Wintertouren
28. Januar 2013 von Bernhard Baumgartner
Auf dieser in meinem Blog neu eingerichteten Seite möchte ich Hinweise auf Wintertouren geben – ja nach Schneeverhältnissen und Winterphase geeignete. Also wird es jetzt nichts am Göller oder Hochschwab geben, denn für mich sind diese Berge auch weiterhin (auch wenn es jetzt anders Mode ist) eher für Frühjahrsschitouren geeignet. Das letzte Lawinenunglück am Göller hat das eindringlich gezeigt.
St. Aegyd am Neuwalde mit dem Göller, der in täuschender Ansicht gar nicht so steil ausschaut, wie er in Wirklichkeit ist! Rechts neben dem Gsengerkamm (ganz rechts) der nördliche “Haupthang” hinunter zur Schindleralm – dort passierte das Lawinenunglück am 20. Jänner 2013. Links das Kar “Wurzboden” – Aufstieg an der Turmmauer vorbei vom Ahornhof im Keertal, Schauplatz der schon historischen Göllerrennen, um 1956 ein riesiger Lawinenabgang, den ich selbst bei meiner ersten Göllertour mit meinem Vater Peregrin sehen konnte – haushohe Schneemauern und wie Zündhölzer geknickte dicke Baumstämme am Karboden.
Problemloser Aufstieg ohne Lawinengefahr auf das Hennesteck und von der Anna-Alm Abfahrt über die Piste, wenn der Tiefschnee nicht gut fahrbar ist. Aber keinesfalls über die Pisten mit Steigfellen hinaufmarschieren – eine Sünde bei den schönen Routen abseits davon, die wir auch schon ausprobiert und beschrieben haben, hier im Blog unter Suche > Hennesteck (hoffentlich funktioniert´s, selber jetzt gar nicht ausprobiert…).
Ötscherblick vom Hennesteck-Abfahrt Almlift, rechts die Waldkuppe ist der Hochstadelberg von der Ostseite.
Als “Geisterwanderer” unterwegs – auf Backcountryski und bei nicht gerade einladendem Wetter – bei den folgenden Tourentipps lasse ich dann die Sonne scheinen! Und schon geht es an die ersten Touren – meinem letzten Arbeitsgebiet in Zusammenarbeit mit Werner (Tippelt, dem Intimkenner dieses Gebietes) hinein in die Ybbstaler Alpen. Einen Gipfel konnten wir bzw. Werner nur mehr als “Extremtour” unterbringen und für die Normalwege nicht mehr aktualisieren. Und zwar bis vorgestern, denn da machte Werner noch eine Schitour auf den so interessanten Friesling, verbunden mit einer Überraschung – die Forststraßenroute von der Großen Kripp hinauf zum Gipfel ist bei Langläufern überaus beliebt!
Da ich noch keine Bilder von Werner dazu habe, nehme ich die obige Traumstimmung als Einleitung für diese Tour und füge noch die Sommerbeschreibung und eine Karte dazu ein.
„Normalweg“ auf den Friesling: Den zwar relativ bequemen, aber „weitläufigen“ Zugang zum Gipfel ermöglichen Forststraßen, die das ganze Waldmassiv netzartig überziehen – am besten von der Großen Kripp (Passhöhe 3 km nördlich von St. Georgen am Reith), Streckenlänge 7,5 km, Höhenlage 969 m bis 1340 m.
Die Route ist aus der Karte leicht nachvollziehbar: Von Lackenhof zuerst auf der Sonnenhofloipe (Seehöhe 810 m, Strecke 6,5 km in einfacher Richtung), vom Raneck zuerst auf der Gmoa-Lopipe (Seehöhe 954 m, Strecke 5,5 km in einfacher Richtung). Von der Loipe führen Forststraßen weiter, zunächst zum Steingrabenkreuz (1024 m), jenseits kurz bergab und am rechten Rand des Farnbodens entlang. Eine links abzweigende Forststraße steigt dann am Sandgrubenkogel vorbei und zum Rand der Blöckerwänd an (laut Karte immer links halten, aber es können seit meiner Begehung auch schon wieder neue Forststraßen angelegt worden sein). Von Nordosten her kommt man dann auf den freien Höhenrücken und zum Gipfelpunkt der Gföhleralm am Rainstock (1296 m).

Napolitanischer Krokus (orange Narbe höher als Staubgefäße) und Weißer Frühlingskrokus (Staubgefäße höher als die hier versteckte Narbe)
Als Besonderheit kann man dort oben gegen das Frühjahr zu, wenn die Gipfelwiesen schon ausapern, den hübschen Neapolitanischen Krokus entdecken. Dieser ist vor allem aus dem kleinen Erlauftal bei Gresten bekannt, mehrfach abseits der Straße über die Grestener Höhe Richtung Ybbsitz. Im engeren Ötschergebiet hat Werner aber auch schon andere Standorte dieser Krokusart gefunden. Diese sind so zerstreut und entlegen, dass die offizielle botanische Lehrmeinung, es handle sich bei Gresten um ein sekundäres Vorkommen, wohl nicht zutrifft. Beispiele dafür – Schwarzötscher, Ranegg, Langau, Rotwaldgebiet, Feldwiesalm, zwischen Eisernem Herrgott und Gemeindealpe (Mitteilung von Wolfram Täuber). In Taschelbach gibt es hingegen den Weißen Frühlingskrokus, in Neuhaus (nach der großen Wildfütterung im Wegzwickel und westlich im Waldrandbereich) sogar beide Arten.
Ansicht des Ötschers vom Rainstock-Aufstieg (von links): Rauher Kamm und Ötscher-Nordwand, Himmelsleiter, Juckfidelplan, Kreuzplan, Fürstenplan (ganz rechts etwas versteckt). Alle diese Steilabfahrten sind aber erst bei sicheren Schneeverhältnissen gegen das Frühjahr zu befahrbar bzw. zu verantworten!
Das obige Bild leitet wieder zurück in die eigentlichen Ybbstaler Alpen – Siebenhütten am Königsberg gegen den Dürrrenstein. Diese Tour machte ich von Kurzeck (bzw. Aschelboden) aus bis hinauf zum Schwarzkogel, eine relativ einfache Strecke und für Alpinschi eher zu langweilig, daher ideal mit Backcountryski oder für ganz versierte Langläufer. Als Schneeschuhwanderung ist der Königsberg von dieser Seite, ebenso wie der Rainstock bei Lackenhof, viel zu weitläufig, außer man will es so im wahrsten Wortsinn “weitläufig”…
Von Göstling auf den Königsberg
Ohne Auffahrt bis zum Gehöft Kurzeck (eine oder die höchstgelegene Dauersiedlung des Landes auf 1020 m) zieht sich die Tour gewaltig, ca. 4 km geräumte schmale Bergstraße mit Schneekettenzwang (je nach Schneelage) macht die Winterwanderung aber zu einem Genuss! Dann geht es meist ohne Fahrspur weiter, noch ziemlich verlaufend zum Sommerparkplatz am Ebnerbrand. Trotz der für die Abfahrt einladenden weiten Bergwiese hält man sich, zumindest in der oberen Waldzone an der Nordseite des Almkopfs entlang, an die Forststraße. Bei der Almhütte “Siebenhütten” lockt rechts als erster Gipfel der Planstein mit Gipfelkreuz (1346 m) und fantastischer Aussicht – im Norden Oisberg und Friesling, im Osten weiter unten das Langlaufzentrum bei Hochreith, darüber der Dürrenstein und fern als kleine Pyramide der Ötscher.
Die weiter bergauf führende Forststraße erreicht bei der Schageralm und der Alm “Vierhütten” eine flache Sattelregion. Ich bin damals über den sanften Westrücken auf den Schwarzkogel hinauf gestiegen. Die große Runde (von Kurzeck insgesamt 15 km) führt aber noch im Höhengelände weiter, rechts hinauf zur Durnhöhe (1439 m), überall die herrlichste Aussicht, vor allem zu den nahen Gipfeln Voralm / Tanzboden und Gamsstein, beherrschend im Westen die Gesäuseberge mit dem Lugauer. Die Kammüberschreitung Richtung Kitzhütte (aber nicht bis zu dieser hinab!) wendet sich dann im Bogen zurück, und über die Senke der Daucheralm kommt man wieder zur Spur bei “Vierhütten”.
Wie die Tour auf den Rainstock besteht auch im beschriebenen Gelände am Königsberg keine Lawinengefahr, nur bei schlechter Sicht ist im unübersichtlichen Almgebiet Vorsicht geboten!

BB als Tourenführer bei den Lehrerlanglaufkursen in Lackenhof, Bild von Dagmar, einer Kollegin aus Stockerau!
