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Herbstferien II – Schluchtwanderung auf dem Wasserleitungsweg und Panoramablick über die Kultlandschaft von Semmering und Wiener Hausbergen am 25. Oktober:

Leider schon mehrmals in meinem Archiv aufgefallen – wie so manche Touren gibt es vor allem auch das Gebiet der hohen Wiener Hausberge noch nicht im Digitalformat… Welche Jahreszeit könnte schöner passen als der nun schon ganz schön bunte Herbst für eine Wanderung ins Höllental. Noch dazu ist die Zufahrt von uns aus über Kleinzell und Schwarzau im Gebirge (im Vergleich zum Wald- oder Weinviertel oder Wechselgebiet) relativ kurz, diese Route vermittelt sogar eine Einstimmung von der Voralpenlandschaft im Hallbachtal zum Hochgebirge. Wir fahren bis Kaiserbrunn, dort noch ziemlich leerer Parkplatz (am mittleren Vormittag), und über die Felskulissen leuchtet der schon weiß verschneite Schneeberg herab. Übrigens gibt es von Kaiserbrunn weiterfahrend noch zwei nahe Parkmöglichkeiten, was im Höllental wichtig ist.

Meine Befürchtung, dass die Höllental-Schlucht schon gänzlich im Schatten liegen könnte, war umsonst, denn der Talverlauf gegen Südosten passt für die Sonneneinstrahlung am späteren Vormittag bestens. Außerdem ist gerade der Gegensatz von prallem Licht und dunklen Schatten von großem – auch fotografischem – Reiz! Immer wieder spiegeln sich die bunten Farben der Laubbäume in ruhigeren Wasserflächen. Der Blick zur Höhe haftet an Felskanzeln mit den darauf wie festgeklebt wirkenden Schirmföhren. Die abwechslungsreiche Wanderung dehnen wir so weit aus, dass wir halbwegs bis gegen Hirschwang kommen, dann geht es dieselbe Strecke zurück. Wie schon mehrfach erlebt, ist dies kein Nachteil, denn mit dem Wechsel der Gehrichtung ergeben sich auch immer wieder überraschend anders wirkende Blickpunkte.

Wieder in Kaiserbrunn angelangt, ist dort schon ganz schön viel los – das heißt, Parkplatz dicht besetzt, starker Verkehr von Autos und Wanderern. Weil die Zeit noch nicht drängt, können wir uns ein zweites Ziel noch gönnen – die Ausblick vom Kreuzberg gegen Semmering, Rax und Schneeberg. Daher durchfahren wir das Höllental, vorbei an der Talstation der Rax-Seilbahn (hunderte Autos) und von Payerbach hinein ins Preintal. Dort folgen wir den Wegweisern Richtung Kreuzberg und Speckbacherhütte. Die Landschaft ändert sich damit fast dramatisch – gegenüber den hochalpinen östlichsten Zweitausendern der Nördlichen Kalkalpen bewegen wir uns in der Wald- und Wiesenlandschaft der Grauwackenzone – und sogar die zerklüftete Zone der Semmeringtrias werden wir noch kennenlernen.

Der Kreuzberg mit der Speckbacherhütte ist ein überaus beliebtes Ausflugsziel – dichter Auto- und Wandererverkehr… Wir machen zuerst unsere Mittagsrast auf einem sonnigen Bankerl nahe dem Orthof, dann Weiterfahrt zur Kreuzung bei der Hüttenabzweigung. Hier gibt es einen kleinen, aber recht malerischen Rundgang, wo sich zuerst die Rax darbietet und dann der Blick zu den Semmeringhotels frei wird. An Sonnwendstein und Otter geht der Blick sogar weit hinaus gegen die Ausläufer des Wechselgebiets und die Bucklige Welt. Bei der dicht belagerten Speckbacherhütte pirschen wir uns eher vorsichtig vorbei, denn solche Menschenansammlungen sind in der derzeitig sich schon wiede verschärfenden Pandemiesituation nicht gerade anziehend. Bei der Rückfahrt zum Orthof präsentiert sich dann die Rax in besonders malerischem Blickwinkel, bevor es hinab in die Adlitzgräben geht. Verblüffend für uns mit dieser Gegend nicht so Vertraute ist die Felsschlucht, denn als wir vor etlichen Jahren dort gewandert sind, waren wir auf dem Bahnwanderweg in den höheren und etwas weitläufigeren Hanglagen unterwegs. Dorthin fahren wir, nach kurzem Halt am eindrucksvollen Bahnviadukt, Richtung Breitenstein – ein Wirrwarr von Seitengassen und Ansiedlungen der Sommerfrische nahe dem Semmering. Erst als wir über den Kreuzberg (nordöstlicher Teil Richtung Gloggnitz) über die Berghöhe hinüber biegen, wird es ruhiger, und außerdem präsentiert sich hier der Schneeberg mit dem “Vorgebirge” von Krummbachstein (Krumbachstein?) – Engschlucht – Gahnsplateau in einer für uns ganz ungewöhnlichen Sicht. Mich fasziniert vor allem der Einblick ins Höllental, der Schluchtdurchbruch zwischen Rax und Schneeberg zeigt sich hier prachtvoll (das Gegenstück von Nordwesten muss ich mir auch erst zum Fotografieren suchen).

Nach der Talfahrt durch Reichenau und Payerbach durchmessen wir noch einmal das Höllental, nun schon im späteren Nachmittagslicht, und über Schwarzau und Kleinzell Richtung Gölsental kommen uns die Voralpen gegenüber dem gerade erlebten Hochgebirge wirklich ziemlich niedrig vor, trotzdem wunderschön, gerade jetzt in der bunten Herbstzeit!

Bilder: Anni und Bernhard Baumgartner auf Panasonic / Lumix.

