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Klippenszenerie bei Seline, Blick zum südlichen Velebit

Katarakt am Oberlauf des Flusses Krka im Nationalpark Krka

An der Nordostseite der Insel Vir mit Blick gegen die Insel Pag und den fernen Velebit, rechts die "Vogelklippen" (Bienenfresser !)

AB Strand bei Seline mit dem südlichen Velebit, Schluchteingang der Mala Paklenica im Mittelabschnitt

AB Strandabschnitt südlich Seline mit den großartigen Klippen und felsigen Strandplatten

Flussschlingen der Zrmanja vor der Mündung in das Novigradskoje more

Blick vom Strand bei Starigrad gegen Süden mit Ausläufern des Velebit

AB (wie die beiden vorigen Panoramen) Sonnenuntergang bei Starigrad

Damit ist der Erlebnisteil für Urlaube vor dem Hochsommer 2017 abgeschlossen!

Nach ein paar Tagen Sonne und Wörtherseewasser schadet ein weniger strahlender Tag wirklich nicht! Etwas Hoffnung (leider vergeblich) auf die ersten Eierschwammerl gibt die Richtung vor – Klagenfurt nordöstlich / St. Veit an der Glan / Kraiger Teiche und Ruinen.

Ein Ausgangspunkt mitten in Kärnten und zügige Straßenverbindung, das sind die idealen Voraussetzungen für mehr als einen Badeurlaub in Velden. Schon am halben Vormittag landen wir daher beim Schloss Frauenstein, nachdem wir die ummauerte St. Veiter Altstadt im Zickzack umfahren haben.

Ein vom Südzug der Wimitzer Berge (östlich vom interessanten Ort Dreifaltigkeit) herabkommender Bach bricht von einer Hochtalfläche ostwärts durch die ca. 800 m hohen Vorberge, vereinigt nahe Kraig in der Ebene mit dem Wimitzbach und mündet bei St. Veit in die Glan. Die geschützte Lage im teils schluchtartigen Durchbruchstal, zugleich nahe dem offenen Land hat dort im Mittelalter zur Entstehung einiger wehrhafter Ansitze geführt, die als “Kraiger Schlösser” eine lokale Attraktion sind. Zwar sind von den historischen Bauten nur mehr Ruinenmauern auf den steilen Bergkegeln auszumachen, aber unterhalb ist der wasserreiche Grund mehrmals zu Teichen aufgestaut. Diese sind teils noch offen für die Fischerei, einer von Seerosen überwuchert, oder es bestehen nur mehr verlandete sumpfige Mulden. Insgesamt also eine gute Kombination von Natur und Geschichte!

Das Schloss Frauenstein wirkt wie ein Gutshof in historischem Rahmen, und durch das jetzt schon zweimal abgebildete Tor führt ein breiter Waldweg (um den weniger stimmungsvollen Namen Forststraße zu vermeiden) zu einem Teich mit Felshintergrund und umrahmt von dem überall üppig wuchernden und blühenden Wald-Geißbart.

Nach einer Anhöhe folgt der nächste Kessel, erfüllt mit Röhricht und anderen Sumpfgewächsen (aber nichts Auffallendes), gegenüber erblickt man am Hang eine Art Wirtschaftshof und auf dem felsigen Kegel eine Ruine mit Kapelle. Der markierte Weg (nicht wie die offiziellen Markierungstafeln oder Wegweiser, sondern eigens wohl von den örtlichen Stellen gestaltet) führt nun hinauf zu einem Sattel. Dort stellt eine hohe, allerdings rechts abgebrochene Steinbogenbrücke die Verbindung zu den an der Nordseite des Tals ragenden Ruinen her.

Wir folgen dem Tal abwärts zu einem teilweise verlandeten und in Sumpfwiesen übergehenden Gewässer. Sicher gäbe es auch noch andere Wandermöglichkeiten, aber diese Route ist beschildert und ergibt sich als logischer Weiterweg.

Bei der Wegkreuzung danach folgt ein Höhepunkt der üppigen Natur – ein Teich ist völlig mit Gelben Teichrosen zugewachsen!

Dann trennen sich Fußweg und Forststraße, und wir folgen noch bergab dem Steig (vorbei an einem alten Bergwerksstollen), bis wir ins Tal hinaus zum Weiler Einöd sehen. Den Weiterweg nach Kraig ersparen wir uns und marschieren dieselbe Route zurück, wobei sich auch ohne Seitenwege (die nicht durch Beschilderung auffallen) immer wieder andere Blickpunkte bieten.

