
Dieses stimmungsvolle “Monatsbild” für den März lässt so richtig den Übergang von den letzten, immer wieder eingestreuten Wintertagen zu den jetzt bald folgenden milderen Zeiten im April fühlen! “Der April macht, was er will!” Hoffentlich auch, was wir wollen…
Aufgenommen ist das Bild wohl nicht im Waldviertel, sondern ich nehme an im Pielachtal – dort gibt es zwischen Kirchberg / Sois und Schwarzenbach, also beiderseits von Loich, einige ganz einsame Gipfel mit lohnenden Wanderungen.
Vielen Dank und noch schöne Frühlingswanderungen!
Geschrieben in Allgemein | 6 Kommentare »
Ein weiterer Liebling unter den Frühlingsblumen war das Ziel unserer heutigen leichten Wanderung (27. März): Zufahrt von Türnitz durch die Weidenau, vom Hauptretzhof “Habritzer” (dort blüht schon das Pyrenäen-Löffelkraut, auch eine Seltenheit !) noch durch die Klamm am “Eisernen Tor” zum Parkplatz. Fußwanderung durch das Retzbachtal bis zum Einstieg der Falkenschlucht – Wegweiser mit “NÖ Wallfahrerweg”: sogar für mich nach den aktuellen Nachforschungen für die Pilgerwege eine Neuigkeit, denn allgemein heißt diese Route “NÖ Mariazellerweg-06″, bedeutet letztlich dasselbe – schöne Wanderung Richtung Mariazell…

Anemonen-Schmuckblume / Callianthemum anemonoides: Auf feucht-schattigen Dolomitfluren, blüht von März bis Mai (anfangs Grundblätter nur spärlich entwickelt), laut “Janchen” von den Gutensteiner Alpen bis ins Ybbstal, sehr vereinzelt. Der üppigste Standort befindet sich im Kotbergtal nordwestlich von Lunz am See, unser nächstgelegener ist das Retzbachtal (vom Reiftal bis Innereben, eigenartigerweise nur am östlichen/orographisch rechten Ufer !). Meine anderen Fundorte – Roßbachklamm, Ulreichsberg (Südrand der Klamm Richtung Schmelz, westlich der Michelbichlhöhe, beidemale am Straßenrand im Splitt !!! sicher auch weiter oben in den Felsen und hier ausgesamt – Hahnenfußgewächs mit üppig gefüllten “Fruchtbälgen”, wie beim Winterling), Schwarzwalster (Rechengraben?).

Fast hätten wir geglaubt, noch zu früh dran zu sein! Aber wenn man den ersten Blütenstern entdeckt hat, sieht man immer mehr Exemplare, besonders schön war ein üppiger Stock mit eben aufgeblühten und daher rosa gefärbten “Sternen”. Die gefiederten Grundblätter sind eher graugrün und recht zart, erst in der späten Blüte sichtbar, aber auch nach dem Abblühen ein verlässlicher Zeiger für diese seltene Pflanze.

Noch seltener wäre der Burser´s Steinbrech – von uns im Sand einer Schipiste am Hochkar (am Weg zum Scheineck unter dem Großen Kar) gefunden, bester Standort auf Felsen über dem Wanderweg vom Stierwaschboden in die Ötschergräben. Die Blattrosetten schauen fast wie zarte Hauswurzen aus, zierliche Stengel und weiße Blüten. Indem der Schnee schon wieder weg ist, müsste der Steig von Wienerbruck über den Lassingfall hinunter schon begehbar sein – also gleich ein nächstes Ziel, aber nur kurze Wartezeit, denn auch dieser Steinbrech blüht äußerst früh!

Geschrieben in Am Wasser, Bildergalerie, Botanik, Exkursionen, Markierungen, Mostviertel, Natur-Erlebniswege, Naturkalender, Türnitz, Wallfahrten, Weitwanderungen, Ötscherland | 3 Kommentare »
… und Kindheitserinnerungen!
Nach einem verfrühten Versuch für die “Schneeglöckerltour” auf die Hahnwiese am 5. März (> im Blog), unternahmen wir diese traditionelle Frühlingswanderung am Donnerstag, 24. März, mit Begleitung von Eli. Dabei konnten wir unseren “Heimvorteil” voll ausspielen (nicht zu vergleichen mit den Fußballern, weil gerade aktuell, denn da hätten wir abstürzen müssen…)!