Über die Feldwiesalm
Obwohl ich bei dieser Tour auch schon Schneeschuhgeher und Alpinschitouristen getroffen habe, bin ich überzeugt – die Route vom Zellerrain (oder über Obertaschelbach) zur Feldwiesalm und Abfahrt nach Taschelbach (Hinterbrühl) geht ideal mit Backcountryski. Auch mit Langlaufkursen habe ich diese Strecke schon mehrfach gut bewältigt, und unsere Extremläufer sind damals sogar von der Feldwies über den Kleinen Ötscher nach Lackenhof gelaufen – für mich als Schiwanderer unbegreiflich, aber selbst erlebt!
Bester Ausgangspunkt ist wegen Parkplatz und Einkehrmöglichkeit am Zellerrain (alternativer Zustieg über Obertaschelbach, aber an der Straßenabzweigung sehr beschränkte Parkmöglichkeit). In jedem Fall landet man auf der “Hechtbauernwiese” mit ihrer überwältigenden Aussicht (Hochschwab, Kräuterin, Gesäuse, Hochkar, Dürrenstein). Steilaufstieg zum oberen Wiesenrand (mittig) und dort noch immer steil leicht links hinauf zum markierten Steig durch den dichten Fichtenforst.
Aus dem Wald heraus, liegt die weite Almwiese der ehemaligen Brunnsteinalm vor uns. Rechts über den Sattel geht es weiter Richtung Eiserner Herrgott (Almhütte Auf der Brach) und Gemeindealpe (dorthin 5 km mit 505 m Höhenunterschied). Wegen der etwas heiklen Gratstelle nach der Almhütte und dem obersten, meist abgeblasenen Steilstück erscheint mit diese recht begehrte Tour aber nicht sehr empfehlenswert!
An meiner bevorzugten Route ist man meist allein, höchstens von einer Fichtenfamilie im Schneemannkostüm empfangen. Denn hier beginnt das Wunderreich der hochgelegenen Almmulden hinüber zur Feldwies. Aber – bei schlechter Sicht ein Labyrinth, in dem man sich leicht verirren und nicht mehr herausfinden kann, noch dazu weil die Bergabhänge entlang der Strecke überhaupt nicht zu einer Variante Richtung Tal verlocken… Gleich das erste Stück ist eine Schlüsselstelle – im Sommer durch die blaue Markierung leicht zu finden, im Winter wirkt der schon hochgewachsene Fichtenforst wie eine undurchdringliche sibirische Taiga.
Ist man jedoch durch das Gehölz leicht ansteigend hindurch gequert, öffnen sich weite Wiesenhänge. Dort hält man sich ziemlich in der Hangmitte zwischen dem oberen Steilrand mit seinen Wetterbäumen und dem unteren Hochwaldrand, weiter vorne nahe an diesem entlang. Wieder ins Freie gelangt, heißt es scharf rechts und um die folgende tiefe und riesige Doline ebenfalls rechts herum - wenn die Forststraße erkennbar ist, kein Kunststück. Und dann links von einer kleineren Doline am Fuß der Breimauer ein paar Schritte hinauf zum Sattel mit dem “Almkreuz” (von mir “Goldener Herrgott” genannt, als die Farbe noch nicht verwittert war).
Voraus taucht über der mit einzelnen Blöcken und Wetterbäumen malerisch “überstreuten” Sattelmulde der Kleine Ötscher auf, dann links der Bergzug des Scheiblingsteins im Dürrensteinmassiv. Übrigens, wenn man im späteren Frühjahr hier herauf kommt, befindet sich in der feuchten Mulde unter einem kleinen Hügel (in der Karte von der strichlierten Alternativroute umkreist) der Krokus-Standort! Und von etwas links abseits, am besten von dem erwähnten Hügel aus, wird auch der Gipfelrücken des Großen Ötschers sichtbar.
Bei halbwegs “vernünftigem” Schnee ist die sanfte Abfahrt zur Feldwiesalm ein Vergnügen, auch weil genug Platz für weite Kehren oder Telemarkbögen vorhanden ist. Mit Schneeschuhen oder Alpintourenschi lohnt es sich überaus, rechts (nördlich) zur Breimauer anzusteigen. Dort gibt es den fantastischesten Ausblick auf den Ötscher und ein umfassendes Panorama, und man gewinnt eine schöne Abfahrtsstrecke zur Alm hinunter.
Nach der Feldwies-Almhütte wird das Gelände zwar ziemlich flach, aber dafür ist die Orientierung nun etwas erschwert – auch bei gutsichtigem Wetter (bei Nebel oder Schneetreiben hat man ohnehin, nochmals nachdrücklich angemerkt, hier heroben ohnehin nichts verloren). Am besten hält man sich am linken Bergrand entlang bis zur brettlebenen Fläche der eigentlichen “Feldwies”. Hier zieht eine Senke entschieden südwärts (links), und an deren rechtem Rand geht es einige Mulden entlang zur oder über die Pfalzlwiese. Bei hoher Schneelage ist weder von der roten Markierung noch von der Forststraße viel zu bemerken, also Achtung!
Der folgende Bergrand mit seinem hübschen Ausblick ist dann schon markanter ausgeprägt, denn links voraus ziehen ein Waldgraben und gleich darauf der markierte Steig hinunter nach Taschelbach. Die hier meist gut erkennbare Forststraße quert am steilen Südosthang des Pfalzlkogels entlang, und nach einer kurzen Kehre verflacht sie hinab zum Sattel vor dem Scheiblingwald mit Forststraßen-Kreuzung. Bei nicht zu schnellem Schnee geht es gleich links mittelsteil hinab, sonst nimmt man rechts die sanftere Laufstrecke rund um den Scheibwald herum, bis beide Straßen zusammenmünden. Die weitere Abfahrt führt recht zügig aus dem Hochwald hinaus und biegt über die Wiesen bei den letzten Häusern der Taschelbacher “Hinterbrühl” in die Seitenstraße ein.
Damit ist eine der lohnendsten leichten, aber doch guten Orientierungssinn (auch bei gutem Wetter) erfordernden Wintertouren zwischen Mariazeller Land und Oistal zu Ende. Insgesamt beträgt die Laufstrecke vom Zellerrain bis nach Taschelbach 10,5 km, Höhenlage 1121 m – 139o m – 1052 m. Zurück zum Ausgangspunkt 1,3 km auf der Straße, oder das größere Stück rechts davon durch die fast ebene Wiesenmulde und erst zuletzt steiler die Straße hinauf (es gibt auch vom Wiesenende eine direkte Schleife durchs Waldgelände zum Parkplatz).
Die gegenwärtig günstige Schneelage (Mitte Februar 2013) ist ein guter Anlass, Schitouren in den Lilienfelder Voralpen zu empfehlen:
Über die Brennalm auf die Reisalpe
Die 1399 m hohe Reisalpe wird als hervorragender Aussichtsberg wegen der klaren Sichtverhältnisse auch besonders im Winter gerne bestiegen. Die meist begangene Route führt vom Ebenwald (Bergstraße von Kleinzell) über die Kleinzeller Hinteralm und das „Reiterwieserl“ in ca. 2 Stunden zum Reisalpen-Schutzhaus des Österr. Touristenklubs (im Winter geschlossen). Die Route von Innerfahrafeld (zwischen Freiland und Hohenberg) durch das Dürrental und über die Brennalm hat aber wesentliche Vorzüge – ebenfalls Zufahrtsmöglichkeit bis auf halbe Berghöhe (außer bei höherer Schneelage bis ins Tal, gleichmäßige Neigung, nach einem Forststraßenstück freie sonnige Wiesenhänge.
Empfehlung: Für Schitouren- und Schneeschuhgeher, auch als Backcountrytour (Steigfelle erforderlich, nur für geübte Abfahrer), bei Schneelage ab 800 m (zum Vergleich – St. Aegyd im Tal kein Schnee, am Gscheid etwa 50 cm).
Anforderungen: Gesamter Zustieg ca. 3 Stunden (Höhenunterschied 840 , Länge 9 km), bei Zufahrtsmöglichkeit 1 ½ bis 2 Stunden mit 600 m Höhenunterschied.
Zufahrt: Von Innerfahrafeld auf Güterweg durch das Dürrental, kurze Strecke asphaltiert, dann zunehmend schlechtere Fahrbahn, für PKW mit etwas Vorsicht möglich bis zum Schranken bei der Abzweigung der Hahnfeichten-Forststraße (800 m, 4,5 km, Parkmöglichkeit).
Aufstieg und Abfahrt: Auf der Forststraße mäßig steigend durch den Hochwald bis zur Wiese vor der Brennalm (hier links Abzweigung des markierten Steiges). Auf der Forststraße bleibend (Abfahrtsroute) beim Brennalmhaus (988 m) links zur etwas steileren „Unteren Reisalmwiese“. Über diese hinauf und durch ein kurzes Waldstück zur „Oberen Reisalmwiese“ – bereits fantastisches Panorama vom Schneeberg bis ins Gesäuse! Es folgen der nahe Plateaurand der „Reismäuer“ (Kluftbildungen im dünnplattigen Gutensteiner Kalk, Ursache für den Bergnamen!) und ein kurzer Abschnitt den schmäleren Kamm entlang (oft starke Wechtenbildungen). Dann gelangt man durch die Mulde rechts zum schon sichtbaren Reisalpen-Schutzhaus (Winterraum) und dem Gipfelkreuz.
