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Wieder zurück auf den heimischen Bergen – Sonntag, 27. Mai – wieder ein Versuch auf die Bichleralpe!

Früher, das heißt vor den Sturmereignissen wie etwa dem Kyrill, war die Bichleralpe von Josefsberg aus eine ganz hübsche kleine Tour, sogar im “Naturerlebnis NÖ” botanisch festgehalten. Danach hatte sich der Waldsteig von der Winkleralm-Brache (hinter dem Josefsberger Alpl) stellenweise in eine Wildnis verwandelt, was ich bei meinem Voralpenführer von 2015 berücksichtigen konnte. Jetzt was es an der Zeit, dort wieder einmal nachzuschauen… Außerdem gibt es seit drei Jahren auf der Felskanzel der Bichleralpe ein Gipfelkreuz, das wir endlich besuchen mussten!

Am “Brunnweg” ging noch alles glatt, er war nicht einmal so dicht verwachsen wie seinerzeit, und beim Sattel blühten die Narzissen – fotografieren beim Abstieg… Außerdem kam gerade ein Jäger oder Förster mit seinem Auto die Forststraße  herauf, und hat sich erkundigt, ob wir auf die Alm gehen wollen – keinen Kommentar von ihm zum Wegzustand, ebenso kein Hinweis auf den Markierungstafeln! Also gingen wir oberhalb der Waldreste auf der Forststraße weiter bergwärts, bis uns ein umgelegter Wegweiser die Stelle zeigte, wo wir abzweigen sollten. Dann gab es nichts mehr, kaum erkennbare Trittspuren, einige Steinmännchen, weiter oben verstreute grüne Markierungen – aber dazwischen lagen kreuz und quer die Stämme, wie so vom Sturm im letzten Dezember entwurzelt worden waren… Einmal drüber, dann wieder drunter, knifflige Stellen rundherum, wo es halt am besten zu gehen schien. Endlich erreichten wir den Waldstreifen, der unterhalb der nordwestlichen Plateauecke stehen geblieben ist. Sogar dort waren noch Hindernisse zu bewältigen, und welche Figuren wir dabei abgaben, habe ich zwar im Bild festgehalten, spare sie mir beim Veröffentlichen!

Da stehen wir schon in der Kehre des Steiges unterhalb der Gipfelkanzel und schauen über den Ameiskogel hinüber zum Hochschwab. Der alte Steig ist zwar noch gut erhalten, aber offensichtlich kaum mehr begangen und wird in den nächsten Jahren immer weniger zu sehen sein. Nicht gesehen haben wir auch die Frauenschuh-Orchideen, die in diesem Gelände eigentlich blühen sollten! Vielleicht sind wir doch zu hoch dafür. Durch den dichten Plateauwald dann hinüber zum eigentlichen (südlichen) Gipfelkamm, wo anstelle des kleinen Holzkreuzes ein gelber Markierungspfeil steht, und dann über die Blumenwiese hinunter zum Felsvorsprung mit dem sogenannten Gipfelkreuz. Vom Facebook wussten wir davon, aber bisher nicht dazu gekommen…

Im Gipfelbuch haben wir die Entstehung verfolgt und unsere Gedanken dazu eingeschrieben. Dank vor allem an den rührigen Herbert Hoppel (einem meiner ehemaligen Schüler der Annaberger Volksschule). Der Rastplatz gehört für uns zu den schönsten in den Voralpen und darüber hinaus, nur werden wir nächstesmal nicht von Josefsberg aufsteigen. Nicht einmal den Abstieg über den “verklausten” Steig wollen wir uns antun, und so setzen wir die Tour fort, wie ich es auch in meinem “Voralpen” (Kral-Verlag 2015) beschrieben habe und wie es sich danach als noch immer aktuell herausgestellt hat. Also auf dem teilweise wiesen Südostrücken hinab bis zu einer Senke vor dem vorne geschlossenen Wald, wo sich eine Dolinengrube befindet – zur Zeit des Almbetriebes vor ca. 50 Jahren wohl eine Tränklacke (ebenso kurz links am Weiterweg, dort sogar noch mit Feuchtstelle). Hier links in eine schmale Schneise und diese hinab, im folgenden Jungwald eine ausgeprägter Weg, und danach rechts (hier ginge es links übers Waldplateau zum Ausstieg des Josefsberger Weges) zur nahen Forststraße. Diese bergab bis zu einem Sattel mit Hochstand und Hütte, hier rechts und durch die Wiesenmulde zur Forststraße, die mit einigen Kehren zur Sabelstuben hinabführt.

Das letzte Bild am Sattel der “Sabelstuben” – Hinweis, dass die Radroute über Annaberg und Ulreichsberg verlegt wurde, sehr sinnvoll an dieser Stelle…. Wir halten uns die scharf nach Nordwesten abzweigende Forststraße Richtung Josefsberg, an der es aber auch noch etwas kritische Stellen gibt. Zuerst die breite Forststraße leicht bergan, vorbei an einem kleinen Gedenkkreuz, dann geht es bergab, und man darf nicht links abzweigen, sondern muss den zwei Kehren der Forststraße bergab folgen (bei der zweiten mündet der Mariazellerweg ein). Dann geht es mit der roten Markierung weiter bis zu der Stelle, wo die Wegtafeln links hinauf Richtung Bichleralpe (und Josefsberg!) weisen. Richtung Josefsberg bleibt man aber auf der Forststraße, um sich den Umweg über die Winkleralm-Brache zu ersparen! Nach längerer ziemlich ebener Strecke folgt eine Kreuzung, hier nicht auf der breiteren Forststraße bleiben, sondern links den schmäleren Weg bergan marschieren, bis der markierte “Brunnweg” erreicht wird (Trasse der alten Josefsberger Wasserleitung!).

Als wir beim alten Liftparkplatz ankommen – im ehemaligen Restaurant hausen nun einige Lamas! – türmen sich schon die Wolken, wir bleiben aber noch trocken, und erst bei der Heimfahrt über Annaberg schüttet es… das hätte uns bei der Windwurfkraxlerei gerade noch gefehlt!

Die botanischen Anmerkungen gibt es beim nächsten Bericht im Vergleich zum Hochstadelberg!

Der kroatische Nationalpark Kamenjak an der Südspitze Istriens – erlebt als Kontrastprogramm von Naturreservat und Tourismus!

Schon bei der Planung der Istrienreise war eines unserer wichtigsten Naturziele das Kap Kamenjak südlich von Pula und nahe dem bekannten Ferienort Medulin, von unserem Urlaubsstandort Rabac relativ leicht zu erreichen, aber vor allem wegen des angeblichen Orchideenreichtums interessant! Beim genaueren Nachforschen fiel mir aber im Internet bereits auf – beworben werden vor allem die tollsten Bademöglichkeiten und sonstige Tourismusangebote… Also waren wir umso gespannter, als wir uns am 2. Mai an die Fahrt zum Kap Kamenjak machten. Die Route ist jedenfalls von Labin aus einfach, auf gut ausgebauten Hauptstraßen, die über die südliche Hochebene Istriens noch dazu vielfach schnurgerade und durch wenige Ortsgebiete verlaufen. Also von Labin hinab ins Rasatal und hinauf nach Barban, einem historischen Ort, dann weite Fluren bis nahe an Pula heran. Erst hier heißt es aufpassen, damit wir die richtigen Abzweigungen erwischen, denn das bekanntere Medulin liegt ja auf einer östlich benachbarten Landspitze, und wir müssen nach Premantura, wo der Nationalpark beginnt. Das Wetter ist jedenfalls sehr schön, zwar warm, aber auch luftig durch den vom Meer hereinstreichenden Wind. Bereits am Ortsanfang von Premantura muss man sich rechts halten, um den “normalen” Eingang zu erwischen (Barzahlung, Gebühr mit Auto 80 Kuna, etwa 11,50 Euro, eine einfache Karte gibt es auch dazu, wie schon im Internet gesehen, leider nicht sehr informativ zur Orientierung).