Das etwas trübe Licht mit nur wenig Sonnenschimmer hat übrigens bewirkt, dass die Bilder mit leichter Bearbeitung recht “malerisch” wirken, auch ein Vorteil für einen nichtsonnigen Wandertag!

Eigentlich verbinden wir mit einem Urlaub in Kärnten auch immer einige Bergtouren. Aber bei so idealem Badewetter und dem Domizil in Velden mit so einmalig schönem Badestrand kommen sogar wir Bergbegeisterten in Versuchung… Außerdem könnte es doch Mitte Juni in den Wäldern rund um den Wörthersee vielleicht doch schon Schwammerl geben… Das Ergebnis solcher Umstände ist, dass es heuer (abgesehen von zwei längeren Ausflügen) nur zu zwei kleinen Waldwanderung in der Umgebung gereicht hat. Diese ist aber auch recht lohnend, denn nordwärts steigen vom See die Anhöhen zur Hochfläche des Ossiacher Tauern an. Bevor man die Bergdörfer wie Köstendorf und Techelsberg erreicht, erlebt man sogar eine voll urige Landschaft mit scharf eingerissenen Gräben und Waldwildnis, dazwischen sumpfige Mulden und größere Teiche, die großzügig als “Waldseen” durchgehen können.

Seisser See am Sonntag, 11. Juni

Richtig an dieses Gewässer heranzukommen, ist gar nicht so einfach, wie wir bei der Zufahrt über Kranzlhofen bemerken. Einzig Wanderwegweiser könnten uns helfen, und einen solchen finden wir bei der Weiterfahrt von Kranzlhofen Richtung Kerschdorf kurz vor einem gut ausgeschilderten Parkplatz. Dort quert der Veldener Höhenweg zwischen Seisser See und Forstsee, und die gerade vorbeimarschierenden Wanderer bestätigen unseren Einstieg in die Route zum Seisser See.

Gut beschildert führt der Wanderweg zunächst über ein romantisches Bacherl, dann schlängelt sich die Route mit vielen Kreuzungen und leichten An- und Abstiegen durch die zerklüftete Waldgegend dahin, die eindeutig von den eiszeitlichen Gletschern geprägt ist (vor mehr als 10 000 Jahren lagerten hier gute 600 oder mehr Meter Gletschereis, das von Tauern und Nockbergen bis ins Klagenfurter Becken reichte). Mit der Wanderkarte ist in diesem kleinräumigen Gelände nicht viel anzufangen, man muss nur bei jeder Abzweigung das Ziel Seisser See nicht übersehen.

Jetzt sind wir richtig! Jeserzer See ist der slowenische Name für den Seisser See und kommt von dem am Berghang oberhalb gelegenen Ort Oberjeserz her. Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet ist hier selbstverständlich, denn abseits der Gehöfte und Landhäusern mit ihren Obstgärten gibt es Sumpfwiesen, die das Nordufer umgeben. Bemerkenswerte Flora gibt es zwar nicht, dafür ein Gasthaus neben altertümlichen Gebäuden.

Der Vorsaison entsprechend ist hier noch nicht viel los, aber die Schirme im Gastgarten sind schon aufgespannt, während die relativ großen Parkplätze erst recht spärlich besetzt sind. Wir wenden uns vom freundlichen Wiesenufer mit seinen Bankerl an die waldige Südseite zum See-Rundweg. Zum Glück vermeiden wir die Richtung Kranzlhofen angegebene Runde (von dort sind wir ja den Berg herauf gefahren), sondern halten uns dem Gefühl und unbezeichneten Waldsteigen nach nahe am Seeufer.

Am dicht bewaldeten und mit Steinblöcken besetzten Ufer entlang gibt es schmale Steige, die uns an das Ostende des Seisser Sees an der Kerschendorfer Straße leiten. Wir könnten gleich zum Parkplatz weitergehen, aber statt diesen Halbkilometermarsch zweigen wir beim sogenannten Seeblick (laut Karte) wieder zum nördlichen Seeufer ab. Für das Baden müsste man hier eine Gebühr entrichten, für ein zusätzliches Sonnenbad noch etwas mehr, der Durchgang ist frei.

