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Nachdem mein “Kuhschellenberg” schon voll in Blüte stand, fehlte nur noch der Facebook-Bericht, um endlich zur Thermenlinie aufzubrechen! Sonntag 15. April, wie die ganze Zeit schon mild wegen der anhaltenden Südwetterlage – eine Wohltat nach den strengen Tagen im März. Obwohl uns der “fade Schlauch” durchs Triestingtal bevorstand, kamen über den Gerichtsberg hinweg angenehme Gefühle auf, endlich wieder eine volle Naturtour. Noch dazu zu einem uns längste Zeit bekannten Naturdenkmal, die sogenannte “Reden” am Römerweg bei Bad Fischau-Brunn.

Die gemütliche Strecke über Hernstein wählten wir erst für die Rückfahrt, denn am schnellsten geht es von uns aus doch über Leobersdorf / A 2 – Wöllersdorf – bei einem der zahllosen Kreisverkehre Richtung Wiener Neustadt Abzweigung nach Bad Fischau bzw. direkt nach Brunn. Zugegeben etwas verwinkelt, aber beim Thermalbad vorbei links haltend kommt man sicher zum Römerweg, der nun Weingartenstraße genannt wird. Parkplatz bei einer tut gut-Infotafel und einen Spielplatz (Pferdespielplatz genannt). Nun nicht auf Asphalt weiter, sondern nur ein paar Schritte die Bergstraße hinauf und neben einem “Syphon” (?) der 1. Wiener Hochquellenleitung links auf einem Wegerl weiter. Vorbei am Ballspielplatz setzt sich dieses weiter im lockeren Gesträuch und Schwarzföhrenbestand fort, voll idyllisch und dazu noch mit zahllosen wunderschön aufgeblühten Frühlings-Adonisröschen!

Ein Stück oberhalb der Römerweg-Asphaltstrecke weiter zu einem auffallenden Griechischen Kreuz (? Inschrift unleserlich) und nun auf der auch als Radweg (Richtung Winzendorf) benützten Asphaltbahn weiter. Trockensteinmauern und einige Rastplätze begleiten diesen netten “Panoramaweg” mit Blick über die Ebene gegen Rosaliengebirge, Bucklige Welt (markant der Einschnitt des Pittentals), zum noch mit Schnee bedeckten Hochwechsel und die Semmeringberge. Bald folgen an der Bergseite nach brachen Flächen schon bearbeitete Weingärten mit auffallend rötlicher Erde, typisch für den höher oben in Felsen und am Bergfuß mit Steinflächen hervortretenden Hallstätter Kalk der Fischauer Berge. Man kann sogar hoch oben am Engelsberg den Steinbruch erkennen, in  dem Pseudomarmor abgebaut wurde (Hinweis für eine längere Tour am Ende des Berichts).

Kirschen und Pfirsiche beginnen schon zu blühen, aber in voller Blüte stehen die Büsche von Weichseln (Badener Weichsel) und Schlehen. Kurz geht es leicht bergauf und zur Einmündung des Seitentals vom Engelberg her mit einer wichtigen Kreuzung, denn auf der kleinen Anhöhe DAVOR (!) findet man bergwärts einen schmalen, aber gut ausgeprägten Steig im Gebüsch neben einer alten Weingartenmauer – Hinweis gibt es sonst keinen! Kurz danach Gabelung, hier rechts am Gehölzrand weiter, bei der nächsten Verzweigung im Bogen links hinauf zu den Trockenrasen “Auf der Reden” (Naturdenkmal).

Man landet auf der beschriebenen Route bei der mittleren Wiesenfläche und sollte sich den beiderseits anschließenden Lichtungen widmen, da der Blumenreichtum (entgegen unserer Erinnerung) etwas ungleich verteilt ist. Fast gänzlich abgeblüht waren jedenfalls die Kuhschellen (die Fruchtstände noch nicht auffallend ausgeprägt), schön in Blüte die Kugelblumen (Herzblättrige) und das Steinkraut (Berg-). Absoluter Höhepunkt die Zwerg-Iris, in den blau-lila Farbvarianten und mit gelblichen Blüten. Zum Anschauen sind diese etwas kompliziert gebauten Geschöpfe sehr attraktiv, beim Fotografieren muss man halt den richtigen Blickwinkel und Bildausschnitt suchen, um die geschaute Schönheit auch eindrucksvoll abzubilden. Und das braucht seine Zeit, aber darüber verfügten wir ja reichlich, weil wir keine längere Tour im Sinn hatte.

Bilder von Anni:

Meine Bilder: Im übrigen Beitrag gemischt!

In einigen Wochen wird man “Auf der Reden” Orchideen finden können – die Adriatische Riemenzunge und (bereits im Föhrenwald am Zugang beim Wasserleitungsweg) den Violetten Dingel. Wir beschlossen unsere Exkursion mit einer Runde zur Eisensteinhöhle, dazu quer über die rechts gelegene Wiese zum Waldrand und dort bei einem querenden (vom Grössenberg kommenden) Waldweg geradeaus auf rot markiertem Steig weiter. Die Schauhöhle ist durch ihre Lage an einer Thermalspalte eine Seltenheit und kann nur mit Führung besichtigt werden: Jeden 1. und 3. Sonntag ab 5. Mai bis Oktober, Ausrüstung wie Schutzkleidung wird beigestellt, wie uns ein Einheimischer versicherte. Die Eisenstein-Schutzhütte ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und die einzige Einkehrmöglichkeit unterwegs (im Ort Gasthäuser und Heurige).

Über den Mühlhoferweg und die anschließende Obere Burgstraße ging es dann bergab zur Bergstraße und dem Ausgangspunkt. Dabei fielen mir ein Straßenname und ein größere Gebäude oben am Waldhang auf – das “Bergschlössl”. Mit diesem könnten mich Erinnerungen verbinden, denn als Kleinkind kam ich wegen einer Erkrankung mit meiner Mutter hierher zur Erholung, so etwa vor 75 Jahren, und da gibt es statt Erinnerungen nur die daran geknüpften Erzählungen – wie bei vielen solchen “Gschichtln”, dieses ist aber echt wahr…

Eine ordentliche Rundwanderung ist in meinem “Großen Wandererlebnis NÖ” beschrieben, sehr lohnend solange es nicht zu heiß wird und die Flora frühsommerlich entwickelt ist – übrigens auch mein nächster Tipp im “treff”, der Zeitschrift der Arbeiterkammer NÖ.

Nächster Ausflug in die Wachau am 12. April – obwohl ich alle für mein Projekt “Ausflugs-Erlebnis Wachau” relevanten Touren schon beisammen habe, nütze ich doch die Gelegenheit für weitere Frühjahrs- und Sommeraufnahmen. Eine meiner Routen ist etwas kurios und eher ein Kultur- als ein Wandererlebnis. Wir haben sie sozusagen zur Winterzeit “entdeckt”, als es darum ging, die Teilstrecken des Welterbesteiges Wachau zu erkunden. Jetzt schien der Augenblick günstig, schön warmes Wetter und vehement ausbrechende Blütezeit!

Also ab nach Krems, aber erst um die Mittagszeit, und daher (nach Parken in der Steiner Tor-Garage, eine einfache Möglichkeit, wenn auch sechs Euro für die Wanderzeit) Start von der Unteren Landstraße aus – wie immer eine beliebte Einkehr, die Konditorei und Schokoladenmanufaktur Hagmann. Dann ging es frisch gestärkt los, und zwar in Gegenrichtung zu unserer letzten Tour, Richtung Hoher Markt, wo Start und Ziel des Welterbesteiges Wachau zusammenkommen.

