Durch das Schwarzaubachtal
4. Mai 2012 von Bernhard Baumgartner
Mein neuer Wandertipp in der Zeitschrift der Arbeiterkammer NÖ ist nun auch bei den Naturfreunden online!
4. Mai 2012 von Bernhard Baumgartner
Mein neuer Wandertipp in der Zeitschrift der Arbeiterkammer NÖ ist nun auch bei den Naturfreunden online!
4. Mai 2012 von Bernhard Baumgartner
Nun sind alle drei neuen 2012-Bücher sogar bei mir eingelangt!
Das große Wandererlebnis NÖ (entsprechend der 3. Auflage) in der Englisch-Ausgabe mit 240 Seiten, übersetzt von Mike und Conchita Jordan.
Mein “Lieblingskind” – das Waldviertel, diesmal (in der 3. erweiterten und aktualisierten Auflage) nicht nur mit der Wachau, sondern auch mit Südböhmen und Tschechisch Kanada, daher neu hinzu gekommene Touren, Bilder und 208 Seiten.
Die nunmehr 4. erweiterte und aktualisierte Auflage ist schon auf 272 Seiten angewachsen und enthält einige bisher nicht erfasste Touren, die naturkundlichen “Zuckerl” präsentieren auch Ziele aus meinem mit dem Botaniker Karl Oswald verfassten “Naturerlebnis NÖ”. Dieses Buch ist noch im Buchhandel erhältlich, wird aber nach Abverkauf nicht mehr neu aufgelegt. Restexemplare sind (wie von allen meinen älteren Büchern, ausgenommen die “Erbstücke” der Wander- und Landschaftsführer) bei mir zu erfragen.
Mit dem im Vorjahr erschienen Pilgerwege-Buch ist die Serie meiner Bücher im Kral-Verlag (Verleger Robert Ivancich, Buchhändler u. a. in Berndorf www.kral-verlag.at ) auf bereits vier angewachsen. Heuer gibt es außerdem noch neu von Csaba Szepfalusi das “Wandererlebnis Weinviertel mit Süd-Mähren” (ein Artikel darüber im neuen “Land der Berge”), dem ich viel Erfolg wünsche!
1. Mai 2012 von Bernhard Baumgartner
Das zwar subtropisch heiße, aber auch noch immer herrliche Wetter am 1. Mai war der Anstoß für meine schon längst geplante Fotofahrt – Motiv: der noch tief verschneite Ötscher aus dem blühenden Mostviertel. Die Hitze hat aber dafür gesorgt, dass in den niedrigen Lagen die Baumblüte schon fast vorbei ist (nur mehr späte Apfelsorten). Anderseits ist der markante Laubaustrieb der Rotbuchen schon bis über 800 m hinauf gelangt, wo noch die Kirschbäume blühen, nebst Löwenzahnwiesen überall, volle Obstblüte in den Voralpentälern. Die Voralpengipfel über 1000 m sind aber noch winterlich kahl, und Schneeflecken sind noch vielfach zu bemerken.
Anfahrt über die Westautobahn bis Ybbs, dabei etwas diesiges Licht, und bei meiner Abzweigung von der Erlauftalstraße vor Wieselburg traf ich nur auf ein knallgelbes Rapsfeld als Vordergrund. Erst westlich von Schauboden, bei den Grillenberg-Gehöften, wurde ich fündig – Apfelbäume noch in voller Blüte, der Ötscher natürlich noch relativ weit entfernt.
Nächstes Ziel – Blassenstein bei Scheibbs: Beim Gehöft Schwarzenberg gab es einen hübschen Ausblick mit Birnblüten, aber keine Weiterfahrt zum Schlagerboden, von dem ich mir allerhand erwartete.
Über St. Anton an der Jessnitz also auf den Schlagerboden bis zur Schindlegger Höhe. Dort standen Großer und Kleiner Ötscher schon näher vor mir, nur von den vorgelagerten Berghöhen bei Puchenstuben in der tieferen Region abgedeckt. Diese “Bildlücke” überbrückten aber frisch grünende Rotbuchen und Kirschblüten, also doch ein “schönes Bild”.
So richtig üppig wurde die Frühlingslandschaft aber erst bei der Talfahrt nach Frankenfels und ins Pielachtal hinaus – aber das sieht man halt nicht mehr auf den Ötscher… Auf jeden Fall ist womöglich schon in einer Woche die Vegetation so weit fortgeschritten (es soll ja immerhin warm bleiben), dass von Reith und Wienerbruck oder vom Hochbärneck ein ideales Ötscher-Frühlingsbild gelingen könnte!
Mein neues Header-Bild zeigt übrigens vom Schindelegg aus den Großen und Kleinen Ötscher und den Dürrenstein!
19. April 2012 von Bernhard Baumgartner
Nun waren wir schon vier Tage am Fuß der Koralpe herumgewandert und immer noch nicht hinauf zur Berghöhe gekommen! Außerdem wollte ich unbedingt noch einmal nach Osterwitz, dem winzigen Bergdorf auf 1143 m Höhe mit seiner großartigen Marien-Wallfahrtskirche. Also blieb nur der Tag der Heimreise übrig, für den wir uns allerdings eine ganz günstige Route ausdachten.
Von Deutschlandsberg zuerst auf der großzügig ausgebauten Straße Richtung Weinebene, an Trahütten mit der Villa Alban Berg (der sich dort länger aufgehalten hat) noch vorbei, dann nach der Wanderkarte auf einer schmalen asphaltierten “Höfestraße” über Spitzegg unserem Ziel entgegen. Wiesenränder mit typischen Bauernhäusern, malerischem Ausblick und lilablau leuchtenden Krokusflächen – das war der Auftakt, bis die Kirche von Osterwitz mit ihrem Mauerring und spitzem Turm in Sicht kam. Die Stimmung war ähnlich wie im Spätherbst vor zwei Jahren (einige Bilder stammen von damals), nur war es eben diesmal ein Vorfrühlingsspaziergang mit Krokusbegleitung und letztem Schnee auf den Höhenzügen.
So angenehm verlaufend die Sonnenseite des Osterwitzer Bergrückens ist, umso steiler dünkte uns die Talfahrt jenseits in den obersten Laßnitzgraben hinab. Erst auf der nächsten Hauptstraße, die von Wildbach heraufkommt (zwischen Deutschlandsberg und Bad Gams, bekannt als Ursprungsort des Schilchers), ging es wieder flott voran, wenn auch immer zügig bergauf.