Ein wunderhübscher Waldweg leitet uns weiter, und immer wieder gibt es Einstiege zum Baden. Dann leitet uns ein bergwärts abzweigender Weg wieder zur anfangs begangenen Markierung, die entlang wir zurück zum Parkplatz kommen. Die zweistündige Runde hat sich jedenfalls gelohnt, und im nächsten Bild sieht man noch einmal den Seisser See mit der Kirche von Oberjeserz, also unverkennbar idyllisch und malerisch, daher recht lohnend! Vor allem nicht weit vom Wörtherseestrand entfernt, wo schon wieder das moderate warme Wasser lockt.

Forstsee am 16. Juni

Einen Tag vor der Abreise hat sich (wie schon kurz vorher) das Wetter etwas verschlechtert – eigentlich nicht, eher nur labilisiert… Also vor dem Sonnen und Baden am Strand noch einmal kurz ins Wald- und Wasserrevier. Ziel ist der uns schon bekannte Forstsee, auf der Berghöhe zwischen den Uferorten Velden und Pörtschach. Dieser ist wesentlich größer als der “Jeserzko jezero”, noch dazu weil er in den 1930er Jahren für ein (aus heutiger Sicht kleines) Kleinkraftwerk aufgestaut wurde.

Für den Forstsee ist die Zufahrt einfacher, wenn man vom Linksabbiegeverbot bei Saag absieht. Besser als irgendetwas zu riskieren, daher einfach ein kleines Stück Richtung Pörtschach, dort retour und einfach richtig abbiegen. Wieder geht es ein waldiges schluchtartiges Tal hinauf bis zum Parkplatz, der jetzt zwar noch gering belegt ist, aber wo doch bereits eine Parkgebühr eingehoben wird. Dann gleich hinein in den uns schon bekannten Wald, wobei wir “unseren” Schwammerlplatz wegen Schlägerungen wohl abschreiben können. Wo wir dann im Wald herumkraxeln wird uns klar, es gibt noch nichts, keine Eierschwammerl oder sonstwas !

Wir begeben uns daher vom südlichen See-Rundweg ans nördliche Ufer, wo der Forstsee seinen Paradeausblick hat. Nur wenige Wanderer beleben die Szenerie – doch halt! – ein abgezäuntes Gelände ist gut besucht, aber es gehört den Fischern! Von Wald begleitet gibt es hier aber auch einen recht netten Strandstreifen, und auffällig sind vor allem die phänomenalen Gletscherschliffe – von den Eiszeitgletschern glatt geschliffene Felshöcker.

Der Rundweg um den Forstsee ist nicht nur ausgiebiger als am Seisser See, landschaftlich sehr lohnend. Wo man abseits durch die Wälder wandert, gibt es immer wieder sumpfige Mulden, kleine Bächlein und idyllische Waldränder. Dort blüht als “Jahreszeitblume” der Wald-Geißbart, treffend als “Sonnwendfäden” bezeichnet.

Unsere Fahrten nach Kärnten führen uns immer durch das Murtal, und so sind wir jedesmal bei Knittelfeld an der Abzweigung nach Seckau vorbei gekommen. Am Samstag, 10. Juni, war das überraschende Schönwetter so verlockend, dass wir diesen “Seitensprung” einfach nicht übersehen konnten!

Weil gerade Mittagszeit war, kehrten wir zuerst in der Konditorei Reger (an der Ortsstraße Richtung Gaal) ein, wo wir uns im schattigen, daher fast noch etwas kühlen Gastgarten stärkten. Dann ging es durch den gepflegten Ort mit seinen historischen Gebäuden zum Hauptplatz und hinein in das Stift Seckau.

Das Stift Seckau hat eine sehr bewegte Geschichte: 1142 an dieser Stelle entstanden, 1782 unter Kaiser Joseph II. aufgehoben und erst 1883 durch Benediktiner aus Deutschland neu besiedelt. Damals musste die Bausubstanz teilweise erneuert werden, und die romanische Fassade der Diözesanbasilika ist daher ein (höchst original wirkender) Nachbau. Von dem 1150 / 64 errichteten Dom sind noch plastischer Schmuck und malerische Ausstattungen sehr eindrucksvoll erhalten. Derzeit bewundert man aber nur den gesamten, in der Gegenreformation entstandenen Stiftsbau mit seinem malerischen Innenhof, weil die Stiftskirche wegen Renovierung geschlossen ist.