Auch diesmal erlebten wir – Krems ist eine “Stadt der Türme”, und eine solche Runde ist zugleich eine selbst angelegte Stadtführung, denn überall sind reichlich Infotafeln angebracht, auch die Welterbezeichen findet man einigermaßen leicht. Bei der Piaristenkirche stauten sich schon organisierte Besucher mit italienischer Führung, sonst schwärmen überall Schüler herum, die gerade in den (hoffentlich entspannten) Nachmittag wechseln. Wir gehen jedenfalls ganz locker durch die uns schon bekannten Straßen mit ihren netten Aussichtspunkten. Einziges Manko – die Föhnströmung legt einen Schleier von Saharastaub über die Fernblicke…

Über die Kreuzbergstiege hinauf wird uns schon ganz schön warm, daher verzichten wir auf die höhere Runde durch die Weingärten (bei diesem diesigen Licht auch fotografisch nicht lohnend) und münden bald wieder in die Alauntalstraße ein, wo es an den neuen Universitätsgebäuden vorbeigeht. Sonst ist der Hausbestand hier nicht bemerkenswert (im Gegensatz zum Anfang der Tour), extravagante Architektenträume stehen hier neben biederen und oft unbewohnten Häusern der Zwischenkriegszeit. Erst beim Philosphensteig wird es wieder interessanter, vorbei am Wiedentor und dem Tunnelportal der Wachaubahn erreichen wir die Steiner Kellergasse. Hier sind uns zwei Weinhöfe aufgefallen, und zwar weil sie die Bedeutung des Kremser Weines bereits bei der bajuvarischen Landnahme im Mittelalter belegen – Kloster Mattsee und noch ein anderer geistlicher Besitz aus Oberösterreich. Beim Rebentor, wo der Weg durch die Weingärten zur Donauwarte und zum “Steiner Hund” abzweigt (alle bereits für das Ausflugs-Erlebnis begangen), nehmen wir den Abstieg über die Frauenbergstiege hinunter zur Steiner Landstraße.

Dort wartete auf Anni noch ein Blick in die “Dirndlstube” beim NÖ Bildungs- und Heimatwerk, und ein paar Details sind uns noch an den alten und sorgsam renovierten, aber schon wieder in die Jahre kommenden Häusern aufgefallen. Nach dem Tor des Stadtteils Stein (wahrscheinlich Kremser Tor) folgte noch der windschief sich zur Höhe türmende Betonkoloss der neuen Kunsthalle. Schon kamen wir durch die Und-Straße und die Schillerstraße zum Stadtpark und zu unserem Ausgangspunkt. Letzte Einkehrmöglichkeit nicht ausgenützt, denn einen Hofbräu Biergarten genehmigen wir uns lieber in München original als in Krems in der Wachau….

Ist das am vorigen Bild die Bäckerin mit ihrer altertümlichen Guglhaube und den Brotwecken in der Hand?

Wenn man etwa im Facebook mit den entsprechenden Freunden und Gruppen verbunden ist, erhält man immer die aktuellen Berichte und Bilder – wirklich ganz interessant und ein nützlicher Effekt dieser Medien! Also wussten wir schon – es ist höchste Zeit, die pannonischen Frühblüher zu besuchen (suchen müssen wir sie ohnehin nicht, denn schon jahrelang damit intensiv beschäftigt). In Ungarn, im Nationalpark am Balaton war die Ausbeute (vor allem im Vergleich zum vorigen Jahr) höchst bescheiden. Daher mein Rat, eher in NÖ zu bleiben und die Thermenlinie oder die Wachau botanisch zu bewandern.

Erstes Ziel am Ostermontag, 2. April, das Naturschutzgebiet PISCHELSDORFER WIESEN bei Grammatneusiedel. Ausbeute – drei voll aufgeblühte Küchenschellen / Pulsatilla grandis, sonst aber schon überhaupt nichts Blühendes! Nächster Versuch zu den Frühblühern gleich am nächsten Tag auf die HAHNWIESE , am ersten Kamm der Voralpen zwischen St. Veit an der Gölsen, wo wir uns schon immer auf die Schneeglöckchenblüte freuen.

Die Schneerosen waren (wie an anderen sonst üppigen Standorten) heuer eher spärlich,  eigentlich sehr ungewöhnlich… aber dafür die Schneeglöckchen ganz toll in Vollblüte. Andere Stellen (wie am Schöpfl oder Gföhlberg) sind sich leider nicht ausgegangen, ebenso die Blüte der “Märzenbecher” (Frühlingsknotenblumen) in der Nähe der Kukubauerhöhe. Aber gleich wieder am nächsten Tag (4. April) ab in die Wachau!

Hier hatten wir Glück, mit dem Wetter ebenso wie mit der Blütezeit! Aufstieg über den Ruinenweg (weil dort die Mittagsbeleuchtung ideal war, am Vogelbergsteig eher nachmittags) über die unendlich vielen Stufen, was wir am nächsten Tag überraschend als kleinen Muskelkater bemerkten (fast eine Schande für eine solche läppische Wachauwanderung). Geblüht hat es erst nach dem Abstieg durch den Mentalgraben zu den Weingärten am Kellerberg und Kuhberg, ganz typisch Kuhschellenzeit…

Berg-Steinkraut, Große Kuhschellen, Nickende Kuhschelle, Sand-Stiefmütterchen. Die Marillen hatten schon dicke Knospen und sind in der Zwischenzeit schon aufgeblüht. Nun blieb noch die Suche nach den Krokussen! Aber weil in einem Facebook-Beitrag von Josefa Seel zu lesen war, im Bereich von Gresten und Ybbsitz seien die Krokusse schon verblüht, machten wir uns gleich zu den Hochlagen auf – nicht bedenkend, dass die noch voll weiße Hinteralm samt Muckenkogel ein guter Hinweis auf die Schneeverhältnisse hinter dem Zellerrain sein könnten…

Taschelbach – Neuhaus – Faltltal, keine Idee, dass dort etwas blühen könnte, fast noch ein Meter fester Schnee und kaum apere Flecken. So fuhren wir im Oistal weiter hinab – nächster bekannter Krokusplatz in Langau. Auf der Wiese (sommerliche Viehweide) gegenüber dem geschlossenen Gasthaus Taverne waren wir anfangs voll enttäuscht, nichts als nackter winterlicher Rasen! Aber etwas rechts am Rand der Talfläche gegen die Ois entdeckten wir dann ein kleines Krokusparadies – wie bei Ybbsitz und Gresten Neapel-Krokus / Crocus napolitanus in Mengen! Im Schatten und zwischen den Astresten umgestürzter Fichten noch knospig und aufblühend, weiter in die Sonnenfläche hinein sogar schon verblühend.

Die Krokusse zu fotografieren, besonders wenn sie in der Sonne ihre Blüten öffnen, ist ein Genuss, allerdings meist in hockender Stellung oder kniend! Unsere Ausbeute ist trotzdem sehr zufriedenstellend, besonders weil immer wieder das typische Merkmal dieser Krokusart zu sehen ist – Griffel mit Narben wesentlich länger bzw. höher als die Staubfäden. Beim Weißen Frühlingskrokus / Crocus albiflorus, der in Taschelbach vorkommt und gegenüber der Faltl-Wildfütterung bis in den Wald hinein neben dem Napolitanischen Krokus, sind die Größenverhältnisse in der Blüte umgekehrt.