St. Oswald in Freiland hatten wir schon vorletztes Jahr besucht, ebenfalls eine schöne Bergkirche, bemerkenswert vor allem durch die kunstvolle innere Kirchentür – eine moderne Kunstschmiedearbeit nach dem Symbol eines siebenarmigen Leuchters. Beim verstreuten Ort Kloster (nur vom Namen her auffallend) wurde die Tausendergrenze überschritten, und die eigentliche Passhöhe der Hebalm mit über 1300 m bestand eigentlich nur aus einem großen Liftparkplatz. Trotzdem machten wir hier Halt.
Von meiner Massörin in Schwanberg hatte ich schon erfahren, dass die Weinebene als Schigebiet von der Hebalm weit übertroffen wird, aber mit Pistenspaß war hier auch nichts mehr los – zwar noch große Schneeflecken, aber ringsherum vielfach apere Almwiesen in winterlich-schneearmer Tristesse… Aber zum Glück gab es auch hier Illyrische Krokusse in Massen, und beim Spaziergang zur nahen Freiländeralm kamen wir sogar zu einer beachtlichen Moorfläche. Sonst gab es dort weder andere Blüten noch eine einladende Gaststätte (ausgenommen am Parkplatz), dichtere Wolken zogen über die weitläufigen Bergrücken und passten so recht zu der Stimmung, die ein Höhenweg über diese Kammhöhen vermitteln wird – lang dahin und mit nur wenigen Höhepunkten, vielleicht zu einer anderen Jahreszeit ansprechender.
Über die eigentliche Bergsiedlung Hebalm, vorbei an den von der Straße nordseitig hinab ziehenden Sesselliften und ganz ordentlich geneigten Pisten, ging es dann bald nordwärts abzweigend zum Packsattel. Bestens geeignet für die Heimfahrt – die Autobahnauffahrt und anschließend eine Benzin sparende Talfahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkungen (unsere zwei Strafmandate kassierten wir anderswo) hinab ins schon frühlingshaftere Gelände bei der Annährung an Graz. Diesmal fuhren wir die direkte Route über Bruck an der Mur – vom Rennfeld schaute noch etwas Schnee herunter, und sicher werden dort auf der Pischkalm die Hundszahnlilien und Frühlingskrokusse sogar noch jetzt blühen, weil es seither immer noch kalt auf den Höhen war.
Bis Mürzzuschlag änderte sich auch nicht viel im Naturbild, aber dann hinein nach Neuberg – wie ein Schock – die tief verschneite Schneealpe, die ihrem Namen jetzt alle Ehre machte! Das absolute “Schneeloch” erlebten wir aber dann zwischen Mürzsteg und dem Lahnsattel mit noch meterhohen Schneemauern am Straßenrand. Die Südseite des Göllers glänzte wie ein Gletscher, sogar einige Spalten hatten sich im Firn geöffnet und lassen noch längere Zeit sogar große Lawinen erwarten. Bei der Passhöhe, die an Wochenende voll gestellt ist mit Tourgeherautos, war es an diesem Tag ganz ruhig, unten in der Terz blühten (wieder einmal – nach den letzten südsteirischen Eindrücken) die Märzenbecher, und am Kernhofer Gscheid hätte man sogar noch langlaufen können.
Vom Frühling in den Spätwinter und wieder in den Vorfrühling – nur ein paar Tage unterwegs, aber das Sprichwort bewahrheitet sich immer wieder: Wenn eine(r) eine Reise tut, hat sie(er) auch was zu erzählen!
18. April 2012 von Bernhard Baumgartner
In der eher sanften Südsteiermark verdient das zum Dreiländer-Eck gegen Kärnten und Slowenien verlaufenden Radl-Gebirge wohl diesen Beinamen, worauf auch Liselotte Buchenauer schon hingewiesen hat. Von der weitläufigen Koralpe her biegt der Grenzkamm (so seit 1919) entlang dem Drautal nach Osten, und der große Reliefunterschied hat dort steile und noch dazu dicht bewaldete Berghänge geformt.
Bei unseren “Urlauben” oder “Reisen” (je nachdem, wie man´s als Pensionist oder in meinem Fall besser als “Freischaffender mit Staatssubvention” empfindet) suchen wir auch aus den Tourismus-Informationen viel Interessantes heraus, denn einheimisch sind wir ja nur bei uns in den Voralpen bzw. in Niederösterreich und besonders im Waldviertel. So habe ich vom vorletzten Jahr (November in Stainz) mitgenommen: Ausflugsziele Steirische Schilcherregion, Wandern am Grenzpanoramaweg (alles gratis, da soll es sich noch lohnen, Bücher zu schreiben… außer man hat diesen Spleen…) – und die Broschüre: Lipe in Cerkve / Kirchen und Linden, herausgegeben vom Projekt “grenzenloses wandern” – eine von den begrüßenswerten und äußerst wichtigen Initiativen von beiderseits der immer noch emotionalisierenden Grenzen (wie auch in Südböhmen bei Gratzen etwa).
Kirchen und Linden
Die Linde ist nicht nur ein im Heimatboden, sondern auch in uralter Mystik und Volksmedizin tief verwurzelter Kult- und Schutzbaum, bevorzugt um die Bauernhäuser und Schlösser gepflanzt, als Blitzschutz “Linden sollst du finden” und noch viel anderes mehr bedeutend. Der “Kirchen-Lindenweg” im Radlgebirge führt zu sechs Bergkirchen beiderseits der Grenze, und wir fügten noch eine solche nahe Eibiswald (dem Ausgangspunkt) hinzu, um die magische Zahl sieben zu erreichen. Leider wurden es dann nur fünf, denn die beiden vom Drautal aus zu erreichenden, waren uns zu viel. Am besten wäre überhaupt die Kirchentour als Rundweg gewesen, würde aber eine ganztägige Gehleistung verlangen…
St. Katharina in der Wiel
Von Eibiswald geht es bergwärts über die Soboth Richtung Kärnten, wir zweigen aber im Bergdorf St. Oswald mit seiner großen Barockkirche in die Wielfresen ab. Durch einen engen Waldgraben kommen wir zu den Berghängen hoch über der Weißen Sulm und im Bogen hinauf zum Kirchweiler St. Katharina auf 884 m Seehöhe. Noch vor der gotischen, barockisierten Kirche empfängt uns ein auffallendes Gebäude – allem Anschein nach eine Schule, 2004 aufgelassen (die paar Kinder fahren mit Schulbus über besonders im Winter waghalsige Bergstraßen nach St. Anna und die größeren sogar nach Deutschlandsberg), immerhin erfreulich innen als “Gemeinschaftshaus” bezeichnet, aber wohl eher das Dorfwirtshaus, obwohl außen noch immer Volksschule draufsteht.