Zum Wanderziel: Die Hahnwiese (wohl benannt nach Auerhahn-Standort) befindet sich in einem 1040 m hoch gelegenen Sattel zwischen den West – Ost verlaufenden Kämmen von Sengenebenberg und Kiensteiner Öde / Schwarzwaldeck. Hier kommen die Markierungen von St. Veit an der Gölsen auf den Ebenwald (rot) und von Außerhallbach über vulgo Sautaler (blau) zusammen. Vom Ebenwald-Parkplatz spaziert man rot markiert über vulgo Kaltenreiter in knapp einer Stunde dorthin.

Die naturkundliche Besonderheit: Neben anderen Frühlingsblumen (Wald-Gelbstern, Schneerosen, dazu kommen etwa später noch Neunblättrige Zahnwurz u. a.) gibt es auf der Hahnwiese ein außerordentlich üppiges Vorkommen von Schneeglöckchen (> siehe meinen Kommentar bei der Märzenbecherwanderung in meinem Blog). Besonders an der Nordseite wird die – wegen schon seit Jahrzehnten (genau muss ich erst beim Tonibauern im Steigengraben erfragen) nicht mehr erfolgte Mahd – immer mehr verwildernde Wiese (Buchenaufwuchs, vorjähriges Gras) vom urigen Waldrand des Sengenebenberges (für mich der nördlichste Tausender der Alpen) begrenzt.

Das “Thomas Hausleitner-Gedenkkreuz” – ein nur den Gölsentalern bekanntes Wanderziel: Am steil und felsig abfallenden Nordwestkamm des Sengenebenberges befindet sich diese Erinnerungsstätte (Erinnerungstafel am Kreuz, Rastbank). Zugang – von der Kreuzung der Markierungen nordöstlich am Waldrand ansteigen, bis ein recht deutlicher Steig in den Wald hineinführt (dort mehrstämmige Rotbuchen, aber dieses Merkmal ist leider nicht so eindeutig, weil dort öfters vorkommend).

Unsere Tour: Wir gingen bei herrlichem Wetter vom Ebenwald her zum Kaltenreiter, geradeaus über das “Stiegl” mit herrlichem Reisalpen- und Hochstaffblick in die Mulde am Egger Sand (Historisches im “St. Veiter Häuserbuch” !). Dort war die Lacke immer noch vereist, nur ein schmaler Wasserstreifen war als “Sonnenspiegel” schon frei – von Laich und Kaulquappen natürlich noch keine Spur, diese im späteren Frühjahr ganz üppig und bei einer “Kinderwanderung” ein Höhepunkt! Der noch merkbare Altschnee war zwar schon weniger geworden, aber dafür lag vom Kälteeinbruch des letzten Wochenendes noch eine ca. 20 cm hohe Neuschneeschicht. So kam Eli doch noch zu ihrer “Schneestapftour”! Wir führten unsere begeisterte Begleiterin noch zum Gedenkkreuz und zum “Stadel”. Mit Rückweg und Bummeln waren wir immerhin drei Stunden auf den Beinen. Eli war zwar wie immer gut gerüstet, aber Anni und mich rettete anschließend das “g´schmackige” verspätete Mittagessen aus der auch reichhaltigen Nachmittagskarte im Gasthaus Engl-Zöchling in Rainfeld (für mich erstes Seiterl des heurigen Jahres und ein “supriges” Krenfleich…).


Der “Hahnwiesen-Stadel” und Kindheitsspuren: In meiner Familie, wie vor allem auch bei etlichen Rainfeldern, war die Wanderung “über´n Sautaler” und die Hahnwiese zum Ebenwald sehr beliebt. Nicht nur zum “Blumenschauen”, sondern auch für´s Biwak im Stadel am Beginn der Hahnwiese! Wir hatten sogar einen “Familienbaum” am Aufstiegsweg, in den mein Vater nach altem Brauch immer wieder das Datum einschnitzte (muss ich auch einmal nachsuchen), und auch an den Balken des Stadels hatten wir uns verewigt. Ich staunte nicht schlecht, als wir Anfang der 1990er-Jahre noch meine etwas ungelenken Blockbuchstaben entziffern konnten: “BERHARD KÄTHE PEREGRIN BAUMGARTNER”, dazu das Datum: 1. Mai, es kann nur 1948 in meinem Erstklasslerjahr gewesen sein! Ebenso wie diese Aufschrift habe ich eine von 1935 fotografiert – der Rainfelder Schiefer Poidl, aber nicht mit meiner Tante Hermi, die mit ihm sehr befreundet gewesen sein muss. Als tollkühner Bursch hatte er in den Februarkämpfen 1934 die hohen Betonbögen der “Frechbrücke” in Rainfeld (inzwischen einer neuen Brücke gewichen) erklettert, um die Telegrafenleitung durchzuschneiden. Aus dem Weltkrieg ist er dann nicht mehr zurück gekommen…