Gleich danach wird es ernst – oder besser wüstenhaft! Denn eine breite Schotterfahrbahn zieht sich über die Anhöhen dahin, Beschilderungen sind nicht gerade hilfreich, denn was sollen wir mit einer Strandbar oder einem Surfplatz? Endlich ein Parkplatz an einer Bucht, aber auch hier alles verstaubt von der nicht befestigten Zufahrtsstraße, wo jedes Auto irrsinnige Staubwolken aufwirbelt. Beiderseits ist ein Stück Grün nur mehr mit einem graugelben Überzug erkennbar! Die ebenfalls auf diese Straße verwiesene Radfahrer tun uns schon leid, noch dazu wenn sich Familien mit Kindern über die Hügel dahinquälen… Radwege abseits dieser Trasse könnte es zwar geben, sind uns aber nicht besonders aufgefallen. Was sollen wir nun, in der Staublandschaft dahinmarschieren? Also Weiterfahrt bis endlich bei einem Parkplatz endgültig Fahrverbot für Kraftfahrzeuge besteht…

Zu unserer Überraschung stehen schon neben den geparkten Autos eine Menge Orchideen, vor allem die Serapis (Zungenständel) wachsen überaus dicht! Das gibt uns schon Auftrieb für die anschließende Fußwanderung zur Spitze der Landzunge, dem Kap Kamenjak. Hier herrscht wirklich noch Urnatur, wie im Istrien-Reiseführer angedeutet: Südlichster Punkt von Istrien, eine wegen der Winde und des Salzgehalts kahle und steinige Halbinsel, die 1996 zur geschützten Landschaft erklärt wurde. Eine ausführliche Naturbeschreibung haben wir leider nicht gefunden, aber wir können ja nun selbst aktiv werden…

Serapis, Schmetterlings-Knabenkraut, Salep-Knabenkraut, Spinnen-Ragwurz, Bertolinis-Ragwurz – abgesehen von diesen Orchideenarten haben wir botanisch nichts Außerordentliches entdecken können, aber für einen punktuellen Besuch kann man sich ja nicht allzuviel erwarten. Sonst ist die mediterrane Flora eher “normal”, allerdings nicht durch Kultivierung beeinträchtigt. Nur während des 2. Weltkriegs sollen am Kap Beobachtungsstellen eingerichtet gewesen sein, einmal soll es sogar gebrannt haben, unserer Erfahrung leidet dieser Nationalpark vor allem durch die wirklich unzumutbare Staubentwicklung entlang der Zufahrtsstraße bis zu den letzten Parkplätzen. Ich vermute, eine Asphaltstraße könnte womöglich dem Status als Nationalpark abträglich sein. Trotzdem haben wir die Schotterstraße selbstverständlich selbst staubend benützt, denn sonst wären wir sicher nicht von Premantura bis zum Kap gekommen. Dass die Mehrheit der Besucher wohl zum Baden, Schnorcheln und Surfen in die wirklich wunderbar beiderseits der Halbinsel aneinander gereihten Buchten gelangen will, versteht sich ja von selbst.

Leider kann ich das Panorama nicht größer einfügen (ebenso die Bilder, anders einstellen gelingt mir nicht, aber dafür sind die Bilder im Facebook voll und hoffentlich schön genug)! Wir wenden uns als an den östlichen Strand der Halbinsel und gehen dort über Felsböden und verkarstete Hügel bis zur Südspitze, von wo eine Weg wieder zurück zu unserem Parkploatz weist. Die Bilder können mehr erzählen als eine Tourenbeschreibung, in der Erinnerung schaut alles noch viel stimmungsvoller aus!

Beim Rückweg über die Karsthügel mit ihrem von Wiesenlichtungen durchsetztem dichten Machiabewuchs begegnen uns die schon genannten Orchideen in dichter Zahl, die schönsten Exemplare der Spinnen-Ragwurz gibt es aber erst ein Stück nach dem Parkplatz, beim Vorbeifahren gerade noch aufgeschnappt.

Zum Rasten retten wir uns seitwärts von der “Staubstraße” zu einer malerischen Bucht mit Pinienwald, zufällig ausgesucht und für gut befunden, Auswahl an solchen Plätzchen gibt es ja genug. So sind wir sogar schön ausgerastet für die Rückfahrt nach Labin und Rabac. Ob wir zufrieden waren mit diesem Schaustück der kroatischen Nationalparks? Mit unserer gar nicht so unergiebigen Wanderung sicher. Mit der ganzen Aufmachung des Tourismuszieles Kamenjak schon viel weniger, im Ort Premantura wirbt man zwar intensiv mit dem Nationalpark,  die Freizeitvergnügungen (wie es sie überall an den Küsten gibt) stehen aber eindeutig im Vordergrund. Von der Kamenjak-Staubhölle haben wir aber endgültig die Nase (und das Auto) voll, also ein zweitesmal würden wir nicht mehr hierherkommen, was als Qualitätseinstufung wohl genügt… Und immerhin, so viele Serapis in so schönster Vollblüte hätten wir uns nicht einmal im Traum wünschen können, ebenso die anderen hier gesehenen Orchideenarten!

In der längst vergangenen kommunistischen Epoche gehörte sicher auch in Jugoslawien der 1. Mai zu den wichtigsten Staatsfeiertagen. Heutzutage ist er wohl ein Tag von Familien und Sport – das merkten wir im sonst eher einsamen Gelände, wo der nordseitige Aufstieg zum höchsten Gipfel Istriens beginnt. Für uns wichtig war der Wetterbericht, und indem trocken und eher kühl vorausgesagt war, wollten wir gleich diese wichtige Tour unternehmen. Auf dem Ucka, der während der Zugehörigkeit zu Italien Monte Maggiore hieß, sind wir schon gewesen, 2008 vom Parkplatz der Bergstraße über die dem Meer zugewandte Seite. Eine Asphaltstraße führt dort zu den technischen Anlagen auf dem Gipfel, der Wanderweg verläuft zwar abseits davon und war mit der Runde beim Abstieg über die  Vrata eine schöne Tour. Die Nordseite erschien uns aber damals schon als sehr reizvoll.

Für die Anfahrt zum Ucka-Tunnel, wo die alte Passstraße abzweigt, wählten wir nicht die Hauptstraße, sondern die Nebenstraße bei Kozljak, wo auch die Bahnlinie am Fuß des Uckamassivs ansteigt. Erster Halt war dann bei der “Quelle Josefs II.” (ein alter Brunnen, beim Straßenbau durch den habsburgischen Kaiser ausgebaut und immer wieder erneuert). Die Wiesen daneben sind auch ein vorzüglicher Blumenstandort, von blühenden Pfingstrosen oder den gelb blühenden Läusekräutern (Pedicularis foliosa, kommt auch bei Lilienfeld vor) war nur das Blattgrün zu bemerken. Neben einer speziellen Art Osterluzei (Aristolochia lutea) und einem “stengellosen” Läusekraut (Pedicularis acaulis, laut Fritsch Krain und Küstenland, noch nie gesehen) gab es noch ein eben aufblühendes filziges Greiskraut, dazu noch wie fast überall Milchstern, Traubenhyazinthen und Orchis morio (hier am Schattenhang noch in Vollblüte).