Schneeverhältnisse: Forststraße bis zur Brennalm ca. 1,5 km trotz schattiger Lage nur bei viel Schnee befahrbar und meist zerspurt, Gipfelwiesen voll sonnig – nur kurzzeitig haltbarer Pulverschnee, aber bald verfirnend, „Obere Reisalmwiese“ und Gipfelbereich meist stark windverblasen. Die „Reisalmwiesen“ sind von Hohenberg aus (nahe der Kirche) gut einsehbar!
Tourenlauf oder Alpintour? Türnitzer Schwarzenberg alternativ:
Diesen Gipfel habe ich eigentlich erst durch einen alten Wanderführer von Türnitz entdeckt, dann auch begangen und beschrieben (bereits in “Voralpen an Traisen und Gölsen” 1976 !). Damals war das Schitourengehen noch im “Dornröschenschlaf”, und wir behalfen uns mit zum Gehen auch geeigneten Bindungen auf den normalen Pistenschiern.
Doch plötzlich kamen Schitouren in Mode, und auf einmal gab es auch die spezielle Ausrüstung dafür. Uns fiel auf, dass von der felsüberhöhten Straßenkurve hinter Türnitz in Richtung Annaberg auf einmal Schispuren in den Wald hinauf zeigten und am Parkplatz gegenüber immer mehr Autos standen. Also war der Schwarzenberg “entdeckt”! Ich stieg auch einmal durch diese steile Waldrinne alpin hinauf zu den Thorstallwiesen, aber ein Genuss wurde die Tour erst für mich als Tourenlauf mit Backcountryski wie unten beschrieben, beide Male aber bei herrlichen Verhältnissen, wie die aus beiden Touren kombinierten Bilder zeigen.
Die bekannte Alpintour startet am Parkplatz bei der von Felsen überragten Presthofkurve an der von Türnitz Richtung Mariazell führenden Bundesstraße.
Für die nicht von unangenehmen Waldstücken behinderte Route – als leichte Schitour oder mit Backcountry-Schi samt Steigfellen – geht es aber los wie zum ebenfalls beliebten Eisenstein: Kurz nach Türnitz auf die Schwarzenbacher Straße abzweigen und bis zum Knedelhof fahren (Parkplatz).
Die Talwiesen gemütlich entlang wandernd, ist man dann (im Gegensatz zum Eisenstein) sofort allein und steigt nahe dem Loisbauern südwärts (aber rechts von einer Strauchzeile) etwas steiler hinauf zum Holzer Gsohl.
Von diesem Sattel mit Wegkreuz und Högerblick führt die vom Holzerhof kommende Almstraße weiter, und diese wird auch nach der nächsten Kehre benützt. Übrigens vorausschauend – bei Abfahrt über die Torstallwiesen quert dort vom unteren Waldrand ein (leider nur fast) flacher Weg zu dieser Kehre.
Die bald erreichten herrlichen Bergwiesen, nach dem aufgelassenen Torstallhof benannt, locken die Alpinen gleich gipfelwärts. Tourenläufer bleiben aber auf der flachen Wegtrasse und kommen später durch den Hochwald, bei Kurven immer rechts haltend, zur Almhütte nahe dem „Schlund“ (Schachthöhle in eine Buchengruppe). Weite Wiesenhänge führen mit Prachtblick gegen den Schneeberg unbehindert hinauf zum Gipfelkreuz.
Auf derselben Strecke (5,5 km Länge und 500 m Höhenunterschied) erfolgt die Abfahrt, am besten in der eigenen Spur und mit der lohnenden Variante über die untere Torstallwiese wie vorhin erwähnt.
Mehr Bilder in meinem facebook Bernhard Baumgartner!
Bichleralpe – über „Sonnen- oder Schattenseite“ zum Ötscher-Traumblick
Von Annaberg: Vorteil der „Schattenseite“ – unkomplizierte Zufahrt bis Annaberg-Schmelz (bereits dort parken), Forststraßen für Tourenlauf und sanfte Alpintour geeignet, eher günstige Schneeverhältnisse. Durch die Koteau geht es hinauf zu den Häusern „Am Sabel“ mit Panorama-Vorgeschmack auf den Ötscher.
Von hier aus und von der folgenden „Sabelstuben“ (Sattel 1066 m) führen übrigens lohnende Forstwege zu dem einst durch seine Silberstollen berühmten Hocheck (Runde zurück in die Schmelz möglich). Am Sattel 1066 m rechts abzweigend, ergibt sich ein gemütlicher Aufstieg mit einigen Kehren zum Höhengelände der Bichleralpe (ehemaliger Umkehrplatz, die direkte Abfahrt zur “Sabelstuben” ist nur bei überaus hoher Schneelage möglich und vielleicht auch schon zu sehr verwachsen). Die vor wenigen Jahren in einem Nordwärtsbogen verlängerte Forststraße ermöglicht eine Umgehung der engen, westwärts ansteigenden Waldrinne. Bei der oberen Querung aber nun (in der nicht mehr so unwegsamen) Rinne weiter, kurz danach links durch eine Waldschneise zum Südostkamm.
Dieser wird etwas steiler erreicht und rechts weiter bis zum Gipfel verfolgt. Gleiche Abfahrtsstrecke mit Variante „Steilabfahrt“ vom Südostkamm zum ehemaligen Umkehrplatz (Länge 6 km, Höhenunterschied 520 m).
Von Fadental (Gasthof Labenbacher geschlossen, Parkplatz, Zustieg zur „Sabelstuben“ leicht möglich) kommt man durch den Grenzgraben zur „Sonnenseite“ mit der anspruchsvolleren, aber landschaftlich ungleich reizvolleren Route (Länge 4,5 km, Höhenunterschied 480 m). Noch vor dem Markstein (an der Markierung Richtung Friedenstein) ziehen rechts die schönen Hänge der „Gscheidwiesen“ hinauf, die immer steiler zum breiten Südostrücken ansteigen (zuletzt leicht rechts haltend durch eine schmale Steilrinne, etwas verwachsen).
Dieser leitet über Plateaumulden zum später von dichtem Fichtenforst gesäumten Gipfelrücken. Der schönste Aussichtspunkt befindet sich weiter vorne, auf der vom Gipfel ein kurzes Stück bergab erreichten Felskanzel.
Es zeigen sich in malerischer Aufstellung – der Ötscher von seinen Schluchtgründen bis zum Felsfirst des „Rauhen Kamms“, der Dürrenstein sowie zwischen Gemeindealpe und Zellerhüten die fernen Zacken der Gesäuseberge in Idealansicht. Die Bichleralpe bietet noch dazu einen „Doppelblick“, zurück über den Gipfelkamm gehend, taucht der Schneeberg wie eine weiße Wolke über den Waldbergen und dem breitschultrigen Göller auf.
An dieser „Sonnenseite“ ist man nur bei Firn im Vorteil, denn der schönste Pulverschnee beginnt am Südhang schnell zu pappen (außer bei ganz strengem Frost), und dann könnten die steilen oberen „Gscheidwiesen“ vielleicht nicht mehr lawinensicher sein. Eine Ausweichmöglichkeit bei der Abfahrt gab es (zumindest eine Zeit lang) von der Verflachung des Südostrückens links (nordseitig) über einen sehr steilen Holzschlag zum ehemaligen Umkehrplatz der zur „Sabelstuben“ hinab führenden Forststraße und auf dieser weiter nach Fadental.
Nun ab ins Mariazeller Bergland – denn wenn nach dem letzten Februarwochenende die Temperaturen in die Höhe gehen, ist die beste Zeit für die Voralpen vorüber!
Hochanger und Göriacher Alm von der Seebergalm
Der nahe dem Seebergsattel aufragende Hochanger (1682 m) ist im Gegensatz zu den benachbarten hochalpineren Zielen – wie Veitsch, Rauschkogel und Hochschwab – auch bei schwierigeren Verhältnissen empfehlenswert: Einfache Zufahrt zum Ausgangspunkt auf der Seeberg-Bundesstraße (B 20), Tour über die Göriacher Alm ohne Orientierungsprobleme (auch mit Schneeschuhen günstig), dazu alternativ eine anspruchsvollere Aufstiegsroute und eine ideale Backcountrystrecke (für sichere Abfahrer sogar mit Langlaufski).
Schneeverhältnisse im Talboden und an den schattseitigen Hanglagen eher günstig, nur oberster Gipfelhang oft abgeweht. Einkehrmöglichkeit am Ausgangspunkt im Gasthof Seebergalm.