Eine weitere Tour wäre nach Fischau-Brunn am Programm gestanden, aber mein Facebook-Kontakt BOTANIcUS aus dem Triestingtal hat mich informiert, dass dort zwar Frühlingsadonis voll blüht (bei mir im Garten erst seit drei Tagen), die Kuhschellen schon eher im Abblühen sind und die Zwerg-Iris noch eine Zeit brauchen werden. Daher verschieben wir diese Tour (übrigens in meinem “Großen Wandererlebnis NÖ” ausführlich beschrieben) auf Ende April oder gar schon in den Mai, denn dann gibt es dort auch die Adriatische Riemenzunge und den Violetten Dingel zu sehen. Vorläufig herrscht die üppigste Blütenpracht im Steingarten, und der Kirschbaum vor dem “Salonfenster” hat bereits Knospen zum Aufplatzen – Bäume und Sträucher in Vollblüte, das werden wir vorher noch bei meiner Weltkulturerbe-Runde durch Stein und Krems genießen (kommt erst im “Ausflugs-Erlebnis Wachau”, leider bisher nicht gelungen…)!

Die “Hahnwiese” wird man auf keiner topografischen Karte finden können (wie so viele lokale Ortsbezeichnungen), für Gölsentaler und Kleinzeller ist sie jedoch wie für manche ortskundige Wanderer ein Begriff – die folgende Karte zeigt die Örtlichkeit mit den Zugängen von St. Veit an der Gölsen / Wobach (im Norden) und Außer-Hallbach sowie von Kleinzell / Ebenwald:

Am ersten Tag nach den Osterfeiertagen (4. April 2018) machten wir uns wieder auf, die Schneeglöckchenblüte auf der “Hahnwiese” zu besuchen, als kurze Vormittagswanderung gleich vom Parkplatz Ebenwald aus (Zugang 30 bis 40 Minuten). Das Wetter war prächtig für dieses Unternehmen, sonnig mit nicht zu scharfen Schatten, nicht mehr so kalt wie zu den Feiertagen und nur mäßiger Wind für gute Fotos.

Auf dem Asphaltweg ging es bis zum Hof Wiesbauer / vulgo Kaltenreiter und über die Wiese hinauf zum Kaltenreiter-Stiegl, einem markanten Zaunüberstieg, davor Prachtblick zum Hochstaff und zur Reisalpe. Jenseits bergab zur Senke am “Egger Sand” gab es bereits Schneefelder, und die idyllische “Froschlacke” war noch ganz zugefroren. Im folgenden Wald begann bald das Schneestapfen hinauf zum Leonhardbild, und erst jenseits am schattigen Weg lag der matschige Schnee noch mehr als halbmetertief. Aber dann – die Hahnwiese, schon aper und von Schneeglöckchen übersät!

Eigentlich hätten wir über den Sautaler aufsteigen wollen, aber nun blieb uns nur ein kurzer Weiterweg in dieser Richtung – nämlich zu dem uralten Heustadel, dessen Blockwände und sogar das Brettschindldach schon bald ein Jahrhundert dem Verfall trotzen, wohl auch durch den Schutz der riesigen Fichten und Rotbuchen (solange diese nicht selbst zu Fall kommen). Eine Besonderheit dieses Stadels – er ist ein zeitgeschichtliches Denkmal! Denn an dem beliebten Weg von Rainfeld zum Ebenwald (und wohl auch als geheimes “Liebesnest” gebräuchlich) haben sich immer wieder Besucher an den Balken der Türseite “verewigt”. Allerdings nur für begrenzte Zeit, denn meine bei einer Wanderung mit meinen Eltern am 1. Mai 1949 in Erstklassler-Blockschrift verfertigte Inschrift habe ich zwar bei einer Wanderung mit Anni in den 1970ern noch gefunden und zum Glück fotografiert. Aber in den letzten Jahren war die Eintragung (im Gegensatz) zu anderen wie verschwunden. Diesmal konnte ich eine noch gut erhaltene Inschrift mit meinem alten Diafoto vergleichen, und ich weiß jetzt ganz genau, an welcher Stelle wir suchen müssen, vielleicht kommen unter Moos und Flechten noch meine ungelenken Buchstaben zum Vorschein….

Alte Diabilder vor ca. 40 Jahren, damals war meine Inschrift erst halb so alt und daher noch lesbar! Hier noch ein paar Eintragungen aus den 1930ern und vom Kriegsende 1945, als hier die Frontlinie zwischen den vorrückenden Sowjetsoldaten und der sich unter Einsatz von Minen (der Ebenwald war vor allem rings im den Hochstaff längere Zeit vermint) zurückziehenden Wehrmacht (tatsächlich nur mehr SS-Verbände).

Zur Erläuterung: Manchen alten Rainfeldern werden die Namen von der Inschrift 1935 noch bekannt sein, am Tag als die St. Pöltnerin Ria Zöchling sich hier “verewigte” gab es folgende Ereignisse (zitiert aus meiner Heimatkunde “Lilienfeld und die Voralpen”, Jugend & Volk 1981): Am selben Tag überfuhren sowjetische Panzer  die Reichsgrenze bei Kloster Marienberg, dem Lilienfeld angeschlossenen Zisterzienserinnenstift im Mittelburgenland. Damit wurde die Front, statt wie erwartet an den Leithaübergängen, von Südosten her aufgerissen. Am gleichen Tag kam der Volkssturm aus Lilienfeld, Richtung Ostwall in Marsch gesetzt,  bei Güns / Köszeg an und wurde ohne Waffen erhalten zu haben wieder weggeschickt (sicher ein Glück für  Hitlers  “letztes Aufgebot”). Nach einer  Panzerschlacht bei Wr. Neustadt folgte unter Zurücklassung des schweren Geräts der Rückzug aus dem Wiener Becken in die östlichen Alpenausgänge an der unteren Triesting und Piesting (sowie in das Wechselgebiet). Am 3. April gab das sowjetische Oberkommando den Befehl aus, die Linie Tulln – St. Pölten – Lilienfeld zu erreichen (ein weiteres Vorrücken nach Westen wäre zwar sicher möglich gewesen, ist aber anscheinend durch eine Absprache mit den Westalliierten unterblieben). Folgenschwer für das Gölsental, denn nun schwenkte der Frontverlauf in Südrichtung zu den Voralpen und erreichte am 23. / 24. April das Gölsental. Auf den Bergen und in den Talengen südlich davon blieb dann die Hauptkampflinie bis zum endgültigen Kriegsende stecken und die Kämpfe gingen noch weiter, bis ein massiver Schlechtwettereinbruch Anfang Mai von Natur aus dem Morden ein Ende setzte…

Nun zurück zu unseren glücklicheren Zeiten – “wo die Kinder bei Ruinen nur mehr an die Ritterzeit denken” (wie ich in meiner St. Veiter Heimatkunde in Erinnerung an die eigene Kindheit im fast völlig zerstörten Hainfeld geschrieben habe). Wie jedes Frühjahr (und wie auch 1945) blühen auf der “Hahnwiese” die bezaubernden Schneeglöckchen, und die Natur geht weiter wie das Leben, und so versinken unsere schweren Gedanken in der Vergangenheit …

Bald stapfen wir wieder im tiefen Schnee zurück zum “Egger Sand” und über das Kaltenreiter-Stiegl zum Ebenwald. Zurück ins Tal wird es immer frühlingsmäßiger, und so müssen wir uns wohl beeilen, zur “Märzenbecherwiese” im Wiesenwienerwald noch den letzten Zeitpunkt zu erwischen! Dazu aber noch ein letztes Bild von der “Hahnwiese” bis zum nächsten Jahr…

Warum die Schneeglöckchenblüte dort eine solche Besonderheit ist? Eigentlich sind in den Voralpen die Märzenbecher / Frühlingsknotenblumen verbreitet, aber rund um St. Veit an der Gölsen besteht eine botanisch verkehrte Welt – Märzenbecher im Wienerwald und Schneeglöckchen auf den Kalkbergen der Voralpen!