Gleich nebenbei eine Steinskulptur, deren Form mir direkt “verdächtig” vorkommt – sie heißt “G´fangener Ruß” und stammt von Carl Hermann, dem Waldviertler Bildhauer, und wie dieser hierher kommt ist klar – in Eibiswald endet der von ihm “geschaffene” Nord-Süd-Weitwanderweg. Meine Nachforschungen im Internet ergaben den interessanten Hintergrund, wie im nachfolgenden Link nachzulesen (Klöpfer erscheint übrigens parallel zu Ottokar Kernstock, auch einem solchen nationalen Steirer, was mir bei Franz Nabl nicht so geläufig ist, aber nicht einmal an Peter Rosegger vorüber gegangen ist…). Link: “Da Ruß”
Lang dürfen wir uns nicht aufhalten, denn noch wartet der ganze Grenzkamm bis zum Radlpass auf “unsere Entdeckung”. Also zurück nach St. Oswald, auf der Sobothstraße bis zum Mauthnereck, dort südwärts ins endgültig wilde Gebirge – zwar hauptsächlich Wald, aber ursteile und endlose Hänge hinab zu einer Bachschlucht, die über die slowenische Grenze zur Drau ausmündet. Rothwein ist der anscheinend wenig passende Name der Streusiedlung entlang der schmalen Asphaltstraße, und wo diese um den Bergrücken herumbiegt, sind wir bei St. Bartlmä, dem nächsten Wanderpunkt.
Pfarrkirche St. Bartholomä / Sveti Jernej nad Muta
Nur mehr wenige Gehöfte, eher schon Landhäuser und Ferienhäusln besiedeln die St. Bartlmä genannte Einschicht. An dem nach Süden abfließenden Puschnigg-Bachl standen einst acht Bauernmühlen und Sägewerke, die letzte wurde allerdings bis 1964 betrieben, als die Grenze als ein “Kleiner Eiserner Vorhang” gegen das Tito-kommunistische Jugoslawien noch hermetisch abgeschlossen war. Vor der Grenzziehung von 1919 hatte die auf einem 1038 m hohen Bergkegel gelegene Kirche noch große Bedeutung für die Bauern, Köhler und Holzknechte der Umgebung, Pfarrkirche ist sie wohl längst nicht mehr. Urkundlich 1382 genannt gilt sie als älteste Kirche des Drautals (was mir eher zweifelhaft erscheint), vor 200 Jahren gab es hier immerhin einen großen Pfarrhof mit eigener Schule.
Wir wandern an der Puschnigg-Kapelle vorbei auf dem alten Kirchenweg südöstlich in den Wald hinein, immerhin markiert und bald von den Grenzsteinen begleitet. Dann geht es hinaus auf eine almähnliche Lichtung mit einigen Häusern (der Karte nach davon eines als Gasthaus), und oberhalb kommt hinter einem alten Berghaus mit neuem Ziehbrunnen (Pfarrhof?) bereits die Bartlmäkirche in Sicht. Davor steht ein typische geformtes Wegkreuz (wie in St. Anna!), und rechts davon befindet sich der Friedhof – aus der Zeit der Monarchie bis heute in Benützung und unterschiedlich gepflegt. Ein Stein mit zahlreichen Namen fällt uns besonders auf, wir können ihn leider nicht entziffern – so lautet die Inschrift:
PADLIM IN POGRESANIM JERNEJCANOM * PRISILNIM MOBILIZIRANCEM V NEMSKO * VOJSKO V I. IN II. SVEOVNI VOJNI: Hier folgen 25 Männernamen * VAM V SPOMIN – NAM OPOMIN, VOJNE VEC MIKOLI!
Ein Blick ins Kircheninnere ist uns vergönnt, und ein Ziehen an der Friedhofsglocke ruft anscheinend einen grimmigen Nachbarn herbei. War wohl keine gute und pietätvolle Idee – er antwortet auch auf keinen Gruß, egal in welcher Sprache…
Eine Infotafel berichtet von der Sage über die “Geistermesse”, als der nicht zeitgerecht zur Rorate gekommene Ischegg Jokl im Beichtvater den verstorbenen Pfarrer erkannte und bemerkte, dass alle Beter in den Bänken ohne Kopf waren. Bei den Gehöften der Umgebung sollen etliche ganz mächtige Linden gestanden und auch erhalten worden sein, weil die Linde als slowenisches Nationalsymbol geachtet wird.
St. Leonhard ob Eibiswald
Bevor sich die Bergstraße nach Aibl bei Eibiswald (wo die Radlpass-Straße beginnt) hinabwendet, liegt auf einer weiten Kammwiese 942 m hoch dieses Kirchdorf. Hier beginnt die mit Bauernhöfen bestandene offene Landschaft mit ihren malerischen Ausblicken, sogar bis zur Dreikönigskirche jenseits der Grenze. Die 1399 urkundliche Pfarrkirche zeigt Formen von Gotik und Barock, auffallend ist der Hängeleuchter mit Muttergottesstatue, neugotisch und aus der Leonhardkirche hierher übertragen.
Der bemerkenswertere Kirchenbau ist aber die Wallfahrtskirche “Hl. Leonhard in der Ebene”, im Kern romanisch und spätgotisch erweitert, auf der Wiesenfläche südlich der kleinen Ortschaft. Leider finden wir keinen Zutritt und können daher auch die berühmte Holzkassettendecke aus der Mitte des 16. Jh. nicht besichtigen. Aber die an der südlichen Seitenportal-Tür angenagelten Hufeisen sind auch eigenartig. Sie sollen von türkischen Reitern stammen, die 1532 als gefürchtete Mordbrenner bis hierher vordrangen.