Anforderungen: Alpinski- und Schneeschuhroute mit 4 km Länge und 550 m Höhenunterschied, knapp 2 Stunden Aufstieg über die Göriacher Alm entlang der Sommermarkierung; alpinere Variante über Karlkögerl meist auch gespurt (sonst schwierige Orientierung, nur bei guten Sichtverhältnissen möglich, ca. 2 ½ Stunden); Tourenlauf über die Forststraße zur Göriacher Alm 5 km Länge mit 300 m Höhenunterschied (unmarkiert, aber problemlose Orientierung).
Normalroute Lappental – Göriacher Alm – Hochanger:
Von der Seebergalm bis zum Talschluss des Lappentals mit nur geringem Anstieg (2 km). Bei Abzweigung der Forststraße noch kurz im Graben weiter, dann links steiler aufwärts und auf dem Almweg in Kehren zum Sattel der Göriacher Alm. Nun in gut übersichtlichem Gelände südwärts, anfangs über sanfte Almwiesen, bald zunehmend steiler den mit vorwiegend Lärchen locker bewachsenen Hang hinauf. Zuletzt an Latschenflächen vorbei, je nach Verhältnissen die weniger abgewehten Stellen ausnützend, zum Gipfelkreuz und dem unweit davon gelegenen Bildstock. Prachtvolle Rundsicht auf die Hochalpen zwischen Hochschwab und Raxalpe sowie gegen das Ötschergebiet.
Abfahrt über den nordseitigen Gipfelhang (nur das oberste Stück meist etwas unangenehm), dann noch vor dem Sattel der Göriacher Alm vom sanften Wiesenrücken links abzweigen und durch den steilen, weiter unten zunehmend dichteren Bergwald in den Graben hinter dem Lappental hinab, wobei schmale Lichtungen und Rinnen ausgenützt werden müssen.
Aufstiegsvariante über das Karlkögerl:
In der zweiten Weitung nach der felsigen Engstelle des Lappentals rechts auf einen Seitenkamm, durchwegs in ziemlich dichtem Wald den meist vorhandenen Spuren folgend (ungespurt für Ortsunkundige nicht zu empfehlen) auf die vom Seebergsattel her ziehende Kammhöhe. Im Bereich des Karlkögerls lockert der Wald zunehmend auf, und eher rechts haltend wird über den gut einsehbaren Westkamm (im oberen Bereich oft verwehter Schnee) der Hochanger erreicht. Abfahrt über Göriacher Alm ins Lappental.
Langlauftour zur Göriacher Alm:
Im Talschluss des Lappental auf der Forststraße links, unter einem Felsriegel vorbei (Lawinengefahr nicht auszuschließen!), weiter kaum bis mäßig ansteigend nordwärts in den ausgedehnten Lappenwald. Bei der ersten und der zweiten Kreuzung jeweils rechts halten, bis nach längerer Querung der Waldhänge der kleine Sattel nördlich der Göriacher Alm erreicht ist (Jagdhütte, Idealblick zum Hochanger, bald danach gegen Wildkamm und Hochveitsch sowie Rauschkogel). Mäßige Abfahrt zum Almdorf und auf derselben Strecke retour.
Herrenboden und Tonion vom Niederalpl
Eine alpin anspruchsvolle Tour, geeignet für Alpin-Tourenschi, Schneeschuhe und als Backcountry-Tour (nur für sehr erfahrene Läufer und vor allem sichere Abfahrer, nur mit Steigfellen und bei günstigen Schneeverhältnissen möglich). Gutes Orientierungsvermögen ist Voraussetzung, bei schlechter Sicht nicht ratsam! Auch bis zum Herrenboden lohnend, aber selbst auf dieser Strecke anspruchsvolle Stellen und wegen der Anstiege beim Rückweg große Ausdauer erforderlich (auf der markierten Route des Mariazellerweges, aber Markierung bei hoher Schneelage nur schwer erkennbar). Für Schifahrer Einstieg und Abschluss der Tour mit Lifthilfe (Punktekarte).
Ausgangspunkt: Niederalpl-Pass, Zufahrt von der Mariazeller Bundesstraße (B 20, Abzw. in Wegscheid) oder über Mürzzuschlag (Richtung Mariazell) – Mürzsteg.
Anforderungen: Höhenunterschied zwischen Ausgangspunkt und Gipfel zwar nur 480 m, aber mehrfacher Wechsel von An- und Abstiegen, insgesamt 15 km Länge und 6 bis 7 Std.
Karte: Spezialkarte ÖK Nr. 103.
Routenverlauf bis zum Herrenboden:
Von der Passhöhe am Pistenrand hinauf zur Wetterinalm und um den nächsten Waldkegel links herum zum Wetterl-Sattel. Dann am Gegenhang starker Anstieg (Forstweg meist verweht) und flach in die Mulde der Weißalm. Nun rechts haltend hinauf zu einem Seitenkamm (vom Hang rechts oberhalb idealer Blick auf die Tonion-Südwände und den Ötscher). Jenseits am linken Waldrand hinab, vorbei am Pilgerkreuz, zum Ochsenboden. Die Sattelmulde rechts haltend queren, dort am Waldrand etwas schwierig zu findender Einstieg in den markierten Steig (meist Spuren vorhanden). Mit Kehre durch den dichten Wald und rechts zum Bergrand – Achtung! – unterhalb felsige Abbrüche, oberhalb Steilhang mit Schneebrettgefahr bei sehr labilem und hohem Schnee. Eine relativ flache Trasse leitet nordwärts durch die Waldhänge querend (Markierung nur schwer zu finden) weiter zum Herrenboden (ca. 2 Std., Rastplatz bei der Almhütte oder noch schöner beim kleinen Jagdhaus am Nordostrand der Almfläche – von den weithin sichtbaren Pilgerkreuzen rechts querend zu erreichen).
Weiterweg auf die Tonion:
Aus der Mitte der Almmulde des Herrenbodens links über freie Hänge Anstieg zum Hochschnäbeltörl, jenseits leicht bergab rechts querend bis vor den von tiefen Dolinen umgebenen schmalen Sattel beim Jodelloch (nordseitig Abbruch in das Steilkar Richtung Schöneben). Dann links wendend Steilaufstieg zwischen Felsdolinen in die Krummholzregion, über das unübersichtliche Plateau westwärts und links hinauf zum Gipfelkreuz. Mit gleichem Rückweg eine anspruchsvolle Tour für alpin erfahrene Schneeschuh- und Schitourengeher, nur bei sicheren Wetter- und Schneeverhältnissen!
Gipfelabfahrt von der Tonion: Über das Plateau zurück und Abfahrt direkt in das vor dem Hochschnäbeltörl eingeschnittene Hochtal – Achtung! – einige tiefe Felsdolinen, Anstieg jenseits zum Törl erforderlich (das Hochtal mündet in die südseitigen Felsabstürze).
Hinweise zur Liftbenützung für Schitouristen: Von der Passhöhe am Niederalpl Auffahrt mit dem Sessellift zur Wetterin, Abfahrt zur Wetterinalm, mit Schlepper auf die Anhöhe nördlich davon, Abfahrt in den Wetterl-Sattel, dort Einstieg in die Route. Beim Rückweg im Wetterl-Sattel links der Schiabfahrt folgen (Straßenunterführung), dann mit dem langen Schlepplift Auffahrt zur Passhöhe.
Weitere Hinweise und Bilder zu dieser Tour im “Hauptblog” – hier ging es eher um die ausführliche Beschreibung und die Karte!
Postalm im Salzkammergut
Dieser bunte Plan zeigt schon, dass es auf der Postalm auf Vielfalt ankommt – Lifte und Pisten, Loipen und Schitouren, Winterwanderweg. Ich wurde durch einen Artikel im “Naturfreund” auf dieses Gebiet aufmerksam, und aus dem Kartenstudium ergab sich alsbald – die Postalm muss ein ideales Gebiet auch für sanfte Schiwanderungen auf Langlauf- oder Backcountryski sein.
Über die Erlebnisse bei unseren Postalm-Touren möchte ich noch in meinem Blog berichten. Hier füge ich Beiträge ein, die ich danach verfasst habe. Zuerst aus dem “Granatapfel” Nr. 1 / 2001:
Jedermanns Winterparadies
„Der Jedermann“ gehört zu Salzburg und den Festspielen. Jeder Liebhaber von Wintersonne, Raureifgeglitzer und verträumten Schneelandschaften gehört aber hinauf in die Berge. Am besten gleich ins benachbarte Salzkammergut, in das Winterparadies der Postalm.
Postalmen gibt es in den Alpen so manche, hatten doch früher der Postverkehr und damit auch die Postwirte besondere Bedeutung. „Unsere Postalm“, die wir zum Wintervergnügen kennenlernen wollen, liegt zwischen Strobl am Wolfgangsee und Abtenau. Besitzer dieser Alm war seinerzeit der Hotelier und natürlich auch Postmeister Franz Koch aus Bad Ischl. Er präsentierte das blühende Almleben sogar mit seinen schönsten Rindern, den Kühen Bleß und Glückin und dem Stier Muni, auf der Pariser Weltausstellung des Jahres 1856! Mehr noch als im so beachtenswerten Almsommer, wo sich ein buntes Blumenmeer zwischen den Wetterfichten ausbreitet, verwandelt sich die Postalm im Winter in ein Freizeitrevier für jedermann.