Von der Passstraße abzweigend, befuhren wir eine asphaltierte Seitenstraße (wir hatten schon eine gesperrte Forststraße vermutet) bis hin zu den paar Häusern von Mala Ucka – beiderseits ein Treffen kroatischer Familien samt Grillen und Ballspielen! Dort ist der markierte Aufstieg zur Ucka angezeigt, der gleich aus dem halb verfallenen Ort mit seinen von Steinmauern umgürteten Weideflächen hinauf in einen Wald bizarr geformter Rotbuchen führt. Die Häusergruppe wirkt echt ärmlich, Ruinen von Steinhäusern, Schafherde in nicht ganz dichter Umzäunung… Bei der Hinweistafel “Straße des Käses” werde ich mich wohl verlesen haben…

Über dem steilen Waldgürtel schaut der Gipfelgrat herab – dort hinauf müssen wir. Aber das Steigen geht recht zügig voran, wenn auch auf steilem und schottrigen Steig, der verschiedene typische Biotope durchquert. Dem Rotbuchenwald folgen bald überwachsene Schutthalden mit eher mediterranen Gebüschen und Wacholder, daran schließt wieder Laubwald an, sogar mit blühenden Hopfenbuchen. Der Steig quert nun eher durch die Steilhänge nach links auf den Gipfel zu, dazwischen ergeben sich schöne Aus- und Tiefblicke, bis wir in die eher schütter bewachsene Zone nahe der Baumgrenze kommen. Hier herrscht noch Frühling mit Echten Primeln, Kugelblumen u. a. , sogar  Bleiche Knabenkräuter gibt es hier noch voll blühend!

Von etwas unter 900 m bei Mala Ucka sind wir inzwischen hochgestiegen bis zum Sedlo, dem Sattel am Gipfelkamm, wo der letzte Steilauf ansetzt. Inzwischen hat sich die Bewölkung verdichtet, und ein scharfer Westwind bläst. Also gibt es noch keinen Aufenthalt bis hinauf zum Vojak, dem höchsten Punkt der Ucka auf 1406 m, erst dort gibt es im Windschatten des alten Steinturmes eine Rastpause.

Hier stauen sich die zahlreichen Wanderer und vor allem Mountainbiker! Als etwas mehr Platz wird, steigen wir auf die Aussichtswarte – wahrlich ein umfassender herrlicher Rundblick, über Istrien landeinwärts und auf die Meeresbucht des Kvarner mit ihren verzweigten Inseln.

Vor zehn Jahren standen wir erstmals hier heroben (ein eigenartiges Gefühl, nun wohl zum letztenmal), bei etwas sichtigerem Wetter, aber auch diesmal ist der Eindruck gewaltig, und beim Abstieg zurück zum Sedlo finden wir sogar die ersten neuer blühenden Narzissen! Auch bei der folgenden Querung gibt es eine Überraschung – auf den steilen Rasen-Schutt-Halden gibt es bereits aufblühende Pfingstrosen! Nach unserer Erfahrung wird es wohl die Paeonie offizinalis sein, eindrucksvoll vor allem durch ihren Naturstandort. Dann geht es wieder im Wald weiter bergab, bis wir wieder in Mala Ucka mit seinen ringsum entspringenden Quellen ankommen.

Die Rückfahrt zur Passstraße bei Veli Ucka erfordert wegen Gegenverkehr noch einige Aufmerksamkeit, dann geht die kurzen Kehren hinab zur Josefsquelle und zum Nordportal des Ucka-Tunnels. Dort gäbe es noch die mit Felstürmen gespickte Schlucht der Vela Draga zu begehen, haben wir aber bereits 2008 erledigt (Berichte von damals im Blog – Mai 2008). Noch ein paar Bilder von Mala Ucka, insgesamt nicht weit gefahren (95 km), gute drei Stunden Gehzeit, und noch ein gemütlicher Abend im Hotel vor uns…

Mich wundert selber, wie ich auf die Idee gekommen bin, unbedingt einmal einen Urlaub in Rabac  (rábatsch) auf Istrien zu verbringen… Jedenfalls sind wir schon (nach Aufenthalt 2008 in Medveja bei Lovran mit Besteigung der Ucka) 2010 von Porec aus nach Süden gefahren, um nach Rabac zu kommen. Gekommen sind wir damals bis zur Hafenbucht von Trget und haben oberhalb bei einer Rast neben der Streusiedlung Brgod das erstemal Schmetterlings-Knabenraut gesehen (deshalb auch heuer die Suche nach diesem Ort). Nach dreimal Seline und Nationalpark Paklenica sollte es in diesem Jahr also unbedingt Rabac sein, schon im Jänner gebucht, Hotel Valamar gleich für über eine Woche lang Anfang Mai.

Zunächst zur Anreise am Sonntag, 29. April: Vom Hotel Valamar wurden wir schon vor Reiseantritt vorbildlich betreut, sonst wäre ich nicht auf die abkürzende Route gekommen! Schon nach der Autobahn-Verzweigung Triest / Koper bei der Abfahrt Crn Kali ab auf die gut ausgebaute Hauptstraße und über die auf den Berghöhen verlaufende Grenze Richtung Buzet, dadurch den weiten Bogen über die Schnellstraße des Istrien-Ypsilons erspart! Buzet haben wir nebenbei liegengelassen, weil uns diese interessante Bergstadt schon gut bekannt war. Dafür haben wir noch in Slowenien nahe Grasisce eine Pause eingelegt, selbstverständlich im Naturgelände, dabei schon von schönen Purpur-Knabenkräutern begrüßt. Nächster Stop schon näher an Labin, wo wir von 2008 in der Karte eine Orchideenwiese nahe Boljun eingetragen hatten – wieder dieselbe Art, sonst aber noch nicht viel botanisch los (erst bei der Heimfahrt am 10. Mai). Spinnen-Ragwurz bereits ziemlich verblüht…

Den guten Wegweisern nach kommen wir nach Labin, mehrfach ist schon Valamar Hotel & Casa angekündigt, dann geht es steil und kurvig hinunter in die von Wäldern mit Felskulissen umgebene Bucht von Rabac. Im Hotel haben wir ein superbes Zimmer mit Parkblick, fürs Baden ist mit einem Pool bestens gesorgt, und über das Abendbufett will ich mich gar nicht verbreiten, jedenfalls erstklassig, als Hauswein ein frischer Malvasier, also alles bestens, richtig zum Wohlfühlen vor und nach den geplanten Touren.