Beim Weg zur Leonhardkirche kommen wir beim “Meßnerbauernhaus” vorbei und dem riesenhaften Rest einer Linde davor. Dieser Baum hat wohl schon Seltsames und Wundersames erlebt, vor allem das in die Geschichte eingegangene Ereignis “St. Lorenzen bleibt ungeteilt”: Als im Herbst 1919 eine Kommission nach St. Lorenzen kam und die neue Grenze mitten durch den Ort ziehen wollte, bat die “Meßnerbäurin” Maria Praßnik den Vorsitz führenden japanischen Offizier auf Knien, St. Lorenzen bei Österreich zu lassen. Trotz heftiger Proteste der serbischen Delegation willigte der Offizier ein und verlegte die Grenze um 600 m weiter nach Süden…
St. Anton am Radlpaß
Nach einer verspäteten Mittagsrast machten wir uns vom Radlpaß aus auf dem Weg zu dieser Wallfahrtskirche. Der Kirchenheilige Antonius wird als Schutzpatron der Schweinezüchter im Volksmund auch “Sautoni” genannt, und dieser große barocke Bau wurde häufig von slowenischen und steirischen Bauern besucht. Als “Steirisches Kulturgut” ist die Antoniuskirche auch sorgsam renoviert, wenn auch der Zahn der Zeit sichtlich bald wieder an den noch so schön instandgesetzten Fassaden zu nagen beginnt. Ihrem Alter zum Opfer gefallen ist auch die Riesenlinde neben der Kirche – ihr Strunk wirkt wie ein Riesenfass, und der hohle Stammrest liegt etwas stiefmütterlich behandelt abseits davon. Kein Blick ins Kircheninnere, nicht einmal durch ein “Guckerl” oder eine geschmiedete Gittertür (bei in Bartlmä), aber eine Abbildung des Gnadenbildes hängt neben dem hölzernen Meßnerhaus – es ist die “Mariazellska Madona”.
Und damit sind wir wieder am Grenzweg, der zur auf österreichischem Staatsgebiet gelegenen Bergkirche führt. Über die Grenze hinweg kämen wir nach Sveti Primoz (ganz eigentümlich mit Kirchturm und mindestens gleich hohem Dachreiter über dem Chor) und Sveti Trije Kralji, aber nur zu Fuß oder über den Radlpaß hinweg ins Drautal und von dort über Bergstraßen (ungewiss wie gut ausgebaut) zu den beiden letzten “Lindenkirchen”. Das bleibt einem anderen Termin vorbehalten, und ist es nicht schön, immer noch ein Ziel in Aussicht zu haben?
Noch ein Nachschlag zur interessanten Geologie dieses Gebietes: Der Weg zur Antoniuskirche führt nicht nur an der Staatsgrenze, sondern auch an einem riesigen Steinbruchkrater entlang. Der hier gewonnene Diabas ist ein Ergussgestein, also aus oberflächlich erstarrten Lavamassen entstanden und während der Alpenbildung umgewandelt. Nicht so wie die oststeirischen Vulkanite aus dem Tertiär, stammt er aus dem Erdaltertum (Devon) und ist von zahlreichen Mineralien begleitet. Bunte Steine findet man hier auf Schritt und Tritt, glänzende Quarze, Grünsteine und Granate enthaltende Glimmerschiefer.
17. April 2012 von Bernhard Baumgartner
Ein Besuch bei unserer auf Kur in Baden weilender “Leihmutter” und “Ehrenurli” Wilma ergab die Gelegenheit zu einem Spaziergang im Kurpark.
Neben einzelnen schönen Blütenaspekten war auch die Mischung von wild und kultiviert interessant – hier stehen hinter dem Wolligen Schneeball die Tulpen mitten im Löwenzahngold.
Bellevue – wahrlich ein schöner Ausblick, über Baden mit Kirchturm und Baukränen und beliebten Vergnügungsbauten wie Casino und Sommerarena, dort spazierten wir allerdings nur vorbei, nahmen uns den Thermengenuss dringend vor für Kreuz und Knie…
Dazu noch ein paar Wetterregeln bzw. Lostagsprüche: Oft schneit Ambrosius (4. April) dem Bauern auf den Fuß (heuer war es ein paar Tage vorher am Palmsonntag); Wenn es an Amantius (8. April) regnet, folgt ein dürrer Sommer (wird wohl eher gemischt sein, denn am Ostersonntag wechselten Schauer und Sonnenblicke); Tiburtius (14. April) kommt mit Sang und Schall, mit ihm Kuckuck und Nachtigall (haben wir noch nicht gehört, dafür fliegt fleißig der Weißstorch durchs Gölsental); zuletzt als “Wettertrost” – auf Aprilflöckchen folgen Maiglöckchen!
15. April 2012 von Bernhard Baumgartner
Ein heißer Tag – aber nur für mich in der Moorbehandlung! Nachher hat meine Hinterseite nachhaltig wie von dem Pferd ausgeschaut, dem Elisa Dolittle in “My fair lady” beim Rennen in Ascott Pfeffer in den…..
Vorher war noch alles kühl und frisch nach dem Regen vom Vortag. Wir fuhren gleich in der Früh nach Deutschlandsberg – das Schloss mit grimmigem Wächter und freizügigem Empfangsmädchen hatten wir schon im Herbst gesehen. Nicht aber das “rote Rathaus” und die Laßnitzklause. Dort ergab sich ein netter Spaziergang durch das schluchtartige Waldtal, solange die Zeit bis zur Therapie eben reichte. Anni eilte noch voraus bis zu einer Waldkapelle, und ich macht mich auf die Suche nach der botanischen Seltenheit Glimmer-Steinbrech. Solche Raritäten gibt es im Gebiet um die Koralpe mehrfach, wie ich in der Exkursionsflora nachlesen konnte. Dort stand aber auch die Blütezeit dieses Steinbrechs angegeben – erst gegen den Hochsommer zu. Neben dem Laßnitzbach lagen ja auch noch die letzten Schneereste…
Das Natura 2000-Gebiet an den Sulmbächen
Aus den hochgelegenen Karen und Hangmulden der Koralpe sammeln sich die Wasser in den beiden Sulmbächen, die in ihrem Oberlauf durch weitgehend naturbelassene, schluchtartige Waldtäler fließen. Dort befindet sich das Natura 2000-Gebiet “Schwarze und Weiße Sulm”, das nur von einzelnen Straßen und Wanderwegen gekreuzt wird, die aber nicht die Bäche entlang führen. Dazwischen erstreckt sich der weitläufige Bergrücken der “Fresen” in den Gemeinden Garanas (dort befindet sich der Torfabbau für das Moorheilbad Schwanberg) und Wielfresen. Der Kirchort dazu, über 1000 m hoch gelegen, heißt St. Anna ob Schwanberg oder nach Liselotte Buchenauer “St. Anna in der Fresen”.
