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Krokusblüte im Gölsental beginnt bereits vor Mitte Februar 2020

Krokusblüte im Hausgarten

Eigentlich verwunderlich, dass mich die früh blühenden Krokusse so faszinieren, denn bei uns gibt es sie nur in den Gärten. In der Natur kennengelernt haben wir sie bei späten Schiurlauben in der Steiermark und in Salzburg. In Niederösterreich findet man Krokusse, wie allgemein bekannt, vor allem zwischen Kleinem Erlauf und Kleinem Ybbstal, bei Gresten und auf der Ybbsitzer Höhe („Luft“ genannt nach dem dort befindlichen Gasthaus). Inzwischen haben wir aber noch etliche andere Krokus-Standort besucht bzw. erfahren: Im Oistal bei Langau, bei Neuhaus und in Taschelbach, in Lackenhof sogar an mehreren Stellen (Gföhleralm, Schwarzer Ötscher, Raneck). Zum ausgedehnten Standort auf der Feldwiesalm wurden noch Vorkommen vom Oistal Richtung Rothwald und ein weiteres am Südwestkamm der Gemeindealpe – letzteres muss ich mir heuer bei der Tour vom Eisernen Herrgott zum Terzerhaus endlich noch anschauen.

Frühlingskrokus im Oistal / Langau

Napolitanischer Krokus / Gresten

Crocus albiflorus (hier in Südtirol, Nähe Gampenpass)

Außerhalb der Alpen entdeckte ich Krokusse am Hutwisch in der Buckligen Welt und im Waldviertel bei Christinaberg an der obersten Lainsitz. Leider fehlten mir noch immer die Krokusse im Wienerwald, in der Literatur (Janchen) verzeichnet und auch in Internetbeiträgen zu finden. Die zu den Schwertliliengewächsen gehörenden Krokusse sind nach der botanischen Wissenschaft sehr schwierig in Arten einzuteilen (ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südosteuropa bis nach Vorderasien, so ungefähr). Für den blumenliebenden Wanderer genügt folgende Unterscheidung für Niederösterreich – Neapel-Krokus / Crocus purpureus (Narben höher als die Staubfäden), Weißer Frühlingskrokus / Crocus albiflorus (Staubfäden höher als die Narben., auch in lila). In der Südsteiermark sowie im Koralpengebiet konnten wir noch den Illyrischen Krokus / Crocus exiguus beobachten (etwas stattlicher, lila, Ende der Blütenzipfel mit dunkler Zeichnung).

Seewiese im Naturpark Föhrenberge - tatsächlich mit Wasserlacke

Radtrasse auf der Seewiese

Samstag, 29. Februar – der Schalttag des Jahres 2020 – nun war es so weit, ab in den naheliegenden Wienerwald, Zufahrt von Hinterbrühl über Weissenbach bei Mödling bis zum Talschluss WASSERGSPRENG im Naturpark Föhrenberge. Dort sollte es oben auf der Berghöhe, am Weiterweg von der Perchtoldsdorfer Heide (wunderbarer pannonischer Standort und Zieselkolonien) Richtung Naturpark Sparbach, die allerdings erst im März fotografierten Krokusse geben. Oben auf der Seewiese angelangt, waren nicht einmal die beim Aufstieg in den Wäldern beobachteten Erdprimeln und Leberblümchen zu finden. Nichts als fahler Rasenboden – allerdings auf der ersten erreichten Wiese mit einer ausgedehnten Wasserlacke, vielleicht deshalb der Name Seewiese. Weiter ging es am geschlossenen Gasthaus Seewiese vorbei, immer wieder in die ganz schön weitläufigen Wiesen ausschwenken – aber erfolglos! – bis zum Höllenstein. Dort Abstieg auf Forststraße zurück zum Wassergspreng-Parkplatz. Einzig bemerkenswerte Beobachtung waren die zahlreichen Zwergsträucher von Lorbeer-Seidelbast, gerade mit der Blüte beginnend, und ein blühendes Exemplar des Echten Seidelbast.