Markt und Stift Seckau befinden sich auf einer relativ hohen Mulde inmitten der Seckauer Tauern, und deren Gipfel (der Seckauer Zinken noch mit Schneerinne) beherrschen den Hintergrund von Markt und Stift. Unser Ziel schaut von einem hohen Randgipfel gegen Süden über das breite Murtal hinweg zum Steirischen Randgebirge um Gaberl, Salzstiegl und dem markanten kantigen Ameringkogel. Diese Wallfahrtskirche auf der über 1800 m gelegenen Hochalm ist unser Ziel.

Wie wir dorthin kommen, ist schon augekundschaftet – auf der Seitenstraße zwischen Rathaus und dem barocken Prunkhof hinaus ins freie Gelände, dann auf schmaler Asphaltstrecke am “Wirt mit dem Teich” vorbei bis zum Schranken bei einem stattlichen Bauernhof. Die Mautgebühr von 5 Euro beim automatischen Schranken zahlt sich aus, denn die Sandstraße windet sich in weiten Bögen bis hoch zu einer Almwiese mit Raststation. Dort ist auf ca. 1400 m Schluss, und es geht eher steil zu Fuß weiter, so etwa ein bis eineinhalt Stunden bis zur Kirche.

Wären wir schon früher dran und außerdem auf eine Wanderung eingestellt, hätten wir uns klar auf die Beine gemacht. Aber so drängt die Zeit, dass wir nicht zu spät nach Kärnten kommen, und es reicht gerade noch für einen Spaziergang – allerdings mit schöner Aussicht!

Dann fahren wir zurück ins Tal nach Seckau und weiter einer ganzen Woche in Velden entgegen!

Archivbilder von 2004 und 2005 aus der “analogen Fotozeit”, deshalb nicht so hoch qualitativ wie aktuelle Digitalbilder (Scans).

Bienen-Ragwurz / Ophris apifera

Hummel-Ragwurz / Ophris holosericea

Spinnen-Ragwurz / Ophris sphegodes (sphecodes)

Besonders schön war eine Tour auf den höchsten Berg der Insel, den Obsova, am 1. Juni, unserem Hochzeitstag! Als Abschluss noch zwei “alte Bekannte”:

Wanzen-Knabenkraut / Orchis coriophora

Pyramidenständel oder "Hundswurz" / Anacamptis pyramidalis

Unsere Kroatien-Tour zum Velebit und Nationapark Krka und Paklenica konnten wir bisher leider nur im Herbst unternehmen. Von Orchideen war da nichts mehr zu bemerken, aber dafür gab es unendlich viel abgeblühten Affodil…

Nachdem heuer im facebook bei den “Orchideen-Gruppen” (Wildwachsende O. Europas, Freunde wildwachsender O. usw.) seit Anfang März so eindrucksvolle Bilder aufgetaucht sind, habe ich auch meine Bestände an Orchideenbildern durchgeschaut. Aktuell gibt es ja heimische Orchideen erst seit den letzten Wochen, und unsere erste Tour auf den St. Veiter Staff war am 1. Mai nicht gerade sehr ergiebig. Wie schon berichtet – Orchis pallens schon leicht abblühend, Stattliches Knabenkraut gerade beim Aufblühen. Im Retzbachtal war knospendes Großes Zweiblatt zu bemerken.

Bleiches Knabenkraut und Stattliches Knabenkraut oberhalb vom Briller (Naturerlebnisweg St. Veiter Staff)

Also machte ich mich an unsere Bilder aus Istrien – jeweils im Mai bis Anfang Juni, 2008 in Medveja an der Kvarner Bucht (westlich von Lovran) und 2010 in Porec. Bei unseren Ausflügen Richtung Rabac im Süden und ins Landesinnere beim kleinen Dorf Draguc wurden wir damals sehr fündig.

Schmetterlings-Knabenkraut nördlich von Rabac

Spinnen-Ragwurz, vor dem Valamarhotel in Porec fast flächendeckend!