Die Weiße Sulm mündet bei Schwanberg ins flachere Koralpen-Vorland und durchfließt vorher einen scharfen Taleinschnitt hinter dem Schlossberg. Wo die Straße Richtung Garanas am Hang anzusteigen beginnt, führt ein Fahrweg den Bach entlang – kein spektakulärer Tallauf, aber ein netter Spaziergang mit gleichem Rückweg und überraschendem Schlossblick, solange die Bäume unbelaubt sind. Frühlingsflora mit Illyrischem Krokus als Einstimmung zu dieser Nachmittagstour.
Die Talhänge sind mächtig steil und verwinkelt, ebenso die Bergstraße vorbei an einzelnen Bauernhöfen, von der wir bei der Weiterfahrt die Abzweigung auf einen Güterweg durch das Seitental des Scheucherbaches gerade noch erwischen. Je höher hinauf, desto freier werden Landschaft und Ausblick, auf den sanfteren Bergwiesen ahnt man nicht mehr, welch wildes Talgebirge sich in der Tiefe verbirgt. In Oberfresen erreichen wir beim Schmuckbauerwirt die zum Garanaser Hochmoor führende Straße und auf dieser den Kamm entlang bergab den winzigen, aber überaus interessanten Kirchweiler.
St. Anna in der Fresen
Die kleine, aber wuchtige Kirche mit ihrem niedrigen Turm verrät schon ihre Entstehung zur Zeit der Romanik, obwohl erst 1498 urkundlich. Die Ursprünge dieser Wallfahrtskirche als Kultstätte reicht aber noch viel weiter, bis in die Vorgeschichte zurück. Die Angaben im DEHIO werden vom Kirchenführer des Pfarrers Andreas Zechner noch weitaus und anschaulicher übertroffen: “St. Anna war vor der Aquileia-Missionierung schon im 6. Jh. vor Christus der Kultpunkt des Saturn, das Tor zum 7. Himmel, von der Nekropole Großklein im Saggautal aus gesehen” (Fürstengräber von Kleinklein mit rund 700 Grabhügeln der Hallstatt-Zeit um den Burgstallkogel – dieses archäologische Ziel bleibt einer späteren Reise vorbehalten). Von dort aus gesehen geht die Sonne am 21. März über dem Frauenberg bei Leibnitz auf und hinter St. Anna unter! Die kunsthistorischen Details der Kirche werden mit den tiefgreifenden Erklärungen im Kirchenführer begreifbar. Uns fiel vor allem die Außenkanzel neben dem Kirchenportal auf, und aus dem Dämmerlicht des Kirchenraumes schimmerten die Glasfenster (aus neuerer Zeit), unübersehbar sind die Spuren von Gotik und Barock. Wie Pfarrer Zechner anmerkt: “St. Anna ist so sicher kein kunstgeschichtlicher Diamant, aber genau jene edle Perle, von der Christus im Gleichnis spricht – “Das Himmelreich gleicht einem Kaufmann, der edle Perlen suchte…” (Mt 13,45 f).
In der “Sulmklamm”
Für uns lag in St. Anna der Erlebnis-Höhepunkt aber im breiten Wiesensattel südlich der Kirche mit seinen drei kultischen Kreuzen, eines davon unter einer Birkengruppe, dreimal im Jahr von Prozessionen aufgesucht (leider habe ich die von zwei einheimischen Frauen erfragten Tage nicht aufgeschrieben). Auf dem einer Alm ähnlichen Wiesenboden blühten außerdem viele Krokusse! Auf der Straße weiter wären wir wieder direkt nach Schwanberg gekommen. Unser nächstes Ziel aber war die “Sulmklamm”, und bei der Suche nach der richtigen Abzweigung stießen wir noch auf einen unglaublich dichten Krokusbestand in vollster Blüte (bei der gesperrten Hausabzweigung schräg gegenüber der Kapelle bei 795 m). Eine freundliche junge Frau (mit Kind unterwegs zur Oma) wies uns dann die richtige Abzweigung, wo die Markierung Nr. 591 von der Straße abschwenkt, auf einem asphaltierten Güterweg durch wunderbare Bergbauernlandschaft mit weitem Ausblick über Unterfresen hinüber zum Alpengasthof Strutz an der Wielfresener Bergstraße (die hier erreichbare Kirche St. Katharina in der Wiel besuchten wir erst am letzten Tag).
Wir wollten vom Talgrund her in die “Sulmklamm” gelangen, aber die Seitenstraße dorthin war einfach für uns wie vernagelt. Erst eine Erkundigung bei einem ebenfalls sehr freundlichen Ehepaar wies uns die richtige Route, besser als es die Karte gezeigt hätte! Jedenfalls am Schnapsbrennerhof (mit Museum) noch weit vorbei bis hinunter in das Ortsgebiet von Guntschenberg. Hier rechts ab, bei Gemeinde und Gasthaus vorbei, und immer rechts haltend im Talboden – bis zu den Parkverbotstafeln vor dem letzten Bauernhof!
Inzwischen war es aber schon recht spät geworden, und der Fußmarsch sollte nicht mehr zu lange dauern. Daher fuhren wir bis zum Anwesen weiter und hatten das Glück, dass der Bauer gerade im Freien beschäftigt war. Mit gutem Zureden (unter Mithilfe meines hatscherten Knies) war er doch zu überzeugen, dass eine kurze Parkerlaubnis bei seinem Haus keine Beispielfolgen nach sich ziehen würde (ich kann mir schon vorstellen, dass bei einem sicher so beliebten Wanderziel sein Hof sonst einem Großparkplatz gleichen würde).
