Geiseben zum Geisbühel gepasst, aber die düstere Wolkenstimmung schien uns besser für die Bärntaler Lacke zu passen.

Dieser schon oft von mir im Blog beschriebene mystische Platz gehört zu den “Ewigen Tränen”, den sagenumwobenen kleinen Lacken auf den Berghöhen rings um Eschenau (die Wanderung und die Sage habe ich in meinem “Wandererlebnis Voralpen” eingebaut – fast neu von 2015 im Kral-Verlag). Hie und da tauchen auch Bilder von anderen Wanderern im facebook auf, besonders von Gottfried Auer aus Rabenstein.

Während die großzügigste Route von Rotheau im Traisental über den Kaiserkogel und den Geisbühel nach Rabenstein an der Pielach führt (Bahnverbindung von St. Pölten aus), gehen wir am liebsten aus dem Sonnleitgraben bei Eschenau eine kleine Runde. Zufahrt bis zur kleinen Kapelle, wo der Güterweg Innerbacher beginnt und rechts eine Hauszufahrt abzweigt. Hier geht es auf dem alten Höfeweg direkt hinauf zum leider immer mehr verfallenden Hof Kaiserberg, Wegzustand ebenso…

Birkenwaldrand und Birnbaum, danach Infotafel am "Eschenauer Mostwanderweg"

Beim Kaiserhof (neben der überdachten Eingangstür ein zum NÖ Mariazellerweg 606 passendes Wandbild, siehe im Blog > Suche: Bärntaler Lacke) stoßen wir auf den vom Kaiserkogel kommenden markierten Höhenweg. Hier befinden sich immer wieder Infotafeln des “Mostwanderweges” von Eschenau, eine Gruppe riesiger Linden steht neben dem Kaiserhof, dann geht es die alte Obstbaumreihe entlang weiter in das nächste Waldstück mit ebenfalls überaus stattlichen Rotbuchen und Bergahornen.

Der Weg ist “überdicht” markiert, was es da nicht alles gibt bis zum Dirntal-Ultramarathon, also keine Chance, sich zu verirren! Wir kommen auf der malerischen Hangroute am Hof Gottfriedsberg vorbei (alles neu hergerichtet, aber als Hausstelle bereits weit ins Mittelalter zurückreichend). Kurz vor dem Rempelsberghof, ebenfalls seit längerem zu einem Landhaus umgewidmet, entdecken wir unterhalb im Wald einen Bestand von Märzenbechern. Das ist für mich überdies interessant, als ich systematisch den Naturbeständen der Frühblüher (Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblumen) nachspüre. Bei der Kehre des Fahrweges bleiben wir (vorläufig) geradeaus und kommen nach einem echten “Stiegl” zum Naturdenkmal Lindengruppe, Eiben und Tränklacke oberhalb des an der Westseite gelegenen Bärntalers.

Immer wieder ist interessant, wie der Wasserspiegel dieser “Ewigen Träne” ausschaut, denn dieser spiegelt nicht nur die meterdicken Baumstämme, sondern weist auch auf die Niederschlagsverhältnisse hin. Heuer sind zwar alle Wege ziemlich gatschig, wo nur ein bisschen Lehm hervortritt, aber die Lacke ist relativ klein. Damit nicht das Weidevieh hineintrampelt, hat sie der Bärntaler mit einem Elektrozaun umgeben, beschmückt ist das Gewässer mit Narzissen, die bald aufblühen werden, und an einem der zerklüfteten, aber überaus lebenstüchtigen Stämme hängt ein Leonhardbild. Ingesamt also ein Stück gepflegte Natur, fast wie ein kleiner Ableger des bäuerlichen Hausgartens! Die Bilder zeigen den aktuellen Stand…

Heute hätten wir andere Bilder machen können – sicher alles tief verschneit und vereist, dichter “Anraum” auf den Zweigen; doch gestern reichte der Winter auffallend nur bis 900 m herab, oberhalb hat es bei der Nachmittagssonne ganz verlockend weiß herabgeleuchtet…

Es geht schon gegen Mittag zu, als wir auf dem Güterweg Rempelsberg in den Sonnleitgraben hinabwandern. Der feuchte Grabengrund – hier tritt ungeheuer viel Wasser an einer undurchlässigen Schicht zu Tage – ist unser nächster bekannter Standort der Frühlingsknotenblumen (neben der “Märzenbecherwiese” westlich der Kukubauerhöhe, die wir demnächst besuchen werden, nachdem der heutige Schnee von mehr als 10 cm weg ist).