Wir kennen schon einige Gebiete und Ziele in Istrien (etwa die Küste von Opatija / Lovran, die berühmten Hafenorte an der Westküste und die Burgstädte im Landesinnern, samt Ucka und Cikarija). Daher wollen wir diesmal uns vor allem der Natur und der näheren Umgebung von Labin, der nächstgelegenen und auf Rabac herabblickenden Stadt, widmen. Außerdem nach über 500 km Anreise am nächsten Tag nicht zu weit fahren… Zum Glück hilft uns die Istrien-Karte im 100-Tausender-Maßstab, und unser erstes Ziel soll gleich die an Rabac anschließende Halbinsel sein. Die Karte verrät nur so viel – ein Kap am Ende des bewaldeten Bergrückens, beiderseits Strandlinie, kaum besiedelt – vielversprechend? Werden sehen…

Montag, 30. April – DUGA LUKA

Schon vor dem Frühstücksbufett im Außenpool, so warm kommt es uns hier im Süden vor. Obwohl – das Wetter ist die nächsten zehn Tage eher wechselhaft und zum Glück nicht zu heiß. Vormittags zur Einstimmung Spaziergang auf der hübschen Promenade direkt unterhalb vom Hotel bis zum Hafen. Nach mittags geht es los, wohl letztlich zum Dutzenden Male die Bergstraße hinauf und nochmal bergwärts zur Altstadt Labin, die direkt durchfahren wird und sehr verlockend für einen Bummel ausschaut. Diesmal aber durch bis zum etwas entfernten Friedhof und der entscheidenden Straßenkreuzung – Ziel Duga Luka, dorthin vorerst noch an einzelnen Häusern vorbei, meist durch Kiefern- und Buschwald, aber immer entschieden bergab. Wo sich das Gelände öffnet, endet die Straße vor einer Häusergruppe, alles ruhig ringsum, nur kurz davor eine große Baustelle, vermutlich ein Hotel in dieser prachtvollen, allerdings auch sehr abgelegenen Gegend.

Gleich nach den recht ansehnlich wirkenden Häusern mit ihren schönen Gärten beginnt die mediterrane Urnatur, anfangs selbstverständlich mit den ruderalen Abschnitten des überall anfallenden Sperrmülls. Aber gleich danach wird es wirklich schön, ein immer schmalerer Pfad schlängelt sich durch den niedrigen Macchia-artigen Wald mit vorwiegenden Laubbäumen, daneben blüht schon allerhand, vor allem auch noch der Affodil (das Kennzeichen für ausgelaugte und ertraglose Böden, wie wir verwundert nachgelesen haben). Sogar das Salep-Knabenkraut (Orchis morio) ist hier noch mit einzelnen voll blühenden Exemplaren zu finden dazu noch Ziestrosen und aufblühender Ginster, um nur ein paar Arten zu nennen.

Die Wegspur wird immer spärlicher, sogar etwas verwachsen, aber wir zwängen uns durch – zum Glück keine Schlangen (im Gegensatz zu Starigrad / Seline im Vorjahr). Mit einigem hin und her, immer noch einen dichten Kiefernwald vor Augen, gelangen wir auf eine Lichtung, schon recht hübsch mit ihrem mediterranen Blütenflor, allerdings ohne weitere Besonderheiten. Irgendwie müssen wir zur Küste hinab, so scheint es, und instinktiv wenden wir uns nach links, kommen auf einen ziemlich freien Gras- und Buschhang, der zum Strand hinabzieht.

Blühendes gibt es hier zwischen den kahlen Steinen nicht viel, aber einen ausgetretenen Weg neben den niedrigen Klippen und einen schönen Fernblick auf die unendlich langgestreckte Insel Cres gegenüber. Jetzt ist die Frage – am Ufer zurück oder vielleicht doch rund um die Halbinsel? Wieder gut bedacht, wählen wir den Weiterweg und kommen zunächst an einem fast verwüsteten Waldrand vorbei, mit schief gedrückten und wahrscheinlich von der winterlichen Bora zerzausten Bäumen, wo Anni im Unterholz etwas Rotes leuchten sieht. Wenn wir das übersehen hätten, wäre schade gewesen, denn einmal ins Unterholz eingedrungen, befinden wir uns in einem Paradies von voll blühenden Geschweiftblättrigen Frühlings-Zyklamen!

Dann liegt das Kap Prklog vor uns, ein steiniges Uferrund vor dem Walddickicht mit Panoramablick über den Kvarner, wie dieser Meeresteil an der Südostküste Istriens heißt. Wieder zu unserem Glück setzt sich der Strandweg weiter fort, zum Baden nicht gerade einladend wegen des zwar niedrigen, aber scharfen Klippenrandes, also wohl eher für etwas abmitionierte Wanderer ideal, denn die Fischer gehen nicht so weit von ihren am Berg oben stehenden Häusern bzw. dem Straßenende hierher. Nun wechselt der Pfad in den Wald hinein, bleibt aber immer gut begehbar, nicht uninteressante Pflanzen zur Seite und schließlich sogar ein altes Bauwerk aus Steinen und Ziegeln, schaut von oben aus wie ein Brunnenschacht, hat aber unten seitliche Eingänge, vielleicht einmal ein Wachturm, dessen hochragenden Teile verschwunden sind? Hinweise gibt es keine dazu, aber dafür mehren sich am steilen Waldufer die von Fischern ausgebauten Plätzchen.

Noch bevor wir (wie angenommen) einen Anlegeplatz erreichen, führt eine Betonstiege steil zu den Häusern hinauf, die wir selbstverständlich als Weiterweg akzeptieren. Dann geht es zwischen Steinmauern und Gärten zum Ausgangspunkt und unserem Parkplatz zurück. Dieser liegt am Rand einer üppigen Wiese, die kaum Bewirtschaftsspuren aufweist. Also bäuerliche Anwesen gibt es hier nicht, wir kommen im Gegensatz dazu mit einem kroatischen Hausbewohner in freundlichen Kontakt, der lange Jahre in den USA gelebt hat und nun in dem von seinem Sohn gebauten Haus wohnt. Wir machen es nun nach etwa drei Stunden im Gelände gemütlich und genießen die späte Mittagsrast an diesem wunderschönen Aussichtsplatz.

Fern sieht man Rabac über die Bucht herschauen bzw. suchen wir das rote Dach unseres im Pinienpark versteckten Hotels zwischen all den Neubauten des Tourismusortes Rabac.  Am späteren Nachmittag machen wir uns an die Rückfahrt, die schmale Asphaltstraße hinauf zur Anhöhe vor Labin, das sich vom Friedhof aus in Idealansicht mit dem Uckamassiv im Hintergrund präsentiert.

Noch immer nicht genug des Vergnügens, genießen wir doch abends noch den Außenpool und das Hallenbad, bevor es zum Abendbufett geht. Also ein voller erster Urlaubstag, und einen Spaß macht Anni sich noch – sie bestellt von Rabac aus in St. Veit an der Gölsen bei der Genusswerkstatt Baldrian der Meisterin Elisabeth (vormals Bäckerei Käppl) für Clemens eine Torte für die Erstkommunionfeier !

Das war mein Beitrag zum ersten Istrientag, Annis Bilderalbum ist zu finden im Facebook: Wandertipp Bernhard baumgartner

Auf dem Ucka, dem höchsten Gipfel Istriens – daher auch ital. Monte Maggiore – am 1. Mai 2018, ein Höhepunkt der Istrienreise vom 29. April bis 10 Mai

Nicht hoch hinaus, aber am Samstag 21. April eher weit hinein! Wir waren wirklich schon neugierig, wie sich die Frühlingsblüte bereits entwickelt hat, und ein leicht erreichbarer Standort der subalpinen Flora befindet sich für uns am nächsten in der Walster (Retzbachtal vor der Falkenschlucht wäre zwar näher, aber schon so oft besucht, die Ötschergräben zum Wochenende für uns nicht empfehlenswert – trotz der frühen Jahreszeit; aber immerhin würde bereits als Besonderheit der Burser-Steinbrech blühen).