Herbstferien I – HOCHBÄRNECK am 22. Oktober 2020

Nach Arbeiten am neuen WANDERATLAS NIEDERÖSTERREICH (kommt März 2021 im Kral-Verlag) und “Hausarbeiten” wie etwa dem Balkon-Streichen gibt es nach der Rundwanderung über den Hegerberg im Wiesenwienerwald / Weltkulturerbe Elsbeerreich (18. Oktober) endlich eine “richtige” Bergtour. Ziel ist das Hochbärneck im bunten Laubkleid vor dem seit Anfang Oktober schon verschneiten Ötscher. Bis zum Kaltlufteinbruch am 12. Oktober war auch das (recht erfolgreiche) Schwammerlsuchen noch ein Thema. Inzwischen beginnen allmählich Laubfärbung und Laubfall, aber in den höheren Lagen sind z. B. die Rotbuchen (der Schneelage zufolge) schon ziemlich “abgebrannt”, das heißt nicht mehr im vollfärbigen Laubschmuck.

Da wir morgens noch etwas aufgehalten werden (nächste der heurigen Wirtschaftsbelebungen = Haus ausmalen…) fahren wir gleich von St. Anton an der Jessnitz über die Bergstraße bis auf das Hochbärneck hinauf. Wie erwartet vom Aussichtsturm ein fantastischer Ötscherblick und über die Vorderen Tormäuer hinaus bis zur Kartause Gaming. Als Wanderroute nehmen wir diesmal die “Bergabrunde” über die interessante sonnige Südseite des Berges. Zunächst Wanderweg Richtung Trefflingtal bis zur vermeintlichen “Talirda” – leider zu früh und daher zu hoch oben abgezweigt (Sandgrube und Rastbank), wo unsere Führervariante Robitzstein heraufkommt. Hier rechts unmarkiert bergab durch Wald- und Schlaggelände zur markanten “Schusslucken” (Zaunöffnung ohne Tor, aber mit einzuschiebenden Balken) am Beginn der Wiesenflächen, von goldbraunen Rotbuchen flankiert steht gegenüber die hochragende Brandmauer. Nun geht es über den Wiesenrücken direkt auf den Ötscher zu bis zur Baumgruppe mit dem Robitzsteinkreuz. Auffallender ist derzeit ein riesenhafter Hochstand, während das historische malerische Kreuz schon recht schief und wackelig herschaut.

Nun folgt der zweite und angenehmste Teil der Wanderung, aber…. Wenn ich zu Anni sage, heute brauchen wir keine Karte, denn dort kenn ich mich sowieso aus, weiß sie meistens schon, dass die Sache nicht so einfach wird. Genauso an diesem herrlichen Tag.

Wir gehen also los Richtung Eibenhöfe (für den Wiederaufstieg zum Hochbärneck), geradewegs leicht bergab zu den westwärts weiterführenden Wiesen und dort den Fahrspuren nach bis zum entfernten Waldrand. Dort ist aber Schluss mit Lustig – denn bei jeder von drei Lichtungen geht es nicht mehr wegsam weiter (zuletzt eine Tränke im letzten Winkel), nur mehr dichter Wald ohne Wegspuren, steil und zerfurcht und weiter oben sogar mit Felsstufen. Also zurück! Wir nehmen aber zum Glück nicht denselben Weg, wo wir hergekommen sind. Keine Karte, nicht einmal den Ötscherführer habe ich dabei (liegt im Auto), sonst hätte ich mich unschwer orientieren können. Aber immerhin, der schlimmste Fall ist noch nicht eingetreten, denn ich weiß immer noch, wo wir genau sind (war auch schon hie und da anders….). Daher gehen wir von der Wasserstelle am westlichsten Ende der Wiesen, an einem markanten Hochstand vorbei, wieder zurück bis etwa zur Mitte der Wiesenfläche, und dort bergab suchend, stoße ich auf einen gut ausgeprägten Forstweg, der zwar bergab, aber doch Richtung Untereiben führt. Nachher waren wir mit Führer und Karte g´scheiter, auch an den letzten Bildern zu sehen: ein paar alte Obstbäume markieren den Standort des verschwundenen Robitzsteinhofes, sogar ein Wasseraustritt ist zu erkennen (ohne Quelle keine Siedlungsstelle!), und dort gibt es im Linksbogen bergab auch wenig ausgeprägte Fahrspuren, die zum Forstweg vermitteln. Dieser ist sicher die richtige Route, wenn auch mit jedem Meter bergab bewusst sein muss, dass wir jeden dieser Meter wieder hinauf zum Hochbärneck müssen…

Weiter unten hören wir in der Tormäuerschlucht schon die Erlauf rauschen, aber unser Forstweg quert oberhalb der Steilabbrüche – leider stets bergab – hinüber zum asphaltierten Güterweg beim Untereibner. Nur ein paar Minuten bergauf sind wir dann schon beim Obereiben, wo der steile Aufstieg beginnt. Doch in weniger als einer Stunde ist es geschafft – wir können noch beim Almhaus einkehren, angenehm auf der Terrasse im Freien. Und am Beginn der Talfahrt zeigt sich das Ötscherpanorama noch in herbstlicher Schönheit, also alles gut gegangen, hat sich ausgezahlt!

FALKENSTEIN und STAATZ am 9. Oktober 2020

Nach den frühsommerlichen Erkundungen ins Weinviertel war jetzt über die heißen Monate und die eigentliche Urlaubszeit hinweg ein längere Pause für dieses eher flachhügelige Gebiet im Nordosten Niederösterreichs. Aber die Fotoausbeute von dort aufzufrischen, war natürlich auch höchste Zeit! Wegen der widrigen Umstände durch die Coronapandämie hatten wir längere Aufenthalte (um vor allem mit dem Rad unterwegs zu sein) vermieden und uns auf Tagestouren eingestellt. Allerdings – so lange Fahrstrecken bis fast zur tschechischen Grenze? Vielleicht doch nur ein Stück über die Donau hinüber? Der Wetterbericht für den letzten Freitag verlockte uns jedenfalls zum Aufbruch: über die Kremser Schnellstraße, Donaubrücke Traismauer, quer durch das Tullner Feld… Die Straßenbeschilderung wies uns die Richtung, und unversehens befanden wir uns auf der ziemlich neuen Nordautobahn! Nun ging es dahin, die Kilometer purzelten nur so (das Umweltgewissen ausschalten…), und nach Poysdorf bogen wir schon auf unser erstes Ziel ein – FALKENSTEIN.