Lorbeer-Seidelbast

Echter Seidelbast

Zwergprimeln oder Erdprimeln

Leberblümchen

Noch einmal werden wir diese Erkundungsroute nicht unternehmen, obwohl – vielleicht wäre die Blütezeit doch etwas später, etwa Mitte März? Dann aber nicht zu Fuß, sondern vielleicht mit dem E-Bike, denn die Forststraßen verlangen direkt nach einer solchen Marscherleichterung!

Panorama Kerschenbachhöhe

Dieser Standort der sog. Märzenbecher / Leucojum vernum westlich der Kukubauerhöhe bzw. nördlich des Gehöftes vulgo Göllersreiter (in Kerschenbach / Gemeinde St. Veit an der Gölsen) ist insofern bemerkenswert, als er sich in der Wienerwald-Flyschzone befindet. Diese Frühlingsblume kommt sonst (eher) in den Kalkalpen, aber auch im nördlichen NÖ (etwa Jauerlinggebiet) vor, wo sonst die Schneeglöckchen / Galanthus nivalis heimisch sind. Wir entdeckten diese “Märzenbecherwiese” bereits ungefähr 1969 (parallel zum stark entwickelten Knospenzustand der Rotbuchen) und haben sie seither oftmals im Frühjahr besucht.

Ausgangspunkt Göllersreiter-Sattel

Schneeglöckchen / Galanthus elwesii

"Winterling", neben Schneeglöckchen im Garten am frühesten

Suche in diesem Blog: Märzenbecher, Kerschenbach

Märzenbecher / Leucojum vernum

Zum Vergleich: 24. März 2001 volle und späte Blüte, 28. März 2003 verblühend, 5. März 2017 Vollblüte, 25. Februar 2014; Schnittlermoos in der Walster 14. März 2014.

Innenleben der Märzenbecher

Nachdem die Frühblüher im Garten (St. Veit an der Gölsen) schon seit etwa 10. Februar sich immer mehr öffneten und auch Berichte im Internet auftauchten, war es höchste Zeit, wieder bei unserer “Märzenbecherwiese” nachzuschauen – 20. Februar 2020. Diesmal gab es auf der Wiesenfläche gar keine Märzenbecher (sonst auch dort blühende Pflanzen), aber im Wald und Graben westlich davon Knospen und volle Blüte. Am Ostrand der Lichtung im Wassergraben, am Wald- bzw. Strauchrand und im sumpfigen Wald ebenso.

Im Waldgraben am Westrand der "Märzenbecherwiese"

Beim Graben am Ostrand der "Märzenbecherwiese"

Ein neu ausgeschobener Forstweg quert nun auf etwa zwei Drittel Höhe die Halblichtung (im westlichen Waldstreifen ein kleiner Teich nun eher verstärkt), wirkt sich aber auf den Märzenbecherbestand nicht aus. Die vor etwa 20 Jahren versuchte Trockenlegung des unteren Wiesenteils blieb erfolglos, weil die Maschinen (Traktor oder Bagger) im Sumpfboden zu tief einsanken. Von den damals angelegten Entwässerungsgräben (diese nur im Versuchsstadium verblieben) ist nur mehr der tiefe Graben am östlichen Waldrand in Funktion.

Dirndlstrauch / Cornus mas / Kornelkirsche / Gelber oder Grüner Hartriegel

Dirndlstrauch noch knospig

Also alles gut bis zum nächsten Jahr!

Bildcopyright: Anni & Bernhard Baumgartner

Frühlingsschnuppern in der Wachau

Im Garten blüht es schon längst in allen Farben, und aus der Wachau waren im Facebook schon vor gut zwei Wochen die ersten Kuhschellen-Bilder zu sehen. Also höchste Zeit, auch selbst dort nachzuschauen.