Allem Suchen zum Trotz, diese Erinnerungsschriften konnte ich diesmal nicht mehr entdecken. Zum Glück habe ich Dias von 1992, und anhand der Holzstruktur kann ich vielleicht beim nächsten Mal doch noch fündig werden…

Geschrieben in Aktuelles & Persönliches, Bildergalerie, Botanik, Exkursionen, Markierungen, Mostviertel, Mystische Plätze, Natur-Erlebniswege, Naturkalender, St. Veit an der Gölsen, Winterwanderungen | 2 Kommentare »
Bevor es aus dem Garten von den ziemlich verblühten Schneeglöckchen zur möglicherweise vollen Blüte auf der Hahnwiese geht, hol ich noch einen typischen früh blühenden Zwergstrauch herbei – den Seidelbast. Eine starke Giftpflanze – besonders die Früchte, aber auch der Blütenduft!!! Blühende Zweige weder abreißen noch ins Zimmer stellen, heißt es in der Exkursionsflora!

Stark duftende Blüten, wohl um die Insekten anzulocken, haben auch zwei derzeit voll aufgeblühte Sträucher, die auch danach heißen – Duftschneeball und Duftgeißblatt.


Mein absoluter Favorit ist aber die Hundszahn-Lilie, eine Charakterpflanze der Illytischen Flora und eine Kostbarkeit. Der rötliche Vulkanstein verrät schon, wo der Hundszahn am liebsten wächst – auf den Vulkanbergen der Südoststeiermark. Ja, solche geologischen Besonderheiten gibt es auch bei uns in Österreich, allerdings nur mehr in längst erloschener, höchstens in Thermalquellen erscheinender Aktivität.



Geschrieben in Allgemein | Kommentare deaktiviert
Diese Wanderung haben wir bereits am 13. März unternommen, aber eigentlich wäre erst von jetzt an der empfehlenswerte Termin dafür. Wir erwischten zwar einen relativ milden “Zwischentag”, aber die Natur war noch ganz schön winterlich – sogar mit Eisresten im Altwasser und auf dem Kamptalweg.
-
-
Keller in Stiefern
-
-
Kamptal bei Lösswand mit eiszeitlicher Verlehmungszone
-
-
An der Kampbrücke bei Altenhof
-
-
-
Biberspuren
-
-
-
Vereister Waldbach
-
-
Eisplatten am Kamptalweg
-
-
Nicht schrecken vor den Heuschrecken!
-
-
-
-
-
-
Historische Schmiedwerkstatt in Oberplank
-
-
Feuerwehrgenerationen in Oberplank
-
-
-
-
Kampstau beim Schloss Buchberg
-
-
-
Hl. Felix – typisch bei Hoyosschlössern als Familienschutzpatron
-
-
Kamp in Gars mit Gertrudenkirche und Babenbergerburg von Thunau
Meistens gehen wir diese Talwanderung flussabwärts – am besten von Gars (das Stück von Rosenburg bis dorthin bringt nicht recht viel – eher Bahnwanderweg) bis dorthin, wo wir genug vom Marschieren haben und in die Bahn steigen, um wieder zum Ausgangspunkt zurück zu fahren. Wochentags fährt fast jede Stunde ein Zug in jede Richtung, sonntags am mittleren Vormittag und am Nachmittag günstig (über Mittag eine Pause). Nur – wieder einmal etwas gelernt (verdammt spät dazu !) – den Fahrplan genau anschauen, nicht am Haltestellenbankerl sitzen und auf den nicht kommenden Zug warten…

Keller in Stiefern
So ist es durch meine Unachtsamkeit passiert, und die in Buchberg “versessene” Zeit hätte gereicht, um den nächsten passenden Zug in Gars noch zu erreichen. Dieser kam uns kurz vor dem Bahnhof in Thunau schon entgegen… Und im Kur-Restaurant-Konditorei Ehrenberger war ein solcher Betrieb, dass wir nicht einmal Würstl bestellen konnten (ganz abgesehen von anderen kleinen Speisen auf der Karte) und es bei Kaffee und Mehlspeis blieb, trotz anderem Gusto – und als wir damit fertig waren, gähnte das Lokal schon halbleer…