Bis zu diesem Postkartenmotiv (in natura vom Radweg Kamp-Thaya-March aufgenommen) passierte aber noch allerhand. Zuerst die dringende Frage – gibt es in Falkenstein ein Tankstelle, für Benzin selbstverständlich… Leider nein, daher zurück nach Poysdorf und mit 1 km Reserveanzeige dort eine Tankstelle gefunden. Dafür mit vollem Sprit gleich über die Anhöhe mit dem idealsten Falkenstein-Blick von Poysbrunn aus abgezweigt, und ein besseres Motiv hätten wir gar nicht finden können!

Gleich danach durch die Kellergasse hinunter in den Markt, und nun zur Wanderung: Zuerst hinauf zur Pfarrkiche, hochragend mit romanisch-gotischem wehrhaften Turm und barockem mächtigen Kirchenschiff, der Stiegenaufgang flankiert von den Pestpatronen Rosalia und Rochus. Oberhalb gabeln sich die Wege (sogar einer zum Picknickplatz), wir gehen rechts (wahrscheinlich durch die Ried Rosenberg oder Kirchberg) und erreichen in der Gebüschzone durch einen Hohlweg die Heideböden auf dem Burgberg – von einer Ziegenherde kahlgerupft. Und die Ziegen verfolgen uns noch bis zum nördlichen Ruinenzugang, vielleicht hätten sie Salz oder Futter erwartet oder waren einfach nur neugierig.

Welche Bedeutung das hölzerne Schiff im Burghof hat, wird uns durch eine höchst informative Ausstellung in den renovierten Räumen der Ruine vermittelt: Es geht hier um eine “sektiererische” Glaubensbewegung der Reformationszeit – die “Täufer” oder “Hutter”, die hier im Weinviertel einen Schwerpunkt hatten und von der Gegenreformation menschenverachtend niedergemacht wurden. In Ketten fortgeführt ans Mittelmeer als Sklaven auf den Galeeren… Die Schrecken dieser Zeit kann man hier nachfühlen, kein Glanzstück für die Kirche dieser Zeit…

Die beiden letzten Bilder von Anni zeigen schon, wie nahe wir hier der Grenze (Übergang Drasenhofen) und den dahinter ansteigenden sehr interessanten Pollauer Bergen (die Fortsetzung der Weinviertler Kalkklippen) sind. Wir machen für den Abstieg zurück nach Falkenstein einen Bogen nach Westen (im Osten wären der Höhlberg mit Steinbruch und der Kalvarienberg auch eine schöne Möglichkeit) und kommen zur Ried Urteln mit besonders instruktivem Aufblick zur Ruine – die Ringmauer hoch oben auf den Felsen, nach Gründung etwa im 12. Jh. erst in späterer Zeit ausgebaut. Wein- und Obstgärten begleiten uns hinab zum Markt, wo die Produkte sogar in Selbstbedienung angeboten werden, also auch Falkensteiner Wein mitgenommen, die verspätete Mittagsjause (wie immer keine Einkehr) gibt es erst bei der Weiterfahrt…

Die Weiterfahrt Richtung Staats erfolgt auf den Spuren unserer seinerzeitigen Wanderung rund um Falkenstein. Von Nordwesten bis Südwesten umschließen das freundliche Tal mit dem Markt Falkenstein ausgedehnte Wälder, typisch mit Eichen- und Hainbuchen-Beständen. Über den Sattel “Am Landmann” kommen wir hinüber in die nächste Senke des Weinviertels, wo sich fern der Burggipfel von Staatz erhebt. Wir scheinen diesen markanten Punkt fast zu umkreisen, bis wir ihn nach einer Rast auf einem Kapellenbankerl in Altruppersdorf endlich erreichen. Auffahrt bis zum Schlosskeller, wo sich neben dem Schüttkasten auch die Volksschule befindet (sozusagen in Höhenluft!). Vor uns ragt der Steilhang mit seinen (teilweise abgeholzten) Felssteppen auf, interessanterweise gibt es nahe den Burgmauern auffallend viele Thujenbäume (schon einmal davon gehört). Wegen Steinschlaggefahr zeitweise gesperrt, aber ohne Hindernis zu begehen ist der Gipfel dieser Kalkklippe mit den Ruinenresten der einst mächtigen Festung Staatz. Leider gibt es hier keine so ausführlichen Informationstafeln wie in Falkenstein, daher erst zuhause nachlesen, nun aber hinaufsteigen, die schon verdorrte pannonische Flora vermissen und dann den grandiosen Rundumblick genießen – das ist der Vorzug von Staatz, sonst Falkenstein ein intensiveres Erlebnis!

Inzwischen ist es schon Nachmittag geworden, und zu unserem Glück entschließen wir uns für die lange Rückfahrt zur Fahrt auf der Autobahn (immerhin sind dann 355 km zusammengekommen). Also zuerst Richtung Mistelbach, das umfahren wird, bis die zügige Fahrt zurück in die Voralpen losgehen kann. Jetzt wird es (vielleicht nach einer Auwald- und Marchfeldtour) eher wieder auf die Berge gehen, Weinviertel erst wieder im Frühjahr!

Immer wieder, wenn wir von Kirchberg nach Aschau hineinfahren und der lange Bergkamm über dem Unteren Grund, gegenüber dem mächtig wilden Großen Rettenstein, auftaucht – sagen wir: “Ha, war das schön auf dem Tanzkogel!” Und wie lang es schon her ist – sicher ein paar Jahre… Nach unserer Wanderung im Kirchberger Alpenurlaub-2020 habe ich endlich nachgeschnüffelt, sogar mit digitalem Archiv gar nicht so einfach – Ergebnis: 24. Juni 2003. Damals gab es den Wandertipp-Blog noch gar nicht (erst ab 2008) und auch noch keine Digitalfotos (erst ab 2006, viel zu spät übrigens). Auch vom Tourenbuchschreiben war ich damals schon abgekommen, aber immerhin fand ich die Eintragungen im damals aktuellen Kalender:

Dienstag, 3. Urlaubstag (schon relativ zeitig im Juni!), heiß und wenig bewölkt und vor allem kein Gewitter – Tanzkogel

Wir fahren über Aschau in den Langen Grund bis zur (damals so genannten) Stieralm auf 1100 m (aktuell auch der letzte Parkplatz der mit Maut zu befahrenden Almstraßen-Strecke). Über den Almsteig hinauf zur Almhütte mit Käserei und Stallwirtschaft, Käse gekauft und Buttermilch getrunken. Beim Abstieg haben wir erst die “Stallwirtschaft” bemerkt – statt auf den grünen Matten stehen die Kühe mit hochgebundenem Schweif im Stall (wann grasen sie überhaupt draußen), und hinter der Hütte sind die Säcke mit Futterpellets gestapelt.