Eine Reihe von Fischteichen ist hier angelegt, allerdings scheinen sie derzeit nicht in Betrieb zu sein. Beim Hof Innerbach kommen wir dann auf den asphaltierten Güterweg und gehen durch den Sonnleitgraben hinaus zum Ausgangspunkt – noch immer die bezaubernden Märzenbecher vor Augen…

Ich schreibe  mit Absicht “Am Sonnhof”, denn so heißt die Berggegend zwischen Kerschenbach und Schwarzenbach nach der neuen St. Veiter Straßenbenennung, die zwischen 1998/99 und 2004 eingeführt wurde. Die Dokumentation darüber ist als “St. Veiter Häuserbuch” 2007 erschienen (Mag. Wilfried Gramm und ich als Verfasser) und beim Gemeindeamt aufliegend – Interessenten sollten sich dieses “einmalige Werk” (im Sinn, dass es sicher kein zweites Mal aufgelegt wird) besorgen, denn bei allen Vorräten ist dann üblicherweise überraschend Schluss!

Der “Naturerlebnisweg Wiesenwienerwald” (das Gegenstück zum Naturpfad rund um den St. Veiter Staff) verläuft von der Kukubauerhütte über die Berghöhen (mit der Schwarzengruberhöhe > siehe auch im Blog) bis zum Wegkreuz nahe dem unbewohnten Großöderhof, der zum Gut Sonnhof gehört). Von dort zieht die gelbe Markierung hinab in den Kerschenbach, und die Landschaft hinüber zur Villa Sonnhof und dem aufgelassenen Meierhof Güllesberger (Kwidzda) gehört zur schönsten Gegend an dieser Talseite. Leider wurde versucht, den alten Kirchenweg von St. Veit her (an den Marterlweg anschließend) beim Güllesberger wegen eines neu besiedelten Landsitzes zu sperren (> siehe im Blog), aber es handelt sich dabei um einen historischen “Rechtsweg” der Bauernhöfe rund um den Sonnhof zur Pfarrkirche St. Veit. Ebenfalls leider – Interventionen an die Marktgemeinde St. Veit bleiben anscheinend bisher vergeblich. Ich werde mich sicher nicht abhalten lassen, diesen traditionell beliebten Weg zu begehen – vielleicht wäre eine Anzeige der richtige Anlass, um dieser Wegsperre entgegen zu treten!

Am vergangenen Montag, 7. März, bot sich das Wetter für einen Vormittagsspaziergang in den Wiesenwienerwald an, wie im Bild ersichtlich. Beim Wieshof vorbei, wo die Ruine der Hauskapelle zu sehen ist und kurz danach eine Reihe uralter Birnbäume, geht es zum Bienenstand des St. Veiter Imkermeisters Scheer (den Honig bekommt man im Gölsentaler Bauernladen, bei Nachfrage von den Bienenstöcken in dieser Lage). Dann gehen wir am Zögernitzerhof vorbei und qeren durch den anschließenden Wald zu den Bergwiesen beim Wegkreuz an der Teilung der Markierung – gelb nach St. Veit, rot-gelb der Schwarzenbacher Rundwanderweg Nr. 3 nach Schwarzenbach.

AB (Annis Fotos) im Wald oberhalb vom Zögernitz und das Wegkreuz

AB Frühlingsahnung liegt beim Waldrand vor dem Kreuz in der Luft, und (BB) die Hainbuchen treiben schon Saft in die Knospen

Der Märzanfang 2016 könnte nicht typischer verlaufen – die ersten warmen Sonnenstrahlen (heuer der letzten zwei Monate) haben die geschwellten Knospen der Dirndlsträucher zum Platzen gebracht. Und jetzt, wo allerhand Insekten sich daran laben wollten, fegt der eiskalte Nordwestwind nur so daher, dass sich sogar die Himmelschlüssel zwischen den Hecken, wo sie am frühesten zu blühen belieben, fast schon verstecken… Warum es am Waldrand und zwischen den Sträuchern am ehesten zu blühen beginnt? Ja, die blattlose Zeit muss genützt werden, damit das Blühen und Fruchten noch rechtzeitig beendet wird, ehe sich die Blattdächer sommersüber schließen. So simpel und klug aufgestellt scheint die Natur.