Bienen-Ragwurz

Hummel-Ragwurz

Diese drei Ragwurzarten kannten wir allerdings auch schon aus Österreich. Völlig neu (wie das Schmetterlings-Knabenkraut) war jedoch die auf der Insel Cres gefundene Bertolini-Ragwurz:

Vom Salep-Knabenkraut gab es viele Farbvariationen zu fotografieren, und ein Höhepunkt war, als wir beim Besuch der “Burgstädte” in der Flyschzone Inner-Istriens noch Bekannte aus der Heimat entdecken konnten.

Violetter Dingel

Adriatische Riemenzunge bei Draguc

In meinem facebook (Bernhard Baumgartner Autor Kral-Verlag, ohne den Zusatz kommen 100 BBs….) habe ich auch noch andere Bildserien gepostet und auch mit den Orchideen-Gruppen geteilt. Dort gibt es selbstverständlich eine unglaubliche Artenvielfalt zu sehen – der geographische Bereich reicht ja von Portugal bis Rumänien, von Ligurien bis Sardinien und Cypern, da können wir nicht mithalten! Immer wieder erstaunen mich auch die genauen Artbezeichnungen und vor die Angabe von Hybriden. Meine Erfahrung aus Malta mit der Ophris fusca hat mir aber gezeigt, dass Abweichungen von der sogenannten Norm sehr häufig und eben naturgegeben sind. Mich freut schon, wenn ich die Arten unterscheiden kann, und ich hoffe immer noch einmal auf einen Frühlingsurlaub in Sardinien etwa… Die Bilder von der Insel Krk (von Anni und mir 2004 und 2005 aufgenommen) kommen in einem eigenen Beitrag und auch in meinem facebook “Wandertipp bernhard baumgartner.

Am Sonntag, 30. April, Wanderung durchs Retzbachtal bei Türnitz, vom Eisernen Tor bis Innereben, am wasserreichen Bach entlang, recht abwechslungsreich, aber auch überraschend fast vorfrühlingsmäßig!

Es liegen sogar noch Flecken vom letzten (wieder einmal) maximalen “Aprilschnee” herum, am 20. April hier sicher fast ein Meter. Schon an ersten hohen Felsen sind blühende Aurikel zu bemerken.

Interessant wird es jedoch erst nach dem Reiftaler an der “Schrofenwand”:

Clusius-Enzian ist gerade an sonnigen Stellen im Aufblühen, sonst noch knospig

Aurikel blühen neben Alpen-Fettkraut schon recht üppig

Von den hier sonst zahlreichen Anemonen-Schmuckblumen bemerken wir vorerst gar nichts, beim Rückweg konzentrieren wir uns jedoch auf die nun schon voll entwickelten Blätter und Früchte, erst da werden wir fündig. Gegenüber der Forststraßen-Abzweigung ins Dachsental blühen am hohen Dolomitfelsen auch schon die Clusius-Primeln.

Am kleinen Tümpel vorbei, wo nur kleine Kaulquappen, aber keine Molche zu sehen sind, wandern wir noch bis Innereben. Gegenüber diesem alten Jagdhaus (jetzt offensichtlich als Wochenenddomizil vermietet) gäbe es am Bergrand den üppigsten Standort der Anemonen-Schmuckblume. Aber inzwischen haben wir erkannt, dass diese schon verblüht sein müssen. Außerdem kommt man nicht über den stark wasserführenden Bach hinweg, seit die alte und schon vor Jahren morsche Brücke abgerissen wurde (spätestens durch das letzte Hochwasser). Man könnte eventuell (und schon ausprobiert) bei der Forststraßenverzweigung (links Seitengraben, rechts Dachsental) am schmalen Ufer den Bach entlang gehen, um an diese Stelle zu kommen. Dort stößt ein kleiner auwaldartiger Bestand an den dolomitischen Hangfuß, ideal für die Schmuckblumen. Dabei muss man einen Hangvorsprung oberhalb im Wald umgehen. Vielleicht probieren wir den Übergang in einem nächsten Jahr mittels Gummistiefeln, denn die beim Innerebenhaus über den Bach gestürzte Hollerstaude als Übergang wird es bis dahin sicher nicht mehr geben…

Ein gut gerüsteter Fotograf ist uns auch begegnet, der in der Felswand oberhalb der Falkenschlucht einen dort horstenden Steinadler “abschießen” konnte. Vor dem Schluchteinstieg kehren wir jedoch um und freuen uns schon auf den sicher mehr grünenden St. Veiter Staff – wie vom 1. Mai berichtet!