Samstag, 22. Februar:

Nach frischem Wetter ist schon der nächste warme Tag angekündigt, wie schon viel zu oft in diesem Pseudowinter. Also gerade passend für eine Schnuppertour in die Wachau! Welches Ziel – Dürnstein mit Ruinenweg und Kuhberg (wäre sicher besser gewesen), Spitz mit Tausendeimerberg und Ruine Hinterhaus (wäre sicher am besten gewesen)? Aber für Weißenkirchen entschieden, leider die Route mit den wenigsten Kuhschellen…

Der Marktort zwischen Dürnstein und Spitz ist, wie die meisten Wachauorte, überaus malerisch, allein schon durch den historischen Hausbestand. Die Landschaft wirkte an diesem Tag aber eher wenig faszinierend, ebenfalls so typisch für diesen milden Winter wie bei uns in den Voralpentälern mit eher fahlem Farbton. Aber hier setzt halt doch die Donau einen markanten Akzent ins Bild, wenn auch die Natur noch sehr bescheiden entwickelt ist. Wir steigen zuerst vom Marktplatz über die kuriose gedeckte Kirchenstiege hinauf zur Wehrkirche, eine prächtige Anlage vor 1500, als auch in Kärnten die heute so berühmten Wehrkirchen entstanden. In Niederösterreich sind solche Anlagen nicht so häufig zu finden. Ganz lieb hinter der Kirche die Volksschule, eines der ältesten Schulgebäude im Land.

Der Kirchensteig und der Weitenbergweg leiden hinauf zum Aussichtplatz bei den Weingärten Hinterkirchen. Ein eigenartiges Eisenkunstwerk zeigt einen zuprostenden Bullen, und der Mandelbaum daneben zeigt schon ganz dicke Knospen. Der Weg führt in ein kleines Seitental und dann in mehreren Bögen, wo man auch zur Kügerlwand abzweigen kann (eine von uns mit Mühe schon gesuchter Weg) und den Hangweg an der Achleiten erreicht. Panoramaweg ist hier höchst zutreffend – stromaufwärts ebenso wie Richtung Dürnstein und bis zum Stift Göttweig recht der Ausblick. Am steil hinaufziehenden Himmelreich-Weingarten und den Kletterfelsen geht es nun mit Paradesicht auf Weißenkirchen gemütlich weiter. Weingärten breiten sich über die im oberen Bereich recht steile Bergflanke aus. Die schon bei der Beschilderung angekündigte Pflanzform der Reben wird dabei augenfällig, auf Hochkultur folgt der „Stockweingarten“ (leider fehlt eine Infotafel dazu, wäre eigentlich sinnvoll).

Im anschließenden Laubwald mit seinen Eichen und Hainbuchen, wo dem Standort gemäß gerade erst ein paar Leberblümchen aufblühen, zweigt der Weg zum Heurigen Pomaßl ab. Diese Tour über den vielfach mit Felsgruppen besetzten Weitenberg wäre ein Glanzstück zum Wandern in Weißenkirchen. Wieder leider – die spannendste Route zur Kügerlwand haben wir noch nicht markiert vorgefunden. Aber vielleicht gibt es diese Markierung schon, wir wollen ohnehin auf dem Panoramaweg zurück nach Weißenkirchen. Beim Jamek-Keller und beim Klaus-Marterl vorbei geht es dann zwischen riesenhohen Trockensteinmauern weiter hinab nach Weißenkirchen zur „Alten Straße“. Unglaublich, dass sich auf dieser noch in den 1950er Jahren der Verkehr durch die Wachau abgewickelt hat! Die Häuserzeile entlang wirkt wie ein Bilderbuch der Wachau, sogar die Hauszeichen präsentieren sich treffend. Allerdings herrscht noch wenig Betrieb, es ist ja erst Ende Februar, obwohl die ersten Radfahrer schon unterweg sind. In ein paar Wochen gibt es in den schmalen Ortsgassen bestimmt ein dichtes Gedränge.