In leicht dämmerndem Spätnachmittagslicht wanderten wir dann die Weiße Sulm entlang, blaue Schleier von Krokusblüten an den Ufern, der Fluss ebenfalls blau schimmernd im Widerschein des klaren Himmels, ein überaus stimmungsvolles Dahinwandern, meist am Waldhang etwas hoch über dem Bach. Infotafeln des Naturschutzgebietes geben reichlich Hinweise, und wenn wir Zeit genug gehabt hätten, wäre eine Rundwanderung durch die Klamm mit Aufstieg danach bei der Herbstmühle und Rückweg auf der Bergstraße und daneben, vorbei an den ersten Weinrieden, ideal gewesen.
Uns blieb aber bis zum Abendgenuss im Kurhotel nur mehr Zeit für die Rückfahrt nach Schwanberg über Wernersdorf und nahe Wies vorbei, wo die Weiße Sulm das flachere Vorland erreicht. An einem Nachmittag mit 41 km Autofahrt so viel zu erleben – das bedeutet für uns echtes Urlaubsglück!
11. April 2012 von Bernhard Baumgartner
Halbscheid der “Steirischen Frühlingsroas” – daher Wechsel von Bad Gleichenberg nach Schwanberg (98 km und gegenüber der extrigen Zufahrt von zuhause viel eingespart), und dabei möchte ich gleich noch auf die theoretische Reiseausrüstung zu sprechen kommen.
Zuerst die Karten: Obwohl für mich als Spezialkarten nur die Österr. Karte und die Alpenvereinskarten zählen, habe ich zur Übersicht zwei neue von F&B gefunden – WK 412 (Vulkanland) und WK 411 (Steirisches Weinland). Dazu den DEHIO für die Kunstdenkmäler, für diese Gegend als vorzüglichen (wenn auch schon etwas antiquarischen, bereits erwähnten) Naturführer – Kühnert Hermann, Mit offenen Augen, Band 3, Verlag Mlakar, Judenburg, 1991. Dazu von der überaus geschätzten Bergsteigerin und Autorin Liselotte Buchenauer, Wandern in der Steiermark, Tyrolia, 1971. Sie möge mir in ihrem Berghimmelsparadies verzeihen, dass ich nicht das ganze Buch mitgenommen habe, sondern ihre (als Grazerin “insidigsten”) Tipps seitenweise benützte (ganz gegen meine altertümliche Gewohnheit, jedes bemerkenswerte Buch als Schatz zu behandeln).
So, jetzt konnte es losgehen! Auf einem “Schleichweg” quer über alle Hügelriedel und Muldentäler Richtung Graz: Gnas – St. Stefan im Rosental – Wildon. Dort auf Liselotte Buchenauers Spuren hinauf zum Schlossberg, imposante Ruinenmauern, talwärts am “Rasenweg” wirklich eine ganze Böschung voll von Illyrischem Krokus (wie von Liselotte Buchenauer angedeutet, hätten wir nicht im Traum angenommen).
Nächstes Ziel, das Murtal auf der alten Bundesstraße entlang, die Weinbauschule Silberberg bei Leibnitz. Denn dort steigt nordwärts der ausgeprägte Rücken des Kogelbergs an. Kurz nach der Weinbauschule (mit einem voll blühenden Dirndstrauchgarten) zweigt bei einer Kapelle rechts der Seitengraben bergwärts ab – gleich anfangs ein massenhafter Bestand von Märzenbecher am Bach und im Hangwald oberhalb der Straße eine große Fläche mit ebenfalls massenhaftem Hundszahn! Im Naturbuch beschrieben, sonst hätten wir das nicht ahnen können – ein weiterer Hundszahnstandort, und es gibt sicher noch etliche in der südöstlichen Steiermark, die man von Fachleuten erfahren oder selbst beim Wandern zufällig entdecken kann.
Wir fahren die Bergstraße hinauf bis zu einem Parkplatz, gehen rechts an der dazu gehörenden Weinschenke vorbei und über den “Weinweg” (abseits davon eine Aussichtsplattform) zwischen steilen Weinrieden und noch steilerem Mischwald am Kamm hinauf zur Buchkogelwarte. Inzwischen hat sich die Sonne immer mehr verschleiert, und es kommt ein heftiger Südostwind auf, aber der Ausblick über die Weinhügel bei Kitzeck bis zur verschneiten Koralpe ist immer noch bewundernswert. Zurück zum Auto gehen wir dann auf der asphaltierten Kogelstraße.
Nächster Halt nach Talquerung der Sulm beim großen Badesee gegenüber hoch oben in Frauenberg mit Mittagseinkehr beim Kirchenwirt, einem typisch steirischen Landgasthof mit guter Küche und starken Portionen. Talwärts zum Schloss Seggauberg, wo die Ansammlung von Römersteinen aus der antiken Stadt Flavia Solva bei Leibnitz ein Blickfang sind. Leider kennen wir uns in der Mythologie zu wenig aus, denn dann wären die in Stein festgehaltenen Kult-, Familien- und Lustbilder noch viel interessanter.
Durch die von uns als viel weniger weitläufig eingeschätzte Weststeiermark geht es dann auf die ferne Koralpe zu, an deren Fuß unser nächstes Ziel liegt. Das breitsohlige Sulmtal zieht zwischen Sausal und Windischen Büheln gemächlich dahin, auf den Hügeln und in den Seitentälern bekannte Weinorte. Bei Gleinstätten gabelt sich der Fluss in die beiden Oberlaufsäste von Schwarzer und Weißer Sulm, die wir später in ihrem Bergabschnitt noch kennenlernen werden.
Dann ist Schwanberg erreicht: Das Moorheilbad im alten Kloster wurde durch ein modernes Kurhotel jüngst erweitert, und hier sind wir die nächsten Tage vorzüglich untergebracht. Besonders angenehm nach den Touren das große Hallenbad und die Sauna, natürlich die großzügig bemessenen Zimmer samt Balkon. Draußen dröhnt es aber schon vom nahen Rummelplatz, denn am nächsten Tag ist “Josefi” – der 19. März mit Annis Geburtstag und dem berühmten Josefikirtag.