1. Mai 2017 – ein idealer Tag zum Wandern und Blumenschauen!

Unsere früheste Orchidee – Bleiches oder Blasses Knabenkraut / Orchis pallens

Seit März (oder sogar schon seit Februar) verfolge ich in der Facebook-Gruppe “Orchideen” (drei verschiedene Gruppen), welche Vielfalt und Pracht an Orchideen sich vor allem in den Mittelmeergebieten (Sardinien !) entwickelt. Ich konnte nur mit einigen Archivbildern von Malta und Istrien mit diesen Profis etwas bescheidener mitmachen und wünschte mir schon ganz dringend, eine persönliche “Orchideenwanderung” am Naturerlebnisweg-St. Veiter Staff zu machen (nachdem ich die jährlichen Veranstaltungen seit 2010 nicht mehr abhalte… immerhin schon sieben Jahre relativ gesund geblieben). Aber an diesem wundervollen 1. Mai war es so weit…. Annis Bilderalbum ist bereits in meinem facebook Wandertipp bernhard baumgartner gut angekommen, hier im Blog verwende ich auch einige davon.

Diesmal gingen wir die  Runde in umgekehrter Richtung als gewohnt – zuerst zur Staffhütte, dann um den Staff herum und von der Oberhauserwiese übers Loos wieder in den Brillergraben. Dabei gab es auch einige Überraschungen!

Der Zeitpunkt schien gut gewählt, obwohl die Birnbäume vor der Staffhütte schon abgeblüht waren. Wie in den beiden vorigen Bildern ersichtlich – die Stattlichen oder Manns-Knabenkräuter blühen gerade auf. Es gibt sie in zahlreichen Gruppen zusammenstehend (!) auf der Oberen Staffwiese am linken Waldrand. Die Keimblätter der Rotbuchen (rundlich) und der Hainbuchen entwickeln sich gerade (ein Hinweis darauf, dass auch der Zungen-Mäusedorn in Schwarzenbach und am Hainfelder Kirchenberg – am Serpentinenweg oberhalb vom Liasnböndl – blühen sollte). Hier noch das Knabenkraut in den Bildern von Anni:

Die Obere Staffwiese ist noch immer ein Kleinod – nun regelmäßig vom Besitzer Mader Reinhold bzw. Phillipp vulgo Leitner gemäht, aber nicht gedüngt (hoffentlich auch weiterhin). Die tüchtigen “Maderbuben” haben leider vor wenigen Jahren zu nachhaltig forstlich eingegriffen, ihrem Eifer fiel die Reihe von Feldahornbäumen beim Reitbauern zum Opfer, außerdem die Buchen-Stein-Gruppe auf der Staffwiese, die nun von einer Dirndlstaude und Haselbüschen überwuchert wird. Die einmalig schön stehende Birke wird es hoffentlich “für immer” geben…

Am oberen feuchten Waldrand, wo im Hochsommer eine Wintergrünart zu finden ist, glaubte ich fast eine neue Orchideenart zu erspähen – womöglich sogar eine Hybridform, aber es war selbstverständlich nur eine Trivialhybride: Lungenkraut mit Herbstzeitlosenblättern.

Der Umgehungssteig an der Westseite vom Staff ist gut instandgehalten, denn die erste Hälfte (nach der Riesenbuche “Mutter des Waldes”) verläuft in dem bei Nässe etwas rutschigen und ein wenig zum Abrutschen neigenden Aptychenkalk (murartiger Erdrutsch beim Abstiegsweg). Im vorigen Bild ein Hinweis auf den urigen Waldbestand mit einigem “Totholz” – im Vordergrund der bottichartige Rest einer großen Rotbuche, ihre Nachfolgerin gleich dahinter. Wo der Steig eine Felsrippe quert, erfolgt der Wechsel vom Mergelkalk zum Hauptdolomit mit zwei markanten Erscheinungen:

Am Block unterhalb des Steiges eine glatte, durch Verschiebung an einer Kluft entstandene "Harnischfläche"; danach oberhalb der Rest einer Felsbrücke, die wir selbst bis in die 1980er Jahre noch gesehen haben, jetzt steht nur mehr der Pfeiler und die Brückenblöcke liegen herunten.