An der Kampbrücke bei Altenhof
Wir gingen also diesmal, weil in Schönberg gerade eine längere Wartezeit auf den Zug gewesen wäre (Anfahrt bis Gars geplant und Wanderung talab), den Kamp entlang flussaufwärts. Start in Stiefern, dann bei Altenhof vorbei, durch Oberplank bis Buchberg. Aus obigem Grund dann noch weiter bis Gars, Rückfahrt um 16.30 Uhr. Gehzeit bis Buchberg knapp 3 Stunden, noch 3/4 Stunde bis Gars.

Eisplatten am Kamptalweg
Zum Eingehen war diese Tour – wie immer im zeitigen Frühjahr – günstig, dass sich die Gelenke wieder vom Dahinhaxeln etwas durchschmieren. Vom Gelände her und wenn es wärmer ist, benützt man dort besser das Rad. Allerdings zweigt der Radweg vor Buchberg zur Hauptstraße hin ab, und man versäumt so eines der schönsten Stücke am Schloss Buchberg vorbei. Zu Fuß ist beim Weiterweg günstig, nach dem “Klösterl” links abzuzweigen und mit einem mittelprächtigen Aufstieg über die “Holzwiese” mit ihren archäologischen Besonderheiten nach Thunau zu gehen. Wer ganz weit marschieren will, beginnt in Zöbing, geht am Fluss entlang nach Schönberg, dort über den Kalvarienberg nach Stiefern – das sind dann insgesamt über 5 Stunden.

Was hat geblüht? Vor allem Schneeglöckerl! Leberblümchen und Lerchensporn erst im Knospenstadium. Jedoch schon in Vollblüte am felsigen Wegrand vor dem Anstieg zur Terrassenfläche südlich von Plank die Großen Küchenschellen. Seit dem Hochwasser von 2002 sind viele flussnahe Flächen verwildert, dienen im Sommer als Pferdeweiden oder Überflutungsräume bei Hochwassergefahr (obwohl es diese durch das Kamptalkraftwerk gar nicht geben dürfte, die Katastrophe von 2002 aber womöglich gerade durch den abrupten Wasserablass der Stauseen entstanden ist – Ursache? Der Starkniederschlag versickert besonders im Waldgelände nicht gar so schnell, während die auf den Seeflächen fallenden Wassermassen zu sofortigem Anstieg und Gefahr für die Stauwerke führen). Die höheren Terrassenflächen sind vielfach und mehr als früher (wie mir vorkommt) umgeackert. Bemerkenswert sind die massiven Biberspuren am Kampufer.

Mit jeder Woche später wird das untere Kamptal, das höchst passend “Kleine Wachau” genannt wird, ein schöneres Natur- bzw. eigentlich Blumenerlebnis bieten, bevor es gegen den Sommer hin zu heiß wird. Hübsche Blumenarten kommen dann noch dazu – Felsensteinkraut, Gelbsterne, Muschelblümchen und viele andere, von den blühenden Stäuchern und Obstbäumen ganz zu schweigen! Alles schon erlebt und festgehalten in: “Naturerlebnis NÖ” (mit spezieller Botanik von Karl Oswald), “Wandererlebnis Waldviertel & Wachau”.

Geschrieben in Aktuelles & Persönliches, Am Wasser, Bildergalerie, Botanik, Kulturtouren, Markierungen, Meine Veröffentlichungen, Natur-Erlebniswege, Naturkalender, Wachau, Waldviertel | Kommentare deaktiviert
Ein paar Stunden vor dem offiziellen kalendermäßigen Frühlingsbeginn war es am Sonntag, 20. März, höchste Zeit, wieder einmal und schon zu diesem Zeitpunkt traditionell (zum Hochzeitstag am 1. Juni sind das die Pfingstrosen auf der Reisalpe) die “Märzenbecherwiese” im Kerschenbach aufzusuchen!