Die Wiesen rund um den Sonnhof sind relativ intensiv bewirtschaftet, das heißt gemäht und beweidet, obwohl niemand hier heroben wohnt, seit die Familien Gramm, Linder und Lehrbaumer ins Tal gezogen sind (die Linder waren übrigens von Beruf und Staatsbürgerschaft Schweizer – “Schweizer” ist ein Facharbeiter für Milchwirtschaft). Angesiedelt wurden diese hohen Gehöfte aber bereits im Mittelalter, und erst im 20. Jahrhundert entstand hier eine Art Gutsherrschaft der mit Heilpflanzen und dem Gegenteil großgewordenen Produzenten. Dass uns Einheimischen wegsperrende Gäste vor die Nase gesetzt werden, ist nicht erfreulich, denn von unseren angestammten und hochgeschätzten “Landwirten” sind wir anderes gewohnt…

AB Baummotive

... mit einem Hauch von Frühling

Zurück gehen wir dann beim Zögernitzer entlang der gelben Markierung, aus einem schön weißstämmigen Birkenbestand hinaus auf eine “Wildwiese” – einen typischen feuchten Grund der Wienerwald-Flyschzone, nicht mehr gemäht und daher verwachsend, aber nicht nur mit Gesträuch, sondern auch mit allerhand Feuchtflora, immer Sommer zum “Nachforschen” anregend!

An den Bienenstöcken und den Urbirnbäumen vorbei geht es dann hinab zum Wieshof und weiter in den Kerschenbach, kleiner und lohnender Umweg wäre über den Marterlweg, wobei wir fast vom Himmel her in St. Veit gelandet wären – aber für vormittags hat es genügt!

Übrigens – mit der Gartenblüte kann die Natur noch immer nicht mithalten, und bei dem derzeitigen “Kühleeinbruch” kann man sich mit einer Wanderung zur Hahnwiese mit den Schneeglöckerln und zur Märzenbecherwiese nahe der Kukubauerhöhe ohnehin noch Zeit lassen!

Mittwoch, 2. März 2016 – vierter Urlaubstag, aber erst zweiter Schitag! Dafür wieder ausgezeichnetes Wetter, angenehm weniger Wind als tagszuvor. Also nichts wie mit der Gondelbahn hinauf zum Kreischberg (für einen dritten Schitag hätten wir auch mit derselben Karte ins nahe Lachtal fahren können, aber dazu reichte die Zeit nicht mehr).

Diesmal brauchen wir keine Zeit zum Einfahren mehr, sondern wir halten uns gleich an die Piste beim “Sixpack” an der Westseite des Berges. Der Ausblick in Richtung Flattnitz ist wieder verlockend, aber zu diesem Panorama noch später. Denn vorerst präsentieren sich der Gstoder und die Tauernberge dahinter wieder ganz vortrefflich, dazu der Blick über die urigen Zirben…

Als wir nach einigen Abfahrten in pulvrigem, noch kaum zerspurtem Schnee genug haben, wenden wir uns der östlichen Bergseite zu, wo wir schließlich wieder (etwas früher als am Vortag) in der Rieglerhütte landen.

Das kleine Gipfelkreuz neben dem Panorama-Point und Ausblick zur Frauenalpe

Noch fehlt uns der Gipfelpunkt des Kreischberges, die Rosenkranzhöhe! Daher nehmen wir nachmittags die Abfahrt von der Bergstation der 10er-Gondel zum sogenannten Schluckspecht (nomen est omen für diese kleine Schihütte an der Talstation des Gipfel-Sesselliftes). Die Piste dort hinunter ist übrigens wie jene von der Rosenkranzhöhe das beste Abfahrtsstück am Kreischberg. Kleiner Nachteil – hinauf zur Rosenkranzhöhe gibt es nur einen Schlepper (stillstehend, nur für geübte Fahrer, wie angekündigt und auch stimmend) und den alten Doppel-Sessellift. Aber dieser ist immerhin verbessert, Einstieg mit Förderband, und weil es nicht so kalt und windig ist wie am Vortag, ist auch die schleichende Auffahrt gut auszuhalten. Die Trasse führt auch wie am oberen “Sixpack” durch schöne Zirbenbestände.