Vom Almfahrweg geht es weglos den Bach entlang und auf den um die Mittagszeit erreichten Tanzkogel. Weiter in den südlichen Sattel und Anstieg zum Schwarzkogel, dem nächsten Gipfel mit Steinmann. Gelände – Blockfeld im Sattel und Rasenkamm mit einzelnen Lacken und Traumblick auf den Rettenstein.

Abstieg über den rechts steilen, aber durch die Zwergstrauchheiden gut gangbaren Ostkamm, vor einem Felskopf rechts ausweichend zur Almhütte und links auf Steig zu den Seelacken

Abstieg ins Tal auf dem bekannten Almweg. Und nun zur nächsten Tour, 11 Jahre später -

17. Juni 2014 (ebenfalls früh im Jahr, aber für diese Höhenlage eine sehr passende Zeit mit der Almrauschblüte):

Zur Westerachalm unter der Hohen Geige

Damals war unser Parkplatz so hoch oben wie heuer unser Wanderziel – an der Kehre der Almstraße. Zwar stand der Almrausch schon in schönster Blüte, aber im engen Graben lag noch immer Altschnee, daher Schneebrücken über dem Wasserlauf und noch blühende Soldanellen.

Das Wetter war nicht gerade optimal, dafür aber machte das Wandern steil bergauf auch Spaß. An blühenden Alpen-Anemonen vorbei kamen wir schließlich zur Steinhütte der Alm. Verlockende Ziele – die nahen Gipfel im Hauptkamm und die Übergänge hinüber in den Oberpinzgau – aber wir waren schon froh, dass es nicht zu regnen begann…

Abstieg auf der gleichen Route zurück zum Auto. Bilder nun schon digital (von Anni und mir), und die ganze Geschichte sollte ausführlich im Wandertipp-Blog Archiv unter Juni 2014 zu finden sein!

Mein Tourenbuch vom Kirchbergurlaub geht weiter -

Dienstag, 11. August, von Aschau im Spertental in den Unteren Grund

Von Kirchberg führt die Straße taleinwärts, an der Talstationen der Winterziele KIWEST und Pengelstein vorbei, zum Dörfchen Aschau. Dort gibt es einen hübsch eingerichteten Kneipp-Park und am Kirchenplatz den “Gredwirt” – beides am Samstag dieser Woche mit Sonja & Hannes  & Elena nach dem Tierpark Aurach besucht. Über der Talgabelung ragt der markante Große Rettenstein auf, und den rechts abzweigenden Unteren Grund haben wir schon mehrfach bewandert, sogar im Winter als Backcountry-Tourenlauf und bei einer grandios schönen Tour auf den Tanzkogel (2003). Diesmal folgten wir unseren Spuren bis in den Talhintergrund, wo wir schon einmal nahe am Hauptkamm mit der Geigenscharte bis zur Hochalm / Westerachalm gekommen sind (2014, Berichte im Blog folgen). Diesmal finden wir die Zufahrtsmöglichkeit neu geregelt vor: Am Wasserfall-Schauplatz und an der Schaukäserei “Kasplatzl” vorbei, zur Abzweigung der Einkehrmöglichkeit Labalm, dann auf durch Bergsturz hoch an den Hang verlegter Schotterstraße, zuletzt bergab zum Parkplatz vor der Stallbach-Grundalm (ca. 13oo m). Hier ist Schluss, eigentlich auch für die Mountainbiker, die sich aber nicht viel darum zu kümmern scheinen (wie die einheimischen Almfahrer anscheinend ohne Begrenzung).

In den Karten (Österr. Karte bzw. Kitzbühler Karte gegenüber F & B-WK 302) gibt es da ein paar Unklarheiten, ich halte mich an die ersteren und anscheinend aktuelleren. Rechts von uns liegt die Stallbach-Grundalm, und hier geht auch die Markierung zum Tanzkogel hinauf. Wir folgen der Almstraße links leicht hinan zur Karalm mit Kaser und kleiner Kapelle, dann folgt ein weiter Wiesenboden, bis sich die Straße mit mehreren Kurven über die nächste Talstufe hinaufschlängelt. Immer überragt von der Felskrone des Großen Rettensteins, gibt es am Wegrand noch immer bunte Blütenbestände und auch Heidelbeerflächen. Zwei Abzweigungen gibt es – zur kleinen Kar-Hochalm und zur am Hang weit talwärts hoch gelegenen Steinfeldalm unter dem Rettenstein. Nun dauert es nur mehr ein kurzes Stück bis zur Straßenkehre (rechts Straße bis zur Stallbach Hochalm am Tanzkogel), wo wir 2014 noch unsere höchste Zufahrts- und Parkmöglichkeiten hatten (dort geht es weiter über die Herrensteigscharte oder über die Geigenscharte hinüber in den Pinzgau).

Der Wanderweg führt am gischtenden Bach entlang höher, wo wir im Juni 2014 noch Schneebrücken überschreiten konnten. Nun blüht es hier rechts hübsch, vor allem das uns aus den Zentralalpen bekannte Endivienblättrige Habichtskraut erscheint für Kalkalpenwanderer als Besonderheit. Wir sind nun auf etwa 1500 m angelangt, der Freytag&Berndt-Karte heißt es hier Niederalm, während die Hochalm (beide Westerachalm) noch ein Stück höher liegt.