Wir parken bei der Klauskirche und marschieren weiter in die Schwarzwalster – vormittags noch sehr schattig, zum Fotografieren wäre mittags besser! Der erste Teil der Strecke schaut teilweise recht wüst aus, vielleicht noch vom schneereichen Winter her oder von Forstarbeiten samt Straßenaufschüttung. Aber sobald wir in die erste Engstelle kommen, wird es blumenmäßig interessant, vorher eher nur Pestwurz und letzte Frühlingsknotenblumen, dann an den Schrofenhängen Clusiusprimeln und die erhofften Aurikel (leider nur von hohen Felsen herableuchtende).

Sehr gespannt sind wir schon auf den vor einigen Jahren entdeckten Standort der Anemonen-Schmuckblumen, denn in der Ulreichsberger Klamm haben wir sie schon blühen gesehen! Zuerst aber noch an der Karstquelle vorbei, wo einst das Labenbacher´sche Elektrizitätswerk eingerichtet war. Bald danach, in der Engstelle kurz vor der Fadentaler Weitung, drängen sich wieder rechterhand Felsmassen aus der Waldböschung, und unter einem markanten Vorsprung entdecken wir tatsächlich mehrere blühende Exemplare.

Fadental macht zwar durch den anscheinend dem Verfall überlassenen Gasthof Labenbacher und den vielen Privatweg-Tafeln zu den einzelnen Häusern keinen einladenden Eindruck. Aber indem wir auf der Forststraße bleiben, kommen wir an der Grenzgraben-Abzweigung beim Eingang einer kleinen Klamm vorbei und haben immerhin am “Hauptplatz-Kreisverkehr” einen schönen Rastplatz, geteilt mit Radfahrern…

Einen einzigen blühenden Stock von Clusius-Enzian entdeckten wir erst beim Schnittlermoos (früher dort etliche gefunden, sind die alle ausgegraben worden?). Sonst ist noch alles recht kahl, nur die Dotterblumen haben ihre schönste Zeit, und fast im Bach blühen die zarten Glanz-Gänsekressen. Zuletzt gibt es vor dem “Kleinen See” an der anderen Bachseite noch einen Schrofenhang mit zahlreichem “Jagabluat”. Insgesamt ein schöner Ausflug mit angenehmer Wanderung, bevor noch der Wochenendverkehr durch die Walster anschwillt!

Am nächsten Tag, sonntags 22. April, war sicher reger Ausflugsverkehr zu den bekannten Zielen, aber der St. Veiter Staff steht uns ja sozusagen vor der Haustür gegenüber. Außerdem wollten wir schauen, ob am Naturerlebnisweg bereits Orchideen blühen!

Die Frühlingsflora ist tatsächlich nach der fast heißen zweiten Aprilhälfte schon ziemlich am Abklingen, gerade verblühen die Kirschen und werden von den Blütenkegeln der Birnbäume abgelöst. Dazu hat sich in diesen das Laub der Rotbuchen geöffnet, also die allerschönste Frühlingszeit…. Am Tag dieses Berichts (26. April) hat sich der Wald bis über den Staff hinauf schon belaubt, zwar noch in abwechslungsreichen Grüntönen, aber doch schon im Sommerhabitus, und das vor dem 1. Mai!

Nach der Staffhütte verläuft jetzt die Markierung auf der vor etwa zwei Jahren neu angelegten Forststraße, sonst hat sich nicht viel geändert an der Wegführung – doch, südlich vom Staff verläuft der Steig jetzt nicht im Waldrand der Oberhauserwiesen, sondern wurde ein Stück zum Staff hinan verlegt. Im Sommer angenehmer als das ausgeholzte Gelände am Waldrand, und wenn man diesen genauer begutachten will (Fliegen-Ragwurz, Grünliche Waldhyazinthe), muss man halt sich abseits halten und dabei nicht auffallen… Am Sonnenrand der oberen Staffwiese endlich die ersten Orchideen – wirklich stattliches Mannsknabenkraut!

Wo der markierte Steig den Waldrand erreicht (mit der abgesperrten Abzweigung des herkömmlichen Weges) ist natürlich von den später sicher zahlreichen Roten Waldvöglein noch keine Spur. Aber obwohl am folgenden Wiesenrand alles blau von den Hochstängel-Kugelblumen ist, ist nur eine einzige Anemone sylvestris zu sehen! Zum “Los” hinüber ist der Weg in meinem “artenreichsten Waldstück” neu ausgeschoben, danach von der Grundgrenze an aber wieder unversehrt. Der in seinem Drehwuchs neben der glatten Rotbuche auffallende Mehrbeerbaum steht noch wie seit alten Zeiten, von welchen ein Steinfundament erzählen könnte (nicht einmal im Katasterplan von 1830 erwähnt…). Der alte Burgweg im folgenden Hochwald hat als Zierde einen Eiben-Bonsai, beim Weiterweg fällt vor allem auf, wie sehr an der beim Wegbau freigelegten Wandstufe (typischer Aptychen-Kreide-Kalk) alles schon wieder verwachsen ist. Die Abrutschstelle reicht jetzt schon fast bis zur Wegmitte.

Obwohl es gegen Mittag schon ganz schön heiß wird (höhere Temperaturen als an der Adria durch Sahara- und Föhnströmung), ist die Wanderung über die Wiesen im hinteren Brillergraben angenehm mild. Beim Wasseraustritt prangen die Dotterblumen, aber die erwarteten nächsten Orchideen gibt es erst an der Böschung nach dem Schießstand – immerhin ein paar sehr schöne Exemplare vom Bleichen Knabenkraut!

Beim Briller stehen die Obstbäume in voller Blüte. Die Zwetschkenzeile am Bach entlang (Covermotiv für den noch immer aktuellen und erhältlichen Naturerlebnisweg-Führer) gibt aber kein recht lohnendes Motiv mehr her. Allerdings haben die Bewohner des nächsten Hauses nicht nur ihren Garten ambitioniert ausgestaltet, sondern auch das Gestrüpp am Bach entfernt, sodass nun die dort auftretenden Kalksinter-Stufen erst zum Vorschein gekommen sind.

Ein schöner verfrühter Maisonntag war das, und wenn wir im richtigen und eher schon zu Ende gehenden Mai diese Runde wieder begehen werden, ist die Botanik sicher schon viel ergiebiger als jetzt im Frühjahr!

Nachdem mein “Kuhschellenberg” schon voll in Blüte stand, fehlte nur noch der Facebook-Bericht, um endlich zur Thermenlinie aufzubrechen! Sonntag 15. April, wie die ganze Zeit schon mild wegen der anhaltenden Südwetterlage – eine Wohltat nach den strengen Tagen im März. Obwohl uns der “fade Schlauch” durchs Triestingtal bevorstand, kamen über den Gerichtsberg hinweg angenehme Gefühle auf, endlich wieder eine volle Naturtour. Noch dazu zu einem uns längste Zeit bekannten Naturdenkmal, die sogenannte “Reden” am Römerweg bei Bad Fischau-Brunn.