Weil wir eigentlich wegen der Kuhschellenblüte in die Wachau gefahren sind und auf dieser Route in Weißenkirchen erfolglos waren, besuchen wir noch das Naturschutzgebiet Höhereck zwischen Dürnstein und Oberloiben. Die schönen Bilder täuschen darüber hinweg, dass wir eigentlich – entgegen unserer Erwartung – nur ein paar Blütenbüschel befunden haben, ebenso viele allerdings vom gerade aufgeblühten Berg-Steinkraut.

Vielleicht sind wir zu wenig hoch hinaufgekraxelt, aber mit den für den Panoramaweg Achleiten gerade passenden Laufschuhen wäre das zu mühsam gewesen. Denn auf den steilen, nur teilweise gemähten und daher dicht bewachsenen und mit Blöcken aus Gföhler Gneis durchsetzten Trockenrasen hätten wir besser die Bergschuhe dabei gehabt. Ein Ausweichziel hätte sich angeboten, der Kuhberg hinüber zum Wunderburggraben, aber dafür war es nun zu spät.

Aber trotzdem, wenn auch von der erwarteten Blütenpracht etwas enttäuscht – es war wieder ein herrlicher Wachauausflug, und den nächsten machen wir bestimmt bald mit dem Rad – wenn uns nicht der Märzenschnee dann daran hindert.

Bilder von Anni & Bernhard Baumgartner

… nicht viel, Schneelage nur ab etwa 800 m, im Tal eher kalt, am Berg eher warm, am Montag, 20., das erste Mal in diesem Winter Schnee geschaufelt!

2. Jänner – Annaberg / Reith mit Stauseerunde

Eigentlich wollten wir auf den Tirolerkogel gehen, aber – alle Parkplätze besetzt und bei den Reidlliften auch Höchstbetrieb! Daher gleich weiter zum Bahnhof in Reith und weiter zum Kaiserthron. Vom Kollerbauern hinab zum Speicher Wienerbruck endlich an der felsigen Böschung eine Menge schöner Eisbildungen. Vom Joachimsberg selbstverständlich wieder tollster Ötscherblick!

Dreikönigstag, 6. Jänner – am Weg zur Anna-Alm

Erster Schitag mit Elena beim Kurs am Reidl – ganz toll hat sie sich gemacht! Betrieb fast schon katastrophal, alle Parkplätze überfüllt, sogar beim Ötscherblick vor dem Wastl, wo wir ein Stück (zur Zeitüberbrückung) Richtung Anna-Alm gewandert sind. Zumindest so weit, wie die Spur der Tourengeher fest genug war…

7. und 10. Jänner – Kerschenbachhöhe und Schwarzenbachhöhe

Zwei Spazierwanderungen am Südrand vom WIESENWIENERWALD, kaum Schnee, dafür grandioser Fernblick auf Schneeberg und Ötscher, beide tief verschneit.

12. Jänner – Kirchenbergweg von der Kleinzeller Seite

Von Salzerbad auf der Sonnseite Richtung Kirchenberg, ein etwas ungewöhnlicher Weg, aber schon lange nicht gegangen und daher zur Abwechslung interessant.

15. Jänner – Gföhlbergrunde

Ein Raureiftag mit Hochnebel und Frost, auf dem Gipfel sogar Sonne! Runde von der Klammhöhe – östlicher Gipfelrundweg – Nordostkamm (rote Markierung) – Gföhlberggipfel – Gföhlberghütte – Klammhöhe, toll!

19. Jänner – Schöpflschutzhaus

Am Vortag überraschend nachts ein wenig geschneit in St. Veit, aber nachmittags gleich wieder etwas Regen. Dafür war für diesen Sonntag Schnee angesagt, der auch gekommen ist. Von St. Corona den Waldweg hinauf zur Schöpflhütte – erstmals bei den neuen Wirten / Wirtin eingekehrt, recht gut! Während dieser Mittagspause hat es ordentlich dazugeschneit, und die Heimfahrt war wunderschön winterlich – ein Vergnügen nach der letzten voll aperen Zeit im Tal.