Wenig Nebel und viel Schnee
Von 1200 m Seehöhe aufwärts schmiegt sich unser Ziel wie eine riesige Schüssel zwischen schroffe Kalkgipfel, die aber sozusagen einen Respektabstand einhalten und einem weiten Horizont Raum geben. Dieses Bergrevier wirkt daher nicht beengend, obgleich es aus den umliegenden Tälern 700 m hoch durch enge Gräben hinaufgeht, sondern es lässt im Gegenteil gleich freier atmen. Auch die Seele scheint hier oben alles Bedrückende abgestreift zu haben, der Alltag ist – wie der im Tal lastende Nebel – einfach zurückgeblieben.
Wie der Rand einer gut proportionierten Schüssel aber nicht zu hoch sein soll, erheben sich auch die Randbegrenzungen der Postalm gerade soweit bergan, dass sich anmutige Gipfelgestalten entwickeln können. In leichter Wanderung auf einer solchen Berghöhe angekommen, fesselt ein großartiges Alpenpanorama den Blick – der Dachstein mit seinen Felstürmen und Eisfeldern und das nahe, nicht minder formschöne Tennengebirge. Wenn die Sonne dann talwärts die Nebelschichten auflöst, blinken die Spiegel fjordartiger Seen aus der Tiefe.
Zum Glück gibt es immer wieder Sonne, aber auch die Wolken sollen uns gerade im Winter willkommen sein. Wenn sie der Schneewind so richtig prall gefüllt mit Eiskristallen herantreibt, fühlt man sich hier an Frau Holle erinnert – es schneit und es schneit und es schneit…
Das Wintermenü ist angerichtet!
Blickt man dann über die sanften Almmulden und auf die darüber manierlich ansteigenden Hänge, liegt ringsum ein winterliches Schlaraffenland ausgebreitet. Und nichts wirkt bedrohlich, nicht einmal die Auffahrt auf der gut ausgebauten Bergstraße von Strobl. Die Freizeit-Speisekarte der Postalm bietet nun eine so vielfältige Auswahl, dass sich wirklich jedermann an die mit lockender Winterkost gefüllte Schüssel heranmachen kann! Vorweg genommen – egal ob mit eigenem Auto oder Schibus aufgefahren, landet man im Postalm-Zentrum, dem Ausgangspunkt für Lifte, Loipen und Spazierwege. Auch das „Aktiv-Center“ befindet sich hier, wo man sich vom ambitionierten Postalm-Team betreuen lassen kann. Mit den Unterkünften schaut es aber etwas heikler aus. So reichlich das Angebot im Tal ist, heroben bieten sich nur drei Möglichkeiten (selbst ausprobiert und nach Standard geordnet): Gasthof Alpenrose, Gasthaus Thoralm (etwas abseits) und Gästehaus Postalm (Jugendherberge).
Spazierwege, Loipen und Schitouren
Geräumte Wege zu Aussichtspunkten, Sonnenterrassen und Schihütten sind noch die bequemste Möglichkeit, die winterliche Postalm zu genießen. Wem es genügt, sich in frischer Höhenluft zu bewegen und so die zauberhafte Landschaft zu genießen, wird auch damit voll auf seine Rechnung kommen.
Als nächste Stufe, für sportlich ambitionierte Besucher, bieten sich die herrliche Loipen an. Mir gefällt am meisten hier, wie man von den vorgespurten Strecken auch besonders reizvoll ins freie Gelände hinauslaufen kann (natürlich nur bei guten Wetter-, Schnee- und vor allem Sichtverhältnissen). Es muss ja nicht gleich ein Gipfel das Ziel sein – für Langläufer sind es die sanften Kuppen rings um die Wiesleralm oder einfach der Gasthof Thoralm. Zur Pitschenberg- und Labenbergalm kreuzt man dabei schon die bis dahin noch wenig steilen Spuren der Schitourengeher und kann sich dabei an den herrlichsten Bergbildern erfreuen. Lärchenwälder, Fernblicke und mit Neuschnee verzuckerte Baumgestalten lassen vor allem auch das Fotografenherz schneller schlagen!
Höhepunkt eines Wintertages für Schiwanderer und begeisterte Bergsteiger ist aber doch das Bezwingen eines Gipfels auf elegant angelegter Spur und die anschließende, bei Pulverschnee oder butterweichem Firn wirklich berauschende Abfahrt. Die Postalm kann für Anfänger im Tourengehen als ideal empfohlen werden. Der Labenberg mit 1642 m und der 1720 m hohe Pitschenberg bieten mittelschwere Abfahrten, die zugleich interessant und kaum gefährlich sind, wenn man von extremen Verhältnissen absieht. Zur Sicherheit kann man sich ja auch einer geführten Tour anschließen und dabei diese so überaus beliebte gewordene Sportart erst einmal kennenlernen. Genießer werden hier ebenfalls immer wieder voll zufrieden sein, das beweisen schon die Scharen treuer Postalmfreunde.
Übrigens – das angebotene „Alternativ-Menü“ reicht vom Schneemannbauen bis zum Schneeschuhstapfen, von der Rodelbahn zum Eisstockplatz, und was sich die professionellen Erlebnisführer des Aktiv-Centers sonst noch einfallen lassen!
Eine Schüssel voll Winterglück
Die Postalm im nordwestlichen Salzkammergut gleicht einer mit bester Winterkost gefüllten Schüssel. Jeder Schneefreund findet hier sein richtiges Menü, und als „Zuspeis“ gibt´s noch traumhafte Ausblicke!
In den letzten 12 000 Jahren hat sich hier schneemäßig nicht viel verändert. Schon in der Eiszeit waren die Berge zwischen Wolfgangsee und Abtenau mehr vergletschert als es der unter 1800 m bleibenden Gipfelhöhe entsprochen hätte. Selbst in schneearmen Winterzeiten, wie sie uns heute immer wieder treffen, liegt auf der Postalm um einige Dezimeter mehr vom kostbaren Weiß als in prominenteren Skistationen der Region.
Der Schnee kommt hier von Nordwesten. Die mit ihrer Kristallfracht gefüllten Wolken ziehen über die Osterhorngruppe heran. Und als ob sie sich vor dem nahen Gosaukamm oder dem hohen Dachstein schrecken würden, lassen sie es lieber gleich über der Postalm losschneien. Natürlich können die Schöpfer, mit welchen für das Skiglück eingeschenkt wird, ganz unterschiedlich ausfallen, sind aber zumeist genug gefüllt. Extremfall am Ausklang der letzten Saison: Backcountry-Tour auf den Pitschenberg am 9. April 2000 – Eintritt in die Almhütte auf Giebelhöhe, Straßen und Bachläufe wie haustiefe Hohlwege – kein Aprilscherz!
Ein nordisch-alpines Allroundgelände
Für das Postalm-Wintererlebnis können wir ruhig beim Kulinarischen bleiben – aus der sportlichen Vielfalt braucht man nur das Wunschgericht zu wählen! Aber unabhängig davon, wie beherzt zugelangt wird, geht es dann geruhsam gleitend los, ob in sanfter Spur oder bei einer für Tourengeher kostenlosen (!) ersten Liftfahrt.
Das Postalm-Zentrum (nicht zu verwechseln mit dem oberen Postalm-Parkplatz) mit seinen für den Ansturm der Tagesgäste ausgelegten Parkmöglichkeiten bietet auf rund 1200 m Seehöhe eine gewisse Dauerschneegarantie. Da die Randgipfel der mehrere Quadratkilometer umfassenden Hochfläche nur ca. 450 Höhenmeter darüber ansteigen, ergibt sich ein eher sanftes Relief. Die Lawinengefahr bleibt daher auch bei extremen Bedingungen nur gering. Zugleich sind die „Bergerln“ aber doch zapfig genug, um einen alpinen Anreiz zu bieten.
Wem die Mulden und Rücken etwas zu kuschelig sind, braucht nur ein Stück über den Schüsselrand hinaus zu „grasen“. Auf den „Braunedl“ etwa, immerhin 1894 m hoch, dessen felsgesäumter nördlicher Gipfelabsturz („Schild“ genannt) nur von ausgezeichneten Steilhangspezialisten befahren werden darf. Sogar die Normalroute über die von Bergwald und Latschen durchsetzte Westflanke stellt an Bergerfahrung und Abfahrtskönnen schon deutlich gehobene Ansprüche. Die Überschreitung vom Pitschenberg zum Osterhorn und Zinken stellt hingegen eher eine Hochtouren mit Skihilfe dar.