Die gemütliche Strecke über Hernstein wählten wir erst für die Rückfahrt, denn am schnellsten geht es von uns aus doch über Leobersdorf / A 2 – Wöllersdorf – bei einem der zahllosen Kreisverkehre Richtung Wiener Neustadt Abzweigung nach Bad Fischau bzw. direkt nach Brunn. Zugegeben etwas verwinkelt, aber beim Thermalbad vorbei links haltend kommt man sicher zum Römerweg, der nun Weingartenstraße genannt wird. Parkplatz bei einer tut gut-Infotafel und einen Spielplatz (Pferdespielplatz genannt). Nun nicht auf Asphalt weiter, sondern nur ein paar Schritte die Bergstraße hinauf und neben einem “Syphon” (?) der 1. Wiener Hochquellenleitung links auf einem Wegerl weiter. Vorbei am Ballspielplatz setzt sich dieses weiter im lockeren Gesträuch und Schwarzföhrenbestand fort, voll idyllisch und dazu noch mit zahllosen wunderschön aufgeblühten Frühlings-Adonisröschen!

Ein Stück oberhalb der Römerweg-Asphaltstrecke weiter zu einem auffallenden Griechischen Kreuz (? Inschrift unleserlich) und nun auf der auch als Radweg (Richtung Winzendorf) benützten Asphaltbahn weiter. Trockensteinmauern und einige Rastplätze begleiten diesen netten “Panoramaweg” mit Blick über die Ebene gegen Rosaliengebirge, Bucklige Welt (markant der Einschnitt des Pittentals), zum noch mit Schnee bedeckten Hochwechsel und die Semmeringberge. Bald folgen an der Bergseite nach brachen Flächen schon bearbeitete Weingärten mit auffallend rötlicher Erde, typisch für den höher oben in Felsen und am Bergfuß mit Steinflächen hervortretenden Hallstätter Kalk der Fischauer Berge. Man kann sogar hoch oben am Engelsberg den Steinbruch erkennen, in  dem Pseudomarmor abgebaut wurde (Hinweis für eine längere Tour am Ende des Berichts).

Kirschen und Pfirsiche beginnen schon zu blühen, aber in voller Blüte stehen die Büsche von Weichseln (Badener Weichsel) und Schlehen. Kurz geht es leicht bergauf und zur Einmündung des Seitentals vom Engelberg her mit einer wichtigen Kreuzung, denn auf der kleinen Anhöhe DAVOR (!) findet man bergwärts einen schmalen, aber gut ausgeprägten Steig im Gebüsch neben einer alten Weingartenmauer – Hinweis gibt es sonst keinen! Kurz danach Gabelung, hier rechts am Gehölzrand weiter, bei der nächsten Verzweigung im Bogen links hinauf zu den Trockenrasen “Auf der Reden” (Naturdenkmal).

Man landet auf der beschriebenen Route bei der mittleren Wiesenfläche und sollte sich den beiderseits anschließenden Lichtungen widmen, da der Blumenreichtum (entgegen unserer Erinnerung) etwas ungleich verteilt ist. Fast gänzlich abgeblüht waren jedenfalls die Kuhschellen (die Fruchtstände noch nicht auffallend ausgeprägt), schön in Blüte die Kugelblumen (Herzblättrige) und das Steinkraut (Berg-). Absoluter Höhepunkt die Zwerg-Iris, in den blau-lila Farbvarianten und mit gelblichen Blüten. Zum Anschauen sind diese etwas kompliziert gebauten Geschöpfe sehr attraktiv, beim Fotografieren muss man halt den richtigen Blickwinkel und Bildausschnitt suchen, um die geschaute Schönheit auch eindrucksvoll abzubilden. Und das braucht seine Zeit, aber darüber verfügten wir ja reichlich, weil wir keine längere Tour im Sinn hatte.

Bilder von Anni:

Meine Bilder: Im übrigen Beitrag gemischt!

In einigen Wochen wird man “Auf der Reden” Orchideen finden können – die Adriatische Riemenzunge und (bereits im Föhrenwald am Zugang beim Wasserleitungsweg) den Violetten Dingel. Wir beschlossen unsere Exkursion mit einer Runde zur Eisensteinhöhle, dazu quer über die rechts gelegene Wiese zum Waldrand und dort bei einem querenden (vom Grössenberg kommenden) Waldweg geradeaus auf rot markiertem Steig weiter. Die Schauhöhle ist durch ihre Lage an einer Thermalspalte eine Seltenheit und kann nur mit Führung besichtigt werden: Jeden 1. und 3. Sonntag ab 5. Mai bis Oktober, Ausrüstung wie Schutzkleidung wird beigestellt, wie uns ein Einheimischer versicherte. Die Eisenstein-Schutzhütte ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und die einzige Einkehrmöglichkeit unterwegs (im Ort Gasthäuser und Heurige).

Über den Mühlhoferweg und die anschließende Obere Burgstraße ging es dann bergab zur Bergstraße und dem Ausgangspunkt. Dabei fielen mir ein Straßenname und ein größere Gebäude oben am Waldhang auf – das “Bergschlössl”. Mit diesem könnten mich Erinnerungen verbinden, denn als Kleinkind kam ich wegen einer Erkrankung mit meiner Mutter hierher zur Erholung, so etwa vor 75 Jahren, und da gibt es statt Erinnerungen nur die daran geknüpften Erzählungen – wie bei vielen solchen “Gschichtln”, dieses ist aber echt wahr…

Eine ordentliche Rundwanderung ist in meinem “Großen Wandererlebnis NÖ” beschrieben, sehr lohnend solange es nicht zu heiß wird und die Flora frühsommerlich entwickelt ist – übrigens auch mein nächster Tipp im “treff”, der Zeitschrift der Arbeiterkammer NÖ.

Nächster Ausflug in die Wachau am 12. April – obwohl ich alle für mein Projekt “Ausflugs-Erlebnis Wachau” relevanten Touren schon beisammen habe, nütze ich doch die Gelegenheit für weitere Frühjahrs- und Sommeraufnahmen. Eine meiner Routen ist etwas kurios und eher ein Kultur- als ein Wandererlebnis. Wir haben sie sozusagen zur Winterzeit “entdeckt”, als es darum ging, die Teilstrecken des Welterbesteiges Wachau zu erkunden. Jetzt schien der Augenblick günstig, schön warmes Wetter und vehement ausbrechende Blütezeit!

Also ab nach Krems, aber erst um die Mittagszeit, und daher (nach Parken in der Steiner Tor-Garage, eine einfache Möglichkeit, wenn auch sechs Euro für die Wanderzeit) Start von der Unteren Landstraße aus – wie immer eine beliebte Einkehr, die Konditorei und Schokoladenmanufaktur Hagmann. Dann ging es frisch gestärkt los, und zwar in Gegenrichtung zu unserer letzten Tour, Richtung Hoher Markt, wo Start und Ziel des Welterbesteiges Wachau zusammenkommen.