Diesen besuchen wir auch am nächsten Vormittag. Ein dichtes Gedränge von Markstandeln füllt den malerischen Hauptplatz und die anschließende Straße. Nur von den im Aufenthalt inbegriffenen Therapien kurz abgelenkt, widmen wir uns dem Kirtagstreiben. Während ich Moorpackung und Massage genieße, macht Anni vormittags im “Geburtstagsregenguss” schon einen Rundgang zur Josefikirche gleich oberhalb vom Ort, zum Schloss und zur Pfarrkirche. Dort blühen herrlich die Krokusse und dazwischen Märzenbecher und Nieswurz.
Den Spaziergang machen wir dann nachmittags noch teilweise gemeinsam, nachdem wir uns beim Kirtag gestärkt haben. Allerdings verloren wir uns nach der Pfarrkirche, wo ich das Grabdenkmal für den Eisengewerken Töpper fotografierte (dieser war in Neubruck bei Scheibbs und bis hinein nach Lunz als Unternehmer tätig), verloren uns völlig aus den Augen, kamen aber jeder für sich zu denselben Stellen am Weinberg beim Brandlhof und schließlich wieder im selben Zimmer des Kurhotels zusammen!
8. April 2012 von Bernhard Baumgartner
Das Datum passt genau zum heurigen Ostersonntag – 8. April (2010) – nur das Wetter dürfte zu Ostern 2012 nicht so einladend sein. Trotzdem hier eine Beschreibung für diese nette Frühlingswanderung.
Das Wandergebiet: In der südöstlichsten Steiermark, nahe der burgenländischen Grenze, erhebt sich ein tertiäres Vulkanmassiv mit harten, dunklen Basaltgesteinen (Steinbruchbetriebe) und porösen, rötlich gefärbten vulkanischen Tuffen. Es erstreckt sich vom 462 m hohen Königsberg im Norden bis zum Seindl nahe dem südlichen Bergrand über etwa 4 km Länge und 2 km Breite. 200 m tiefer liegen die Talorte Tieschen und Klöck, bei letzterem ist durch einen schluchtartigen Einschnitt der Ölberg mit der Ruine Klöch abgetrennt. Abgesehen von den illyrisch getönten Laubmischwäldern (typisch die Hopfenbuche) auf der Plateaufläche und steileren Abhängen, sind vor allem die sonnigen Bergseiten mit Weinrieden bedeckt. Dort gedeiht der berühmte Traminer, nach dem der Rundwanderweg benannt ist.
Rundtour auf dem “Traminerweg”: Ausgangspunkt im Weinort Klöch bei der Pfarrkirche, die Route ist aus dem Übersichtsplan gut ersichtlich und im Gelände markiert. Zuerst geht es am “Geomantischen Meditationsplatz” vorbei durch den üppig mit Hundszahnlilien bewachsenen Wald steil hinauf zur Bergkuppe am Seindl mit den ersten Weinrieden. Dort westwärts kurz den asphaltierten Güterweg entlang, beim historischen Winzerhaus links zum Panorama-Rastplatz mit einer einladenden Liegebank. Hier rechts durch die Weingärten zum Weiterweg durch den ausgedehnten Zarawald, wo man an einem weiteren Geomantischen Platz mit kleinem Waldweiher vorbei südwärts wieder in freies Gelände kommt. Über den Hürtherberg (offensichtlich den Standplatz der Weingarten-Hüter) den Berghang hinab und links haltend abseits der Asphaltwege quer hinüber zum schon weithin sichtbaren Gasthof und Weingut Palz (berühmte “Hendlstation”). Gehzeit bis hierher ca. 2 1/2 Stunden (oder kürzer, wenn man nicht so viel schaut und rastet und fotografiert).
Am Weiterweg leider auf Asphalt, aber an malerischen Weingartenhäusern vorbei, wieder bergauf, dann jedoch rechts haltend auf der Querstraße bis zur Abzweigung in den Muschkagraben bei einem kleinen Haus (Wegweiser). Auf Waldweg ins das Seitental hinein, nach Bachquerung rechts (oberhalb Böschung mit rötlichen vulkanischen Tufflagen) zu einem Forstweg, der bis kurz vor die Querung des markierten Aufstiegsweges begangen wird. Vorher jedoch scharf rechts bergab und vom Waldrand zu einem Einzelhaus. Hier führt links weg der “Traminerweg” an einem alten Winzerhaus vorbei (derzeit in Renovierung, dahinter Anschnitt einer Böschung mit Basaltlagen – diese treten imposant im Steinbruch an der Ostseite hervor, ebenso bei Tieschen). Durch den Wald oberhalb des Straßentunnels kommt man dann wieder zum “Geomantischen Liegeplatz” und hinunter zur Klöcher Pfarrkirche. Gesamte Gehzeit ca. 3 1/2 Stunden.
Der hl. Franziskus und die “Basaltspalte” in Tieschen
Im Gegensatz zu heuer war bei unserer Begehung freundliches Frühlingswetter, ein voller Genuss auf der Liegebank, und nach der Einkehr beim Palz war mein Rucksack (sogar im englischen Wandererlebnis NÖ heißt dieses Ding so) um drei Traminer-Boteillen schwerer… Am späten Nachmittag besuchten wir noch den reizvollen Ort Tieschen an der Westseite des Massivs. Wahrzeichen ist ein riesiger hl. Franziskus mit dem Wolf zu Füßen, gefertigt aus (steirischem, aber schon ganz rostigen) Eisen.
Beim freundlichen “Nah & frisch” erhielten wir sogar noch alle möglichen Prospekt – die Tour hatten wir ja ohne Vorbereitung (nur nach Hinweis in meinem Spezialbuch “Mit offenen Augen”) aus der Straßenkarte heraus entnommen. So gelang uns die kleine Wanderung zum eindrucksvollen Naturdenkmal “Basaltspalte” unter dem Königsberg. Vielleicht können wir bei einem Urlaub im Herbst (sicher wieder beim “Stenitzer”) diese interessante Vulkanlandschaft noch näher erforschen und darüber berichten.
7. April 2012 von Bernhard Baumgartner
Nach dem langen Ausflug zwischen Mureck und Radkersburg wollten wir den nächsten Tag eher im Nahbereich von Bad Gleichenberg verbringen. Dazu bieten sich eine Menge Rundwanderwege an und als Gipfel der Gleichenbergerkogel. Dieser schien mir aber eher als geologischer Schwerpunkt geeignet, und die dichten Wälder zeigten sich auch noch allzu farblos zu dieser frühen Zeit.