Standort und Besonderheit: Westlich der Kukubauerhöhe, im Sattel kurz vor dem Gehöft Göllersreiter (Wegkreuzung und Holzplatz vom Büchinger-Poldl, dem fleißigen und auch nicht mehr gar so jungen Jungbauern), dort nördlich bergab in eine verflachende Waldbucht mit sehr sumpfigem Boden. Abstieg am besten am rechten (östlichen) Hochwaldrand. Während die bei uns als “Märzenbecher” bezeichneten Frühlingsknotenblumen üblicherweise in die Kalk-Voralpen hinein vorkommen (derzeit Hauptblüte !), wachsen sie hier auf dem kalkarmen Flyschboden des westlichen Wienerwaldes. Ob es wohl im Wienerwald noch andere Vorkommen gibt? Mir sind keine bekannt…

Über Nacht hatte kurz vor dem Frühlingstermin die Strömung wieder einmal auf Nord gedreht – eiskalter Nordwestwind, Neuschnee bis unter 700 m herab, Schneespuren auf den Wienerwaldhöhen, tief verschneit gegenüber die Voralpen und deren erste Erhebungen. Markant ist immer die Sengenebenwiese (höchstgelegener Bauernhof der Gegend auf 820 m, zwischen St. Veit und Ebenwald), denn solang die nicht völlig aper ist, macht auch der Frühling nicht viel her!

Wir machten auf bekannten Wegen eine kleine Rundwanderung, eben mit dem Ziel der Märzenbechererkundung – als Wanderroute wählt man sehr lohnend die Überschreitung von
Rohrbach über die Kukubauerhütte (zum Wochenende geöffnet) nach St. Veit, Rückfahrt mit der Bahn zum Ausgangspunkt möglich.

Nach dem übrigen Vegetationsstand -vor allem im Vergleich zu unserem sonnigen Garten – hätten wir uns nicht gewundert, zu früh dran zu sein. Aber Überraschung – die Märzenbecher standen in voller Blüte, nur wenige erst knospende Exemplare, sogar am östlichen schattigen Lichtungsrand und im Gehölz voll aufgeblüht. Wenn jetzt endlich wirklich warme Tage kommen, wird es mit der Pracht bald vorbei sein. Dabei lag noch Schnee in der Verflachung, in der Sonne nur zögernd abschmelzend und anscheinend noch vom Winter übrig. Trotzdem drängten sich die Märzenbecher durch die vorjährigen Grasreste und durch die Schneeflecken!

Weitere Überraschung war, dass wir im Kerschenbach-Talgrund bei der Heimfahrt noch drei Stellen mit Märzenbecherblüte bemerken konnten, die uns bisher nicht aufgefallen waren. Wo jetzt noch alles grau und braun ist, leuchten die Blätter der Märzenbecher frischgrün aus den Sumpfmulden und von den Bachufern. Sogar in der feuchten Wiese vor dem Gehöft “Moar”, wo unser unvergesslicher Blumenfotograf Leopold Birkner zuhause war, sahen wir von weitem weiße Blütenköpfe.

Also sind noch einige Blumenspaziergänge fällig – zum Glück so nahe - bei den horrenden Bezinpreisen!
Geschrieben in Aktuelles & Persönliches, Am Wasser, Bildergalerie, Botanik, Exkursionen, Kukubauerhütte, Mostviertel, Natur-Erlebniswege, Naturkalender, St. Veit an der Gölsen, Wienerwald, Wiesenwienerwald | 7 Kommentare »
Die Küchenschellen haben wir letzten Sonntag (13. März 2011) im Kamptal schon blühen gesehen. Da wird auch in der Wachau und an der Thermenlinie auf sonnigen Hängen die “Kuhschellenblüte” voll eingesetzt haben. Im Gölsentaler Blumengarten sind immerhin die puscheligen Knospen schon deutlich größer geworden, und wenn es nicht zu sehr abkühlt, werden sich die ersten Blüten bald öffnen, weil es schon ein bisschen blau herausschimmert. Interessant könnten dabei die Arten sein – die Große (Pannonische) Küchenschelle treibt zwischen den abgedorrten Blättern ihre Knospen wie Wollknäuel heraus, die Gewöhnliche (Bayrische) Küchenschelle entwickelt zuerst ihre zarten Blätter; eine dritte, im Süden beheimatete Art (Berg-Küchenschelle ?) öffnet soeben (Mittwoch, 16. März) ein bisschen ihre Knospen.

Für die geplante Tour in die Wachau hat das Wetter heute nicht gepasst, dafür zur Gartenarbeit, dass noch nicht einmal Zeit für den Bericht aus dem Kamptal geblieben ist – folgt mit Verspätung, aber als Anregung zum Nachwandern kann ohnehin noch eine Woche Zeit vergehen.