Nach ausgiebiger Rast machen wir uns diesmal (schon hier) auf den Rückweg, aber bei den Waldkurven der Talstufe gibt es noch ein kleines Heidelbeerparadies zu finden, bevor es durch den anschließenden Wiesengrund wieder zurück zum Parkplatz unterhalb der Karalm geht. Das Wetter hat wunderbar gehalten, und die wenig anstrengende Wanderung im landschaftlich ansprechenden Talhintergrund hat uns sehr gefallen. Etwas peinlich ist nur, wenn man mit dem Auto (wenn auch langsam, um nicht zu sehr zu stauben) an den Wanderern vorbeifährt, die schon draußen in Aschau ihre Tour begonnen haben…

Einen Höhepunkt hätte ich beinahe vergessen, obwohl ein ganz eindrucksvolle Erinnerung – von der Karalm taleinwärts erstreckt sich das Weidegebiet für die wild herumlaufenden Hengste, ein Prachtbild in dieser alpinen Umgebung!

Eigentlich wäre für 2020 schon im Frühsommer eine ausgedehnte Reise an der italienischen Adriaküste nicht nur geplant, sondern sogar schon vorbereitet gewesen (mit Zwischenstop bei den den Euganeischen Hügeln). Aber letztlich hat die Coronaepidemie alles verändert… Gebucht haben wir den Umständen entsprechend zweimal eine Woche Ferienwohnung, wie schon bewährt bei Sowegeno, die erste davon allerdings auch erst hochsommerlich im August.

Kirchberg in Tirol vom 9. bis 16. August

Unsere Wohnung am Achenweg, Anfahrt über Salzburg / Walserberg, obwohl dort auch immer wieder kontrolliert und gestaut wird. Am Sonntag, 9. 8., ging es aber ganz flott. So konnten wir noch einen Abstecher zum Pillersee machen und dort herumspazieren (Sumpfwiesen bei St. Ulrich mit Teufelsabbiss, verblühtem Sumpf-Läusekraut und Fieberkleeblättern). Um den Abend noch zu füllen, fuhren wir (nach Verhauer beim Maierllift, richtig dann von der Schirast bei der Pengelsteinbahn) hinauf zum Maierl und wanderten ein Stück Richtung Fleckalm. Mit dieser Fahrt über die schmalen Güterwege war unser Bedarf nach Autobergfahrten gedeckt, obwohl wir zum Glück keinen Gegenverkehr an den heiklen Stellen hatten.

Montag, 10. August, Pass Thurn / Panoramabahn bis Hanglhöhe – fantastischer Tauernblick!

Das herrliche Wetter lockte uns gleich in die Gipfelregion hinauf, und den schönsten Blick von den “Grasbergen” der Kitzbühler Alpen zu den “Keesbergen” der Venedigergruppe in den Hohen Tauern gibt es natürlich vom Panoramaweg westlich des Pass Thurn, wo die große Schirunde von Kitzbühel her ihre Wende hat. Der Landschaftseindruck in der Nähe betrachtet, ist naturhaft nur mehr rudimentär, denn im Schigebiet überwiegen die im Sommer störenden Verbauungen, sogar der unter Plastiplanen konservierte Schneevorrat für die ersten Wintertage gehört dazu!

Als “Wanderwege” werden eher die Alm- bzw. Liftstraßen den Gästen nahegebracht, für Naturwege muss man sich halt abseits davon über die Grasrücken halten. Die Blumenwelt ist aber auch hier schon nicht mehr in der prächtigsten Entwicklung, immerhin blühen die Schmalblättrigen Weidenröschen gerade voll auf. Ein interessanter Naturpunkt befindet sich nahe unserem Rastplatz auf dem “Hangl” (einem Alm- und Liftkogel halbwegs zwischen Resterhöhe, dem Startpunkt, und dem “Zweitausender genannten Gipfel). Hier liegt ein Block von Zentralgneis auf dem Rasen, der aber nur aus den Hohen Tauern drüben stammen kann und von den Eiszeitgletschern herbefördert wurde, die Schieferbrocken der Grauwackenzone (zu der die Kitzbühler Alpen ja gehören) wirken voll durch den Farb- und Strukturgegensatz. Nicht nur der Großvenediger mit seinen Trabanten, die sich natürlich ins zentrale Blickfeld postieren, sondern auch der Großglockner wird sichtbar, von Wolken umflort und in eher ungewöhnlich voll zugespitztem Profil.

Annis Panorama (Bilder wie immer “gemischt”) reicht über das Salzachtal hinweg auf Glockner-, Granatspitz-, Venediger- und Reichenspitzgruppe, rechts der Wildkogel – auch ein Schigebiet vom Oberpinzgau her und ein Paradeblickpunkt. Aus den nahen umgebenden Grasbergen ragt nur ein scharfer Zacken auf, der große Rettenstein, und beim Rückweg (teilweise entlang der Almstraße) kommen hinter dem Kitzbühler Horn (einem unserer nächsten Ziele) auch die “Steinberge” von Leogang und Lofer sowie der Wilde Kaiser hervor – insgesamt drei markante Landschaften der Alpen in der Mitte Österreichs sind hier beisammen zu sehen!

Nach der Talfahrt von der Resterhöhe verzichten wir auf den Rundweg durch das Waasenmoor am Pass Thurn, zu sehr hab uns die dort ausgebrochene Bauwut verärgert – im ORF-Fernsehen unlängst gezeigt – die profitgierigen Investoren kümmern sich keinen Deut um den Naturschutz, und die unmittelbare Natur als höchsten Schatz unseres Landes zu bewahren, dazu sind die lokalen und überregionalen Politiker anscheinend nicht willens oder imstande. Unser schon einmal ausgekosteter Schwammerlplatz nahe dem Passübergang wird also diesmal verschmäht, und wir freuen uns schon auf eine echte und nicht verbaute Naturgegend am nächsten Wandertag!