S O M L O

Als kultischer Gipfel ist der Somlo-Hegy im nördlichen Vorland des ungarischen “Gebirges” Bakony auch bei geografisch ambitionierten Reisenden oder Wanderern wohl kaum bekannt. Wer  im östlichen Österreich bis weit hinaus in die pannnonische Nachbarschaft unterwegs ist und dort einkehrt, kennt aber mit ziemlicher Sicherheit die Somloyer Nockerl, eine üppige und meist als Dessert  “vertilgte” Süßspeise! Und damit kommen wir schon zum Somlo, denn von dort soll – falls das “Gschichtl” stimmt – diese Köstlichkeit (oder Zumutung, je nach Gusto) herstammen. Die Angaben über den Somloberg und die Somloyer Nockerl sind jedoch selbst im sonst so ergiebigen Internet eher zwiespältig als ausreichend informativ, auch was die beim Wandern erlebte offensichtliche kultische Bedeutung des Gipfels betrifft.

Uns ist der Somlo bei der Zufahrt zum Plattensee aufgefallen, als der einem Vulkan ähnliche Gipfel wie ein Riese über den ebenen Fluren schwebend auftauchte. Näheres wussten wir noch nicht, aber die Neugierde trieb uns im Herbst 2013 bei der Heimfahrt von Tapolca zu diesem “Abstecher”, ist doch die Route dorthin nur ein kleiner Umweg für die direkte Fahrt über Sümeg. Tatsächlich findet man den Somlo in der Natur leichter als auf den Landkarten (in den Balaton-Wanderkarten ist er nicht mehr enthalten). Man nimmt dazu von Tapolca die Straße Richtung Devecser (unterwegs urige Dörfer und Hügel mit üppiger pannonischer Flora, allerdings eventuell militärisches Sperrgebiet) und biegt dort in die Hauptstraße Nr. 8 / E 66 Richtung Körmend ein. Schon bald taucht der Gipfel auf, und nach der abseits gelegenen Ortschaft Somovasarhely folgt nordseitig die Abzweigung zum Somlo, die aber eher einem breiten Feldweg ähnelt als einer nicht unwichtigen Seitenstraße. Wenn diese Abzweigung übersehen wird, geht es auch bald nach dem auffallenden Restaurant Flamingo, wo die den Somlo umkreisende Nebenstraße erreicht wird. Bei Infotafeln von dieser bald rechts abzweigen, denn geradeaus weiter kommt man an die Nordseite des Berges, und wir wollen ja zum hochgelegenen Start am Südhang. Egal wie man sich in den mit Basaltblöcken ummauerten asphaltierten Hohlwegen zurecht findet, bergwärts an einem Weingut vorbei am besten rechts halten (nicht zu der links auffallenden Ilona-Kirche) bis die St. Margit-Kapelle erreicht wird. Fußgänger werden sich bei den vielen Markierungen wohl leichter zurecht finden als ein Autolenker in diesem Kurven- und Eckengewirr! Bei der Kirche jedenfalls wartet ein geräumiger und neu planierter Parkplatz, und ein paar Meter weiter findet man die markierte Abzweigung für den Gipfelaufstieg.

Leider wirken meine Bilder von der Tour am 25. März (Palmsonntag 2018) wettermäßig nicht sehr einladend, doch im Blog sind unter > Suche: Somlo oder Beiträge: April 2017 und Oktober/November 2013 unsere Somlowanderungen bei besseren Verhältnissen zu finden. Es gibt rund um den Berg etliche Weinschenken (Pinzen) und auch repräsentative Weingüter (Hotel Krimbacher im Süden ganz neu und teils sogar unterirdisch angelegt, ebenso eine neue Brennerei). Wenn geöffnet, gibt es bei den Lokalen entsprechende Hinweistafeln, aber alles wirkt eher zurückhaltend und nicht auf Gästefang ausgerichtet. Wir konnten auch dort noch nie Wein einkaufen, obwohl der Somloyer weltberühmt sein soll: Was wir zwar nicht mehr brauchen, aber doch kurios – Hochzeitswein! Wenn genossen, sollen in der Brautnacht verlässlich Söhne gezeugt werden…

Nun zu den beiden vorigen Bildern: Gleich bei der Abzweigung eine Art Künstler-Freilichtgalerie, danach folgt ein idyllisch wirkender Hohlweg zwischen zerbröselnden Vulkantuffen. Wo es dann auf das Hochplateau hinaus geht, bilden gewaltige Basaltstufen den Weg, auf dem Clemens als jüngster Tourenteilnehmer gerade herumspringt und uns zum schnelleren Gehen antreibt….

Hier haben wir schon das breite, rund um die steil abgesetzte Gipfelkuppe  (mit Ausnahme an der Ostseite) verlaufende Hochterrasse erreicht und steigen über einen steilen Stufenweg zur höchsten Bergfläche auf. Vor dem Aussichtsturm, einem steinernen Gebäude (Schutzhütte?), ist unsere familiäre Wanderpartie versammelt, nur der Hund gehört zur Schutzhütte, folgt uns aber noch auf weite Strecke. Neben dem mit achteckigen Basaltblöcken gespickten Gedenkstein gibt es schon wieder ein neues Denkmal (mit Bändern verziert und für uns unverständlicher Inschrift), und im Hintergrund sieht man das Riesenkreuz bei der “Königsfigur” (Bild mit Bernie zum Größenvergleich). Bei unseren bisherigen Besuchen ist es  (zeitmäßig) nie gelungen, die an der Nordseite des Somlo ragende Burg zu besichtigen. Diesmal haben wir sie vom Tal aus (bei einer kleinen Irrfahrt in den Seitenwegen) schon gesehen, und jetzt ist sie unser eigentliches Ziel.

Dazu benützen wir den Fahrspuren im locker bewaldeten Gelände westwärts bis zur tieferen Terrasse mit der Wegkreuzung zu den historischen Pinzen, wo sich der Fahrweg gegen Norden wendet. Nach Lichtungen folgt ein intensiv begrünter Laubwald – kräftige Blätter von Aronstab, zarte Bärlauchrasen und noch immer Schneeglöckchen, außerdem blüht noch zahlreich Lerchensporn. Diese Flur setzt sich auf einem abgeholzten Rücken fort, und plötzlich stehen wir vor dem ersten Burggraben, im Hintergrund bereits die massive Ruine.