Inzwischen hab ich das große Vergnügen, nicht ein neues tolles Buch zu lesen (“Jeder Kramer lobt sei´ War´ !”), sondern dieses sogar noch zu verbessern (Fahnenkorrektur der Pilgerwege, hoffentlich sind nicht zu viele Fehler drin – schaut aber im Gegenteil ganz schön aus, vor allem durch die empfindsam eingesetzten Bilder - danke www.vielseitig.co.at !).

So, und jetzt zum Garten: Ohne jemals gepflanzt geworden zu sein, sprießen überall Blausterne hervor! Die Zeit von Winterling, Schneeglöckchen und Wildkrokussen neigt sich allerdings schon dem Ende zu. Nur die Märzenbecher-Frühlingsknotenblumen sind ebenso wie die Botanischen Krokusse voll erblüht.

Weiter geht es nun auch bei den Sträuchern! Das Duft-Geißblatt hat sich lange zurückgehalten, als noch der Wind so eisig war, jetzt öffnen sich die wie anmutige Ballettröckchen wirkenden, süß duftenden Blüten. Duft-Schneeball und Winter-Jasmin hatten schon vor den strengen Wintertagen offene Blüten, die vom Frost ganz übel zugerichtet wurden. Die ersten Frühjahrsblüten (Vorblüte war schon im Spätherbst) sind noch zu wenig fotogen!

Ja, im “Hintaus” tut sich jetzt auch allerhand – die ersten Hochstengeligen Primeln beginnen schon zu blühen, sogar die Buschwindröschen, aber nur im tiefsten Schatten: Eigentartig, aber verständlich, dort sind sie nicht nur geschützt, sondern müssen sich mit dem Blühen und Fruchten auch beeilen, bevor das Laubdach der Strauchhecke sich über ihnen schließt und das Sonnenlicht wegnimmt!
Geschrieben in Allgemein | 4 Kommentare »
Endlich – der Winter scheint (zumindest vorläufig und in den niedrigeren Regionen) am Ende!
Da lohnt sich endlich wieder, wieder mit der Kamera durch den Garten zu streifen, nachdem in den letzten Wochen gar nichts weitergegangen ist. Jetzt – am 12. März – ist erst die Vollblüte der typischen Frühblüher “eingeläutet” worden: Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen – besser bekannt als “Märzenbecher” (nicht mit den auch als solche benannten Narzissen, den gelben “Osterglocken” zu verwechseln, diese treiben gerade ihre Blattspitzen aus der morgens noch gefrorenen Erde) und die Krokusse in hellblau, lilaviolett und gelb (die weißen kommen etwas später, wie mir scheint). Die Bienen summen nur so herum im “Pollenrausch”! Übrigens Pollen – wo stark geniest wird, blühen noch die Haseln oder vielleicht schon die Erlen…


Und an den Böschungen blühen auch schon die “Erdprimeln” (Primula vulgaris, früher auch P. acaulis, Stängellose oder Schaftlose Erdprimel, alles laut Exkursionsflora) – da sehe ich schon einen Grund, wieder einmal frühzeitig nach Südtirol zu fahren, denn dort soll es die Südliche Wald-Primel / Primula intricata geben (Blütezeit April bis Mai, collin bis subalpin, passt zur Apfelblüte um Meran oder im unteren Vinschgau). Diese ist allerdings unserer Hohen Schlüsselblume sehr ähnlich – diese treibt derzeit in den Strauchzeilen und an den Waldrändern gerade die ersten Blätter und Knospenstiele aus!

Was auch sicher schon blühen wird – die Leberblümchen, aber dazu müssen wir erst einen Spaziergang aus dem Garten hinaus in die “wilde” Natur unternehmen – wird diesen Sonntag passen, bei fast 20 Grad plus (vor einigen Tagen hatten wir noch minus 10).