Schon allein wegen dem Nachholbedarf an Digitalbildern ist heuer die pannonische Region bei unseren Ausflügen im Vordergrund gestanden, also haben wir uns mehrfach ostwärts bewegt, wenn auch “Orient” ziemlich übertrieben erscheinen mag… Wenig bekannt und immer wieder interessant, auch im Vergleich zu den Aufzeichnungen vor mehr als 20 Jahren, sind die Sanddünen im Naturschutzgebiet Sandberge Oberweiden. Im Vergleich zum letzten Besuch im Frühsommer jetzt eigentlich eine “Nachlese” gegen Ende August. Die Blüte des Sandgipskrauts ist sicher längst vorbei, aber vielleicht kommen wir endlich den “Steppenrollern” intensiver auf die Spur!

Zu den beiden ersten Landschaftsstimmungen kommen gleich die aktuellen Raritäten – Sandnelke am einzigen Standort Österreichs, vereint mit Sand-Strohblumen, alles bereits am Abblühen, und in einem Feld-Mannstreu haben sich bereits die abgerissenen Stängel des Rispen-Gipskrauts (als “Steppenroller” abgerissen und vom Wind verweht) verfangen, sie türmen sich an jedem Hindernis haufenweise!

Die lange Zufahrt von fast 150 km ist wieder einmal mit einem Besuch in MaLa (Maria Lanzendorf) verbunden, sonst wäre die Fahrt als Tagestour wirklich nicht zu verantworten… Wir halten uns aber nirgends (Hainburg, Schlosshof / Niederweiden, Marchegg) auf und fahren direkt über Donaubrücke Deutsch-Altenburg, Groissenbrunn, Lassee, Schönfeld zum Ausgangspunkt (Richtung Oberweiden). Diesmal benützen wir nicht den heuer schon einmal gewählten Zugang, sausen natürlich an der Naturschutztafel des “Normalweges” zum Sandberg vorbei, aber gleich danach vermittelt eine Sandstraße ebenfalls zum Ziel, noch dazu landen wir bei einem Infoplatz etwa in der Mitte des Hügelzuges, aber an dessen etwas mehr bewaldeter Nordseite. Übrigens ist der Waldstreifen bis hin zur Straße teilweise gerodet und anscheinend aufgeforstet und noch dazu eingezäunt!

Wir begehen den Hügelrücken in Südostrichtung, vom Einschnitt beim Infoplatz gleich auf den eigentlichen Sandberg mit Bankerl, und kommen wir zum Auslauf in die Ebene, wo besonders viele Sandstrohblumen zu sehen sind. Das bizarre Gebilde im Bild ist der Samenstand einer Schwalbenwurz, und bizarr wirken auch die trockenen Fruchtstände von allerlei Flockenblumen, Doldenblütlern und natürlich dem auffallenden und dekorativen Mannstreu. Während die flachen Wiesen an der südwestlichen Seite gemäht sind, steht das abgedörrte “Tauschert” auf dem Sandberghügel in voller Höhe, belebt mit allerlei Insekten, aber welches Tier die Erdlöcher gegraben hat, können wir nur raten… gibt es hier Ziesel? Offenen Sandflächen gibt es fast gar nicht, außer an den Stellen, die Maulwurfshaufen ähneln, sogar die Wegspuren sind dicht verwachsen. Die Rosen (unbestimmter Art) tragen wie der Liguster (allerdings schon reifere) Früchte, insgesamt also ein nicht gerade buntes Bild, aber trotzdem in seiner spätsommerlichen Steppenstimmung recht eindrucksvoll und interessant, womit sich die Tour ja gelohnt hat.

Für die Weiterfahr wählen wir die Strecke über Oberweiden und Baumgarten, kommen aber erst wegen mehrer Baustellen in einer Irrfahrt über Feld- und Radwege (hinter einem freundlichen Einheimischen nachfahrend) zur Hauptstraße Richtung Donaubrücke. Mittag ist leider schon vorbei, und daher verzichten wir auf die Auwaldexkursion (in Marchegg oder Stopfenreuth) und nehmen den nahen Braunsberg wegen der vermutlich schönen Fernsicht ins Visier. Hainburg zu durchfahren ist allein schon ein Erlebnis – das Wienertor wie ein Sprung ins Mittelalter – und weiter geht es bzw. fährt es sich mühelos bis hinauf auf den Braunsberg. Die pannonischen Wälder im Spätsommerstatus haben uns nicht gelockt, aber die bevorstehende Gipfeljause schon dringender! Die Aussicht ist zwar nicht optimal (der ferne Schneeberg nur zu ahnen), aber die nähere Umgebung mit der Königswarte bei Wolfstal (östlichster Punkt, vor Jahren noch während des Kalten Krieges an der schwer abgeschirmten Spionagestation vorbeigekommen, eine der Touren mit Andreas), der Arpadfelsen mit der Marchmündung, der Auwaldstreifen vor dem Marchfeld mit Schlosshof und erst recht die Donauschlingen im Nationalpark sind wirklich sehens- und fotografierenswert.

Die Bilder sind (wie immer im Blog) gemischt von Anni und mir, sie hat aber noch zwei Schnappschüsse extra – Illustration zur Coronapandämie dieses Sommers und ein Insekt auf dem Mannstreu. Anschließend noch ein voller Nachmittag mit Rückfahrt über MaLa, insgesamt fast 300 km, zum Glück nicht mit dem alten Auto, zwar nicht elektrisch (wäre vielleicht die Grenze der Reichweite), aber doch mit der modernsten herkömmlichen Technologie…

2020 – nach dem sehr warmen und trockenen Spätfrühling und Frühsommer wendet sich das Wetter – der “Siebenschläferprognose” ziemlich entsprechend – zu einem wechselhaften, oft kühlen und nassen Sommer, nicht gerade ideal für die wegen der Coronakrise so angepriesenen Österreichurlaube! Absehen von den erst später geplanten Urlauben und einem Waldvierteltrip gilt es daher, die wenigen passablen Tage für kleinere Touren auszunützen, dazwischen noch etwas Erfreuliches – das ausverkaufte Große Wandererlebnis NÖ wird nachgedruckt und erscheint (sonst zwar unverändert) mit meinem neuen Blog: bb-natur-wandern.at, den mir Sonja mit beiderseitigem intensiven Zeitaufwand eingerichtet hat. Zum gleichen Thema NÖ: die englische Ausgabe gibt es noch immer und unterstützt das Image, die “Naturschätze” sind fleißig in Arbeit, vor allem zum Nachholen der Digitalbilder…