Hier im Bild die Frauenalpe und die fernen Seetaler Alpen mit dem Zirbitzkogel! Nahe der Bergstation verflacht das Gelände und lässt kaum ahnen, wie schön und zügig die Abfahrten von dort oben sind. Am wichtigsten ist auf dem plateauartigen Gipfel, dass nicht zu viel Wind geht! Aber kaum ausgestiegen, fesselt die wirklich prachtvolle und weitläufige Aussicht, besonders nach Süden ist sie an diesem Tag wirklich fantastisch!

Ausblick bis zu den Julischen Alpen!

Obwohl wir hier nur auf 2118 m Höhe sind, geht der Blick über die benachbarten Gebirgszonen hinweg und reicht vom Dachstein (hinter den Niederen Tauern) bis zu den Südlichen Kalkalpen!

Das urige Wallnerkreuz und sozusagen ein Gipfelfoto

Die Abfahrt mit roten und kurzen schwarzen Pistenstellen ist selbstverständlich im Untergrund beschneit, sonst wäre gerade auf diesen windausgesetzten Höhen kein Schibetrieb möglich. Besonders schön zeigt sich von der östlichen Waldgrenze die Frauenalpe, und dahinter sieht man noch den Zirbitzkogel, weiter südlich die Saualpe und sogar den Petzen! Zum Dahinschwingen geht es vortrefflich, kein bisschen harter oder gar eisiger Schnee, nur “g´führiger” Pulver, ein Hochgenuss. Vom danach erreichten “Schluckspecht” quert dann ein langer Ziehweg über die weiten Waldhänge bis zur Gondelbahn, wo die Steilabfahrt ins Tal beginnt.

Blick zu den Gipfeln bei der Flattnitz

Besonders gefällt mir die Aussicht zu den westlich gelegenen Nockbergen im Bereich der Flattnitz, wo ich mich vor einigen Jahren bei Backcountry-Touren herumgetrieben habe (u. a. von St. Lorenzen auf den Speikkofel). Im Bild sieht man links den doppelgipfeligen Winterthaler Nock und rechts den massigen Eisenhut (eine sehr weite Tour von der Turrach).

Einen Traum konnte ich mir nicht erfüllen, nämlich auch mit Touren- oder Backcountry-Ski unterwegs zu sein. Im Bild sieht man die sanften, aber sehr weitläufigen Gipfel, die an die Rosenkranzhöhe südöstlich anschließen – Kirbisch (allein der Name schon verlockend!), Goldachnock und Prankerhöhe. Dort biegt der Kamm nach Nordosten um und setzt sich bis zur Frauenalpe fort. Leichtes Tourengelände, nur der tiefe Einschnitt zwischen Ackerlhöhe und Frauenalpe ergibt leichte Probleme, wobei man den unwegsamen Stellen aber auf tieferen Forststraßen ausweichen kann. Jedenfalls ist diese Tour ein alpinistische Herausforderung, keine Schitour im eigentlichen Sinn, aber eine der großzügigen Überschreitungen im oberen Murtal, die auch im Sommer oder Herbst (vor oder nach dem Almbetrieb) reizvoll wäre! Eine ganz leichte Gipfelbesteigung gibt es von der Frauenalpe (Lifte und Naturschneepisten) bis fast auf 2000 m. Ob sich wohl eine Gelegenheit dazu noch ergeben wird? Träume und Wünsche kann man ja immer haben…

Nach dem 2016-er Schalttag hat das Wetter am 1. März genau mit dem Frühlingsbeginn zusammengepasst. Die feuchte, wolkenreiche Luft vom Mittelmeer her ist zwar von einer kalten Nordwestströmung abgelöst worden, aber diese bewirt in den südlichen Zentral- und in den Südalpen einen Nordföhn-Effekt. Das war unser Glück (bei länger vorgebuchtem Termin nicht selbstverständlich), und außerdem konnten wir uns beruhigt auf den Wetterbericht verlassen und beruhigt in die Wetterturbulenzen hinein abreisen.

Bereits unterhalb der Mittelstation der Gondelbahn (am sog. Grillboden) ist alles frisch verschneit, die überwiegenden Zirben und Lärchen in eisige Gestalten verwandelt! Dazu einige Minusgrade bei kräftiger Sonne und nur einzelnen Wolken, allerdings weht ein eiskalter Nordwestwind von den Tauern herüber.

Sobald man aus der steilen unteren Waldzone heraußen ist, erstreckt sich die leichte Pistenlandschaft wie ein Teppich bis hinauf zur Bergstation der (schon recht alten) Gondelbahn. Als alter Bekannter (von der Almrauschzeit im Juni) schaut der Gstoder über das Tal mit seinen aperen Südhängen her, zur Seite die langen Südkämme der Wölzer Tauern mit ihren berühmten Schitourenrouten.