Geschrieben in Bildergalerie, Botanik, Mostviertel, Naturkalender, St. Veit an der Gölsen, Wienerwald, Wiesenwienerwald | 5 Kommentare »
Dieses Wochenende fiel unser “Sonnentag” bereits auf den Samstag! Morgens wie zuletzt schon so oft eine Nebeldecke im Gölsental, doch das Wetterpanorama von Annaberg zeigt schon – Sonne an der Tausendergrenze. Nicht zu weit fahren – schauen, ob die Schneeglöckerl schon woanders auch blühen (nicht nur im Garten an der Sonnseite) – Ziel ist klar: die “Hahnwiese”, am markierten Weg von St. Veit zum Ebenwald, knapp südwestlich vom Sengenebenberg (nicht nur “mein” nördlichster Tausender der Alpen), im Sattel zwischen Steigengraben und Atzbach. Flurname von dort (einst oder noch immer?) balzenden Auerhähnen (wäre jetzt die richtige Zeit) oder (etwas unwahrscheinlich) Birkhähnen.
Annis Wanderung: Von mir bis zum Zöchling vulgo Brandstätter im Wobach gekarrt, dann allein wandernd noch auf asphaltiertem Güterweg durch den Nebel zum Sengenebner (höchster Bauernhof der Gegend, aber nicht mehr bewohnt). Dann auf dem alten Ebenwaldweg durch den überaus steil in den hintersten Pfenningbach abbrechenden Hochwald zur Höhe des Seitenkammes “hinter” der Sengenebnerwiese (früher beliebte Schiwanderung, Signalpunkt für ersten und letzten Schnee im Gölsental). Durch den seit den 1950er Jahren aufgewachsenen Jungwald (damals gab es dort oben ein kaum zu löschenden Waldbrand, Bäume wegen des extremen Standortes noch immer nicht hoch gewachsen) auf einem Steig und einer neueren Forststraße über den “Steigengraben” genannten Talschluss des gleichnamigen Grabens beim Tonibauer / Vonwald zur Hahnwiese.

Bernhards Spaziergang: Wegen Wackelknie und nach einer anstrengenden (letzten) Therapiewoche auf der flacheren Route – vom Ebenwald-Parkplatz (bei der Auffahrt von Kleinzell ab dem Plattner-Gasthaus in herrlicher Sonne) über den Kaltenreiter zum “Stiegl” oberhalb dieses Gehöftes. Übrigens den jungen Herrn Wiesbauer getroffen, ein ganz freundlicher Enkel der schon lange verstorbenen “Kaltenreiter Fanny” (einer Herzensfreundin meiner Mutter und Tante), der mir in der Küche den bereits 1902 (!) gesetzten und noch immer in Verwendung stehenden “Sparherd” zeigt – ein zwar schon historischer Küchenherd mit Seltenheitswert, aber eine ganz tolle und effiziente Koch-, Warmwasser-, Back- und Heizmöglichkeit (im Kamin oberhalb gibt es noch immer die “Selch” !). Weiterwanderung (Beschreibung beim gemeinsamen Rückweg) über das “Stiegl” zum Egger Sand, entlang der spärlichen St. Veiter Markierung zu dem von mir so benannten “Hahnwiesengatterl” mit Leonhardbild.

Unser gemeinsamer Weg: Wo der Weg im Schatten und daher noch tief verschneit zur Hahnwiese hinab führt, haben wir dann nicht mehr telefoniert, sondern uns mit Jodler verständigt – kurz darauf Zusammentreffen und gemeinsamer Rückweg. Besonders schön zeigt sich die Mulde beim Egger Sand (dort eine Tränklacke, früher auch ein längst verschwundenes Kleinhaus – beschreiben in meinem “St. Veiter Häuserbuch”). Im Schnee am leicht geneigten nordseitigen Almhang hinauf zum Querrücken mit dem schon zweimal genannten “Stiegl” (= Zaunüberstieg). Dort zeigt sich am aperen Hang zum Kaltenreiter absteigend der Ebenwald in Idealansicht – das Gehöft (vulgo Kaltenreiter = zwar kalt dort in 1000 m Seehöhe, aber Name kommt von “Galtvieh” und “Reit” = Rodung für eine Jungviehweide, bereits im 13. Jahrhundert !), der pyramidal-alpin-felsige Hochstaff und die breite Bergmauer der Reisalpe – eines der schönsten Berg-Kultur-Bilder der Voralpen. Der “Kaltenreiter” (Familienname Wiesbauer, die zwei ältesten Söhne der “Kaltenreiter Fanny” heißen Wochner, Vater im 2. Weltkrieg gefallen, später Heirat mit Herrn Wiesbauer) war 1976 ganz entzückt, als er im Geschäft in Kleinzell meinen ersten Führer “Die Voralpen an Traisen und Gölsen” mit einer Abbildung seines Bauernhofs gesehen hat!