Auch diesmal erlebten wir – Krems ist eine “Stadt der Türme”, und eine solche Runde ist zugleich eine selbst angelegte Stadtführung, denn überall sind reichlich Infotafeln angebracht, auch die Welterbezeichen findet man einigermaßen leicht. Bei der Piaristenkirche stauten sich schon organisierte Besucher mit italienischer Führung, sonst schwärmen überall Schüler herum, die gerade in den (hoffentlich entspannten) Nachmittag wechseln. Wir gehen jedenfalls ganz locker durch die uns schon bekannten Straßen mit ihren netten Aussichtspunkten. Einziges Manko – die Föhnströmung legt einen Schleier von Saharastaub über die Fernblicke…

Über die Kreuzbergstiege hinauf wird uns schon ganz schön warm, daher verzichten wir auf die höhere Runde durch die Weingärten (bei diesem diesigen Licht auch fotografisch nicht lohnend) und münden bald wieder in die Alauntalstraße ein, wo es an den neuen Universitätsgebäuden vorbeigeht. Sonst ist der Hausbestand hier nicht bemerkenswert (im Gegensatz zum Anfang der Tour), extravagante Architektenträume stehen hier neben biederen und oft unbewohnten Häusern der Zwischenkriegszeit. Erst beim Philosphensteig wird es wieder interessanter, vorbei am Wiedentor und dem Tunnelportal der Wachaubahn erreichen wir die Steiner Kellergasse. Hier sind uns zwei Weinhöfe aufgefallen, und zwar weil sie die Bedeutung des Kremser Weines bereits bei der bajuvarischen Landnahme im Mittelalter belegen – Kloster Mattsee und noch ein anderer geistlicher Besitz aus Oberösterreich. Beim Rebentor, wo der Weg durch die Weingärten zur Donauwarte und zum “Steiner Hund” abzweigt (alle bereits für das Ausflugs-Erlebnis begangen), nehmen wir den Abstieg über die Frauenbergstiege hinunter zur Steiner Landstraße.

Dort wartete auf Anni noch ein Blick in die “Dirndlstube” beim NÖ Bildungs- und Heimatwerk, und ein paar Details sind uns noch an den alten und sorgsam renovierten, aber schon wieder in die Jahre kommenden Häusern aufgefallen. Nach dem Tor des Stadtteils Stein (wahrscheinlich Kremser Tor) folgte noch der windschief sich zur Höhe türmende Betonkoloss der neuen Kunsthalle. Schon kamen wir durch die Und-Straße und die Schillerstraße zum Stadtpark und zu unserem Ausgangspunkt. Letzte Einkehrmöglichkeit nicht ausgenützt, denn einen Hofbräu Biergarten genehmigen wir uns lieber in München original als in Krems in der Wachau….

Ist das am vorigen Bild die Bäckerin mit ihrer altertümlichen Guglhaube und den Brotwecken in der Hand?

Wenn man etwa im Facebook mit den entsprechenden Freunden und Gruppen verbunden ist, erhält man immer die aktuellen Berichte und Bilder – wirklich ganz interessant und ein nützlicher Effekt dieser Medien! Also wussten wir schon – es ist höchste Zeit, die pannonischen Frühblüher zu besuchen (suchen müssen wir sie ohnehin nicht, denn schon jahrelang damit intensiv beschäftigt). In Ungarn, im Nationalpark am Balaton war die Ausbeute (vor allem im Vergleich zum vorigen Jahr) höchst bescheiden. Daher mein Rat, eher in NÖ zu bleiben und die Thermenlinie oder die Wachau botanisch zu bewandern.

Erstes Ziel am Ostermontag, 2. April, das Naturschutzgebiet PISCHELSDORFER WIESEN bei Grammatneusiedel. Ausbeute – drei voll aufgeblühte Küchenschellen / Pulsatilla grandis, sonst aber schon überhaupt nichts Blühendes! Nächster Versuch zu den Frühblühern gleich am nächsten Tag auf die HAHNWIESE , am ersten Kamm der Voralpen zwischen St. Veit an der Gölsen, wo wir uns schon immer auf die Schneeglöckchenblüte freuen.

Die Schneerosen waren (wie an anderen sonst üppigen Standorten) heuer eher spärlich,  eigentlich sehr ungewöhnlich… aber dafür die Schneeglöckchen ganz toll in Vollblüte. Andere Stellen (wie am Schöpfl oder Gföhlberg) sind sich leider nicht ausgegangen, ebenso die Blüte der “Märzenbecher” (Frühlingsknotenblumen) in der Nähe der Kukubauerhöhe. Aber gleich wieder am nächsten Tag (4. April) ab in die Wachau!

Hier hatten wir Glück, mit dem Wetter ebenso wie mit der Blütezeit! Aufstieg über den Ruinenweg (weil dort die Mittagsbeleuchtung ideal war, am Vogelbergsteig eher nachmittags) über die unendlich vielen Stufen, was wir am nächsten Tag überraschend als kleinen Muskelkater bemerkten (fast eine Schande für eine solche läppische Wachauwanderung). Geblüht hat es erst nach dem Abstieg durch den Mentalgraben zu den Weingärten am Kellerberg und Kuhberg, ganz typisch Kuhschellenzeit…

Berg-Steinkraut, Große Kuhschellen, Nickende Kuhschelle, Sand-Stiefmütterchen. Die Marillen hatten schon dicke Knospen und sind in der Zwischenzeit schon aufgeblüht. Nun blieb noch die Suche nach den Krokussen! Aber weil in einem Facebook-Beitrag von Josefa Seel zu lesen war, im Bereich von Gresten und Ybbsitz seien die Krokusse schon verblüht, machten wir uns gleich zu den Hochlagen auf – nicht bedenkend, dass die noch voll weiße Hinteralm samt Muckenkogel ein guter Hinweis auf die Schneeverhältnisse hinter dem Zellerrain sein könnten…

Taschelbach – Neuhaus – Faltltal, keine Idee, dass dort etwas blühen könnte, fast noch ein Meter fester Schnee und kaum apere Flecken. So fuhren wir im Oistal weiter hinab – nächster bekannter Krokusplatz in Langau. Auf der Wiese (sommerliche Viehweide) gegenüber dem geschlossenen Gasthaus Taverne waren wir anfangs voll enttäuscht, nichts als nackter winterlicher Rasen! Aber etwas rechts am Rand der Talfläche gegen die Ois entdeckten wir dann ein kleines Krokusparadies – wie bei Ybbsitz und Gresten Neapel-Krokus / Crocus napolitanus in Mengen! Im Schatten und zwischen den Astresten umgestürzter Fichten noch knospig und aufblühend, weiter in die Sonnenfläche hinein sogar schon verblühend.

Die Krokusse zu fotografieren, besonders wenn sie in der Sonne ihre Blüten öffnen, ist ein Genuss, allerdings meist in hockender Stellung oder kniend! Unsere Ausbeute ist trotzdem sehr zufriedenstellend, besonders weil immer wieder das typische Merkmal dieser Krokusart zu sehen ist – Griffel mit Narben wesentlich länger bzw. höher als die Staubfäden. Beim Weißen Frühlingskrokus / Crocus albiflorus, der in Taschelbach vorkommt und gegenüber der Faltl-Wildfütterung bis in den Wald hinein neben dem Napolitanischen Krokus, sind die Größenverhältnisse in der Blüte umgekehrt.

Eine weitere Tour wäre nach Fischau-Brunn am Programm gestanden, aber mein Facebook-Kontakt BOTANIcUS aus dem Triestingtal hat mich informiert, dass dort zwar Frühlingsadonis voll blüht (bei mir im Garten erst seit drei Tagen), die Kuhschellen schon eher im Abblühen sind und die Zwerg-Iris noch eine Zeit brauchen werden. Daher verschieben wir diese Tour (übrigens in meinem “Großen Wandererlebnis NÖ” ausführlich beschrieben) auf Ende April oder gar schon in den Mai, denn dann gibt es dort auch die Adriatische Riemenzunge und den Violetten Dingel zu sehen. Vorläufig herrscht die üppigste Blütenpracht im Steingarten, und der Kirschbaum vor dem “Salonfenster” hat bereits Knospen zum Aufplatzen – Bäume und Sträucher in Vollblüte, das werden wir vorher noch bei meiner Weltkulturerbe-Runde durch Stein und Krems genießen (kommt erst im “Ausflugs-Erlebnis Wachau”, leider bisher nicht gelungen…)!