Die hochragenden Mauerreste, noch dazu aus dunklem Basalt gefügt, sind wirklich eindrucksvoll, besonders ein spitzkegeliges Gebäude mit Abzugsloch (wohl eine Küche) sticht daraus hervor. Man kann zwischen den Mauerresten herumspazieren und über den Bergrand hinabblicken in die Fluren der flachen Umgebung. Außerdem sind gerade rund um die Burganlage Vermessungsarbeiten im Gang, über die Geschichte wird man wohl etwas im Internet finden müssen… Die Entstehung weist jedenfalls ins frühe Mittelalter zur Zeit der Tatareneinfälle zurück, 1352 urkundlich war die Somlo-Var eine der wichtigen Befestigungen an der Grenzzone gegen die vordringenden Türken und wurde nie von diesen eingenommen. Zur Renaisancezeit schlossartig ausgebaut, verfiel sie später, war nach dem 2. Weltkrieg von den Russen besetzt und wird gegenwärtig vom Naturschutzreservat Somlo betreut.

Als alle vom Herumkraxeln genug haben (besonders die Kinder haben erstaunliche Ausdauer), machen wir uns an der Rückweg, ansteigend auf dem feuchten Waldfahrweg zurück bis zur freien Wiesen an der westlichen Bergkante – heute leider nur spärlicher Ausblick, sonst eine fast endlose Fernsicht! Hier zweigt über die Hochterrasse südwärts der Lehrpfad ab, der an die entlang des Weges verstreuten ehemaligen Weinkeller erinnert – dokumentiert durch Karten aus der Landesaufnahme Mitte des 19. Jahrhunderts und durch erhaltene, von bereits hohen Bäumen überwachsene Mauerreste (die Puchinger-Pinze bestand hier, und sie gibt es gleichen Namens noch bei der Margit-Kapelle).

Nach der Mittagszeit langen wir wieder über den schon bekannten Hohlweg bei der Margit-Kapelle an, Anni und ich machen uns an die Heimfahrt, Astrid & Andreas & Bernie & Veronika & Clemens kehren zu einem letzten vergnüglichen Tag nach Tapolca zurück.

Unsere früheren Touren am Plattensee und im ungarischen Nationalpark Balaton-Oberland habe ich im Outdoor-Magazin “Land der Berge” Nr. 3 / 2014 beschrieben. Im Blog gibt es dazu ebenfalls mehrere Berichte – bei schönerem Wetter und damit bei schöneren Bildern als an diesem eher trüben Palmsonntag 2018.

Im März diesen Jahres konnte man ein Stück ursprüngliche Balaton-Landschaft erleben, da die Niederungen südlich von Tapolca bis an den Plattensee zu großen Teilen überschwemmt waren. In Zeiten hohen Wasserstandes und vor den Regulierungen des Seespiegels im 19. Jahrhundert muss es hier so ähnlich ausgeschaut haben. Die drei Berghügel von Szigliget waren damals Inseln und landeinwärts von seichten Buchten umschlossen, die durch Klimaveränderungen und menschliche Eingriffe immer mehr verlandeten und heute den Charakter von Marschen haben, vielfach mit Sumpfwiesen und Schilfflächen bedeckt.

Schon vom Georgsberg her war uns diese für uns ungewohnte und außergewöhnliche Naturerscheinung aufgefallen, dass die Höhen bei Szigliget sich von einem Gürtel von Wasserflächen umgeben zeigten. Der im Bild auffallende Burgberg war auch deshalb unser Ziel für Samstag, 24. März. Die eindrucksvolle Burgruine bot sich vor allem für die Kinder als interessanter Ausflug an. Die Straßenzufahrt quert bis zur Balaton-Nordufer-Hauptstraße dieses “Wasserreich”, dann geht es um den Burgberg “Varhegy” ansteigend herum zur Ortschaft Szigliget, Parkplatz beim alten Schloss (früher Esterhazy, in neuer Zeit “Haus der Schriftsteller”, von hoher Mauer umschlossener Park mit geschütztem Baumbestand, anscheinend nicht zugänglich). Von dort wandern wir neben teils malerischen Häusern (typisch für den Ort mit ihren Strohdächern) zur Kirche, daneben ein Weinkeller-Restaurant im alten Herrschaftshaus der Lengyel, dann den breiten Steinweg hinauf zum Eingang in die Burgruine. Eintrittsgebühr ist selbstverständlich, wenn man die mit hohem Aufwand restaurierte und museal gestaltete Anlage in Betracht zieht.

Für das Osterwochenende sind Ritterspiele angekündigt, und die Vorbereitungen dazu  schon im Gang. Beim Bogenschießplatz und einer gestuften Arena geht es hinauf zum Hauptburg, alle Stiegen und Gänge in Stein und Holz massiv ausgeführt und abgesichert. In wiederhergestellten Räumen befinden sich Darstellungen des alten Lebens und Handwerks, dazu wird der Tief- und Ausblick über die Mauerkronen immer eindrucksvoller.

In der Oberburg findet man u. a. einen Brunnen mit kunstvollem Gitter, in den wir unsere “unbrauchbaren” kleinen Forintmünzen versenken können. Zuletzt steht man auf dem höchsten Punkt und geht die imposante Mauerkrone entlang wieder zurück zum Abgang in den unteren Burghof, wo in den dazu angelegten Gebäuden Geschichte und Renovierungen dokumentiert sind. Die Burg Szigliget geht immerhin auf das 13. Jahrhundert zurück und wird die “Burg des Balaton” genannt, eine der Grenzfestungen zwischen dem teilwiese habsburgischen Ungarn und den bis 1683 vordringenden Türken. Diese konnten Szigliget infolge der schützenden Umgebung und der hochragenden Mauern übrigens nie einnehmen. Zur Ruine wurde die Festung erst durch den Verlust ihrer Bedeutung, trotzdem stand sie auf der Liste des österreichischen Kaisers Leopold (Nachfolger von Josef II.) der zu schleifenden ungarischen Burgen (am Csobanc tatsächlich passiert). Die kleine Bergtour endet auf der Sonnenbank im unteren Burghof, so es sich in  Mittagswärme und Windschatten angenehm rasten und jausnen lässt.

Anschließend bummeln wir zurück zum Parkplatz und fahren durch den malerischen Ort zum Strand am Südrand der Halbinsel. Von dort aus haben Anni und ich seinerzeit eine schöne Rundtour über den älteren Burgberg Ovar und die Rokaratokapelle unternommen und auch den höchsten Punkt, den 242 m hohen Halas-tetö, überschritten mit Abstieg in das von Weingärten erfüllte “Goldmuscheltal”. Heute spazieren wir beim offenen Strandbad das Ufer entlang, auch hier hoher Wasserstand und Goldgeglitzer auf den Wellen wie es für den Balaton typisch ist.

Zur Rückfahrt benützen wir die Uferstraße östlich der Halbinsel und kommen dabei an einer uralten Kirchenruine vorbei. Dann überqueren wir den Sattel zwischen den beiden großen Inselbergen und kommen zurück zur Hauptstraße. Dort überholt uns bereits Andreas, der einen Dauerlauf vom Strandbad Szigliget bis nach Tapolca gestartet hat. Ein paar Palmkätzchen verursachen noch einen kurzen Stop, bis wir Andreas wieder überholen und uns später gemütlich in der Hotel-Lobby zum gemeinsamen Kaffee einfinden. Langweilig wird der Rest des Tages nicht, denn neben Thermalbad (und Wirlpool in der Baumi-Suite) und Raststunde im Zimmer mit Balkonblick auf das ausgedehnte Pelion-Gelände wartet nur mehr das opulente Abendbuffet auf uns…. Trotz der zum Wochenende angereisten 500 Gäste (bei 300 Sitzplätzen im Restaurant) von der Hotelcrew bestens organisiert, wobei man keineswegs das Gefühl eines Massenbetriebs hat sondern sich sehr individuell betreut vorkommt, also alles bestens und zum Wiederholen einladend!