21. Jänner – Hochstadelberg

Nach dem Schneeschaufelmorgen am nächsten Tag die Qual der Wahl – wenn nichts sonst lockt, halt wie schon bewährt auf den Hochstadelberg! Diesmal erster Schiversuch – mit Backcountryski auf der gewohnten Route (Forstweg und Nordwestkamm, hinunter durch die Gipfelmulde zur Forststraße). Auf der Schattseite wie im Tal frostig, am Gipfel schon wieder etwas patzig durch den aufkommenden Föhn. Das Tourenlaufen mit diesen leichten Schiern ist das pure Vergnügen!

Bilder bei beiden Berichten gemischt von Anni und mir!

Wenn auch nicht gerade überfleißig, sind doch sechs Touren zusammengekommen! Sie präsentieren sich zugleich auch als Wetterbericht für den “Phänologischen Kalender”, den ich seit langer Zeit schon führe (jetzt dabei, zurück bis 2008 aufzuarbeiten, nachdem 2000 bis 2008 schon ausgewertet wurde). Also das war im Dezember 2019:

4. Dezember – Kiensteiner Öde

Ganz schön winterlich, so richtig zum Nikolo & Krampus! Aber von Schitour keine Rede…

11. Dezember – in Annaberg vom Reidl zum Waldbauern

Ein sonniger Spaziergang, wenn nicht viel Zeit ist, führt uns oft am Hennesteck-Fuß entlang zum Waldbauern und noch ein Stückerl weiter. Auch diesmal winterlich (keine Ahnung von den schneelosen Zeiten in den Niederungen danach) und in herrlichster Sonne.

18. Dezember – Meiselberg

Weihnachten naht… und ganz typisch gibt es Schnee nur ab 8oo m Seehöhe! Glück für die Annaberger usw. (auch für die Türnitzer, dass sie keinen Eibellift mehr haben). Wir ersparen uns die Kilometer und wandern nahe dem Alpenrand, auf dem freien Höhenrücken zwischen Traisen- und Pielachtal. Eher frühlingsmäßig, daran muss man sich diesen Winter – BISHER !!! – halt gewöhnen.

27. Dezember – rund um den Scheiblingberg

Für die Loipe noch zu wenig Schnee, aber dafür eine intensiv winterliche Wanderung rund um den Scheiblingberg, trotz Feiertagen und Weihnachtsferien hier voll ruhig – im Gegensatz zu den Reidlliften.

29. Dezember – von Gries bei Rohr zum Unterberghaus

Wilderes Wetter kündigt sich an, Sturm auf den Gipfeln. Aber im Miragraben ist es fast kuschelig! Die Schutzhütte bummvoll, nur von Tourengehern, denn für den Liftbetrieb (ohne Kunstschnee) reicht das Weiß natürlich nicht. Also nach wie vor – Winterwanderungen!

30. Dezember – Kernhofer Gscheid

Weihnachtsferien für Bernie, Veronika und Clemens in Annaberg – Astrid und Andreas sind so klug, sich von den überlasteten Reidlliften fernzuhalten und aufs Gscheid zu fahren. Unser Besuch dort wird zu einer eigenartigen Loipentour – der ganz schöne Neuschnee ist gewalzt, aber nicht mit einer Loipenspur versehen. Also zum Wandern wie geschaffen! Herrliche Runde bei strahlender Sonne und Bergblick (nah der Göller, fern der Hochschwab). Die Einkehr in der Schihütte beim Schlepplift zahlt sich aus, vor allem für uns, da wir keine Schiambitionen haben und nur genießen!

In meinem Blog unter “Seiten” zu finden!

Neuerscheinung 2019 meines mehrfachen Autorenpartners WERNER TIPPELT:

Das “Jahrhundertwerk” über die Ybbstaler Alpen, empfohlen als Kombi mit “Ötscher” (von 2001, bereits in 3. aktualisierter Auflage) bei QUEISER.