Nach der neuen Forststraße der “Maderischen” oberhalb der Staffhütte gibt es an der Staff-Südseite eine weitere gravierende Änderung. Hier reicht von der Oberhauserwiese (seit einigen Jahren Besitz Schweighofer, vorher der naturschützerisch sehr ambitionierte Herr Simovitsch) am Waldhang ein Stück zum Staff hinauf, der dem Herrn Wittmann, Kirchenwirt in St. Veit, gehört. Dieser Oberhauserische Grundfleck wurde seit vorigem Jahr (oder erst heuer) intensiv forstlich bearbeitet, d. h. stellenweise gerodet, wo lohnende Bäume standen. Zum Glück blieben die Rotbuchenriesen am Waldrand verschont!

Erst nach dem Querweg (einige Eisenstangen, Drahtgitterrollen herumliegend, Plastikbänder) wurde uns klar – hier ist die Markierung umgelegt! Man geht also, vom Brillergraben kommend, bei der Wiesenkehre (Abzweigung Lilienfeld) rot markiert und tut-gut-Weg-4 im Wald weiter und mündet vom Gipfelweg (wie weit oben ?) in den westlichen Umgehungsweg ein. Im Sommer bleiben damit Orchideenstandorte entlang des alten Weges abseits der neuen Route (Waldvöglein drei Arten, Grünliche Waldhyazinthe, Geflecktes Knabenkraut und ein selten zu entdeckendes Exemplar der Fliegen-Ragwurz). Sonst hat sich nur insofern etwas geändert, als die Oberhauserwiese bis zum Waldrand intensiver gemäht wird und schon vor etwa drei Jahren die randlichen Sträucher entfernt wurden. Was hier aber noch blüht, zeigen die folgenden Bilder:

Neben noch einzelnen Waldsteppen-Windröschen gibt es zahlreich das Frühlingsfingerkraut und die Hochstängelige Kugelblume, Warzige Wölfsmilch noch knospig

Vom weiteren Abstieg ist noch zu berichten, dass der Forstweg im Pfarrerwald (von den Vonwald-Besitzern angelegt) wegen des Hegeringschießens abgesperrt war. Dort habe ich zahlreiche Bleiche Knabenkräuter gesehen, aber diesmal kein einziges Exemplar entdecken können. Erst unterhalb des Schießstandes stehen (wie immer verlässlich) einige schöne, aber schon etwas mit dem Abblühen beginnende Schönheiten (wegen der kontrastarmen Färbung gar nicht leicht zu fotografieren, aber erst bemerkt, wie fein sie duften. Bei der Kehre oberhalb vom Briller stand sogar ein Superexemplar, daneben ein Stattliches Knabenkraut, bei beiden die hohen Stängel von den Schneemengen der Nachosterwoche fast umgedrückt!

Der Eiben-Bonsai im Wald am Loos

Süße Wolfsmilch - leicht erkennbar an den roten Nektardrüsen

Noch immer steht die Riesenlinde inmitten der Brillerwiese, wo mächtig das Wasser hervorsprudelt (wasserhaltende Unterlage aus Aptychenkalk, der beim Punkt 6 des Erlebnisweges abgerutscht ist, darauf eine Schuttlage als Waserspeicher)

Die löbliche Tafel auf der Oberen Staffwiese – hier passt sie voll ins schützenswerte Landschaftsbild! Mit unserer aktuellen Staffwanderung möchte ich durch diesen Beitrag an meine beliebten Orchideenwanderungen anschließen, indem ich allerhand erzähle, was auch bei den Führungen präsentiert wurde. Den Führer zum Naturerlebnisweg St. Veiter Staff gibt es noch immer, und er ist immer noch gleich nützlich, weil auch die Nummertafeln im Gelände noch stehen. Zu besorgen im Gemeindeamt, ob in der Staffhütte erhältlich, muss ich erst erfragen, hoffe aber doch sehr, dass er dort aufliegt. Für botanisch und geologisch interessierte Naturfreunde kann ich mich sogar noch zu einer (nicht offiziellen) Staffführung entschließen… (ich bin noch immer ein Fan des Festnetztelefons…).