Aber solche extremen Ziele machen die Postalm nicht aus. Eigentlich trifft die Tourismuswerbung den Nagel auf den Kopf – für Anfänger, Wiedereinsteiger und Neugierige. Sie alle können sich, auch hinsichtlich der Ausrüstung, vom „Aktiv-Center“ betreuen lassen. Ein absolutes Viersterne-Menü ist vor allem für Langläufer und Backcountry-Wanderer aufgetischt. Sie können bei Varianten ins ungespurte Gelände und bei anspruchsvollen Tourenläufen ihre Leistungsgrenze echt ausloten. Sogar für Schneeschuh-Stapfer ergeben sich interessante Ziele. Vielleicht sollte für sie eine „nordisch-alpine Kombination“ kreiert werden: Beim Anmarsch könnten sie sich vom weitläufig dahinwellenden, ideal-nordischen Gelände leicht auf die schmalen Bretteln verlocken lassen. Zuletzt geht es dann im „Duck Stepp“ auf die steil abbrechenden Randberge zum Gipfelglück.
Natur entlang der Spur
Was als Blickfang in die Postalm-Schüssel hineinlacht – der Braunedlkogel in der Gamsfeldgruppe und der Rinnkogel mit dem anschließenden Katergebirge –gehört zu den wild aufgetürmten Kalkhochalpen. Der Gegensatz zur Postalm könnte nicht größer sein! Dort steilgestellte Klippen mit zerklüfteten Graten und felsigen Spitzen, hier die sanfteren Formen eines hochgelegenen Mittelgebirges.
Wie zumeist liegt die Ursache dafür im geologischen Untergrund. Die Gesteinsschichtungen sind nämlich, wie in der westlich weiterziehenden Osterhorngruppe, ziemlich flach gelagert. Dadurch entstehen eigenartige Tafelbergformen. Flache Terrassen hängen förmlich zwischen steilen Felsabgründen. Auf der Postalm breiten sich zusätzlich die aus dem Ober-Jura stammenden, rund 150 Millionen Jahre alten Meeresablagerungen der „Oberalmer Schichten“ aus. Der Name kann als Assoziation dienen – ihre mergeligen Anteile sind bestens für Almböden geeignet, die eingelagerten Kalkbänke (Aufschlüsse entlang der 10 km-Loipe!) hingegen beleben häufig als Schichtstufen das Bild.
Die Phantasie des Betrachters mag sich durch die wechselvolle Erdgeschichte noch weiter anregen lassen! Im Jungtertiär, vor rund 10 Millionen Jahren, strömte ein Vorläufer der heute gegen Westen in die Salzach fließenden Lammer, aus den Tauern kommend, über die Postalm hinweg nach Norden ins Alpenvorland (auf derselben Linie beeinträchtigt heute leider eine Starkstromleitung das Landschaftsbild). Während der Eiszeiten war die Postalm bei einer Schneegrenze von knapp über 1000 m mit einem Plateaugletscher bedeckt. Wenn diese Eisschüssel überquoll, mögen zerklüftete Gletscherzungen über die Steilränder gegen die damals bereits eingetieften Längsfurchen von Abtenauer Becken und Wolfgangsee abstürzt sein.
Im Gegensatz dazu wirkt die „Menschengeschichte“ fast zu wenig spektakulär! Vor etwa 300 Jahren wurden die Wälder der Hochfläche für den Bedarf der Bergwerke und Salinen abgeholzt. Damals rodeten die mit Weidegründen nicht gerade gesegneten Abtenauer Bauern den Boden zu Almland. Der Sage nach soll der Name der Alm von den hier aufgetriebenen Postpferden stammen. Dieser dürfte jedoch (nach Alfred Komarek „Sazkammergut“) auf den Postmeister und Besitzer des Hotels Post in Ischl zurückgehen, dem die Alm gehörte. Als einfallsreicher Unternehmer präsentierte er sogar 1856 auf der Pariser Weltausstellung seine schönsten Rinder – samt Postalmpanorama! Damals umfasste die Zahl der Almleute über 100 Personen. Heute betreuen nur mehr wenige Senner(innen) die bis zu 2000 Rinder, Pferde und Schafe auf ihrer Sommerweide, und als Hüttenwirte betätigen sie sich obendrein.
Höhenloipe und Backcountry
Selbst unter Verzicht auf die Superlativen der Werbestrategen liegt die große „Postalm-Höhenloipe“ mit ihren mehr als 15 km Länge und 350 m Höhenunterschied ohne Zweifel im Spitzenfeld solcher Anlagen, besonders am landschaftlichen Reiz einzelner Abschnitte gemessen. Denn Pflege und Beschilderung sind ohnehin vorzüglich, wie bei den (durchaus gerechtfertigten) Benützungsgebühren auch zu erwarten. Ihre besondere touristische Attraktivität liegt aber in den Varianten, die eine mehrstündige Wanderung mit Abstechern ermöglichen, etwa zur Labenbergalm oder noch lohnender zur Pitschenbergalm.
Bei sehr guten Verhältnissen kommt auch der „normale“ Langläufer mit dem ungespurten Gelände zurecht, viel besser geht es allerdings mit Backcountry-Skiern. Bei Tiefschnee sind allerdings auch bei diesem Gerät Steigfelle vorteilhaft, weil damit auch die steiler angelegten Spuren der Tourengeher benützt werden können. An der Wieslerhornloipe lockt sogar folgender, allerdings nur bei guter Sicht empfehlenswerter „Backcountry-Parcours“:
Vom Postalm-Zentrum in kostenloser Tourengeher-Auffahrt mit den Liften 2 (rechts aussteigen) und 3 (links aussteigen) ins Höhengelände der eigentlichen Postalm (ca. 1400 m). Nun Richtung Lochalm abfahren und auf der 15 km-Loipe (blau) rechts in weitem Bogen, eventuell mit Abkürzungen, zur Wiesleralm. Dort im freien Gelände nordöstlich hinauf zum 1547 m hohen Windkogel und Abfahrt gegen Südosten entlang der Liftpiste zum Gasthof Thoralm (Einkehrmöglichkeit). Auf der gespurten Route zur Wiesleralm zurück und links weiter bis zur 10 km-Loipe (rot) unweit der ehemaligen Huberhütte (1346 m). Auf dieser Loipe rechts (nun immer in Gegenrichtung – Achtung auf entgegenkommende Läufer, breite Skatingtrasse neben der Doppelspur vorhanden!) und über die freie „Waldhöhe“ (1395 m) hinweg. Von dort ist der Abstecher zur Labenberg- und Pitschenbergalm möglich. Abfahrt wie bei der Labenberg-Skitour beschrieben, großteils entlang der Loipe zurück zum Ausgangspunkt (bei „schnellen Verhältnissen“ sind die Stahlkanten der Backcountry-Skier äußerst vorteilhaft). Eine herrliche ganztägige Tour!
Zwei klassische Einsteiger-Skitouren
Die beliebtesten alpinen Skitourenberge der Postalm machen den Anfänger in dieser Sportart sicher zum „Wiederholungstäter“, das sei an sich schon Empfehlung genug! Unter extremen Verhältnissen kann in den Gipfelbereichen Lawinengefahr bestehen. Bei schlechter Sicht ist von diesen Touren trotz der geringen Schwierigkeit unbedingt abzuraten.
Wie zum Anbeißen ragt an schönen Tagen ein weiß leuchtender Zuckerhut über die Waldränder der Postalm – der Labenberg. Auf seinem 1642 m hohen Gipfel dient zur Labung aber nicht etwa der „Obere Weinkeller“, das ist nur eine der zahlreichen Karsthöhlen in dieser Kalkgebirgsgruppe. Vielmehr sind das Erklimmen dieser steilen Schneepyramide und die Aussicht ein Hochgenuss, ebenfalls die Abfahrt bis zur Labenbergalm, wenn der Schnee passt. Frischer Pulver soll hier rasch genützt werden, die Sonne setzt ihm sonst schnell zu, und auch der Firn wird am Südosthang bald zu weich (dasselbe gilt für den Pitschenberg).
Damit die Spuren der zahlreichen einheimischen Verehrer nicht zu sehr verwirren, gilt für „Zugereiste“ folgende Routenempfehlung: Vom Postalm-Zentrum entweder mit dem Lift 1 hinauf (bei bereits angeschnallten Fellen oder vor 9 Uhr entlang der Piste) und direkt auf den im Hintergrund aufragenden Labenberg zu durch Waldlichtungen zur Innerlienbachalm. Von der folgenden 10 km-Loipe (rot) ein Stück nach der Tafel „3 km“ bei der Loipenkehre geradeaus auf der Forststraße weiter ins freie Höhengelände und links haltend zur Labenbergalm. Der Weiterweg zum Gipfel erfolgt über den nahen und ausgeprägten Ostrücken bzw. knapp südseitig daneben (2 Stunden), die Abfahrt verläuft auf derselben Route.