28. November, Tage voll Nebel in den Niederungen und Sonne auf den Bergen, ganz normal für diese Jahreszeit – die letzten Blätter fallen, und der Zuflug von sonst seltenen Vögeln (wie Schwanzmeisen) zum Futterhaus lässt an bevorstehende Kälte denken. Aber noch ist es nicht soweit, und in Verbindung mit einem Besuch in Maria Lanzendorf ist sogar bei der gegenwärtigen Klimadebatte eine Fahrt in den Nationalpark-Donau-Auen irgendwie vertretbar… insgesamt waren es dann 250 km (MaLa 150 km, also eher ein kleiner Ausflug im Nahbereich, wenn man es so betrachtet).

Beim Blick von Gießhübel über die Ebene ergibt sich ein bizarrer Eindruck – die höchsten Etagen der Hochhäuser am Wiener Stadtrand ragen aus dem Bodennebel heraus, zu Glück lichtet sich dann das Gewölk etwas, um gegen Hainburg zu wieder von dichterem Nebel abgewechselt zu werden. Aber am Strom selbst macht das wenig aus, das Blickfeld ist ohnehin im Nahbereich… Vollkommen ruhig ist es in Stopfenreuth, nur die “Eintrittspforte” in den Nationalpark ist völlig neu (für uns nach schon längerem Besuch), die einstigen (in meinen Beschreibungen erwähnten) Uferhütten sind verschwunden, leider auch die guten Infotafeln unterwegs.

Erster Eindruck sind die gewaltig hohen Baumriesen selbst im nähesten Uferbereich. Die zum Wasser hinführende Fläche ist ungewohnt breit und zeigt alles nur möglichen Einzugsgebiete der Donau in den Schotterablagerungen. Wir gehen ein Stück dort entlang und wechseln erst später auf den Treppelweg, der schon hier eine Aulandschaft bietet.

Nun kommt schon die Schwalbeninsel in Sicht, allerdings durch einen Wasserkanal getrennt und erstaunlich bei dem herrschenden Niedrigwasser – erst weiter westlich gibt es einen trockenen Übergang, zu dieser Zeit könnte man ja dorthin gehen, nicht aber so im Frühjahr und Sommer, wenn die Vögel im Kies brüten (etwa Flussregenpfeifer). Die Ausblick sind eigentlich recht malerisch, wir warten aber schon auf die Abzweigung in den Aubereich (die erste markierte Stelle mit dem Stopfenreuth-Rundweg haben wir nicht beachtet).

Dann kommt das bezeichnete Ende des Treppelweges, und ein Forstweg führt rechts durch den Auwald und über eine Lichtung mit Roßkastanienbäumen zu dem schon erwarteten Altarm – das erste Gerinne fast ausgetrocknet und daher umso wilder wirkend, dann eine von Schilf gesäumte ausgedehntere Wasserfläche. Wir folgen dem Fahrweg weiter und kommen auf die große Wiese vor dem Hubertusdamm (nun nur mehr Marchfeldschutzdamm genannt).

Irgendwo sind wir dort seinerzeit rechts abgezweigt und zur Querung des Altarms näher an Stopfenreuth gelangt bzw. direkt zur Zufahrtsstraße beim Zollwache-Denkmal. Ohne Karte und eigenen Führer gehen wir, noch dazu bei dem Wetter und nach schon längerer Strecke, kein Risiko ein und benützen die Dammkrone für den Rückweg. Erst bei der nächsten Wiese, wo wieder ein Fahrweg in die Au leitet, zweigen wir ab und kommen zur zweiten Altarmquerung bei der Rundweg-Markierung. Zum Schluss geht es wieder auf dem Treppelweg – bei ungeänderten Wetterbedingungen, aber gar keinem so schlechten Fotolicht – zurück zum Parkplatz beim Nationalparkeingang, insgesamt 2 1/4 Stunden.

Für heuer genug von den Niederungen, jetzt wird es erst interessant auf den Bergen mit erstem Raureif und Schnee, der Auwald und das Weinviertel heben wir uns für´s Frühjahr auf – und dann mit dem Rad!