Über den halb aperen Ebenwald spazierten wir am Scheerhof vorbei, den der junge Wiesbauer geerbt und neu ausgebaut hat, zum Parkplatz. Bei der Talfahrt gab es zum Glück nicht viel Gegenverkehr auf der schmalen Ebenwaldstraße, aber zum Wochenende ist wegen der vielen Autos die Fahrt sicher nicht so angenehm. Da können leicht weit über 100 Autos oben stehen, und die Wanderer gehen zum nahen Ebenwaldhaus (Wochenende bewirtschaftet), über die Hochfläche zum Schwarzwaldeck (Schutzhaus der Familie Malojer, eines in der Hitlerzeit zugewanderten Südtirolers, leider geschlossen, wurde von einer Religionsgemeinschaft gekauft, aber man wird dort nicht unfreundlich behandelt, wenn man sich auf ein Bankerl setzt) oder gleich die prächtige Bergtour über den Hochstaff zur Kleinzeller Hinteralm und auf die Reisalpe.

Die Schneeglöckerlblüte auf der Hahnwiese ist ganz große botanische Seltenheit, weil diese Blume sonst eher im Auwald oder auf manchen Wienerwaldgipfeln (Gföhlberg, Schöpfl) vorkommt, aber nicht innerhalb der Kalkalpen (dort gibt es die “Märzenbecher” genannten Frühlingknotenblumen). Der Nachbar vom Kaltenreiter soll schon vor drei Wochen ein paar Schneeglöckerl von der Hahnwiese mitgebracht haben (vermutlich vom obersten Sonnenhang des Sengenebenberges), aber am Weg vom Steigengraben her waren noch ausgedehnte Schneefelder, und Anni hat nur einige winzige Triebe und kaum noch Knospen gesehen!
Geschrieben in Aktuelles & Persönliches, Bildergalerie, Botanik, Garten & Küche, Markierungen, Meine Veröffentlichungen, Mostviertel, Natur-Erlebniswege, Naturkalender, Wetter & Schnee aktuell, Wienerwald, Winterwanderungen | 3 Kommentare »
28. Februar 2011 von Bernhard Baumgartner
Danke für die Bilder und den aktuellen Schneebericht, den uns Eveline (bekannt von der Haute Route NÖ) zur Verfügung stellt!
In Altmelon hat der Schnee recht lang gehalten. Besonders interessant an der Loipe durch die Meloner Au ist dort ein Bestand von Spirken (= Pinus uncinata), das sind hochwüchsige “Latschen”, aber einen eigene Art der Gattung Föhren (wie Zirbe, Legföhre …): Baum mit aufrechtem Stamm, Höhe bis 10 m und darüber, andere Namen – Haken-Föhre, Aufrechte Berg-Föhre, Berg-Spirke. Besonders interessant das Vorkommen – “Steilhänge, besonders schneereiche nordexponierte Hänge auf flachgründigen Böden über Dolomit- und Kalkfelsschutt, montan, zerstreut bis selten, besonders in den westlichen Alpen – selten Osttirol, Nordtirol, Vorarlberg, Lichtenstein, Südtirol am Reschenpass” (nach Exkursionsflora). Da ist das Vorkommen im Waldviertel, speziell von den Bodenverhältnissen her, eine botanische Sensation – genau genommen wächst sie dort in der Fichtenbacher Au, der große Rundweg von Altmelon führt dort hindurch. Auskünfte am besten beim Kirchenwirt Karl Lichtenwallner, den Luagaluckaweg nicht vergessen, und schöne Grüße ausrichten!

Das letzte Bild hat Eveline an der Zwettlstein-Loipe bei Gutenbrunn aufgenommen. Dort gibt etliche ehemalige Waldbahntrassen, die zur Holzbringung angelegt worden sind (u. a. an der Verbindungsloipe nach Bärnkopf). Übrigens bestand dort im frühen 19. oder gar schon 18. Jh. (?) ein Tunnel zur Holzschemme, die sogenannte “Berglucken”. Durch diesen Stollen wurde das Schwemmholz vom Einzugsgebiet des Kamp an die Südseite des Weinsberger Waldes befördert und wahrscheinlich über die Ysper weiterbefördert. Oberhalb der Ysperklamm befand sich ja als Stauwerk der “Ödteich”, der aber nach einem Dammbruck aufgelassen wurde.

Schöne Naturbilder und Anlass für allerhand sicher Interessantes, danke Eveline!
Geschrieben in Arbesbach Altmelon, Bildergalerie, Botanik, Bärnkopf / Weinsberger Wald, Haute Route NÖ, Langlauftouren, Mystische Plätze, Waldviertel, Wetter & Schnee aktuell | Kommentare deaktiviert