Warum wir heuer schon das zehnte Mal an den Plattensee (auf Kurzurlaub) fahren? Nun zunächst ist es die Landschaft mit ihren erloschenen Vulkangipfeln aus der Tertiärzeit und den damit verbundenen interessanten geologischen Verhältnissen. Dann kommt schon das pannonische Klima mit ihrer Blumenwelt (reicht allerdings nicht etwa an die Thermenalpen oder das Burgenland heran). Und nicht zuletzt sind es die gastlichen Angebote, ob in den Csárdás oder Pinzen (typische Restaurants und Weinschenken) und bei den letzten Aufenthalten das Kurhotel Pelion in Tapolca – ****S mit angenehmer Unterkunft, sehr guter Küche und dem Thermalwasser (man könnte dort sogar in einer Heilgrotte eine Kur unternehmen). Wie im vorigen Jahr haben Andreas & Astrid mit den Enkelkindern Bernie, Veronika und Clemens dazu angeregt, und wir verbrachten schon zum zweiten Mal nette Tage mit ihnen. Dabei steht das Wandern an der Spitze der Freizeitaktivitäten, wenn auch die Kinder vor allem auch von ihrem doppelten Komfortzimmer samt Wirlpool begeistert waren.

Anni und ich reisten bereits am Mittwoch, 21. März, nach Tapolca an und verbrachten den ersten Nachmittag geruhsam in der Therme. Aber am nächsten Tag sollte es – auch wegen der (vorübergehend angesagten) Wetterbesserung auf einen Berg gehen. Die Auswahl rings um die Stadt ist überraschend reichhaltig – der Burgberg Csobanc, der kultische Hauptgipfel Badacsony, der Steinbruch-Ruinenberg Halap, die geologisch-historischen Inselberge von Szigliget und noch etliche Steilzapfen tertiärer Vulkanschlote. Eine der schönsten Naturwanderungen bietet der Szent György hegy, der St. Georgsberg südlich der Stadt Tapolca mit naturbelassenen Bergsteigen und Weingartenwegen, dazu die perfekte Rundsicht über den Bergkranz des nordwestlichen Balaton-Hochlands und den weithin ausgebreiteten Plattensee.

Die Zufahrt ist gar nicht lang – Richtung Szigliget von Tapolca durch das Dorf Hegymagas am Georgsberg vorbei und am Ortsende links auf eine Bergstraße mit Ankündigung mehrer Pinzen abzweigend hinauf zur Lengyel-Kapelle  bei den oberen Weingärten unterhalb des steilen Gipfelaufbaus mit seinen Basaltstrukturen. Hier ist überraschend “was los” – der barocke Winzerhof beim Parkplatz wird gerade renoviert! Wir könnten nun an der Ostseite den Berg umwandern und durch die nordöstliche Felsschlucht zum Hochplateau aufsteigen. Der besonders noch im Schatten auffallende Neuschnee – den gar nicht so hohen Csobanc sahen wir diesmal sogar in winterlichem Weiß – ließ uns mehr an die Sonnenseiten halten. Also gleich links weg auf Seitenstraße, Weinriedenwege und Wandersteige zur Südwestseite des Berges – eine ganz nette Strecke, die wir sonst eher im Abstieg bzw. Rückweg gewählt haben.

Am “Löwenbrunnen” und an älteren, teilweise vernachlässigten oder ganz modern traditionalistisch renovierten Weingartenhäusern vorbei geht es gemütlich dahin, stets mit prächtigem Ausblick gegen die Szigileter Berge und den langgestreckten Waldrücken der Keszteky-Berge im Westen und den dazwischen schimmernden Seespiegel des Balaton. Auffallend sind auf den See zu die weithin überschwemmten Flächen – eigentlich annähernd der Urzustand der Landschaft, bevor der Balaton im 19. Jahrhundert etwas abgesenkt wurde und eigenartige Marschflächen entstanden.

Die dreifärbig markierte Route wendet sich schließlich scharf rechts auf den Berg zu und erreicht eine Kreuzung, wo wir uns an die blau markierte Forststraße halten, die uns an der Sonnseite bis zum Gipfelplateau bringen soll. Das höchste Haus gebärdet sich wie ein alter Rittersitz, ist aber nur ein eher improvisiertes Ferienhaus, immerhin benützt und instand gehalten. Der in den steilen Basalthang geschlagene Hohlweg führt aber zu den beiden wirklich höchsten Häusern in der ersten Plateaumulde, beide unbewohnt und verfallend… eigentlich schade und eine verwilderter Anblick! Dann folgt die Wegkreuzung mit dem Schluchtanstieg der Nordostseite bei einem Infopavillon, und die Markierung wendet sich südwärts zum höchsten Bergrand und dem Gipfelpunkt.

Auf der Panoramatafel ist zwar nicht mehr viel zu erkennen (wie auch manche Infoeinrichtungen schon reichlich veraltet sind), aber die tatsächliche Rundsicht ist nahezu perfekt, wenn auch nur im Gegenlicht markant, sonst leicht vom Dunst beeinträchtigt. Nach kurzem Aufenthalt geht es an den Abstieg, blau markiert am Nordrücken abwärts und nun richtig hinein in den Schnee! Die wenigen schon aufgeblühten Blumen (Lerchensporn und Schneeglöckchen) haben sehr gegen Schnee und Kälte anzukämpfen. Uns macht der Schnee weniger, überhaupt wo er gefroren ist, denn so haben wir festen Tritt und keine rutschigen Erdpartien unter unseren Bergschuhen. Bei der nächsten Kreuzung (mit einer Infotafel Tierwelt) kommen wir zu der vom Schluchtaufstieg direkt kommenden roten Markierung und wenden uns nun in die steilen Westhänge. Anfang noch in Wald mit auffallenden Schwarzföhren, dann auf einem Hohlweg durch verbuschtes Gelände geht schräg südwestlich hinab zu der den ganzen Georgsberg umkreisenden markierten Route.

Immer mehr ins sonnige Gelände unseres Anmarschweges querend, erinnern nur mehr die Eiszapfen an einem Strohdach an die letzten Wintertage. Dann wird es zwischen Weingärten schon ganz schön grün, und wieder tauchen die ersten gerade aufblühenden Mandelbäume auf – Weiße Natur bei dieser Wanderung, vom Schnee und den Blüten, sicher selten zu erleben gerade in dieser sonst klimatisch recht begünstigten Gegend!

Später werden hier noch Marillen und Pfirsiche, Kirschen und Zwetschkenbäume blühen, aber dazu liegt heuer der Osterurlaub entschieden zu früh – wir haben damit gerechnet, aber vom Schnee waren wir doch erstaunt! Bei allerdings noch immer frischem Wind, der bald von Nordost auf Süd drehen wird, ist dieses letzte Wegstück wieder ein Genuss, bis wir nach etwa 2 1/2 Stunden wieder beim Parkplatz an der Lengyel-Kirche anlagen.