Eine kurze Abfahrt an der Rieglerhütte vorbei (im Hintergrund die Frauenalpe) bringt uns zur jetzt zwei Jahre alten 10-er Gondelbahn, die bis fast auf den Kamm der Rosenkranzhöhe hinaufführt. Von dort kann man gleich in drei Richtungen abfahren, wobei wir die direkte Piste zur Gondelbahn hinabwählen, um uns einmal richtig einzufahren.

Danach wechseln wir zur nahen, westlich gelegenen Panorama-Schirmbar (in Harry Prünsters “Hütten” im Fernsehen unlängst präsentiert, mit speziellen Kreischberg-Mehlspeisen einer jungen Konditormeisterin).

Von dort führt eine etwas steilere Piste in die Waldzone hinab zur Talstation der 6er-Sesselbahn “Sixpack”. Diese gibt es schon seit ein paar Jahren, und die Abfahrt mit einem “schwarzen” Steilhang und einer auch recht direkten Umfahrung ist eine echte Bereicherung des Schigebietes.

Blick auf die Tauernberge mit dem Gstoder und in der Tiefe das apere Murtal, am Horizont die Radstädter Tauern

Ein Vorteil dieser Anlage sind nicht nur die Schutzhauben über den bequemen Sitzen, sondern auch die Auffahrts-Trasse an der Südseite des Bergrückens. Zuerst gibt es einen schönen Ausblick ins Gebiet der Flattnitz mit Winterthaler Nock und Eisenhut. Weiter oben schwebt man in lockerem Zirbenwald ganz wunderbar zur Höhe, hier gibt es immer wieder eindrucksvolle und stimmungsvolle Winterbilder.

Übrigens muss man am Kreischberg nicht unbedingt Schifahren. Es gibt auch Einzelfahrten, wenn man die Winterwanderwege oder die Höhenloipe benützen will, die durch die obere Waldzone mit ihren urigen Lärchen und überwiegenden Zirben führen. Wer mit Schneeschuhen unterwegs sein will, könnte quer durch die lockeren Waldbestände zwischen der 10-er Gondel und dem doppeltem Schlepplift bergwärts ansteigen, nahe der Panorama-Schirmbahn den Kamm erreichen und dort beliebig weiterwandern, zumindest bis zur Rosenkranzhöhe auf schon über 2100 m Höhe. Meine Idee für eine weiter aus dem Pistengelände hinausführende Tour konnte ich (auch heuer) nicht verwirklichen, leider!

Uli ist stets online, wir haben im Pistengelände (um vor Unterbrechungen gefeit zu sein) nicht einmal ein Handy mit; und nach der Mittagszeit wenden wir uns der gegen die Frauenalpe und den fernen Zirbitzkogel gewendeten Ostseite zu.

Dort steht gleich die einladende Rieglerhütte, an diesem kälteren Sonnentag mit einer Art “Panoramastube” (sonst einer großen Terrasse). Wir kannten diese Einkehr schon vom Vorjahr und waren nach “Harrys liebsten Hütten” ganz animiert für die Mittagsrast dort. Im Normalbetrieb (und das gilt auch für die Panorama-Schirmbar) geht es zu wie auf den meisten Schihütten – wer nicht ein opulentes Mahl einnehmen will, stellt sich halt unter einer einfachen Suppe oder so etwas mehr oder etwas Qualitätvolleres vor… (außerdem dürfen wir den Magen in Anbetracht des wirklich außerordentlich guten Abendmenüs im “Relax” nicht vorbelasten…). Trotzdem waren wir am nächsten Tag wieder in der Rieglerhütte und haben eben g´scheiter ausgewählt, vom “Schluckspecht” haben wir uns aus vorjähriger Erfahrung ferngehalten, obwohl das keine Schihüttenkritik sein soll, sondern nur unseren persönlichen Geschmack widerspiegelt…

Nach der Mittagspause macht es bei uns mit dem Schifahren nicht mehr viel her, der vormittägliche Schwung ist verbraucht, eine Rast in der Schihütte bringt nur wenig “Rekreation” (noch dazu, wenn man die drückenden Schischuhe nicht auszieht, sondern wie Anni erst bei der anschließenden Gondelfahrt). Also beschließen wir den ersten und bisher einzigen Schitag, wir haben ja noch den zweiten vor uns, der genau so schön zu werden verspricht!