Eine noch packendere Aussicht bietet der 1720 m hohe Pitschenberg (Aufstieg 2 ½ bis 3 Stunden). Vom Sattel nördlich unterhalb der Labenbergalm zieht man die Spur wie bei der Sommermarkierung über die Pitschenbergalm hinauf und weiter zu einem etwas verwinkelten Plateau mit urigen Lärchenbeständen. Hier im Gegensatz zur roten Markierung aber nicht die rechte Mulde entlang, sondern über den linken Rücken, der zwischen den Dolinensenken und dem südwestlichen Bergabbruch dahinzieht. Zuletzt liegt der Gipfelhang frei vor uns und wird in steilen Kehren erstiegen. Nicht zu weit links ausgreifen, der sehr steile Südhang könnte lawinös sein! Sehr versierte Tourenläufer auf Backcountry-Skiern könnten hier einen absoluten sportlichen Höhepunkt einheimsen. Für sie gilt als Variante auch die Wanderung vom oberen Postalm-Parkplatz (Straßenabzweigung bei der Passhöhe von Strobl her) über die ehemalige Huberhütte und die „Waldhöhe“, auf Spuren entlang der Sommermarkierung oder entlang der Loipe, und weiter zur Pitschenbergalm.
So bieder der Bergname klingt – er kommt vielleicht von der einem Milchgefäß ähnlichen Form (in der ÖK heißt er „Pitscherberg“) – so königlich ist der Ausblick: Nordwärts blickt man über den Abgrund zum Wolfgangsee hinab, dahinter Schafberg und Höllengebirge. Ostwärts reihen sich die felsigen Nordabbrüche der zentralen Salzkammergutberge, der deutlich erkennbare Loser markiert schon das Tote Gebirge. Am südlichen Hochgebirgshorizont reihen sich die prächtigsten Berggestalten aneinander – Dachstein, Gosaukamm, fern die Tauerngipfel, Tennen- und Hagengebirge, Hochkönig, Watzmann und der Gipfelkranz der Landeshauptstadt Salzburg
Schneeschuhe nicht vergessen….
…. zunächst einmal für das Wieslerhorn! Auf diesen zwar nur 1604 m hohen, in Richtung Wolfgangsee vorgeschobenen Eckpunkt führt ein schmaler Kamm, der bei starker Verwächtung fast hochalpin wirkt. Wer wirklich von der Postalm bis zum Gratansatz stapfen will, muss schon ein ganz berserkerischer Schneeschuhgeher sein! Auf dem beschriebenen „Backcountry-Parcours“ legt man hingegen die überwiegend weitläufigen Geländeteile als beschwingt dahingleitender Langläufer viel müheloser zurück und wechselt erst am „Einstieg“ das Gerät (oder wo es eben individuell notwendig erscheint).
Dieselbe „gemischte Technik“ empfiehlt sich auch für die am Südrand der Hochfläche über das Rußbachtal vorgeschobenen Gipfel im unmittelbaren Gegenüber von Gosaukamm und Dachstein. Vom Postalm-Zentrum erfolgt die Auffahrt mit dem Lift 8, nun südwärts am Bergfuß von Braunedl und Moosbergriedel weiter (die alpine Skitour dorthin zweigt an dieser Strecke nahe dem „Steinbruch“ ab). Nach den freien Flächen oberhalb der Moosbergalm geht es dann auf Fahrwegen und Forstsstraßen im Waldgelände bis zum Höhensattel nördlich der Thurnaualm (1325 m). Rechts voraus lockt schon der gut 300 m höhere Taborberg, steilkegelig und teilweise bewaldet und daher ein Herausforderung für den Schneeschuh-Touristen.
Möglich wäre auch noch der östlich benachbarte Bodenberg (1523 m), der nach Querung am Südfuß des Moosbergriedels über einen bald ausgeprägten Rücken südwärts erstiegen wird. Als Erleichterung windet sich dort auch eine Forststraße über den Steilaufbau zur hochgelegenen Alm hinauf. Wer lieber stapft als gleitet, wird hier voll auf seine Rechnung kommen, sollte aber die Länge des Rückweges (3 Stunden für die einfache Strecke) nicht unterschätzen. Langläufer empfinden die ausgedehnten flachen Passagen schon eher als genussreich!
Praktische Tipps für Postalm-Anwärter
Die Zufahrt erfolgt auf gut ausgebauter Bergstraße ab Strobl, auf etwas engerer Strecke von Voglau im Abtenauer Tal – beiderseits mit Maut und bei Neuschnee sicherer oder überhaupt nur mit Schneeketten! Es verkehren auch Skibusse!
Wer einen sportlichen Winterurlaub mit Langlauf- und Tourenausrüstung unternehmen will, sollte sich oben auf der Postalm einquartieren: Ohne Konkurrrenz am qualifiziertesten sind die Komfortzimmer im Gasthof „Alpenrose“ (vom Ende der Weihnachtsferien bis 20. Jänner voraussichtlich belegt; Voranmeldung unter Tel. 06137/6111 auch abseits der Feiertage günstig). Im „Gästehaus Postalm“, einer privaten Jugendherberge, kann man zwar ebenfalls Zimmer mit Dusche und WC bekommen (Tel. 06137/5211), aber man ist hier (wie auch in der Welser Hütte) eher auf Gruppen bzw. Jugendgäste spezialisiert. Wen ein solch lebhafterer Betrieb nicht stört, ist auch hier ausreichend gut versorgt. Zimmer und Matratzenlager bietet ebenfalls der etwas abseits gelegene Gasthof Thoralm (Tel. 06137/6130).
Sämtliche Informationen erhält man über das Postalm-Aktiv-Skicenter, A – 5350 Strobl, Tel. ++43 (0)6137/7370. Für Internetbenützer besonders zu empfehlen ist die informative Homepage: www.postalm.at ! Dort erfährt man auch alles über die aktuellen Postalm-Aktivitäten und kann sich sogar den gesamten Prospekt herunterladen und ausdrucken (die Anforderung über email: info@postalm.at kommt wohl günstiger).
Karten und Literatur: Als Übersicht Freytag & Berndt WK 392 ausreichend, zur Orientierung im Gelände ist aber ausschließlich die Österreichische Karte Nr. 95 geeignet. Es gibt auch eine vor Ort erhältliche lokale „Postalm-Wanderkarte“ mit Sommer-Wegbeschreibungen.
Skitourenführer von Gisbert Rabeder, Skitouren in den Salzkammergutbergen, Traum-Verlag, Grafik & Kartographie H. Pfeifenberger, Salzburg (im Buchhandel erhältlich).
Wo der „Wintergspass“ daheim ist
Die Postalm im Salzkammergut bietet selbstverständlich Pisten, Loipen und Schitouren. Was darüber hinaus auf Schnee- und Sonnenhungrige in diesem neuerdings PostalmArena genannten Gebiet wartet, ist sicher kein üblicher Winterspaß. Mit etwas Kreativität erlebt man hier sogar den ganz schön zünftigen „Postalm-Wintergspass“!
Hoch über dem Wolfgangsee, zwischen den Talorten Strobl und Abtenau, liegt auf über 1300 m Berghöhe die Postalm. Hübsche Randgipfel begrenzen diese rund 25 Quadratkilometer umfassende wellige Almlandschaft. Ihren Namen soll sie vom einstigen Besitzer haben, einem Postmeister und Hotelier aus Bad Ischl. Ihm verdankt die Postalm sogar einen historischen Auftritt: Bei der Pariser Weltausstellung von 1856 präsentierte er dort seine prächtigsten Rinder, samt Sennerin, Halterbub und Postalm-Panorama! Noch heute tummeln sich auf dieser Alm sommersüber an die 2000 Rinder und wohl auch einige Nachfahren der einstigen Postpferde. Uns interessiert aber vielmehr das winterliche Almleben. Dabei spielen die Hütten zwar eine wichtige Rolle, aber der eigentliche Schauplatz des sportlichen Vergnügens sind die weitläufigen, tief verschneiten Mulden und Berghänge ringsum. Mag es nahe den Parkplätzen der besonders von Strobl her bestens ausgebauten Bergstraße noch so wimmeln – im Gelände „verlieren“ sich die Besucher alsbald. Von Pisten und den bevorzugten Zielen der Schitourengeher abgesehen, findet man Einsamkeit genug.
Das PostalmArena-Standardprogramm
Einige Lifte und gepflegte Pisten versorgen aufs beste Schifahrer, die es gemütlich lieben oder die mit Kindern unterwegs sind. So viele Langläufer „auf einem Fleck“, wie sie hier an den Startpunkten der Loipen zusammenkommen, findet man allerdings selten. Doch kaum leiten die sorgsam gepflegten Spuren hinaus in die malerischen Wälder und Sonnenmulden, bleibt jeder Läufer fast für sich allein. Erst bei den verstreuten Hütten finden Skater und Loipenwanderer wieder zusammen, ebenso wie Spaziergänger, die nur schauen und sich sonnen lassen wollen. Die Ausblicke selbst sind vom Allerfeinsten und reichen bis zum gar nicht so fernen Dachstein, zum Gosaukamm und Tennengebirge. Der „Seenblick“ bleibt allerdings den Tourengehern vorbehalten. So liegt den nördlichen Randgipfeln, allen voran dem immerhin 1720 m hohen Pitscherberg, der „Abersee“ mit St. Wolfgang zu Füßen. Sogar der Mondsee lugt noch hinter dem gegenüber mit seiner sanfteren Seite aufsteigenden Schafberg hervor.