Daher griff ich in die voll gefüllte “Büchertasche” (meist unser schwerstes Stück vom Urlaubsgepäck) und schlug in einem südsteirischen Blumenbuch nach (Mit offenen Augen, Band 3, von Hermann Kühnert): “Südlich von Gleichenberg liegt der Stradnerkogel, mit seiner Waldzusammensetzung sehr dem Glbgkgl. ähnlich, in der Vegetation aber zusätzlich als Besonderheit der Hundszahn”. Nun, deswegen waren wir ja so früh in den Urlaub befahren!
Der ausgedehnte Waldgipfel mit Sendertürmen auf der aussichtslosen höchsten Kuppe bescherte uns zwar von Hochstraden aus (der bekannte Kirchort Straden befindet sich auf der anderen, westlichen Talseite) einen netten Waldspaziergang. Wenn man die Vorkommen nicht genauer kennt und keinen speziellen Tipp dazu bekommt, ist das Auffinden einer solch seltenen Pflanze wie dem Hundszahn ein wahres Lotteriespiel. Unser Los hat jedenfalls nicht gezogen…
In der Wanderkarte war mir aber auch ein nettes, dort benachbartes Ziel aufgefallen – die Kuppe am Rosenberg mit ihren südseitigen Weingärten. Eine nette Spazierrunde war das, aber bei dem zwar sonnigen und etwas wärmeren, aber diesigen Wetter kein Anreiz zum Fotografieren. So blieb Zeit genug für das nachmittägliche Faulenzen, außerdem genossen wir im Hotel Stenitzer sogar neben dem angenehmen Wellness (ll und ss?) eine Therapiebehandlung. Jeder von uns beiden mit dem Schmerzschwerpunkt, als sehr wohltuend empfunden.
Das Hundszahn-Eldorado auf dem Klöchberg
Im April 2010 kamen wir erstmals auf den riesigen Basaltberg zwischen dem bekannten Weinort Klöch und dem von und für uns neu entdeckten Ort Tieschen. Am Heimreisetag von Bad Blumau waren wir als erstes zu dem uns verlässlich bekannten Hundszahn-Standort in Kalch gefahren (ehemaliges Steinbruchgelände und Laubwald südlich gegenüber dem “Jägerwirt”). Dann ging es weiter über St. Anna am Aigen nach Klöch, dort durch den Umfahrungsstraßen-Tunnel und gleich danach rechts auf eine Seitenstraße mit dem ”Traminerweg”. Oberhalb der Klöcher Kirche fanden wir zwischen voll blühendem Immergrün eine Unmenge der typisch gefleckten Hundszahnblätter, aber alles damals (8. April) schon längst verblüht und mit Fruchtkapseln.
Heuer müsste der Termin aber passen (16. März) – also auf nach Klöch! Diesmal zweigten wir von der Umfahrung in den Ort hinein ab und parkten bei der Pfarrkirche. Dort beginnt über Stiegen hinauf ein Waldweg zu dem uns schon bekannten Hundszahn-Standort. Wirklich – alles in Vollblüte, kaum mehr Knospen, aber sogar schon einige Blüten im Welkstadium. Also ein großes Glück mit dem Zeitpunkt, denn eigentlich wären wir später dran gewesen (und damit wieder zu spät) und hatten wegen einem Konzerttermin im St. Pöltner Festspielhaus (“Die blaue Blume” mit dem Freiburger Barockorchester, herrlich mit Schubert, Schuhmann und Mendelsson!) um eine Woche vorverlegt!
Diesmal machten wir nicht die größere Runde über den “Traminerweg” (wäre ein eigener Beitrag), sondern zweigten auf der ersten Berghöhe – am “Sendl” genannt – bei dem historisch wirkenden Winzerhaus und Panorama-Rastplatz bereits links abwärts ab. Ein hübscher Waldweg mit eben aufblühendem Immergrün leitete zu einer Forststraße und immer den Wegweisern nach rechts hinunter zum Waldrand. Dort ging es links, oberhalb der Umfahrung beim in Renovierung begriffenen alten “Winzerhaus” vorbei, wieder in den Wald hinein zu den ”Esoterischen Meditationsliegen” (Geomantischer Rastplatz) und nach nochmaliger Fotoorgie mit dem Hauptdarsteller Hundszahnlilie über den Stiegensteig zurück zum Ausgangspunkt.
Inzwischen hatte sich die Wärme von Süden her voll durchgesetzt, und beim Schloss Kapfenstein ließ es sich schon höchst angenehm in der Sonne sitzen. Gegenüber dem Schlossrestaurant spazierten wir dann einer Waldpromenade nach und hinauf in die Weingärten des Gutes Winkler-Hermaden auf der Gipfelkuppe des Kapfensteiner Kogels. Ein “Weg der Besinnung” und ein “Geotrail” (sogar mit Kletteranlage) führt zur Herz-Jesu-Kapelle am westlichen Bergrand, einem hübschen barocken Rundbau. Durch ein “erdgeschichtliches Fernrohr” neben der sehr geschickt zusammengestellten geologischen Infotafel konnte wir sogar bis ins Tertiär zurückblicken – damals rauchten noch die Vulkane von Gleichenberger- und Stradnerkogel und vom Schlossberg der Riegersburg…
Damit war auch schon der letzte Abend in Bad Gleichenberg gekommen, und wir ließen uns abschließend noch einmal ausgiebig im Hotel Stenitzer verwöhnen (Steirisches Brathendl und gegrillter Zander stand am Programm, irgend etwas Köstliches an Vor- und Nachspeisen, was ich ohne Notiz im Tourenbücherl schon vergessen habe, nur den Geschmack fühle ich noch immer…). Dampfbad und Sauna und etliche Längen im Hallenbad boten sich dann noch als Kalorienverminderer an.
“Traminerweg” über den Klöchberg in meinem Blog > Suche: Klöchberg (Artikel vom 10. April 2010 – Thermentage mit “Extrastückerl”)
Zu den Bildern (AB Anni & BB Bernhard Baumgartner) – die ungewöhnlichen Froschperspektiven bei den Blumenbildern sind mit der Coolpix 500 gelungen. Blumenaufnahmen vom 17. März 2012, Landschaften vom 8. April 2010.