Ziel Tirolerkogel, aber Annaberger Haus geschlossen (von 18. November bis 6. Dezember). Zuerst einmal einparken bei der (leeren) Postbruck-Kehre, Aufstieg über die Wiesen (werden im Mähbereich gerade abgehäckselt), am Gscheid schon spürbarer Wind, aber volle Sonne, gleich danach von einem Wanderer erfahren, dass die Hütte zu ist…

Schneebergblick perfekt schon beim Aufstieg zum Specktal, aber wegen der geschlossenen Schutzhütte Route geändert (schon einmal in Gegenrichtung gemacht): Nach dem “Lawineneck” auf der Forststraße durch das Specktal queren und anschließend am Südhang mit schönen Ausblicken im Bogen hinunter zur Ebenbaueralm.

Gleich am Sattel der Ebenbaueralm (auf der Annaberger Seite) die rechts ansteigende Forststraße entlang, mit zwei Kehren hinauf ins Schlaggelände und nach der dritten Kehre direkt im lockeren Hochwald(rest) den Kamm entlang weiter bis kurz vor die Felskanzel und über den Zaun auf die ostseitige Almfäche des Törlsteins. Wieder einmalig der Blick zum Ötscher, aber auch über Göller und Gippel zum freien und tief verschneiten Schneeberg, südlicher Horizont im Föhnstau, aber um den Hochschwabgipfel überraschend frei.

In der Almmulde östlich vom Törlstein gibt es am Waldrand gegenüber ein Gruppe von Käferbäumen!!! Fast übersehen, denn auf der Wiese lagert ein “Drache”…

Ein tolles Fotomotiv aus “künstlerisch” verwitterten Altholz! Dann geht es auf dem üblichen Weg weiter zur Ebenbaueralm, die Forststraße hinunter zur Walsterursprung-Abzweigung und über das Gscheid zurück zum Ausgangspunkt – 3,5 Stunden mühelos gewandert, völlig einsam, herrliche malerische Stimmungen!

Schon bei der Arbeit für den Naturparkführer Ötscher und erst recht für das Wandererlebnis Ybbstaler Alpen (mit Werner) habe ich als Fototour eine Rundfahrt ins Ötscherland unternommen, damals allerdings bereits im Oktober zur Zeit der schönsten Laubfärbung. Jetzt Mitte November schien es dafür fast schon zu spät – aber: indem es schon einmal kräftig heruntergeschneit hat, sind die höheren Gipfel und natürlich der Ötscher noch schön weiß (glaubte ich zumindest) und ergeben einen interessanten Kontrast zu den noch etwas färbigen Voralpenhöhen. Daher am 16. November, nach dem Sturmtag auf dem Geisbühel, auf zur Fahrt rund um den Ötscher (jedenfalls an der Nordseite).

Erster Stop auf dem Joachimsberg – der Ötscher ist, abgesehen von einem kleinen Wolkenrest in der Nordwand, völlig frei, und wegen der föhnig extrem klaren Luft sieht man “fast jeden Stein”, trotz mangelnder Sonne super! Dann geht es über Reith nach Erlaufboden und Trübenbach, dort grasen die von der höheren Brandgegend hier heruntergebrachten zahlreichen Schafe. Für die Panoramastraße gilt schon Wintersperre, sie ist bei diesem milderen Wetter (hinab nach Erlaufboden muss schon Schnee gewesen sein, daher Sandstreuung) selbstverständlich frei, aber man muss sehr auf die zahlreichen von den Felsen herabgefallenen scharfen Steinbrocken aufpassen.

Nach diesem fast schon “Flugbild” beim Halt über dem Strudeleck folgt die auf der Hangverflachung unter der Brandmauer gelegene Einschichtsiedlung der Brandgegend. Sieht ziemlich vereinsamt aus, wenn auch auf lange Strecke überall die Elektrozäune der sommerlichen Schafweiden herumhängen. Zufahrt ist übrigens vom Trefflingtal her, an den Schneestangen erkennbar. Gegenüber sichtbar das Gegenstück – die Häusergruppe von Nestelberg “IM SCHATTEN DES ÖTSCHERS” (wie das Bild ausdrücken soll).