Die Erdbeerzeit zeigt sich köstlich, die Schwammerl halten sich noch zurück, die Steinpilze noch dazu frühsommerlich “zerwurmt”! Eine Entdeckung hat uns sehr gefreut – nach einem Facebooktipp haben wir den bisher (uns oder überhaupt?) nicht bekannten Standort des Zungen-Mäusedorns am Gföhlberg gesucht, Anni´s Adlerblick hat es geschafft! Bilder vom 29. Mai:

Überhaupt gibt es auch sonst Neues, am 25. Mai übernehmen wir unseren nigelnagelneuen mazdakristallroten CX-5, und der altgediente (2012er) schwarze Vorgänger wird mit fast 150 000 km abgegeben. Im Garten prangen heuer vor allem die Roten Fingerhüte, wie wir sie auch bald im Waldviertel erleben werden. Bereits am 9. Juni wird die Münchenfahrt gebucht, Sparschiene für uns beide hin und retour ca. 104 Euro, auch das Hotel preiswert mit Zimmer a´ 63 Euro im Accor. So, nun zu den Touren, wie es sich für ein TOURENBUCH eigentlich gehört:

Vor dem Waldviertelurlaub kommt noch der vom Wetter etwas beeinträchtigte Besuch in Puchberg dran!

Freitag, 26. Juni, Kerschenbach-Ursprung (neben ein paar Pilzen auch beginnende Sumpf-Ständelwurz-Blüte und fruchtendes Wollgras).

Samstag, 4. Juli, Moosbrunn / Brunnlust: Neben einem Besuch mit Grillerei zum Naturdenkmal, diesmal abwechselnd gemäht oder Schilfdschungel.

Juniurlaub – drei Tage im nördlichen Waldviertel, von Schrems (mit dem neuen Ziel Haslauer Moor) über Litschau und Rottal bis zum Merkersdorfer Rundwanderweg im NP Thayatal, zwei Nächte beim “Haidl” in Thaya…

Eigentlich wäre am 12. Juni (Freitag nach Fronleichnam) ein Tour ins nördliche Waldviertel vorgesehen gewesen, um vielleicht noch die Sumpf-Porst-Blüte im Rottalmoos bei Litschau zu erwischen. Aber gerade an diesem Tag und bei der (nach dem schönen Frühjahr) unsicheren Aprilwetterlage im Juni über der Nordgrenze Niederösterreichs eine Labilisierung angekündigt. Gewitter und Starkregen gab es ja jetzt genug, daher in die entgegengesetzte Landesecke gefahren. Den Hochwechsel haben wir erst einmal im Frühjahr und zuletzt im Herbst besucht, und Digitalbilder fehlen uns sowieso noch von dort…

Weil wir wegen der langen Fahrt (eine Strecke über 100 km) schon früh aufgebrochen sind, ist der Parkplatz bei der Steyersberger Schwaig noch recht leer. Obwohl es hier einen Schönwettertag geben soll, kühl und ideal zum Wandern auf dieser Höhe. Vor der Kranichberger Schwaig öffnet sich der Ausblick zu den hohen Kalkalpen, vom Schneeberg bis zur Schneealpe, interessant und überraschend, dass hier bis zum Hochwechsel hinauf schon das Weidevieh aufgetrieben ist. Die Blumenpracht ist erwartungsgemäß für die bodensauren Verhältnisse auf diesen östlichen Zentralalpen (noch oder überhaupt) recht bescheiden. Nur die Alpenglöckchen – hier Soldanella montana subsp. hungarica – blühen je weiter hinauf desto schöner, aber am liebsten den Wegrand entlang und nicht an den Böschungen, was beim Fotografieren eindeutig besser wäre. Und was ist mit den Heidelbeeren los? In ihr frisch ausgetriebenes und prächtig blühendes Grün mischen sich vielerorts rötliche kahle Stängel! Zuhaus nachgegoogelt: Es dürfte sich im die Folgen von winterlichem “Holzfrost” handeln, wobei durch verspäteten Triebabschluss mit fehlender Winterhärte zum Zeitpunkt der ersten strengen Fröste dieses Triebsterben eingesetzt hat, verstärkt durch den Pilzbefall Godronia cassandrae (Rotfärbung?). Der Austrieb erfolgt dann aus den tieferen Pflanzenabschnitten, und wenn nicht noch ein schlimmes Wetter kommt, dürfte es nach der üppigen Blüte auch viele Heidelbeeren geben – aber bis dahin ist ja noch lange Zeit…

Vom Dreiländereck hinauf zum Umschussriegel sind die alten Bergwege am eindrucksvollsten, vor allem weil man sonst am Wechsel meist auf Forststraßen unterwegs ist. Auf diesen tummeln sich Scharen von Radfahrern, vor allem mit E-Bikes und wegen der schon im Vorjahr eröffneten MTB-Trails. Auf jeden Fall am besten nicht auf der Forststraße bei der Wechselgrube bleiben (machen wir im Abstieg) und auch beim Anstieg nach dem tieferen Schöberlriegel zum Kammrücken hinaufgehen. Dort ist die Aussicht am schönsten, auch hier weiden schon die Rinder, und auf der Felsburg am Umschussriegel machen wir eine interessante Entdeckung, weil wir noch nie dorthin abgeschwenkt sind und an diesem Tag dort unsere “Gipfelmittagsrast” abhalten wollen.