Noch ein praktischer Hinweis: Die Routen sind vorzüglich färbig markiert und mit Wegweisern versehen. Es gibt eine ziemlich neue Kompass-Karte Nr. 245 vom gesamten Balaton und Nationalpark, allerdings ist meine alte lokale Wanderkarte detailreicher (vor Ort erhältlich). Meine anderen Berichte über Touren im Nationalpark Balaton-Oberland sind im Blog zu finden > Suche: Balaton, Tapolca im April 2017, Oktober 2013, April 2012. Über das Gebiet habe ich auch im Outdoormagazin “Land der Berge” ausführlich berichtet.

Die Woche von Ende Februar auf Anfang März 2018 hat uns nach langer Zeit wieder eine sprichwörtlich “Sibirische Kälte” beschert! Nicht nur mit Temperaturen unter minus 10 Grad und Extremwerten unter minus 20 Grad in exponierten Lagen. Dazu ist die gesamte Wetterstimmung sibirisch – tiefliegendes Wolkengrau mit Hochnebel, sehr gedämpft einfach – sodass man sich endlich einen strahlenden Wintertag wünscht, auch wenn es bitterkalt draußen ist.

Ein solches Erlebnis hatten wir bei unserem “Winterurlaub” im steirischen Schwanberg am dritten Tag, Donnerstag 15. Februar, auf der HEBALM. Eigentlich hatten wir die Langlauf- bzw.  Backcountry-Ausrüstung nur deswegen mitgenommen, weil wir das Gelände auf der Hebalm bereits als geeignet dafür kennengelernt hatten. Allerdings blühten damals die Krokusse!

Ende März war das, nun sind wir ein Monat früher dran, und noch dazu hat es im Koralpen-Gebiet zuletzt extrem viel geschneit. Auf der Weinebene hatten wir tags zuvor schon die unglaublichen Schneemengen erlebt, allerdings bei etwas trübem Wetter. Dieser Tag begann (wie immer in Schwanberg, bedingt durch die Lage des Hotel Moorbad im Kloster) schon mit einem phänomenalen Morgenrot, und bald strahlte die Sonne von einem klaren Himmel – sehr kalt war es dazu auch noch! Also nichts wie hinauf zu unserer Langlaufhoffnung auf der Hebalm…

Die Auffahrt erfolgte von Deutschlandsberg auf einer ebenfalls gut ausgebauten Straße, zuerst ins Wildbachtal (der Urheimat des Schilcherweins), dann in einigen Kehren hinauf zu einem der typischen langgestreckten Bergrücken der Koralpe. Kleine Bergsiedlungen wie St. Oswald und Kloster, dazwischen Einzelhöfe und dichte Wälder,  bis die Passmulde der Hebalm erreicht war. Eigentlich führt die Straße noch ein Stück höher, und dort gab es bis vor kurzer Zeit noch ein ganz gut ausgebautes Schigebiet – alles nun geschlossen. Es gibt nur mehr die Kluglifte beim Alpengasthof, aber was hier geboten wird, ist schon erstaunlich – ein hübscher Pistenhang, eine Rodelbahn, eine Hundeloipe! Die richtigen Loipen gibt es aber erst ein Stück weiter, und die ganze Szenerie ist hier so einladend, dass wir nicht mehr weitersuchen wollen. Im Gasthof erfahre ich auch das lohnendste naheliegende Ziel, wie auch Hinweistafeln zeigen – Freiländer Alm Hütte geöffnet, dazu soll es einen geräumten Weg bis zum “Dritten Windradl” geben. Denn auch hier gibt es wie auf der Weinebene / Handalm seit kurzem Windkraftanlagen. Also entschließen wir uns gleich zu einer Winterwanderung, denn abseits vom geräumten Weg geht ohne Loipe nichts Vernünftiges…

Vorbei an der Hundeloipe und der durch einen Schülerschiausflug stark belebten Rodelbahn gehen wir den geräumten Fahrweg entlang über eine Anhöhe hinweg, wo damals die Illyrischen Krokusse so üppig blühten. Dahinter erstreckt sich eine Almlandschaft mit einem bemerkenswerten Moorgebiet – alles nun tief verschneit… Bei der Hütte gibt es keinen Weiterweg, also ein kurzes Stück zurück und auf dem zu den Windrädern führten Fahrweg bequem weiter. Die Landschaft ist sehr hübsch, Waldränder und ein verschneiter Teich, darüber ragen die Windrädern.

Um den nächsten Bergrücken geht es locker herum, immer wieder hübsche Ausblick gegen die Handalm und hinaus ins östliche Vorland, allerdings durch Dunst etwas gedämpft, sonst pralle Sonne. Der Fahrweg zieht unterhalb und rund um die Windräder weiter, zur Wartung stehen sogar Fahrzeuge bereit, und Warntafeln weisen auf die Gefahr von abfallenden Eisstücken hin. Heute unverdächtig, im Gegenteil voll schöne Winterstimmung, die wir wirklich bis zum “Dritten” also entferntesten Windrad genießen können.

Dann geht es wieder auf der gleichen Strecke zurück, nun schon von etlichen Spaziergängern besucht, kein Wunder an einem so herrlichen Tag! Bei weniger tiefem  Schnee hätten wir wohl die Runde um das Hochmoor gespurt, die wir beim Krokuserlebnis bewandert haben. So kommen wir gerade rechtzeitig zurück zum Alpengasthof bei den Klugliften, der in der ÖK als Rehbockhütte bezeichnet wird. Die Rückfahrt nach Schwanberg dauert zwar etwas länger als von der Weinebene, aber wir kommen gut im Hotel an und genießen den letzten ganzen Urlaubstag im Moorbad-Hotel.

Am Freitag, 23. Februar, war die extreme Kälte nur in den Prognosen vorhanden! So kamen wir bei unserer kleinen Tour auf den

GFÖHLBERG

noch bei gerade richtigen winterlichen Temperaturen zurecht – pulvriger Schnee bei schwachen Minusgraden, ab etwa 700 m schöner Anraum durch Hochnebel und Nordostwind.

Beim Aufbruch auf der Klammhöhe merkte man nur den Neuschnee, trotzdem nahmen wir die Schneeschuhe, und der Gföhlberg passte ohnehin zu dem eher trüben Wetter. Eine einzelne Spur vor uns, ging es am Hüttenweg zur Gföhlberg bis zur Kreuzung, dann aber rechts auf dem (ebenfalls blau markierten) Umgehungsweg weiter. Weil aber Richtung Gföhl einige recht nasse Wegstellen zu erwarten waren, hielten wir uns vor der Überquerung des Südostkammes gleich links hinauf. Hier war der Schnee kompakt, keine Gefahr zur Vereisung der Schneeschuhe, allerdings gerieten wir aus dem eher weiträumigen Hochwald bald in aufwachsende Jungbuchen und schließlich in das blockige Gelände des Kammrückens. Zwar von nicht winterlichen Begehungen schon bekannt, war ich doch überrascht, wie lang sich der Steinriegel dahinzog! Aber vielleicht mit den Schneeschuhen immerhin besser, auch wenn sie immer wieder über verborgene Steine kippten, als zu Fuß in ein unbemerktes Loch hineinzutappen.

Anni glaubte zwar, ich hätte mich verstiegen, aber diese etwas unangenehme Passage war von mir in die Orientierung einkalkuliert, um der kleinen Tour etwas mehr Spannung zu verleihen! Allerdings dauerte das Dahinbalanzieren länger als vorgesehen, und dann waren wir auch erst oberhalb der Gföhlberghütte angekommen. Zauberhaft waren aber die “Eisverhältnisse”, denn unversehens waren die Bäume nicht nur verschneit, sondern auch von ausgiebigem “Anraum” überzogen – also der zweithöchste Wienerwaldgipfel als

EISPALAST

wie aus einem Wintermärchen. Am Gföhlberg hatte ich solche Verhältnisse nur einmal vor ein paar Jahren am direkten Nordostkamm erlebt, unglaublich für einen Wienerwaldgipfel!