Wer diesen 741 m hohen Gipfel zwischen St. Michael und Spitz kennt, wird sich wundern – die Tour über die Buschandlwand ist ehrlich kein Spaziergang! Großer Höhenunterschied (für Wachauer Verhältnisse), teilweise steile Waldwege, allerdings auch Möglichkeit für zwei interessante Abstiege, wenn man über den Arzberg aufgestiegen ist. Außerdem ein fast schon frecher Gipfelzacken…

Wenn die Zeit allerdings eher knapp bemessen ist, erschließt sich das Gipfelerlebnis auch leicht in insgesamt nur einer Stunde, bis auf das letzte Stückerl außerdem auf “Laufwegen”, sogar Kinderwagen- und Mountainbike-tauglich!

So war es auch bei uns am 25. April – übrigens dem 100. Geburtstag meines Vaters…

Mein Vater Peregrin und ich Herbst 1943 oder Frühjahr 1944, die kleinen handgemachten Schuhe habe ich sogar heute noch als Erinnerung gefunden!

Zurück aus dieser schweren Zeit, gerade bevor mein Vater einrücken musste, nachdem er als Lokführer lange Zeit verschont blieb, aber dann doch die Endphase des 2. Weltkriegs (zum Glück an der Westfront) mitmachen musste… Heute ist unser jüngstes Enkelkind Elena Sophia sogar schon ein bisschen älter, und hoffentlich bleiben ihr solche Zeiten wie mir als “Kriegskind” erspart!

Von Weißenkirchen Richtung Ottenschlag abzweigen und über die kurven- und anfangs aussichtsreiche Seibererstraße bis zur hohen Sattelwiese mit Kreuzung der Markierung, übrigens daneben eine auffallende Sumpfmulde. Dann geht es auf der Kühberg-Forststraße hinein in die Wälder, und ein spärlicher Ausblick zeigt, dass wir uns bereits im Niveau der Waldviertler Hochfläche befinden. Außerdem ist hier heroben gerade der Wechsel von den winterlich kahlen Wäldern zum ersten Laubaustrieb und schon grünenden Wiesen im Gange…

Der wenig abwechslungsreiche Waldmarsch auf Forstwegen, übrigens absolut blumenarm, führt nach kaum einer halben Stunde in das urigere Gipfelgelände. Für mich hat sich dieser Spaziergang überhaupt ausgezahlt, weil ich meine Tourenbeschreibung wieder verfeinern kann! Also zuletzt auf Waldsteig zur Vereinigung mit der gelben, von Spitz oder St. Michael über den Arzberg heraufkommenden gelben Markierung. Zwei notdürftig angebrachte Markierungspfeile erweisen sich als richtig!

Geradeaus geht es, zuletzt über Felsplatten, hinauf zur “Spitze” mit dem Gipfelkreuz. Kurz zurück und auf den Nebelgipfel (für Kletterer auch am Grat hinunter) kommt man zur Gruber-Warte. Beide Punkte bieten eine schöne Aussicht gegen Süden und Westen, über das Donautal bei Spitz bis zum (allerdings im Dunst nur schwer auszunehmenden) Schneeberg und Ötscher, gegenüber entlang des Hochflächenrandes zum Jauerling.

Beim Abstieg fallen mir in den südseitigen Felsspalten der “Spitze” neben Felsen-Schaumkraut und Engelsüßfarn auch eigenartige, unter die schützenden Vorsprünge geduckte grasartige Büschel auf – bei genauerem Hinschauen erweist sich das als ein Farn!

Das habe ich doch schon irgendwo gesehen! Beim Nachschlagen zu Haus kam ich leicht drauf – gesehen im Vinschgau, hätte aber auch in kalkfreien Gebieten Österreichs, also speziell im Waldviertel sein können, allerdings an nicht feuchten, sondern sonnig-trockenen Felsstellen – Nordischer Streifenfarn / Asplenium septentrionale. Soll in diesen Gebieten auf passenden Standorten gar nicht so selten sein, für uns war es jedoch schon eine überraschende Seltenheit!

Die nur kurzzeitigen Sonnenblick und der immer wieder stark bewölkte Himmel bot keine Gelegenheit für einen weiteren Fotoabstecher, obwohl der Aussichtsplatz an der Seibererstraße und erst recht die Weingärten am Seiber dazu verlocken würden. Daher Heimfahrt und noch Gartenarbeit am frühen Abend… Hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, außerdem ist Krems immer wieder für einen Einkaufsbummel gut – aktuell ist ja Zeit für die Frühlingsgarderobe (allerdings nicht meine) !

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