Die Schitourenziele stehen beiderseits der Passmulde einander gegenüber und zeigen sich äußerst gegensätzlich. Im Westen folgen nach einer recht weitläufigen und fast schon zu gemütlichen Almstrecke die Gipfelpyramiden von Labenberg und Pitscherberg. Der Braunedlkogel im Südosten imponiert hingegen weniger mit seinem 1894 m hohen Gipfelkamm, als vielmehr mit seinen Steilflanken. Diese werden gegen den Nordhang zu immer felsiger und stürzen mit dem schwindelnden „Schild“ gegen das Strobler Tal ab. Das Publikum suchen sich diese immer gut gespurten Gipfel daher sozusagen selbst aus. Genießerische und „frisch gefangene“ Schiwanderer wenden sich der Loipenseite zu, also zur Laben- und Pitscherbergalm. Auf den Braunedl gehören nur erfahrene Steilhangfahrer, und selbst diese verzichten schon bei der geringsten Lawinengefahr am besten auf die Tour.
Vom Backcountry zum „Nordic Cruiser“
In den letzten Wintersaisonen wurde der nordische Geländelauf auf Backcountry-Schiern immer mehr von einem neuen Sportgerät abgelöst. Dieser „Nordic Cruiser“ ist der letzte Schrei – schmal genug für Loipenspuren, aber von Länge und Bauart ebenso für ungespurten Schnee geeignet. Wichtig ist nur, sich nicht mit den Standardmodellen zu begnügen, sondern die Spezialausführung mit Stahlkanten zu wählen und auf die passenden schmalen Steigfelle nicht zu vergessen.
Meine persönlichen Erinnerungen an den Pitscherberg per Backcountry sind von Wetter, Schnee und Aufstiegsspur her völlig ungetrübt. Ein herrliches Tourenerlebnis – aber für die Abfahrt wären halt doch Tourenschi besser gewesen! Bis hinunter zum Almboden hätte es trotz aller Tapferkeit (um ausnahmsweise Innerfamiliäres preiszugeben) fast für einen Scheidungsgrund gereicht… Also alle Loipenliebhaber und Geländeläufer aufgepasst: Sich nicht allein mit der herrlichen Höhenloipe begnügen, aber die Schispuren der Anwärter für Laben- und Pitscherberg nur bis zu den Almen verfolgen! Abseits der Loipe gibt es außerdem noch genug sanfte Kuppen, etwa um die Wiesler- und Thoralm, als passende nordische Schiwanderziele. Dann steht dem Winterglück nichts mehr im Weg, höchstens es geht zum Schluss doch etwas zu steil auf den Gipfel. Aber auch dafür gibt es eine Lösung!
Gleiten & Stapfen
Wie die „Freestyle-Akrobaten“ auf Schneeschuhen ihre grimmigen Gipfel erstürmen und dann mit dem Snowboard über Schneeabgründe und Klippen hinweg zu Tal sausen, wirkt schon sehr imponierend. Die immer wieder vorkommende Unfälle beweisen leider, dass damit kein gutes Beispiel für die „normalen“ Wintersportler vermittelt wird. Als Liebhaber sanfterer Touren hat mich diese Gerätekombination aber auf eine andere Idee gebracht. Noch dazu weil ich gewohnt bin, meine Schneeschuhe auch öfters am Rucksack angeschnallt zu tragen, wenn bei einer Tour eine Strecke besser bloß zu Fuß zurückgelegt werden soll. Selbstverständlich verwende ich keines jener riesenhaften „Trappermodelle“, die zwar überaus zünftig wirken, aber im alpinen Gelände eher nicht angebracht sind. Kleiner und trotzdem stabil, mit höhenverstellbarer Steighilfe und vor allem leichtgewichtig (trotz der Steigzacken) – auf solche Schneeschuhe soll man sich als Gipfelanwärter beim Kauf konzentrieren.
Jetzt zu den „Gleit & Stapf & Touren“ rings um die PostalmArena, wo es dazu ideale Möglichkeiten gibt. Sogar mit Lifthilfe gelangt man vom Postalm-Zentrum nordwärts hinauf zur eigentlichen Postalm und weiter zur Wiesleralm. Der schmale Kamm des Wieslerhorns wird dann auf Schneeschuhen bezwungen. Wieder im Gleitschritt geht es anschließend weiter über die Pitscherbergalm und die Labenbergalm zum Ansatz der darüber aufsteilenden Gipfel – mit den Schneeschuhen dort hinauf kein Problem! Nur bei allerhöchster Lawinengefahr muss man hier auf das Gipfelerlebnis verzichten, und unterhalb der obersten Steilhänge bewegt man sich ohnehin in sicherem Gelände. Wenn sich die Schitourengeher dann vielleicht durch Sulzschnee oder Bruchharsch hinab kämpfen müssen, wird das Motto glaubhaft – „Schneeschuh passt immer!“ Zumindest fast immer, aber auf jeden Fall kommen wir eher ohne Hals- und Beinbruch unten an und steigen wieder auf die Langlaufschi um. Auf sicheres „Stapfen“ im Steilgelände folgt nun müheloses „Gleiten“ über die weitläufigen Almen und in den Loipenspuren.
Mit dieser Tour ist aber erst ein „Halbmarathon“ um die Postalm gelungen. Denn die zweite Hälfte gilt es erst noch zu entdecken, und die südlich vorgelagerten Gipfel Taborberg und Bodenberg sind noch viel einsamer. Außerdem ragen sie wie Schaukanzeln in Richtung Dachstein über dem Abtenauer und Gosauer Tal. Nach diesen Erlebnissen dürfte meine sicher etwas eigenartige Schisport-Grammatik verständlicher geworden sein, denn die Steigerungsform von Winterspaß heißt für mich „Wintergspass“. Als idealen Ort dafür empfehle ich aus eigener Erfahrung die Postalm!
INFO
Zufahrt: Auf Bergstraße ab Strobl oder Abtenau, bei Neuschnee sicherer oder überhaupt nur mit Schneeketten, Mautgebühr als „Eintritt“ wird beim Kauf von Liftkarten vergütet. Empfehlenswert sind die Schibusse!
Unterkünfte: Gasthof „Alpenrose“ mit Komfortzimmern (Tel. 06137/6111), „Gästehaus Postalm“ (Gästezimmer und private Jugendherberge, Tel. 06137/5211), Gasthof Thoralm (Zimmer und Lager, Tel. 06137/6130). In den Talorten Vermittlung über – Tourismusregion Lammertal-Dachstein West, Markt 165, 5441 Abtenau, Tel. 06243/4040-0 bzw. Tourismusbüro 5350 Strobl, Tel. 06137/7855.
Postalm-Info: Postalm Seilbahn- u. Skiliftgesellschaft, Postfach 2, 5350 Strobl, Tel. 06137/7330; Postalm-Aktivcenter (Tourenführungen und Ausrüstungsverleih), ausführlich im Internet unter: www.postalm.at
Kartenmaterial: Als Übersicht Freytag & Berndt WK 392 ausreichend, zur Orientierung im Gelände BEV-Österr. Karte Nr. 95 erforderlich, „Postalm-Wanderkarte“ (mit Sommer-Wegbeschreibungen).
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Vor vielen Jahren war ich einmal ein paar Tage in Lackenhof langlaufen. Damals ging noch eine Spur zum Steingrabenkreuz rauf (Einbahn, nur hinauf zu laufen! Wer ist trotzdem runtergefahren?). Bin von dort dann ein Stück weiter Ri. Rainstock, aber nicht sehr weit, weil praktisch keine Orientierung möglich. Heute, mit GPS am Smartphone vielleicht besser.
Obwohl wir schon oft in Lackenhof gelaufen sind (auch abgesehen von den Langlaufkursen, wo wir technisch geschult wurden und ich die Tourenführungen hatt), hab ich in den aktuellen Loipenplan geschaut. Richtig, Steingrabenkreuz ist nicht mehr drinnen! Aber vom Raneck her benützt man nicht einmal 400 m die Loipe (Abfahrt in Gegenrichtung), von Lackenhof / Sonnenhof ist man 1,2 km auf der Loipe (- ” -).
Wenn so viel Schnee liegt, dass die Forststraßen nicht mehr erkennbar sind (z.B. Farnboden, Abzweigung – im Wald schon leichter), ist natürlich das GPS sicher vorteilhaft.
Ich suche gerade das Dia mit den Krokussen auf der Gföhleralm (von Werner), das im “rot-gelben” Ötscherführer drinnen ist.
Gute Woche, wenns wieder kälter wird, steigt auch der Luftappetit, Grüße! ABB