Weiterfahrt über Trefflingtal – Puchenstuben – Winterbach – Sattel Kreuztanne – Richtung Frankenfels,  aber im Tal (vor der Laubenbachmühle-Abzweigung) links abbiegend hinauf zum Schlagerboden. Die auch botanisch bemerkenswerte Schlagerboden-Polje ist fast nicht erkennbar, bei der herrschenden Trockenheit nur eine gemähte (derzeit weniger) sumpfige Wiese. Der Ötscher tritt nun etwas in den Hintergrund, nur der höchste First schaut über die Puchenstubener Bergzüge drüber, dafür zeigt sich (ziemlich verwolkt) im Osten der Schneeberg, und im Südwesten ragt ganz erstaunlich scharf das Felshorn der Stumpfmauer im Bergstock der Voralpe bei Hollenstein im Ybbstal!

Der Schlagerboden ist überhaupt eine “Traumlandschaft” (wenn man nicht dort oben wohnen muss, wahrscheinlich), so nahe dem Ötscher erstreckt sich eine malerisch gegliederte Landschaft mit ihren bergbäuerlichen Einzelhöfen. Bestens erschlossen durch eine asphaltierte Bergstraße (als Güterweg tituliert), und diese müssen wir im Frühjahr oder Sommer unbedingt befahren – mit den E-Bikes sicher kein Problem…

Mit etwas Glück (und nach den Markierungstafeln des Pielachtal-Rundwanderwegs) versäume ich die Abzweigung rechts zum Frankenfelsberg nicht. Dort zeigt sich der Ötscher noch prächtiger, unmittelbar über dem Einschnitt des Nattersbachtals. In mehreren Kehren geht es stellenweise steil hinunter nach Frankenfels (da darf uns bei der Radtour halt der Strom im Akku ja nicht ausgehen!). Heimfahrt durch das Pielachtal und wieder über die Geiseben, Fahrzeit gute drei Stunden und insgesamt 128 km, also ein “Vierziger” für diese Bergstrecken war ja ganz schön flott, die Fotostopps noch gar nicht eingerechnet. Bilder sehr spätherbstlich, aber es zahlt sich aus, zu so ungewohnten Jahreszeiten zu fotografieren. Die Rohbilder wären aber – trotz des ganz dunkel und klar dastehenden Ötschers – ohne Bearbeitung kaum brauchbar (allerdings nicht intensiv, nur Mittel- und eventuell Vordergrund aufgehellt, helle Passagen etwas abgedunkelt, Kontrast ein bisschen verstärkt, aber ebenso sparsam wie die erhöhte Farbtemperatur).

3. November: Spaziergang zum Taurer in Lilienfeld, noch immer vollgefärbtes Laub auf den nahen Voralpengipfeln, über dem Flachland bis ins Waldviertel dichte Wolkendecken.

8. November: Gipfelrunde im WIESENWIENERWALD über die Kukubauerhütte, Lärchengold und letztes buntes Laub, höhere Berge – Schneeberg und Ötscher gerade noch frei, interessanter Durchblick an der Gemeindealpe vorbei zur Kräuterin – sind schon schneeweiß.

10. November: An der Rabensteiner Sonnseite, aber bereits bei heranrückender Störung aus Nordwest, trotzdem malerische Eindrücke am tut gut-Weg Nr. 3

15. November: Am Leopolditag von der Geiseben zum Geisbühel, bei fast schon orkanartigem Föhnsturm – die letzten Blätter fliegen, aber es ist immer noch so mild, dass der Schnee sogar auf den höheren Bergen wegschmilzt.

“Gemischte” Bilder von Anni und mir! Alles weitere im Facebook: Bernhard Baumgartner Autor & Wandertipp bernhard baumgartner

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