Endlich wurde das Waldgelände etwas flacher und rundlicher, und wir stießen auf den von der Gföhlberghütte zum Gipfel führenden rot markierten Weg. Auf den höchsten Punkt zu wurde der Himmel über den vereisen Baumwipfeln immer heller, aber die Sonne kam nicht durch. Plötzlich krachte es ganz nahe der Spur – Baumäste brachen unter der Eislast, vom Wind bewegt, zu Boden! Endlich auf dem Gipfel – die Steinpyramide nur eine “Zipfelmütze” mit Raureifverzierung auf dem kleinen Kreuz und den rings herabhängenden Ästen, ganz großartig und sonst nur auf viel höheren Bergen zu erleben…

Der Abstieg zur Gföhlberghütte erfolgte fast im Laufschritt, soweit es die nicht fixierten Schneeschuhe zuließen. Außer der Spur eines unbekannten Wanderers keine Begegnung mit “Artgenossen”, die Schutzhütte romantisch verschneit und versperrt. Weil wir im Aufstieg bereits die Variante über den (unmarkierten) Südostrücken gemacht hatten, hielten wir uns nun absteigend an den Hüttenweg. Ich habe selbst darüber geurteilt – kein Spaziergang! – trotz der geringen Gehzeit, weniger wegen der ein paarmal etwas intensiveren Steigung, sondern wegen des mit Steinbrocken erfüllten Hohlweges – mit den Schneeschuhen auch nicht gerade angenehm. Also brauchten wir bis zur Klammhöhe noch eine Dreiviertelstunde, und insgesamt war die Gehzeit für eine kleine Vormittagstour sicher ausreichen – insgesamt eine tolle Wintererlebnis, wobei wir noch nicht glauben konnten, dass so extreme Winterverhältnisse bevorstünden!

… wo die Schwarze und Weiße Sulm entspringen, hatten wir schon mehrmals interessante Wandererlebnisse. Diesmal wollte ich eigentlich auf die freien, nur von Wetterbäumen und Blockgruppen bestandenen Höhen der Koralpe, um sie auch  einmal winterlich zu erleben.

Mittwoch, 14. Februar, Aschermittwoch – so opulent wie den Heringschmaus im Hotel Moorbad Schwanberg hätte ich mir den Eistag auf der Koralpe vorgestellt. Aber nach dem bei herrlichstem Wetter  mit (zugegeben angenehmen) Thrapien verbrachten Vormittag, begann es sich leider bereits einzutrüben. Viel war deshalb aber auch nicht verhaut, denn (wie später erlebt)  gab es selbst in den exponierten Hochlagen keine außergewöhnlichen Vereisungen, nur Unmengen von Neuschnee, der allerdings kalt und pulvrig gefallen sich “nur” in  hübschen Schneepolstern zeigte und nicht in bizarren Anraum wie erhofft. Am frühen Nachmittag also Auffahrt von Schwanberg auf der direkten Straße Richtung Weinebene, dem am schnellsten erreichbaren Ziel. Die Strecke auf schmaler und kurvenreicher Trasse versetzte uns gleich in Hochstimmung, alles tief verschneit, ein Sonnenfenster über dem südwestlich abseits gelegenen Koralpengipfel, einerseits sibirisch, anderseits voll romantisch!

Gressenberg heißt die mit Einzelhöfen besiedelte Gegend (im Sommer schwammerlreich….), und sobald die steilen Talhänge überwunden sind, zieht die Schneefahrbahn-Straße über einen welligen Bergrücken – typisch für die Koralpe fast endlos – bis zum Weiler Glashütten. Dann ist die von Deutschlandsberg heraufziehende schneefreie Hauptstraße erreicht, und in weiten Bögen geht es durch den oberen Bergwald hinauf zur Passhöhe der Weineben auf 1668 m Seehöhe. Beherrschend ist hier der langgestreckte Steilrücken der Handalpe, auf dem seit unserem letzten Besuch einige Windräder ihre Riesenflügel im Nordwestwind drehen. Sonst fallen vor allem die weitgehend leeren riesigen Parkplätze auf – zum Wochenende muss hier allerhand los sein (die Zufahrt von Deutschlandsberg und vom Kärntnerischen Wolfsberg ist dem entsprechend gut ausgebaut). Wir erkundigen uns bei einem Langläufer über die im Internet ausgekundschaftete Loipe – keine sehr gute Spur. Also verzichten wir aufs Auspacken der Ausrüstung und entschließen uns zu einer Winterwanderung (obwohl uns sogar eine Liftkarte angeboten wurde – Alpinschi leider nicht dabei….).

Handalpe mit der Pauluskapelle (übrigens an einem Jakobsweg gelegen) und Ausblick zu den Schneegipfeln der Saualpe

Für die Wanderstrecke haben wir schon vor der letzten Kehre der Weinebene-Straße den Parkplatz gesehen, der auch jetzt gut bestückt ist, denn hier beginnt die Wanderung zur Grünangerhütte. Die aktuell eingeholte Auskunft besagt, dass zur Hütte eine geräumte Waldstraße führt, also keine Loipenspur oder eine Schitrasse. Am einfachsten nehmen wir die Wanderung zu Fuß in Angriff (die abzweigende Tourengeherschispur zweigte leider erst später ab…). Es wurde zwar keine Tour im eigentlichen Sinn, eher ein ausgiebiger Waldspaziergang, aber von der allerbesten Sorte. Neben der geräumten Bahn, die wie die Begegnung mit einem Schneepflug zeigte immer frei gehalten wird, türmten sich schulterhoch die Schneewände. Darüber wie Wächter die hohen Fichten mit ihren noch immer anhängenden und sogar ganze Umhänge bildenden Schneepolstern. Dazu viele kleine Besonderheiten – wie Gespenster wirkende verschneite Fichten, Ausblick von einer kleinen Lichtung bis in die ferne und noch sonnenerfüllte Mulde des Sausaler Weinlands… Nach flacher Strecke bis zur Abzweigung des eigentlichen Wanderweges ging es lange Zeit bergab, Naturschutztafeln fielen dann auf, und schon querten wir das Quellbacherl der Schwarzen Sulm. Dann bergauf, ein langer Anstieg mit etlichen Kurven und um den nächsten Bergrücken herum. So lange bis ein Blick auf die Uhr zeigte, dass es Zeit um Umkehren war. Der Rückweg dauerte ebenso lang, und es begann (auch wettermäßig bedingt) schön langsam zu dämmern, zu schneien ohnehin schon länger…

Damit war der zweite Urlaubstag zwar nicht wie erwartet, aber doch überaus befriedigend zu Ende gegangen – Ende eigentlich nicht, denn neben der Wellnessabteilung im Hotel wartete auch der schon erwähnte opulente Heringschmaus auf uns, eigentlich  ungewohnt, aber die Fastenzeit begann urlaubsbedingt ohnehin erst ein paar Tage später…

Dieser Waldgeist von der Weinebene hat uns verraten – morgen wird es schön, kalt und sonnig… und vielleicht haben wir die Schiausrüstung doch zurecht eingepackt?

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