Hochstadelberg: Eine “sibirische” Schitour

14. Februar 2009 – 18:00


Ein besetztes “Parkplätzchen” und die gar nicht unangenehmen Folgen

Über den Hochstadelberg zwischen Annaberg und Puchenstuben habe ich schon mehrfach berichtet. Die Schitour über den Südhang beginnt bei einem abzweigenden Forstweg, noch dazu in einer scharfen Straßenkurve etwa 2 km vom Lassinghof. Dort standen schon drei Stadelberganwärter bzw. ihre mit PL und W gekennzeichneten Autos. Also mussten wir weiter bis zum Parkplatz am Eingang zu den “Wastlböden”. Dort machte sich gerade eine Schar von Schneeschuhgehern – eben ihren W Autos entstiegen – an den Aufstieg, und wir hinterdrein!

Gut gespurt ist halb geplagt…

An der rechten Seite, an der am moderatesten erscheinenden Stelle, über den Wildgehege-Draht und dahinter dem alten Abkürzungsweg nach in den Wald gespurt. Tief, tiefer, samt Tourenschi sollte es nicht mehr tiefer gehen… so ausführlich geschildert, um den Beweggrund festzuhalten, warum wir bald darauf in die praktische Spur der Schneeschuhgeher wechselten. Nun also die Forststraße entlang, unter dem zu tief verschneiten Schlag (sonst der Normalaufstieg zum Nordwestkamm) vorbei. Plötzlich wendeten sich die Spuren aber als Abschneider der weiten Forststraßen-Kehren in den Hochwald hinauf. Warum also eine frische Spur treten?

Auf den eisigen Gipfel

Zwei Vorgänger kamen uns oberhalb schon im Abstieg entgegen – sie müssen sich gut ausgekannt haben, denn ihre Spur war ganz geschickt durch den Wald hinauf angelegt, wo wir selber noch nie gegangen sind - und wir sind hier bewährt geländekundig! Im Windschatten der obersten Waldrandes stiegen wir auf den Kamm aus und waren mit wenigen Schritten nach rechts beim Gipfelkreuz. Sogar Sonnenblicke gab es, und auf den Fichten tummelten sich die “Schwarzplattln” (vermutlich Mönchsmeisen, Anni sah sogar ein Schopfmeise). Wie diese fragilen Vögelchen dort oben überleben können – voll Eiseskälte, Sturm und Schnee ausgesetzt!? Und lustig herumgehüpft sind sie, fast so fröhlich wie wir bei der überraschend lohnend gelungenen Schitour….

Abfahrt mit Fichtenslalom und Wächtengirlanden

Das wäre ein neuer Schiwettbewerb – aber ganz selten zu befahren, nur wenn so viel Schnee gefallen ist wie derzeit – ein halber Meter stellenweise sicher, dazwischen am Stadelberg nur an wenigen Stellen, wo der Wald etwas freier ist und am Gipfelpunkt, abgeweht und harschig, neben dem Gipfelkreuz sogar Eisflächen. Die Abfahrt erfolgte also im tiefen Pulverschnee, ohne Sturz zum Glück, denn wie wir uns da wieder aufgerappelt hätten, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Nach zwei Stunden waren wir wieder beim Auto, und man möchte gar nicht glauben, welch erlebnisreiche Tour auf einem so kleinen Gipfel in so kurzer Zeit möglich ist!

Beim Parkplätzchen für den Südhang war schon Benutzerwechsel gewesen – nun auf KS und WU! So “ritsch-ratsch” geht eine Schitour auf den Stadelberg! Wir hätten auch auf den Tirolerkogel gehen können, denn im Gegensatz zu den Reidlliften, war auf den Parkplätzen zum Kogel “tote Hose” !

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