Ich bin mir unsicher, worum es sich bei dieser Steinschlichtung gleich nordwestlich unter dem mit Steinmann gekennzeichneten Gipfel des Umschussriegels handelt – einen ehemaligen Unterstand jedenfalls, aber ob für den Almbetrieb aufgerichtet oder doch ein Rest aus der Zeit der erbitterten Endkämpfe zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee, die im Frühjahr 1945 auf dem Hochwechsel tobten und währenddessen ganze Ortschaften (wie Wenigzell) total zerstört wurden? Längst ist hier alles schon lange Zeit friedlich, und wir können froh sein, dass diese schrecklichen Ereignisse nur mehr in der Erinnerung von uns Ältesten vorhanden sein können. Die jüngeren Generationen können sich zum Glück nicht vorstellen, wie das Leben damals überhaupt und hinsichtlich der technischen Errungenschaften und des verbreiteten Wohlstands gewesen ist…

Trotz der sommerlichen Wetterverhältnisse ist die Aussicht vorzüglich, die Wolkenballen schweben so nahe über aus dahin, dass man sich wie im Flug fühlen kann. Vor allem nach Südwesten ist der Bergraum unter dem weiten steirischen Himmel fast unendlich ausgebreitet, über den Schöckel und den Hochlantsch weit hinaus, so gut benennen wie den Hauptzug der Nördlichen Kalkalpen vom Schneeberg bis zum Hochschwab können wir allerdings diese Alpengegenden nicht. Dafür blüht es zu unseren Füßen umso intensiver, mit den wenigen Arten dieser Gesteinszone – sommerlich das Goldfingerkraut, Reste vom frühlingshaften Teppich der Gemsheide, dazwischen jede Menge von Moosen, Flechten und Bärlapp. Erst im Hochsommer kommen dann weitere Arten hinzu, vor allem interessante seltenere Weidenröschenarten an der Nordflanke des Hochwechsels. Dorthin kommen wir an diesem Tag leider nicht mehr, denn auf das Wetterkoglerhaus verzichtend, wandern wir nach der Mittagsrast – Verpflegung von der “Genusswerkstatt Baldrian” der Bäckerei Käppl bei uns in St. Veit an der Gölsen und Hainfeld – schön gemütlich zurück zum Asugangspunkt. Viele Fotos, einiges gelungen, aber wie beim volldigitalisierten Auto macht das Gerät immer wieder einmal nicht das, was wir eigentlich wollen…

Wie immer im Blog die Bilder von Anni und mir gemischt! Unseren neuen Blog: “bb-natur-wandern.at” erstellt und eingerichtet von Sonja (Mag. Sonja Gladycz, Mama unserer jüngsten Enkelin Elena) habe ich leider noch nicht voll aktiviert. Dieser wird auch weiterhin die wandertipp-Beiträge enthalten, aber ganz einfach den aktuellen Internetauftritten angepasst sein, vor allem was die Suchfunktonen der Netzwerke wie Google betrifft. Ich selber muss mich erst, nachdem Sonja ihr Projekt so gut erfüllt hat, mit dem neuen Medienauftritt einarbeiten…

Nach der Talfahrt nehmen wir von Kirchberg am Wechsel nicht die Rückfahrt durch das Pittental, sondern fahren über die Rams nach Gloggnitz hinüber – bemerkenswerte Berglandschaft, leider keine Idealblick auf das Schloss Kranichberg (Durchfahrt beim Hotel durch die beiden Burgtore!) und zur Schnellstraße. Bis zum Abend hat hier das Wetter gut gehalten, und den Wechsel werden wieder erst aufsuchen, wenn die Heidel- und Preiselbeeren im Frühherbst reifen oder wenn es vielleicht dann (wie schon einmal erlebt) statt der Beeren eine Unmenge Pilze gibt!

Ja, richtig, fast vergessen – oben auf dem Hochwechsel habe ich eine Markierung der “Via pannonia” gesehen, die von Ungarn her Richtung Mariazell führt und die ich (bei einer Neuauflage) auch in meine “Pilgerwege” aufnehmen will!

Zwar als Radtour vorgehabt, aber leider noch nicht aktiviert, daher ein “gewöhnliche” Ausflugswanderung in die Walster am 6. Juni. Würde auch für eine Frauenschuhtour passen, denn gleich am Anfang sahen wir ein Exemplar aus dem Wald herausleuchten. Übrigens diesmal entgegen unserer Gewohnheit folgende Route: Klauskirche – Schnittlermoos – Fadental – Schwarzwalster – Hubertussee.

In schönster Blüte vorgefunden – Trollblumen, Österr. Wolfsmilch, Mehlprimeln… und natürlich Narzissen, im nächsten Bild am Beginn der Weitung vom Schnittlermoos, wo im zeitigeren Frühjahr auf dem Sumpfboden die “Märzenbecher” / Frühlingsknotenblumen dicht stehen.

Nun sind wir schon im Fadental, ein deprimierender Eindruck mit den Überresten des einst so belebten Gasthofs Labenbacher, die anderen Häuser stehen teils leer oder zur Zeit unbewohnt oder sie schrecken mit Betretungsverboten die Touristen ab. Also das Fadental kann man vergessen…. Rast beim Kreisverkehr mit der uralten Rotbuche, die aber schon ganz hohl ist und wohl auch einmal unversehens den Geist aufgeben wird.

In der Schwarzwalster geht es beschwingt bergab, zu Fuß für uns sicher gemütlicher als mit dem Rad. Enzian und Zwergalpenrosen sind schon längst verblüht, ebenso das Alpen-Fettkraut, aber erstaunlicherweise blüht noch die Silberwurz auf den Dolomitschrofen, am Wasser entlang neben dem überall zahlreichen Wiesen-Kerbel das Bach-Greiskraut. Frauenschuh konnte wir hier diesmal nicht ausmachen, dafür unter den ersten Felszacken nach dem Fadental üppige Blätter der ebenfalls schon längst verblühten Anemonen-Schmuckblume.

Noch etwas spärlich sind die Orchideen, auf den sumpfigen Talboden der Walster typisch das Gefleckte Knabenkraut (Lappland-Knabenkraut?), genaue Bestimmung trotz Exkursionsflora nicht einfach, jedenfalls bemerkt – hohler Stängel… passt auch nicht so recht… Jedenfalls ein wunderschöner Tag, gegen Mittag immer mehr belebt von SpaziergängerInnen und BesucherInnen der “Wuchtelwirtin”. Anschließend noch von der Fadental / Walster / Kreuzung noch eine kurze Strecke Richtung ehem. Labenbacher, wo mein Freund Werner Tippelt am rechten Felsrand eine Menge Flaum-Steinröschen gesehen hat. Für uns wieder NIX, wahrscheinlich (wie bei den Schmuckblumen) schon verblüht und daher unsichtbar.

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