Eigentlich wäre in diesem Winter unser Ziel für eine Woche im Schnee gewesen – Kirchberg / Tirol. Aber das mussten wir leider absagen, und so blieb uns noch der Kreischberg. Blieb uns übrig, passt eigentlich nicht, denn die Anmeldung erfolgt schon lang vorher, und wir wollen immer wieder ins “Relax Resort Kreischberg”.

Relax Resort Kreischberg

Im Sommer sind es die vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten und die interessanten Wanderwege zu Almen, Gipfeln und Bergseen, die uns dorthin locken. Im Winter haben wir in den Nockbergen auch schon ein paar Schitouren gemacht, dem sanften Gelände angepasst sogar mit Backcountryski.

Flattnitz, eine auch im Sommer lockende Passlandschaft, neben dem Gasthof/Hotel Ladinig eine historisch bedeutende Rundkirche

Königstuhl vom Rosanintal, Ausgangspunkt Mehrlhütte im Schönfeld zwischen Bundschuh und Innerkrems

Großer Speikkofel, Ausgangspunkt St. Lorenzen bei Ebene Reichenau

Für diese Touren gibt es übrigens jeweils ein Bilderalbum in meinem facebook “Wandertipp bernhard baumgartner”, die Bilder sind eingescannte Dias aus meiner vordigitalen Zeit. Nun geht es aber endlich zum heurigen Kreischberg-Schiurlaub, und da konzentrieren wir uns nur darauf, möglichst viel Schi zu fahren, wenn auch auf den Pisten, die dort für uns gerade passend sind. Die umgebende schöne Landschaft kann man ja auch so genießen, überhaupt wenn dieses “Zirbenland” so schön frisch verschneit ist, wie wir es auch heuer erleben konnten.

Abfahrt am Sonntag, 28. 2., gleich über die Berge (Gscheid – Lahnsattel, alles aper) nach Mürzzuschlag, und dann nur mehr Schnellstraße bis Judenburg. Inzwischen hat sich das angekündigte Schlechtwetter von Süden durchgesetzt – es beginnt zu regnen… Ein schöner Auftakt für einen Schiurlaub, in Judenberg keine passende Mittagseinkehr gefunden, aber dafür dann in Murau – ein kurioses Lokal, der “Platzhirsch”, am Hauptplatz (der hier Schillerplatz heißt), eine vorzügliche Pizzeria mit Tiefblick auf das Murufer. Nachmittags Ankunft in St. Georgen bei Murau in unserem Hotel, es regnet und beginnt von den Bergen herab zu schneien. Was macht´s, für Wellness (oder Welnes?) ist gesorgt, und die Küche beim Abendbuffet (jeden Tag) vorzüglich, viel zu verlockend…

Der Winter kommt also zurück (auch wie auf diesem Bild am letzten Morgen, 3. März). Der erste richtige Urlaubstag fällt also echt ins Wasser, draußen vormittags und ebenso im Hotel. Aber – von unserem letzten Aufenthalt (BB, Anni und ihre Freundin Uli, wie auf Bild vorher zu sehen) ist in Erinnerung, dass es beim Kauf einer Mehrtageskarte einen überraschenden Vorteil gibt – diese Karte gilt auch schon am Tag zuvor ab 15 Uhr!

Aber um diese Zeit noch die Schi anschnallen? So gut das Schifahren auf den Pisten geht, so mühsam ist das Anlegen der (gegenüber Langlauf und Tour) so unhandlichen Ausrüstung… Wir machen also eine einfache “Höhenfahrt” – durch dichtesten Nebel (da hätt ich nicht einmal zu Fuß unterwegs sein wollen) hinauf zum Kreischberg, von 950 m auf über 1700 m. Bei der Bergstation sind wir sozusagen zwischen den Wolken, aber es reißt schon auf!

Wenn das Wetter (und vor allem die Sicht) gut wäre, hätte sich eine Abfahrt sicher noch ausgezahlt. So aber setzen wir uns noch in die benachbarte “kubusartige” Schihütte und treten dann wieder die Abfahrt an, per Gondel zur Kreischbergbasis, wo es allerlei Installationen gibt, die allerdings nie in Betrieb kamen.

Zum Schluss noch ein “Selfie” – noch urlaubsfrisch und ein zukunftsträchtiges…

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