Die “Hahnwiese” wird man auf keiner topografischen Karte finden können (wie so viele lokale Ortsbezeichnungen), für Gölsentaler und Kleinzeller ist sie jedoch wie für manche ortskundige Wanderer ein Begriff – die folgende Karte zeigt die Örtlichkeit mit den Zugängen von St. Veit an der Gölsen / Wobach (im Norden) und Außer-Hallbach sowie von Kleinzell / Ebenwald:

Am ersten Tag nach den Osterfeiertagen (4. April 2018) machten wir uns wieder auf, die Schneeglöckchenblüte auf der “Hahnwiese” zu besuchen, als kurze Vormittagswanderung gleich vom Parkplatz Ebenwald aus (Zugang 30 bis 40 Minuten). Das Wetter war prächtig für dieses Unternehmen, sonnig mit nicht zu scharfen Schatten, nicht mehr so kalt wie zu den Feiertagen und nur mäßiger Wind für gute Fotos.

Auf dem Asphaltweg ging es bis zum Hof Wiesbauer / vulgo Kaltenreiter und über die Wiese hinauf zum Kaltenreiter-Stiegl, einem markanten Zaunüberstieg, davor Prachtblick zum Hochstaff und zur Reisalpe. Jenseits bergab zur Senke am “Egger Sand” gab es bereits Schneefelder, und die idyllische “Froschlacke” war noch ganz zugefroren. Im folgenden Wald begann bald das Schneestapfen hinauf zum Leonhardbild, und erst jenseits am schattigen Weg lag der matschige Schnee noch mehr als halbmetertief. Aber dann – die Hahnwiese, schon aper und von Schneeglöckchen übersät!

Eigentlich hätten wir über den Sautaler aufsteigen wollen, aber nun blieb uns nur ein kurzer Weiterweg in dieser Richtung – nämlich zu dem uralten Heustadel, dessen Blockwände und sogar das Brettschindldach schon bald ein Jahrhundert dem Verfall trotzen, wohl auch durch den Schutz der riesigen Fichten und Rotbuchen (solange diese nicht selbst zu Fall kommen). Eine Besonderheit dieses Stadels – er ist ein zeitgeschichtliches Denkmal! Denn an dem beliebten Weg von Rainfeld zum Ebenwald (und wohl auch als geheimes “Liebesnest” gebräuchlich) haben sich immer wieder Besucher an den Balken der Türseite “verewigt”. Allerdings nur für begrenzte Zeit, denn meine bei einer Wanderung mit meinen Eltern am 1. Mai 1949 in Erstklassler-Blockschrift verfertigte Inschrift habe ich zwar bei einer Wanderung mit Anni in den 1970ern noch gefunden und zum Glück fotografiert. Aber in den letzten Jahren war die Eintragung (im Gegensatz) zu anderen wie verschwunden. Diesmal konnte ich eine noch gut erhaltene Inschrift mit meinem alten Diafoto vergleichen, und ich weiß jetzt ganz genau, an welcher Stelle wir suchen müssen, vielleicht kommen unter Moos und Flechten noch meine ungelenken Buchstaben zum Vorschein….

Alte Diabilder vor ca. 40 Jahren, damals war meine Inschrift erst halb so alt und daher noch lesbar! Hier noch ein paar Eintragungen aus den 1930ern und vom Kriegsende 1945, als hier die Frontlinie zwischen den vorrückenden Sowjetsoldaten und der sich unter Einsatz von Minen (der Ebenwald war vor allem rings im den Hochstaff längere Zeit vermint) zurückziehenden Wehrmacht (tatsächlich nur mehr SS-Verbände).

Zur Erläuterung: Manchen alten Rainfeldern werden die Namen von der Inschrift 1935 noch bekannt sein, am Tag als die St. Pöltnerin Ria Zöchling sich hier “verewigte” gab es folgende Ereignisse (zitiert aus meiner Heimatkunde “Lilienfeld und die Voralpen”, Jugend & Volk 1981): Am selben Tag überfuhren sowjetische Panzer  die Reichsgrenze bei Kloster Marienberg, dem Lilienfeld angeschlossenen Zisterzienserinnenstift im Mittelburgenland. Damit wurde die Front, statt wie erwartet an den Leithaübergängen, von Südosten her aufgerissen. Am gleichen Tag kam der Volkssturm aus Lilienfeld, Richtung Ostwall in Marsch gesetzt,  bei Güns / Köszeg an und wurde ohne Waffen erhalten zu haben wieder weggeschickt (sicher ein Glück für  Hitlers  “letztes Aufgebot”). Nach einer  Panzerschlacht bei Wr. Neustadt folgte unter Zurücklassung des schweren Geräts der Rückzug aus dem Wiener Becken in die östlichen Alpenausgänge an der unteren Triesting und Piesting (sowie in das Wechselgebiet). Am 3. April gab das sowjetische Oberkommando den Befehl aus, die Linie Tulln – St. Pölten – Lilienfeld zu erreichen (ein weiteres Vorrücken nach Westen wäre zwar sicher möglich gewesen, ist aber anscheinend durch eine Absprache mit den Westalliierten unterblieben). Folgenschwer für das Gölsental, denn nun schwenkte der Frontverlauf in Südrichtung zu den Voralpen und erreichte am 23. / 24. April das Gölsental. Auf den Bergen und in den Talengen südlich davon blieb dann die Hauptkampflinie bis zum endgültigen Kriegsende stecken und die Kämpfe gingen noch weiter, bis ein massiver Schlechtwettereinbruch Anfang Mai von Natur aus dem Morden ein Ende setzte…

Nun zurück zu unseren glücklicheren Zeiten – “wo die Kinder bei Ruinen nur mehr an die Ritterzeit denken” (wie ich in meiner St. Veiter Heimatkunde in Erinnerung an die eigene Kindheit im fast völlig zerstörten Hainfeld geschrieben habe). Wie jedes Frühjahr (und wie auch 1945) blühen auf der “Hahnwiese” die bezaubernden Schneeglöckchen, und die Natur geht weiter wie das Leben, und so versinken unsere schweren Gedanken in der Vergangenheit …

Bald stapfen wir wieder im tiefen Schnee zurück zum “Egger Sand” und über das Kaltenreiter-Stiegl zum Ebenwald. Zurück ins Tal wird es immer frühlingsmäßiger, und so müssen wir uns wohl beeilen, zur “Märzenbecherwiese” im Wiesenwienerwald noch den letzten Zeitpunkt zu erwischen! Dazu aber noch ein letztes Bild von der “Hahnwiese” bis zum nächsten Jahr…

Warum die Schneeglöckchenblüte dort eine solche Besonderheit ist? Eigentlich sind in den Voralpen die Märzenbecher / Frühlingsknotenblumen verbreitet, aber rund um St. Veit an der Gölsen besteht eine botanisch verkehrte Welt – Märzenbecher im Wienerwald und Schneeglöckchen auf den Kalkbergen der Voralpen!

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